Hallo,
gestern habe ich mich doch auf den Weg nach Herford zur „Johannespassion“ von Arvo Pärt gemacht; … und ich hab`s nicht bereut.
Samstag, 04.04.2009
Münsterkirche in Herford, 18:00 Uhr
Programm:
Arvo Pärt: „Passio Domini Jesu Christi Secundum Joannem“
für Soli, Chor und Instrumentalsolisten
Vokalsolisten der HfM Detmold Vokalsensemble „Cantio Sacra“
Ulf Bunde (Jesus)
Tomasz Adam Nowak (Orgel)
Leitung: Monika Bovenkerk-Jackowiak
Ein erstes Fazit: ein toller Chor; hervoragende Solisten und ein winzig kleines Orchester (1 Geige, 1 Klarinette, 1 Cello, 1 Fagott) und natürlich mit Orgel. (Studierende der Hochschule für Musik, Instrumentalisten der Hochschule für Musik, Detmold, Leitung: Monika Bovenkerk)
Ich hatte mit dem „Verkraften“ dieser Musik keine Schwierigkeiten. Klar, waren es ungewohnte Klänge, starke Dissonanzen, aber immer noch so, dass ein ruhig fließendes Melodiemuster zu erahnen war. Einen besonderen Reiz hatte für mich das Johannesevangelium in lateinischer Sprache gesungen (die dt. Übersetzung stand zum Glück daneben). Jesus und Pilatus sangen von der Orgelempore aus. Es klang teilweise überirdisch.

Bass-Bariton: Ulf Bunde (Fotorechte: http://www.ulfbunde.de/)
Für mich war der Baß „Jesus“ (Ulf Bunde) fast zu schön. In seiner Stimme lag eine solche Ruhe, eine solche Ausgeglichenheit, ein solches „über den Dingen schweben“, dass Pärt wahrscheinlich bei seiner Komposition den erhöhten, den überirdischen, den göttlichen Christus der Johannespassion dargestellt hat. Der Chor – ca. 30 Personen – erinnerte sehr stark an die Turbochöre der Passionen von J. S. Bach. Sie haben hervorragend gesungen. Zum Schluß bekam ich eine Gänsehaut: der Chor sang a capella – sogar die Instrumentalisten sangen stehend mit: „Qui passus es pro nobis, miserere nobis – Amen (Der du für uns gelitten hast, erbarme dich unser. Amen). Es war gewaltig, beeindruckend, einfach Atemberaubend wie sich im „Amen“ alles in einen strahlenden D-Dur Akkord auflöste.
Schade war nur, dass der Ortspfarrer der Münsterkirche noch einmal das Wort ergriff und meinte, alles zusammen fassen zu müssen.
Gruß
Iris




