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ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk: BWV 565 „Toccata und Fuge in d-Moll“

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk: BWV 565 „Toccata und Fuge in d-Moll“

„BACHS WELTBERÜHMTE JUGEND“

             Die Orgel in der St. Martins Kirche, Groningen Holland. Im Foto: Organist Leo van Doeselaar

Es gibt keine Komposition von Johann Sebastian Bach, die in unserer Zeit so häufig und für so unterschiedliche Zwecke wie die Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565, wiederverwendet wurde.

Von Disneys Fantasia bis zum Phantom der Oper sorgte der Beginn dieser Komposition für unvergessliche Momente. Das Geheimnis Ein heftiger, mit einem sogenannten Mordent-Akzent versehener erster Ton, mit dem folgenden aufregenden kurzen Stille-Moment und dann dieser überwältigenden absteigenden Tonfolge (oder Variationen darauf, wie bei Pirates of the Caribbean). Bachs eigene Partitur wird leider nicht aufgegeben, was zu vielen Spekulationen über die Ursprünge dieser wilden, originellen und eigentlich kleinen „Bach-ähnlichen“ Komposition geführt hat.

Es wäre viel zu klären, ob diese Toccata und Fuge in Bachs jüngeren Jahren in Arnstadt liegen könnte. Der Orgel fehlte ein 16-Fuß-Register auf der Klaviatur, das Bach zu Oktaven verdoppeln konnte, um den donnernden Effekt dieser Eröffnungsmaßnahmen fortzusetzen. Oktav-Doppel sind in Bachs späteren Orgelwerken nirgends zu sehen. Nach der Gewalt der „improvisierten“ Toccata klingt die straff gerichtete Fuge mit ihrer fortlaufenden Reihe schneller Töne nicht weniger heftig. Vielleicht schämte sich Bach später für seinen unhöflich jugendlichen „Keyboard-Stil“, wie sein Biograph Johann Nikolaus Forkel (1749-1818) nannte, und ließ das Werk weiter links liegen. Viele andere frühe Orgelwerke sind definitiv verloren gegangen. Glücklicherweise ist diese „Jugendsünde“ von Bach dank des Kopisten Johannes Ringk (1717-1778) für die Nachwelt erhalten geblieben.

Die Toccata ist wie das Vorspiel eine unstrukturierte Form, in der der Keyboarder seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Während Johann Gottfried Walther (1684-1748) in seinem Musikalischen Lexikon von 1732 das Vorspiel kurz ein Vorspiel nennt, bezeichnet er die Toccata als ein langes Stück, in dem sich beide Hände mit der Passagenarbeit abwechseln, unabhängig davon, ob sie von langen Pedaltönen begleitet werden. Diese ausgeprägte Freiheit der Toccata hängt mit dem seit dem 17. Jahrhundert in Norddeutschland beliebten Stylus phantasticus zusammen. Dieser erratische Kompositionsstil, der aus Südeuropa stammte, wird von demselben Walther als „frei von Zwang“ beschrieben. Es ist daher bemerkenswert, dass sowohl die Toccata als auch der Auftakt oft ein Paar bilden, wobei die Fuge strengen Kompositionsregeln unterliegt. Teilweise, weil die Fuge ihr thematisches Material aus dem vorherigen Teil bezieht, wird die Struktur in ihrer Gesamtheit angewendet.

BWV 565 Toccata und Fuge in d-Moll

GENRE
Orgelarbeit

STADT Arnstadt

AUTOGRAPH
Undatierte Kopie von Johannes Ringk (1717-1778), Preussischer Kulturbesitz

SPEZIAL
Diese Arbeit kann eine Adaption eines verlorenen Violinstücks sein.

PUBLIKATIONSDATUM
2. Mai 2014

AUFNAHMEDATUM
8. Oktober 2013

STANDORT
Martinikerk, Groningen

ORGEL
Leo van Doeselaar

Schnittger-Orgel von 1692  Martinikerk in Groningen (Holland)

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 565

Herzliche Grüße

Karin

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