Archiv der Kategorie: J.S. Bach in Weimar

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk BWV 572 „Fantasie in G-Dur“ – Pièce d’Orgue!

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk BWV 572 „Fantasie in G-Dur“ – Pièce d’Orgue!

                                                        Evangelische St. Katharinenkirche Hamburg

JOS VAN VELDHOVENS 10 LIEBLINGSARBEITEN

Diese Woche BWV 572 „Veni, vidi, vici“

Eine Hommage an „unseren“ Jos van Veldhoven: Jeden Freitag eines der 10 Lieblingswerke von Jos van Veldhoven, der nach 35 Jahren als künstlerischer Leiter die Niederländische Bachgesellschaft verlässt.

Jos van Veldhoven über sein Lieblings-Orgelwerk Fantasia in G-Dur, BWV 572: „Welchen besseren Performer könnte man sich für diese majestätische Fantasie wünschen als Leo van Doeselaar? Und er spielt die wunderbare neue Bach-Orgel der St. Katharinenkirche Hamburg, die gebaut wurde von dem holländischen Orgelbauer Flentrop. Die alte Orgel, auf der Bach 1720 gespielt hat, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Hören Sie nur auf die glorreiche Auferstehung! “

                     St. Katharinenkirche in Hamburg – Restaurierung: Orgelbauer Flentrop in 2013.

Diese majestätische Übung im französischen Stil entstand vor 1717. In dieser Zeit kopierte Johann Sebastian Bach das Livre d’Orgue von 1700 durch den französischen Organisten und Komponisten Nicolas de Grigny, der den französischen Stil beherrschen wollte. Die Art und Weise, wie er diesen Stil in der Pièce d’Orgue prägte, ist gleichermaßen bewundernswert und schillernd. Ganz im Stil, werden die drei Sätze nacheinander Très virtement, Gravement und Lentement genannt, aber sie geben dem Stück nur den Anschein, als seien es drei Teile. Sie sind auch nicht alle so französisch, wie Sie vielleicht erwarten.

Tatsächlich dreht sich das Stück um den überwältigenden Zentralsatz, der mit allen erledigten Stopps (Grand Plein Jeu) gespielt werden soll, wie es in ähnlichen Stücken von französischen Organisten üblich war. Ihm geht ein kurzes, nervös klingendes Vorspiel voraus, dem eine fast neurotische Coda folgt. Zusammen könnten die drei Sätze ebenso gut als freie Fantasie interpretiert werden, und eine der Versionen des Stücks hat unter diesem Titel tatsächlich überlebt.

Die Pièce d’Orgue ist in Bachs Oeuvre einzigartig. Obwohl es sich um eine Übung im französischen Stil handelt, könnte sie durchaus mit dem im Herbst 1717 in Dresden stattfindenden Klavierwettbewerb in Verbindung stehen, in dem Bach sich gegen den eingebildeten französischen Virtuosen Louis Marchand (1669-1732) durchsetzen sollte zu dieser Zeit durch Deutschland reisen. Der Wettbewerb fand jedoch nie statt, da der französische Keyboard-Zauberer gehört haben soll, dass Bach sich darauf vorbereitet hat und in Eile auf den Fersen war.

Also fuhr J.S. Bach fort, einem perplexen Publikum eine Soloperformance zu geben. Es gibt keine Details darüber, was er aufgeführt hat, aber J.S. Bachs Nachruf bezieht sich auf ein Improvisationsduell und nennt einen Salon als Ort. Das Cembalo wäre daher eine wahrscheinlichere Waffe des Kampfes als das Organ. Aber ist es wirklich so undenkbar, dass Bach in Vorbereitung auf seinen Showdown einen französischen „Tribut“ an seinen Gegner komponiert hat? Auf jeden Fall kann es keinen Zweifel geben, wenn Marchand dieses Stück tatsächlich gehört hätte, hätte es ihm Angst gemacht.

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BWV 572

TITEL
Fantasie in G-Dur

BEINAME
Pièce d’Orgue

GENRE
Orgelarbeit

JAHR
Vor 1717

STADT (J.S. Bach in Weimar)
Weimar

Besondere Hinweise
Bach überarbeitete das Stück in Leipzig.

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
18. Dezember 2015

AUFNAHMEDATUM
21. Oktober 2014

LAGE
St. Katharinenkirche in Hamburg

ORGANIST
Leo van Doeselaar

ORGAN
Verschiedene Erbauer zw. dem 15. und 19. Jahrh. Restaurierung: Orgelbauer Flentrop in 2013.

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 572!

Herzliche Grüße

Karin

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Das Bachfest Leipzig 2019 erlebt nach dem grandiosen Bachfestival in 2018 eine abgespeckte Form, die sehr gewöhnungsbedürftig erscheint!

Das Bachfest Leipzig 2019 erlebt nach dem grandiosen Bachfestival in 2018 eine abgespeckte Form, die sehr gewöhnungsbedürftig erscheint!

Zum Bachfest 2019 werden die großen internationalen Bach-Interpreten bis auf Jordi Savall und Hermann Max dem Bachfest 2019 fern bleiben. Das ist nach dem grandiosen Bachfest von 2018 eine große Ernüchterung die sich unter den Bachfreunden breit macht. Was ist der Anlass, dass kein Rudolf Lutz mit seinem großartigen Bach-Ensemble aus St. Gallen, oder Philippe Herreweghe diese Lücken schließen könnten. Wenn das Bachfest Leipzig weiterhin International anerkannt sein möchte, müssen Wege gefunden werden, um von großen internationalen Interpreten und Orchestern die Lücken schließen zu können.

Sehr verwunderlich erscheint mir, dass der Präsident vom Bach-Archiv Leipzig, Sir John Eliot Gardiner ebenfalls durch seine Abwesenheit glänzen wird. Das sind die wunden Punkte im Bachfest-Programm für 2019, die den Verantwortlichen einen geringeren Zuschauerzuspruch, international und national in 2019 bescheren könnte.

Bachfest Leipzig vom 14.–23. Juni 2019

Vorverkaufsbeginn: 16. November 2018

»Hof-Compositeur Bach«

Das Bild des treufleißigen Leipziger Thomaskantors ist nur eine Seite der Medaille. Johann Sebastian Bach war ganze 15 Jahre seines Berufslebens Hofmusikus: zunächst Organist und Konzertmeister in Weimar (ab 1708), dann Kapellmeister in Köthen (1717–1723). Noch als städtischer Leipziger Musikdirektor sammelte er beständig höfische Ehrentitel: 1729 wurde er nebenamtlich außerordentlicher Kapellmeister des Weißenfelser Herzogs und ab 1736 »Hof-Compositeur « des sächsischen Kurfürsten. Gut möglich, dass Bach auch mit seinem berühmten Vorspiel bei Friedrich dem Großen in Potsdam das Ziel verfolgte, Ehrenmitglied in dessen Hofkapelle zu werden.

Bachs Wirken an den Höfen und für die Regenten hat viele Kompositionen hervorgebracht – prachtvolle Festmusiken, funkelnd virtuose Instrumentalwerke in den unterschiedlichsten Stilen und innovative Kirchenmusik. Kurz: Die Werke des »Hof-Compositeurs« Bach bestechen durch ein ausgesprochen breites Spektrum an Formen und Gattungen.

Im Bachfest 2019 wollen wir die ›höfische‹ Seite in Bachs Oeuvre hörbar machen – in vier Reihen, die seinem Schaffen für Weimar, Köthen, Dresden und Berlin gewidmet sind.

                                         Programmheft Bachfest Leipzig 2019 zum Download

In einer fünften Reihe, »Bach & Friends«, gehen wir auf Entdeckungsreise und lernen Werke seiner höfischen Musikerfreunde kennen, die für Bach eine besondere Bedeutung hatten. Die Reihen sind voller Highlights. Um nur einige zu nennen: In einem vierteiligen Zyklus erklingen Bachs Weimarer Kantaten, allesamt in unterschiedlicher Aufführungspraxis. In einem Themenabend schlüpft Nuria Rial in die Rolle der Köthener »Hof-Cantatrice« Anna Magdalena Bach. Jordi Savall entführt uns in die Welt des »Musikalischen Opfers«.

Erstmals werden Bachs großartige Huldigungskantaten auf den sächsischen Kurfürsten am Originalschauplatz – dem Marktplatz – zelebriert. Und in einem Konzert kommt es gar zu einem Duell: beim legendären Wettstreit zwischen J.S. Bach und Marchand.

Freuen Sie sich also auf ein Bachfest von besonderer Vielfalt. Versäumen Sie aber auch nicht, jenseits der Kirchen und Bühnen Johann Sebastian Bachs den Werken seiner großen Leipziger ›Anwälte‹ Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann an deren originalen Spielstätten zu lauschen.

Karten-Vorverkauf

Der öffentliche Vorverkauf für das Bachfest 2019 beginnt am 16. November 2018. Mitglieder der »Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e. V.« sowie der »Neuen Bachgesellschaft e. V.« können bereits ab dem 02. November 2018 Karten erwerben.

Link:  http://www.ticketonline.de/

 

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Helmuth Rilling „Eine Biographie von 2017-2018“

Helmuth Rilling „Eine Biographie von 2017-2018“

Helmuth Rilling ist die geniale Mischung aus Schöngeist und Zupacker: Klassikstar, Bach-Virtuose, Erfinder der Gesprächskonzerte und einer der ersten echten Kulturmanager – Helmuth Rilling: Aus seiner schwäbischen Heimat zog er hinaus in die Welt und wird zu ihrem berühmtesten Kirchenmusiker und Chorleiter. Rastlos trieb es ihn von New York nach Tokio, von Tel Aviv nach Hong Kong. Bis heute jettet er in Sachen Kirchenmusik und Bach durch die Welt. Am 29. Mai war sein 85. Geburtstag.

Helmuth Rilling, ehemaliger Leiter der Internationalen Bachakademie in Stuttgart.

Er zählt zu den bedeutendsten Bach-Interpreten unserer Zeit: Helmuth Rilling. Mit der Gächinger Kantorei schuf er sich dafür einen der besten Chöre der Welt. Mit der von ihm gegründeten Internationalen Bachakademie Stuttgart verband er auf einzigartige Weise Meisterklassen, Konzerte, wissenschaftliche Symposien und trug mit seinen Gesprächskonzerten selbst zur Verbreitung der Musik bei. Zudem engagierte er sich für die Musik unserer Zeit und dirigierte zahlreiche Uraufführungen. Sein Abschied von der Bachakademie war von Misstönen begleitet, doch längst blickt er nach vorn.

Helmuth Rilling – Einer von hier

Kaum jemand hat sein Leben so konsequent dem Werk eines Komponisten gewidmet, wie Helmut Rilling. Kaum jemand hat sich so unermüdlich an der Organisation und Finanzierung ganz großer Konzerte abgearbeitet. Und wohl niemand in der klassischen Welt hat aus eigener Kraft solch einen internationalen Erfolg geschafft.

„Unglaubliche Wertschätzung“ für Johann Sebastian Bach

Im SWR2 Interview sagt Rilling, dass sich in seinem Verhältnis zu Bach über all die Jahre nichts verändert hat. Er empfindet einfach eine „unglaubliche Wertschätzung“ für diesen Komponisten, der so Wichtiges geschaffen hat, und das war immer der Grundansatz für die künstlerische Beschäftigung mit seinem Werk.

Dirigent Helmuth Rilling im Interview 6:14 Minuten 

Wenn er Bach persönlich begegnen könnte, würde er ihn vor allem darum bitten, die Werke, die über die Zeit verlorengegangen sind, noch mal zu Papier zu bringen. Ein bestimmtes Werk von Bach möchte Rilling nicht als besonders wichtig in den Vordergrund stellen. Es ist vor allem die unglaubliche Vielfalt, in der Bach etwas zu sagen hatte, die beeindruckt.

Mehr als „Mr. Bach“

Helmuth Rilling hat immer versucht, dem entgegenzuwirken, nur auf Bach reduziert zu werden. Zum einen hat er die großen Oratorien der Romantik dirigiert, die aber teils auch von Bach beeinflusst sind, sowie viel zeitgenössische Musik – darunter auch solche, die aufgrund von Kompositionsaufträge entstanden sind.

In den 80er Jahren hat Rilling die sogenannten „Gesprächskonzerte“ quasi erfunden. Auf die Idee kam er, weil viele Menschen die Musik Bachs lieben. Ihnen wollte er bewusst machen, warum sie das eigentlich tun. Damit hat er verbalisiert, was er selbst empfindet. „Das war mir ein großes Bedürfnis“. Das Publikum nehme das bis heute sehr gut an: „Nicht nur hier in Stuttgart oder in Deutschland, sondern in sehr vielen Ländern.“

1985 erste Gesamtaufnahme aller Bach-Kantaten, 2000 erste Gesamteinspielung sämtlicher Werke von Johann Sebastian Bach. Initiator von Bach-Akademien in aller Welt.

Rilling ist trotz seines hohen Alters immer noch aktiv, unter anderem bei den Thüringischen Bachwochen. Kraft gibt ihm sein gebliebenes Interesse „an dieser wunderbaren Musik“ und zwar nicht nur von Bach. Sie gibt ihm ständig neue Ideen.

Zum fünften Mal lädt Helmuth Rilling, der legendäre Bach-Interpret und -Vermittler, junge Musiker aus aller Welt nach Weimar, (Weimarer-Bach-Kantaten) um an authentischem Ort Bachs Kantaten zu studieren und aufzuführen. In den vergangenen vier Jahren wurden aus zahlreichen Bewerbern jeweils 70 Musiker aus 18 Ländern ausgewählt, die mit immenser Begeisterung und großem musikalischen Talent in kürzester Zeit zu einem exzellenten Chor und Orchester zusammenwuchsen. Die den Proben folgenden Konzerte waren für Interpreten und Publikum unvergessliche Erlebnisse.

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ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk BWV 912 „Toccata in D-Dur“

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk BWV 912 „Toccata in D-Dur“

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„J. S. Bach experimentiert mit der italienischen Tastaturtradition“

Diese Toccata in D-dur ist die beliebteste von Bachs sieben Toccaten. Auch Bertrand Cuiller hat es in der Vergangenheit sehr oft gespielt. „Das Stück ist sehr theatralisch“, sagt er. „Es ist extrem ‚elektrisch'“. Der kraftvollen Eröffnung, die sich sehr improvisiert anfühlt, folgt ein durchdachterer Abschnitt, in dem verschiedene Themen in Dialog treten. Ein expressives Rezitativ bildet den Übergang zu einem Adagio in der ungewöhnlichen Tonart fis-Moll. Das Adagio ist als eine Fuge konzipiert, aber laut Cuiller ist es auch ein bisschen wie ein Lamento.

J. S. Bach baut die dramatische Spannung in einem zweiten Rezitativ wieder auf und lässt sich schließlich mit „Feuerwerk“ zerreißen. Die Toccata schließt mit einem wilden Tanz, der stark an eine Gigue erinnert. Basierend auf einer ziemlich einfachen Idee verwendet Bach jede mögliche Taste im schnellen Tempo. Diese Art von Stück zeigt wirklich die stürmische Seite von Bach, denkt Cuiller. „Es war nicht nur in seinem Kopf“.

In solchen Werken aus seiner Jugend überschreitet Bach jede erdenkliche Obergrenze. Da es kein überliefertes Manuskript von Bach gibt, müssen die Ausgaben auf späteren Quellen basieren, und wir wissen, dass Bachs Musik von einigen Verlegern „gesäubert“ wurde. Partwriting und Chromatik, die nicht den „Regeln“ entsprachen (denen Bach selbst nicht folgte), wurden regelmäßig korrigiert – auch bei Versionen dieser Toccata. Wer weiß, welche Perlen des Erfindungsreichtums irgendwo in einem weit entfernten Archiv liegen?

Toccaten, BWV 910-916

Die sieben Toccaten von Bach können als Abschluss seiner frühen Periode als Keyboardkomponist angesehen werden. Er hat sie nicht selbst als Sammlung begriffen; das geschah erst nach seinem Tod. Dennoch zeigen sie eine klare Beziehung, sowohl in Bezug auf Form als auch auf Stil. Sie sind umfangreiche Arbeiten mit mehreren Abschnitten. Im Gegensatz zu den späteren Suiten und Partiten fließen die Abschnitte mehr oder weniger nahtlos ineinander. Hier hat Bach im 17. Jahrhundert noch einen festen Fuß.

BWV 912

Titel
Toccata in D-Dur

Genre
Tastaturarbeit

Serie
Zeven Toccata

Jahr
1705-1708

Stadt
Weimar?

Instrument
Cembalo

Besondere Hinweise
BWV 912a ist eine frühe Version, wahrscheinlich für Orgel gedacht

Veröffentlichungsdatum
13. April 2018

Aufnahmedatum
27. Mai 2017

Ort
 Bartolotti Haus Amsterdam

Cembalo
Bruce Kennedy nach Michael Mietke, 1989

Cembalist
Bertrand Cuiller


Language English

ALL OF BACH releases the organ work BWV 912 „Toccata in D Major“

„J.S. Bach experiments with the Italian keyboard tradition“

This Toccata in D major is the most popular of Bach’s seven toccatas. Bertrand Cuiller, too, has played it very often in the past. “The piece is very theatrical”, he says. “It is extremely ‘electric’”. The powerful opening, which feels very improvised, is followed by a more well-thought-out section, in which various themes enter into dialogue. An expressive recitative forms the transition to an adagio in the unusual key of F-sharp minor. The adagio is conceived as a fugue, but according to Cuiller it is also a bit like a lamento.

                                                                        Cembalist: Bertrand Cuiller

J.S. Bach builds the dramatic tension up again in a second recitative and eventually lets rip with ‘fireworks’. The toccata closes with a wild dance that is strongly reminiscent of a gigue. Based on a fairly simple idea, Bach uses every possible key in rapid tempo. This sort of piece really shows the tempestuous side of Bach, thinks Cuiller. “It was not only in his mind”.

In such works from his youth, Bach transgresses every harmonic limit imaginable. As there is no surviving manuscript by Bach, editions must be based on later sources, and we know that Bach’s music was ‘cleaned up’ by some publishers. Partwriting and chromaticism that did not comply with the ‘rules’ (which Bach himself did not follow) were regularly corrected – also among versions of this Toccata. Who knows what gems of inventiveness lie in wait somewhere in a faraway archive?

Toccatas, BWV 910-916

The seven toccatas by Bach can be regarded as a conclusion to his early period as a keyboard composer. He did not conceive of them as a collection himself; that only happened after his death. Yet they do show a clear relationship, with regard to both form and style. They are extensive works with multiple sections. But unlike the later suites and partitas, the sections flow more or less seamlessly into one another. Here, Bach still has one foot firmly in the seventeenth century.

BWV 912

Title
Toccata in D major

Genre
keyboard work

Serie
Zeven toccata’s

Year
1705-1708

City
Weimar?

Instrument
harpsichord

Special notes
BWV 912a is an early version, probably intended for organ

Release date
13 April 2018

Recording date
27 May 2017

Location
Bartolotti Haus

Harpsichord
Bruce Kennedy nach Michael Mietke, 1989

Harpsichordist
Bertrand Cuiller

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 912 /

I wish you a lot of fun with the BWV 912

Herzliche Grüße / Best regards

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht aus dem 1. Teil Wohltemperierten Klavier – BWV 853 „Präludium in es-Moll und die Fuge in dis-Moll“

ALL OF BACH veröffentlicht aus dem 1. Teil Wohltemperierten Klavier BWV 853 „Präludium in es-Moll und die Fuge in dis-Moll“

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PRAGMATISCH

„Technische Meisterschaft und unglaubliche Ausdruckskraft gehen hier Hand in Hand.“

Der Organist und Cembalist Bart Jacobs lebt in der idyllischen Landschaft südlich von Antwerpen. Aus den übrigen Teilen des ersten Buches vonDas Wohltemperirte Clavier“ wählte er das Präludium und die Fugea in der ungewöhnlichen Es-Moll-Tonart. Dieser Schlüssel ist selten im Barock zu hören, aber angesichts der Struktur von Bachs Projekt musste er natürlich mit einbezogen werden. Es hat übrigens eine der umfangreichsten und ambitioniertesten Ergänzungen der Sammlung hervorgebracht.

Das Prelude ist ein sehr stattliches Stück mit einigen schönen Verzierungen. Bart Jacobs nennt es einen „tombeauartigen Trauermarsch“. Der Puls der Drei-Vier-Zeit ist allgegenwärtig und die Atmosphäre ist in der Tat düster. Das Vorspiel existierte bereits in einer früheren Version, in dem pädagogischen Keyboard, das Bach für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann Bach komponierte.

Die Beziehung zur Fuge ist nicht sehr klar. Es wird von einigen vermutet – einschließlich Bart Jacobs -, dass Bach einfach eine existierende Fuge in D für die Fuge in Es-Moll genommen und die notwendigen Sharps hinzugefügt hat (6 von ihnen), wodurch das Stück in Des-Moll gesetzt wurde, das klingt wie Es-Moll. Bach könnte manchmal sehr pragmatisch sein.

Die dreiteilige Fuge ist ansonsten eine der am besten gearbeiteten und streng konstruierten Wolftemperirte Claviers. Bach unterzieht das sehr klassische, fast archaische Thema einer ganzen Reihe kontrapunktischer Techniken. Wir sehen also wieder einmal die Leichtigkeit, mit der technische Meisterschaft und unglaubliche Ausdruckskraft in Bachs Musik Hand in Hand gehen.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Keyboard-Stücken in allen 24 Tasten war eine Art Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperierten Claviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 Mal zusammen; zwölf in Moll und zwölf in Dur. In den Präludien ließ er seiner Phantasie freien Lauf und demonstrierte in den Fugen mathematische Kraftentfaltungen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin, die Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anzuwenden hatte, konnte er sich hier ohne Rücksicht auf Deadlines der intellektuellen Spielerei überlassen.

Der erste Teil von The Well-Tempered Clavier stammt aus dem Jahr 1722, obwohl es einige Musik enthält, die in den vorangegangenen fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Johann Sebastian Bach hat dieses zweite Manuskript erst um 1740 zusammengestellt, obwohl einige der darin enthaltenen Präludien und Fugen noch viel älter sind. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Sammlung von Stücken wie folgt: (Sowohl für die Erziehung des fleißigen Musical-Jünglings als auch für den Genuss der Musik von denen, die in diesem Material versiert sind „).

BWV 853

TITEL
Präludium in Es-Moll und Fuge in d-Moll

BEINAME
Das Wohltemperirte Clavier

GENRE
Tastaturarbeit

SERIE
Das Wohltemperirte Clavier I

JAHR
1722 von früher

STADT
Cöthen (oder Weimar)

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
9. Februar 2018

AUFNAHMEDATUM
23. März 2017

LAGE
Eikevliet, Belgien

Harpsichordist
Bart Jacobs

CEMBALO
Andreas Kilström (2009) nach I. Couchet, Antwerpen (um 1650)


PRAGMATIC

„Technical mastery and incredible expressiveness go hand in hand here.“

Organist and harpsichordist Bart Jacobs lives in the idyllic countryside to the south of Antwerp. From the remaining parts of the first book of „Das Wohltemperirte Clavier“, he chose to play the Prelude and fugea in the unusual key of E-flat minor. This key is rarely heard in the Baroque, but in view of the structure of Bach’s project, it had to be included, of course. Incidentally, it produced one of the more extensive and ambitious additions to the collection.

The Prelude is a very stately piece with some beautiful ornamentation. Bart Jacobs calls it a “tombeau-like funeral march”. The pulse of the three-four time is ever present and the atmosphere is indeed sombre. The Prelude already existed in an earlier version, in the pedagogical keyboard book that Bach compiled for his eldest son Wilhelm Friedemann Bach.

The relationship to the Fugue is not very clear. It is suspected by some – including Bart Jacobs – that Bach simply took an existing fugue in D for the Fugue in E-flat minor and added the necessary sharps to it (6 of them), thus putting the piece into D-flat minor, which sounds the same as E-flat minor. Bach could be very pragmatic at times.

The three-part Fugue is otherwise one of the most well-wrought and strictly constructed of the whole Wolhtemperirte Clavier. Bach subjects the very classical, almost archaic theme to a whole range of contrapuntal techniques. So once again, we clearly see the ease with which technical mastery and incredible expressiveness go hand in hand in Bach’s music.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Composing 48 keyboard pieces in all 24 keys was the sort of challenge Bach enjoyed. In each of the two parts of Das Wohltemperierte Clavier, he brought together the musical couple prelude and fugue 24 times; twelve in minor keys and twelve in major. In the preludes, he gave free rein to his imagination, and demonstrated mathematical tours de force in the fugues. In contrast to the iron discipline Bach had to apply to his church compositions, here he could abandon himself to intellectual Spielerei without worrying about deadlines.

The first part of The Well-Tempered Clavier dates from 1722, although it contains some music that was written in the preceding five years. There is less clarity about the history of part two. Bach compiled this second manuscript only around 1740, although once again some of the preludes and fugues it contains date from a much earlier period. Bach described the target group for this collection of pieces as follows: ‘Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-begierigen Musicalischen Jugend, als auch dere in diesem studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib’ (For both the education of the industrious musical youngster and the enjoyment of those well-versed in this material’).

BWV
853

TITLE
Prelude in E-flat minor and fugue in d-sharp minor

EPITHET
no. 8 from Das Wohltemperirte Clavier

GENRE
keyboard work

SERIES
Das Wohltemperirte Clavier I

YEAR
1722 of earlier

CITY
Cöthen (or Weimar)

RELEASE DATE
9 February 2018

RECORDING DATE
23 March 2017

LOCATION
Eikevliet, Belgium

HARPSICHORDIST
Bart Jacobs

HARPSICHORD
Andreas Kilström (2009) after I. Couchet, Antwerp (about 1650)


Ich wünsche allen ein wunderbares Erlebnis mit dem BWV 853

Herzliche Grüße

Karin

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