Archiv der Kategorie: Orgel

Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1; Nr.5

Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1; Nr.5

Organist: Martin Rost an der Kindten-Orgel in der Evangelischen  Jacobi-Kirche in Ginst / Rügen.

Johann Wilhelm Hertel (* 9. Oktober 1727 in Eisenach; † 14. Juni 1789 in Schwerin) war ein deutscher Komponist.

Hertel stammte aus einer Eisenacher Musikerfamilie, erhielt Unterricht in Violine und Klavier durch seinen Vater Johann Christian Hertel. Im Jahr 1742 kam er mit diesem nach Mecklenburg-Strelitz, wo er 1744 als Geiger und Cembalist tätig war.

Nach Studien in Zerbst und Berlin kam er 1754 zunächst als Konzertmeister, dann als „Hof- und Capell-Compositeur“ nach Mecklenburg-Schwerin. Unter Herzog Christian Ludwig II. schrieb Hertel insbesondere repräsentative Instrumentalmusik, unter dessen Nachfolger Friedrich (genannt „der Fromme“) verlagerte sich der Schwerpunkt seines Schaffens auf geistliche Musik.

Von 1759 bis 1760 war er Organist an der Stralsunder Marienkirche. 1770 wurde er zum Hofrat ernannt; er war Privatsekretär von Prinzessin Ulrike Sophie und gab Musikunterricht in Kreisen des Schweriner Hofes.

Hertel schrieb eine größere Anzahl Sinfonien, Solokonzerte (darunter zwei Cellokonzerte und drei Harfen- oder Cembalokonzerte), Cembalosonaten, Lieder, Psalmen, Kantaten und Oratorien. Er gilt als wichtiger Vertreter des „empfindsamen Stils“ der deutschen Vorklassik. Besonders beliebt waren seine Sinfonien in D-Dur und G-Dur, das Fagottkonzert in a-Moll, sowie seine Cembalosonate in d-Moll.

Kindten-Orgel in der Ev. Jacobi-Kirche in Ginst / Rügen.

Orgelbauer: Christian Kindten
Baujahr: 1790
Geschichte der Orgel: 1790 Orgelneubau durch Christian Kindten (fälschlicherweise auch Kindt genannt), 1957 Restaurierung durch Orgelbau Hermann Eule (Bautzen)
Gehäuse: 1790 Prospekt von C.N. Freese aus Stralsund, verziert mit Zopfstildekor, Posaunen-Engeln (beweglich), zwei Amphoren und Schrifttafeln
Stimmtonhöhe: 440 HZ ungleichstufig, 1 Halbton höher
Windladen: Schleifladen
Spieltraktur: Mechanisch
Registertraktur: Mechanisch
Registeranzahl: 22 Zugregister
Manuale: C,D – d3
Pedal: C – c1
Spielhilfen, Koppeln: Sperrventile für jedes Werk, Tremulant für das ganze Werk, Evacuant, Calcant, Cymbelstern, II/I (keine Pedalkoppeln)Fusstritt zur Betätigung der Posaunenengel (lautlos ziehen die Figuren die Instrumente an sich)

                                              Kindten-Orgel Evangelische Kirche Gingst-Rügen

Hauptwerk I Oberwerk II Pedal
Quintatön 16’Principal 8′

Gedackt 8′

Rohrflöte 8′

Oktav 4′

Quinte 2 2/3′

Oktav 2′

Mixtur 4-fach

Trompete 8′[1]

Gedackt 8’Gamba 8′

Prinzipal 4′

Gemshorn 4′

Gedackt 4′

Oktave 2′

Scharff 2-fach

Vox humana 8′[2]

Subbass 16’Violon 8′

Gedackt 8′

Oktave 4′

Posaune 16′

Anmerkungen
  1. Hochspringen ursprünglich II. Manual
  2. Hochspringen ursprünglich I. Manual

Video: Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) Orgelwerk Sonate A-Dur op.1 Nr.5

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J.S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu Dir Herr Jesu Christ“ Ausführung: Karl Richter

J.S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu Dir Herr Jesu Christ“ Ausführung: Karl Richter

Ausführungen zu der Kantate BWV 33:

„Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ (BWV 33) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb die Choralkantate 1724 für den 13. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 3. September 1724 erstmals auf. Sie beruht auf dem gleichnamigen Kirchenlied von Konrad Hubert (1540).

J.S. Bach komponierte die Kantate in seinem zweiten Jahr in Leipzig für den 13. Sonntag nach Trinitatis. In diesem Jahr schrieb er eine Folge von Choral-Kantaten. Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren Gal. 3,15–22 LUT, Paulus über „Gesetz und Verheißung“, und Lk 10,23–37 LUT, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Der Text eines unbekannten Dichters beruht auf dem Lied von Konrad Hubert, das in Nürnberg 1540 mit einer zusätzlichen vierten Strophe gedruckt wurde. Jede Strophe besteht aus neun Zeilen. Der Dichter behielt die erste und die letzte Strophe im Wortlaut bei, die beiden inneren Strophen dichtete er jeweils zu einer Folge von Rezitativ und Arie um. Das Lied, dessen Thema der reuige Sünder ist, bezieht sich nur allgemein auf das Evangelium. Der Dichter vertieft den Bezug in Satz 4, „Gib mir nur aus Barmherzigkeit / den wahren Christenglauben“ sowie in Satz 5, „Gib, daß ich aus reinem Triebe / als mich selbst den Nächsten liebe“, das den Kernsatz des Evangeliums aufnimmt.

Eine anonyme Liedmelodie zu „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ wurde 1541 in Wittenberg gedruckt. Sie wurde oft musikalisch verarbeitet, zuerst von Sethus Calvisius, später von Michael Praetorius und anderen. Nach Klaus Hofmann wurde sie 1512 von Paul Hofhaimer für ein weltliches Lied geschrieben. In der Kantate benutzt Bach sie wie üblich in der Choralphantasie zu Beginn und einem vierstimmigen Satz am Schluss, außerdem spielt er im Duett (Satz 5) auf sie an.

Die Kantate ist besetzt mit drei Gesangssolisten (Alt, Tenor und Bass), vierstimmigem Chor, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo

1. Coro: Allein zu dir, Herr Jesu Christ
2. Recitativo (Bass): Mein Gott und Richter
3. Aria (Alt): Wie furchtsam wankten meine Schritte
4. Recitativo (Tenor): Mein Gott, verwirf mich nicht
5. Aria (Tenor, Bass): Gott, der du die Liebe heißt
6. Choral: Ehr sei Gott in dem höchsten Thron

In seinem ersten Jahr in Leipzig hatte Bach zum gleichen Anlass Du sollt Gott, deinen Herren, lieben (BWV 77) komponiert, beginnend mit einem Chorsatz über das entscheidende Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben, an dem, entsprechend der Parallelstelle zum Evangelium Mt 22,34–40 LUT, das Gesetz und die Propheten hängen.

Der Eingangschor von „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ ist eine Choralphantasie, mit dem cantus firmus im Sopran, den Unterstimmen meist homophon, manchmal polyphon, und ausgedehnten Ritornellen und Zwischenspielen, die alle neun Liedzeilen rahmen.

In der Alt-Arie (Satz 3) „Wie furchtsam wankten meine Schritte“, spielen die ersten Violinen mit Dämpfer und die anderen Streicher pizzicato, um die Furcht auszudrücken. Die schwankenden Schritte erscheinen in Figuren voller Synkopen. Satz 5, ein Duett von Tenor und Bass „Gott, der du die Liebe heißt“), stellt Gottes Liebe dar in den Konsonanzen von Sext- und Terz-Parallelen. Der Schlusschoral ist ein vierstimmiger Satz, der die Unterstimmen in ausdrucksvolle Linien verwebt.

Das Autograph der Kantate war im 19. Jahrhundert im Besitz von Julius Schubring und war ihm wahrscheinlich von seinem Freund Felix Mendelssohn Bartholdy geschenkt worden. Später von Walther Schubring geerbt, wurde es 1965 über das Auktionshaus Stargardt verkauft. Es befindet sich heute in der Scheide Library der Princeton University und ist digitalisiert

Kurz-Biographie: Karl Richter (1926-1981)

      Karl Richter (1926-1981)

Karl Richter (* 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.

Karl Richter kam 1926 als viertes von fünf Kindern des evangelischen Pfarrers Christian Johannes Richter und der Clara Hedwig Richter in Plauen zur Welt. Seine Familie ging zwei Jahre später nach Marienberg im Erzgebirge. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1935 zog die Mutter mit den Kindern nach Freiberg, Sachsen, wo der junge Karl die Gelegenheit erhielt, auf der großen Silbermann-Orgel im Freiberger Dom zu üben. Ab 1937 besuchte er das Kreuzgymnasium in Dresden und war Mitglied des Dresdner Kreuzchores. 1940 nahm ihn Karl Straube nach seinem Ruhestand als letzten Schüler an.

Nach dem Krieg studierte Karl Richter am Konservatorium Leipzig und am Kirchenmusikalischen Institut bei Karl Straube und Günther Ramin. 1949 wurde er Thomasorganist. Die gute Ausbildung bei seinen Lehrern und sein hervorragendes Staatsexamen kamen ihm bei der Bewerbung zu Hilfe.

1950 reiste Richter mit dem Thomanerchor unter der Leitung Ramins nach Süddeutschland und Zürich, wo er seine spätere Frau Gladys kennenlernte. 1951 kehrte er – nur mit einem kleinen Koffer ausgestattet – der DDR den Rücken und ging zunächst nach Zürich, um sich von dort nach einer Stelle umzusehen. Nach einem Probespiel erhielt er die Stelle als Kantor an der Markus-Kirche in München. Im gleichen Jahr übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor und zwei Jahre später das Münchener Bach-Orchester

Von 1953 bis zu seinem Tod war Karl Richter einer der weltweit bekanntesten Interpreten der Musik Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels. Als Solist auf dem Cembalo und an der Orgel setzte Karl Richter Maßstäbe. Karl Richter war zu seiner Zeit neben Helmut Walcha der bedeutendste Interpret der Orgelmusik Johann Sebastian Bachs.

Schon im Alter von 30 Jahren wurde Karl Richter das Amt als Thomaskantor in Leipzig angeboten. Doch Richter lehnte ab. Er sagte dazu später: „Es wäre die Krönung meiner Karriere gewesen. Aber ich habe in München etwas aufgebaut, was ich nicht mehr aufgeben kann.

Karl Richter starb 1981 im Alter von 54 Jahren an Herzversagen in einem Hotel in München. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich, beerdigt. Im Gedächtniskonzert für Karl Richter am 3. Mai 1981 dirigierte sein Freund Leonard Bernstein den Münchener Bach-Chor und das Bach-Orchester im Herkulessaal der Münchner Residenz.

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Siehe ein Memoriam von Karl Richter auf Volkers Klassikeiten: 

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Bach-Werke erklangen zum Bachfest 2018 in Leipzig – J.S. Bach – Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ – Motette BWV 226 – Orgelwerk BWV 544

Bach-Werke erklangen zum Bachfest 2018 in Leipzig – J.S. Bach – Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ – Motette BWV 226 – Orgelwerk BWV 544

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J.S. Bach – Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“

„Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ (BWV 170) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach, eine Solokantate für Alt.

Bach komponierte die Kantate für den 6. Sonntag nach Trinitas in Leipzig. Sie wurde am 28. Juli 1726 zusammen mit der Kantate Ich will meinen Geist in euch geben von Johann Sebastian Bachs Vetter Johann Ludwig Bach uraufgeführt, so dass eine Kantate vor und eine nach der Predigt im Hauptgottesdienst erklang.

Die Kantate wurde beim Bachfest Leipzig 2018 am Sonntag, 10.06. im Universitätsgottesdienst um 11:00 Uhr in der Universitätskirche St. Pauli aufgeführt!

Ausführende: 

Jonathan Mayenschein (Altus), Leipziger Vokalkollektiv,

Junges Sächsisches Bachensemble,

Leitung: Konrad Schöbel


Video: J.S. Bach BWV 226 Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“

ist eine doppelchörige Motette von Johann Sebastian Bach. Die Motette ist für zwei vierstimmige Chöre (SATB/SATB) angelegt. Im originalen Stimmenmaterial wird der erste Chor von einem Streichchor (2 Violinen, Bratsche, Violoncello), der zweite von einem Oboenchor (2 Oboen, Taille, Fagott) verstärkt. Beide Gruppen werden außerdem von einer Continuogruppe begleitet.

Ausführende:

Leipziger Vokalkollektiv – Junges Sächsisches Bachensemble Live im Gottesdienst der Universitätskirche St. Pauli am Sonntag, 10.6.2018 zum Bachfest 2018 in Leipzig.

Leitung: Konrad Schöbel


J. S. Bach – BWV 544 – Orgelwerk „Präludium und Fuge h-Moll“ Das Orgelwerk erklang am Sonntag, 10.06.2018 im Universitätsgottesdienst St. Pauli zum Bachfest Leipzig!

Ausführung:

Universitätsorganist: Daniel Beilschmidt

Erläuterungen zum BWV 544 unter diesen Link:

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“

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BACH UND DER HEILIGE GEIST

Wie Hochzeitsmusik leicht in eine Pfingstkantate verwandelt werden konnte.

Bis vor kurzem galt diese Pfingstkantate als eine der letzten Kantaten in Johann Sebastian Bach´s  Oeuvre. Das Manuskript der Partitur, größtenteils in Bachs eigener Handschrift, stammt aus ein paar Jahren vor seinem Tod. Ein kürzlich in St. Petersburg entdecktes Libretto zeigt jedoch, dass die Kantate viel älter ist und erstmals am 1. Juni 1727 aufgeführt wurde. Das Werk wurde am Pfingstsonntag in Leipzig, in der Nikolaikirche im Morgengottesdienst und an der Thomaskirche in Leipzig vorgestellt Vesper. Schon damals war die Arbeit nicht völlig neu. Die Chorstimmen und die Altarie, die wichtigsten Teile, verwenden wieder Material aus einer gleichnamigen, aber viel umfangreicheren Hochzeitskantate (BWV 34a), die Bach zu einem früheren Zeitpunkt komponiert hatte.

                                                                    DIRIGENT: Jos van Veldhoven

Obwohl das glückliche Paar nie identifiziert wurde, war der Bräutigam wahrscheinlich ein Prediger. Dies zeigt die Altarie in der Hochzeitsfassung, die auf eine Schafherde (die Gemeinde), den Hirten Jakob (den Prediger) und seine Liebe Rachel (die Braut) verweist. Diese Metapher erklärt auch den süßen pastoralen Charakter der Musik, mit zwei „Hirten“ Pfeifen und Streichern, die con sordino (gedämpft) spielen. Die Hochzeitskantate nimmt Anspielungen auf den Heiligen Geist vor und könnte leicht in eine Pfingstkantate umgewandelt werden. Aus feuriger Liebe ist es nur ein kleiner Schritt zu den Flammen des Heiligen Geistes.

                                                              Orchester ALL OF BACH

„O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ ist eine der wenigen Kantaten in Bachs Œuvre ohne Choral. In der Hochzeitskantate war der Schlusschor „Friede über Israel“ nicht das Ende, sondern die Einführung in die Ehesamnisierung. Die Feierlichkeit erinnert stilistisch an Bachs Zeitgenosse Georg Friedrich Händel.

BWV 34

TITEL
O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe

GENRE
Kantate

JAHR
1727, ursprünglich eine Hochzeitskantate 1726

STADT
Leipzig

Lyrikerin
unbekannte

GELEGENHEIT
Pfingstsonntag

ERSTER AUFTRITT
1. Juni 1727

Besondere Hinweise
Diese Pfingstkantate ist ein Arrangement einer Hochzeitskantate aus dem Jahr 1726.

                                                         All of Bach – Trompetengruppe:
                                                Robert Vanryne, Fruzsina Hara, Mark Geelen,

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
18. Mai 2018

AUFNAHMEDATUM
13. Mai 2017

Stadt
Wallonische Kirche, Amsterdam

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Maria Keohane

ALT
Damien Guillon

TENOR
Thomas Hobbs

BASS
Sebastian Myrus

REPIENO SOPRAN
Marjon Strijk, Kristen Witmer

REPIENO ALTO
Marleene Goldstein, Barnabás Hegyi

REPIENO TENOR
Yves Van Handenhove, David Lee

REPIENO BASS
Drew Santini, Matthew Baker

VIOLINE 1
Shunske Sato, Anneke van Haaften und Annelies van der Vegt

VIOLINE 2
Sayuri Yamagata, Pieter Affourtit, Paulien Kostense

VIOLA
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

CELLO
Lucia Swarts, Richte van der Meer

KONTRABASS
Hen Goldsobel

TRAVERSO
Martenwurzel, Doretthe Janssens

OBOE
Martin Stadler,, Peter Frankenberg

FAGOTT
Benny Aghassi

TROMPETE
Robert Vanryne, Fruzsina Hara, Mark Geelen,

TIMPANI
Robert Kendell

ORGAN
Leo van Doeselaar

CEMBALO
Siebe Henstra


Language English

ALL OF BACH publishes the cantata – BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ („O Eternal Fire, O Origin of Love“)

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BACH AND THE HOLY SPIRIT

How wedding music was easy to transform into a Whitsun cantata.

Until recently, it was thought that this Whitsun cantata was one of the last cantatas in Johann Sebastian Bach’s oeuvre. The manuscript of the score, largely in Bach’s own handwriting, dates from a few years before his death. However, a libretto discovered recently in St Petersburg shows that the cantata is much older and was performed for the first time on 1 June 1727. The work was presented in Leipzig on Whit Sunday, at the Nikolaikirche during the morning service and at the Thomaskirche during vespers. Even then, the work was not totally new. The chorus sections and the alto aria, the most essential parts, reuse material originating from a wedding cantata of the same name but much more extensive (BWV 34a), which Bach had composed at an earlier stage.

Although the happy couple has never been identified, the bridegroom was probably a preacher. This is indicated by the alto aria in the wedding version, which refers to a flock of sheep (the congregation), the shepherd Jacob (the preacher) and his love Rachel (the bride). This metaphor also explains the sweet pastoral character of the music, with two ‘shepherd’s’ pipes and strings that play con sordino (muted). The wedding cantata makes allusions to the Holy Spirit, so it could easily be transformed into a Whitsun cantata. From fiery love it is just a small step to the flames of the Holy Spirit.

O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe is one of the few cantatas in Bach’s oeuvre without a chorale. In the wedding cantata, the final chorus, ‘Friede über Israel’, was not the ending, but the introduction to the solemnisation of the marriage. The solemnity is stylistically reminiscent of Bach’s contemporary, Georg Friedrich Handel.

BWV 34

TITLE
O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe

GENRE
cantata

YEAR
1727, originally a wedding cantata 1726

CITY
Leipzig

LYRICIST
unknown

OCCASION
Whit Sunday

FIRST PERFORMANCE
1 June 1727

SPECIAL NOTES

                                                       Gesangs-Solisten: von Links im Foto – 
                                                                 Maria Keohane, Sopran
                                                                 Damien Guillon, Altus
                                                                Thomas Hobbs, Tenor
                                                                Sebastian Myrus, Bass

This Whitsun cantata is an arrangement of a wedding cantata written in 1726.

RELEASE DATE
18 May 2018

RECORDING DATE
13 May 2017

LOCATION
Walloon Church, Amsterdam

CONDUCTOR
Jos van Veldhoven

SOPRANO
Maria Keohane

ALTO
Damien Guillon

TENOR
Thomas Hobbs

BASS
Sebastian Myrus

REPIENO SOPRANO
Marjon Strijk, Kristen Witmer

REPIENO ALTO
Marleene Goldstein, Barnabás Hegyi

REPIENO TENOR
Yves Van Handenhove, David Lee

REPIENO BASS
Drew Santini, Matthew Baker

VIOLIN 1
Shunske Sato, Anneke van Haaften, Annelies van der Vegt

VIOLIN 2
Sayuri Yamagata, Pieter Affourtit, Paulien Kostense

VIOLA
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

CELLO
Lucia Swarts, Richte van der Meer

DOUBLE BASS
Hen Goldsobel

TRAVERSO
Marten Root, Doretthe Janssens

OBOE
Martin Stadler, Peter Frankenberg

BASSOON
Benny Aghassi

TRUMPET
Robert Vanryne, Fruzsina Hara, Mark Geelen

TIMPANI
Robert Kendell

ORGAN
Leo van Doeselaar

HARPSICHORD
Siebe Henstra


Ich wünsche allen Besuchern ein gesegnetes Pfingstfest !
I wish all visitors a blessed Pentecost !

Herzliche Grüße – Best regards

Karin

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Mein Abendtagebuch – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18

Mein Abendtagebuch – J.S. Bach-Festival Arnstadt 16.3.-19.3.18

I. Freitag abend (16.3.)

Durchquerte der junge Heißsporn-, J.S. Bach mit 18 Jahren 1703 in Arnstadt angestellt, eigentlich mal auf dem Fahrrad mit seiner Liebsten Maria Barbara durch die Stadt? Wäre ein schönes Bild gewesen-, die zwei! Gab es um 1700 schon Fahrräder? Ich fürchte, eher nein.

                                                      Mein neues klappbares Fahrrad

Ich probiere bei diesem kleineren Bach-Festival mal mein neues Faltrad aus. Heute fuhr es noch im sonnigen Winter mit mir durch Braunschweig, jetzt steht es‚ zusammen gefaltet‘ im DB-IC.  Arnstadt empfängt uns im Schneegestöber. War wohl nichts mit Pedalo-Erkundungen.

Mich hatte am abend weniger die Eröffnung des Bach-Festival in der Bach-Kirche interessiert. Eher fing mich der GENIUS LOCI ein und ich besuchte die drei Kirchen von Arnstadt und die Stadt-Bibliothek im Prinzenhaus.

Mir kommt gerade das Bach‘sche. ‚Backtrog, – Stockfisch – Spinnrad‘-Lied ‚Quodlibet‘ in den Sinn. Dieses etwas ‚schlüpfrige Lied‘ sang die Großfamilie im Arnstädter Wirtshaus, jeder der ‚Bache‘ erweiterte in volkstümlicher Manier die Strophen. ‚…..was sein das für große Schlösser‘ (BWV 524) in ein: ‚Wie es beliebt‘.

II. Samstag abend (17.3)

Fotos vom Bachfest Arnstadt 2018 der Friedhof mit Mitgliedern der Bache, das Bachdenkmal und Flöten-Konzert mit Cembalo und Viola da Gamba im feinen Rathaus-Saal! Am 17.3.2018. Zur Vergrößerung der Ansicht in das Foto klicken..!!

Mein Weg führt mich am Alten Friedhof vorbei. In Arnstadt kamen allein 17 Bachezur Welt. Viele sind hier auf dem Alten Friedhof begraben. Mittags zuerst ein kleines, intimes Flöten-Konzert mit Cembalo und Viola da Gamba im feinen Rathaus-Saal. Dann um die Ecke Orgelkonzert in der Bachkirche mit Buxtehude Orgelstücken.

Der Arnstädter ‚Wilde Bach‘, im Denkmal vor dem Rathaus als der heute, weltberühmte Lümmel Basti‘ (so der als Kutscher kostümierte Stadtführer) dargestellt, wanderte 1705 zu Dietrich Buxtehude nach Lübeck. Er lernte dort 4 Monate lang rasante Orgel-Passacaglien. Hatte aber nur 4 Wochen vom Stadt-Regiment Arnstadt Urlaub bekommen. Unerhört !!

Szenenwechsel: Eine kleine schön verschneite Waldwanderung (ca 3 km) führte mich nachmittags durch das Ried-Stadttor

                                                   Ried-Stadttor Arnstadt (Thüringen)

zum Walpurgis Kloster. Grundriss-Mauern bezeugen hier einen ganz frühen mittelalterlichen Konvent. Wer Walpurgis hört, denkt natürlich gleich an die ‚Walpurgisnacht’ (1.Mai). Dann wird hier heute burschikos gefeiert.

Dann abends für mich der Höhepunkt des Festivals: Die Johannes-Passion BWV 245

                                                               Bach-Kirche Arnstadt

Die Aufführung hat mir insgesamt gefallen. Die Deklamation des (zu großen) Chores war beachtenswert. Nur ein Beispiel: Chor ‚Wir haben ein Gesetz … konsequente Betonung auf Gesetz-, also etwas Festes, stupid nicht zu Hinterfragendes und beim chorischen ‚Bist du nicht seiner Jünger einer …‘ hörte man wirklich die Zahl 12 des ‚Bist du’.

                      Impressionen aus der Bach-Kirche in Arnstadt Johannes – Passion BWV 245

Zum Solistenquintett habe ich viel zu sagen. Evangelist deutlich, überlegt im Text und klar, Sopran freudig und hell, Alt souverän, markant und konzentriert. Die junge Altistin (Anna-Luise Oppelt vonBach by bike‘) hat mit ihrer reifen, das Tonspektrum einer Altistin treffend und vollständig abdeckenden Qualität gewiss eine große Gesangskarriere vor sich.

Und dann der Christus (Bass). Hoheitsvoll und über den Dingen stehend sollte (!!!) er sich in der Johannes-Passion darstellen. Einige Beispiele in den Christus-Worten: ‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt …‘, oder ‚meine Diener würden darob kämpfen‘, oder ,Du sagst, ich bin ein König’, oder ‚ meine Macht ist von oben‘.

                                                    Bach-Kirche Arnstadt Johannes Passion

Dieser Christus sang aber zu ‚zerbrechlich’, zu aspiriert, zu schwach. Gerade im Gegenüber zu dem machtbewussten volltönenden Pilatus (auch Bass), zeigte sich dies Missverhältnis. Pilatus singt: …‘ das ich Macht habe, dich zu kreuzigen und Macht habe, dich loszugeben. Doch Christus zeigt eine Macht ohne Konturen. Sorry! Aber, das muss zur Ehrenrettung betont werden. Seine Arien und Arioso waren in Ordnung.

Die Passion schloss mit dem ergreifenden Choral: ‚Ach Herr, lass dein lieb Engelein. ….‘ Wunderbar, wie der Chor das Crescendo wachsen lies: ….alsdann vom Tod errette mich …. das war ‚Hoffnung pur‘.

Ausführende:
Daniela Gerstenmeyer (Sopran)
Anna-Luise Oppelt (Alt)
Stephan Scherpe (Tenor)
Ralf Grobe (Bass)
Bachchor Arnstadt und Suhler Kantorei
capella arnestati
Jörg Reddin (Leitung)

Ort:
Johann-Sebastian-Bach-Kirche Arnstadt

                                                       Bachkirche Arnstadt Johannes Passion, Schluss-Applaus!

Und jetzt schlafe ich mit guten Gedanken ein. Dieser Schnee-Tag in Stadt, Wald und Kirche hat sich gelohnt.

Grüße

adamo