Archiv der Kategorie: Orgel

Bach-Werke erklangen zum Bachfest 2018 in Leipzig – J.S. Bach – Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ – Motette BWV 226 – Orgelwerk BWV 544

Bach-Werke erklangen zum Bachfest 2018 in Leipzig – J.S. Bach – Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ – Motette BWV 226 – Orgelwerk BWV 544

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J.S. Bach – Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“

„Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ (BWV 170) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach, eine Solokantate für Alt.

Bach komponierte die Kantate für den 6. Sonntag nach Trinitas in Leipzig. Sie wurde am 28. Juli 1726 zusammen mit der Kantate Ich will meinen Geist in euch geben von Johann Sebastian Bachs Vetter Johann Ludwig Bach uraufgeführt, so dass eine Kantate vor und eine nach der Predigt im Hauptgottesdienst erklang.

Die Kantate wurde beim Bachfest Leipzig 2018 am Sonntag, 10.06. im Universitätsgottesdienst um 11:00 Uhr in der Universitätskirche St. Pauli aufgeführt!

Ausführende: 

Jonathan Mayenschein (Altus), Leipziger Vokalkollektiv,

Junges Sächsisches Bachensemble,

Leitung: Konrad Schöbel


Video: J.S. Bach BWV 226 Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“

ist eine doppelchörige Motette von Johann Sebastian Bach. Die Motette ist für zwei vierstimmige Chöre (SATB/SATB) angelegt. Im originalen Stimmenmaterial wird der erste Chor von einem Streichchor (2 Violinen, Bratsche, Violoncello), der zweite von einem Oboenchor (2 Oboen, Taille, Fagott) verstärkt. Beide Gruppen werden außerdem von einer Continuogruppe begleitet.

Ausführende:

Leipziger Vokalkollektiv – Junges Sächsisches Bachensemble Live im Gottesdienst der Universitätskirche St. Pauli am Sonntag, 10.6.2018 zum Bachfest 2018 in Leipzig.

Leitung: Konrad Schöbel


J. S. Bach – BWV 544 – Orgelwerk „Präludium und Fuge h-Moll“ Das Orgelwerk erklang am Sonntag, 10.06.2018 im Universitätsgottesdienst St. Pauli zum Bachfest Leipzig!

Ausführung:

Universitätsorganist: Daniel Beilschmidt

Erläuterungen zum BWV 544 unter diesen Link:

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“

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BACH UND DER HEILIGE GEIST

Wie Hochzeitsmusik leicht in eine Pfingstkantate verwandelt werden konnte.

Bis vor kurzem galt diese Pfingstkantate als eine der letzten Kantaten in Johann Sebastian Bach´s  Oeuvre. Das Manuskript der Partitur, größtenteils in Bachs eigener Handschrift, stammt aus ein paar Jahren vor seinem Tod. Ein kürzlich in St. Petersburg entdecktes Libretto zeigt jedoch, dass die Kantate viel älter ist und erstmals am 1. Juni 1727 aufgeführt wurde. Das Werk wurde am Pfingstsonntag in Leipzig, in der Nikolaikirche im Morgengottesdienst und an der Thomaskirche in Leipzig vorgestellt Vesper. Schon damals war die Arbeit nicht völlig neu. Die Chorstimmen und die Altarie, die wichtigsten Teile, verwenden wieder Material aus einer gleichnamigen, aber viel umfangreicheren Hochzeitskantate (BWV 34a), die Bach zu einem früheren Zeitpunkt komponiert hatte.

                                                                    DIRIGENT: Jos van Veldhoven

Obwohl das glückliche Paar nie identifiziert wurde, war der Bräutigam wahrscheinlich ein Prediger. Dies zeigt die Altarie in der Hochzeitsfassung, die auf eine Schafherde (die Gemeinde), den Hirten Jakob (den Prediger) und seine Liebe Rachel (die Braut) verweist. Diese Metapher erklärt auch den süßen pastoralen Charakter der Musik, mit zwei „Hirten“ Pfeifen und Streichern, die con sordino (gedämpft) spielen. Die Hochzeitskantate nimmt Anspielungen auf den Heiligen Geist vor und könnte leicht in eine Pfingstkantate umgewandelt werden. Aus feuriger Liebe ist es nur ein kleiner Schritt zu den Flammen des Heiligen Geistes.

                                                              Orchester ALL OF BACH

„O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ ist eine der wenigen Kantaten in Bachs Œuvre ohne Choral. In der Hochzeitskantate war der Schlusschor „Friede über Israel“ nicht das Ende, sondern die Einführung in die Ehesamnisierung. Die Feierlichkeit erinnert stilistisch an Bachs Zeitgenosse Georg Friedrich Händel.

BWV 34

TITEL
O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe

GENRE
Kantate

JAHR
1727, ursprünglich eine Hochzeitskantate 1726

STADT
Leipzig

Lyrikerin
unbekannte

GELEGENHEIT
Pfingstsonntag

ERSTER AUFTRITT
1. Juni 1727

Besondere Hinweise
Diese Pfingstkantate ist ein Arrangement einer Hochzeitskantate aus dem Jahr 1726.

                                                         All of Bach – Trompetengruppe:
                                                Robert Vanryne, Fruzsina Hara, Mark Geelen,

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
18. Mai 2018

AUFNAHMEDATUM
13. Mai 2017

Stadt
Wallonische Kirche, Amsterdam

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Maria Keohane

ALT
Damien Guillon

TENOR
Thomas Hobbs

BASS
Sebastian Myrus

REPIENO SOPRAN
Marjon Strijk, Kristen Witmer

REPIENO ALTO
Marleene Goldstein, Barnabás Hegyi

REPIENO TENOR
Yves Van Handenhove, David Lee

REPIENO BASS
Drew Santini, Matthew Baker

VIOLINE 1
Shunske Sato, Anneke van Haaften und Annelies van der Vegt

VIOLINE 2
Sayuri Yamagata, Pieter Affourtit, Paulien Kostense

VIOLA
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

CELLO
Lucia Swarts, Richte van der Meer

KONTRABASS
Hen Goldsobel

TRAVERSO
Martenwurzel, Doretthe Janssens

OBOE
Martin Stadler,, Peter Frankenberg

FAGOTT
Benny Aghassi

TROMPETE
Robert Vanryne, Fruzsina Hara, Mark Geelen,

TIMPANI
Robert Kendell

ORGAN
Leo van Doeselaar

CEMBALO
Siebe Henstra


Language English

ALL OF BACH publishes the cantata – BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ („O Eternal Fire, O Origin of Love“)

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BACH AND THE HOLY SPIRIT

How wedding music was easy to transform into a Whitsun cantata.

Until recently, it was thought that this Whitsun cantata was one of the last cantatas in Johann Sebastian Bach’s oeuvre. The manuscript of the score, largely in Bach’s own handwriting, dates from a few years before his death. However, a libretto discovered recently in St Petersburg shows that the cantata is much older and was performed for the first time on 1 June 1727. The work was presented in Leipzig on Whit Sunday, at the Nikolaikirche during the morning service and at the Thomaskirche during vespers. Even then, the work was not totally new. The chorus sections and the alto aria, the most essential parts, reuse material originating from a wedding cantata of the same name but much more extensive (BWV 34a), which Bach had composed at an earlier stage.

Although the happy couple has never been identified, the bridegroom was probably a preacher. This is indicated by the alto aria in the wedding version, which refers to a flock of sheep (the congregation), the shepherd Jacob (the preacher) and his love Rachel (the bride). This metaphor also explains the sweet pastoral character of the music, with two ‘shepherd’s’ pipes and strings that play con sordino (muted). The wedding cantata makes allusions to the Holy Spirit, so it could easily be transformed into a Whitsun cantata. From fiery love it is just a small step to the flames of the Holy Spirit.

O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe is one of the few cantatas in Bach’s oeuvre without a chorale. In the wedding cantata, the final chorus, ‘Friede über Israel’, was not the ending, but the introduction to the solemnisation of the marriage. The solemnity is stylistically reminiscent of Bach’s contemporary, Georg Friedrich Handel.

BWV 34

TITLE
O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe

GENRE
cantata

YEAR
1727, originally a wedding cantata 1726

CITY
Leipzig

LYRICIST
unknown

OCCASION
Whit Sunday

FIRST PERFORMANCE
1 June 1727

SPECIAL NOTES

                                                       Gesangs-Solisten: von Links im Foto – 
                                                                 Maria Keohane, Sopran
                                                                 Damien Guillon, Altus
                                                                Thomas Hobbs, Tenor
                                                                Sebastian Myrus, Bass

This Whitsun cantata is an arrangement of a wedding cantata written in 1726.

RELEASE DATE
18 May 2018

RECORDING DATE
13 May 2017

LOCATION
Walloon Church, Amsterdam

CONDUCTOR
Jos van Veldhoven

SOPRANO
Maria Keohane

ALTO
Damien Guillon

TENOR
Thomas Hobbs

BASS
Sebastian Myrus

REPIENO SOPRANO
Marjon Strijk, Kristen Witmer

REPIENO ALTO
Marleene Goldstein, Barnabás Hegyi

REPIENO TENOR
Yves Van Handenhove, David Lee

REPIENO BASS
Drew Santini, Matthew Baker

VIOLIN 1
Shunske Sato, Anneke van Haaften, Annelies van der Vegt

VIOLIN 2
Sayuri Yamagata, Pieter Affourtit, Paulien Kostense

VIOLA
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

CELLO
Lucia Swarts, Richte van der Meer

DOUBLE BASS
Hen Goldsobel

TRAVERSO
Marten Root, Doretthe Janssens

OBOE
Martin Stadler, Peter Frankenberg

BASSOON
Benny Aghassi

TRUMPET
Robert Vanryne, Fruzsina Hara, Mark Geelen

TIMPANI
Robert Kendell

ORGAN
Leo van Doeselaar

HARPSICHORD
Siebe Henstra


Ich wünsche allen Besuchern ein gesegnetes Pfingstfest !
I wish all visitors a blessed Pentecost !

Herzliche Grüße – Best regards

Karin

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Mein Abendtagebuch – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18

Mein Abendtagebuch – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18

I. Freitag abend (16.3.)

Durchquerte der junge Heißsporn-, J.S. Bach mit 18 Jahren 1703 in Arnstadt angestellt, eigentlich mal auf dem Fahrrad mit seiner Liebsten Maria Barbara durch die Stadt? Wäre ein schönes Bild gewesen-, die zwei! Gab es um 1700 schon Fahrräder? Ich fürchte, eher nein.

                                                      Mein neues klappbares Fahrrad

Ich probiere bei diesem kleineren Bach-Festival mal mein neues Faltrad aus. Heute fuhr es noch im sonnigen Winter mit mir durch Braunschweig, jetzt steht es‚ zusammen gefaltet‘ im DB-IC.  Arnstadt empfängt uns im Schneegestöber. War wohl nichts mit Pedalo-Erkundungen.

Mich hatte am abend weniger die Eröffnung des Bach-Festival in der Bach-Kirche interessiert. Eher fing mich der GENIUS LOCI ein und ich besuchte die drei Kirchen von Arnstadt und die Stadt-Bibliothek im Prinzenhaus.

Mir kommt gerade das Bach‘sche. ‚Backtrog, – Stockfisch – Spinnrad‘-Lied ‚Quodlibet‘ in den Sinn. Dieses etwas ‚schlüpfrige Lied‘ sang die Großfamilie im Arnstädter Wirtshaus, jeder der ‚Bache‘ erweiterte in volkstümlicher Manier die Strophen. ‚…..was sein das für große Schlösser‘ (BWV 524) in ein: ‚Wie es beliebt‘.

II. Samstag abend (17.3)

Fotos vom Bachfest Arnstadt 2018 der Friedhof mit Mitgliedern der Bache, das Bachdenkmal und Flöten-Konzert mit Cembalo und Viola da Gamba im feinen Rathaus-Saal! Am 17.3.2018. Zur Vergrößerung der Ansicht in das Foto klicken..!!

Mein Weg führt mich am Alten Friedhof vorbei. In Arnstadt kamen allein 17 Bachezur Welt. Viele sind hier auf dem Alten Friedhof begraben. Mittags zuerst ein kleines, intimes Flöten-Konzert mit Cembalo und Viola da Gamba im feinen Rathaus-Saal. Dann um die Ecke Orgelkonzert in der Bachkirche mit Buxtehude Orgelstücken.

Der Arnstädter ‚Wilde Bach‘, im Denkmal vor dem Rathaus als der heute, weltberühmte Lümmel Basti‘ (so der als Kutscher kostümierte Stadtführer) dargestellt, wanderte 1705 zu Dietrich Buxtehude nach Lübeck. Er lernte dort 4 Monate lang rasante Orgel-Passacaglien. Hatte aber nur 4 Wochen vom Stadt-Regiment Arnstadt Urlaub bekommen. Unerhört !!

Szenenwechsel: Eine kleine schön verschneite Waldwanderung (ca 3 km) führte mich nachmittags durch das Ried-Stadttor

                                                   Ried-Stadttor Arnstadt (Thüringen)

zum Walpurgis Kloster. Grundriss-Mauern bezeugen hier einen ganz frühen mittelalterlichen Konvent. Wer Walpurgis hört, denkt natürlich gleich an die ‚Walpurgisnacht’ (1.Mai). Dann wird hier heute burschikos gefeiert.

Dann abends für mich der Höhepunkt des Festivals: Die Johannes-Passion BWV 245

                                                               Bach-Kirche Arnstadt

Die Aufführung hat mir insgesamt gefallen. Die Deklamation des (zu großen) Chores war beachtenswert. Nur ein Beispiel: Chor ‚Wir haben ein Gesetz … konsequente Betonung auf Gesetz-, also etwas Festes, stupid nicht zu Hinterfragendes und beim chorischen ‚Bist du nicht seiner Jünger einer …‘ hörte man wirklich die Zahl 12 des ‚Bist du’.

                      Impressionen aus der Bach-Kirche in Arnstadt Johannes – Passion BWV 245

Zum Solistenquintett habe ich viel zu sagen. Evangelist deutlich, überlegt im Text und klar, Sopran freudig und hell, Alt souverän, markant und konzentriert. Die junge Altistin (Anna-Luise Oppelt vonBach by bike‘) hat mit ihrer reifen, das Tonspektrum einer Altistin treffend und vollständig abdeckenden Qualität gewiss eine große Gesangskarriere vor sich.

Und dann der Christus (Bass). Hoheitsvoll und über den Dingen stehend sollte (!!!) er sich in der Johannes-Passion darstellen. Einige Beispiele in den Christus-Worten: ‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt …‘, oder ‚meine Diener würden darob kämpfen‘, oder ,Du sagst, ich bin ein König’, oder ‚ meine Macht ist von oben‘.

                                                    Bach-Kirche Arnstadt Johannes Passion

Dieser Christus sang aber zu ‚zerbrechlich’, zu aspiriert, zu schwach. Gerade im Gegenüber zu dem machtbewussten volltönenden Pilatus (auch Bass), zeigte sich dies Missverhältnis. Pilatus singt: …‘ das ich Macht habe, dich zu kreuzigen und Macht habe, dich loszugeben. Doch Christus zeigt eine Macht ohne Konturen. Sorry! Aber, das muss zur Ehrenrettung betont werden. Seine Arien und Arioso waren in Ordnung.

Die Passion schloss mit dem ergreifenden Choral: ‚Ach Herr, lass dein lieb Engelein. ….‘ Wunderbar, wie der Chor das Crescendo wachsen lies: ….alsdann vom Tod errette mich …. das war ‚Hoffnung pur‘.

Ausführende:
Daniela Gerstenmeyer (Sopran)
Anna-Luise Oppelt (Alt)
Stephan Scherpe (Tenor)
Ralf Grobe (Bass)
Bachchor Arnstadt und Suhler Kantorei
capella arnestati
Jörg Reddin (Leitung)

Ort:
Johann-Sebastian-Bach-Kirche Arnstadt

                                                       Bachkirche Arnstadt Johannes Passion, Schluss-Applaus!

Und jetzt schlafe ich mit guten Gedanken ein. Dieser Schnee-Tag in Stadt, Wald und Kirche hat sich gelohnt.

Grüße

adamo

All OF BACH veröffentlicht das BWV 733 „Meine Seele erhebt den Herren“ (Fuge über das Magnificat)

All OF BACH veröffentlicht das BWV 733 „Meine Seele erhebt den Herren“ (Fuge über das Magnificat)

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„Meine Seele erhebt den Herren“ (Fuge über das Magnificat)

„Eine schwierige Melodie“

Bach täuscht seinen Zuhörer mit einer Quasi-Fuge.

Angesichts des Titels Fuga sopra il Magnificat erwartet man bei diesem kompakten Orgelauftakt eine prominentere Funktion für die Melodie. Aber die gregorianische Magnificat-Melodie, die Bach hier verwendet, ist hartnäckig. Es stammt offensichtlich aus einer anderen musikalischen Ära, die immer noch von den alten Kirchenmode beherrscht wurde.

                                                          Organist Matthias Havinga

Wir können sogar hinterfragen, ob das eigentlich eine Fuge ist oder nicht. Sicher ist jedoch, dass das „Sopra“ im Titel wörtlich zu nehmen ist. Hier bedeutet es „obendrauf“ oder sogar „dazwischen“, anstatt seine übliche Definition von „basierend auf“. Bach schneidet die Melodie des Magnificat in zwei Teile und beschränkt sich dann bewusst auf Aussagen der ersten Hälfte. Erst im letzten Moment beendet er den Satz im Pedal, der plötzlich in Aktion tritt. Tatsache ist, dass die zweite Hälfte der Melodie eine harmonische Herausforderung darstellt: fünf Mal die gleiche Note, für die Bach in den oberen Teilen eine kreative Lösung finden muss.

Praktisch wie immer stellt er eine Fülle kleiner Motive der einfachen Melodie gegenüber. Zum Beispiel hören wir im ganzen Stück den wiederkehrenden Lauf von Takt 2, genau wie die Sprungnoten von Takt 3, die invertiert, erweitert, halbiert und verdoppelt werden können usw. Aber kleine Motive machen keine Fuge, oder zumindest nicht sind alleine. Hier verhalten sich die Themen nicht so, wie sie sollten, und sobald die fugale Trickkiste geöffnet ist, ist es mehr für den Effekt, als den Regeln der Kunst zu folgen. Und dennoch fallen wir mit weit geöffneten Augen auf diese „Fuge“ herein. Nicht schlecht komponiert für einen jungen Komponisten!

                                                                          St-Bavokerk, Haarlem

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BWV 733

Titel
Fuga sopra il Magnificat

Genre
Orgelarbeit (Choral-Arrangement)

Jahr
1708-1717

Stadt
Weimar

Besondere Hinweise
Dieses Choral Arrangement wurde ebenfalls als Werk von Johann Ludwig Krebs (1713-1780)  überliefert.

Veröffentlichungsdatum
12. Januar 2018

Aufnahmedatum
21. September 2016

Ort
St-Bavokerk, Haarlem

Organist
Matthias Havinga

Organ
Müllerorgel  (mit Disposition)

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 733“

Grüße Karin

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Der Orgelbauer – Oberlingers Kampf ums Traditionsgeschäft!

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Wolfgang Oberlinger ist Orgelbauer in der siebten Generation. Kein anderes Orgelbauunternehmen weltweit hat eine längere Familientradition. Die Orgeln aus dem kleinen Windesheim bei Bad Kreuznach klingen in Kirchen und Kathedralen auf der ganzen Welt.

Doch es wird immer schwerer, mit dem Orgelbau Geld zu verdienen. Den Kirchen schwinden die Mitglieder, dementsprechend leer sind die Gottesdienste. Häufig müssen ganze Gotteshäuser schließen. Orgeln braucht es also immer weniger. Die meisten Orgelbauer halten sich nur mit Reparaturen und Wartungen über Wasser. Eine Entwicklung, die auch an der Firma Oberlinger nicht spurlos vorbei gegangen ist.

Wolfgang Oberlinger will sich nicht damit abfinden. Der 74-Jährige setzt auf Innovation. Mit der Entwicklung einer extrem kleinen Orgel für den Hausgebrauch hofft er, neue Käuferschichten zu erschließen. Darüber hinaus sieht er die Zukunft seiner Firma im Ausland, vor allem in China. Im Reich der Mitte werden noch Orgeln für Konzertsäle gesucht. Deutsche Orgelbauer zählen dort zu den besten der Welt. Doch die Geschäfte im Ausland haben auch ihre Tücken. Wird es Oberlinger gelingen, einen Auftrag in China an Land zu ziehen, der die Firma über Jahre auslasten könnte? Und lässt sich seine neue Mini-Orgel, wie erhofft, wirklich so gut verkaufen?

Deutsche Erstausstrahlung: 11.12.2017 SWR Fernsehen

The organ builder – Oberlingers fight for the traditional business

Wolfgang Oberlinger is organ builder in the seventh generation. No other organ builder worldwide has a long family tradition. The organs from the small Windesheim near Bad Kreuznach sound in churches and cathedrals around the world.

But it’s getting harder and harder to make money with organ building. The churches are dwindling the members, accordingly the services are empty. Often whole churches have to close. So organs are less and less needed. Most organ builders stay afloat only with repairs and maintenance. A development that has not left its mark on Oberlinger.

Wolfgang Oberlinger does not want to accept it. The 74-year-old relies on innovation. With the development of an extremely small organ for home use, he hopes to open up new shoppers. In addition, he sees the future of his company abroad, especially in China. In the Middle Kingdom organs are still being sought for concert halls. German organ builders are among the best in the world. But business abroad also has its pitfalls. Will Oberlinger be able to land a contract in China that could exhaust the company for years to come? And is his new mini-organ, as hoped, really selling so well?

German premiere: 11.12.2017 SWR TV