ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus)

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus)

MUSIKALISCHE UND THEOLOGISCHE TOUR DE FORCE

Eine ungewöhnliche Instrumentierung erzeugt unheimliche Klänge.

                                                                     Ensemble All of Bach

Die Kombination der Instrumente, die Johann Sebastian Bach hier verwendet, kann auf viele Arten beschrieben werden – berühmt, eigenwillig, außergewöhnlich schön und bedeutungsvoll. In jedem Fall ist die Instrumentierung ungewöhnlich. Die Violinen fallen durch ihre Abwesenheit auf, aber es gibt zwei Blockflöten und zwei Viola da Gambas, die einen weichen, beruhigenden und manchmal fast himmlischen Klang erzeugen. Die Blockflöten scheinen mit ihren scharfen Sekunden und Unisono irdisches Leid zu symbolisieren, was Blockflötenspieler Heiko ter Schegget nicht zu schön sein sollte. Er erklärt warum im Interview.

Das ewige Leben liegt im Herzen der genialen Konstruktion dieser Kantate. Bach macht einen starken Kontrast zwischen dem irdischen Tod des Alten Testaments (jeder muss sterben) und der Erlösung des Neuen Testaments. Der Text zitiert verschiedene Bücher der Bibel in Übereinstimmung mit der lutherischen Ansicht, dass Gottes Plan für unsere Erlösung die gesamte Bibel umfasst. Der Chor „Es ist der alte Bund“ fungiert als dramatischer Höhepunkt und Symmetrieachse, in der Bach die bekannte Warnung Memento Mori (denken Sie daran, dass Sie sterben müssen) spektakulär mit der Proklamation der Sopranistin Jesu Christi kombiniert.

Diese Diskussion entwickelt sich zu einem musikalischen und theologischen Kraftakt, wenn Bach die beiden Ideen am Ende des Satzes nicht mehr nebeneinander stellt, sondern über- und untereinander stellt.

                                  Blockflöte: von Links –  Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

Dies ist eine der ersten Kantaten Bachs, und die Musik war zweifellos für eine Beerdigung gedacht. Die Historiker haben natürlich nach einem passenden Anlass dafür gesucht, wie zum Beispiel dem Begräbnis des Bruders von Bachs Mutter Tobias Lämmerhirt, der am 10. August 1707 in Erfurt starb. Das Begräbnis fand vier Tage später statt. Da Erfurt etwa 60 Kilometer von Mühlhausen entfernt ist, sollte diese Hypothese mit einer Prise Salz aufgenommen werden, es sei denn, Bach hätte natürlich früher mit der Komposition beginnen können. Übrigens ist nicht klar, wer sich den Beinamen „Actus Tragicus“ ausgedacht hat, der erstmals in einer Handschrift nach Bachs Tod erschien.

                                                  Oostkerk_Middelburg (Holland)

BWV 106

TITEL
Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“

BEINAME
„Actus Tragicus“

GENRE
Kantate

JAHR
1707?

STADT
Mühlhausen

LYRICIST
unbekannte

GELEGENHEIT
Begräbnismusik

ERSTER AUFTRITT
unbekannte

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
4. März 2016

AUFNAHMEDATUM
16. Mai 2015

STANDORT
Oostkerk, Middelburg

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Dorothee Mields

ALT
Alex Potter

TENOR
Charles Daniels

BASS
Tobias Berndt

RIPIENO SOPRANO
Marjon Strijk

RIPIENO ALTO
Barnabás Hegyi

RIPIENO TENOR
Immo Schröder

RIPIENO BASS
Jelle Draijer

Blockflöte
Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

VIOLA DA GAMBA
Mieneke van der Velden,  Ricardo Rodriguez Miranda

CELLO
Lucia Swarts

KONTRABASS
James Munro

ORGAN
Siebe Henstra

THEORBE
Mike Fentross


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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 106

Herzliche Grüße 

Karin

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