Archiv der Kategorie: Berühmte Cellisten

ALL OF BACH veröffentlicht das „5. Brandenburgische Konzert D-Dur“ – BWV 1050

ALL OF BACH veröffentlicht das „5. Brandenburgische Konzert D-Dur“ – BWV 1050

J.S. BACH IM RIJKSMUSEUM

Das Cembalo erscheint als Soloinstrument.

                                                                  Das Rijksmuseum in Amsterdam

Für diese Aufnahme waren wir Gäste in der Galerie der Ehre im Rijksmuseum in Amsterdam.
Wir haben dort J.S. Bach´s ungewöhnliches Brandenburgisches Konzert Nr. 5 aufgeführt – in dem das Cembalo als Solist und nicht als begleitendes Instrument auftritt. Für die Aufnahme, die 1640 von Johannes Ruckers gebaut wurde, spielte der Cembalist Richard Egarr.

Bach und Rembrandt

Johann Sebastian Bach selbst ging nie nach Amsterdam, und Rembrandt ging nie nach Leipzig oder Berlin. Es gab jedoch viele Verbindungen zwischen der Republik der Niederlande und J.S. Bach´s Arbeitgebern. Für viele junge deutsche Prinzen waren die Niederlande ein regelmäßiger Bestimmungsort. Johann Ernst von Saxen-Weimar, für die-Bach arbeitete, als er die ersten Versionen der ‚Brandenburg‘ schrieb Konzerte, Studium für ein paar Jahre in Utrecht, und Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt, zu dem er später diese Konzerte gewidmet, studierte auch eine Weile in Leiden.Rembrandts Nachtwache hing seit 1642 in Amsterdam im Kloveniersdoelen, dem Gebäude der Bürgerwehr, das auf dem Gemälde abgebildet ist. Im Jahr 1700, und zwischen 1704 und 1705, besuchte Christians Stiefbruder Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Niederlande. Er hatte alles besucht „was es zu sehen gab“. War er vielleicht auch in den Kloveniersdoelen gewesen? In jedem Fall basierte er später als der König von Preußen, alle möglichen Dinge auf dem niederländischen Modell: Maler, Glockenspiele, Kanäle und sogar ein Jagdhaus ‚Dutch‘, und  einen niederländischen Bezirk 1730 in Potsdam.

Im Jahr 1715 zog die Nachtwache auf den Dam Square, und ein Teil davon wurde abgeschnitten. Das Manuskript von Bach´s „Brandenburgischen“ Konzerten wurde mit ähnlicher Missachtung behandelt. Nach dem Tod von Christian Ludwig im Jahr 1734 wurde er für nur 24 Groschen verkauft. Heutzutage gelten sowohl Rembrandts Gemälde als auch Bachs Musik als Ikonen der europäischen Kunst, und hier werden sie als eine einzigartige Kombination für das Auge und das Ohr präsentiert.

Brandenburgische Konzerte, BWV 1046-1051

Im März 1721 schickte J.S. Bach ein Manuskript von Köthen nach Berlin mit dem Titel ‚Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten‘ (Sechs Konzerte avec plusieurs Instrumente), die für Christian Ludwig (1677-1734), Markgraf von Brandenburg-Schwedt bestimmt waren. Im Vorwort erklärte Bach, er habe vor ein paar Jahren für den Markgrafen gespielt und versprochen, ihm einige seiner Kompositionen zu schicken. Als er im März 1719 nach Berlin gereist war, hatte Bach den Hof in Köthen besucht.

Ein Konzert beinhaltet fast immer ein Soloinstrument (oder eine Kombination von Soloinstrumenten) und ein Ensemble. Die Schlüsselidee ist der Wechsel zwischen einem oder mehreren Solisten und dem gesamten Ensemble in einer Art heiteren Wettkampf. In den sechs Brandenburgischen Konzerten erkundet Bach jede Facette dieses Genres, sowohl in Bezug auf die Instrumentierung als auch auf die Art und Weise, wie er mit der Form umgeht. Alle traditionell verwendeten Streich- und Blasinstrumente und das Cembalo erscheinen als Solisten, die musikalischen Formen reichen von Hoftänze zu nahen Fugen, und die Beziehung zwischen den Soli und alle Instrumente immer verschoben wird. Zusammen bilden die sechs Konzerte somit ein virtuoses Musterbeispiel des Barockkonzertes.

Hintergrundgeräusche bei der Aufnahme

                                                         Instrumental-Ensemble ALL OF BACH

In dieser Aufnahme hören Sie ein Cembalo Das mehr als 350 Jahre alt ist: Johannes Ruckers von 1640. Während des Konzerts die jackrail (die Schiene über die Buchsen mit Plektren, dass die Saiten Wenn die Tasten gedrückt werden ) begann zu rattern. Das Klopfen kann von diesem lockeren Jackrail herkommen.

 BWV 1050

TITEL
Konzert in D-Dur

Werk:
Brandenburgisches Konzert Nr. 5

GENRE
Orchesterwerk (Konzert)

SERIE
Brandenburgische Konzerte

YEAR
1719-1720

CITY
Köthen (aber möglicherweise früher in Weimar)

Komposition:
1721 dem Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg gewidmet

Veröffentlichungsdatum
21. September 2018

AUFNAHME DATUM
11. Mai 2018

LAGE
Rijksmuseum, Amsterdam

Dirigent und Violine
Shunske Sato

Cembalo:
Richard Egarr

VIOLINE 2
Anneke van Haaften

VIOLA
Femke Huizinga

CELLO
Lucia Swarts

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Ich wünsche allen Besuchern ein wunderbares Erlebnis mit dem BWV 1050

Herzliche Grüße

Karin

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J.S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu Dir Herr Jesu Christ“ Ausführung: Karl Richter

J.S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu Dir Herr Jesu Christ“ Ausführung: Karl Richter

Ausführungen zu der Kantate BWV 33:

„Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ (BWV 33) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb die Choralkantate 1724 für den 13. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 3. September 1724 erstmals auf. Sie beruht auf dem gleichnamigen Kirchenlied von Konrad Hubert (1540).

J.S. Bach komponierte die Kantate in seinem zweiten Jahr in Leipzig für den 13. Sonntag nach Trinitatis. In diesem Jahr schrieb er eine Folge von Choral-Kantaten. Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren Gal. 3,15–22 LUT, Paulus über „Gesetz und Verheißung“, und Lk 10,23–37 LUT, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Der Text eines unbekannten Dichters beruht auf dem Lied von Konrad Hubert, das in Nürnberg 1540 mit einer zusätzlichen vierten Strophe gedruckt wurde. Jede Strophe besteht aus neun Zeilen. Der Dichter behielt die erste und die letzte Strophe im Wortlaut bei, die beiden inneren Strophen dichtete er jeweils zu einer Folge von Rezitativ und Arie um. Das Lied, dessen Thema der reuige Sünder ist, bezieht sich nur allgemein auf das Evangelium. Der Dichter vertieft den Bezug in Satz 4, „Gib mir nur aus Barmherzigkeit / den wahren Christenglauben“ sowie in Satz 5, „Gib, daß ich aus reinem Triebe / als mich selbst den Nächsten liebe“, das den Kernsatz des Evangeliums aufnimmt.

Eine anonyme Liedmelodie zu „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ wurde 1541 in Wittenberg gedruckt. Sie wurde oft musikalisch verarbeitet, zuerst von Sethus Calvisius, später von Michael Praetorius und anderen. Nach Klaus Hofmann wurde sie 1512 von Paul Hofhaimer für ein weltliches Lied geschrieben. In der Kantate benutzt Bach sie wie üblich in der Choralphantasie zu Beginn und einem vierstimmigen Satz am Schluss, außerdem spielt er im Duett (Satz 5) auf sie an.

Die Kantate ist besetzt mit drei Gesangssolisten (Alt, Tenor und Bass), vierstimmigem Chor, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo

1. Coro: Allein zu dir, Herr Jesu Christ
2. Recitativo (Bass): Mein Gott und Richter
3. Aria (Alt): Wie furchtsam wankten meine Schritte
4. Recitativo (Tenor): Mein Gott, verwirf mich nicht
5. Aria (Tenor, Bass): Gott, der du die Liebe heißt
6. Choral: Ehr sei Gott in dem höchsten Thron

In seinem ersten Jahr in Leipzig hatte Bach zum gleichen Anlass Du sollt Gott, deinen Herren, lieben (BWV 77) komponiert, beginnend mit einem Chorsatz über das entscheidende Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben, an dem, entsprechend der Parallelstelle zum Evangelium Mt 22,34–40 LUT, das Gesetz und die Propheten hängen.

Der Eingangschor von „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ ist eine Choralphantasie, mit dem cantus firmus im Sopran, den Unterstimmen meist homophon, manchmal polyphon, und ausgedehnten Ritornellen und Zwischenspielen, die alle neun Liedzeilen rahmen.

In der Alt-Arie (Satz 3) „Wie furchtsam wankten meine Schritte“, spielen die ersten Violinen mit Dämpfer und die anderen Streicher pizzicato, um die Furcht auszudrücken. Die schwankenden Schritte erscheinen in Figuren voller Synkopen. Satz 5, ein Duett von Tenor und Bass „Gott, der du die Liebe heißt“), stellt Gottes Liebe dar in den Konsonanzen von Sext- und Terz-Parallelen. Der Schlusschoral ist ein vierstimmiger Satz, der die Unterstimmen in ausdrucksvolle Linien verwebt.

Das Autograph der Kantate war im 19. Jahrhundert im Besitz von Julius Schubring und war ihm wahrscheinlich von seinem Freund Felix Mendelssohn Bartholdy geschenkt worden. Später von Walther Schubring geerbt, wurde es 1965 über das Auktionshaus Stargardt verkauft. Es befindet sich heute in der Scheide Library der Princeton University und ist digitalisiert

Kurz-Biographie: Karl Richter (1926-1981)

      Karl Richter (1926-1981)

Karl Richter (* 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.

Karl Richter kam 1926 als viertes von fünf Kindern des evangelischen Pfarrers Christian Johannes Richter und der Clara Hedwig Richter in Plauen zur Welt. Seine Familie ging zwei Jahre später nach Marienberg im Erzgebirge. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1935 zog die Mutter mit den Kindern nach Freiberg, Sachsen, wo der junge Karl die Gelegenheit erhielt, auf der großen Silbermann-Orgel im Freiberger Dom zu üben. Ab 1937 besuchte er das Kreuzgymnasium in Dresden und war Mitglied des Dresdner Kreuzchores. 1940 nahm ihn Karl Straube nach seinem Ruhestand als letzten Schüler an.

Nach dem Krieg studierte Karl Richter am Konservatorium Leipzig und am Kirchenmusikalischen Institut bei Karl Straube und Günther Ramin. 1949 wurde er Thomasorganist. Die gute Ausbildung bei seinen Lehrern und sein hervorragendes Staatsexamen kamen ihm bei der Bewerbung zu Hilfe.

1950 reiste Richter mit dem Thomanerchor unter der Leitung Ramins nach Süddeutschland und Zürich, wo er seine spätere Frau Gladys kennenlernte. 1951 kehrte er – nur mit einem kleinen Koffer ausgestattet – der DDR den Rücken und ging zunächst nach Zürich, um sich von dort nach einer Stelle umzusehen. Nach einem Probespiel erhielt er die Stelle als Kantor an der Markus-Kirche in München. Im gleichen Jahr übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor und zwei Jahre später das Münchener Bach-Orchester

Von 1953 bis zu seinem Tod war Karl Richter einer der weltweit bekanntesten Interpreten der Musik Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels. Als Solist auf dem Cembalo und an der Orgel setzte Karl Richter Maßstäbe. Karl Richter war zu seiner Zeit neben Helmut Walcha der bedeutendste Interpret der Orgelmusik Johann Sebastian Bachs.

Schon im Alter von 30 Jahren wurde Karl Richter das Amt als Thomaskantor in Leipzig angeboten. Doch Richter lehnte ab. Er sagte dazu später: „Es wäre die Krönung meiner Karriere gewesen. Aber ich habe in München etwas aufgebaut, was ich nicht mehr aufgeben kann.

Karl Richter starb 1981 im Alter von 54 Jahren an Herzversagen in einem Hotel in München. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich, beerdigt. Im Gedächtniskonzert für Karl Richter am 3. Mai 1981 dirigierte sein Freund Leonard Bernstein den Münchener Bach-Chor und das Bach-Orchester im Herkulessaal der Münchner Residenz.

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Siehe ein Memoriam von Karl Richter auf Volkers Klassikeiten: 

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Edward Elgar (1857-1934) Cello-Konzert e-Moll op. 85 und Sospiri op. 70 und ein Interview Christoph Eschenbach mit Sol Gabetta!

Edward Elgar (1857-1934) Cello-Konzert e-Moll op. 85 und Sospiri op. 70 und ein Interview Christoph Eschenbach mit Sol Gabetta!

Sir Edward William Elgar, 1. Baronet (* 2. Juni 1857 in Broadheath bei Worcester; † 23. Februar 1934 in Worcester) war ein britischer Komponist.

Edward Elgars erste durchschlagende Erfolge als Komponist stellten sich erst irn Alter von über 40 Jahren ein; der in der Nähe von Worcester in kleinbürgerlichen Verhältnissen als Sohn eines Klavierstimmers und Musikalienhändlers geborene Elgar war kompositorischer Autodidakt, der außer privatem Violinunterricht keine reguläre musikalische Unterweisung genossen hatte.

Der langersehnte erste Erfolg stellte sich endlich 1897 mit einer Gelegenheitskomposition zu Queen Victorias diamantenem Regierungsjubiläum ein: Der „Imperial March“ brachte Elgar äußeren Ruhm und gesellschaftliche Anerkennung, traf er doch ebenso wie seine Märsche „Pomp and Circumstance“ (1901ff) in ihrer mitreißenden orchestralen Brillanz den Ton der Zeit als Ausdruck einer durchaus auch chauvinistischen Huldigung an das britische Weltreich auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung und Macht.

Elgar befand sich zu diesem Zeitpunkt seinerseits nicht nur auf dem Gipfel seiner Popularität, die sich in der Erhebung in den Adelsstand ausdrückte, sondern die folgenden Jahre gelten auch als seine produktivste Zeit. Umso einschneidender war für den nahezu 60-jährigen der Ausbruch des Ersten Weltkriegs: Der durch das kollektive Trauma der kriegerischen Grausamkeiten ausgelöste Verfall des gesellschaftlichen und kulturellen Wertesystems einer ganzen Generation und der Zusammenbruch des britischen Empire als Folge des Kriegsverlaufs trafen den Komponisten an der Wurzel seiner vitalen und produktiven Kräfte. So hat Elgar nach dem Ende des Krieges bis zu seinem Tod 1934 kein wesentliches oder eigenständiges Werk mehr vollendet.

Eines der zahlreichen Paradoxa in Elgars Leben und Werk ist die Tatsache, daß er seine tiefsten Gefühle in Werken virtuosen und solistischen Charakters versteckt: Die beiden Solokonzerte, das für Violine (1910) und Violoncello, sind weitaus persönlicher gehalten als etwa Elgars zwei Sinfonien, und beide Konzerte sind in ihrer Aussage intimer als seine zahlreichen kammermusikalischen Werke.

War das Violinkonzert ein Hymnus an die (laut Elgars vorangestelltem Motto) im Werk „eingeschlossene“ Seele einer geliebten Frau, so ist das Cellokonzert nicht nur ein Abgesang auf die mit dem Ersten Weltkrieg beendete Epoche der viktorianischen Gründerzeit, sondern auch Elgars Lebewohl als Komponist; er schuf dieses Konzert geradezu als seinen Schwanengesang und notierte nach dem Eintrag des Stücks in sein persönliches Werkregister: „Finis. R.I.P.“ Elgar hatte das britische Empire auf seinem imperialen und wirtschaftlichen Höhepunkt während zweier Jahrzehnte musikalisch begleitet und porträtiert: Nun ist das Cellokonzert eine Threnodie auf den Untergang dieses Weltreichs und zugleich eine Klage über den Verlust der eigenen schöpferischen Kraft.

Ausführende:

Sol Gabetta, Violoncello

NDR Elbphilharmonie Orchester

Dirigent: Christoph Eschenbach

Aufnahme vom Schleswig-Holstein Musikfestival 2018 in Lübeck am 01.07.2018


Ein Video mit einem Interview vom Dirigent Christoph Eschenbach mit Sol Gabetta (Violincello) während des Schleswig–Holstein Musikfestival am 1.7.2018 in Lübeck.

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ALL OF BACH veröffentlicht das Konzert a-Moll für vier Cembali BWV 1065

ALL OF BACH veröffentlicht das Konzert a-Moll für vier Cembali BWV 1065

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JOS VAN VELDHOVENS 10 LIEBLINGSARBEITEN

Diese Woche BWV 1065 Mehr und besser

Eine Hommage an „unseren“ Jos van Veldhoven: Jeden Freitag eines der 10 Lieblingswerke von Jos van Veldhoven, der nach 35 Jahren als künstlerischer Leiter die Niederländische Bachgesellschaft verlässt.

Jos van Veldhoven über seine Lieblings Konzert für vier Cembali in a-Moll, BWV 1065: „Als ob vier Violinstimmen waren nicht genug, angeordnet Bach Vivaldis Musik für acht Hände auf vier Cembali Es strahlt die Freude am Spielen zu seiner Zeit Bach.. Vielleicht hat er dieses Stück mit seinen Söhnen oder Schülern gespielt. Es wird von vier wunderbaren holländischen Cembalisten für die Netherlands Bach Society aufgeführt. „

Jeder hat seine eigene Spezialität. Während Bach auf der Klaviatur glänzte, herrschte Antonio Vivaldi (1678-1741) auf der Geige. Noch wichtiger ist, Vivaldi war der Komponist par excellence des Solokonzerts. Seine Musik reiste durch ganz Europa und bis nach Bachs Heimat. Johann Sebastian Bach arrangierte verschiedene Vivaldi-Konzerte (teilweise gründlich) aus Opus 3, 4 und 7 für Orgel und Cembalo. Er benutzte eines von ihnen – das Concerto in h-Moll von L’estro armonico (opus 3) für vier Violinen und Orchester – mehr oder weniger in seiner Gesamtheit. Aber natürlich gab er ihr eine aufregende Wendung, denn in Bachs Version spielen die Solisten Cembali und h-moll in a-Moll.

Leider wissen wir nicht, wie das Konzert für vier Cembali in A-Moll entstanden ist, obwohl wir eine Vermutung wagen können. Wenn es um 1730 „geboren“ wurde, hätte Bach das Konzert für das Zimmermannsche Kaffeehaus arrangieren (oder improvisieren können), wo er das Leipziger Collegium Musicum leitete. Und mit nicht weniger als fünf Cembali zu Hause könnte es auch eine Familienangelegenheit gewesen sein, denn Vater Bach teilte die Bühne mit drei seiner Kinder.

Es war höchstwahrscheinlich eine spannende Herausforderung, vier einzelne Solozeilen in vier komplette Keyboardparts für zwei Hände zu erweitern; von vier Saiten zu Dutzenden von ihnen. Bachs Zusatznoten ergänzen oft die von Vivaldi, aber wo es die Begleitung zulässt, verwendet er sie gerne im Dialog. Dies ist in der Schlussphase des ersten Satzes sehr deutlich, da wiederholte Akkorde in Bachs Händen in einem Kreuz von melodischen Motiven explodieren. Der eindrucksvollste Satz – und der originalgetreueste – ist der zweite, der voll von gebrochenen Akkorden ist, die von Violine zu Cembalo eine unglaubliche Kraft und Fülle erhalten.

BWV 1065

Titel
Konzert in a-Moll

Genre
Orchesterwerk (Cembalokonzert)

Jahr
um 1730

Stadt
Leipzig

Besondere Hinweise
Bearbeitung von Vivaldis Konzert in h-Moll, Opus 3 No. 10

Veröffentlichungsdatum

7. Oktober 2016

 

Aufnahmedatum
16. April 2016

Aufführungs-Ort:
Ottone, Utrecht

Cembalo:
Siebe Henstra, Menno van Delft, Pieter Jan Belder, Tineke Steenbrink

Violine 1
Shunske Sato

Violine 2
Sayuri Yamagata

Viola
Staas Swierstra

Cello
Lucia Swarts

Kontrabass
Margaret Urquhart

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Language: English

 

ALL OF BACH releases the Concerto in A minor for four harpsichords BWV 1065

JOS VAN VELDHOVEN’S 10 FAVOURITE WORKS

This week BWV 1065: More and better

A tribute to “our” Jos van Veldhoven: every Friday one of the 10 favourite works of Jos van Veldhoven, who is leaving the Netherlands Bach Society after 35 years as artistic director.

Jos van Veldhoven about his favourite Concerto for four harpsichords in A minor, BWV 1065: „As if four violin parts were not enough, Bach arranged Vivaldi’s music for eight hands on four harpsichords. It exudes the joy of playing. In his day, Bach may have played this piece with his sons or pupils. It is performed for the Netherlands Bach Society by four wonderful Dutch harpsichordists.“

Everyone has their own specialism. Whereas Bach excelled on the keyboard, Vivaldi ruled on the violin. Even more importantly, Vivaldi was the composer par excellence of the solo concerto. His music travelled throughout Europe and all the way to Bach’s home. Johann Sebastian Bach arranged various Vivaldi concertos (sometimes thoroughly) from opus 3, 4 and 7, for organ and harpsichord. He used one of them – the Concerto in B minor from L’estro armonico (opus 3) for four violins and orchestra – more or less in its entirety. But of course he gave it an exciting twist, as in Bach’s version the soloists play harpsichords and B minor changed to A minor.

Unfortunately, we do not know how the Concert for four harpsichords in A minor originated, although we can hazard a guess. If it was ‘born’ around 1730, Bach could have arranged the concerto for (or improvised it in) the Zimmermannsches Kaffeehaus, where he led the Leipziger Collegium Musicum. And with no fewer than five harpsichords at home, it could also have been a family affair, with father Bach sharing the stage with three of his children.

It was most probably an exciting challenge to expand four single solo lines into four complete keyboard parts for two hands; from four strings to dozens of them. Bach’s extra notes often supplement those of Vivaldi, but where the accompaniment permits, he likes to use them in dialogue. This is very clear in the closing phase of the first movement, as repeated chords explode in Bach’s hands in a crisscross of melodic motifs. The most impressive movement – and the most faithful to the original – is the second, which is full of broken chords that gain incredible power and richness when transposed from violin to harpsichord.

BWV  1065

Title
Concerto in A Minor

Genre
orchestral work (harpsichord concerto)

Year
around 1730

City
Leipzig

Special notes
Arrangement of Vivaldi’s Concerto in B minor, opus 3 no. 10.

Release date
7 October 2016

Recording date
16 April 2016

Location
Ottone, Utrecht

Haprsichordists
Siebe Henstra, Menno van Delft, Pieter-Jan Belder, Tineke Steenbrink

Violin 1
Shunske Sato

Violin 2
Sayuri Yamagata

Viola
Staas Swierstra

Cello
Lucia Swarts

Double Bass
Margaret Urquhart

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 1065

I wish you a lot of fun with the BWV 1065

Herzliche Grüße / Best regards

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1064 – „Konzert für drei Cembali in C-Dur“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1064 – „Konzert für drei Cembali in C-Dur“

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BACHS INTERESSANTES KONZERT

Mit diesem Konzert machte Bach auf sich und seine Söhne aufmerksam.

Das Konzert in C-Dur BWV 1064 für drei Cembali ist Bachs interessantestes Konzert, meint der Cembalist Lars Ulrik Mortensen. „Es ist so ein reichhaltiges Stück, dass ich ewig daran arbeiten kann. Es ist mehr integriert und enthält mehr Konversation als jedes von Bachs anderen Konzerten. “ Die Cembalisten operieren fast immer als Ganzes, spielen sogar große Teile in einer Hand oder sogar in beiden.

Kurze Solo-Passagen dienen eher als Effekt. Erst in der Schlussbewegung ist Raum für wahre Soli: erste Arpeggien, wie im Brandenburgischen Konzert Nr. 5, dann eine kontinuierliche Basslinie mit jumpy Begleitung und schließlich einige dramatische Chromatik in der ersten Tastatur. Eine Rückkehr der frivolen Triolen bringt diese virtuose Party zu einem eher abrupten Ende. Es ist bemerkenswert, dass es im ersten und dritten Satz kein Continuo gibt; nur eine „nackte“ Basslinie – was eigentlich ziemlich modern ist.

Aufführungsmaterial für Vater und Söhne

Wie fast alle anderen Klavierkonzerte J.S. Bach´s entstand dieses Konzert nicht als Tasteninstrument, sondern war ursprünglich als Konzert für drei Violinen gedacht. Vorurteile gegen das Arrangieren ignorieren die Tatsache, dass Bach absichtlich neue Versionen existierender Musik geschaffen hat.

Dieses Konzert entstand wahrscheinlich in den 1740er Jahren im Zimmermannschen Kaffeehaus, wo das Leipziger Collegium Musicum viele musikalische Stars der Zeit zu Konzerten auf höchstem Niveau zusammenführte. Alle Augen waren auf Bach gerichtet, als er das Collegium neben seiner Kantorei in der Thomaskirche zweimal für einige Jahre leitete. Und er wusste auch, dass ein umwerfendes Konzert für drei Cembali positive Aufmerksamkeit auf sich und seine zwei Söhne, Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann, lenken würde, die noch nicht ganz zuhause waren. Da sein Alter ihn daran hinderte, so viel Geige zu spielen, konnte Bachs Keyboard-Karriere einen Schub bekommen.

BWV
1064

TITEL
Konzert für drei Cembali in C-Dur

GENRE
Orchesterwerk (Konzert)

JAHR
um 1735-1745

STADT
Leipzig

Besondere Hinweise
Wahrscheinlich ein Arrangement eines Konzerts für 3 Violinen (BWV 1064R)

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
22. Juni 2018

AUFNAHMEDATUM
15. Oktober 2017

Aufführungsort:
Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

Leitung:
Lars Ulrik Mortensen

Cembalisten:
Siebe Henstra, Menno van Delft, Lars Ulrik Mortensen

VIOLINE 1
Shunske Sato

VIOLINE 2
Anneke van der Haaften

VIOLA
Deirdre Dowling

CELLO
Lucia Swarts

KONTRABASS
James Munro

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Language: English

BACH’S MOST INTERESTING CONCERTO

Bach attracted attention to himself and his sons with this concerto.

The Concert in C major for three harpsichords is Bach’s most interesting concerto, thinks harpsichordist Lars Ulrik Mortensen. “It’s such a rich piece that I can work on it for ages. It’s more integrated and contains more conversation than any of Bach’s other concertos”. The harpsichordists nearly always operate as a whole, even playing large parts the same in one hand or even both. Brief solo passages serve more as an effect. It is only in the closing movement that there is scope for true solos: first arpeggios, like in the ‘Brandenburg’ concerto no. 5, then a continuous bass line with jumpy accompaniment, and finally some dramatic chromaticism in the first keyboard. A return of the frivolous triplets brings this virtuoso party to a rather abrupt end. It is remarkable that there is no continuo in the first and third movement; only a ‘bare’ bass line – which is actually quite modern.

Performance material for father and sons

ike nearly all of Bach’s other keyboard concertos, this concerto did not originate as a keyboard work, but was probably originally intended as a concerto for three violins. Prejudices against arranging ignore the fact that Bach deliberately created new versions of existing music. This concerto was probably created in the 1740’s to be played at the Zimmermannsches Kaffeehaus, where the Leipziger Collegium Musicum brought together many musical stars of the day to play concerts of the very highest standard. All eyes were on Bach when he twice led the Collegium for a few years, alongside his cantorship at St Thomas Church. And he also knew that a dazzling concerto for three harpsichords would attract positive attention to himself and his two sons, Carl Philipp Emanuel and Wilhelm Friedemann, who had not quite left home yet. As his age was preventing him from playing so much violin, Bach’s keyboard career could do with a boost.

BWV
1064

TITLE
Concerto for three harpsichords in C major

GENRE
orchestral work (concerto)

YEAR
around 1735-1745

CITY
Leipzig

SPECIAL NOTES
Probably an arrangement of a concerto for 3 violins (BWV 1064R)

RELEASE DATE
22 June 2018

RECORDING DATE
15 October 2017

LOCATION
Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

DIRECTION
Lars Ulrik Mortensen

HAPRSICHORDISTS
Siebe Henstra, Menno van Delft, Lars Ulrik Mortensen

VIOLIN 1
Shunske Sato

VIOLIN 2
Anneke van der Haaften

VIOLA
Deirdre Dowling

CELLO
Lucia Swarts

DOUBLE BASS
James Munro

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 1064

I wish you a lot of fun with the BWV 1064

Herzliche Grüße / Best regards

Karin

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