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J.S. Bach – Kantate BWV 150 „Nach dir, Herr, verlanget mich „


J.S. Bach – Kantate BWV 150 „Nach dir, Herr, verlanget mich „


„Nach dir, Herr, verlanget mich“ (BWV 150) ist eine der frühesten Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach.

Bei dieser Kantate handelt es sich um eine der ältesten erhaltenen Kantaten Bachs (gemeinsam mit den Kantaten BWV 131, 196, 106 und 4); sie ist wahrscheinlich um 1706 entstanden. Christoph Wolff spricht in seiner Bach-Biographie von der „vermutlich frühesten erhaltenen Kantate“. Es liegt kein Autograph, sondern nur eine Abschrift aus dem Jahre 1753 vor, die Bachs Schüler Christian Friedrich Penzel angefertigt hat. Als Entstehungsort wird Arnstadt vermutet.

Der Text wurde von einem unbekannten Dichter auf der Grundlage von Psalm 25 verfasst.

Der Text besteht in den Chorsätzen Nach dir, Herr, verlanget mich; Leite mich in deiner Wahrheit und Meine Augen sehen stets zu dem Herrn aus den Worten des Psalms 25 (Verse 1–2 LUT; Vers 5 LUT und Vers 15 LUT). Für die Arien und den Schlusschor verwendete Bach eine Psalmparaphrase des unbekannten Librettisten.

Da jede textliche Beziehung auf das Kirchenjahr fehlt, wurden verschiedene liturgische Einordnungen vorgeschlagen. So könnte die Kantate für einen Beichtgottesdienst, für den 3. Sonntag nach Trinitatis oder für eine Bestattungsfeier komponiert worden sein.

Gesangsolisten: Sopran, Alt, Tenor, Bass (Alt, Tenor und Bass im Terzetto Nr. 5 können auch durch die Chorstimmen gesungen werden)
Chor: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Orchester: Fagott, Violine I/II, Basso continuo.

Die Kantate besteht aus sieben Sätzen:

  1. Sinfonia: Instrumentalstück (Fagott, Violine I, Violine II, Basso continuo), Tonart h-moll, das Fagott ist als obligate Solostimme notiert, spielt jedoch den Basso continuo mit.
  2. Chor (Sopran, Alt, Tenor, Bass): Nach dir, Herr, verlanget mich, Beginn in h-moll, Schluss in H-Dur; Fagott, Violine I, Violine II, Basso continuo, das Fagott tritt solistisch gegenüber dem Basso continuo hervor.

  3. Arie (Sopran): Doch bin und bleibe ich vergnügt, h-moll, Violinen unisono und Basso continuo.

  4. Chor: Leite mich in deiner Wahrheit, h-moll; Fagott, Violine I, Violine II, Basso continuo, das Fagott folgt zwar melodisch dem Basso continuo, phrasiert und pausiert jedoch eigenständig.

  5. Terzetto (Alt, Tenor, Bass): Zedern müssen von den Winden, D-Dur, Fagott (solistisch) und Basso continuo. Der Vokalsatz ist einfach gehalten und kann auch von Chorsängern ausgeführt werden.

  6. Chor: Meine Augen sehen stets zu dem Herrn, Beginn D-Dur, Schluss H-Dur; Fagott (solistisch), Violine I, Violine II, Basso continuo. Madrigalartiger Chorsatz im 6/8-Takt

  7. Chor: Meine Tage in dem Leide, Beginn h-moll mit Schluss in H-Dur; Chaconne im 3/2-Takt.

Die frühe Kantate zeigt im Gesamtaufbau und in der Binnenstruktur der einzelnen Sätze bereits charakteristische Kompositionseigenheiten Bachs.

Die einleitende Sinfonia ist mit 19 Takten sehr kurz gehalten, am längsten sind die Chorstücke an zweiter und an letzter Stelle. Schon im ersten Satz wird als Vorgriff auf den darauffolgenden Chorsatz die musikrhetorische Klagefigur verwendet, ein chromatischer Quartgang abwärts, der in späteren Kantaten und Oratorien Bachs häufig auftritt.

In den folgenden Chorstücken dieser Kantate wechselt immer wieder die Geschwindigkeit. Im zweiten Teil steht der fugierte Anfang „Nach dir, Herr, verlanget mich“ in Allegro, darauf folgt „Mein Gott, ich hoffe auf dich“, homophon in Andante. Je nach der Textaussage in den Versen des vertonten Psalms 25 zieht sich diese Abfolge durch den gesamten Chorsatz. „Laß mich nicht zu Schanden werden“ wird „Un poco allegro“ fugiert und wechselt dann homophon zu Adagio. Die folgende Bitte „daß sich meine Feinde nicht freuen über mich“ ist wiederum mit „Allegro“ bezeichnet und fugiert. Den Schluss bildet eine homophone Kadenz auf die Durparallele, nun wieder im Adagio.

Die darauffolgenden Arie des Soprans Doch bin und bleibe ich vergnügt folgt nicht der seinerzeit üblichen Form der da-capo-Arie. Sie enthält keine Wiederholung, sondern ist liedartig durchkomponiert. Die melodische Struktur wird geprägt von der Corta-Figur, einer Abfolge dreier Noten, bei denen eine doppelt so lang wie die beiden anderen ist. Diese Figur wurde von Albert Schweitzer als „Freudenmotiv“ bezeichnet.

Im vierten Teil, einem Chorstück, wird die Eingangsbitte „Leite mich“ durch das Motiv einer zwei Oktaven umfassenden Tonleiter dargestellt. Auch hier finden sich wieder, je nach Textaussage, Wechsel zwischen den Tempobezeichnungen: Andante – Allegro – Andante.

Der fünfte Satz Cedern müssen von den Winden, ein Terzett von Alt, Tenor und Bass, reflektiert textlich die vorangehenden Psalmverse und veranschaulicht musikrhetorisch sowohl das Rauschen des Windes in den Zederbäumen als auch das „Widerbellen“ der Feinde, das der Psalmsänger zu gewärtigen hat. Der Basso continuo läuft hierbei weitgehend in Sechzehntelfiguren, die nur an Übergangsstellen durch Achtel und zweimal durch punktierte Achtel unterbrochen werden. Die Instrumente bilden so das Rauschen des Windes ab, während das „Widerbellen“ der Feinde in den Gesangsstimmen durch aufgeregte Überbindungen von Vierteln an kürzere Noten und Chromatik symbolisiert wird.

Bemerkenswert ist am sechsten Satz Meine Augen sehen stets zu dem Herrn zunächst die Form, denn er folgt dem Schema Präludium und Fuge. Nachdem alle vorherigen Teile einen 4/4-Takt-Takt aufweisen, steht dieser Satz im 6/8-Takt. Der erste Teil, der dem Präludium entsprechen würde, zeigt eine madrigalartige Struktur, wie dies auch bei manchen von Bachs Präludien für Orgel der Fall ist. Der Beginn der Fuge ist wiederum durch einen Tempowechsel zu Allegro gekennzeichnet.

Der Schlusschor Meine Tage in dem Leide ist in Form einer Chaconne geschrieben, das viertaktige Basso-continuo-Thema, das sich stets wiederholt, griff Johannes Brahms in seiner Vierten Symphonie auf.

Ausführende:

Condictor: Philippe Pierlot
Orchester: Ricercar Consort
Sopran: Katharine Fuge; Counter-Tenor: Carlos Mena; Tenor: Jan Kobow; Bass: Stephan MacLeod

Aufnahme von September 2004

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J.S. Bach – Cantata BWV 150 „Nach dir, Herr, verlanget mich“ („After you, Lord, call me“)

„Nach dir, Herr, verlanget mich“ („After you, Lord, call me“) (BWV 150) is one of the earliest church cantatas by Johann Sebastian Bach.

This cantata is one of Bach’s oldest cantatas (together with the cantatas BWV 131, 196, 106 and 4); it probably originated around 1706. Christoph Wolff speaks in his Bach biography of the „presumably earliest surviving cantata“. There is no autograph, but only a copy from the year 1753 made by Bach’s pupil Christian Friedrich Penzel. As a place of origin Arnstadt is suspected.

The text was written by an unknown poet based on Psalm 25.

The text consists in the choral movements. After you, Lord, demand me; Lead me in your truth and My eyes always look to the Lord from the words of Psalm 25 (verses 1-2 LUT, verse 5 LUT and verse 15 LUT). Bach used a psalm paraphrase by the unknown librettist for the arias and the final chorus.

Since there is no textual relationship to the church year, various liturgical classifications have been proposed. Thus, the cantata could have been composed for a confessional service, for the third Sunday after Trinitatis or for a funeral.

Vocal soloists: soprano, alto, tenor, bass (alto, tenor and bass in Terzetto No. 5 can also be sung through the choir voices)
Choir: soprano, alto, tenor, bass
Orchestra: Bassoon, Violin I / II, Basso continuo.

The cantata consists of seven movements:

  1. Sinfonia: instrumental piece (bassoon, violin I, violin II, basso continuo), key in B minor, the bassoon is recorded as an obligatory solo part, but plays along with the basso continuo.

2nd Choir (soprano, alto, tenor, bass): After you, Lord, call me, beginning in B minor, ending in B major; Bassoon, Violin I, Violin II, Basso continuo, the bassoon solos as opposed to the basso continuo.

  1. Aria (soprano): But I am and remain cheerful, B minor, violins in unison and basso continuo.
  2. Chorus: Guide me in your Truth, b-minor; Bassoon, violin I, violin II, basso continuo, the bassoon melodically follows the basso continuo, but phrases and pauses independently.

  3. Terzetto (alto, tenor, bass): Cedars must by the winds, D major, bassoon (solo) and basso continuo. The vocal movement is simple and can also be performed by choir singers.

  4. Chorus: My eyes always look to the Lord, beginning in D major, ending in B major; Bassoon (Soloist), Violin I, Violin II, Basso continuo. Madrigal-like choral movement in 6/8 time

  5. Chorus: My Days in Suffering, beginning in B minor, ending in B major; Chaconne in 3/2-time.

The early cantata already shows characteristic compositional characteristics of Bach in the overall structure and in the internal structure of the individual movements.

The introductory sinfonia is very short with 19 bars, the longest are the choral pieces in second and last place. Already in the first movement, the musical rhetorical action figure is used in anticipation of the ensuing choral movement, a chromatic fourth movement downwards, which frequently occurs in Bach’s later cantatas and oratorios.

In the following choral pieces of this cantata the speed changes again and again. In the second part is the fugal beginning „After you, Lord, demands me“ in Allegro, followed by „My God, I hope for you“, homophonic in Andante. According to the textual statement in the verses of the psalm 25, this sequence runs through the entire choral movement. „Let me not be ashamed“ is „Un poco allegro“ fugiert and then changes homophone to Adagio. The following request „that my enemies do not rejoice over me“ is again called „Allegro“ and fugiert. The conclusion is a homophonic cadence on the Durparallele, now again in the Adagio.

The following aria of the soprano But I am and remain amused does not follow the then usual form of the da capo aria. It contains no repetition, but is composed by song. The melodic structure is dominated by the Corta figure, a sequence of three notes, one of which is twice as long as the other two. This figure was described by Albert Schweitzer as a „joy motif“.

In the fourth part, a choral piece, the introductory part „Guide me“ is represented by the motif of a two-octave scale. Again, there are, depending on the text statement, change between the tempo markings: Andante – Allegro – Andante.

The fifth movement, Cedar, by the Winds, a trio of alto, tenor, and bass, lyrically reflects the preceding psalmic verse, and illustrates, in the rhetoric of music, both the rustling of the wind in the cedar trees and the „barking“ of the enemies the psalmist has to face. The basso continuo runs here largely in sixteenth-notes, which are interrupted only at crossing points by eighths and two times by dotted eighths. The instruments thus mimic the sound of the wind, while the „barking“ of the enemies in the vocals is symbolized by excited transitions of neighborhoods to shorter notes and chromaticism.

Noteworthy is the sixth sentence My eyes always see the form of the Lord, for he follows the pattern of prelude and fugue. After all previous parts have a 4/4 time clock, this rate is in 6/8 time. The first part, which would correspond to the prelude, shows a madrigal-like structure, as is also the case with many of Bach’s preludes for organ. The beginning of the fugue is again marked by a tempo change to Allegro.

The closing chorus My Days in Sorrow is written in the form of a chaconne; the four-bar basso continuo theme, which is always repeated, was attacked by Johannes Brahms in his Fourth Symphony.

Performed by:

Conductor: Philippe Pierlot
Orchestra: Ricercar Consort
Soprano: Katharine Fuge; Counter Tenor: Carlos Mena; Tenor: Jan Kobow; Bass: Stephan MacLeod

Recording from September 2004

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 83 „Erfreute Zeit im neuen Bunde“


ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 83 „Erfreute Zeit im neuen Bunde

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Die Violine von  Johann Georg Pisendel (1687-1755)

Außergewöhnliche Virtuosität in einer Kantate von 1724.

In seinem ersten Jahr als Thomas-Kantor der Thomaskirche in Leipzig schrieb J.S. Bach relativ einfache Violinstimmen in seinen Kantaten. Dies änderte sich drastisch am 2. Februar 1724, dem Fest der Lichtmess. Die Kantate „Erfreute Zeit im neuen Bunde“ beginnt mit einer triumphalen Altarie, in der sich Bach für eine auffallend reiche Orchesterfassung entscheidet. Neben dem Streicherensemble gibt es zwei Oboen, zwei Hörner und eine Solovioline, die mit einem äußerst aktiven Teil zurechtkommt. Welcher Geiger hätte diese anspruchsvolle Musik spielen können?

Der niederländische Musikwissenschaftler Pieter Dirksen ging dieser Frage nach und stellte die Hypothese auf, dass es sich um Johann Georg Pisendel (1687-1755) gehandelt haben könnte. Dirksens Ansicht wird von Geiger Shunske Sato unterstützt, der sagt: „Es ist ein Bauchgefühl, ein bisschen wie das Erkennen einer guten Pastasauce“. Den größten Teil seines Lebens verbrachte Pisendel als Kapellmeister am Dresdner Hof, und sein virtuoses Violinspiel war der musikalische Stolz Deutschlands.

Die Eröffnungsarie klingt fast wie eine Instrumentalsymphonie mit einer zusätzlichen Singstimme. Wenn Sie es sich ohne das Hoch vorstellen, wird es ein Brandenburgisches Konzert. In seinen späteren Kantaten für Lichtmess, wie „Ich habe genung“, BWV 82, nahm Bach einen milderen Ton an. Anstatt sich auf die Reinigung der Jungfrau Maria zu konzentrieren, sprach das Evangelium des Tages von der Darstellung Jesu im Tempel und dem alten Simeon, der bereit war zu sterben, nachdem er das gesegnete Kind in seinen Armen gehalten hatte (Lukas 2). Die lutherische Gemeinde identifizierte sich gerne mit dieser Bereitschaft zu sterben.

In der dritten Arie „Eile, Herz, voll Freudigkeit“ spielt die Solovioline für den Tenor wieder eine herausragende Rolle, mit einer Passage, die die Worte sehr detailliert darstellt. Hier bilden die Streicher die Begleitung und die Blasinstrumente schweigen. Die Solovioline spielt eine Version der ersten Violinstimme, die mit überspringenden Triolen verziert ist. Oder mit anderen Worten, die ersten Violinen spielen nur die Hauptnoten der Solovioline (jede erste Note des Trios).

                                                      Horn: Anneke Scott,  (rechts im Foto) und Jocelyn Leichtfuß

Die dazwischenliegende Bass-Arie ist in Bachs Oeuvre recht ungewöhnlich. Der Solist singt Verse des Simeon-Liedes und wechselt dazwischen zu einem Rezitativ. Die Begleitung ist für Streicher im Einklang und Basso Continuo. Die Kantate schließt mit einem kurzen Rezitativ und einem Choral.

Standort und Orgel

Diese Aufnahme wurde in der Wallonische Kirche, im Herzen von Amsterdam gemacht. Die Kirche hat nicht nur eine gute Akustik, sondern ist wegen ihrer Müller-Orgel aus dem Jahr 1739 auch ein Wallfahrtsort für Organisten.

Organist Leo van Doeselaar: „Dies ist eine der schönsten kleinen Barockorgeln in den Niederlanden. Gustav Leonhardt war von 1959 bis 1982 Organist der Wallonischen Kirche. Er ließ die Orgel bereits in den 60er Jahren in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Es ist ein echtes Pionierorgan. “ Für diese Aufführung verwenden wir tatsächlich dieses „großartige“ Organ. Eine Kastenorgel ist ein Anachronismus, der zu Bachs Zeiten nie benutzt wurde.

                                                                Organist: Leo van Doeselaar

„In Bachs Kirchenmusik spielte die große Kirchenorgel immer die Continuoparts. Im Prinzip hatte es die gleiche weiche Registrierung wie eine Kastenorgel, aber die viel breiteren Pfeifen der Kirchenorgel bilden einen wichtigeren Bestandteil der Klangfarbe eines barocken Ensembles. Für Choräle und Chöre der Barockzeit wurden stärkere Register verwendet und die Basslinie mit einem 16-Fuß-Kontrabassregister auf dem Pedal gespielt. Die Tatsache, dass dies nie so gemacht wurde, ist eine der unbeabsichtigten Verfälschungen des historischen Sound-Ansatzes, sagt der Organist Leo van Doeselaar.

BWV 83

Titel der Kantate:
„Erfreute Zeit im neuen Bunde“

Genre
Kantate

Jahr
1724

Stadt
Leipzig

Texter
Lyriker unbekannt, Schlusschoral aus Martin Luthers „Mit Fried und Freud“ (1524)

Anlass
Lichtmess

Erste Aufführung
2. Februar 1724

Besondere Hinweise
Violinstimme für Stargeiger Johann Georg Pisendel (1687-1755) ?

Veröffentlichungsdatum
2. Februar 2018

Aufnahmedatum
21. Januar 2017

Standort
Wallonische Kirche, Amsterdam

Dirigent und Violine
Shunske Sato

Altus
Robin Blaze

Tenor
Daniel Johannsen

Bass
Stephan MacLeod

Sopran
Marjon Strijk

Violine 1
Sayuri Yamagata, Lidewij van der Voort

Violine 2
Annelies van der Vegt, Paulien Kostense, Anneke van Haaften

Viola
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

Cello
Lucia Swarts, Ruth Verona

Kontrabass
Robert Franenberg

Oboe
Martin Stadler, Peter Frankenberg

Fagott
Benny Aghassi

Horn
Anneke Scott, Jocelyn Leichtfuß

Organ
Leo van Doeselaar

Cembalo
Siebe Henstra
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Ich wünsche allen ein wunderbares Erlebnis mit dieser Pracht-Kantate!

Herzliche Grüße

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 81 „Jesus schläft, was soll ich hoffen!“


ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 81 „Jesus schläft, was soll ich hoffen!“

„Stürme des Lebens“

                                                          Wallonische Kirche Amsterdam

J.S. Bach entfesselt das Theater in der Kirche.

Bei seiner Ernennung zum Kantor an der Thomasschule im Jahr 1723 wurde J.S. Bach gesagt, dass seine Kirchenmusik nicht zu opernhafftig oder opernhaft sein darf. Könnten die Herren des Leipziger Stadtrates am vorletzten Tag im Januar 1724 wieder auf diesen Zustand zurückkommen? Die Kantate an diesem vierten Sonntag nach Epiphanie war: „Jesus schläft, soll ich hoffen“. Die Worte aus Matthäus 8: 23-27 als ihr Thema und erzählen von den Jüngern auf dem See, die Angst vor dem Sturm haben, während Jesus friedlich schläft. Sie wecken ihn und er beruhigt die Wellen. Bach und sein Lyriker haben eine expressive Szene mit opernhafter Qualität geschaffen. „Bach ist hier extrem theatralisch“, sagt der Bass Stephan MacLeod.

Es gibt keinen Eröffnungschor, also kommt der Alt auf die Frage: „Jesus schläft, worauf kann ich hoffen?“ In dieser ersten Arie ergänzt Bach das Streichensemble um zwei Altblockflöten, die kaum eine eigenständige Rolle spielen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Violinteile um eine Oktave höher zu verdoppeln. Es ist eindeutig eine Frage der Klangfarbe hier. Im Barock wird die Blockfläte oft benutzt, um Schlaf oder Tod zu suggerieren, und beides ist in diesem Fall der Fall! Dies ist nicht nur ein Wiegenlied, sondern auch ein Klagelied für den angeblichen Mangel an Hilfe angesichts des Todes.

Der Sturm bricht in der zweiten Arie aus, wo der Tenor von einem Strudel schneller Noten aus den Saiten begleitet wird. Inmitten der Gewalt gibt es drei kurze Ruhezeiten (Adagio): eine vorbildliche Darstellung der Christen mit dem Glauben an Gott. Aber die Stürme des Lebens erheben ebenso oft ihren Kopf, um diesen Glauben zu untergraben.

Die Worte des erwachten Jesus werden dem Bass gegeben, der mit der entscheidenden Frage ein kurzes Arioso singt: „Du hast wenig Vertrauen, wieso hast du solche Angst?“ Dieses Arioso ist der vierte Satz von sieben Sätzen in der Kantate und bildet damit sein buchstäbliches Herz. In der folgenden Arie beruhigt Jesus den Sturm und den See mit dem Befehl, sich zu beruhigen. Stephan MacLeod hört dieses Kommando hauptsächlich in den Teilen der beiden Oboen d’amore. Die Lektion folgt im anschließenden Rezitativ und im Schlusschorale: „Glaube an Jesus zu allen Zeiten.“ Der Schlusschoral ist die zweite Strophe des Chorals „Jesu, meine Freude“, den wir auch in Motettenform von Bach kennen.

                      All of Bach – Instrumentalgruppe in der Wallonischen Kirche Amsterdam

Kantate: BWV 81

Titel
„Jesus schläft, war soll ich hoffen“

Genre
Kantate

Jahr
1724

Stadt
Leipzig

Dichter
unbekannt, Psalm 10: 1 und Matthäus 8:26, Choral von Johann Franck (1653)

Gelegenheit
vierter Sonntag nach Epiphanias

Uraufführung
30. Januar 1724

Veröffentlichungsdatum
27. Oktober 2017

Aufnahmedatum
21. Januar 2017

Ort

Wallonische Kirche, Amsterdam

Aufführende:

Dirigent und Violine
Shunske Sato

Altus
Robin Blaze

Tenor
Daniel Johannsen

Bass
Stephan MacLeod

Sopran
Marjon Strijk

Violine 1
Sayuri Yamagata, Lidewij van der Voort

Violine 2
Annelies van der Vegt, Paulien Kostense und Anneke van Haaften

Viola
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

Cello
Lucia Swarts, Ruth Verona

Kontrabass
Robert Franenberg

Flöten:
Martin Stadler, Benny Aghassi

Oboe

Martin Stadler  /  Peter Frankenberg

Fagott
Benny Aghassi

Organ

Leo van Doeselaar

Cembalo

Siebe Henstra

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„Ich wünsche allen viel Freude mit der Kantate BWV 81“

Herzliche Grüße

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 55 „Ich armer Mensch, ich Sündenknecht“


ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 55 „Ich armer Mensch, ich Sündenknecht“

Bachs einzige Solo-Kantate für Tenor verbirgt ein zweites „Erbarme dich.“

                                                                Wallonische Kirche in Amsterdam

Die einzige überlebende Bach-Kantate für Solo-Tenor zeigt auffallende Ähnlichkeiten mit der Matthäus-Passion. So wie der hl. Petrus erkennt, dass er gesündigt hat, nachdem er Jesus dreimal in der Passion verleugnet hat, tritt hier der Tenor zur Buße als „Sündenknecht“ zurück. Seine chromatisch absteigende Phrase über ‚Ich armer Mensch‘ am Ende der Eröffnungsarie ist an sich ein Zeugnis für ein schreckliches Schuldgefühl. Tenor Thomas Hobbs denkt, es ist etwas Besonderes, dass es in der ersten Person geschrieben ist. „Es macht es einfacher, mit dem zu identifizieren, was du singst“.

Der erste Teil, der mit Selbstmitleid gefüllt ist, folgt ein Schrei nach Barmherzigkeit, ein „Erbarme dich“, genau wie nach der Verleugnung des Petersdom Rom in der Matthäuspassion. Die Arie beginnt mit dem gleichen verzweifelten Aufwärtssprung (ein Sechstel), der hier von der Flöte gespielt wird. Um die Ähnlichkeit zu vervollständigen, schließt die Kantate mit demselben Choral, der dem „Erbarme dich“ in der Passion folgt.

Der Schuss-Choral:

In dieser Aufführung wird der letzte Choral von vier Solisten gesungen. Das macht die Linien ausdrucksvoller und man hört mehr Details. Für eine zwei- oder dreiteilige Sektion in Bachs Musik würde niemand daran denken, mehr Stimmen für jeden Teil zu verwenden. Aber wenn es vier Teile gibt, dann muss es plötzlich ein Chor werden. Ich denke, dass die Entscheidung, nur vier Sänger zu benutzen, für eine Solokantate so gut gerechtfertigt ist „, sagt künstlerischer Leiter und Dirigent Jos van Veldhoven.

BWV 55

Titel
„Ich armer Mensch, ich Sündenknecht“

Genre
Kantate

Jahr
1726

Stadt
Leipzig

Texter
unbekannt

Gelegenheit
22.  Sonntag nach Trinitatis

Uraufführung
17. November 1726

Veröffentlichungsdatum
14. Juli 2017

Aufnahmedatum
22. Oktober 2016

Ort

Wallonische Kirche, Amsterdam

Gesangs-Solisten:

Sopran
Miriam Feuersinger

Alt
Alex Potter

Tenor
Thomas Hobbs

Bass
Stephan MacLeod

Dirigent
Jos van Veldhoven

                                                                        Dirigent Jos van Veldhoven

Orchester:

Violine 1
Shunske Sato, Pieter Affourtit, Anneke van Haaften, Hanneke Wierenga

Geige 2
Sayuri Yamagata, Paulien Kostense, Annelies van der Vegt

Viola
Staas Swierstra, Jan Willem Vis

Cello
Lucia Swarts, Richte van der Meer

Kontrabass
Robert Franenberg

Flöte
Martenwurzel

Oboe
Martin Stadler

Organ
Leo van Doeselaar

Cembalo
Siebe Henstra


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„Ich wünsche allen viel Freude mit der Kantate BWV 55“

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 159 „Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“


ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 159 „Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“

Mini Leidenschaft

Eine Kantate für eine tolle Orgel und nur vier Sänger.

                                                          Wallonische Kirche Amsterdam

Dieses Stück erinnert an Bachs Matthäus- und Johannes Passion. In einem wunderbaren Dialog sagt Jesus, dass er nach Jerusalem geht. Die Seele (ein Alt) versucht ihn zu warnen: Sei vorsichtig, dein Kreuz wartet dort auf dich! Die Hauptthemen der Unterwerfung und des Leidens sind emotionale. Alto Alex Potter meint, dass ein solches Duett in Leipzig als ein Schock der Gemeinde ankommen muss. Die Idee von Bach als frommer Vater der Kirchenmusik entstand im neunzehnten Jahrhundert. Aber in Bachs Tagen waren gesungene Dialoge hauptsächlich mit der Oper verbunden, und sie hätten den frommen Verehrern unangenehm erschienen.

Die Kantate wurde für den letzten Sonntag vor der Fastenzeit geschrieben. In der letzten Arie singt der Bass „Es ist vollbracht“. Alex Potter: „Natürlich ist das kein tragisches Ende, da die Kreuzigung die Vollendung des Planes Gottes markiert. Hören Sie auf die Saiten, die eine Art Hallo-Effekt bilden wie der, den Christus in der Matthäus-Passion hatte, aber verloren, als er am Kreuz war. Jetzt ist der Heiligenschein zurückgekehrt, da Jesus über den Tod triumphiert und die Rettung gebracht hat.

Vier Solisten

Wir führen diese Kantate mit nur vier Sängern. Sie alle haben Solos, und das Stück schließt mit einem endgültigen Choral gesungen. In einigen Aufführungen kommen zusätzliche Sänger mit einem vierteiligen Finale zusammen und schaffen einen kleinen Chor. Wir wissen nicht, was Bach selbst tat, da es keinen Hinweis darauf gibt, wie viele Sänger er benutzen wollte.

                                                                                 Dirigent
                                                                         Jos van Veldhoven.

In dieser Aufführung haben wir uns für vier Solisten entschieden. Das macht die Linien ausdrucksvoller und man hört mehr Details. Für einen zwei- oder dreiteiligen Teil in Bachs Musik würde niemand daran denken, mehr Stimmen für jeden Teil zu verwenden. Aber wenn es vier Teile gibt, dann muss es plötzlich ein Chor werden. Ich denke, dass die Entscheidung, nur vier Sänger zu benutzen, für eine Kantate so gut gerechtfertigt ist, die nicht viele Instrumente beinhaltet „, sagt der künstlerischerische Leiter und Dirigent Jos van Veldhoven.

Lage und Orgel

Diese Aufnahme wurde in der Wallonischen Kirche im Herzen von Amsterdam gemacht. Nicht nur die Kirche hat eine gute Akustik, es ist auch ein Wallfahrtsort für Organisten wegen ihrer Müller-Orgel von 1739.

Organist Leo van Doeselaar: „Dies ist eines der schönsten kleinen Barock-Orgeln in den Niederlanden. Gustav Leonhardt war der Organist an der Wallonischen Kirche von 1959 bis 1982. Er hatte die Orgel in den ursprünglichen Zustand schon in den 60er Jahren wiederhergestellt. Es ist eine echte Pionier-Orgel „. Für diese Aufführung verwenden wir diese „große“ Orgel. Eine Kastenorgel ist ein Anachronismus, der in Bachs Tag nie benutzt wurde.

„In Bachs Kirchenmusik spielte die große Kirchenorgel immer die Continuo-Parts. Grundsätzlich hatte es die gleiche weiche Anmeldung wie eine Kastenorgel, aber die viel breiteren skalierten Pfeifen der Kirchenorgel bilden einen bedeutungsvolleren Bestandteil des Timbre eines barocken Ensembles. Für Choräle und Chöre der Barockzeit wurden stärkere Register benutzt und die Bassline auf dem Pedal gespielt, mit einem 16-Fuß-Kontrabassregister. Die Tatsache, dass es noch nie so getan wurde, ist eigentlich eine der unbeabsichtigten Verfälschungen des historischen Klangansatzes „, sagt Organist Leo van Doeselaar.

BWV
159

Titel
„Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“

Genre
Kantate

Jahr
1729

Stadt
Leipzig

Texter
Christian Friedrich Henrici (alias Picander)

Gelegenheit
Sonntag Quinquagesima (der letzte Sonntag vor der Fastenzeit)

Uraufführung
27. Februar 1729

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Veröffentlichungs-Datum der Aufnahme: 14. Juli 2017

Aufnahmedatum am 22. Oktober 2016

Ort

Wallonische Kirche, Amsterdam

Sopran
Miriam Feuersinger
Alt
Alex Potter
Tenor
Thomas Hobbs
Bass
Stephan MacLeod

Dirigent
Jos van Veldhoven

Violine 1

Shunske Sato, Pieter Affourtit, Anneke van Haaften, Hanneke Wierenga

Geige 2

Sayuri Yamagata, Paulien Kostense, Annelies van der Vegt

Viola

Staas Swierstra, Jan Willem Vis

Cello

Lucia Swarts, Richte van der Meer

Kontrabass

Robert Franenberg

Oboe

Martin Stadler

Fagott

Benny Aghassi

Organ

Leo van Doeselaar

Cembalo

Siebe Henstra


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„Ich wünsche allen viel Freude mit der Kantate BWV 159“

Herzliche Grüße

Karin

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