Archiv der Kategorie: Kultur-News

Das Leipziger Bachfest 2020 Leipzig sagt sein wichtigstes Musik-Festival für 2020 ab!


Das Leipziger Bachfest 2020 Leipzig sagt sein wichtigstes Musik-Festival für 2020 ab!

Bachfest Leipzig

Nun ist es offiziell: Das Leipziger Bachfest 2020 fällt aus. Das weltweite Familientreffen im Namen des großen Thomaskantors wird 2022 nachgeholt. 2021 soll wie geplant das Bachfest mit dem Motto „Erlösung“ stattfinden.

LVZ Leipzig vom 06.04.2020

Die schlechte Nachricht dürfte längst niemanden mehr überraschen: Seit gestern Mittag ist das Leipziger Bachfest des Jahrgangs 2020, das vom 11. bis 21. Juni  2020 stattfinden sollte, wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Und die gute zeichnete sich auch bereits ab: „We Are Family“, das wunderbare Festival-Konzept des Intendanten Michael Maul, bekommt eine zweite Chance. Allerdings nicht im nächsten Jahr, da sind die Planungen für das 2021er Bachfest unter dem bezeichnenden Motto „Erlösung“ einschließlich „Bachs Messias“ und höchstkarätigem neuem „Kantaten-Ring“ bereits zu weit gediehen, die Künstler verpflichtet, die Programmbücher gedruckt.

Bachfest: Weltweite Familienfeier

Also wird die weltweite Bach-Familie ihre Familienfeier erst im Jahr 2022 nachholen können. Mit mindestens 50 Bach-Gesellschaften und Chören aus der ganzen Welt. Die das Bachfest nicht nur als Publikum bereichern, sondern auch als Ausführende.

Die eigene Konzerte gestalten oder Gottesdienste, die Sängerinnen und Sänger in den vom Thomaskantor Gotthold Schwarz geleiteten Festival-Chor entsenden oder bei der Mammut-Passion auf dem Marktplatz mitwirken. Michael Maul: „Alle für 2020 verpflichteten Chöre, die aus wirklich buchstäblich der ganzen Welt zu uns kommen wollten, von Malaysia bis Australien, von Japan bis in die Vereinigten Staaten, aus Afrika und Europa, Südamerika und Neuseeland, haben bereits zugesagt, dass sie zum neuen Termin bei uns sein wollen.

Die größte Bach-Party der Welt ist also nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben: Die Idee zu ,Bach – We Are Family ’ wird nicht durch die Covid-19-Pandemie zerstört, sondern fortleben.“ Und, wer weiß, vielleicht nutzen ja nun auch noch Bach-Ensembles, die es für 2020 nicht mehr realisieren konnten, die Gunst der düsteren Stunde und sind 2022 doch dabei.

„Gesundheit ist das höhere Gut“

Die nun auch offizielle Absage des wichtigsten Musik-Festivals im Jahreskreis hat sich die Stadt Leipzig gewiss nicht leichtgemacht. Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Wir haben lange mit uns gerungen. Aber die Gesundheit der Menschen ist selbstverständlich das höhere Gut. Mit Freude höre ich aber auch, dass viele Chöre sich darauf freuen, dieses musikalische Familientreffen in Leipzig nachzuholen.“

Reisebeschränkungen bis weit in den Sommer

Am Ende gab es zur Absage keine Alternative. Nicht nur wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie, sondern auch wegen ihrer Folgen – selbst wenn das Virus in Leipzig bis Juni eingedämmt sein sollte. Michael Maul: „Schon jetzt ausgesprochene globale Reisebeschränkungen bis weit in den Sommer hinein würden es unseren Gästen unmöglich machen, zu uns zu kommen.“ Folglich kann auch Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke nur konstatieren: „Es ist schmerzhaft, das Bachfest abzusagen – aber wir sind vernünftig: Die Situation gebietet es. Schauen wir nach vorn und freuen uns auf Zeiten, in denen wir die Bach-Community aus aller Welt in unserer Musikstadt willkommen heißen können.“

https://www.lvz.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-Regional/Bachfest-und-Corona-Virus-Leipzig-sagt-sein-wichtigstes-Musik-Festival-fuer-2020-ab?utm_medium=E-Mailing&utm_source=Newsletter&utm_campaign=LVZ-Kompakt-Newsletter&utm_content=Artikel


74. Greifswalder Bachwoche vom 08.-14. Juni 2020


74. Greifswalder Bachwoche vom 08.-14. Juni 2020

Herzlich Willkommen zur 74. Greifswalder Bachwoche
https://www.greifswalder-bachwoche.de
———————————–

paradiesisch

Vom 08.-14. Juni 2020 begrüßen wir Sie zum Festival Geistlicher Musik im Norden.
Künstlerische Leitung: LKMD Prof. Frank Dittmer, Prof. Dr. Matthias Schneider,
LKMD Hans-Jürgen Wulf
Johann Sebastian Bach – Johannes-Passion
Edward Elgar – The Dream of Gerontius
Johann Sebastian Bach – Motetten
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Adresse und Kontakt:

Greifswalder Bachwoche – Das Festival Geistlicher Musik im Norden
Bahnhofstraße 48/49
17489 Greifswald
Tel.: +49 3834 4203521
Fax: +49 3834 863528
www.greifswalder-bachwoche.de

Ansprechpartnerin:
Geschäftsstelle der Greifswalder Bachwoche
z. Hd. Heike Aé
aeheike@uni-greifswald.de

————————————-

Veranstalter:

Trägerin der Greifswalder Bachwoche ist die Evangelisch-lutherische Kirche in Norddeutschland in Kooperation mit der Universität Greifswald sowie im Zusammenwirken mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis als Unterstützer.

Die Greifswalder Bachwoche arbeitet zusammen mit den Kirchengemeinden St. Jacobi, St. Marien und St. Nikolai Greifswald, der Gesellschaft zur Förderung der Greifswalder Bachwoche e. V. und weiteren Partnern.

Video auf YouTube 70 Jahre Greifswalder Bachwoche !

Link: https://youtu.be/M38iabe9ARk

————————————————–

BR-Klassik: INTERPRETATIONEN IM VERGLEICH – Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll, BWV 232


BR-Klassik: Interpretationen im Vergleich – Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll, BWV 232

Auf eine besondere Programm-Ankündigung von BR möchte ich alle Bachfreunde hinweisen.

Zum Live-Stream BR – Klassik

Sendung in BR – Klassik am 5. Februar 2019 um 20:05 Uhr bis 22:00 Uhr !

J.S. Bach

       J.S. Bach

Aufnahmen mit den Dirigenten Karl Richter, Helmuth Rilling, Joshua Rifkin, John Eliot Gardiner, Peter Dijkstra, John Butt und anderen Interpreten.

Ein Werk – zahlreiche ältere und neuere Einspielungen von großen Interpreten nebeneinander gestellt – einmal im Monat, dienstags ab 20.05 Uhr.

Die h-Moll-Messe – BWV 232 von Johann Sebastian Bach ist das Spitzenwerk der westlichen geistlichen Musik. Keine andere Messvertonung hat diesen Umfang. In keiner anderen Messvertonung werden die einzelnen Teile der katholischen Messe derart differenziert betrachtet und in Musik der verschiedensten Art gesetzt. 18 Chorsätze und neun Arien bilden zusammen das Werk, das Bach am Ende seines Lebens aus dem besten zusammenstellte, das er in seiner langen Laufbahn als einer der größten und kreativsten Musiker aller Zeiten komponiert hatte.

Die h-Moll-Messe ist daher nicht nur ein geistliches Werk. Sie ist eine Gesamtschau von allem, was auf dem Gebiet der Komposition zu Bachs Zeit möglich war; vom strengen Chorsatz im Stil der Vokalpolyphonie der Renaissance bis zur Opernarie nach dem aktuellsten Stand der Dresdner Hofoper. Bis zum heutigen Tag zieht die h-Moll-Messe Interpreten wie Zuhörer mit ihrem technischen Anspruch und ihrer vollendeten Schönheit in ihren Bann und wird weltweit als eine der größten und tiefgründigsten Schöpfungen der Musikgeschichte der westlichen Welt gewürdigt.

Der Interpretationsvergleich von Laszlo Molnar zeigt die verschiedenen Ansätze, mit denen sich Interpreten seit Beginn der 1960er Jahre der h-Moll-Messe genähert und mit welchen Mitteln sie den musikalischen Gehalt umgesetzt haben. Der Vergleich legt dar, wie sich dank der intensiven Bach-Forschung und des Aufkommens der historischen Aufführungspraxis das Verständnis von und für Bachs letzte(r) Komposition dramatisch gewandelt hat – von einem Chorwerk im Geiste der Oratorien Bachs, Händels und Mendelssohns über ein Virtuosenstück für professionelle Barock-Ensembles hin zum radikalen, kompromisslosen Stimm-Kunst-Werk, in dem auch die Chorsätze von hochqualifizierten Solisten aufgeführt werden.

Textquelle: BR-Klassik

———————————-

Interessante Aussagen von großen Bach-Interpreten, müssen zur Passionszeit allzeit Bach-Werke erklingen?


Interessante Aussagen von großen Bach-Interpreten, müssen zur Passionszeit allzeit Bach-Werke erklingen?
Fünf Dirigenten geben Antwort: „Alle Jahre wieder“
Von Susanne Benda 

Die biblische Geschichte von Leiden und Tod Christi haben viele Komponisten in Töne gefasst. Aufgeführt werden aber vor allem die Matthäus- und Johannespassion von Johann Sebastian Bach.

Hans-Christoph Rademann, hier am Pult seiner Gaechinger Cantorey, ist seit 2013 Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Foto: Holger Schneider
Hans-Christoph Rademann, hier am Pult seiner Gaechinger Cantorey, ist seit 2013 Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Foto: Holger Schneider

 

Stuttgart – Weihnachten ohne Bachs Weihnachtsoratorium ist ebenso wenig vorstellbar wie die Fasten- und Osterzeit ohne Bachs Matthäus- oder Johannespassion. Warum ist das so? Was zeichnet Bachs Bibelvertonungen aus, und warum führen auch Stuttgarter Chöre sie jedes Jahr von Neuem auf? Fünf Dirigenten versuchen eine Antwort zu geben.

 Hans-Christoph Rademann, Gaechinger Cantorey

„Bachs Passionen erfüllen das starke Bedürfnis der Menschen, das rätselhafte Passionsgeschehen nachzuvollziehen, und sie haben eine solche Tiefe und Klarheit, dass sie auch die Menschen erreichen, die keinen Bezug zur Kirche haben. Sie sind qualitativ überragend. Aber wenn wir uns nur auf sie fokussieren, schränkt uns das ein. Ich bemühe mich immer, das Neue im Alten zu finden. Man könnte aber auch das Neue im Neuen finden. Oder unbekannte Passionen des Barock vorstellen, zum Beispiel von Telemann. Als Musiker haben wir die Verantwortung, die alten Stücke so aufzuführen, dass sie wirken wie neu – oder sie zu brechen, wie wir es in unseren ‚Bachbewegt‘-Projekten tun.“

(Am Karfreitag um 9 Uhr ist die Aufzeichnung des Tanzprojektes zur Matthäuspassion unter Rademann im SWR-Fernsehen zu sehen.)

—————————-

„Ich muss an Karfreitag nicht immer Bach dirigieren – für mich sind diese Werke so heilig, dass ich auf keinen Fall in Routine verfallen will. Dass Bach überall bekannt und beliebt ist, finde ich erstaunlich – schließlich steht in seiner Musik nicht wie sonst bei erfolgreichen Stücken die Melodie im Zentrum, sondern wir hören eine Mischung aus rhythmischer Prägnanz, fesselnder Motorik und schlüssiger Harmonik. Permanent spielt Bach mit Dissonanzen und ihrer Auflösung, bei den Passionen kommt die Dramatik der Story hinzu – man muss immer weiter zuhören.“

(Am Karfreitag, 19 Uhr, dirigiert Johannsen in der Stiftskirche die Neufassung seiner Komposition „Credo in Deum“).

—————————

Michael Culo, Knabenchor Collegium Iuvenum

„Bachs Passionen sind in unserer Kultur fest verankert, ihre Musik ist so qualitätvoll, dass sie unmittelbar anspricht, und im Gegensatz etwa zur Musik Händels wirkt Bachs Musik auch, wenn sie nicht erstklassig aufgeführt wird. Man kann darüber streiten, ob diese blutrünstige Geschichte heute noch zeitgemäß ist, und ob man die Darstellung der Juden so gelten lassen kann. Aber gespiegelt werden schlichtweg auch Themen unseres alltäglichen Umgangs miteinander. Das spüren die Knaben sehr – und sie lieben außerdem nicht nur die Volkschöre, sondern auch die Ruhe der Choräle.“

——————————

Jörg-Hannes Hahn, Bachchor und Cantus Stuttgart

„Bachs Musik ist überall bekannt, wer sie aufführt, hat ein volles Haus. Ich selbst würde bei meiner Programmplanung gerne mehr auf Risiko gehen, muss aber auch schauen, dass der Haushalt stimmt. Bei ‚Musik am 13.‘ wechseln wir deshalb jährlich zwischen einer Bach-Passion und einem Passionswerk mit anderem Texthintergrund und einer anderen Emotionalität. Unsere Zuhörer sollen wach werden. Museales liegt mir fern.“

(Am Karfreitag um 15 Uhr dirigiert Hahn in der Lutherkirche eine neue Rekonstruktion von Bachs Markus­passion, von der nur der Text überliefert ist. Er wird hier mit Sätzen aus anderen Werken Bachs unterlegt.)

——————————

Rainer Johannes Homburg, Hymnus-Knabenchor

„Bach vertont den Bibeltext eins zu eins, das macht seine Passionen besonders verständlich, und die Arien bringen als Kommentare die Fragen der Bibel auf den Punkt. Das gilt ganz besonders für die Matthäuspassion, die wir gerade aufgeführt haben. Sie teilt sich auch einem Knabenchor unmittelbar mit, und da Bach, als er sie 1727 komponierte, schon seit drei Jahren Thomaskantor war, trifft er hier auch präzise das Maß des Möglichen. Ich selbst habe allerdings lange gebraucht, um zu Bach zu finden. Eigentlich war erst der Knabenchor der Schlüssel, denn er ist das Instrument, für das Bach gedacht hat.“

——————————-

Leipziger Musikstätten erhalten europäisches Kulturerbe-Siegel im März 2018


Leipziger Musikstätten erhalten europäisches Kulturerbe-Siegel im März 2018

                                                                           Thomaskirche Leipzig

Die EU-Kommission verleiht neun Leipziger Musik-Institutionen das europäische Kulturerbe-Siegel. Die Auszeichnung wird im März 2018 verliehen, wie das sächsische Kunstministerium am Dienstag in Dresden mitteilte. Demnach zählen »Leipzigs Musikerbe-Stätten« zu insgesamt neun neuen Trägern des Siegels, die von einer von der EU-Kommission eingesetzten Jury ausgewählt wurden. Die EU verleiht das Siegel seit 2014. Die Mitgliedsländer können alle zwei Jahre Vorschläge einreichen.

                                                                       Nikolaikirche Leipzig

Unter die Sammelauszeichnung »Leipzigs Musikerbe-Stätten« fallen demnach Thomaskirche und Nikolaikirche, Gewandhaus, Bach-Archiv, Alte Nikolaischule. Auch Schumann-Haus, Mendelssohn-Haus, das Musikverlagshaus C.F. Peters mit Grieg-Begegnungsstätte und die Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« gehören dazu.

                                                                             Gewandhaus Leipzig

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte, die Verleihung des Kulturerbe-Siegels würdige »eine Musik- und Kulturstadt, die seit dem Mittelalter für ganz Europa bedeutsam ist«. Mit seinen Chören, Komponisten, Orchestern und Verlagen sei Leipzig eine »tragende Säule der deutschen und europäischen Kunst- und Musikgeschichte«, fügte sie hinzu. »Das Kulturerbe-Siegel wird auch die über Europa hinausgehende Sichtbarkeit der Stadt unterstützen«, so die Ministerin.

                                                                  Alte Nikolaischule Leipzig

In Leipzig lebten und wirkten mehrere weltberühmte Komponisten. Zu ihnen zählen unter anderem Johann Sebastian Bach (1685-1750), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) und Richard Wagner (1813–1883). Der über 800 Jahre alte Thomanerchor gilt als älteste kulturelle Einrichtung der Stadt Leipzig.


Language English

Leipziger Musikstätten receive European Heritage Seal in March 2018

The EU Commission awards nine Leipzig music institutions the European Heritage Label. The award will be presented in March 2018, as the Saxon Ministry of Arts announced on Tuesday in Dresden. Accordingly, „Leipzig’s heritage sites“ include nine new bearers of the seal, which were selected by a jury appointed by the EU Commission. The EU has been awarding the seal since 2014. Member States can submit proposals every two years.

The collective award „Leipzig’s Music Heritage Sites“ therefore includes St. Thomas and St. Nicholas Church, Gewandhaus, Bach Archive, Alte Nikolaischule. Also Schumann House, Mendelssohn House, the music publishing house C.F. Peters with Grieg-Begegnungsstätte and the College of Music and Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ are among them.

Saxony’s Minister of the Arts, Eva-Maria Stange (SPD), said the awarding of the Heritage Seal worthy of „a music and culture city that has been significant for the whole of Europe since the Middle Ages.“ With its choirs, composers, orchestras and publishers, Leipzig is a „pillar of German and European art and music history,“ she added. „The Heritage Label will also help to enhance the city’s visibility beyond Europe,“ said the Minister.

In Leipzig lived and worked several world-famous composers. Among them are Johann Sebastian Bach (1685-1750), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) and Richard Wagner (1813-1883). The more than 800-year-old Thomanerchor is considered the oldest cultural institution in the city.

————————————

Georg-Christoph Biller „Der Weg vom Thomaner bis zum Thomaskantor!“


Georg-Christoph Biller „Der Weg vom Thomaner bis zum Thomaskantor!“

                         Probe des Thomanerchores unter Leitung von Georg Christoph Biller (2012)

Für die Öffentlichkeit kam Anfang 2015 die Nachricht, dass Georg Christoph Biller als  Thomaskantor  zurücktritt, überraschend. Der Musiker und Musikpädagoge, der mehr als zwei Jahrzehnte den berühmten Leipziger Thomanerchor leitete, hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Seit 1999 wegen Depressionen in klinischer Behandlung, musste der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach vor drei Jahren beruflich die Notbremse ziehen.

„Depressionen kommen aus heiterem Himmel, machen unfähig zum klaren Denken und systematischen Arbeiten. In solchen Phasen war die Arbeit mit den mir anvertrauten Knaben und jungen Männern besonders schwierig: Wie soll man jemanden motivieren, wenn einem selbst schwer ums Herz ist?“

Pastorensohn als Thomasser

 Als Sohn eines Pastors 1955 in Nebra (Burgenlandkreis) geboren, stand in dem kleinen Ort „einer unbeschwerten Kindheit nichts im Wege“, erklärt Biller. „Besonders angetan war ich von Chormusik, weshalb ich schon als Fünfjähriger verkündete, dass ich Thomaner werden wollte.“

Nachdem ihm das dafür notwendige musikalische Rüstzeug von dem damaligen Naumburger Domkantor vermittelt worden war, konnte sich der junge Georg freuen, 1965 Aufnahme bei den Thomanern zu finden. Die nächsten Jahre verbrachte Biller im „Kasten“ – wie die Sänger bis heute ihr Leipziger Alumnat nennen.

Die Knaben bezeichnen sich nicht als Thomaner, sondern schmissiger als „Thomasser“, und unter ihnen werden die jüngsten Schüler „Sexer“ gerufen. Als solchem sei es Biller anfangs schwergefallen, sich an das Leben in einem Internat zu gewöhnen. Vergeblich hoffte er mit Ausreden die Erlaubnis zu erhalten, nach Hause fahren zu dürfen: Einmal, so erinnert sich Biller, wollte mit dem dringlichen Hinweis dem Leipziger „Kasten“ entfliehen, er müsse im heimatlichen Nebra sein Reh füttern.

Die Thomaner wurden aber nicht nur die künstlerische Heimat Billers, sondern auch der Startpunkt für seine musikalische Karriere. Mit Erhard Mauersberger und Hans-Joachim Rotzsch erlebte er zwei als Künstler und Charaktere höchst unterschiedliche Kantoren. 1992 wurde Biller Nachfolger von Rotzsch, der über seine Vergangenheit als IM des MfS stolperte.

Doch ehe es so weit war, waren die Mühen der Ebene zu durchmessen: Nach dem Abitur folgten für Biller 18 Monate bei der Nationalen Volksarmee, die auch für ihn, der in Halle und Weißenfels zu dienen hatte, weit mehr ein Straf- als der von der DDR-Propaganda so bezeichnete „Ehrendienst“ waren. Schon 1980, im letzten Jahr des folgenden Musikstudiums, zum Chordirektor des Leipziger Gewandhauses und zugleich zum Dozenten für Chorleitung an der Kirchenmusikschule in Halle ernannt, standen ihm als Dirigent und Sänger nicht nur die Türen in der DDR offen, sondern bald auch die in den Westen. Bereits in den 1980er Jahren konnte Biller jenseits der Mauer auftreten.

Den schönsten Augenblick seines noch jungen Lebens erlebte Biller jedoch weder in West-Berlin noch in Tokio, sondern in Leipzig, als der Musiker am 9. Oktober 1989 Teil der größten Demonstration war, die Honeckers DDR bis dahin erlebt hatte. „Als wir realisiert hatten, dass nicht geschossen würde, begannen wir spontan zu singen, irgendetwas, was uns gerade einfiel … In diesen Momenten erlebte ich die glücklichsten zehn Minuten meines bisherigen Lebens“, so Biller.

Erfahrungen im Westen

Nach der politischen Wende und der deutschen Einheit musste auch er sich neu orientieren. Zu dem Unterricht an der Kirchenmusikschule Halle kamen 1990 Professuren für Chordirigieren in Frankfurt (Main) und Hochschule für Musik Detmold. Im Westen habe er erstmals erlebt, was ihm aus seiner Tätigkeit in der DDR so nicht bekannt war: „handfeste Intrigen“ unter den Kollegen.

Die deutsch-deutsche Pendelei endete mit Billers Berufung zum Thomaskantor. Dass er sein Amt mit zeitlicher Verzögerung antrat, war eine Folge endloser Autofahrten: Im Juli 1992 vom Sekundenschlaf übermannt, fuhr Biller gegen einen Baum und verletzte sich schwer.

Das Amt des Thomaskantors brachte in der neuen Zeit große Herausforderungen mit sich. Nicht nur die Lehrpläne waren neu zu gestalten, sondern auch die Unterrichtsräume und das Alumnat. Neben den Auftritten in der Thomaskirche standen immer öfter Gastspiele im In- und Ausland auf dem Programm. Auch CD-Produktionen und Fernsehaufnahmen bestimmten die Chor-Arbeit. Die habe Biller gern oft mit Leistungssport verglichen – „und bin dafür mitunter arg gescholten worden“.

Alles in allem aber gelte für den Musiker und Musikpädagogen, der sich in den vergangenen Jahren auf das Komponieren verlegt hat: „Wenn ich aus der Distanz der ersten Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt zurückblicke, bewegt mich ein Gefühl tiefer Dankbarkeit.“

Die Jungs vom hohen C: Erinnerungen eines Thomaskantors

Link zum Taschen-Buch nachstehend:     

Georg Christoph Biller: Die Jungs vom hohen C – Erinnerungen eines Thomaskantors,

—————————–

 

Die Jungs vom hohen C. – Erinnerungen eines Thomaskantors!


Ex-Thomaskantor Georg Christoph Biller hat seine Memoiren verfasst!

„Die Jungs vom hohen C. Erinnerungen eines Thomaskantors“

Georg Christoph Biller  hat beim Mitteldeutschen Verlag seine Memoiren veröffentlicht. Biller, Jahrgang 1955, war von 1992 bis 2015 der 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach.

Buchbestellung: Link: bei Amazon

http://amzn.to/2mcOTFb

Taschenbuch-Ausgabe 12,00 Euro – Eine Leseprobe ist vorhanden!

Über zwei Jahrzehnte hat der ehemalige Thomaskantor Georg Christoph Biller den Leipziger Thomanerchor geleitet, bevor er das Amt 2015 abgab. Im Ergebnis vieler Gespräche mit dem Autor Thomas Bickelhaupt entstand dieser Erinnerungsband. Darin berichtet der Kirchenmusiker freimütig über Wege und Umwege aus einem mitteldeutschen Pfarrhaus an die Spitze des weltberühmten Knabenchores.

Die Erinnerungen lassen Billers Thomaner-Zeit von 1965 bis 1974 ebenso lebendig werden wie das folgende Studium und die Jahre als Dirigent, Gesangssolist und Chorleiter. Anhand konkreter Beispiele werden die sich aus der staatlichen Kulturpolitik der DDR ergebenden Konsequenzen für damaliges künstlerisches Wirken aufgezeigt.

Die persönlichen Gedanken zur Tätigkeit als 16. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach ab 1992 verbindet Biller wiederum mit kritischen Reflexionen über die besonderen musikalischen und menschlichen Herausforderungen dieses Amtes. Biografische Notizen, eine Diskografie und ein Verzeichnis der Kompositionen von Biller komplettieren den Band.

Link: bei Amazon http://amzn.to/2mcOTFb

——————————-

Der Dirigent Christoph Eschenbach – Ein Portraet zu seinem 75. Geburtstag!


Der Dirigent Christoph Eschenbach – Ein Portraet zu seinem 75. Geburtstag!

„Musik bedeutet alles!“

Christoph Eschenbach (* 20. Februar 1940 in Breslau) ist ein deutscher Pianist und Dirigent.

In diesem Satz spiegelt sich die Lebensgeschichte des Dirigenten Christoph Eschenbach. Nach den traumatischen Erlebnissen seiner Kindheit war er verstummt, und erst durch die Musik fand er die Sprache wieder. Für das Porträt kehrte er zurück in seine Geburtsstadt Breslau, an die Orte seiner Kindheit in Schleswig-Holstein und in seine Wahlheimat Paris.

Die erste Erinnerung des Dirigenten Christoph Eschenbach an das Leben ist der Tod. Die Mutter bei seiner Geburt gestorben, der Vater in einem Strafbataillon der Wehrmacht gefallen, strandete der Fünfjährige mit seiner Großmutter in einem Flüchtlingslager, in dem er als Einziger eine Typhusepidemie überlebte. Eschenbachs spätere Adoptivmutter holte ihn aus dem Lager. Monatelang konnte der traumatisierte Junge nicht mehr sprechen. Was ihn rettete, war die Musik. Seine Retterin Wallydore Eschenbach war Pianistin und Sängerin.

Über ihre Musik fand Christoph Eschenbach ins Leben und zur Sprache zurück. Was nach den traumatischen Anfängen folgte, war ein traumhafter Aufstieg: Aufgewachsen in Neustadt in Holstein gewann Eschenbach schon als Zehnjähriger beim Hamburger Steinway-Wettbewerb den ersten Preis. In den 1960er Jahren begann eine erfolgreiche Pianisten- und Dirigentenkarriere, gefördert durch Herbert von Karajan und George Szell.

Von 1999-2002 war Eschenbach Künstlerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Aber viel wichtiger als die eigenen Erfolge war und ist Eschenbach die Förderung junger Talente. Eines von ihnen ist der Pianist Lang Lang. Für die Dokumentation kehrte Christoph Eschenbach in seinen Geburtsort Breslau und an die Orte seiner Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein zurück. Und er zeigt, warum Paris für ihn zur zweiten Heimat wurde. Einblicke in sein privates Archiv machen deutlich, was ihn geprägt hat und warum es ihm so wichtig ist, dies an die nächste Generation weiterzugeben.

(Christoph Eschenbach)


The conductor Christoph Eschenbach – A portrait on his 75th birthday!

„Music means everything!“

Christoph Eschenbach (born February 20, 1940 in Breslau) is a German pianist and conductor.

This sentence reflects the life story of the conductor Christoph Eschenbach. After the traumatic experiences of his childhood, he was silent, and only through the music he found the language again. For the portrait, he returned to his native city of Breslau, to the places of his childhood in Schleswig-Holstein and in his adopted home of Paris.

The first memory of the conductor Christoph Eschenbach to life is death. The mother died at his birth, the father died in a punitive battalion of the Wehrmacht, the five-year-old stranded with his grandmother in a refugee camp, where he was the only one survived a typhus epidemic. Eschenbach’s future adoptive mother brought him out of the camp. For months, the traumatized boy could no longer speak. What saved him was the music. His savior Wallydore Eschenbach was a pianist and singer.

Christoph Eschenbach came back to life and to the language through her music. What followed after the traumatic beginnings was a fantastic ascent: Growing up in Neustadt in Holstein, Eschenbach won the first prize at the Hamburg Steinway Competition as a ten-year-old. In the 1960s began a successful pianist and conductor career, promoted by Herbert von Karajan and George Szell.

From 1999-2002 Eschenbach was Artistic Director of the Schleswig-Holstein Music Festival. But much more important than his own achievements was and is Eschenbach’s promotion of young talents. One of them is the pianist Lang Lang. For the documentation Christoph Eschenbach returned to his birthplace Wroclaw and to the places of his childhood and youth in Schleswig-Holstein. And he shows why Paris became his second home for him. Insights into his private archive make it clear what has shaped him and why it is so important for him to pass this on to the next generation.

(Christoph Eschenbach)


Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 7. Tag – Mein Resümee!


Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 7. Tag – Mein Resümee!

SECHS Tage und EINER dazu: Mein Resümee:

     „Denn man reist doch wahrlich nicht, um auf jeder Station einerlei zu sehen und zu hören.“ ( Goethe)

„Denn man reist doch wahrlich nicht, um auf jeder Station einerlei zu sehen und zu hören.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Diese Weisheit leuchtete in großen Buchstaben am Busbahnhof Gotha:

            Johann Wolfgang von Goethe (Stieler, Gemälde von 1828)

Gotha, Eisenach, Wittenberg, Dessau, Erfurt, Weimar: verschieden und wenig EINERLEI, keine dieser SECHS STÄDTE ließ mich gleichgültig. Ihre Kulturangebote waren abwechslungsreich und waren keine DUTZENDWARE. Die Eindrücke waren vielfältig und doch in den Namen BACH und LUTHER gebündelt.

Martin Luther – Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. (Lutherhaus_Wittenberg)

Meine Herbergen und Begegnungen waren nicht langweilig. Schön war, dass wir Brüder 4 Tage uns auf’s gemeinsame Erleben freuen konnten. Schon allein deshalb war alles eine

BEREICHERUNG. Und mir war nichts …….. EINERLEI !!!

Euer

Adamo

Original-Autograph der Bach-Kantate, BWV 20 – „O Ewigkeit, Du Donnerwort“ wieder in Leipzig!


Wertvolle Partitur neu in Leipzig !

Millionenschwerer Neuzugang für Bach-Archiv

Die handschriftliche Partitur «O Ewigkeit, du Donnerwort» von Johann Sebastian Bach
   Autograph der Bach-Kantate in Leipzig – BWV 20  „O Ewigkeit, Du Donnerwort“

Ein genialer Coup des Leipziger Bach-Archivs – der Erwerb der Originalpartitur dieser Kantate von Johann Sebastian Bach. Heute wurde sie vorgestellt. Welche Bedeutung sie hat, erklärt Claus Fischer.

Das Leipziger Bach-Archiv ist um einen millionenschweren Neuzugang reicher: Dem Archiv ist der Ankauf einer wertvollen Original-Handschrift des Komponisten Johann Sebastian Bach gelungen. Das teilte das Archiv am Dienstag mit. Bei der Original-Handschrift handelt es sich um eine Partitur der Kantate BWV 20 „O Ewigkeit, du Donnerwort“, die im Rahmen eines Festaktes im Alten Rathaus Leipzig präsentiert wurde.

Original-Partitur BWV 20 "O Ewigkeit, Du Donnerwort"

                            Original-Partitur BWV 20 „O Ewigkeit, Du Donnerwort“

 Die Kantate ist nach Ansicht von Experten die „ausdrucksvollste Musik, die der Komponist je geschaffen hat“. Mit ihr eröffnete Johann Sebastian Bach am 11. Juni 1724 seinen zweiten Leipziger Jahrgang von Kirchenstücken. Damit habe in der Leipziger Thomaskirche ein neues Kapitel der Musikgeschichte begonnen, so das Bach-Archiv Leipzig……

zum weiteren Text


„O Ewigkeit, du Donnerwort“ (BWV 20), ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für den ersten Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 11. Juni 1724 zum ersten Mal auf. Sie eröffnete seinen zweiten Leipziger Kantatenjahrgang, der auch als Choralkantatenjahrgang bekannt ist.

Link zum Video:

http://www.mdr.de/kultur/video-81176_zc-9a60c313_zs-451b2ff6.html

—————————————–

Eine Hiobs-Botschaft erschüttert das Bachfest der Zukunft !


Hände weg vom Bachfest … und eine dringende Bitte anlässlich Mendelssohns Todestag

„Wie weiter mit Mendelssohn und Bach?“ fragte Ende September 2016 Peter Korfmacher in der Leipziger Volkszeitung (LVZ

http://www.lvz.de/Kultur/Wie-weiter-mit-Mendelssohn-und-Bach ).

Die Frage ist berechtigt. Denn nachdem die Mendelssohn-Festtage in diesem Jahr sang- und klanglos beerdigt wurden, will man auf die Schnelle das seit 1999 jährlich stattfindende, sich erfolgreich entwickelnde Bachfest zu einem Leipziger Musikfestival umbauen.

Doch wer da an welchen Fäden zieht, bleibt sehr im Nebulösen: Bach-Archiv, Stadt Leipzig mit Oberbürgermeister und Kulturbürgermeisterin, Gewandhaus, Mendelssohn-Haus oder die gleichnamige Stiftung, designierter Gewandhauskapellmeister oder der Präsident des Bach-Archivs?

Einzig Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke äußerte sich und sieht laut LVZ „alles im Fluss“.

Dennoch werden jetzt schon Weichen gestellt, ohne dass alle Beteiligten zu Rate gezogen werden. So weiß der neue Thomaskantor Gotthold Schwarz  von nichts, aber plötzlich wurde der Kirchgemeinde St. Thomas die Information zugesteckt: das Bachfest 2018 soll nicht mehr in der Thomaskirche, sondern im Gewandhaus eröffnet werden – und auch das Abschlusskonzert mit der h-Moll-Messe sei im Gewandhaus geplant. Finden also die Versuche von 2001 und 2006 eine Neuauflage? Da wollte man Fakten schaffen und Gottesdienste, Metten und Motetten aus dem offiziellen Bachfest-Programm herausstreichen. Da sollte „Festival-Atmosphäre“ in der Thomas- und Nikolaikirche dadurch erzeugt werden, dass man mit Hilfe von bestellten Claqueuren die Dirigenten unter Beifall ans Pult treten ließ. Am liebsten hätte man auch noch den Roten Teppich zwischen Bach-Denkmal und Bach-Tür ausgerollt und Pausen für Sekt-Häppchen eingerichtet. Dieser Unsinn konnte Gott sei Dank im Keim erstickt werden. Das Bachfest – nach dem großen Erfolg im Jahr 2000 von der Stadt Leipzig zunächst ganz bewusst heruntergefahren – hat sich in den vergangenen zehn Jahren bestens entwickelt und gilt inzwischen als das Bachfest weltweit. Von behaupteter „Stagnation“ kann keine Rede sein, dafür umso mehr von Öffnung hinein in die Stadt und gewachsener Internationalität.

Mehr unter folgendem Link:  http://wolff-christian.de/haende-weg-vom-bachfest/

Herzliche Abendgrüße

Volker

ALL OF BACH veröffentlichte am 16.12.2016 von J.S. Bach das BWV 869 „Präludium und Fuge h-Moll“


Info: J.S. Bach BWV 869 „Präludium und Fuge h-Moll“ (Wohltemperiertes Klavier)

„Präludium und Fuge h-Moll“, BWV 869, beenden den 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.

Das Präludium ist vom Satztyp her eine italienische Triosonate, nach dem Vorbild von Arcangelo Corelli. Zukunftsgewandt ist jedoch die zweiteilige Form mit Wiederholungszeichen, die dann in der Vorklassik aufgenommen wird, und die originale Tempobezeichnung Andante. Die Linienführung wird im Verlaufe des Stücks sukzessive erweitert: Der erste Formteil ist durch zwei Kadenzen (Tonikaparallele D-Dur in Takt 7 und Dominante fis-moll in Takt 12) gegliedert. Im zweiten Teil werden dagegen nach der fis-Moll-Kadenz in Takt 27 weitere Kadenzierungen umgangen.

Theoretisch könnte das Stück nach Takt 42 zu Ende sein; Bach fügt hier jedoch einen Trugschluss und eine fünftaktige Coda hinzu, die in ihrer Chromatik auf die Fuge hinweisen.

Das Fugenthema ist außergewöhnlich. Es enthält alle zwölf Stufen der chromatischen Tonleiter; melodisch stimmt der Beginn mit dem ersten Thema aus der Fis-Moll-Fuge des 2. Teils überein. Eingerahmt wird diese Chromatik von zwei fallenden Moll-Dreiklängen in der Tonika und der Dominante, kombiniert mit sechs fallenden Halbtonschritten. Das Thema erscheint insgesamt 14 Mal; nach der vierstimmig geführten Exposition, die in Takt 16 endet, erfolgen nur noch zehn Themeneinsätze, und zwar ausschließlich in den drei Unterstimmen. Das chromatisch geprägte, ausdrucksstarke Thema verwendet Bach weder zu Engführungen noch zu Umkehrungen. Die Chromatik wird durch mehrere diatonische Zwischenspiele aufgelockert, deren Motiv in Takt 23/24 des Präludiums vorweggenommen ist. An mehreren Stellen, so zum Beispiel in Takt 19 im Alt und in Takt 28 im Tenor, erscheinen in diesen Zwischenspielen wie in einem Anlauf zunächst nur die drei ersten Noten des Themas, bevor es jeweils zwei Takte später in seiner Vollständigkeit erklingt. Ähnlich wie im ersten Kyrie der h-Moll-Messe verzichtet Bach auch in der h-Moll-Fuge auf eine Schlusssteigerung.

Mit 76 Takten und einem geforderten Largo-Tempo ist dies die längste, expressivste und eine der tiefgründigsten Fugen im Wohltemperierten Klavier. Philipp Spitta schreibt: Der Ausdruck des Schmerzes ist hier fast zum Unerträglichen gesteigert.

Info von ALL OF BACH zum BWV 869

Bach vervollständigt den Kreis mit Melancholie.

Bach hatte seine Schüler schon 23 Mal auf die Probe gestellt. Nur ein weiterer Schlüssel zu gehen und der Kreis der beispiellosen contrapuntal Erfindungen wäre abgeschlossen. Was würde Bach tun, jetzt war er in den letzten Stücken angekommen? Würde er sich selbst übertreffen, indem er noch mehr Techniken kombiniert oder in der Einfachheit abschließt und damit das Herz des Zuhörers erobert?

Bach gelang es selbstverständlich, auch wenn der technische Einfallsreichtum in diesem Präludium und der Fuge in h-Moll ein wenig weniger offensichtlich ist. Beide Stücke sind so perfekt proportioniert, dass Bach praktisch auf irgendwelche Tricks verzichtet, um die Spannung zu erhöhen.

Das Präludium ist eine Trio-Sonate. Oberhalb eines ruhig fortschreitenden Basses verschmelzen zwei Oberteile eng miteinander. Fünf Takte vor dem Ende kommt die Überraschung eines „Trugschlusses“, ein fast-aber-nicht-endet. Und weil dies uns schon betrogen hat, lässt Bach dann den Bassanweiser in den echten Schlussakkord eine halbe Bar ‚zu früh‘.

Die Fuge, die die längste im ganzen Wohltemperirte Clavier ist, ist bemerkenswert streng im Bau. Das Thema hingegen verwendet alle Töne der Oktave – extravagant und protzig -, als wollte Bach den Punkt der Sammlung noch einmal unterstreichen. Die Musik bewegt sich, aber nicht ohne Anstrengung, denn es gibt nur ein paar Zwischenspiele, um die Chromatik, die schwer zu verstehen ist, zu brechen. Bach Biograf Spitta schrieb, dass diese rührende Musik „machte den Ausdruck des Schmerzes fast unerträglich“. Und tatsächlich, obwohl Bach nicht wirklich eine Wahl hatte, stand die Tonart b-Moll für die Melancholie im Barock.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Tastenstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirten Klaviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 mal zusammen; Zwölf in Moll-Tasten und zwölf in Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anwenden, hier konnte er sich auf die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirten Claviers stammt aus dem Jahre 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den letzten fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Bach kompilierte diese zweite Manuskript nur um 1740, obwohl wieder einmal einige der Präludien und Fugen es enthält Datum aus einer viel früheren Zeit. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücksammlung wie folgt: „Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-Begierigen Musikalischen Jugend, auch hier in diesem Studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib“ (Für die Ausbildung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

RELEASE DATE  16 December 2016
RECORDING DATE  21 December 2015
LOCATION  Bennebroek
HARPSICHORDIST  Bob van Asperen
HARPSICHORD Michael Johnson, Fontmell Magna, Engeland 1979, after Pascal Taskin/Johannes Goermans

Video: J.S. Bach BWV 869 „Präludium und Fuge h-Moll“

all-of-bach-bwv-869

Zum Anhören in das Foto oder in diesen Text klicken!


Herzliche Grüße

sommerk

——————————–

John Eliot Gardiner : im Interview mit DIE ZEIT „Diese Musik durchglüht mich“


Sir J.E. Gardiner

              Foto:  Sir J.E. Gardiner

John Eliot Gardiner

„Diese Musik durchglüht mich“

John Eliot Gardiner hat ein wunderbares Buch über Johann Sebastian Bach geschrieben. Ein Gespräch mit dem Dirigenten über seine Passion für den großen Komponisten. (J.S. Bach)

Interview: Wolfram Goertz

8. Dezember 2016 – DIE ZEIT Nr. 49 / 2016, 24. November 2016

INHALT

Seite 1 — „Diese Musik durchglüht mich“
Seite 2 — „Herr, das bin ich, mehr kann ich nicht“
Seite 3 — „Ohne ihn wäre es entsetzlich öde“

———————————————–

DIE ZEIT: Sir John, haben Sie …

John Eliot Gardiner: … Entschuldigung, bevor Sie mich etwas fragen, möchte ich Sie etwas fragen. Hat Richard Barth das Buch gut aus dem Englischen übersetzt?

ZEIT: Sehr gut sogar. Fachlich präzise und doch unterhaltsam, gelegentlich sogar derb.

Gardiner: Aaah! Wunderbar. So sollte es sein.

ZEIT: Weil Bachs Musik für Sie zwar eine feste Burg ist, aber keine Bußübung?

Gardiner: Genau. Bachs Musik ist so lebensfroh. Dieser Mann war kein Griesgram und hat viel gelacht, wenn er sich auch oft geärgert hat. Und zugleich war er unglaublich fromm.

ZEIT: Bach, das sanguinische und doch gottesfürchtige Gemüt?

Gardiner: Diese beiden Pole sind ganz wichtig bei Bach.

ZEIT: Ihr Buch heißt im Untertitel: Musik für die Himmelsburg. Wann kam Ihnen die Idee, Bach in einem Buch als genialen Komponisten geistlicher Musik zu porträtieren?

Gardiner: Ich kreise ja schon mein ganzes Leben lang in der Umlaufbahn des Planeten Bach und habe viele, viele Eindrücke gesammelt, manche sehr scharf wie mit dem Fernrohr. Anderes erkennt man, wenn man sozusagen den großen Überblick hat. Im Jahr 2000 hat sich dann alles verdichtet.

ZEIT: Damals waren Sie mit Bachs Kantaten auf großer Wander- und Pilgerschaft.

Gardiner: Ja, ich habe in 60 europäischen Kirchen fast alle 200 Kirchenkantaten Bachs aufgeführt – in Leipzig und in London und Rom, sogar in Santiago de Compostela. Mit meinem Monteverdi Choir bin ich bis nach New York geflogen. Und irgendwann auf diesen Reisen reifte in mir die Idee, diese gewaltigen Erfahrungen mit meinem lebenslangen Hausheiligen in ein Buch zu gießen.

ZEIT: Musiker schreiben eher selten über Bach. Meistens sind es Musikwissenschaftler, für die auch Kleinigkeiten wichtig sind, wenn sie einen Klagebrief von Bachs Vater finden über die miserable Hygiene in Thüringen.

Gardiner: Vielleicht muss man für solch ein Buch tatsächlich Generalist sein. In jedem Fall sollte man viel Ahnung haben, wenn man Bachs Kirchenmusik aufführen will; ich habe mir etliches ja auch beibringen lassen. Der Thomaskantor braucht einen Allrounder, der viel von Darmsaiten und lutherischer Theologie, von ventillosen Trompeten und Wasserzeichen, von Orgelstimmungen und verminderten Septakkorden versteht.

ZEIT: Wissen Sie, wie oft Sie Bachs Werke schon aufgeführt haben, etwa die beiden Passionen, die h-Moll-Messe, die Motetten, das Weihnachtsoratorium?

Gardiner: Was ich wann wo dirigiert habe – ich weiß es nicht. Das liegt auch daran, dass es jedes Mal eine neue, fast jungfräuliche Aufführung ist, die mich begeistert. Ja, Bach enthusiasmiert mich in ungeheurem Maß. Dabei sind gerade auch die Kantaten wichtig. Sie ziehen sich ja wie ein Lebens- und vielleicht auch Schicksalsfaden durch Bachs musikalisches Schaffen. Und sie sind alle hinreißend.

ZEIT: Wie erklären Sie es sich, dass Bachs kompositorisches Niveau zu allen Zeiten – also von den frühen Kantaten in Mühlhausen um 1708 über die Weimarer Weihnachtskantaten von 1714 bis hin zu den späten Leipziger Werken in den 1740er Jahren – so unglaublich hoch war?

Gardiner: Es war sein Anspruch, er konnte nicht anders. Trotzdem merkt man, dass gute Texte – etwa als Libretti seiner Kantaten – Steilvorlagen für seine Inspiration waren.

ZEIT: War es da nicht bitter für Bach, dass die Zeitgenossen, vor allem in Leipzig, für seine Kunst keine Antennen hatten?

Gardiner: Wenn man sich anschaut, wer vor und wer nach Bach Thomaskantor in Leipzig war, kann man kaum glauben, dass der dortige Rat als Dienstvorgesetzter Ahnung von Kunst hatte. Bach war ja, als er 1723 in Leipzig anfing, auch gar nicht erste Wahl gewesen, sondern die vierte. Das haben sie ihn immer spüren lassen, man hat ihn getriezt, seine Arbeitsbedingungen fortwährend verschlechtert. Leipzig hat ihm das Blaue vom Himmel versprochen und nur wenig gehalten.

ZEIT: Glaubte Bach anfangs, in Leipzig seinen Traumjob gefunden zu haben?

Gardiner: Könnte sein. Gewiss waren andere Stellen in anderen Städten lukrativer, prominenter, leuchtender. Aber ihm ging es um die Kirchenmusik, er wollte sich und der Welt beweisen, wie man das herrlichste Gotteslob mit allen Mitteln der Kunst gestalten kann.

ZEIT: Deshalb dieses von niemandem bestellte Engagement für die Kantaten?

Gardiner: Unbedingt. In seinen ersten Leipziger Jahren hat Bach Woche für Woche eine Kantate komponiert, ohne Pause, bei Fieber und Nackenschmerzen, mit plärrenden Kindern im Rücken. Seine Wohnung grenzte mit ihren dünnen Wänden ja direkt an den großen Schlafsaal der Thomasschule mit Horden von Halbwüchsigen.

ZEIT: Waren diese 55 Thomaner-Jungs mit manchen Werken Bachs wegen deren unerhörtem Komplexitätsgrad nicht überfordert?………..

weiter zum ganzen Interview in DIE ZEIT..!!


Zur Buchveröffentlichung von J.E. Gardiner !

Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner – 
Große Bereicherung
Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel „Musik für die Himmelsburg“.

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: John Eliot Gardiner BACH.

„Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
Link zur Buchbestellung bei Amazon
—————————————–

Das Buch beginnt mit einer kleinen Provokation: John Eliot Gardiner schreibt über Bach, er sei zwar als Musiker unbestritten ein Genie gewesen, als Mensch aber nur sehr schwer zu fassen. Die spärlichen Dokumente, die über Bach erhalten sind, zeichnen eher das Bild einer enttäuschend durchschnittlichen Person. – Für seine Annäherung an Bach wählt Gardiner daher eine andere, viel näherliegende Quelle: die Musik selbst. Sie ist für Gardiner die Essenz, aus der sich die vielschichtigen Charakterzüge des Thomaskantors erschließen.

„Musik für die Himmelsburg“ – so hat John Eliot Gardiner sein Buch überschrieben und möchte diesen Titel doppeldeutig verstanden wissen: zum einen als realen Ort – „Himmelsburg“ nannte man die extrem hohe Weimarer Schlosskapelle, in der Bach seine ersten Kantaten-Serien aufführte. Zum anderen steht „Himmelsburg“ aber auch als Metapher für alle religiös inspirierte Musik Bachs, mit der Gardiner durch die jahrzehntelange praktische Erfahrung genauestens vertraut ist. Knapp die Hälfte des Bandes enthält denn auch Betrachtungen der geistlichen Kantaten, Motetten, Passionen und Messen von Bach.

Dem Autor gelingt hierbei eine eindrucksvolle Synthese: Er schreibt weder anstrengende wissenschaftliche Analysen noch pathetische Exegesen. Stattdessen erhält der Leser eine schlüssige Gesamtschau über das Vokalschaffen Bachs: Gardiner benennt musikalische Höhepunkte, deckt Querbezüge zwischen den Werken auf und stellt Überlegungen zu Bachs Arbeitsweise und Intentionen an. Gardiners Sprache ist hier so plastisch, dass er keine Notenbeispiele zur Unterstützung benötigt; und noch mehr: Seine Ausführungen etwa zu Bachs erstem Leipziger Kantaten-Jahrgang gleichen einer spannenden Geschichte von einem hochmotivierten Kantor, der austestet, wie seine Musik im Laufe des Kirchenjahres auf die Zuhörer wirkt, dabei aber auch unter unglaublichem Zeitdruck steht und sich mit vielen Unwägsamkeiten auseinandersetzen. – Gardiner weiß, wovon er schreibt, und fügt immer wieder geschickt eigene Interpretationserfahrungen ein.

Abseits der Werkbetrachtungen widmet sich Gardiner dem Kontext der Musik. Gleich zu Beginn schildert er seine ganz persönliche Beziehung zu Bach, die schon in frühester Kindheit mit dem Singen von Chorälen begann und über die Gründung des Monteverdi Choir bis hin zur Aufführung sämtlicher Kirchenkantaten führte. Weiterhin zeichnet Gardiner ein faktenreiches Bild von Bachs Lebensumständen in der mitteldeutschen Region an der Schwelle zur Aufklärung und wirft einen Blick auf Bachs komponierende Vorfahren. Ebenfalls sehr originell ist Gardiners Idee, den Werdegang Bachs mit fünf nahezu gleichaltrigen Komponisten zu vergleichen. Händel, Mattheson, Rameau, Telemann und Domenico Scarlatti sind die Auserwählten, deren jeweilige Stärken der Autor treffend hervorhebt. Schließlich nimmt Gardiner auch noch den Starrkopf Bach unter die Lupe, der sich häufig mit Vorgesetzten anlegte und danach beim Musizieren mit seinem Collegium musicum im Café Zimmermann entspannte.

John Eliot Gardiners Buch „Musik für die Himmelsburg“ ist in der Fülle der Bach-Literatur eine große Bereicherung. Der Fokus liegt hier nicht auf einer vollständigen Chronologie oder Werkdarstellung. So finden sich kaum Hinweise etwa auf Bachs Köthener Zeit, auf seine Claviermusik oder seine Orgelwerke. Umso stärker aber werden die Vokalkompositionen beleuchtet und als Kronzeugen für eine Darstellung des Menschen Bach verwendet. Der erscheint beim Lesen immer deutlicher als tief religiös und verwurzelt im mitteldeutschen Luthertum, voller musikalischer Ideen und Eingebungen, aber auch als ehrgeizig und unnachgiebig, kurz: als musikalisch vollkommen und menschlich sympathisch unvollkommen.

Die knapp 700 Seiten sind stets profund, aber doch angenehm leichtfüßig geschrieben. Immer wieder finden Gardiner und sein Übersetzer Richard Barth passende Metaphern, wenn etwa Bachs Arbeitsweise mit der Weitsichtigkeit eines Schachgroßmeisters oder die Betriebsamkeit der ersten Leipziger Jahre mit der hektischen Arbeit an einem Filmset verglichen werden. – Dank Gardiners Bach-Buch kann man dem oft rätselhaften Johann Sebastian Bach wieder ein Stückchen näher kommen.

Buchkritik vom 5.10.2016 aus der Sendung „SWR2 Cluster“

Meine Beobachtungen zu J.E. Gardiners Bach-Biografie, die in Deutsch veröffentlicht wurde!


Meine Beobachtungen zu der Bach-Biographie von John Eliot Gardiner folgen nach den Angaben zu der Buch-Veröffentlichung in Deutsch.

————————————-

Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner 

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Eine große Bereicherung
Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: von John Eliot Gardiner.

BACH „Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
Link zur Buchbestellung bei Amazon
—————————————–
Statt einer Rezension nur zwei entscheidende Beobachtungen im Bach-Buch von Sir Gardiner
Schade, das meiner Meinung nach grundlegende Stilmittel, das Sir Gardiner in der Bach’schen Vokalmusik treffend herausgearbeitet hat, dem ‚Welt-Rezensent‘ nicht aufgefallen ist.
Was ist also meiner Meinung nach ‚Bach’s Geheimrezept‘, das Sir Gardiner treffsicher analysiert? Schauen wir nochmal genau hin. ……

auf die Seiten 186 + 187:

Sir Gardiner zitiert dazu 2 Musiktheoretiker aus dem späten 16.Jahrhundert.

Johannes Susenbrotus (1484(85?) – 1542) und Henry Peacham d.Ä. (1546–1634)

Bach hatte ganz bestimmt von den beiden nie was gehört oder gelesen, aber es gelingt Bach aufzunehmen:

Die a) Rhetorisch-musikalische Figur der HYPOTYPOSIS

Den b) Ausdruck des Textes als PATHOPOEIA

a) meint: musikalische Themen werden eher ‚gesehen und vor Augen gestellt als gelesen oder gehört‘. Nicht nur laut-malerisch wird ein Thema interpretiert, sondern es geht tiefer in den Hörer hinein, es erscheint ihm plastisch vor Augen.

b) meint: ein Text oder eine Redeweise wird so intensiv gestaltet, daß im Hörer ‚eine heftige Gefühlerregung (Entrüstung, Angst, Hoffnung, Freude, Heiterkeit, Lachen u.a. erregt wird.
Keiner bleibt also mit a)+b) vom affektischen Aufnehmen unberührt‘.Bach’s Musik ist also mehr als Lautmalerei. Sie will so intensiv in den Hörer eingreifen, das mit mir etwas ‚passiert‘.
Sir Gardiner zieht als Vergleich die Aufführungen mittelalterlicher Mysterienspiele heran-, auch sehr treffend.
Meine Meinung: liegt hier das Geheimrezept des Bach’schen Musik-Kosmos. Damit kann Bach in der Hörerpersönlichkeit subkutan werden (unter die Haut gehen). Natürlich muß auch der Hörer dabei aktiv und sensibilisiert sein.

Ihr und Euer

Adamo
————

ALL OF BACH veröffentlichte am 18.11.2016 von J.S. Bach das BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“


Info: J.S. Bach BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“ (Wohltemperiertes Klavier)

„Präludium und Fuge cis-Moll“, BWV 849, bilden ein Werkpaar im 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.

Der feierlich-expressive, rezitativische Charakter der melodischen Linie erinnert an Bachs Passionsvertonungen. Eine direkte Beziehung zwischen dem Präludium und der folgenden Fuge ist schwer festzuhalten, es finden sich jedoch einige Andeutungen: der absteigende Halbtonschritt von Cis zu his erscheint schon zu Beginn des Präludiums in der Bassstimme, und die Tonfolge gis-fis-a-gis im abschließenden Takt 39 könnte als Vorwegnahme des Fugenthemas verstanden werden.

Das Hauptmotiv des Präludiums enthält einen aufsteigenden Oktavsprung, der sich durch das ganze Stück hinzieht, in Takt 9/10 zu einer None und in Takt 33 sogar zu einer Dezime gesteigert wird. Eine Abschrift des Präludiums ist im Clavier-Büchlein für Wilhelm Friedemann Bach überliefert.

Mit 115 Takten ist dies eine von Bachs längsten und am meisten und dichtesten ausgearbeiteten Fugen. Sie enthält drei Themen; es ist jedoch strittig, ob sie als Tripelfuge oder als Fuge mit zwei obligaten Kontrapunkten bezeichnet werden soll. Die Fünfstimmigkeit erscheint zu Beginn der Fuge in aufsteigender Reihenfolge, beginnend mit der Bassstimme.

Sie wird jedoch bald nach dem fünften Themeneinsatz in der Sopranstimme aufgegeben, im Mittelteil zu einer Dreistimmigkeit reduziert und erscheint erst wieder im Schlussteil ab Takt 99, hervorgehoben durch einen Passus duriusculus (absteigende Halbtöne) von cis2 nach gis1. Die Fuge weist zahlreiche Engführungen auf, enthält jedoch keine themenfremden Zwischenspiele.

Das erste Thema cis-His-e-dis ist ein Kreuzmotiv in halben und ganzen Noten, mit ähnlichen Tonschritten wie B-A-C-H. Das zweite Thema erscheint als lebhafte, rhythmisch kontrastierende Achtelbewegung, erstmals in der Oberstimme ab Takt 36. Es wird ab Takt 49 mit dem dritten Thema kombiniert, einer einfachen Kadenzformel. Als abschließende Krönung erscheint in den letzten zwölf Takten eine ausgedehnte Kadenzierung, wobei die überraschende Dissonanz.


Info von ALL OF BACH zum BWV 849

Es gibt unzählige Analysen und Interpretationen von Bachs Wohltemperirte Clavier. Je weiter wir von unseren rationalen Zeiten zu romantischeren verlaufen, desto schöner sind die Beschreibungen. So nennt der Kommentator des neunzehnten Jahrhunderts Hugo Riemann dieses Werk in cis-moll das »heilige Allerheilig«, gefüllt mit »Würde, Inspiration und edlen Gefühlen«. Das Vorspiel mit seinen ausgezogenen Linien sollte als »die Sehnsucht eines großen Herzens« gehört werden, während die Fuge wie eine »mächtige Kathedrale« steht. So viel Mystik klingt uns heute fremd.

Leicht und sinnlich:

Wie sollen wir nun diese Arbeit lesen? Bertrand Cuiller entscheidet sich für eine leichte, sinnliche Annäherung, besonders im Vorspiel. Gezogene Feierlichkeiten und elegante Arpeggien schaffen eine edle Atmosphäre, während die Spannung durch den großen Sprung in das Thema und eine Reihe von nicht-recht-Kadenz-Linien in der Mitte Abschnitt zur Verfügung gestellt wird. Der sanft rollende Siciliano-Tanzrhythmus verdeckt ein rastloses harmonisches Spiel – einige Sätze wiederholen sich mit Präzision in der Fuge – so ist das Stück nicht so sorglos, wie es erscheint.

Es ist bemerkenswert, dass die komplexe Fuge das kürzeste Thema in der ganzen Sammlung hat. Die fünf Töne enthalten auch eines der zehnten Intervalle – ein vermindertes 4.. Wenn Sie auf ein solches destilliertes Thema aufbauen, kommen Sie bald in einen harmonischen Morast – und zu viele Töne passen nicht mehr in die barocke Ästhetik. Also betrog Bach etwas (obwohl er die Regeln befolgte). Intervalle eines Halbtones werden manchmal ein ganzer Ton und der verminderte 4. wird sogar hier und da perfekt – alles zu guter Wirkung. Die fünf Teile betreten ordnungsgemäß von niedrig nach hoch, worauf das Thema nicht weniger als 24 mal zurückkehrt, oft direkt am Anfang oder ganz unten im Bau. Aber es gibt noch zwei andere Themen: eine lange Reihe von verdrehten Ornamenten und eine kurze von hartnäckigen Wiederholungen. Es braucht einen scharfen Sinn, um dieses mentale Puzzle zu entwirren.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Tastenstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirten Klaviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 mal zusammen; Zwölf in Moll-Tasten und zwölf in Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anwenden, hier konnte er sich auf die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirten Claviers stammt aus dem Jahre 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den letzten fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Bach kompilierte diese zweite Manuskript nur um 1740, obwohl wieder einmal einige der Präludien und Fugen es enthält Datum aus einer viel früheren Zeit. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücksammlung wie folgt: „Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-Begierigen Musikalischen Jugend, auch hier in diesem Studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib“ (Für die Ausbildung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

RELEASE DATE 18 November 2016
RECORDING DATE 15 September 2016
LOCATION Bois le Roi, France
HARPSICHORDIST Bertrand Cuiller

Video von ALL OF BACH – J.S. Bach BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“

all-of-bach-bwv-849

 

Zum starten des Videos in das Foto oder diesen Text anklicken!

———————————————

Ich wünsche viel Freude mit dem Video von ALL OF BACH !

Grüße

sommerk

————————————

J.E. Gardiner hat die Bach-Biografie in Deutschland veröffentlicht ! „Musik für die Himmelsburg“


Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner – 

Große Bereicherung

Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel „Musik für die Himmelsburg“.

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: John Eliot Gardiner BACH.

„Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
Link zur Buchbestellung bei Amazon
—————————————–

Das Buch beginnt mit einer kleinen Provokation: John Eliot Gardiner schreibt über Bach, er sei zwar als Musiker unbestritten ein Genie gewesen, als Mensch aber nur sehr schwer zu fassen. Die spärlichen Dokumente, die über Bach erhalten sind, zeichnen eher das Bild einer enttäuschend durchschnittlichen Person. – Für seine Annäherung an Bach wählt Gardiner daher eine andere, viel näherliegende Quelle: die Musik selbst. Sie ist für Gardiner die Essenz, aus der sich die vielschichtigen Charakterzüge des Thomaskantors erschließen.

„Musik für die Himmelsburg“ – so hat John Eliot Gardiner sein Buch überschrieben und möchte diesen Titel doppeldeutig verstanden wissen: zum einen als realen Ort – „Himmelsburg“ nannte man die extrem hohe Weimarer Schlosskapelle, in der Bach seine ersten Kantaten-Serien aufführte. Zum anderen steht „Himmelsburg“ aber auch als Metapher für alle religiös inspirierte Musik Bachs, mit der Gardiner durch die jahrzehntelange praktische Erfahrung genauestens vertraut ist. Knapp die Hälfte des Bandes enthält denn auch Betrachtungen der geistlichen Kantaten, Motetten, Passionen und Messen von Bach.

Dem Autor gelingt hierbei eine eindrucksvolle Synthese: Er schreibt weder anstrengende wissenschaftliche Analysen noch pathetische Exegesen. Stattdessen erhält der Leser eine schlüssige Gesamtschau über das Vokalschaffen Bachs: Gardiner benennt musikalische Höhepunkte, deckt Querbezüge zwischen den Werken auf und stellt Überlegungen zu Bachs Arbeitsweise und Intentionen an. Gardiners Sprache ist hier so plastisch, dass er keine Notenbeispiele zur Unterstützung benötigt; und noch mehr: Seine Ausführungen etwa zu Bachs erstem Leipziger Kantaten-Jahrgang gleichen einer spannenden Geschichte von einem hochmotivierten Kantor, der austestet, wie seine Musik im Laufe des Kirchenjahres auf die Zuhörer wirkt, dabei aber auch unter unglaublichem Zeitdruck steht und sich mit vielen Unwägsamkeiten auseinandersetzen. – Gardiner weiß, wovon er schreibt, und fügt immer wieder geschickt eigene Interpretationserfahrungen ein.

Abseits der Werkbetrachtungen widmet sich Gardiner dem Kontext der Musik. Gleich zu Beginn schildert er seine ganz persönliche Beziehung zu Bach, die schon in frühester Kindheit mit dem Singen von Chorälen begann und über die Gründung des Monteverdi Choir bis hin zur Aufführung sämtlicher Kirchenkantaten führte. Weiterhin zeichnet Gardiner ein faktenreiches Bild von Bachs Lebensumständen in der mitteldeutschen Region an der Schwelle zur Aufklärung und wirft einen Blick auf Bachs komponierende Vorfahren. Ebenfalls sehr originell ist Gardiners Idee, den Werdegang Bachs mit fünf nahezu gleichaltrigen Komponisten zu vergleichen. Händel, Mattheson, Rameau, Telemann und Domenico Scarlatti sind die Auserwählten, deren jeweilige Stärken der Autor treffend hervorhebt. Schließlich nimmt Gardiner auch noch den Starrkopf Bach unter die Lupe, der sich häufig mit Vorgesetzten anlegte und danach beim Musizieren mit seinem Collegium musicum im Café Zimmermann entspannte.

John Eliot Gardiners Buch „Musik für die Himmelsburg“ ist in der Fülle der Bach-Literatur eine große Bereicherung. Der Fokus liegt hier nicht auf einer vollständigen Chronologie oder Werkdarstellung. So finden sich kaum Hinweise etwa auf Bachs Köthener Zeit, auf seine Claviermusik oder seine Orgelwerke. Umso stärker aber werden die Vokalkompositionen beleuchtet und als Kronzeugen für eine Darstellung des Menschen Bach verwendet. Der erscheint beim Lesen immer deutlicher als tief religiös und verwurzelt im mitteldeutschen Luthertum, voller musikalischer Ideen und Eingebungen, aber auch als ehrgeizig und unnachgiebig, kurz: als musikalisch vollkommen und menschlich sympathisch unvollkommen.

Die knapp 700 Seiten sind stets profund, aber doch angenehm leichtfüßig geschrieben. Immer wieder finden Gardiner und sein Übersetzer Richard Barth passende Metaphern, wenn etwa Bachs Arbeitsweise mit der Weitsichtigkeit eines Schachgroßmeisters oder die Betriebsamkeit der ersten Leipziger Jahre mit der hektischen Arbeit an einem Filmset verglichen werden. – Dank Gardiners Bach-Buch kann man dem oft rätselhaften Johann Sebastian Bach wieder ein Stückchen näher kommen.

Buchkritik vom 5.10.2016 aus der Sendung „SWR2 Cluster“

Zum Nachhören:

Bach-Biografie von John Eliot Gardiner

Große Bereicherung

——————————————

5.10. | 15.05 Uhr | SWR2

Die 59. Corveyer Musikwochen beginnen am 9. Mai 2013 bis 9. Juni 2013


Die 59. Corveyer Musikwochen

beginnen am 9. Mai 2013. Weitere Informationen zu Eintrittskarten und anderen Veranstaltungen im Schloss Corvey erhält der Besucher unter folgender

Link-Adresse:

www.schloss-corvey.de

         Schloss Corvey Höxter  –  (Fotorechte: Schloss Corvey, Peter Knaup, Paris)

Anspruchsvolle Musik in einer Vielfalt, die für jeden Geschmack etwas bietet.
Die 59. Auflage des Festivals läuft vom 9. Mai 2013 bis zum 9. Juni  2013 und führt in fünf Konzerten vor allem Ensembles mit Sitz in NRW in die ehemalige Reichsabtei. Wie ein Roter Faden zieht sich die Musik des Komponisten Johann Sebastian Bach durch die Konzerte in der ehemaligen Abteikirche und im Kaisersaal des Schlosses.

Zum Auftakt am 9. Mai 2013 mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen unter Leitung von
Dirk Joeres erklingen in der Abteikirche Beethovens 6. Symphonie „Pastorale“ sowie Werke
von Haydn und Mendelssohn Bartholdy.

Die Neue Bachgesellschaft e.V. feiert am 12. Mai 2013 im Kaisersaal den Abschluss des Bach-Festes Detmold 2013 in Corvey. Bei diesem Konzert wird das Detmolder Ensemble „hfm brass“ Werke von Bach, Händel, Gabrieli und Byrd spielen. Das Delian Quartett, das von einem der weltbesten Bandoneon-Spieler, Per Arne Glorvigen aus Norwegen, begleitet wird, interpretiert am 26. Mai im Kaisersaal Werke des Tango-Spezialisten Astor Piazzolla sowie Kompositionen von J.S. Bach und Schostakowitsch.

In kleiner Besetzung, etwa 25 Musiker, kommt zum Abschluss am 9. Juni die Nordwestdeutsche Philharmonie mit Werken von Bach, Mozart, Tschaikowskij und Janacek in den Kaisersaal.

Infos und Karten gibt es beim
Kulturkreis, Tel. (0 52 71) 69 40 10.

Beatrix Meise
Konzertkartenverkauf,  (Mo.-Do. 8-13 Uhr)

EMail: b.meise(at)schloss-corvey.de

Buchen Sie Ihre Corveyer Konzerttickets online! 

Hier können Sie Ihre Plätze direkt im Saalplan buchen (Suchbegriff Corvey)

——————————————————————————————————————————-

Erstmals sind zwei Konzerte – eines in Corvey, das andere in Detmold – auch mit Übernachtung und Essen individuell buchbar.

Link: www.schloss-corvey.de

——————————————————————————————————————————-

J.S. Bach-Büste in Weimar

Wo bleiben in Weimar die Spuren auf Johann Sebastian Bach, tut die Stadt zu wenig für das überragende Kulturerbe


Liebe Bachfreunde !

Aufgerüttelt durch einen Zeitungsartikel in der „Thüringer Allgemeine“ vom 25.10.2012 möchte ich auf einen interessanten Zeitungs-Beitrag hinweisen. In einem Artikel von zwei ehemaligen Detmolder Musikstudentinnen wurde eine herbe Kritik an die Stadt Weimar gerichtet.

Unternimmt die Stadt Weimar finanziell zu wenig, um das großartige Erbe von „Johann Sebastian Bach“ – (J. S. Bach lebte dort 1703 und 1708-1717) – als ein überragendes Kulturerbe zu pflegen?

Schon öfters besuchten wir Weimar dabei ist uns immer wieder aufgefallen, dass wohl nur für Schiller & Goethe von der Stadt etwas gepflegt und unterhalten wird. Spuren von J.S. Bach sind so gut wie keine zu finden. Abseits des Marktplatzes in einer versteckten Nische ist eine J.S. Bach-Büste bei Wohlwollen zu sehen sowie eine kleine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus, das mittlerweile abgerissen ist, das wars.

Gedenktafel J.S. Bach in Weimar

                                                     Gedenktafel J.S. Bach in Weimar

Hier sollten die Thüringer und Bürger der Stadt Weimar etwas Unternehmen, diesen Missstand zu beheben. Eine bundesweite Bach-Aktion könnte dabei Unterstützung erfahren.

Wir Besucher von Weimar wollen nicht nur die Spuren von Schiller, Goethe und Liszt entdecken, sondern auch die Spuren vom großen Barock-Komponisten

„Johann Sebastian Bach“

in einem würdigen Rahmen präsentiert wissen.

Bachstadt Ohrdruf

Bachstadt Ohrdruf. Eine Tafel am Michaelisturm                erinnert an J.S. Bach.

Sicherlich hat sich das rührige

Bach-Projekt

in Weimar das zu Herzen genommen, doch geschehen ist bis heute so gut wie nichts, leider..!!

Viele kleine Ortschaften in Thüringen (z.B. Wechmar, Ohrdruf, Dornheim) haben mit einer großartigen Bach-Pflege Weimar den Rang abgelaufen und das mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten.

Hier der Auszug aus dem Artikel der TLZ:

„Weimar tut zu wenig für Bach-Erbe“

Umso enttäuschender sei es, wie Weimar, wo sich Bach immerhin von 1708 bis 1717 aufhielt, mit diesem Erbe umgeht: „Es gibt zwar einen sehr rührigen Verein, der sich den Wiederaufbau des Bachhauses zum Ziel gesetzt hat, aber die Stadt selbst tut zu wenig.“ Doch das ist auch schon fast die einzige Negativ-Erfahrung, die beide auf ihrer Radtour sammelten. Mareike Neumann: „Grundsätzlich bietet der Weg eine ungemein inspirierende Kombination aus Natur und Kultur auf den Spuren Bachs – als richtige Themenroute ausgewiesen, könnte er noch viel mehr Touristen anlocken.“

Stammhaus der Bache in Wechmar

                                              Stammhaus der Bache in Wechmar

 Den beiden Musikerinnen schwebt deshalb zweierlei vor: Zum einen knüpfen sie fleißig Kontakte zu Thüringer Touristikern und Bach-Enthusiasten, damit der Weg als Marke entwickelt wird – optisch wäre das zum Beispiel mit dem berühmten Bach-Siegel oder einemBach-Porträt möglich. Zum anderen konzipieren sie einen Wanderführer, der gut in den Lenkertaschen-Kartenhalter passen und von Hinweisen zur Anreise sowie Schwierigkeitsgrad und Wegbeschaffenheit bis hin zu Übernachtungsmöglichkeiten alles auflisten soll, was Radwanderer interessiert.

Trauungs-Kirche J.S. Bach- St. Bartholomäi in Dornheim

Trauungs-Kirche J.S. Bach- St. Bartholomäi in Dornheim

 Mit dem Dreilindenverlag Berlin haben sie auch schon einen Verlag gefunden, der das Vorhaben unterstützt. „Am schönsten wäre es natürlich, wenn der Radweg schon offiziell ausgewiesen wäre, wenn das Buch erscheint“, meint Anna-Luise Oppelt. Wer sich auf die Route einlasse, dürfe sich auf viele Entdeckungen freuen. Mareike Neumann: „Da ist zum einen die reizvolle Landschaft, zum anderen der Gedanke: Ah, hier war es also, dass Bachdiese oder jene Kantate schrieb. Das ist faszinierend.“ Und – wie die Musikerinnen finden – auch ausbaufähig: So sei denkbar, dass Smartphone-Besitzer über eine App jeweils die Kompositionen hören können, die Bach am jeweiligen Standort schuf. Eine schöne Idee: en passant zum Bach-Spezialisten werden, während man in die Pedale tritt und sich den Wind um die Nase wehen lässt…

>>> Hier geht es zum ganzen Artikel der TLZ <<<

———————————————————————————————————————

Herzliche Grüße

Volker

Konzerte und Theater-Termine für OWL und das Umland im Sommer und Herbst 2012


Ihr Lieben !

Schon lange sind mir herausragende Termine per Mail oder durch Veröffentlichungen zugetragen worden und komme endlich dazu, sie für OWL – Ostwestfalen-Lippe und für das weitere Umland bekannt zu geben.

————————————————————————————————————————————————

Herford

Seit einigen Tagen findet in Herford der Orgelsommer 2012 statt, Termin vom 8. Juli bis 2. September 2012. Es wurden namhafte Organisten aus dem In- und Ausland verpflichtet.

Ein PDF zum Download steht bereit.

Link: Herforder Orgelsommer_2012

Ein besonderes Orgel-Konzert stelle ich einmal vor:

Jean-Christophe Geiser - Domorganist zu Lausanne / CH

Jean-Christophe Geiser – Domorganist zu Lausanne / CH

Sonntag, 29. Juli 2012, 18.00 Uhr
Herforder Münster

ORGELKONZERT

Jean-Christophe Geiser, Domorganist zu Lausanne / CH
Norden und Süden in Barock und Romantik

Samuel Scheidt : Echo ad manuale duplex forte et lene
(1587-1654)

Nicolaus Bruhns : Praeludium in e-Moll (das Grosse)
(1660-1697)

Georg Muffat : Passacaglia (1653-1704)
.

Johann Sebastian Bach : Concerto a-Moll BWV 593 (nach dem Concerto a-Moll
(1685-1750) für 2 Violinen und Streicher op. 3 no 8 „Estro armonico“
von Antonio Vivaldi) (Allegro) – Adagio- Allegro

Richard Wagner: Vorspiel zu «Tristan und Isolde»
(1813-1883) (Transkription: Alexander Wilhelm Gottschalg)

Johannes Brahms: Praeludium und Fuga in g Moll WoO 10
(1833-1897)

Eintritt frei / Kollekte

————————————————————————————————————————————————

St. Michaelis Hildesheim Sommerliche Kirchnmusik 2012

St. Michaelis Hildesheim Sommerliche Kirchnmusik 2012

Hildesheim

Sommerliche Kirchenmusik, die 46. seit Bestehen dieser Konzertreihe in St. Michaelis Hildesheim.

Wir haben wieder ein vielfältiges Programm für Sie zusammengestellt, das von mittelalterlicher Musik bis zu einem experimentellen Wort-Ton-Projekt reicht.

Bitte beachten Sie, dass das Abschlusskonzert ausnahmsweise nicht an einem Donnerstag, sondern erst am Sonntag, dem 9. September 2012 stattfindet.

Zwei Konzerte aus dem Programm stelle ich einmal vor::

St. Michaelis, Donnerstag, 9. August 2012, 20 Uhr – Kammerkonzert

Ensemble „Bremer Ratsmusik“

Annika Schmidt, Barockvioline – Jenny Westman, Viola da Gamba – Harry Hoffmann, Barocklaute

Werke von Johann Sebastian Bach

Eintrittspreise: 12 EUR (erm. 8 EUR)

Online-Kartenbestellung:

Link: über ReserviX.de

—————————————————————————————————————

St. Michaelis Hildesheim

St. Michaelis Hildesheim

St. Michaelis, Donnerstag, 30. August 2012, 20 Uhr

„Mit der Seel‘ und Mundesstimm'“

Barocktrio Schwarz / Pank/Becker-Foss – Gotthold Schwarz (Leipzig), Barition – Siegfried Pank (Leipzig), Viola da Gamba

Hans Christoph Becker-Foss (Hameln), Orgel und Cembalo

Werke von:

Georg Böhm, Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann,

Georg Christoph Strattner, Johann Adolph Hasse, Carl Philipp Emanuel BachWilhelm Friedemann Bach und  Johann Christoph Friedrich Bach

Eintrittspreise: 12 EUR (erm. 8 EUR)

Online-Kartenbestellung:

Link: ReserviX.de

—————————————————————

Weitere Informationen:

KMD Helmut Langenbruch

Michaelisplatz 2, 31134 Hildesheim

Tel.:  05121 9990184 – Fax:  05121 9990225 – Mobil:  0179 3952637

e-mail:  Helmut.Langenbruch@evlka.de

Internet: http://www.posaunenchor-michaelis.de

………..  http://www.michaelis-gemeinde.de

—————————————————————

Programm-PDF zum Download

Link: PDF – St. Michaelis Hildesheim Programm

————————————————————–

.

————————————————————————————————————————————————

.

 

.         

Samstag,  28.07.2012, 20:00 UHR 

.

Bach-Nacht 2012

In der Abteikirche Marienmünster

Die diesjährige Bach-Nacht am Samstag, 28. Juli 2012, markiert gleichzeitig die Eröffnung des Festivals der Klosterregion. Sie beginnt um 20 Uhr im Konzertsaal der Kulturstiftung zunächst mit dem Chorkonzert „Von Bach zu Brahms” mit „TASK”, dem Thüringischen Akademischen Singkreis. Um 22 Uhr folgt in der Abteikirche „Licht und Klang”, eine Performance zur Geschichte des Ortes. „Befiehl du deine Wege” – Bach-Choräle zur Nacht – beschließen das Programm des ersten Festivaltages.

Weitere Termine der Klosterregion über den nachstehenden Link

Link:  http://www.philharmonische-gesellschaft-owl.de/klosterregion.html

.

Eintrittskarten-Online für Marienmünster:

Link:  https://secure.philharmonische-gesellschaft-owl.de/index.php?id=67&Event=844&BookingType=2

.

Als PDF das Gesamt-Programm zum Download (Klosterlandschaften OWL 2012)

Link:  Programm-Klosterlandschaft-OWL-2012

.

———————————————————————————————————————————————–

.

Konzerthaus der HfM Detmold

Konzerthaus der HfM Detmold

Detmold

6. Oktober 2012 : HfM Detmold, Konzerthaus, 19:30 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll KV 626

Johann Sebastian Bach: Kantate „Ich habe genug“, BWV 82

Barockakademie der HfM Detmold: Instrumentalsolisten-Ensemble,

Leitung: Ulrike-Anima Mathé | Vokalsolisten-Ensemble, Einstudierung: Benno Schachtner | ohne Mitwirkung von Klaus Mertens..!!

Leitung: Gerhard Weinberger |

Eine Veranstaltung der Reihe MUSICA SACRA

Eintritt 30,00 EUR | 25,00 EUR | 20,00 EUR – Studierende / Schüler Eintritt frei (Eintrittskarte erforderlich)

Vorverkauf der Eintrittskarten für Detmold

findet im Detmolder „Haus der Musik“,Krumme Straße 26, statt

(Tel. 05231-302078). Sie können dort persönlich Ihre Eintrittskarten kaufen oder über die Ticket-Hotline 0800-00-68745 jederzeit anrufen (auch an Sonn- und Feiertagen). Der Anruf kostet Sie keinen Cent. Die Gebühren zahlt das Haus der Musik. Kernzeit Kunden-Service: Montag bis Freitag 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Samstag 9.30 Uhr bis 14.00 Uhr

Programmänderung für Detmold:

Samstag, 06.10.2012

Konzerthaus, 19:30 Uhr

Konzert der Barockakademie

Barockakademie der HfM Detmold:
Instrumentalsolisten-Ensemble, Leitung: Ulrike-Anima Mathé | Vokalsolisten-Ensemble, Chorassistenz: Benno Schachtner | Leitung: Gerhard Weinberger | Eine Veranstaltung der Reihe MUSICA SACRA 2012

Johann Sebastian Bach (1685–1750): Kantate „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“, BWV 27 (Dominica 16 post Trinitatis) für Soli, Chor und Orchester – Corinna Kuhnen (Sopran), Julia Maria Spies (Alt), Volker Hanisch (Tenor), Fabian Kuhnen (Bass) / Johann Sebastian Bach: Kantate „Ich habe genung“, BWV 82 (Festo Purificationes Mariae) für Bass, Oboe, Streicher und Continuo – Solist: Konstantin Ingenpass (Bass)
– Pause –
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Requiem d-Moll KV 626 (Fassung: F. X. Süssmayr) für Soli, Chor, Orchester und Orgel – Carine Tinney (Sopran), Janina Hollich (Alt), Volker Hanisch (Tenor), Gregor Loebel (Bass)

Eintritt 30,00 EUR | 25,00 EUR | 20,00 EUR – Studierende / Schüler Eintritt frei (Eintrittskarte erforderlich)

Ticket online

————————————————————————————————————————————————

Stiftskirche Kloster Corvey - Höxter

Stiftskirche Kloster Corvey – Höxter

Höxter – Kloster Corvey, Stiftskirche

Sonntag, 07.10.2012

Stiftskirche Corvey, 17:00 Uhr

Wiederholung des Konzertes vom Vortag unter Mitwirkung von Klaus Mertens (Bass).

Solist: Klaus Mertens, Bass

Wolfgang Amadeus Mozart:

Requiem d-Moll KV 626

Johann Sebastian Bach: Kantate “Ich habe genug”, BWV 82

Barockakademie der HfM Detmold:

Instrumentalsolisten-Ensemble, Leitung: Ulrike-Anima Mathé | Vokalsolisten-Ensemble, Einstudierung: Benno Schachtner |

Leitung: Gerhard Weinberger |

Eine Veranstaltung der Reihe MUSICA SACRA 2012

Online-Ticket: über Saalplan buchen..!!

Link: http://hellwegticket.schlachthof-soest.de/vorverkauf-vorverkauf-men4.html

————————————————————————————————————————————————

Christuskirche Detmold

Christuskirche Detmold

Detmold

Freitag, 16.11.2012

Detmold, Christuskirche, 19:30 Uhr

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

Das musikalische Opfer, BWV 1079

Ausführende:

Ulrike-Anima Mathé, Barockvioline | Hans-Jörg Wegner, Flöte |

Tomasz A. Nowak, Orgel und Cembalo |

Eine Veranstaltung der Reihe MUSICA SACRA 2012

Eintritt frei

.

————————————————————————————————————————————————

Herford

Händel und Bach - eine irrwitzige Begegnung

Händel und Bach – eine irrwitzige Begegnung

Stadttheater Herford

Samstag, 27.10.2012 um 19:00 Uhr

Händel und Bach – eine irrwitzige Begegnung

Komödie von Paul Barz
mit Sigmar Solbach und Walter Renneisen

Geistreiche Komödie über ein hitziges Treffen der beiden größten Komponisten ihrer Zeit: Händel und Bach!

Die Komödie geht von einer Fiktion aus, der persönlichen Begegnung zwischen dem geschätzten Komponisten und verdienten Thomas-Kantor Johann Sebastian Bach und dem berühmtesten und bestbezahlten Musiker seiner Zeit, Georg Friedrich Händel. In Wahrheit sind sich die beiden Musiker trotz vieler Parallelen in ihrem Lebenslauf nie begegnet. Alle übrigen Fakten sind aber, bei aller Freiheit der Interpretation, authentisch.

Was sich jedoch zunächst als kollegialer Gedankenaustausch bei festgelegtem Rollenspiel – hier der Superstar und Genussmensch, dort der bescheidene kleine Kantor – anlässt, wird bald schon zum unverhofften Zweikampf. Zwei Titanen ihrer Kunst treten gegeneinander an, sich ebenso ähnlich wie fremd. Im Verlauf ihrer immer heftiger werdenden Auseinandersetzung schimmern Wünsche und Sehnsüchte, auch geheime Ängste und Komplexe durch, die alle Klischeevorstellungen von diesen beiden Musikern durcheinander wirbeln.

Kartenvorverkauf:
Im Theaterbüro Linnenbauer Platz 6, 32052 Herford
Telefon: 05221 / 50007
Dienstag – Freitag 11:00 bis 18:00 Uhr
Samstag 10:00 bis 14:00 Uhr
.
————————————————————————————————————————————————
Herford
CANTart Herford 2012

CANTart Herford 2012

CANTart – Musikfestival im Kreis Herford
.
vom 2.9.2012 bis 11.12.2012
.
Der Evangelische Kirchenkreis Herford veranstaltet zusammen mit Kulturanker Herford e.V. und

Kulturpartnern das Musikfestival CANTart.

Im Festival CANTart treffen musikalische Impulse und Strukturen vielfältigster Herkunft und Relationen aufeinander und bilden doch ein
faszinierendes Ganzes. Die Region Herford gewinnt dabei ein ganz eigenes kulturelles Profil mit Tiefenwirkung.

Der Projektname CANTart erinnert an die ursprünglichste Form des Musizierens im Singen (lat. cantare) und verweist zugleich mit dem eigenständigen Partikel art auf Querverbindungen zu anderen Bereichen der Kunst. In CANTart wirken Tradition und innovative Offenheit in zukunftsgerichteter Intonation zusammen.

Die menschliche Stimme erweist sich gemäß dem Festivalthema als Ausdrucksorgan und fordert ebenso zu zeitgerechter Positionierung heraus. Überzeitlichkeit und Aktualität bestimmen ihr Klang- und Wirkungsspektrum.

PDF-Programm zum Download

Link: Flyer_CANTart_2012

————————————————————————————————————————————————

Hannover

Herrenhäuser Kirche Hannover

Herrenhäuser Kirche Hannover

Hannover, Herrenhäuser Kirche Konzerte im Dezember 2012

Bachs Weihnachtsoratorium in einer szenischen Vorstellung. Eine Oper für Jung und Alt.

In Hannovers Herrenhäuser Kirche werden seit etlichen Jahren neben den Kirchenkonzerten bedeutende Oratorienwerke auch als geistliche Opern aufgeführt.

Die für heutige Zuhörer oft schwer verständlichen Texte und verwickelten Handlungsstränge barocker Meisterwerke können durch eine theatralische Verlebendigung besser nachvollzogen werden. Die bisherigen Umsetzungen wurden von Publikum und Presse mit großem Zuspruch aufgenommen. Unter anderem war im Rahmen der Expo 2000 die „Matthäuspassion“ von J.S. Bach in fünf gut besuchten Aufführungen zu erleben. Zuletzt fand 2009 eine viel beachtete musik-theatralische Gestaltung des „Deutschen Requiems“ von Johannes Brahms statt.

Bachs musikalischer Weihnachtshistorie – seinem populärstem Werk – kann eine szenische Gestaltung in besonderem Maße gerecht werden. Zwar ist es sein wohl am häufigsten aufgeführtes Oratorium, trotzdem ist es, kurz gesagt am wenigsten bekannt: Zum Jauchzen und Frohlocken der Hirten und Engel über die Geburt Jesu in den ersten drei Kantaten, gehören nämlich auch die Bedrohungen durch König Herodes, dem „Prototyp des allgegenwärtig Bösen“( Günter Jena ) in den letzten drei Kantaten. Aber genau das ist der Inhalt des Weihnachtsoratoriums: durch Jesus Beistand kann der Mensch den im Schlussritornell beschworenen Anfechtungen durch Tod, Teufel, Sünde und Hölle widerstehen. Gut und Böse gehören zum geistlichen Gesamtkonzept des „Weihnachtsoratoriums“.

So sollen sich also die vertrauten Ereignisse um Christi Geburt herum mitten zwischen den zuschauenden Menschen unter dem eindrucksvollen Herrenhäuser Kronleuchter ( der das himmlische Jerusalem symbolisiert ) im Kirchenraum abspielen. Zu diesem Zweck wird eigens eine Bühne errichtet, die von den Kirchenbänken eingerahmt ist. Gleichzeitig wird aber durch eine Blick- und Raumverbindung zum Erlöserkreuz im Altarraum hin das Geheimnis des göttlichen Heilsplans spürbar sein. Die Klänge des Bachschen Passionschorals „O Haupt voll Blut und Wunden“ rahmen das Oratorium mit seinen eben nur teilweise freudigen und idyllischen Geschehnissen ein.

Eine scheinbar altbekannte Geschichte kann so neu angeschaut werden. Die tiefen Zusammenhänge in Bachs geistlicher Weihnachts-Historie werden zu einem eindrücklichen, Herz, Ohr und Auge bewegenden Ereignis für Besucher aller Altersschichten. Ein besonderes Weihnachtsfest, an das sich interessierte Kirchgänger, Konzert-, Theater- und Opernfreunde noch lange erinnern werden.

Webseite der Herrenhäuser Kirche: 

Link: http://www.kirchenmusik-in-herrenhausen.de/konzerte/index.htm

.

Weitere Informationen werden in Kürze auf einer eigenen Website veröffentlicht.

www.weihnachtsoratorium-oper.de

.

————————————————————————————————————————————————

Ein Sommernachtstraum „Blicke nicht zurück“ am 23.Juni 2012 in der Philharmonie Essen


Mann, mann, mann, geht´s noch besser? Vorgestern habe ich den „Sommernachtstraum“ in der Essener Philharmonie besucht, mit dem für mich ein fulminanter Höhepunkt die diesjährige Spielzeit beendet hat. Das Ganze stand unter dem Motto „Blicke nicht zurück“ und verknüpfte in einem Großprojekt Musik-Theater-Tanz miteinander. Zentraler Ausgangspunkt für die übergreifende Verquickung ist die konzertante Oper „L´Orfeo“ von Claudio Monteverdi unter Thomas Hengelbrock und seinem Balthasar-Neumann-Chor und Ensemble. Angeregt von diesem Projekt, hat Literatur Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek den 2. Programmpunkt des Abends mit der Uraufführung „Schatten“ dazu beigesteuert. Der Monolog der modernen Euridyke, vorgetragen von der Schauspielerin Johanna Wokalek (das ist die Darstellerin der „Päpstin“). Nummer 3 im Bunde gestaltete das Aalto-Ballet mit einem Ballet von Patrick Delcroix: „Cherché, trouvé, perdu“ zu der Musik von Arvo Pärt im Stadtgarten auf einer eigens installierten Bühne im Stadtgarten hinter der Philharmonie. Von der Struktur erinnerte es mich ein bisschen an Bayreuth (Idee von T. Hengelbrock?), wo es ja auch immer zwischen den Akten 2 große Pausen gibt, für kulinarische sowie geistige Regeneration.

L´Orfeo-Favola in musica / Claudio Monteverdi (1567-1643)

Nicolay Borchev-Orfeo, Anna Bonitatibus-Messaggera+Proserpina, Johannette Zomer-La Musica, Anna Stéfany, Speranza, Guido Loconsolo-Plutone, Miljenko Turk-Apollo, Merek Rzepka-Caronte, Tanya Aspelmeier-Ninfa

Balthasar-Neumann-Chor / Ensemble – Thomas Hengelbrock, musikalische Leitung

Die Solisten

Die Solisten

Monteverdi´s „L´Orfeo“ gilt als die erste richtige Oper eines entstehenden Genres, das die Handlung mit Musik und allen Sinnen erlebbar macht (Na gut, anpacken ist nicht erlaubt). Die Uraufführung fand 1607 statt. Wer aber nun fragt, „was soll der verstaubte Kram?“, wird eines besseren belehrt. Die Götter sind natürlich auch nur menschlich und Monteverdi charakterisiert sie als solche mit großem Einfühlungsvermögen. Und diese Typen haben sich auch in 400 Jahren nicht geändert. Sie haben heute warscheinlich nur andere Namen. Auch die Aufführung ist nicht so wirklich konzertant, aber dazu später.

Die Toccata und auch den Prolog der Musica (phantastisch nuanciert gestaltet von J. Zomer), erledigt das Orchester noch alleine, dann stürmt die ausgelassene Hochzeitsgesellschaft-kostümiert und festlich – mit Hengelbrock als einer von ihnen auf die Bühne. Er dirigiert die Derwische vom Boden, kniend und mitsingend. Das ist der grandiose Auftakt für die Hochzeitsfeierlichkeiten. Orpheus und Euridike lassen sich feiern, nach vielen tragischen Erfahrungen ist er im Olymp der Glückseligkeit angekommen. Nicolay Borchev ist ein Spitzen-Orpheus, mit enormem Volumen in den tiefen Lagen. Die Stimmlage des Bariton war damals noch nicht bekannt und ein Tenor nach heutigen Maßstäben in Siegfried-Manier gab es nicht.

Eine Nymphe bringt jedoch in einem ergreifenden Vortrag die Nachricht von Euridikes Tod (Schlangenbiss), Anna Bonitatibus die für mich mit Borchev die herausragendste Solistin. Wie so oft im Leben, auch Glück ist ein flüchtiger Schatten. Er beschliesst ins Reich des Todes herabzusteigen, die Hoffnung-la Speranza, begleitet ihn, muss ihn aber am Eingang verlassen. Der Fährmann läßt ihn natürlich nicht übersetzen, da kein Lebender übersetzen darf. Monteverdi untermalt den Fährmann-Gesang des Caronte (erinnert mich irgendwie mit Hut, Mantel und Stab an Wotan) mit -kenne mich mit der Orgelregistrierung nicht aus- einem Gemshorn!? Wirkt auf jeden Fall gespenstisch. Caronte hat zwar Mitleid, kann aber nicht die Gesetze brechen. Orpheus, der wilde Tiere zähmte und Steine zum Erweichen brachte, will auch das Herz von Caronte erweichen, das passiert nicht, aber der schaurige Wächter ist eingeschlafen! Orpheus setzt über. An dieser Stelle sei lobend die Bläser-Combo erwähnt, die einen nicht unerheblich Part für den festlich, düsteren Einschlag zu erledigen hat.

Die Solisten, Chor, Ensemble und Dirigent

Die Solisten, Chor, Ensemble und Dirigent

Proserpine hat es Orpheus´Leidenschaft angetan, sie überredet ihren Gatten Pluto (Pluto hat eine supergeile Stimme, aber er läßt heute abend nicht alles raus, was er drauf hat!), den sie becirct, Orpheus seine Geliebte wiederzugeben, er stimmt zu (hochbrisante Erotik an dieser Stelle!), aber er darf sich nicht umsehen, total happy über den Rückgewinn seiner Braut, preist Orpheus seine Leier, die ihm mal wieder Glück gebracht hat und träumt schon davon, was ihn abends bei seiner Braut so alles erwartet. Dann fassen ihn Zweifel, vielleicht folgt sie ihm ja gar nicht? Plötzlich leitet ihn seine Leidenschaft und- oh shit!!!- er dreht sich um! Euridike muss im Hades verbleiben. Welche Dramatik! Orpheus beklagt sein Schicksal und im Moment höchster Not greift sein Vater Apollo wie Deus ex machina ein und erhebt ihn in den Himmel, wo er Euridike als Gestirn wiederfindet. Schade, leider kein Happy End, aber der ungestüme Chor preist triumphal Orpheus „Himmelfahrt“.

Die mitreissende Qualität, die irre Dynamik der Chöre, das überragende Solisten-Ensemble und Hengelbrocks gänzlich durchgelüftete Version waren unbeschreiblich. Das Publikum ist mit mir d´accord. Ich würde die Oper eher als semi-szenisch bezeichnen. Die Truppe konnte in ihrer schauspielerischen Leistung und ihren alltagstauglichen Kostümen jeder modernen Inszenierung standhalten. Auch für jeden ungeübten Opernhörer ist die Oper geeignet, durch die vielen Wiederholungen der Chöre, Toccaten und anderer Melodien ist ein Eingewöhnungseffekt garantiert, das Italienisch zu verstehen ist trotz der Übertitel fast überflüssig, die Musik spricht eine deutliche Sprache. Ich bin total gespannt auf Hengelbrocks konzertante Parsifal-Aufführung in 2013 nach dieser absoluten Glanzleistung.

während der Pause am RWE Pavillion

während der Pause am RWE Pavillion

So, jetzt erst mal runterkommen mit einem Gläschen Sekt. Der Wettergott hat ein Einsehen, man kann vom RWE Pavillion auf die Terrasse des Stadtgartens. Dann gehts zum 2. Teil.

Elfriede Jelinek (*1946) – „Schatten (Eurydike sagt)“Strichfassung Johanna Wokalek-Szenische Realisierung: Peter Schmidt, Film: Jan Kerhart

Wokalek auf einem Haufen Klamotten sitzend, dessen Farben grau, schwarz, weiss und besonders rot dominieren, im Hintergrund eine Leinwand mit grauen, wechselnden Bildern.

Jelinek beleuchtet die Gedanken einer modernen Eurydike, die sich eine Parallelwelt zur Realität aufbaut und sich in einen Konsumwahn flüchtet.Der Kaufrausch wird zur Ersatzbefriedigung, die ihre Inspirationen aufsaugen. Ihr eigenes Selbst, ihre eigene Kreativität verkrüppeln im Schatten des „Sängers“, sie wird selbst der Schatten. Es behandelt den Zeitraum vom Schlangenbiss bis zum Tod, Resümee eines Selbstverlustes, sie vergleicht sich mit Handyphotos, was schattenhaft ist, wird verworfen. Eine Parabel auf den Verlust der Tiefgründigkeit und der Nachdenklichkeit in unserer Zeit. Als Frau eines Künstlers hat man -das ist meine Beobachtung- ein Leben, das man in den Dienst des Künstlers stellt oder daran zugrunde geht.

Die Schauspielerin Johanna Wokalek bietet einen beeindruckenden Auftritt, diese charismatische Stimme, die den Text verstärkenden Bewegungen. Jelineks Werk war ein gelungener Gegenpol für die unemazipierte Eurydike bei Monteverdi. Das hat nachdenklich gemacht.

Dann wieder Pause. Es ist dunkel geworden.

Toller Schlussakzent ist das nachfolgende Ballet, das im Stadtgarten stattfindet.

Cherché, trouvé, perdu von Patrick Delcroix greift das vorher gesehene mit der Musik von Arvo Pärt ( Fratres+Ludus aus „Tabula Rasa“ übrigens auch überraschend tolle, neue Musik) noch einmal auf und verknüpft es mit einer weiteren Variante-dem Tanz. Wenn ich auch sonst mit Tanz nicht viel am Hut habe, ist es hier ganz einfach verständlich. Dazu siehts noch ästhetisch total klasse aus. Sein Sujet ist jedoch nicht das schicksalhafte Getrenntwerden, sondern die Trennung und das Wiederfinden aus freier Entscheidung.

Ballet auf der Bühne im Stadtgarten

Ballet auf der Bühne im Stadtgarten

Ein Riesen-Lob an dieser Stelle geht an die Intendanz der Philharmonie Essen, Hr. Dr. Johannes Bultmann+Team und seine Vorstellung, wie man Musik leben, erhalten und geistig aufbereiten muss. Nicht nur, dass ich in dieser Saison bestimmt einige der besten Konzerte überhaupt gehört habe, da kommt auch rüber, dass sich da jemand Gedanken macht, dass die Musik nicht isoliert stehen darf, sondern dass sie Zuflüsse aus allen geistigen Bereichen bekommt, die das Werk bereichern, es transparenter machen, oder den Transfer ins Jetzt vereinfachen. Dann kann sie „welthellsichtig“* machen. Das ist sicherlich mit diesem Gesamtkunstwerk gelungen. Ich freue mich auf die nächste Spielzeit. Es verspricht wieder spannend zu werden. Ich muss nicht nach Berlin, Hamburg oder München fahren. Essen hat alles.

Gruß in die weite Welt, und immer schön nach vorne schauen CvF

*Richard Wagner-Parsifal /2. Akt