Carl Heinrich Graun – Passionsoratorium „Der Tod Jesu““ – Nikolaikirche Leipzig 4.4.2009

Hallo,

ein Tipp für Leipzig und Umgebung:

Carl Heinrich Graun zum 250. Todestag in der Nikolaikirche Leipzig,

am Samstag, 4.4.2009 um 17.00 Uhr Oratorium „Der Tod Jesu“
Carl Heinrich Graun: Der Tod Jesu
Carl Heinrich Grauns Passionsoratorium „Der Tod Jesu““ wurde 1755 uraufgeführt.
Die Komposition gehörte bis zur Wiederentdeckung der Passionswerke J.S.Bachs, bis ins 19.Jahrhundert hinein, zu den bekanntesten und regelmässig aufgeführten Passionswerken.

Fotorechte: Bachchor Leipzig

Fotorechte: Bachchor Leipzig

Graun komponierte im sog. „empfindsamen Stil“ . Die Arien sind zum Teil dramatisch und sehr virtuos, erinnern an Pergolesi und an die italienische Oper. In den Chören steht barocker Fugenstil neben grossem Opernchor. Die Textvorlage beschreibt frei das Passionsgeschehen und enthält Elemente aus allen vier Evangelien.

Nach historischer Praxis werden die Choräle zu dieser Aufführung vom Publikum mitgesungen werden!

Carl Heinrich Graun war Kruzianer und später an verschiedenen Höfen als Tenor, Vizekapellmeister und Komponist angestellt. Gemeinsam mit seinem Bruder Johann Gottlieb wurde er 1735 in die Dienste der Kapelle des preußischen Kronprinzen Friedrich berufen. Gleich nach der Thronbesteigung 1740 machte König Friedrich der Grosse seinen Vizekapellmeister Graun zum Hofkapellmeister und entsandte ihn nach Italien, um für die in Berlin geplante italienische Oper, die Staatsoper unter den Linden, Sänger zu gewinnen. Die Staatsoper wurde im Dezember 1742 mit einer Komposition Grauns eingeweiht und bis zu seinem Tod 1759 blieb Graun ein vom Berliner Publikum und Friedrich dem Grossen hochgeschätzter Komponist, v.a. Opernkomponist, und Hofkapellmeister.

Karten zu 15 Euro (ermässigt 10 Euro) am Büchertisch der Nikolaikirche, bei der Musikalienhandlung Oelsner, Leipzig Information, an der Abendkasse und unter www.bachchor-leipzig.de

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Eine interessante CD-Einspielung mit Hörproben zu der Passion“Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun ist bei jpc erschienen:

Cover: Carl Heinrich Graun: Passion "Der Tod Jesu" Sigiswald Kuiken

Cover: Carl Heinrich Graun: Passion "Der Tod Jesu" Sigiswald Kuiken

 

CD bei  j p c  zu beziehen:

Linkhttp://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Carl-Heinrich-Graun-Der-Tod-Jesu/hnum/5344370/iampartner/K84

zwei CDs 19,99 €

Künstler: Schwabe, Kerkhove, Christoph & Stephan Genz, Ex Tempore, Le Petite Bande, Kuijken

Produktinfo www. klassik-heute. com

Seit seiner Uraufführung 1755 war Der Tod Jesu des königlich-preußischen Hofkapellmeisters Carl Heinrich Graun (1704-1759) für mehr als hundert Jahre das erfolgreichste deutsche Passionsoratorium. Im 19. Jahrhundert wurde es alljährlich für den königlichen Hof in Berlin aufgeführt, bis man 1858 zu Bachs Matthäuspassion wechselte. Ab 1866 stand auf Wunsch von König Wilhelm I. Der Tod Jesu wieder auf dem Programm; bis 1884 hielt das Werk am Berliner Hof seine Favoritenstellung inne. 

Im Gegensatz zur oratorischen Passion, die das Geschehen um den Kreuzestod Jesu jeweils auf der Grundlage eines der vier Evangelientexte dramatisch gestaltet, stellt Grauns Der Tod Jesu ein meditatives Passionsoratorium dar, in dem die menschliche Nachempfindung der Leidensgeschichte das Übergewicht gegenüber der theatralischen Nacherzählung des Opfertodes des Erlösers Jesu Christi als heilsgeschichtliches Zentralgeschehen erhält. Die Betrachtung der Passion durch die gläubige Seele, in den Bachschen Passionen durch die Arien vertreten, wird in Grauns Passionsoratorium das zentrale Element.

Wenn uns auch heute Bachs Passionen allein durch den Umstand näher stehen, daß sie sich seit Generationen einen festen Platz im alljährlichen Programm der Kirchenmusik der Passionszeit erobert haben, zeigt der Ansatz von Grauns Librettisten Wilhelm Ramler (1725-1798) einen geistesgeschichtlichen Ansatz, der deutlich in die Zukunft weist: Religiosität wird im Laufe des 18. Jahrhunderts von einer heilsgeschichtlichen Realität zu einer Angelegenheit des persönlichen religiösen Gefühls. Privatsache ist die Religion auch bis heute geblieben, und die Rezeption der Passionen Johann Sebastian Bachs beweist, daß der Thomaskantor offensichtlich mit seiner Musik ein Wunder bewirkt hat, das über die Zeiten hinweg auf die Menschen eine bleibende Wirkung ausübt – hierfür sind allein die vielen aufführungspraktischen Ansätze von Aufführungen mit großem Chor, Solisten und Sinfonieorchester bis hin zu rein solistischer Besetzung mit historischen Instrumenten ein Beweis.

(Text: Detmar Huchting (12.07.2004)

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Weitere CDs zur Passionszeit von C.H. Graun sind auf der Partner-Seite einsehbar.

Link: 

http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2009/04/carl-heinrich-graun-cds-zur.html#links

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Grüsse
Volker

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