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'.... es ist keine Sprache noch Rede, wo man nicht ihre (meine) Stimme höre! BWV 76,1

Artikel der F.A. Z. – Was hieß es, Bachs Frau zu sein?


Artikel der F.A. Z. – MUSIKHISTORIKER EBERHARD SPREE: Was hieß es, Bachs Frau zu sein?

Ein Gespräch mit dem Musikhistoriker Eberhard Spree
Was hieß es, Bachs Frau zu sein?

Neue Forschungen zeigen, dass Anna Magdalena Bach erhebliche Kompetenzen besessen haben muss, um als Unternehmerin zu arbeiten. Kinder und Küche waren Aufgabe des Personals.

Eberhard Spree ist im Hauptberuf Kontrabassist des Gewandhausorchesters Leipzig. Doch hat er im Nebenberuf in den letzten Jahren detaillierte Forschungen über Anna Magdalena Bach, die zweite Frau von Johann Sebastian Bach betrieben. Sein Buch „Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach. Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach“ erschien im Frühjahr im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad. Es ist ein gewichtiger Beitrag zur Sozialgeschichte der Ehe und insbesondere der Frau im achtzehnten Jahrhundert.

Wir trafen uns, um darüber zu sprechen. F.A.Z.

                                Kontrabass: Dr. Eberhard Spree

Als Anna Magdalena Bach 1760 starb, wurde sie in den Akten verzeichnet als Almosenempfängerin aus der Hainstraße in Leipzig. War sie nach dem Tod ihres Mannes Johann Sebastian Bach eine arme, mittellose Frau?

Da müssen wir erstmal klären: Was ist „arm“? Ich las in einem Buch der damaligen Zeit, dass eine Witwe ja ihres Beschirmers beraubt sei und deshalb unter die armseligen und miserablen Personen gezählt werden müsse, ohne Unterschied, welchen Stand und welches Vermögen sie habe……

Weiter zum ganzen Artikel der F. A. Z. 

Original-Link der F.A.Z  nachstehend:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/anna-magdalena-bach-zur-zweiten-ehefrau-des-komponisten-16317463.html

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Die Buchveröffentlichung von Eberhard Spree:

„Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach“

                             Eberhard Spree Buchverhöffentlichung über Anna Magdalena Bach

Erschienen im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad
Festeinband, BxH 21×29,7 cm, zahlreiche Abbildungen, Tabellen und Diagramme, einfarbig, 308 Seiten – ISBN 978-3-95755-642-4 – 49,80 € inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

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Bach-Sprechstunde Bach-Fest-Leipzig 2019


Bach-Sprechstunde Bach-Fest-Leipzig 2019

Liebe Bach-Spezialisten!

Zuerst einmal ein großes Lob zu Ihrem Angebot einer Bach-Sprechstunde am diesjährigen Bach-Fest. Als Mitglied der NBG und Bach-Liebhaber verfolge ich aufmerksam den Forschungsstand und bin immer wieder davon überzeugt, dass die Bach-Forschung im Fluß ist und sich aus Biografie und Werkinterpretation neue Ergebnisse zeigen.

Insofern macht uns Bach’s Oeuvre aufmerksam und lebendig.

Leider kann ich beim diesjährigen Bachfest in Leipzig nicht dabei sein und meine unten angegebene Frage nicht mündlich stellen. . Es gibt ja soviel Bach-Orte und -festivals, die ich gerne besuche.
Als ich im September 2016 beim Bach-Fest in Köthen war, fiel mir das ‚Cöthener Bach-Heft Nr.12/2004 in die Hände und damit auch die atemberaubenden Forschungen von Günther Hoppe.

Sie werden den gesamten Aufsatz in Ihrer Bibliothek finden und bestimmt lesen. Hoppe’s historisch-krische Arbeit finde ich gut begründet, daher glaubhaft..

Vgl. auch mein gesamtes Abend-Tage.Buch in https: //meinhardo.wordpress.com


(letzte Seite meines Abend-Tagebuchs)

„ … Doch-, jetzt muss ich doch noch meinen BACHKÜLLER loswerden. Er hatte mich, nachdem ich dieses CÖTHENER BACHHEFT Nr.12/2004 gelesen hatte, immer wieder bedrückt.

‚PEINLICH FÜR EINEN REICHSFÜRSTEN LEOPOLD! –
Die Reisekasse war leer-, So was kam im Hause des Klein-Fürsten zwar immer mal vor, aber jetzt betrifft dieser ‚Notstand ‚ auch Bach selbst. Leopold A. von Anhalt-Cöthen mußte bereits früher als geplant mit seinem Hofstaat- und HOFKAPELLMEISTER aus Carlsbad abreisen. (Ungefähr Mitte Juni 1720). Bach hat also seine Maria Barbara NOCH LEBENDIG ANGETROFFEN. So erstöberte es ein seriöser Bachforscher (vgl.Köthener Bachhefte Nr.12/2004). Am 7.Juli 1720 wurde Maria Barbara begraben. Bach muss also beim Begräbnis dabei gewesen sein !!!

Bach ließ sich einige Monate später von seinen Fürsten und Freund Leopold A. von dem vorgeschriebenen ‚Witwer-Trauerjahr befreien und heiratete die ihm vom Zerbster Hof schon bekannte ‚SINGJUNGFER‘ Anna Magdalena Wilke. Derer beider Tochter, die dann geboren wurde, war (oder durfte ?) nicht in der Kirche getauft werden.

Damit entfallen alle romantischen Vorstellungen von einem Bach, der aus CARLSBAD kommend nur noch am GRAB seiner Frau Abschied nehmen konnte.
(Zusammenfassung eines Aufsatzes von Günther Hoppe in den Köthener Bachheften)

Und damit schließe ich mein ‚Abend-Tagebuch‘

Adamo


Danke

Vielleicht bekomme ich ja von Ihnen eine Antwort, wie über diesen Punkt die Diskussion verlaufen ist.

Ihr Wolfgang Adam, Herford

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Mein Abendtagebuch, letzter Tag – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18


Mein Abendtagebuch, letzter Tag – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18

                                                 III. Sonntag abend (18.3.2018)

                 Der Anstellungsvertrag des Stadtregiments Arnstadt für den 18 jährigen J.S. Bach

Heute morgen (18.03.2018) gab’s den Gottesdienst mit der Bach-Kantate ‘Brich dem Hungrigen dein Brot’ (BWV 39). Die Predigt hielt der Thomas-Kirchen-Pfarrer i.R. Christian Wolff.

Video: J.S. Bach: BWV 39 „Brich dem Hungrigen dein Brot“

Fanie Antonelou, Sopran Lena Sutor-Wernich, Alt

Matthias Horn, Bass Stuttgarter Kantorei Stiftsbarock Stuttgart  Leitung: Kay Johannsen

Diesmal war nur die Kantorei der Bachkirche Arnstadt ausführend. Weniger Chorsänger als gestern, wo die Kantorei aus Suhl dabei war. Dafür aber nicht unbedingt schlechter. Von den Solisten fehlte nur der Tenor-Evangelist von gestern.

Sopranist und der Altistin hatten mir wieder sehr gefallen. Auch der Bass-Solist, – ausdrückliches Lob!-, erfüllte mit einfühlsamen Part sein Rezitativ und seine Arie.

Der Textdichter dieser 1726 in Leipzig entstandenen Kantate David Denicke und ein Anonymus gehen sehr fragend, aber dann auch mutmachend vor. ‚Tue Gutes mit deinen anvertrauten Gütern auf Erden.‘

Das Haus Kohlgasse 7, in Arnstadt das dem Hofmusiker Johann Christoph Bach Zwillingsbruder des Vaters von Joh.Seb. Bach gehörte! Hier wird der junge J.S. Bach oft seinen Aufenthalt gehabt haben.

Und dann kam endlich der schöne sonnen-beschiene Wintertag wieder. ‘Jetzt komme ich doch noch zum Rad-Fahren’, dachte ich. Frohgemut machte ich mich auf den Heimweg.

Nur die Deutsche Bundesbahn kapitulierte mal wieder mit ihren ICE‘s vor dem bisschen Schnee, der doch nur noch die Landschaft verschönerte. Dem Fahrrad machte das nichts aus.

So schließe ich mein Abend-Tagebuch und falle müde in mein eigenes Bett zu Hause.

Euer Adamo

Mein Abendtagebuch – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18


Mein Abendtagebuch – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18

I. Freitag abend (16.3.)

Durchquerte der junge Heißsporn-, J.S. Bach mit 18 Jahren 1703 in Arnstadt angestellt, eigentlich mal auf dem Fahrrad mit seiner Liebsten Maria Barbara durch die Stadt? Wäre ein schönes Bild gewesen-, die zwei! Gab es um 1700 schon Fahrräder? Ich fürchte, eher nein.

                                                      Mein neues klappbares Fahrrad

Ich probiere bei diesem kleineren Bach-Festival mal mein neues Faltrad aus. Heute fuhr es noch im sonnigen Winter mit mir durch Braunschweig, jetzt steht es‚ zusammen gefaltet‘ im DB-IC.  Arnstadt empfängt uns im Schneegestöber. War wohl nichts mit Pedalo-Erkundungen.

Mich hatte am abend weniger die Eröffnung des Bach-Festival in der Bach-Kirche interessiert. Eher fing mich der GENIUS LOCI ein und ich besuchte die drei Kirchen von Arnstadt und die Stadt-Bibliothek im Prinzenhaus.

Mir kommt gerade das Bach‘sche. ‚Backtrog, – Stockfisch – Spinnrad‘-Lied ‚Quodlibet‘ in den Sinn. Dieses etwas ‚schlüpfrige Lied‘ sang die Großfamilie im Arnstädter Wirtshaus, jeder der ‚Bache‘ erweiterte in volkstümlicher Manier die Strophen. ‚…..was sein das für große Schlösser‘ (BWV 524) in ein: ‚Wie es beliebt‘.

II. Samstag abend (17.3)

Fotos vom Bachfest Arnstadt 2018 der Friedhof mit Mitgliedern der Bache, das Bachdenkmal und Flöten-Konzert mit Cembalo und Viola da Gamba im feinen Rathaus-Saal! Am 17.3.2018. Zur Vergrößerung der Ansicht in das Foto klicken..!!

Mein Weg führt mich am Alten Friedhof vorbei. In Arnstadt kamen allein 17 Bachezur Welt. Viele sind hier auf dem Alten Friedhof begraben. Mittags zuerst ein kleines, intimes Flöten-Konzert mit Cembalo und Viola da Gamba im feinen Rathaus-Saal. Dann um die Ecke Orgelkonzert in der Bachkirche mit Buxtehude Orgelstücken.

Der Arnstädter ‚Wilde Bach‘, im Denkmal vor dem Rathaus als der heute, weltberühmte Lümmel Basti‘ (so der als Kutscher kostümierte Stadtführer) dargestellt, wanderte 1705 zu Dietrich Buxtehude nach Lübeck. Er lernte dort 4 Monate lang rasante Orgel-Passacaglien. Hatte aber nur 4 Wochen vom Stadt-Regiment Arnstadt Urlaub bekommen. Unerhört !!

Szenenwechsel: Eine kleine schön verschneite Waldwanderung (ca 3 km) führte mich nachmittags durch das Ried-Stadttor

                                                   Ried-Stadttor Arnstadt (Thüringen)

zum Walpurgis Kloster. Grundriss-Mauern bezeugen hier einen ganz frühen mittelalterlichen Konvent. Wer Walpurgis hört, denkt natürlich gleich an die ‚Walpurgisnacht’ (1.Mai). Dann wird hier heute burschikos gefeiert.

Dann abends für mich der Höhepunkt des Festivals: Die Johannes-Passion BWV 245

                                                               Bach-Kirche Arnstadt

Die Aufführung hat mir insgesamt gefallen. Die Deklamation des (zu großen) Chores war beachtenswert. Nur ein Beispiel: Chor ‚Wir haben ein Gesetz … konsequente Betonung auf Gesetz-, also etwas Festes, stupid nicht zu Hinterfragendes und beim chorischen ‚Bist du nicht seiner Jünger einer …‘ hörte man wirklich die Zahl 12 des ‚Bist du’.

                      Impressionen aus der Bach-Kirche in Arnstadt Johannes – Passion BWV 245

Zum Solistenquintett habe ich viel zu sagen. Evangelist deutlich, überlegt im Text und klar, Sopran freudig und hell, Alt souverän, markant und konzentriert. Die junge Altistin (Anna-Luise Oppelt vonBach by bike‘) hat mit ihrer reifen, das Tonspektrum einer Altistin treffend und vollständig abdeckenden Qualität gewiss eine große Gesangskarriere vor sich.

Und dann der Christus (Bass). Hoheitsvoll und über den Dingen stehend sollte (!!!) er sich in der Johannes-Passion darstellen. Einige Beispiele in den Christus-Worten: ‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt …‘, oder ‚meine Diener würden darob kämpfen‘, oder ,Du sagst, ich bin ein König’, oder ‚ meine Macht ist von oben‘.

                                                    Bach-Kirche Arnstadt Johannes Passion

Dieser Christus sang aber zu ‚zerbrechlich’, zu aspiriert, zu schwach. Gerade im Gegenüber zu dem machtbewussten volltönenden Pilatus (auch Bass), zeigte sich dies Missverhältnis. Pilatus singt: …‘ das ich Macht habe, dich zu kreuzigen und Macht habe, dich loszugeben. Doch Christus zeigt eine Macht ohne Konturen. Sorry! Aber, das muss zur Ehrenrettung betont werden. Seine Arien und Arioso waren in Ordnung.

Die Passion schloss mit dem ergreifenden Choral: ‚Ach Herr, lass dein lieb Engelein. ….‘ Wunderbar, wie der Chor das Crescendo wachsen lies: ….alsdann vom Tod errette mich …. das war ‚Hoffnung pur‘.

Ausführende:
Daniela Gerstenmeyer (Sopran)
Anna-Luise Oppelt (Alt)
Stephan Scherpe (Tenor)
Ralf Grobe (Bass)
Bachchor Arnstadt und Suhler Kantorei
capella arnestati
Jörg Reddin (Leitung)

Ort:
Johann-Sebastian-Bach-Kirche Arnstadt

                                                       Bachkirche Arnstadt Johannes Passion, Schluss-Applaus!

Und jetzt schlafe ich mit guten Gedanken ein. Dieser Schnee-Tag in Stadt, Wald und Kirche hat sich gelohnt.

Grüße

adamo

De allermooiste Bachcantates – heisst übersetzt: Die (aller)schönsten Bach-Kantaten!


„De allermooiste Bachcantates“ –  heisst übersetzt: Die (aller)schönsten Bach-Kantaten.

         Video-Link: – Grote Kerk Naarden J.S. Bach- Kantate BWV 151 „Süßer Trost mein Jesus Kommt“

Naarden/NL 9.2.18, Grote Kerk

I. In der Grote Kerk zu Naarden erklangen sie ALLERSCHÖNST !. Aber wer will wohl unter 198 geistlichen Kantaten die Schönsten zur Kür erwählen?

Jedenfalls war es ein herrliches Klangerlebnis, aufgebaut auf manchmal schwierigen und emotional aufrührenden Kantaten-Texten.

                                                                Grote Kerk Naarden „Bach-Kantaten“

Aber-, Bach-Kantaten sind nicht nur zum Loben, Danken, Freuen und Mitsummen da. Sie bringen auch das zum Gehör und zum Überdenken-, das, was wir nicht so gerne hören wollen. In diesen 3 Kantaten gab es dies zuhauf.

II. Da war die eine Sopran Arie: ‚Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten …‘ (BWV 78,2) -. Oft so unüberlegt eilen wir durch‘s Leben. Stolpern, bitten um Hilfe und wünschen, dass der ‚Herr mit uns dann (irgendwann !!) nicht ins Gericht geht’ (BWV 105,1).

                                                                   Orchester und Solisten Grote Kerk Naarden

Gerade in dieser Abfolge von ‚bedenklicher, mahnender Musik‘ und darauf folgender ,entlastender, einen Menschen freisprechenden Musik‘ zeigt sich die heilende Wirkung Bachs.

Vgl. auch die Abfolge Sopran Arie ‚Wie zittern und wanken, der Sünder Gedanken‘ (BWV 105,3), dann folgt die entlastende, tanzartige Tenor Arie (5) ‚Lob der Freundschaft mit Jesus gegenüber dem Mammon‘.

Oder: das ‚Herzeleid (BWV 44,4), das durch die Sopran-Arie (6) als ‚Trost‘ aufgehoben wird.

Und dann die ‚zitternden Gedanken, die sich untereinander verklagen, und in ihrer dauernden Folter den Menschen zerreißen‘ (BWV 105,3). Das ist in dieser Sopran-Arie BRUTAL EHRLICHE Psychologie und entlarvt mit hartnäckig klopfenden (Ostinato!) Streicher Tönen den manchmal so ‚aalglatten Angeber‘.

                                    Dirigent: Jos van Veldhoven auf dem Weg zum Podest!

III. Wie ich schon früher mal bei Volkers Klassikseiten beschrieb, benutzt Bach dabei

die a) Rhetorisch-musikalische Figur der HYPOTYPOSIS
Den b) Ausdruck des Textes als PATHOPOEIA
a) meint: musikalische Themen werden eher ‚gesehen und vor Augen gestellt als gelesen oder gehört‘. Nicht nur laut-malerisch wird ein Thema interpretiert, sondern es geht tiefer in den Hörer hinein, es erscheint ihm plastisch vor Augen.
b) meint: ein Text oder eine Redeweise wird so intensiv gestaltet, daß im Hörer ‚eine heftige Gefühlerregung (Entrüstung, Angst, Hoffnung, Freude, Heiterkeit, Lachen u.a. erregt wird.

Will sagen: Hier ist Bach Musik MEHR als Lautmalerei. Musik will intensiv in den Hörer eingreifen. das mit mir etwas ‚passiert‘. (Vgl so Sir E.Gardiner, Musik für die Himmelsburg, S.186f.)

IV. Also wurde an diesem Abend manches WAHRE gesungen. ‚Verpackt’ in eingängigen Melodien, zum Tragen gekommen in einem einmaligen, festlich beleuchteten Kirchenraum, der überfüllt war.

Im Fenster die Büste von J.S. Bach gesehen in Naarden (Holland)

Im Fenster die Büste von J.S. Bach gesehen in Naarden (Holland)

Naarden ist als historisch kultiviertes Festungsstädchen ca.20 km vor Amsterdam gelegen, Jan Amos Comenius, der berühmte Mitbürger dieser Stadt, hatte im 17.Jh. ein überall benutztes Schulbuch geschrieben, das die Aufklärung favorisierte.

In Naarden mit dem Fahrrad (fiets) einfahrend, wurde ich von einer älteren Frau mal wieder überholt, – (die NiederländerINNEN fahren rasend schnell und oft in Rudeln !!!),-

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Cello und Bach-Insignien in der Grote Kerk Naarden

Dabei fragte ich sie nach dem Weg und erzählte, dass ich zur Grote Kerk und dem Bach-Konzert wollte.
‚Ach ja-, da ist doch jedes Jahr die Matthäus-Passion von unserer Bachvereinigung zu hören‘-, rief sie mir zu.

V. Dann standen sie da, all die Künstler, die ich so gut von den Musikvideos kenne: Jos van Veldhoven, Dirigent; Maria Keohanne, Sopran; Tim Mead, Alt; Daniel Johannsen, Tenor; Matthew Brook, bas; der beeindruckende Leo van Doeselaar (Organist) und viele mehr.

                                                          Innenansicht Grote Kerk Naarden

Draußen schneite es, doch der gotische Dom mit der hohen, gewölbten Holzdecke wirkte gemütlich. Drinnen in der Kirche duftet es nach Kaffe, der angeboten wurde, gesetzte Damen und Herren mit Namenschildern weisen Plätze an. Immer hin sitze ich in der 5.Reihe links seitlich, kann gut hören und sehen.

Also-, Bach ist hier in NAARDEN großartig angekommen.

VI. Mein Fazit:

Comenius vor der Grote Kerk, Naarden

Bach sagte an diesem Abend mir und den Menschen sehr viel Wahres, deckte einige menschliche Schwächen auf. Doch Bach bleibt dabei nicht stehen, bietet Lösungen an.

Jedenfalls ich ging befreit aus der hohen, gotischen Kirche. Keine drückenden Gedanken lähmten mehr. Ich trat tief einatmend heraus-, in eine sternklare, weite Schnee-Nacht.

Mit vielen Grüßen Euer Adamo

Meine Assoziationen zum Neubau und Adventsgottesdienst (3.Advent) der Uni-Kirche Paulinum in Leipzig!


Meine Assoziationen zum Neubau und Adventsgottesdienst (3.Advent) der Uni-Kirche Paulinum in Leipzig!

Liebe BachfreundINNEN !

Das Wort:
‚Hoffnung‘ leitet sich ab von niederdeutschen. Hopken = hüpfen !!

Immerhin erhellte ein Prof der Uni Leipzig diese sprachliche Verbindung und Wurzel in seiner Predigt zum 3.Advent. Mit dieser mich überraschenden Herkunft dieses ach‘ so strapazierten Wortes ‚Hoffnung‘ möchte ich meine Assoziationen zu Neubau und Adventsgottesdienst (3.Advent) von der Uni-Kirche Paulinum in Leipzig zusammenfassen.

Ich wollte vor Ergriffenheit am liebsten ‚aufhüpfen‘, als ich den wie in Perlmutt ausgekleideten und so ‚wattiert weißen‘ Innenraum betrat. Eine Hoffnung hatte sich erfüllt.
Am 30.5.1968 um 13.58 (so der Prediger) brach das Gewölbe in sich zusammen. Geduldiges hoffen ermöglicht jetzt wieder hochgeistige Aula-Veranstaltungen und geistlich bestimmtes singen, beten und hören. Viele  J. S. Bach-Werke wurden hier uraufgeführt!

Da kann man wirklich AUFHÜPFEN vor Freude.

Foto-Impressionen von der Uni-Kirche Paulinum in Leipzig

Ihr und Euer

Adamo

Eine Satire aus der J.S. Bach-Stadt Mühlhausen (Thüringen)


Eine Satire aus der Bach-Stadt Mühlhausen!

Foto-Impressionen aus Mühlhausen (Thüringen)

Da hatte doch der 22 jährige Bach energisch mit dem Fuß vor seinem Denkmal aufgestampft, als das Orgelspiel am Freitag Abend 15.12.17 um 18 Uhr in seiner alten Divi-Blasii-Kirche in Mühlhausen durch den ohrenbetäubenden Rumor der MDR Jump-Lautsprecher übertönt wurde.

Kirche und Spektakel sollten doch eine Vereinbarung finden, damit eine Advents-Andacht mit Bach’s Orgelmusik nicht durch eine sogenanntes Weihnachtsmarkt-Tam-Tam gestört wird.

Immerhin wurde über dem Bach-Denkmal eine Leucht-Show abgespielt, sodaß das Haupt des noch jungen Bach mit glitzernden Leuchtpunkten überhöht wurde. Könnte man öfters machen !!
Doch zur Satire noch ein großes Kompliment:

Die Mühlhausener Stadtbibliothek in eine ungenutzte gotische St. Jakobi-Kirche hineinzuversetzen war eine Super-Idee !!

Ihr und Euer

Adamo