Archiv der Kategorie: Vorstellung von Instrumental-Solisten-Autobiogrphien

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus)

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus)

MUSIKALISCHE UND THEOLOGISCHE TOUR DE FORCE

Eine ungewöhnliche Instrumentierung erzeugt unheimliche Klänge.

                                                                     Ensemble All of Bach

Die Kombination der Instrumente, die Johann Sebastian Bach hier verwendet, kann auf viele Arten beschrieben werden – berühmt, eigenwillig, außergewöhnlich schön und bedeutungsvoll. In jedem Fall ist die Instrumentierung ungewöhnlich. Die Violinen fallen durch ihre Abwesenheit auf, aber es gibt zwei Blockflöten und zwei Viola da Gambas, die einen weichen, beruhigenden und manchmal fast himmlischen Klang erzeugen. Die Blockflöten scheinen mit ihren scharfen Sekunden und Unisono irdisches Leid zu symbolisieren, was Blockflötenspieler Heiko ter Schegget nicht zu schön sein sollte. Er erklärt warum im Interview.

Das ewige Leben liegt im Herzen der genialen Konstruktion dieser Kantate. Bach macht einen starken Kontrast zwischen dem irdischen Tod des Alten Testaments (jeder muss sterben) und der Erlösung des Neuen Testaments. Der Text zitiert verschiedene Bücher der Bibel in Übereinstimmung mit der lutherischen Ansicht, dass Gottes Plan für unsere Erlösung die gesamte Bibel umfasst. Der Chor „Es ist der alte Bund“ fungiert als dramatischer Höhepunkt und Symmetrieachse, in der Bach die bekannte Warnung Memento Mori (denken Sie daran, dass Sie sterben müssen) spektakulär mit der Proklamation der Sopranistin Jesu Christi kombiniert.

Diese Diskussion entwickelt sich zu einem musikalischen und theologischen Kraftakt, wenn Bach die beiden Ideen am Ende des Satzes nicht mehr nebeneinander stellt, sondern über- und untereinander stellt.

                                  Blockflöte: von Links –  Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

Dies ist eine der ersten Kantaten Bachs, und die Musik war zweifellos für eine Beerdigung gedacht. Die Historiker haben natürlich nach einem passenden Anlass dafür gesucht, wie zum Beispiel dem Begräbnis des Bruders von Bachs Mutter Tobias Lämmerhirt, der am 10. August 1707 in Erfurt starb. Das Begräbnis fand vier Tage später statt. Da Erfurt etwa 60 Kilometer von Mühlhausen entfernt ist, sollte diese Hypothese mit einer Prise Salz aufgenommen werden, es sei denn, Bach hätte natürlich früher mit der Komposition beginnen können. Übrigens ist nicht klar, wer sich den Beinamen „Actus Tragicus“ ausgedacht hat, der erstmals in einer Handschrift nach Bachs Tod erschien.

                                                  Oostkerk_Middelburg (Holland)

BWV 106

TITEL
Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“

BEINAME
„Actus Tragicus“

GENRE
Kantate

JAHR
1707?

STADT
Mühlhausen

LYRICIST
unbekannte

GELEGENHEIT
Begräbnismusik

ERSTER AUFTRITT
unbekannte

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
4. März 2016

AUFNAHMEDATUM
16. Mai 2015

STANDORT
Oostkerk, Middelburg

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Dorothee Mields

ALT
Alex Potter

TENOR
Charles Daniels

BASS
Tobias Berndt

RIPIENO SOPRANO
Marjon Strijk

RIPIENO ALTO
Barnabás Hegyi

RIPIENO TENOR
Immo Schröder

RIPIENO BASS
Jelle Draijer

Blockflöte
Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

VIOLA DA GAMBA
Mieneke van der Velden,  Ricardo Rodriguez Miranda

CELLO
Lucia Swarts

KONTRABASS
James Munro

ORGAN
Siebe Henstra

THEORBE
Mike Fentross


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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 106

Herzliche Grüße 

Karin

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Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1; Nr.5

Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1; Nr.5

Organist: Martin Rost an der Kindten-Orgel in der Evangelischen  Jacobi-Kirche in Ginst / Rügen.

Johann Wilhelm Hertel (* 9. Oktober 1727 in Eisenach; † 14. Juni 1789 in Schwerin) war ein deutscher Komponist.

Hertel stammte aus einer Eisenacher Musikerfamilie, erhielt Unterricht in Violine und Klavier durch seinen Vater Johann Christian Hertel. Im Jahr 1742 kam er mit diesem nach Mecklenburg-Strelitz, wo er 1744 als Geiger und Cembalist tätig war.

Nach Studien in Zerbst und Berlin kam er 1754 zunächst als Konzertmeister, dann als „Hof- und Capell-Compositeur“ nach Mecklenburg-Schwerin. Unter Herzog Christian Ludwig II. schrieb Hertel insbesondere repräsentative Instrumentalmusik, unter dessen Nachfolger Friedrich (genannt „der Fromme“) verlagerte sich der Schwerpunkt seines Schaffens auf geistliche Musik.

Von 1759 bis 1760 war er Organist an der Stralsunder Marienkirche. 1770 wurde er zum Hofrat ernannt; er war Privatsekretär von Prinzessin Ulrike Sophie und gab Musikunterricht in Kreisen des Schweriner Hofes.

Hertel schrieb eine größere Anzahl Sinfonien, Solokonzerte (darunter zwei Cellokonzerte und drei Harfen- oder Cembalokonzerte), Cembalosonaten, Lieder, Psalmen, Kantaten und Oratorien. Er gilt als wichtiger Vertreter des „empfindsamen Stils“ der deutschen Vorklassik. Besonders beliebt waren seine Sinfonien in D-Dur und G-Dur, das Fagottkonzert in a-Moll, sowie seine Cembalosonate in d-Moll.

Kindten-Orgel in der Ev. Jacobi-Kirche in Ginst / Rügen.

Orgelbauer: Christian Kindten
Baujahr: 1790
Geschichte der Orgel: 1790 Orgelneubau durch Christian Kindten (fälschlicherweise auch Kindt genannt), 1957 Restaurierung durch Orgelbau Hermann Eule (Bautzen)
Gehäuse: 1790 Prospekt von C.N. Freese aus Stralsund, verziert mit Zopfstildekor, Posaunen-Engeln (beweglich), zwei Amphoren und Schrifttafeln
Stimmtonhöhe: 440 HZ ungleichstufig, 1 Halbton höher
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: Mechanisch
Registertraktur: Mechanisch
Registeranzahl: 22 Zugregister
Manuale: C,D – d3
Pedal: C – c1
Spielhilfen, Koppeln: Sperrventile für jedes Werk, Tremulant für das ganze Werk, Evacuant, Calcant, Cymbelstern, II/I (keine Pedalkoppeln)Fusstritt zur Betätigung der Posaunenengel (lautlos ziehen die Figuren die Instrumente an sich)

                                              Kindten-Orgel Evangelische Kirche Gingst-Rügen

Hauptwerk I Oberwerk II Pedal
Quintatön 16’Principal 8′

Gedackt 8′

Rohrflöte 8′

Oktav 4′

Quinte 2 2/3′

Oktav 2′

Mixtur 4-fach

Trompete 8′[1]

Gedackt 8’Gamba 8′

Prinzipal 4′

Gemshorn 4′

Gedackt 4′

Oktave 2′

Scharff 2-fach

Vox humana 8′[2]

Subbass 16’Violon 8′

Gedackt 8′

Oktave 4′

Posaune 16′

Anmerkungen
  1. Hochspringen ursprünglich II. Manual
  2. Hochspringen ursprünglich I. Manual

Video: Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1 Nr.5

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1008 „Cello-Suite Nr. 2 in d-Moll“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1008 „Cello-Suite Nr. 2 in d-Moll“

Immer suchen!

Die Courante ist blitzschnell.

                                                                 Het Concertgebouw, Amsterdam

Cello Suite Nr. 2 in d-Moll ist eines der Lieblingsstücke des Cellisten Steuart Pincombe. So freute er sich, als wir ihn baten, diese Suite in der Haupthalle des Concertgebouw in Amsterdam aufzunehmen. Der suchende Charakter des Stückes entspricht Pincombes Outlook. Beim Musizieren versucht er immer etwas Neues zu schaffen, anstatt das Gleiche neu zu schaffen, wie er in seinem Interview erklärt.

Sechs Cello-Suiten

Die Sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach gehören zum Alten Testament der Cello-Literatur. Jeder Cellist, der die Musik betrachtet, spürt sofort, wie natürlich die Noten um die Saiten des Instruments gelegt sind. Dennoch gibt es viele Fragen und Diskussionen über diese Suiten a Violoncello Solo senza Basso. Hat Bach wirklich die Musik für Cello geschrieben, oder zumindest für Cello allein? Und wann hat er es geschrieben? Am Hof ​​Köthen oder früher?

                                                       Steuart Pincombe – Cellist

Die Suiten folgen einem Weg von Einfachheit zu zunehmender Virtuosität. Wenn Sie die sechs Cellosuiten in zwei gleiche Sätze aufteilen würden, dann würden die Suiten Nr. 2 und nein. 5 bilden jeweils einen feierlichen Mittelteil in Moll. Obwohl es technisch nicht anspruchsvoll ist, ist Bachs Suite No. 2 evoziert eine Welt voller schattiger Räume und melancholischer Tanzabende, die weit entfernt von den sonnigen Landschaften der Suite Nr. 1.

Suite Nr. 2

Das Präludium der Suite Nr. 2 öffnet sich mit einem Triadensignal aus drei aufsteigenden Noten, das deutlich die Tonart d-moll angibt. Erwartungen für das, was direkt folgt, werden ebenfalls sofort festgelegt. Trotz der scheinbar plätschernden Bewegung der Sechzehntel arbeitet Bach fast unmerklich auf einen Höhepunkt um den Goldenen Schnitt, gefolgt von einer kurzen und dramatischen Stille. Auf einen Epilog folgen einige lange Schlussakkorde, die der Cellist wahlweise als Arpeggio oder Doppelstopp spielen kann.

Während der Fortschritt der Allemande durch harte Doppelstopps erschwert wird, ist die Courante blitzschnell, als ob der Teufel ihnen auf den Fersen ist. Steuart Pincombe spielt das Stück gerne sehr schnell, als Gegenstück zur eleganten und stattlichen Sarabande, die dem Darsteller einen Moment der Eleganz bietet, mit nachdenklichen Trillern und Seufzern, die auf fortwährende Sorgen hinweisen.

Das Menuet II bringt eine kurze Atempause, und die abschließende Gigue, die in einem fliessenden 12/8-Takt hätte komponiert werden können, ist stattdessen in einem festeren 3/8 geschrieben, als ob Bach versucht, die heroischen großen Sprünge in Schach zu halten. Der Cellist bricht sich immer wieder mit diabolischen kleinen Tänzen auf und endet auf einem lebhaften hohen D.

BWV 1008

Titel
Suite Nr. 2 in d-Moll

Genre
Kammermusik (Soloarbeit)

Serie
Sechs Cello-Suiten

Jahr
Zwischen 1717 und 1723

Stadt
Köthen

Veröffentlichungsdatum
19. Oktober 2018

Aufnahmedatum
12. Februar 2018

Ort
Het Concertgebouw, Amsterdam

Cellist
Steuart Pincombe


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Ich wünsche allen Besuchern viel Freude mit der Cello-Suite Nr. 2

Herzliche Grüße

Karin

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Eine J.S. Bach-Piano-Lehrstunde gab es im Palau de la Musica Catalana in Barcelona!

Eine J.S. Bach-Piano-Lehrstunde gab es im Palau de la Musica Catalana in Barcelona !

                   András Schiff im Palau de la Musica Catalana Barcelona am 4.10.2018

Zu Gast war András Schiff und tätigte einmal folgende Aussage:

„Eigentlich machen wir Pianisten heute alles falsch.“ Sagt er. Und nimmt sich selbst dabei nicht aus. Bach, Schubert oder Mozart immer bloss auf den – zugegebenermassen herrlich tönenden – Steinway-Flügeln zu spielen, ebne das klangliche Potenzial dieser Musik entschieden ein. Andererseits seien die meisten historischen Tasteninstrumente leider ungeeignet, unsere gross dimensionierten Konzertsäle zu füllen. Es ist ein Dilemma, in das sich der Pianist András Schiff sehenden Auges, aber mit der ihm eigenen Aufrichtigkeit hineinbegeben hat. Schiff hat in den vergangenen Jahren eine wachsende Lust am Musizieren auf historischen Instrumenten entwickelt.

Zum Anfang erklang das Italienisches Konzert in F-Dur, BWV 971

Beim «Italienischen Konzert» BWV 971 konnte man sich gleich zu Beginn selbst einen Höreindruck von der Problematik machen, die András Schiff so offen anspricht. Der erste Satz mit seiner für Bach eher untypischen Vollgriffigkeit und bewusst ausgestellten Bravour tönt auf dem modernen Instrument zwangsläufig sehr direkt, manchmal fast wie eine Ahnung von frühem Beethoven, jedenfalls merklich weniger spielerisch als etwa auf einem Cembalo.

Dann aber, im Mittelsatz, ereignet sich das erste von vielen kleinen Wundern. Schiff transzendiert hier das Neben- und Gegeneinander von Solostimme und ostinater Begleitung in ein inniges Gebet, bei dem die rechte Hand wie losgelöst im Gesang über der Basslinie schwebt. Dieses Kunststück, bei dem sich der Klavierklang plötzlich ins Immaterielle, ja Unirdische lichtet, wiederholt Schiff später vor allem im zweiten Teil, bei den in jeder Hinsicht überwältigenden «Goldberg-Variationen».

Vor der Pause erklang die Ouverture h-Moll BWV 831.

Das pianistisch anspruchsvolle Werk gelingt technisch wie musikalisch ungemein eindrucksvoll.

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Erleuchtete Interpretation der Goldberg-Variationen BWV 988

Wie abgeklärt und schwerelos wirkt dagegen dann die Wiedergabe der «Goldberg-Variationen» BWV 988. András Schiff zelebriert das gut 85-minütige Stück als ein pianistisches Hochamt; er erinnert mit seiner unerhört feinsinnig und nuanciertes Spiel auf die 30 Variationen zulaufenden Wiedergabe vielmehr daran, dass dieses Gipfelwerk der Klavierliteratur einst zur Erbauung, um nicht zu sagen: zur Unterhaltung geschrieben wurde.

Tatsächlich klingt die Musik bei Schiff, der keinerlei technische Probleme zu kennen scheint, kurzweilig und tiefsinnig zugleich. Und auch das leidige Thema «Bach auf dem Klavier» ist – ein weiteres Paradox dieser buchstäblich erleuchteten Interpretation – einen Moment lang unerheblich. Denn hier klingt einfach alles stimmig und fantastisch.

Zu früh einsetzender Schluss-Applaus zerstörte ein wenig das Gehörte und dem Pianisten gefiel es ebenso wenig, was durch sein Kopfschütteln erkennbar war. Schade, dass dieser kleine Wehrmutstropfen ein geniales Bach-Konzert ein wenig eingetrübt hat.


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Pianist – Evgeny Kissin – ein Interview mit einer Pianisten-Legende!

Pianist – Evgeny Kissin – ein Interview mit einer Pianisten-Legende!

Filmemacherin Hannah Kristina Friedrich hat ihn in seiner neuen Heimat Prag zu einem seiner seltenen Interviews getroffen.

                                                                     Evgeny Kissin (Pianist) 2011

Er ist das Gegenteil eines Show-Talents wie es etwa Lang Lang ist. Gerade deshalb zieht er das Publikum weltweit in den Bann wie kaum ein anderer Pianist. Einst als Wunderkind aus der damaligen Sowjetunion von Herbert von Karajan gefördert, versetzte er die Musikwelt in Verzückung.

Jewgeni Igorewitsch Kissin (russisch Евгений Игоревич Кисин, transl. nach ISO 9: Evgenij Igorevič Kisin; * 10. Oktober 1971 in Moskau, Sowjetunion) ist ein russischer Pianist und Komponist. Sein Vorname wird im Englischen meist Evgeny geschrieben, im Deutschen meist Jewgenij oder Jewgeni, auf deutschen CD-Veröffentlichungen auch Yevgeny. Seit 2002 besitzt Kissin neben der russischen auch die britische und seit 2013 auch die israelische Staatsangehörigkeit.

Jewgeni Kissin wurde als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Ingenieurs geboren. Schon seiner zehn Jahre älteren Schwester Alla hatte die Mutter Klavierunterricht gegeben. Im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten begann auch Jewgeni Klavier zu spielen. Mit sechs Jahren besuchte er das Gnessin-Institut in Moskau und nahm Unterricht bei Anna Kantor. Sie ist seine einzige Lehrerin geblieben.

1991 verließ Kissin mit seiner Familie Russland. Er lebte danach zusammen mit seinen Eltern, seiner älteren Schwester und seiner Lehrerin Anna Kantor abwechselnd in London und in New York.

Im Bewusstsein seiner jüdischen Wurzeln hat er sich so weit in jiddische Dichtung eingelesen, dass er die Sprache nahezu perfekt beherrscht. Aus ihrer Poesie hat er 2002 beim Verbier Festival erstmals öffentlich rezitiert. Er hat auch selbst einige Gedichte in jiddischer Sprache geschrieben. In einem dieser Gedichte schwärmt er von den „ungeheuren Schätzen der jiddischen Sprache“: Er habe von ihnen nur einen kleinen Teil gelernt, doch sei jedes Wort für ihn ein Schatz, und er wolle die Wörter „mit allen Sinnen fühlen“.

Im März 2017 heiratete Kissin Karina Arzumanova, die er schon aus seiner Kindheit kannte, in Prag. Arzumanova hatte seit 2002 in Prag gelebt und dort drei Kinder großgezogen.

Sein Debüt als Solist mit Orchester gab Kissin im Alter von zehn Jahren mit dem Orchester von Uljanowsk mit Mozarts Klavierkonzert KV 466. Mit elf Jahren gab er sein erstes Solokonzert mit den Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 2 von Frédéric Chopin. Dies brachte ihm den Ruf eines Wunderkindes ein. Beim Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker 1988 spielte Kissin unter der Leitung von Herbert von Karajan das b-Moll-Konzert von Tschaikowski und erreichte damit seinen internationalen Durchbruch.

Video: Zum Interview

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Der Pianist Evgeny Kissin gehört zu den überragenden Musikern seiner Generation, von Publikum und Kritikern in der ganzen Welt bewundert für sein virtuoses und ausdrucksvolles Spiel und seine Interpretationen. Die Financial Times (London) bezeichnete ihn kürzlich als »beeindruckend intelligenten Pianisten«, und die New York Times rühmte seine »meisterhafte Technik und künstlerische Ausdruckskraft«.

Evgeny Kissins Konzerte sind weltweit 5-Sterne-Ereignisse. Er war der erste Pianist seit Vladimir Horowitz 1979, der ein Recital-Programm innerhalb einer Woche in der New Yorker Carnegie Hall wiederholte. Weitere Höhepunkte der jüngsten Zeit waren Klavierabende im Londoner Barbican Centre, Théâtre des Champs-Elysées, Wiener Musikverein und in der Berliner Philharmonie sowie die Veröffentlichung seiner Autobiografie Memoirs and Reflections im Juni 2017.

Jetzt hat er sich Beethovens Klavier-Sonaten gewidmet. Und die klingen heute genauso eigenwillig wie makellos. Trotzdem gibt das Klavier-Genie weiter Rätsel auf. Gibt sich neuerdings als großer Brexit-Versteher, als Europa-Kritiker und Israel-Patriot.


Der Pianist Evgeny Kissin spielt 2007 mit dem Verbier Festival Orchestra,

Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 in C-Dur.

Das Orchester wird von der legendären Esa-Pekka Salonen geführt.

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Pianist András Schiff spielt Haydn und Beethoven

Pianist András Schiff spielt Haydn und Beethoven

Verbier Festival 2015 – András Schiff spielt Haydn und Beethoven

Sir András Schiff wurde 1953 in Budapest geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von fünf Jahren bei Elisabeth Vadász. Später setzte er sein Studium an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest bei Prof. Pál Kadosa, György Kurtág und Ferenc Rados sowie bei George Malcolm in London fort.

                   András Schiff im Palau de la Musica Catalana Barcelona am 4.10.2018

Ein wichtiger Teil seiner Tätigkeit sind Klavierabende, und da im Besonderen die zyklischen Aufführungen der Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat Sir András Schiff in mehr als 20 Städten den kompletten Zyklus sämtlicher Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. Deren Live-Mitschnitte aus der Zürcher Tonhalle auf CD (ECM) erhielten höchste Auszeichnungen. Für seine Einspielung „Geistervariationen“ mit Werken von Robert Schumann (ECM) erhielt Sir András Schiff den International Classical Music Award 2012 in der Kategorie „Solo Instrument. Recording of the year“. Seine jüngste Einspielung, die im Herbst 2017 erschien, eine Duo-CD zusammen mit seiner Frau Yuuko Shiokawa (Violine), ist Werken von J.S. Bach, F. Busoni und L. van Beethoven gewidmet.

Sir András Schiff tritt mit den meisten international bedeutenden Orchestern und Dirigenten auf. Einen Schwerpunkt setzt er auf die Aufführung der Klavierkonzerte von Bach, Mozart und Beethoven unter eigener Leitung. 1999 gründete er sein eigenes Kammerorchester, die „Cappella Andrea Barca“, mit der er, wie auch mit dem Chamber Orchestra of Europe, als Dirigent und Solist eng zusammenarbeitet.

Seit früher Jugendzeit ist Sir András Schiff ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Von 1989 bis 1998 leitete er die Musiktage Mondsee, ein Kammermusikfestival, das hohe internationale Anerkennung fand. Gemeinsam mit Heinz Holliger hatte er von 1995 bis 2013 die Künstlerische Leitung der Ittinger Pfingstkonzerte in der Kartause Ittingen, Schweiz, inne. Seit 1998 findet im Teatro Olimpico in Vicenza unter der Leitung von Sir András Schiff die Konzertreihe „Omaggio a Palladio“ statt.

Sir András Schiff wurde mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. Er wurde im Juni 2006 für seinen ausserordentlichen Rang als Beethoven-Interpret durch die Wahl zum Ehrenmitglied des Beethoven-Hauses Bonn gewürdigt. Im September 2008 erhielt Sir András Schiff die Medaille der Wigmore Hall für sein dortiges 30jähriges musikalisches Wirken. Sir András Schiff ist ausserdem Träger des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau des Jahres 2011. Im Januar 2012 wurde dem Künstler die Goldene Mozart-Medaille der Internationalen Stiftung Mozarteum verliehen. Im darauf folgenden Juni erhielt er den „Orden pour le mérite für Wissenschaften und Künste“. Im selben Jahr wurde er zum Ehrenmitglied des Wiener Konzerthauses und zum „Special Supernumerary Fellow of Balliol College“ (Oxford, UK) ernannt. Sir András Schiff wurde 2012 das Grosse Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Für sein herausragendes musikalisches Schaffen erhielt er im Dezember 2013 in London mit der Goldmedaille der Royal Philharmonic Society die höchste Auszeichnung dieser Gesellschaft. Im Juli 2014 verlieh ihm die University of Leeds und im März 2018 seine Königliche Hoheit Prinz Charles als Präsident des Royal College of Music die Ehrendoktorwürde.

Im Frühjahr 2011 hat Sir András Schiff für Aufsehen gesorgt, als er öffentlich gegen die alarmierende politische Entwicklung in Ungarn Stellung bezog. Aus den teilweise beleidigenden Angriffen, denen er sich daraufhin von Seiten ungarischer Nationalisten ausgesetzt sah, hat Sir András Schiff die Konsequenz gezogen, in seiner Heimat keine Konzerte mehr zu geben.

Im Juni 2014 wurde er von Queen Elizabeth II für seine Verdienste für die Musik in den Adelsstand erhoben. Seit Dezember 2014 ist Sir András Schiff Ehrenbürger der Stadt Vicenza.

Im März 2017 erschien im Bärenreiter und Henschel-Verlag sein Buch „Musik kommt aus der Stille“ mit Essays und Gesprächen mit Martin Meyer.

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J.S. Bach & Antonio Vivaldi – Concertos for flute & strings

J.S. Bach & Antonio Vivaldi – Concertos for flute & strings!

                              J.S. Bach

Johann Sebastian Bach (Rufname Sebastian, * 21. März jul./ 31. März 1685 greg. in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Kantor sowie Orgel- und Cembalovirtuose des Barock.

In seiner Hauptschaffensperiode war er Thomaskantor zu Leipzig. Er ist der prominenteste Vertreter der Musikerfamilie Bach und gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Insbesondere von Berufsmusikern wird er oft als der größte Komponist der Musikgeschichte angesehen. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen.

Johann Sebastian Bachs Stil machte unter dem Einfluss Vivaldis eine tiefgreifende Weiterentwicklung durch; unter anderem transkribierte Bach mehrere Konzerte für Cembalo und für Orgel.

                            Antonio Vivaldi

Antonio Lucio Vivaldi (* 4. März 1678 in Venedig; † 28. Juli 1741 in Wien) war ein venezianischer Komponist und Violinist des Barocks.

Vivaldi brachte das Solokonzert als eine Hauptform des Hochbarock auf, und er verhalf dreisätzigen Werken zum Durchbruch. In den schnellen Ecksätzen setzte er erstmals systematisch die Ritornell-Form ein, in der das Orchester eine musikalische Passage mehrmals wiederholt und sich abwechselt mit solistischen Abschnitten, die einen freieren, mehr episodischen Charakter haben und modulierende Passagen enthalten. Seine langsamen Mittelsätze sind gekennzeichnet durch Kantilenen des Soloinstruments.

Daneben dokumentieren rund 55 Ripienokonzerte (Konzerte ohne Solisten) und rund 21 Kammerkonzerte (Konzerte für Solisten ohne Orchester) ein intensives Experimentieren mit der Konzertform.

Die Instrumental-Werke:

Antonio Vivaldi: Concerto for strings & continuo in C major, RV 114
J.S. Bach: Italian Concerto, BWV 971
Antonio Vivaldi: Concerto for Strings in G minor, RV 157
Antonio VivaldiJ.S. Bach: Concerto in g minor RV 316 – BWV 975
J.S. Bach: Concerto for two Violins in D minor, BWV 1043
Anonio Vivaldi: Concerto for flautino in C major RV 443

                                          Anna Fusek (flute) and Capella Anna play Bach & Vivaldi

Ausführende:

Anna Fusek: flute

Capella Anna Conducted by Anna Fusek

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                             Video: J.S. Bach & Antonio Vivaldi – Concertos for flute & strings

 

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