Archiv der Kategorie: Barockmusik

Eine J.S. Bach-Piano-Lehrstunde gab es im Palau de la Musica Catalana in Barcelona!

Eine J.S. Bach-Piano-Lehrstunde gab es im Palau de la Musica Catalana in Barcelona !

                   András Schiff im Palau de la Musica Catalana Barcelona am 4.10.2018

Zu Gast war András Schiff und tätigte einmal folgende Aussage:

„Eigentlich machen wir Pianisten heute alles falsch.“ Sagt er. Und nimmt sich selbst dabei nicht aus. Bach, Schubert oder Mozart immer bloss auf den – zugegebenermassen herrlich tönenden – Steinway-Flügeln zu spielen, ebne das klangliche Potenzial dieser Musik entschieden ein. Andererseits seien die meisten historischen Tasteninstrumente leider ungeeignet, unsere gross dimensionierten Konzertsäle zu füllen. Es ist ein Dilemma, in das sich der Pianist András Schiff sehenden Auges, aber mit der ihm eigenen Aufrichtigkeit hineinbegeben hat. Schiff hat in den vergangenen Jahren eine wachsende Lust am Musizieren auf historischen Instrumenten entwickelt.

Zum Anfang erklang das Italienisches Konzert in F-Dur, BWV 971

Beim «Italienischen Konzert» BWV 971 konnte man sich gleich zu Beginn selbst einen Höreindruck von der Problematik machen, die András Schiff so offen anspricht. Der erste Satz mit seiner für Bach eher untypischen Vollgriffigkeit und bewusst ausgestellten Bravour tönt auf dem modernen Instrument zwangsläufig sehr direkt, manchmal fast wie eine Ahnung von frühem Beethoven, jedenfalls merklich weniger spielerisch als etwa auf einem Cembalo.

Dann aber, im Mittelsatz, ereignet sich das erste von vielen kleinen Wundern. Schiff transzendiert hier das Neben- und Gegeneinander von Solostimme und ostinater Begleitung in ein inniges Gebet, bei dem die rechte Hand wie losgelöst im Gesang über der Basslinie schwebt. Dieses Kunststück, bei dem sich der Klavierklang plötzlich ins Immaterielle, ja Unirdische lichtet, wiederholt Schiff später vor allem im zweiten Teil, bei den in jeder Hinsicht überwältigenden «Goldberg-Variationen».

Vor der Pause erklang die Ouverture h-Moll BWV 831.

Das pianistisch anspruchsvolle Werk gelingt technisch wie musikalisch ungemein eindrucksvoll.

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Erleuchtete Interpretation der Goldberg-Variationen BWV 988

Wie abgeklärt und schwerelos wirkt dagegen dann die Wiedergabe der «Goldberg-Variationen» BWV 988. András Schiff zelebriert das gut 85-minütige Stück als ein pianistisches Hochamt; er erinnert mit seiner unerhört feinsinnig und nuanciertes Spiel auf die 30 Variationen zulaufenden Wiedergabe vielmehr daran, dass dieses Gipfelwerk der Klavierliteratur einst zur Erbauung, um nicht zu sagen: zur Unterhaltung geschrieben wurde.

Tatsächlich klingt die Musik bei Schiff, der keinerlei technische Probleme zu kennen scheint, kurzweilig und tiefsinnig zugleich. Und auch das leidige Thema «Bach auf dem Klavier» ist – ein weiteres Paradox dieser buchstäblich erleuchteten Interpretation – einen Moment lang unerheblich. Denn hier klingt einfach alles stimmig und fantastisch.

Zu früh einsetzender Schluss-Applaus zerstörte ein wenig das Gehörte und dem Pianisten gefiel es ebenso wenig, was durch sein Kopfschütteln erkennbar war. Schade, dass dieser kleine Wehrmutstropfen ein geniales Bach-Konzert ein wenig eingetrübt hat.


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Emanuele d’Astorga (1680-1757) „Stabat Mater“ für Chor und Orchester

Emanuele d’Astorga (1680-1757) „Stabat Mater“ für Chor und Orchester

Emanuele d’Astorga (1680-1757) Italienischer Komponist

Emanuele d’Astorga (eigentlich: Emanuele Gioacchino Cesare Baron Rincón d’Astorga; * 20. März 1680 in Augusta (Sizilien); † 1757 [?] in Madrid [?]) war ein italienischer Komponist.

Emanuele d’Astorga war Mitglied der ursprünglich aus Spanien stammenden Adelsfamilie Rincón d’Astorga, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Sizilien ansässig war. Nach einem Erdbeben übersiedelte die Familie 1693 nach Palermo.

Emanuele d’Astorga trat als Komponist erstmals 1698 in Erscheinung, als seine Oper „La moglie nemica“ in einer privaten Aufführung im Haus der Adelsfamilie Lucchese erklang. Astorga wirkte dabei selbst als Sänger mit.

1708 verließ er Palermo wegen Streitigkeiten mit der Familie und führte seitdem ein unstetes Wanderleben. Zunächst ging Astorga nach Rom, wo er sich im Umkreis des spanischen Botschafters Baron Uceda aufhielt. In dieser Gesellschaft lernte er den Dichter Nicolò Sebastiano Biancardi kennen, der unter dem Pseudonym Domenico Lalli arbeitete und zahlreiche Kantatentexte für Astorga schrieb.

Ende 1709 und Anfang 1710 ging Astorga nach Spanien, da ihn der Thronfolger Karl (später als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Karl VI.), der sich von der Oper „Dafni“ beeindruckt zeigte, ihn dazu eingeladen hatte.

1712 ist Astorga in Wien nachweisbar, wo er von Kaiser Joseph I. einen Ehrensold ausgezahlt bekam. Dennoch verschuldete er sich und floh deswegen 1714 aus der Stadt.

1715 ging er wieder nach Palermo zurück, wo er 1717 Emanuela Guzzardi (* um 1702) heiratete. 1717/18 war Astorga Senator von Palermo, von 1718 bis 1720 bekleidete er das Amt des Governatore des Ospedale degli Incussabili.

Gegen Zahlung einer Leibrente überließ er 1721 die Nutznießung an seinen Ländereien seiner Frau und verließ Sizilien. 1723 hielt er sich in Lissabon auf, wo er 1726 eine Kantatensammlung drucken ließ. Über sein späteres Leben existieren keine gesicherten Angaben mehr. Ein Manuskript der Sammlung Santini in Münster gibt an, Emanuele d’Astorga sei 1757 in Madrid gestorben.

Das Werk: Stabat Mater

                                                                  Freiburger Barockorchester

„Auch heute noch vermag Astorgas Hauptwerk, das Stabat Mater, die tiefgehendste Wirkung auf den Hörer auszuüben. Es bildet unter den Kirchenkompositionen der italienischen Schule des be ginnenden 18. Jahrhunderts eine Einzelerscheinung, welche die verwandten Schöpfungen dieser Epoche an religiöser Innigkeit, an Ernst der Auffassung des Gegenstandes und herber Kraft des Stimmungsausdruckes bei weitem überbietet, ohne deshalb der sinnlichen Schönheit, die den meisten italienischen Werken jener Zeit eigen ist, zu ermangeln. Diese Vorzüge weisen der Vertonung des Stabat Mater durch Astorga unter den zahlreichen Kompositionen dieses kirchlichen Textes einen Ehrenplatz an.

Das Stabat Mater gründete Astorgas Ruhm bei der Nachwelt. Zu des Meisters Lebzeiten dürften es nur wenige gekannt haben. Und dennoch war auch schon damals Astorga ein Komponistenname von gutem Klang. Jedermann kannte ihn als den des großen Meisters der Kammerkantate. Auf diesem Gebiete hatte sich Astorga fleißig und mit Glück betätigt, so daß er als Kantaten- Komponist nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa in hohem Ansehen stand. Dieser Ruhm mußte mit dem Verschwinden der Kunstgattung der Kammerkantate wieder erlöschen.

Astorga hat nicht nur als weltlicher Komponist den Besten seiner Zeit genug getan, sondern auch als kirchlicher Tondichter Unvergängliches geschaffen. Er verdient daher, daß auch von seiner Person und seinen Lebensschicksalen Notiz genommen werde, er verdient, daß der Wust von Lügen und Märchen, der sich mit der Zeit um seine Erscheinung aufgetürmt hat, entfernt, daß das romantisch-phantastische Bild seiner Persönlichkeit durch ein historisch treues ersetzt werde.“

Ausführende:

Balthasar-Neumann-Chor

Freiburger Barockorchester

Dirigent: Thomas Hengelbrock

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ALL OF BACH veröffentlicht das „5. Brandenburgische Konzert D-Dur“ – BWV 1050

ALL OF BACH veröffentlicht das „5. Brandenburgische Konzert D-Dur“ – BWV 1050

J.S. BACH IM RIJKSMUSEUM

Das Cembalo erscheint als Soloinstrument.

                                                                  Das Rijksmuseum in Amsterdam

Für diese Aufnahme waren wir Gäste in der Galerie der Ehre im Rijksmuseum in Amsterdam.
Wir haben dort J.S. Bach´s ungewöhnliches Brandenburgisches Konzert Nr. 5 aufgeführt – in dem das Cembalo als Solist und nicht als begleitendes Instrument auftritt. Für die Aufnahme, die 1640 von Johannes Ruckers gebaut wurde, spielte der Cembalist Richard Egarr.

Bach und Rembrandt

Johann Sebastian Bach selbst ging nie nach Amsterdam, und Rembrandt ging nie nach Leipzig oder Berlin. Es gab jedoch viele Verbindungen zwischen der Republik der Niederlande und J.S. Bach´s Arbeitgebern. Für viele junge deutsche Prinzen waren die Niederlande ein regelmäßiger Bestimmungsort. Johann Ernst von Saxen-Weimar, für die-Bach arbeitete, als er die ersten Versionen der ‚Brandenburg‘ schrieb Konzerte, Studium für ein paar Jahre in Utrecht, und Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt, zu dem er später diese Konzerte gewidmet, studierte auch eine Weile in Leiden.Rembrandts Nachtwache hing seit 1642 in Amsterdam im Kloveniersdoelen, dem Gebäude der Bürgerwehr, das auf dem Gemälde abgebildet ist. Im Jahr 1700, und zwischen 1704 und 1705, besuchte Christians Stiefbruder Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Niederlande. Er hatte alles besucht „was es zu sehen gab“. War er vielleicht auch in den Kloveniersdoelen gewesen? In jedem Fall basierte er später als der König von Preußen, alle möglichen Dinge auf dem niederländischen Modell: Maler, Glockenspiele, Kanäle und sogar ein Jagdhaus ‚Dutch‘, und  einen niederländischen Bezirk 1730 in Potsdam.

Im Jahr 1715 zog die Nachtwache auf den Dam Square, und ein Teil davon wurde abgeschnitten. Das Manuskript von Bach´s „Brandenburgischen“ Konzerten wurde mit ähnlicher Missachtung behandelt. Nach dem Tod von Christian Ludwig im Jahr 1734 wurde er für nur 24 Groschen verkauft. Heutzutage gelten sowohl Rembrandts Gemälde als auch Bachs Musik als Ikonen der europäischen Kunst, und hier werden sie als eine einzigartige Kombination für das Auge und das Ohr präsentiert.

Brandenburgische Konzerte, BWV 1046-1051

Im März 1721 schickte J.S. Bach ein Manuskript von Köthen nach Berlin mit dem Titel ‚Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten‘ (Sechs Konzerte avec plusieurs Instrumente), die für Christian Ludwig (1677-1734), Markgraf von Brandenburg-Schwedt bestimmt waren. Im Vorwort erklärte Bach, er habe vor ein paar Jahren für den Markgrafen gespielt und versprochen, ihm einige seiner Kompositionen zu schicken. Als er im März 1719 nach Berlin gereist war, hatte Bach den Hof in Köthen besucht.

Ein Konzert beinhaltet fast immer ein Soloinstrument (oder eine Kombination von Soloinstrumenten) und ein Ensemble. Die Schlüsselidee ist der Wechsel zwischen einem oder mehreren Solisten und dem gesamten Ensemble in einer Art heiteren Wettkampf. In den sechs Brandenburgischen Konzerten erkundet Bach jede Facette dieses Genres, sowohl in Bezug auf die Instrumentierung als auch auf die Art und Weise, wie er mit der Form umgeht. Alle traditionell verwendeten Streich- und Blasinstrumente und das Cembalo erscheinen als Solisten, die musikalischen Formen reichen von Hoftänze zu nahen Fugen, und die Beziehung zwischen den Soli und alle Instrumente immer verschoben wird. Zusammen bilden die sechs Konzerte somit ein virtuoses Musterbeispiel des Barockkonzertes.

Hintergrundgeräusche bei der Aufnahme

                                                         Instrumental-Ensemble ALL OF BACH

In dieser Aufnahme hören Sie ein Cembalo Das mehr als 350 Jahre alt ist: Johannes Ruckers von 1640. Während des Konzerts die jackrail (die Schiene über die Buchsen mit Plektren, dass die Saiten Wenn die Tasten gedrückt werden ) begann zu rattern. Das Klopfen kann von diesem lockeren Jackrail herkommen.

 BWV 1050

TITEL
Konzert in D-Dur

Werk:
Brandenburgisches Konzert Nr. 5

GENRE
Orchesterwerk (Konzert)

SERIE
Brandenburgische Konzerte

YEAR
1719-1720

CITY
Köthen (aber möglicherweise früher in Weimar)

Komposition:
1721 dem Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg gewidmet

Veröffentlichungsdatum
21. September 2018

AUFNAHME DATUM
11. Mai 2018

LAGE
Rijksmuseum, Amsterdam

Dirigent und Violine
Shunske Sato

Cembalo:
Richard Egarr

VIOLINE 2
Anneke van Haaften

VIOLA
Femke Huizinga

CELLO
Lucia Swarts

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Ich wünsche allen Besuchern ein wunderbares Erlebnis mit dem BWV 1050

Herzliche Grüße

Karin

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J. S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“

J. S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ (Thomanerchor in Stuttgart beim Musikfest 2018 )

                                  Thomanerchor Leipzig mit Thomaskantor Gotthold Schwarz

„Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ BWV 33 J.S. Bach schrieb die Choralkantate 1724 für den 13. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 3. September 1724 erstmals auf. Sie beruht auf dem gleichnamigen Kirchenlied von Konrad Hubert (1540).

Die Kantate ist besetzt mit drei Gesangssolisten (Alt, Tenor und Bass), vierstimmigem Chor, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo

1. Coro: Allein zu dir, Herr Jesu Christ
2. Recitativo (Bass): Mein Gott und Richter
3. Aria (Alt): Wie furchtsam wankten meine Schritte
4. Recitativo (Tenor): Mein Gott, verwirf mich nicht
5. Aria (Tenor, Bass): Gott, der du die Liebe heißt
6. Choral: Ehr sei Gott in dem höchsten Thron

Gotthold Schwarz, der 17. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach, und der Thomanerchor Leipzig, begleitet vom Sächsischen Barockorchester: Eine ganz besondere, Leipziger »Sicht auf Bach« bereichert dieses Jahr das Musikfest Stuttgart! Im musikalischen Gepäck haben sie zwei Kantaten aus den Jahren 1724 und 1726, die von den Thomanern gerade erst an den beiden Sonntagen vor dem Musikfest im Gottesdienst der Thomaskirche aufgeführt worden sind. In ihnen geht es um die menschliche Gewissheit eines Aufgehoben-Seins in Gott (BWV 17: »Wie sich ein Vater erbarmet/über seine junge Kindlein klein«) und um die Zuversicht, dass Gott den Menschen aus allen Nöten befreien wird (BWV 33: »Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab.«).

Ausführende:

STEFAN KAHLE (Countertenor)
WOLFRAM LATTKE (Tenor)
TOBIAS BERNDT (Bass)
THOMANERCHOR
SÄCHSISCHES BAROCKORCHESTER
THOMASKANTOR GOTTHOLD SCHWARZ (Dirigent)

Eine Aufnahme des SWR2 aus der Stiftskirche in Stuttgart am 5.9.2018

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1049 – „Brandenburgische Konzert Nr.4 G-Dur“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1049 – „Brandenburgische Konzert Nr.4 G-Dur“

VERRÜCKT DIE GRENZEN

Wie Bach die traditionelle Konzertform absichtlich verdunkelt.

                                       Felix Meritis in Amsterdam an der Keizersgracht 324

In diesem Konzert führt Bach uns immer wieder in die Irre. Welche Instrumente sind die echten Solisten? Zu Beginn wird die Hauptrolle den beiden Blockflöten entnommen, doch nach dem einleitenden Refrain scheint die Geige der Solist zu sein. Die beiden Blockflöten übernehmen wieder, werden aber bald von der Geige übertrumpft, die die Show in einem Wirbelwind schwindelerregender Töne stiehlt. Und so geht es weiter. Die Rollen sind immer mehrdeutig, besonders als die Recorder betroffen sind.

Im feierlichen zweiten Satz sind sie eindeutig die Solisten, aber im dritten Satz werden von beiden regelmäßig die gleichen Noten gespielt. Absichtlich verdeckt Bach den meist klaren Kontrast zwischen Solisten und Ensemble. Der erste Satz als Fuge, eine Form, in der alle Teile per Definition gleich sind. Aber gerade wenn wir denken, dass es sich in eine echte Fuge verwandelt, hören wir nur eine andere Geige. Bach setzt dann fort, den traditionellen Wechsel zwischen allen Refrains und Solopassagen mit fugenähnlichen Imitationen zu durchkreuzen. Ein Konzert in einer subversiven und grenzverschwindenden Weise.

Brandenburgische Konzerte, BWV 1046-1051

                                                  Instrumental-Ensemble All of Bach

Im März 1721 sandte Bach ein Manuskript von Köthen nach Berlin mit dem Titel „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“, gewidmet Christian Ludwig (1677-1734), Markgraf von Brandenburg-Schwedt. Im Vorwort erklärte Bach, er habe für den Markgrafen gespielt und versprochen, ihm einige seiner Kompositionen zu schicken. Als er im März 1719 nach Berlin gereist war, hatte Bach den Hof in Köthen besucht. Die Musik, die er gehört hat, ist ein paar Jahre später (Bachelor of Music) war ein großartiges Stück Musik aus dem wichtigsten großangelegten instrumentalen Genre seiner Zeit: das Konzert.

Ein Konzert beinhaltet fast immer ein Soloinstrument (oder eine Kombination von Soloinstrumenten) und ein Ensemble. Die Schlüsselidee ist der Wechsel zwischen einem oder mehreren Solisten und dem gesamten Ensemble in einer Art heiteren Wettkampf. In den sechs Brandenburgischen Konzerten erkundet Bach jede Facette dieses Genres, sowohl in Bezug auf die Instrumentierung als auch auf die Art und Weise, wie er mit der Form umgeht. Alle traditionell verwendeten Streich- und Blasinstrumente und das Cembalo erscheinen als Solisten, die musikalischen Formen reichen von höfischen Tänzen bis zu Nahfugen, und die Beziehung zwischen den Soli und allen Instrumenten verändert sich ständig. Zusammen bilden die sechs Konzerte somit ein virtuoses Musterbeispiel des Barockkonzertes.

BWV 1049

TITEL
Konzert in G-Dur

Epitheton
„Brandenburg“ Konzert Nr. 4

GENRE
Orchesterwerk (Konzert)

SERIE
Brandenburgische Konzerte

YEAR
1719-1720

CITY
Köthen

OCCASION
1721 dem Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg gewidmet

Besondere Hinweise
Zwischen 1735 und 1746 arrangierte Bach dieses Brandenburger Konzert Nr. 4 als Cembalokonzert (BWV 1057).

Veröffentlichungsdatum
2. Oktober 2015

AUFNAHME DATUM
19. Mai 2015

LAGE
Felix Meritis, Amsterdam

VIOLIN UND LEITUNG
Shunske Sato

RECORDER
Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

VIOLINE 1
Lucia Giraudo

VIOLINE 2
Pieter Affourtit

VIOLA
Anneke van Haaften

CELLO
Lucia Swarts

Doppelter Baß
James Munro

CEMBALO
Siebe Henstra


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Ich wünsche allen Besuchern ein wunderbares Erlebnis mit dem BWV 1049

Herzliche Grüße

Karin

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