Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1; Nr.5

Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1; Nr.5

Organist: Martin Rost an der Kindten-Orgel in der Evangelischen  Jacobi-Kirche in Ginst / Rügen.

Johann Wilhelm Hertel (* 9. Oktober 1727 in Eisenach; † 14. Juni 1789 in Schwerin) war ein deutscher Komponist.

Hertel stammte aus einer Eisenacher Musikerfamilie, erhielt Unterricht in Violine und Klavier durch seinen Vater Johann Christian Hertel. Im Jahr 1742 kam er mit diesem nach Mecklenburg-Strelitz, wo er 1744 als Geiger und Cembalist tätig war.

Nach Studien in Zerbst und Berlin kam er 1754 zunächst als Konzertmeister, dann als „Hof- und Capell-Compositeur“ nach Mecklenburg-Schwerin. Unter Herzog Christian Ludwig II. schrieb Hertel insbesondere repräsentative Instrumentalmusik, unter dessen Nachfolger Friedrich (genannt „der Fromme“) verlagerte sich der Schwerpunkt seines Schaffens auf geistliche Musik.

Von 1759 bis 1760 war er Organist an der Stralsunder Marienkirche. 1770 wurde er zum Hofrat ernannt; er war Privatsekretär von Prinzessin Ulrike Sophie und gab Musikunterricht in Kreisen des Schweriner Hofes.

Hertel schrieb eine größere Anzahl Sinfonien, Solokonzerte (darunter zwei Cellokonzerte und drei Harfen- oder Cembalokonzerte), Cembalosonaten, Lieder, Psalmen, Kantaten und Oratorien. Er gilt als wichtiger Vertreter des „empfindsamen Stils“ der deutschen Vorklassik. Besonders beliebt waren seine Sinfonien in D-Dur und G-Dur, das Fagottkonzert in a-Moll, sowie seine Cembalosonate in d-Moll.

Kindten-Orgel in der Ev. Jacobi-Kirche in Ginst / Rügen.

Orgelbauer: Christian Kindten
Baujahr: 1790
Geschichte der Orgel: 1790 Orgelneubau durch Christian Kindten (fälschlicherweise auch Kindt genannt), 1957 Restaurierung durch Orgelbau Hermann Eule (Bautzen)
Gehäuse: 1790 Prospekt von C.N. Freese aus Stralsund, verziert mit Zopfstildekor, Posaunen-Engeln (beweglich), zwei Amphoren und Schrifttafeln
Stimmtonhöhe: 440 HZ ungleichstufig, 1 Halbton höher
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: Mechanisch
Registertraktur: Mechanisch
Registeranzahl: 22 Zugregister
Manuale: C,D – d3
Pedal: C – c1
Spielhilfen, Koppeln: Sperrventile für jedes Werk, Tremulant für das ganze Werk, Evacuant, Calcant, Cymbelstern, II/I (keine Pedalkoppeln)Fusstritt zur Betätigung der Posaunenengel (lautlos ziehen die Figuren die Instrumente an sich)

                                              Kindten-Orgel Evangelische Kirche Gingst-Rügen

Hauptwerk I Oberwerk II Pedal
Quintatön 16’Principal 8′

Gedackt 8′

Rohrflöte 8′

Oktav 4′

Quinte 2 2/3′

Oktav 2′

Mixtur 4-fach

Trompete 8′[1]

Gedackt 8’Gamba 8′

Prinzipal 4′

Gemshorn 4′

Gedackt 4′

Oktave 2′

Scharff 2-fach

Vox humana 8′[2]

Subbass 16’Violon 8′

Gedackt 8′

Oktave 4′

Posaune 16′

Anmerkungen
  1. Hochspringen ursprünglich II. Manual
  2. Hochspringen ursprünglich I. Manual

Video: Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1 Nr.5

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