Archiv der Kategorie: Bachhaus in Eisenach

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der dritte Tag Ankunft in Gotha am 05.07.2021


Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der dritte Tag Ankunft in Gotha am 05.07.2021

Wir, die ‘Bach by bike’–Gruppe!“

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise

3.Tag: Die Hörselberge und meine Stärkung durch den ‚Bach by bike‘ Kanon.

Wusstet ihr schon? Ein Kanon kann Lebensgeister wecken. So unser Motivations-Kanon:

‚Bach by bike,(Klingeln!) und ‚Bach by bike‘ (immer wieder in den Pausen dazu rhythmisch Klingeln.) Von Eisenach bis Gotha, Wechmar und Ohrdruf, Arnstadt, Dornheim, Erfurt, Weimar, nach Weißenfels und Wiederau, alles Bach by bike, Leipzig nach Halle, von Halle nach Köthen‚ Bach by bike.‘
(S.Wüsthoof/J.S.Bach):

Wie war mein Tag? Durch Steigungen und Abfahrten in den Bergen der Hörsel war ich einige Male am Schlappmachen. Doch dann, in kleinen Pausen, stimmten Helene oder Mareike diesen Kanon an. Was geschah dann wundersam? Mit dem aufmunternden Rhytmus kamen meine Kräfte zurück. (Tondatei folgt).

In Eisenach ging der junge Bach zur Latein-Schule, heute noch Gymnasium. Hier hörten wir im stimmungsvollen Innenhof vom Onkel des kleinen Sebastian seine nach Texten aus dem Hohelied komponierte ‚harmlos amouröse’ Motette ‚Meine Freundin, du bist schön!’. Sie führte uns in die barocken Familientreffen des Bach-Clans ein. Denn, wie wir noch bei unserem Besuch in Arnstadt hören werden (7.7.), legten die ‘Bache’ großen Wert auf ihre jährlichen Familientreffen mit deftigem feiern.. Auch ein Blick in den an der Stadtmauer gelegenen alten Stadtfriedhof belegt, dass hier in mehreren Generation ‚Bache‘ als Mütter, Stadtpfeiffer und Cantoren begraben sind und im Leben miteinander versippt waren.

Praktisch gesehen ist die Planung einer sowohl kulturell, als auch sportlich bestimmten Gruppenreise eine große Herausforderung. Gepäcktransport, Gebrauchs-Reparaturen an den Fahrrädern, Wegeplanung, Logie und Verpflegung, auch die soziale Betreuung der TeilnehmerINNEN, können eigentlich nur noch von ‚Reisespezialisten‘ geleistet werden. Daher ist das Team von ,Bach by bike‘ nur zu loben. Denn-, eigentlich sind Mareike, Helene, Anna und Christine ja fest angestellte oder freiberufliche MusikerINNEN. Doch gerade die letzten beiden Jahren, mit den überwiegenden Auftrittsbeschränkungen, zeigte uns, dass MusikerINNNEN mit ihren musikalischen Begabungen neue Wege finden können.

Fotos: Der ‚düstere Bach von 1936‘ schimpft, dass ich mit meinem Fahrrad fast in seine Taufkirche (Georgenkirche) hereingefahren bin; die Gruppe im Hof der Lateinschule; Mareike beim Vortag am Gedenkstein für die verstorbenen ‚Bache‘; Helene beim Vortag auf dem Marktplatz; Adamo vor dem sehr wahrscheinlichen echten Geburtshaus von Johann Sebastian; das restaurierte Bachdenkmal; Abfahrt von Eisenach; auf der Fahrt nach Gotha (38km), Rast in Boxberg.

Morgen (6.7.) widmen wir uns dem großartigen Renaissance-Schloß auf der Höhe in Gotha und besuchen das barocke Eckhof-Theater.
Dann mittags Abfahrt nach Ohrdruf, wo der Waisenjunge Bach bei seinem Onkel aufgenommen wurde

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Wolfgang

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der zweite Tag Ankunft in Eisenach am 04.07.2021


Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der zweite Tag Ankunft in Eisenach am 04.07.2021

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise 3.-12.7.21.


Wir, die ‘Bach by bike’–Gruppe!“

2.Tag: Ankunft in Eisenach, doch zuerst ……

… ein fast unbekannter, geheimnisreicher Bachort: Langula

Raus aus dem Stadttor, hinein radeln in grüne Hügel und Täler mit wunderschöner Natur, ringsherum umgeben von Düften einer überbordenden Vegetation.
So muß es auch der junge Bach empfunden haben, als er im Frühling 1707 in anderthalb Stunden Fußmarsch von Mühlhausen zum Kantor der Dorfkirche von Langula wanderte. Hatte der Cantor der Reichs-Stadt Mühlhausen mit dem Dorf-Kantor ein musikalisches Projekt zu besprechen? Bereits der Bachforscher Philipp Spitta suchte im Langulaer Cantorat Beweisstücke und was fand er?: Fragmente einer frühen Bach-Kantate. Mareike las uns diese aufregende Forschungsgeschichte nach der noch nicht ‚ausgegrabenen Bach-Composition’ vor. Das wäre wieder mal ein Bach-Knaller.

Doch meine Gedanken an eine BACH-Sensation mussten weichen, weil noch eine weite und schwierig zu befahrende Rad-Strecke vor uns lag. Mich hatte hier das Auf und Ab der Täler und Hügel etwas überfordert. Ich war froh, dass die Gruppe wegen rad-technischer Probleme eine längere Pause im Waldabschnitt Hainich einlegen mussten. Auch hatte ich unheimliches Glück, als plötzlich mit Krachen im Unterholz ein ausgewachsenes Reh an mir vorbei breschte. Schlagzeile in der BILD-Zeitung: „Wildunfall stoppt „Bach by bike“. Das wäre bestimmt böse ausgegangen.

‚Sind Blitze und Donner in Wolken verschwunden …? Dem Bach-Liebhaber fällt dieser Chor aus der Matthäus-Passion ein, wenn eben solche Blitze, Donner und Regen unsere Einfahrt in Eisenach begleiten. Gerade noch nicht ganz durchnässt erreichten wir unser Hotel.

Und dann wartete das nächste Bach-Highlight auf uns: das BACH-Museum in Eisenach. Hier bin ich immer wieder begeistert von den Klang-Installationen. Ich suchte aber nur ein Objekt: den Bach Trink-Pokal. Dieser Trink-Pokal wurde einst eindeutig Bach von seinen Bewunderern verehrt. Seine Gravur ist als musikalisches Rätsel gestaltet. Hier erfährt man, dass der ‚Krebs‘ ein musikalisches barockes Sinnbild sein kann, welches in seiner Notation dem Bachforscher eine Deutungsaufgabe stellt. (Vgl. Fotos 5-1O).

Und so bin ich zufrieden, dass dieser Tag 2 meiner Radtour zu Ende geht. Er war eine sportliche Bereicherung und machte mich aufmerksam auf zwei noch ungelöste Bach-Fragen: was wollte der junge Wanderer Bach im Jahre 1707 beim Cantor im Dorf Langula? Und: wer verehrte Bach einen Trink-Pokal, versehen mit eine musikalischen Rätsel?

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Danke und gute Nacht

Wolfgang

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der erste Tag in Mühlhausen am 03.07.2021


Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der erste Tag in Mühlhausen am 03.07.2021

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise 3.-12.7.21.

Tag 1: Ankunft in Mühlhausen.

Wir, die ‘Bach by bikeGruppe lernen uns im sonnigen Wetter vor dem Museum, das über die Ereignisse des Bauernkriegs 1525 berichtet, alle kennen. Da sind Bachfreund-INNNEN aus Berlin , Stuttgart und Nordrhein-Westfalen, jetzt als eine kleine Familie, vereint in ihrer Liebe und Neugier zur Bach’schen Musik. Eine kenntnisreiche Mühlhausen-Stadtführerin führte uns zu den Highlights der Stadtgeschichte, aufbereitet zeitgemäß mit den Audio-technischen ‘Hörhilfen’ unserer ach so Musik-vergessenen Zeit. Aber zuvor lauschten wir, von unserer ‘bach by bike ‘ Führerin Helene, vorgestellt, einer Aufnahme der hier entstandenen Ratswahl-Kantate Gott ist mein König’ (BWV 71).

Natürlich pilgerten wir zuerst zur gotischen Divi Blasii-Kirche in Mühlhausen
(gewidmet dem göttlichen=herausragenden Blasius, Schutzheiliger der Weber), wo der junge Bach, von Arnstadt kommend, für ein knappes Jahr als Organist angestellt war. Hier hörten wir eine Passacaglia gespielt vom Organisten und Kantor Oliver Stechbart.



Besonders gefallen hat mir, dass wir uns alle zu einem Spontan-Chor zusammen gesellten und aus der Bach-Motette ‘Jesu meine Freude’ (BWV 227) den Eingangs-Choral sangen.

Jetzt sitze ich zum Nacht-Orgel-Konzert in der Divi Blasii-Kirche und frage mich im Stillen: was bringt Bach in mein Leben ein? Warum nehme ich die Freuden und Strapazen einer Fahrradtour auf Bach’s Spuren auf mich? Manchmal denke ich: Bach’s Musik, gehört, gesungen und gefühlt in seinen Chören, Instrumenten und Orgelwerken, verbindet mich mit dem UNENDLICHEN. Das gibt mir Halt.

Morgen (Sonntag, 4.7.) haben wir 45 Km radeln durch den Urwald‘ Hainich mit Stop in Langula (bisher vernachlässigter Bach-Ort) vor uns. Dann empfängt uns Eisenach. Hier wurde Bach einst getauft.

Gute Nacht.

Adamo

Eine aktuelle Pressemitteilung der Berliner Morgenpost: Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss


Eine aktuelle Pressemitteilung der Berliner Morgenpost: Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss

Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss

                                           Das neue Berliner Schloss nach dem Wiederaufbau!

Fast wäre Johann Sebastian Bach nach Berlin verpflichtet worden. Dann hätte er uns Opern hinterlassen, sagt Bach-Forscher Jörg Hansen.

Es war Johann Sebastian Bachs erste Reise nach Berlin. Anfang 1719 kam der 34-jährige Orgel- und Cembalovirtuose im Auftrag seines damaligen Dienstherrn Fürst Leopold von Anhalt-Köthen angereist, um ein beim Clavierbauer Michael Mietke bestelltes Cembalo zu prüfen und abzuholen. Vor allem aber führte Bachs Weg geradewegs ins Berliner Schloss.

Der Komponist, den man heute zuerst als den großen Leipziger Thomaskantor wahrnimmt, hat reichlich Spuren rund ums Berliner Schloss hinterlassen. „Im Schloss gab es den Anstoß zu einem der berühmtesten Werke von Bach“, sagt Jörg Hansen und meint die Brandenburgischen Konzerte. Hansen ist Leiter des Bachhauses in Eisenach, dem Geburtsort des Komponisten, aber am Wochenende lebt er in Schöneberg und erzählt leidenschaftlich gerne über Bach und Berlin.

Berliner Schloss ist ein originärer Bachort“, sagt Hansen: „Bach hat hier musiziert, wahrscheinlich auch geschlafen und einen der folgenreichsten Kontakte seines Lebens geknüpft. 1719 lernte der Komponist den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg kennen. Ihm hat Bach zwei Jahre später die Brandenburgischen Konzerte geschickt, die dann wohl auch schon 1721 im Stadtschloss aufgeführt wurden.“ Unser erster Weg führt jetzt, drei Jahrhunderte später, im gegenüber liegenden Berliner Dom hinunter in die Hohenzollerngruft. Es dauert etwas, den Sarkophag des musikverständigen Markgrafen zu finden. Es ist Sarg Nummer 95.

      J.S. Bach – Foto: Mary Evans Picture Library

Schnaufend geht es dann viele Stufen hinauf: Der Blick von der Domkuppel auf das wieder aufgebaute Schloss ist imposant. Derzeit fragen viele eher missmutig danach, wann das Humboldt-Forum endlich fertig und eröffnet wird. Andere schauen auf den wieder belebten historischen Ort und entdecken alte Geschichten wieder. Wer hätte gedacht, dass dazu auch die Bach-Forscher gehören. „In Thüringen bekommen gerade alle Bach-Orte neue Ortseingangsschilder“, sagt Hansen und fügt lächelnd hinzu: „Vielleicht sollte sich auch Berlin als Bach-Stadt schmücken?“

In Berlin hätte Bach wohl Opern komponiert
Die Lebenswege des Komponisten hätten ganz anders verlaufen können, erklärt der Museumschef, wenn man in Berlin damals zugegriffen hätte. „Die Brandenburgischen Konzerte entstanden 1721, als Bach am überlegen war, ob er von Köthen woanders hingeht. Man kann die Konzerte als Bewerbungsschreiben an den Markgrafen ansehen. 1722 folgte er dann dem Ruf nach Leipzig und trat im Jahr darauf die Stelle als Thomaskantor an.“ Die Position übte er bis zu seinem Lebensende aus.

Beiläufig lernt man, wie eine verpasste Chance die Musikgeschichte beeinflussen kann. In Leipzig war Bach als Kantor und Musikdirektor für den religiösen Musikbetrieb in den vier Hauptkirchen der Stadt verantwortlich. Dazu zählte die Vorbereitung von Kantatenaufführungen an den Sonn- und Feiertagen. „Wenn er 1721 die Stelle in Berlin bekommen hätte, gäbe es heute ein paar Opern von Bach“, sagt Hansen: „Er hat ja in Leipzig als Opernersatz seine Dramma per musica aufgeführt, das sind ja kleine Opern. Aber in Leipzig gab es kein Opernhaus mehr, das war kurz vor seinem Amtsantritt geschlossen worden.“

Ein Opernhaus stand Bach an keinem seiner Wirkungsstätten zur Verfügung. Da hätte ihm Berlin mehr bieten können, bereits 1684 hatte die Hofkapelle erste Opernaufführungen in einem Saal des Stadtschlosses gespielt. Unter Friedrich II. wurde 1742 die Hofoper eröffnet. Die Hofkapelle bezog das neue Opernhaus Unter den Linden, heute residiert sie dort als Staatskapelle unter Leitung Daniel Barenboims. Zu Gründungszeiten hieß einer der berühmtesten Musiker Carl Philipp Emanuel Bach. Der Sohn hat auch überliefert, was Vater Johann Sebastian Bach bei einem späteren Berlin-Besuch über die neue Hofoper gesagt hat. Demnach sei der besonders vom Flüsterbogen in der Galerie des Speisesaals beeindruckt gewesen, „ein sehr rares und bewundertes Kunststück der Baukunst“.

Sein Sohn wurde Hofcembalist in Berlin

                          Adolph Menzel – Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci

Die Stadt besuchte J.S. Bach nachweislich drei Mal. „Es gibt einen Hinweis, dass er mindestens noch ein weiteres Mal hier war“, sagt Hansen: „Berlin war in den 1740er-Jahren der Ort, zu dem es die Musiker zog.“ Der Bachhaus-Direktor verweist auf einen Vermerk des Leipziger Privatsekretärs Johann Elias Bach von 1741. „Darin schreibt er, Bach sei leider schon wieder nach Berlin abgereist. Das ist eine krumme Entschuldigung. Aber man denkt sofort, Bach ist also häufiger nach Berlin gereist als wir wissen.“

Sohn Carl Philipp Emanuel war 1741 zum Hofcembalisten Friedrichs des Großen ernannt worden. Am 5. August des Jahres war Johann Sebastian Bach wieder in Berlin, er wohnte Unter den Linden beim Hofrat Dr. Stahl, einem Arzt und mit 28 Jahren fast gleichaltrigen Freund seines Sohnes. Für Stahls Hochzeit am 19. September hatte Bach ein bereits bestehendes Werk zur Hochzeitskantate „O holder Tag, erwünschte Zeit“ (BWV 210) umgearbeitet. „Bach sollte die Hochzeitsmusik für die Nikolaikirche nicht nur komponieren, sondern dort auch dirigieren. Aber er musste vorzeitig abreisen, weil seine Ehefrau Anna Magdalena erkrankt war.“ Aus den geplanten sieben Wochen Aufenthalt wurden elf Tage.

Vier Jahre später wird Bachs erster Enkel Johann August in Berlin geboren, der Großvater war als Taufpate am 10. Dezember in der alten Friedrichswerderschen Kirche vorgesehen. Lange Zeit glaubte man, er sei in Berlin gewesen. „Das wurde vor ein paar Jahren widerlegt, weil er am Tag der Abfahrt der letztmöglichen Postkutsche das Abendmahl in Leipzig eingenommen hatte“, sagt Hansen. „Die Anwesenheit wurde immer schriftlich vermerkt.“ Bach mag sein Patenkind ein andermal besucht haben.

1747 ist Bach erneut in Berlin. Es ist sein populärster Besuch, aber die Nachwelt hat in Film und Buch das Ereignis in Potsdam verortet. Im dortigen Stadtschloss bat der König am 7. Mai den alten Bach um eine Improvisation, aus der später dasMusikalische Opferhervorging. Tags darauf gab Bach in der Potsdamer Heiliggeistkirche ein Orgelkonzert. Und damit führt eine wichtige Spur wieder zurück ins Berliner Schloss, wo sich die jüngste Schwester des Königs eine riesige Orgel einrichten ließ. „Prinzessin Anna Amalia von Preußen wohnte hier im Stadtschloss, sie war höchstwahrscheinlich 1747 bei den Orgelkonzerten Bachs in Potsdam infiziert worden“, sagt Hansen: „Sie nahm Unterricht beim Bachschüler Kirnberger, begann im Bachschen Stil zu komponieren und hat alles von Bach gesammelt, was sie bekommen konnte.“ Ihre Bach-Sammlung wurde zum Kern der heutigen Bach-Musikaliensammlung in der Staatsbibliothek zu Berlin, wo 90 Prozent aller Bach-Autographen liegen. „Ohne Anna Amalias Sammelleidenschaft wäre das Bach-Werke-Verzeichnis heute vielleicht nur halb so dick.“

                                 J.S. Bachs Originalpartitur der Matthäus-Passion

Musikalisch geriet der alte Bach nach seinem Tod schnell in Vergessenheit. Aber die nächste Generation wirkte weiter. Drei seiner Söhne wirkten zeitweilig in Berlin, drei Bach-Schüler haben sich hier niedergelassen. Jahrzehnte später schenkte eine andere Klavierschülerin von Kirnberger ihrem musikalisch hochbegabten Enkel die Partitur von Bachs Matthäus-Passion. Am Karfreitag 1829 führte der 20-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy die Passion in der kurz zuvor eröffneten Sing-Akademie zu Berlin wieder auf. Die Aufführung gilt als Beginn der weltweiten Bach-Renaissance.

Es mag sein, dass mit dem Humboldt-Forum die Berliner Erinnerungen an Bach wieder stärker aufleben werden. „Ich würde mir wünschen, dass man zur Wiedereröffnung etwas von Johann Sebastian Bach und Anna Amalia von Preußen spielt“, sagt Hansen: „Für die Bach-Forschung gibt es nichts Neues, aber die Bach-Liebhaber können sich freuen. Es bedeutet, dass wir den dritten Bachort in und um Berlin im Wiederaufbau haben. Das Potsdamer Stadtschloss und demnächst die Garnisonkirche und das Berliner Schloss sind Orte, in denen Bach leibhaftig gewirkt hat.“

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Quelle: Berliner Morgenpost, 16.07.2019

Zum Text der Berliner Morgenpost:

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Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 3. Tag!


Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. – 3.11.17) mein 3. Tag

Mein Abend Tagebuch zum 3.Tag

                                                            Flaschenöffner mit Bachnoten!

Flaschenöffner mit Bach-Noten und auf der Rückseite die geeignete Apparatur!

I. Witzig:
Im Bach-Museum Eisenach  gab es einen Flaschenöffner mit Bach-Noten vorne und auf der Rückseite die geeignete Apperatur für € 4,50 zu kaufen. (Bild1+2). Könnte man doch mit diesem Gerät meine etwas schweren Gedanken von gestern-, ist das Bach-Skelett echt oder nicht echt, knacken?

                          Bach-Konzert in der Nikolaikirche Eisenach! 

II.   Nikolaikirche Eisenach:

Heute morgen gab’s in dieser romanischen Kirche die Kreuzstab-Kantate – BWV 56. Ich denke immer noch an die Wellenbewegungen von Cello und Kontrabass. ‚Mein Wandel auf der Welt, ist einer Schifffahrt gleich …‘ singt der Solo-Bass. Sturm und Flaute muss man ertragen können. Und dann erst der Schluss-Choral: ‚Komm, o Tod, des Schlafes Bruder…‘.

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III. Ausflug:
Genug der Musik. Ich muss mal raus. Zurück nach Gotha (Thüringen) in kurzer DB-Regio-Fahrt. Im Schloss und Museum findet vom Abend an eine Museums-Nacht statt. Da eben huscht mir schon die Herzogin Luise über den Weg. Sie pflegte die Musen auf Schloss Friedenstein. Verrät das Buch in ihrer nach hinten gehenden linken Hand diese ihre Vorliebe?

                         Herzogin Luise von Schloss Friedenstein

Dann zum Höhepunkt: Der Gothaer Tafelaltar zeigt sehr viele ‚Schriftblasen‘: ein monumentales ‪Bilderbuch‬ der Reformation, seine Gelehrsamkeit diente zur Prinzenerziehung, weniger zur Andacht.

                                                                              Gothaer Tafelaltar im Schloß Friedenstein

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                                  Ausschnitt vom Tafelaltar im Schloß Friedenstein in Gotha

IV.Lichterspiel:
Schloß Friedenstein in Gotha gilt als größte Renaissance-Vierflügel-Anlage in Deutschland. Heute Nacht zeigte es sich in märchenhaften Farben.

                                                  Schloß Friedenstein in Gotha (Thüringen)

                                               Schloß Friedenstein in Gotha (Thüringen)

22.42 Uhr geht meine Regionalbahn zurück nach Eisenach. Oh-, ein Bett wartet auf mich. Morgen aber auch die Bach-Kantate BWV 126 „Erhält uns, Herr, bei deinem Wort“ im Festgottesdienst.

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Weiteres Fotos vom 3. Tag!


Gute Nacht

Adamo

Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 2. Tag!


Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 2. Tag!

Mein ABENDTAGEBUCH vom 2.Tag: Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg

                                                                         Emblem Luther 500 Jahre
                                                                an der Georgenkirche in Eisenach

I.
Nachmittags im Bach-Museum von Eisenach. Viel gibt‘s zu hören und zu sehen. Mich interessiert die desolate Auffindungsgeschichte von Bachs Gebeinen.
Ergebnis: ich war danach ziemlich niedergeschlagen.
Denn: von Bach’s Begräbnisort ist nichts zuverlässig überliefert. Auffindung und Transport der Gebeine vom Johannis-Friedhof in Leipzig zur Thomaskirche sind mehr als fraglich. Auch: die Rekonstruktion von Schädel und Aussehen Bach’s hält heutigen Möglichketen (z.B. DNA-Vergleich) nicht stand.

                                          Rezept-Buch von der Behandlung von J.S. Bach

Zu meiner Enttäuschung, daß wir von Bach wohl die falschen Skelettfunde in Leipzig verehren, kommt noch dazu, daß mit dem todkranken Kantor in Leipzig so schäbig umgegangen wurde. Man sehe sich nur die Rezepturen an, die dem Sterbenden verabreicht wurden. Nach einem zeitgenössischen Rezeptbuch von K.F Paulini wurden etwa mit Urin, Taubenblut und anderem Dreck die Operations-Wunden abgebunden. Auch abgeschrieben und als musikalisch überholt galt der alte Kantor (sein Nachfolger wurde schon gesucht), so daß aus Geldmangel die Familie nur auf die allgemein volkstümlich übliche Medizin zurückgreifen konnte. Schlimm !!!

                                   Taufbecken von J.S. Bach in der Georgenkirche Eisenach

II.
Meine Gedanken dazu: Bach‘s Überreste, sein Grab und Gedenkstein müssen daher wohl ‚in einem anderen Reich’ gesucht werden. Etwa in seinen Melodien, seinen lebenslang entworfenen Kantaten und Passionen, Orgelwerken und Konzerten. Da baut sich ein ‚Schloß im Himmel’ auf ( so Sir J.E. Gardiner)

                                Konzert in der Georgenkirche zum Bachfest in Eisenach

Martin Luther und Johann Sebastian Bach haben als zwei Genies Grenzen überschritten. Grenzüberschreitend müssen demnach ihre Gaben an die Welt gesucht werden. Beide sind verbunden. Sie sangen und lernten als Jungen im Abstand von 200 Jahren in der Kurrende und Schule dieser Georgenkirche. Hier wuchsen sie einige Jahre auf, dann wirkten sie in Mitteldeutschland und gingen für uns heutige ein in eine ewige Zeit und eine Welt ohne Grenzen.

III.
Am Abend: Da waren sie endlich-, Bach’s Melodien. Der Leipziger Universitätschor unter UMD David Timm war zu Gast. Die Leipziger brachten zwei Kantaten zur Aufführung. Sie gehen auf Luther-Lieder zurück: BWV 7 ,Christ unser Herr zum Jordan kam‘, ein Tauflied. Und BWV 69a Lobe den Herren, meine Seele‘. Dichterisch angereichert von J.O. Knauer.

IV.
Da von Bach kein Grab zu finden ist (vgl. I+II) versuchte ich, mir mehr ‚einen gedanklichen Grabstein‘ aufzubauen. Bausteine dazu waren die musikalischen Motiven, Akkorde, Tonsprünge. Irgendwie hörte ich immer Luther-Lieder und seine Wort-Zeilen dazwischen. Ein ‚cantus firmus’ als Grundierung oder ein Choral als Zusammenfassung.
Daß man mit Bach einen ,Gedenkstein’ aufbauen kann, hat vorgemacht: Francesco Tristano mit den Goldberg-Variationen beim Bach-Fest in Köthen 2016. (vgl. meinen Bericht dazu in Volkers Klassikseiten: F. Tristano baut mit bachschen Klängen eine Stadt).

V.
Weiter hörte ich Bachs bekanntes Orgelwerk, die „Toccata und Fuge d-Moll“ –  BWV 565. Aber kein Hinweis im Programm, das dieses Werk mit Wahrscheinlichkeit gar nicht von Bach stammt.

Nach den beiden Kantaten und dem Orgelwerk gab es noch eine Jazz-Messe, mit dem Studierenden-Chor, Schlagzeug, Percussion und was dazu gehört. Modernes, studentenhaftes und Bach vertragen sich.

                                Augustinerkloster Gotha. Blick aus meinem Zimmer

Gedankenverloren ging ich dann zurück in meine Pension ‚Katharienenschule‘. Ein imposantes ausgedientes Schulgebäude wird als wohlfeile Unterkunft weiter gebraucht. Gute Idee.

Gute Nacht

Adamo

Die magische Zahl 14 – im Leben von Johann Sebastian Bach – „B+A+C+H = 14“


Die magische Zahl 14 im Leben von J.S. Bach und das Haußmann-Bildnis mit J.S. Bach !

„B+A+C+H = 14“

Das Bachhaus in Eisenach hatte ein Rätsel öffentlich gestellt und gestern dafür die Lösung präsentiert. Viel Erstaunliches ist in dem Video über J. S. Bach enthalten u.a. im Bild von Gottlieb Haußmann, wo es viele Hinweise gibt, die einem total faszinieren und absolut neue Erkenntnisse offenbaren.

                                     Video Bach und die Zahl 14 vom Bachhaus in Eisenach

In das Foto oder unterhalb vom Foto den Text anklicken!


Es gibt weiterhin fünf bezaubernde Video über J.S. Bach, die ich eben entdeckt habe!
Ich wünsche viel Vergnügen bei der Ansicht der Videos !


Link zu den 5 Videos:  http://www.buchstabenschubser.de/arbeiten/370/

Im Rahmen der szenischen Aufführung der Johannes Passion im Berliner Dom kommt das Bachhaus Eisenach mit der Sonderausstellung »Bachs Passionen« nach Berlin. Vier Stelen mit unseren Animationsfilmen fügen sich in den bestehenden Domrundgang ein.

Im Rahmen der Ausstellung »Bach und die Juden«, in Jerusalem und in Eisenach, erweiterten wir den Zykus um den Film über die Matthäus-Passion.


Herzliche Grüße Volker

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