Jan Dismas Zelenka (1679-1745) „Dixit dominus D-Dur Psalm 109“ – (Marburger Bachchor)

JJan Dismas Zelenka (1679-1745) „Dixit dominus D-Dur Psalm 109“ – (Marburger Bachchor)

Jan Dismas Zelenka (Taufname Jan Lukáš Zelenka; * getauft 16. Oktober 1679 in Launiowitz, Böhmen; † 23. Dezember 1745 in Dresden) war ein böhmischer Barockkomponist.

Jan Dismas Zelenka komponierte höchst originelle und unkonventionelle Orchester- und Vokalwerke. Viele davon erlebten erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts eine Renaissance. Charakteristisch für seine Kompositionen ist der häufige Einbau tonartfremder Akkorde.

In seinen herausragenden geistlichen Werken für den Dresdner Hof (seit der politisch motivierten Konversion Augusts des Starken zum katholischen Glauben) verbindet er teils archaische Satztechniken mit den modernsten Ausdrucksmitteln seiner Zeit zu hochexpressiven Schöpfungen. Zelenkas wichtigster erhaltener Beitrag zur Kammermusik sind sechs Triosonaten, die sich durch lange Themenköpfe und durchgehend kontrapunktische Satztechnik auszeichnen.

Aufgrund der Verwandtschaft zu den Klangvorstellungen Johann Sebastian Bachs wird Zelenka in zunehmendem Maße als dessen Pendant erkannt. J. S. Bach selbst schätzte seinen Kollegen sehr, was auf Wechselseitigkeit beruhte.

Das kirchenmusikalische Werk Zelenkas wird seit seiner Entstehungszeit nahezu ununterbrochen an der Dresdner Hofkirche gepflegt, dem Ort, für den die meisten Werke Zelenkas komponiert wurden. Die Dresdner Kapellknaben führen gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle Dresden, der Nachfolgeinstitution der sächsischen Hofkapelle, Mess- und Psalmvertonungen Zelenkas eingebunden in den liturgischen Kontext auf.

Einer der bedeutenden Interpreten Zelenkascher Kirchenmusik ist der Marburger Bachchor, 1966 von Studenten der Philipps-Universität Marburg gegründet. Unter der Leitung von Wolfram Wehnert (früher Hochschule für Musik und Theater Hannover) erwarb sich der überregionale Chor durch die zahlreichen Wiederaufführungen von Zelenkas Musik zwischen 1978 und 1990, vor allem der Missa dei Patris, der Missa votiva und weiterer, zum Teil einzigartiger Kompositionen, internationale Anerkennung. Mit Zelenkas Musik reiste das Ensemble mit verschiedenen Orchestern durch viele europäische Länder und trug auf vielen Festivals erheblich zur Renaissance der Musik Zelenkas bei.

                                                                                Marburger Bachchor

L’arpa festante, das zur Eröffnung des Münchner Opernhauses 1653 aufgeführte dramatische Werk Giovanni Battista Maccionis, steht symbolhaft für die künstlerische Arbeit und das musikalische Engagement des gleichnamigen Barockorchesters. Bereits 1983 gegründet und damit eines der traditionsreichsten deutschen Ensembles für Alte Musik, hat sich L’arpa festante nicht nur als unverwechselbarer Klangkörper bei der Aufführung von Instrumentalwerken, sondern auch als Partner leistungsfähiger Chöre bei Aufführungen der gesamten barocken, klassischen und romantischen Chor-Orchester-Literatur einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Ausführende:

Katia Plaschka (Sopran) Anne Bierwirth (Alt)
Christian Dietz (Tenor) Markus Flaig (Bass)
Marburger Bachchor
L’arpa festante Orchester

Leitung: Nicolo Sokoli

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