Gardiner und Beethoven in London 7.2.2010

Ich erinnere mich wie gestern wie ich 1994 die Beethoven Box von Sir John Eliot Gardiner und sein Orchestre Revolutionnaire et Romantique im Besitz kam. Für Monate war Ich ganz begeistert und bezaubert. Noch nie hätte Ich Beethoven so ‚Revolutionnaire‘ gehört! Ein Fall von ‚Verzückung‘. Und das ist nie verschwunden.


Wenn Ich das Programm von the London Symphony Orchestra fur das Saison 2009-2010 sah, habe Ich mir gleich ein Ticket bestellt fur das Konzert am 7 Februar 2010 Barbican Centre London! Sir John Eliot Gardiner dirigiert Beethoven 9. unter der Mitwirkung von seinem eigenem Monteverdichor!! Ein Sonderergebnis und ich wollte unbedingt dabei sein. Ich hatte schon Gardiner und das LSO miterlebt in zwei Beethoven Programme in Rotterdam in 2003 und 2004 aber noch nicht mit Beethoven’s Magnus Opus, die Neunte! Jetzt war eine Chance.

Im rauhen Wetter fand ich meinen Weg durch „the human jungle“ zur Barbican Hall in the Barbican Centre.
Der erste Teil des Konzerts war reserviert fur die 1. Sinfonie von Beethoven. Das war gleich grossartig: mit grosser rythmischer Präzision und Klarheit, mit auffallenden Bläsern und ein Paukenschläger in der Hauptrolle!  Napoleon war noch da….

Gardiner – LSO- Monteverdo Choir im Barbican Centre London

Und dann kam die Neunte!

Noch nie hatte ich Beethoven so in der Nähe gefühlt …Was soll dieser Geist gelitten haben! Ich fühlte ein grosses Mitleid mit Beethoven’s Enttäuschungen über die Menschheit: Verzweiflung, Krieg, Traurigkeit… das waren die Elemente die Gardiner so genial an die Oberfläche brachte. Der Umschlag kam mit dem Ruf, mit dem Gebot fur Liebe fur die Menscheit. So klang fur mich die Ode an der Freude. Mit entschlossenem und festen Ton baten die Solisten und der Monteverdi Chor die Menschheit um Liebe, Freude und Freiheit!
Eine unvergessliche Erfahrung!

Gardiner – LSO – Monteverdi Choir im Barbican Centre London

Werbeanzeigen

3 Gedanken zu „Gardiner und Beethoven in London 7.2.2010

  1. Volker

    Hallo Leen,

    vielen Dank für deinen ersten und so begeisterten Bericht über das Gardiner-Beethoven-Konzert mit dem LSO in der Barbican Hall London. Aufgrund deiner Schilderung erlebt man noch einmal das Konzert als ein Liv-Erlebnis, deine Empfindungen kann ich nachvollziehen, der Sir versteht es immer so genial, Höhepunkte zu setzten, die in einem ewig haften bleiben.
    So hat sich für dich der weite Weg von Holland nach London wieder einmal gelohnt und bist mit einem fantastischen Konzert belohnt worden. Die Presse ist ebenfalls begeistert und geben das in ihren Artikeln entsprechend wieder.

    Danke noch einmal für deine Anmeldung zum Blog und hoffen auf weitere schöne Live-Erlebnisse und Berichte aus der Klassik-Szene von dir.

    Schönen Wochenstart und Grüße nach Rotterdam

    Volker

    Antworten
  2. Claudia

    Hi Leen,
    Super Bericht von einem extravagantem Erlebnis! Man spürt förmlich noch den Adrenalinschub nachwirken!
    Ich liebäugele schon lange mit den Gardiner-Aufnahmen und ich werde mir sie jetzt endgültig zulegen. Ich wünsche Dir weiter, dass Du von dem tollen Konzert zehren kannst.
    Schönen Wochenanfang, mit heroischen Grüßen an die Küste,
    Claudia

    Antworten
  3. Wolfgang

    Hi Leen!

    Das war ja eine rauhe Überfahrt für Dich über den Kanal, aber mit einem rauschenden und Dich zufrieden stellenden Ergebnis in der Barbican Hall, so dass Du uns jetzt begeisternd berichten kannst.Ich wünschte, mein Englisch wäre so gut wie Dein Deutsch !! Congratulation !!

    Beethoven’s Symphonien stelle ich immer an, wenn ich besonders übermütig gestimmt bin und was Großes feiern will.

    Du sagst: ‚Was dieser Geist gelitten hat‘ … ‚ich fühle ein tiefes Mitleid mit seinen menschlichen Enttäuschungen‘
    Ja-, das wünsche ich mir auch von einer Komposition, dass es mir durch seine Komposition gelingt, etwas von dem Komponisten, seinem Fühlen und Erleben zu verstehen. So erahnen wir dann doch Dinge und Erlebnisse, die nie aufgeschrieben und trotzdem in die Musikgeschichte eingegangen sind.

    Z.B. sagt man ja bei Bach, dass er trotz all des persönlichen Leids und Zorn über seine Arbeitgeber ein fröhlicher und ausgeglichener Mensch geblieben ist. Eben weil seine Musik immer einen freudigen Ausklang behält.

    Sag mal: Du wohnst in Rotterdam? Kennst Du zufällig das Bücherdorf Bredevoort in der Provinz Gelderland. Das habe ich vom Büchermarkt im Oktober noch in guter Erinnerung und will auch mal wieder mit dem fiets von Bocholt über die Grenze hinaus hinfahren.

    Einen schönen Tag wünscht

    @Wolfgang

    Antworten

Kommentar verfassen