John Eliot Gardiner – Israel in Egypt live aus Luzern

 

Hallo zusammen,

vorhin habe ich ein Schmankerl für alle die, die nicht nach Bonn fahren (können), entdeckt: Das Luzerner Konzert von Gardiner mit  „Israel in Egypt“ wird live von RSI retedue übertragen.

http://retedue.rsi.ch/home/networks/retedue/palinsesto.2009-08-26.html

Livestream: http://www.listenlive.eu/switzerland.html – RSI Retedue ganz unten bei Svizzera Italiana. 

Mein Recorder wird laufen…

Gruß
Barbara

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11 Gedanken zu „John Eliot Gardiner – Israel in Egypt live aus Luzern

  1. Volker

    Hallo Barbara,

    bin z.Zt. im Wallis und 150 km von der Aufführungsstätte von Luzern entfernt, kann aber meinen Recorder n i c h t anwerfen, wenn Du dass für mich mit erledigst und bei Gelegenheit mir das übergeben könntest, wäre wunderbar.

    Vielen Dank nochmals für deinen schönen Tipp und hoffe auf großen Zuspruch dass sich einige die Übertragung sichern.

    Herzliche Urlaubsgrüße aus dem Wallis an alle

    Volker

    Antworten
  2. Martin

    Hallo zusammen,
    Volker, Du warst in Luzern?? Ich auch! Wir haben uns doch nicht schon wieder verpasst?!
    Was ein fantastisches Konzert das war! Die, die in Bonn sein werden (meine entsprechenden Pläne musste ich leider ändern), können sich wirklich freuen!

    Für alle, die heute nicht dabei sein konnten wird das Konzert aber am kommenden Sonntag noch einmals gesendet, ich bin nur nicht mehr hundertprozentig sicher, von welchem der schweizer Sender. Habe leider mein Programmheft liegen lassen. Werde mich morgen nochmal schlau machen.

    Jedenfalls war dies einer der seltenen Fälle, an denen Gardiner von seiner Angewohnheit abgewichen ist, bei in sich abgeschlossenen Werken keine Zugabe zu geben. Aufgrund der unverzüglich einsetzenden Standing Ovations und des wirklich tosenden Beifalls hatte er aber quasi keine Möglichkeit, sich ohne Zugabe zu verabschieden und so wurde spontan der letzte Satz ab dem Sopransolo Einsatz „Sing ye to the lord“ nochmals wiederholt.

    Schöne Grüße
    Martin

    Antworten
  3. Volker

    Hallo,

    @Barbara erst einmal Danke für deinen fantastischen Link zu Anne Schumann. Das sind schöne Reise-Konzert-Erlebnisse von ihr und möchte diesen Blog ebenfalls wärmstens empfehlen.
    Auf den Artikel habe ich geantwortet und bin mir sicher, dort einen uns bekannten Gardiner-Fan mit einem Kommentar zum Luzern-Konzert vorgefunden zu haben…..

    Link zur Webseite von Anne Schumann mit Kommentar:

    http://www.annes-tagebuch.de/2009/08/25/von-fliegen-froeschen-heuschrecken-und-anderen-plagen/comment-page-1/#comment-3

    ————————————
    Die Schweizer Presse schreibt ebenfalls Positives zu diesem Konzert in Luzern.

    Kritik aus der „Neuen Züricher Zeitung“ von heute: 28. August 2009

    ……. als John Eliot Gardiner drei Abende später mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists Händels «Israel in Egypt» als packendes Tongemälde gestaltete: Derart phantasievolle Chordramatik ist unschlagbar, wenn sie von einem so fabelhaften Kollektiv dargeboten wird. Der 33-köpfige englische Chor machte den Abend zu einem Fest leidenschaftlichen, kultivierten Ensemblegesangs. In den zum Teil doppelchörig angelegten Sätzen über den Auszug der Israeliten aus Ägypten brillierten die Briten mit technischer Perfektion und einer unglaublichen Stimmbalance selbst in halsbrecherischem Tempo. Ja, es war, als spielte der Dirigent John Eliot Gardiner auf einem wundervollen Instrument, so nuancenreich reagierte der Monteverdi Choir auf die Intensität und Verfeinerung fordernde Zeichengebung seines Leiters.

    Die English Baroque Soloists hatten an diesem Abend vorwiegend begleitende Funktion. Die Solostimmen kamen alle aus dem Chor, und was für flexible Stimmen waren das – ein Singen voller Beweglichkeit und Lebendigkeit bis in die Verzierungen hinein. Im ersten Teil des Oratoriums erlebte man die klanggewaltige Schilderung der biblischen Plagen. Gardiner zeigte sich als Meister dramatischer Steigerung und Vermittler innerer musikalischer Vorgänge – die entfesselte Natur wurde zugleich zur Seelenlandschaft. Der zweite Teil war eine durch Arien und Duette aufgelockerte Chorarchitektur, gekrönt vom Schlusschor über die ins Meer galoppierenden Rosse und Reiter – Händels Huldigung an die pferdeliebende englische Nation. Danach erhob sich das Publikum applaudierend von den Sitzen im Bewusstsein, einen der besten Chöre der Welt gehört zu haben.

    Schönes Wochenende und Grüße aus dem Wallis

    Volker

    Antworten
  4. Volker

    Hallo Martin,

    entschuldige, da war dein Kommentar bei mir unter Spam geraten und habe ihn eben erst gesehen und freischalten können.
    Ich mache zur Zeit Urlaub in Brig-Wallis und habe das Gardiner-Konzert in Luzern nicht besuchen können, da wir schon Karten für Bonn haben.
    Deinen Kommentar habe ich auf Anne Schumanns Blog-Seite durch Zufall gefunden und ebenfalls etwas dazu geäußet, es ist eine schöne Webseite und kann sie nur empfehlen.
    Die Schweizer Zeitungen sind des Lobes voll von dem Konzert und freue mich ebenfalls auf das Liv-Erlebnis in Bonn.

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende und Grüße

    Volker

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  5. barbara57

    Hallo Volker, hallo Martin,
    ein phantastisches Erlebnis, das Du hattest, Martin. Danke dass Du uns daran teilhaben lässt. RSI retedue hat das Konzert in phantastischer Qaulität live übertragen, allerdings nicht wie Montag noch im Prgramm angegeben ab 20 Uhr, sondern ab 19:30 Uhr. Die Chance, die fehlende halbe Stunde aufzufüllen, gibt es heute Abend ab 21 Uhr bei DRS2:
    http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/drs2-30082009.html
    Der Livestream ist auch hier mit wählbarer Übertragungsqualität zu finden:
    http://www.listenlive.eu/switzerland.html
    Einenschönen langen Radioabend
    Barbara

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  6. Martin

    Hallo Barbara, hallo Volker,

    leider habe ich nicht geschafft, noch etwas mehr zu schreiben, also hier noch ein paar Eindrücke:

    Da sich die Möglichkeit, in Luzern zu sein, recht kurzfristig ergab, musste ich auch Zugeständnisse an die Platzwahl machen, denn die außergewöhnlich schöne und moderne Konzerthalle war bereits einige Wochen vorher bis auf wenige Plätze ausverkauft. Also musste ich mit dem linken Randplatz der zweiten Reihe auskommen. Das hatte zur Folge, dass ich nur einen kleinen Teil des Orchesters und des Chors sehen konnte. Aber andererseits war diese ungewohnte Perspektive auf einzelne Musiker auch sehr interessant – optisch, wie akustisch.

    Uneingeschränkte Seitensicht hatte ich auf Gardiner, der das ganze Werk aus dem Kopf, also ohne Partitur dirigierte, was aber auch nicht verwundert. Wer sich in der Vorbereitung einer Aufführung derart intensiv und umfassend mit dem Werk beschäftigt, wie man das von ihm immer wieder hört, den würde vermutlich allein das Umblättern der Seiten dabei stören, dem Werk den angedachten Stil zu verleihen. Im Gegensatz zu vielen Dirigenten, die während „ihrer“ Konzerte meistens relativ still stehen und mit ihrem Taktstock die immer wieder gleichen imaginären Muster in die Luft malen, benutzt Gardiner dazu auch seinen ganzen Körper. Es ist überraschend, wie genau Chor und Orchester seine Bewegungen zu deuten wissen und mit welcher Präzision z.B. im Orchester musiziert wird, wenn er seine Aufmerksamkeit komplett auf den Chor lenkt. Sicher sind auch andere Ensembles qualitativ hochwertig, diese Art, ein solches Werk von Anfang bis Ende so besonders intensiv zu musizieren, finde ich persönlich bei Gardiner und den ausgewählten Spitzenmusikern und -sängern einfach am Eindrücklichsten.

    Direkt vor mir saßen die beiden Flötistinnen Christine Garatt und Rachel Beckett, schräg dahinter die Trompeter Neil Brough und Robert Vanrhyne.
    Die Trompeten hatten zwar nicht sehr viel zu tun, getan haben sie das, was es zu tun gab aber mit einer Strahlkraft, die einen staunen lässt. Vor kurzem konnte ich mich mit einem in einem Orchester fest angestellten Trompeter unterhalten und er äußerte, er sei ja „nicht bekloppt“, Barocktrompete zu spielen, das sei ja viel zu schwer und würde einen schnell frustrieren und verzweifeln lassen. Umso beachtenswerter ist die Leistung, die die beiden Stammtrompeter hier wieder einmal erbracht haben.

    Es gäbe sicher noch viele zu erwähnen, von den Violinen, in deren Reihen Konzertmeister anderer Ensembles mitspielen (z.B. Anne Schumann und Matthew Truscott) bis zu James Johnstone, der Organist und Cembalist in Personalunion war.
    Eins aber noch zu den Vokalsolisten:
    Leider konnte man dem Programm nicht entnehmen, welches Chormitglied welche Solopartie sang und so habe ich nur Julia Doyle erkannt. Alle Altoeinsätze wurden von Alt-Sängerinnen bestritten und nicht wie auf der CD von Countertenören. Einige der Sänger hatten zwar etwas Mühe, den großen Raum mit ihrer Stimme zu füllen, aber da ich in der zweiten Reihe saß, hatte ich einen klaren Vorteil. In der Radioübertragung wird dies auch nicht zu hören sein, da die Mikrofone direkt vor den Solisten standen.

    Wie schon erwähnt, gab es am Schluss heftigen Applaus und Gardiner machte in Richtung seiner Musiker auch einige Gesten, die erahnen ließen, dass er mehr als zufrieden mit dem Ergebnis der Aufführung war. Als er das dritte oder vierte Mal zurückkommen musste und der Applaus nicht schwächer, sondern eher stärker wurde, raunte er beim Rausgehen der Konzertmeisterin Kati Debretzeni und den Trompetern etwas zu, worauf die dafür sorgten, dass bei seinem nächsten alle „zugabenfertig“ waren und es erfolgte die erwähnte Zugabe, an deren Ende wirklich jeder im Saal applaudierend aufstand.
    Es ist wirklich schade, dass solche Abende irgendwann einmal zu Ende gehen…

    Einen schönen Tag allerseits,
    Martin

    Antworten
  7. muriel

    Vielen Dank für die spannenden Berichte, die mich in meiner schrecklichen Alltagswelt (wir ziehen um!) erfrischten. Man müsste reicher Rentner sein, um das alles erleben zu können, was so unerhört schön ist. Leipzig (h-moll-messe) habe ich mir vorgemerkt, ob es gelingt, dabei zu sein? Eine kleine Anmerkung zur Art des Dirigierens des Sir. Sein Körpereinsatz macht mir irgendwie ästhetische Probleme. Wenn er sich so im Dirigieren nach vorn krümmt, meint man, auch seine Haare würden sich sträuben. Aber so etwas gibt es wohl bei jedem Dirigenten, ein Glück, dass wir nur hören können.

    Liebe Grüße
    muriel

    Antworten
  8. Volker

    Hallo Martin,

    für deinen ausführlichen Zusatzbericht aus Luzern herzlichen Dank. Wie Du schon aussagtest haben die jungen Sängerinnen vom Monteverdi Choir große Probleme einen großen Konzertsaal mit ihrem Stimmvolumen zu füllen. Aber, das schmälert nicht ihre Klasse, das passiert auch dem Bariton Dietrich Henschel, der vom Stimmvolumen her ebenso seine Schwierigkeiten besitzt.

    Anne Schumann, Violine, scheint schon seit Jahren zu einer festen Größe in Gardiners Orchester-Gilde zu sein, sie war ebenfalls beim Bachfest 2007 in Leipzig dabei. Matthew Truscott glänzte im Spiegelsaal von Köthen und konnte sein Können in Arnstadt – (Bach und seine Städte) – mit dem Magdalena Consort wieder unter Beweis stellen.

    Über die starken Barock-Trompeter im Orchester bin ich ebenfalls immer wieder erstaunt, was für ein Können sie an den Tag legen, einer meiner Favoriten ist hier Neil Brough – das war ein fantastischer Auftritt von ihm im 2. Brandenburgischen Konzert in Köthen letztes Jahr, absolute Weltklasse. Hoffentlich werde ich ihn in Bonn wieder antreffen, wäre schön.

    Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Grüße aus OWL nach Hamburg

    Volker

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  9. Antoon

    Ich bereite mich gerade auf die Choralteile vor und waere sehr daran interessiert zu erfahren, ob es von der Gardiner-Auffuehrung eine CD bzw DVD gibt inzwischen.
    Gruss aus Holland.

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