Archiv der Kategorie: Namhafte Barock-Komponisten zu J.S. Bach und seiner Zeit

Georg Philipp Telemann  (1681-1767) – Kantate „Es sind schon die letzten Zeiten“, TWV1:529 (Thomanerchor)

Georg Philipp Telemann  (1681-1767) – Kantate „Es sind schon die letzten Zeiten“, TWV1:529

Kantate für den 25. Sonntag nach Trinitatis, für Bariton, Oboe, Streicher und Basso continuo

Georg Philipp Telemann (* 14. März jul./ 24. März 1681greg. in Magdeburg; † 25. Juni 1767 in Hamburg) war ein deutscher Komponist des Barock. Er prägte durch neue Impulse, sowohl in der Komposition als auch in der Musikanschauung, maßgeblich die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Georg Philipp Telemann hat mehr als 1.600 Kirchenkantaten komponiert. Sie machen fast die Hälfte seines musikalischen Nachlasses aus. Beim Abschied von seinen Dienstherren wie dem Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach oder der Stadt Frankfurt am Main verpflichtete er sich, jeweils noch einige Kantatenjahrgänge abzuliefern. Telemanns Kantaten wurden seinerzeit von evangelischen Kantoren vieler, auch kleinerer Kirchen aufgeführt.


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Ausführende:

Gotthold Schwarz (Bariton)

Thomanerchor Leipzig ,  Sächsisches Barockorchester

Leitung: Thomaskantor Gotthold Schwarz

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Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – „Missa Votiva, e-Moll“ ZWV 18

Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – „Missa Votiva, e-Moll“ ZWV 18

Die großen Messvertonungen des 18. Jahrhundert führen ausgerechnet eine Musikgattung in Gipfelhöhen, bei der es immer auch um Praktikabilität ging. Komponisten wie J.S. Bach, Jan Dismas Zelenka oder Wolfgang Amadeus Mozart schufen wahre Kunstwerke, die den damals üblichen Rahmen deutlich sprengten.

Es erklingt erklingt die Missa Votiva von Jan Dismas Zelenka. Die Messvertonungen der Jahre 1739 bis 1741 des Dresdner Hofmusikers entstanden allesamt ohne offizielle Kompositionsaufträge.

                                                  Kammerchor & Barockorchester Stuttgart.

Zelenkas Messvertonungen der Jahre 1739 bis 1741 entstanden ohne offizielle Kompositionsaufträge und stellen autonome Kunstwerke dar, die nicht mehr an liturgische Beschränkungen gebunden sind. In dieser Zeit entstand die umfangreiche Missa votiva ZWV 18 als Erfüllung eines Gelübdes, nachdem der Komponist von einer ernsthaften Erkrankung genesen war.

Vor 279 Jahren entwarf der Dresdner Hofmusiker das Werk, das mit rund 70 Minuten Länge eine der längsten Messvertonungen der damaligen Zeit war. Bachs h-moll-Messe entstand erst 10 Jahre später. Das Komponieren von Messvertonungen ohne konkreten Auftrag und Vorgaben oder ohne Chance auf Aufführung war aber im 18. Jahrhundert eigentlich unüblich. Noch zu Mozarts Zeiten gab es Vorgaben vom jeweiligen Bischof, wie lang eine Messvertonung zu sein habe, wie umfangreich die Besetzung sein sollte und vieles mehr.

Das kirchenmusikalische Werk Zelenkas wird seit seiner Entstehungszeit nahezu ununterbrochen an der Dresdner Hofkirche gepflegt, dem Ort, für den die meisten Werke Zelenkas komponiert wurden. Die Dresdner Kapellknaben führen gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle Dresden, der Nachfolgeinstitution der sächsischen Hofkapelle, Mess- und Psalmvertonungen Zelenkas eingebunden in den liturgischen Kontext auf.

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Ausführende:

Joanne Lunn (Sopran) Daniel Taylor (Altus)

Johannes Kaleschke (Tenor)  Thomas E. Bauer (Bass)

Kammerchor & Barockorchester Stuttgart.

Leitung: Frieder Bernius 

CD bei Amazon zu beziehen!

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Christoph Graupner (1683-1760) Kantate „Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet“

Christoph Graupner. (1683-1760)
Kantate „Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet“

Der langjährige Darmstädter Hofkapellmeister Christoph Graupner hat zwar mit dieser Anstellung gehadert, war aber trotz seines Frustes ein überaus fleißiger Komponist. Er erhielt in der Leipziger Thomasschule den Feinschliff und dann in Darmstadt seine Lebensstellung.

Von Graupner, der aus dem sächsischen Erzgebirge stammte und dessen Lebensdaten 1683 – 1760 fast mit denen Johann Sebastian Bachs parallel gehen, sind rund 2000 Werke überliefert, deren Großteil noch heute auf eine Wiederentdeckung wartet. Etwa 1400 davon sind geistliche Kantaten, von denen eine attraktive Auswahl für ein oder zwei Solostimmen beim diesjährigen Kirchheimer Konzertwinter zu hören war. Sie alle wurden erst in jüngerer Zeit wieder in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek ausgegraben, die auch die alten Bestände des Darmstädter Hofes übernommen und bewahrt hat.

Bei Graupner ist das ein Glücksfall, denn oft wurden Kompositionen, die für den höfischen Tagesgebrauch geschrieben worden waren, in späteren Jahren wieder ausgesondert. In seinem Falle dagegen ist fast das komplette Oeuvre erhalten geblieben und gibt auf diese Weise nicht nur Einblicke in das „tägliche Brot“ eines damaligen Kapellmeisters, sondern zeigt ihn auch als Tonsetzer, der in sehr eigener Weise Eleganz und Dramatik zu verbinden wusste – und dadurch als durchaus eigenständige Stimme neben seinem Zeitgenossen Bach besteht, mit dem er bei der Bewerbung um das Leipziger Thomaskantorat in den 1720er Jahren sogar indirekt konkurrierte.

Auf seiner zweiten Graupner-CD widmet sich das Kirchheimer BachConsort einigen Solo- und Dialogkantaten des Komponisten: Christoph Graupner, der stets auf der Höhe der Zeit komponierte. Er suchte nach eigenwilligen Ausdrucksmöglichkeiten, war aufgeschlossen gegenüber den neuesten Entwicklungen und unbekannten Instrumenten.

Mit einer nie versiegenden Phantasie gelang es Graupner, kontrastreiche Kantaten zu schaffen, die sich durch Variabilität, Eigenwilligkeit, abwechslungsreiche Instrumentation, besonderen Klangfarbenreichtum, kluge Melodieführung und eine an der Oper geschulten Dramatik auszeichnen. Das Zusammenspiel von Sing- und Instrumentalstimmen zeichnet seine Musik besonders aus.

In seiner Vorrede zu seinem 1728 veröffentlichten Choralbuch hob Graupner hervor, was in seinen Augen die wichtigste Aufgabe des Komponisten sei: „Erbauliche Worte eines Gesangs haben einen desto tiefern Eindruck in die Gemüther, wo mit wohl bedachten und ausgesuchten Expressionen, der Sinn und Nachdruck des Textes durch die Music gleichsam lebendig vorgestellet wird; Und ist dieses bey jeder Composition, da gewisse Texte und Worte vorgeschrieben sind, das vornehmste.“

In seinen Kantaten verstand es Graupner, mittels zielgerichteter musikalischer Affekte die Texte zu illustrieren und zu versinnbildlichen. Für ihn gab es keine Unterscheidung zwischen weltlicher und geistlicher Musik, sondern er wusste beides geschickt miteinander zu verbinden.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr erschien die Ersteinspielung mit Epiphanias-Kantaten von Christoph Graupner (1683-1760) und dem Kirchheimer BachConsort (Leitung: Sirkka-Liisa Kaakinen, Violine), die von der Fachwelt einhellig gepriesen wurde.

Dem international hochkarätig besetzten Kirchheimer BachConsort gelingt unter der charismatischen Leitung von Rudolf Lutz (Cembalo) und den wunderbaren Solisten Marie Luise Werneburg, Sopran, und Dominik Wörner, Bassbariton, eine mustergültige Interpretation.

Damit leistet das Ensemble erneut einen wichtigen Beitrag zur Entdeckung der noch bis dato unbekannten Kantaten aus dem Darmstädter Archiv.

Ab 17.9.2018 im Handel, kann die Doppel-CD, erschienen bei dem Label cpo in Koproduktion mit dem SWR2, ab sofort bei der Geschäftsstelle des Kirchheimer Konzertwinters vorbestellt werden (Tel.: 06359-2894).

Ausführende:

Kirchheimer BachConsort
Marie Luise Werneburg (Sopran)
Dominik Wörner (Bassbariton)
Leitung: Rudolf Lutz (Cembalo)

CD-Link: https://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/christoph-graupner-solo-dialog-kantaten/hnum/8726669
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Video – Jacob Herman Klein (1688-1748) Sonate a-Moll, op. 4, Nr. 5

Video: Jacob Herman Klein (1688-1748) Sonate a-Moll, op. 4, Nr. 5

Jacob Herman Klein (getauft 14. Oktober 1688 in Amsterdam; begraben 6. März 1748 in Amsterdam), auch Jacob Klein der Jüngere genannt, war ein niederländischer Komponist.

Jacob Klein der Jüngere ist der erste niederländische Komponist, der für das Violoncello komponierte. Überliefert sind von ihm eine Reihe von Cellosonaten, die er in Gruppen von je sechs veröffentlicht hat. Die in op. 4 veröffentlichten Sonaten sind eine Besonderheit.

                             Lee Santana (Laute) Hille Perl (Viola Da Gamba)

Sie sind technisch herausfordernd und innovativ:

Dies wissen wir, weil er äußerst umfangreiche Fingersatzbezeichnungen und Spielanweisungen verwendet. Frank Wakelkamp, der die Sonaten neu herausgegeben hat, schreibt, dass diese vom Umfang her „ohne ihresgleichen in der Barockmusik für alle Instrumente der Geigenfamilie“ ist.

Dabei verwendet Klein nicht eine auf einem Tabulatursystem aufbauende Schreibweise, wie das in der Celloliteratur bis dahin eher üblich war, weil es von der Gambe her bekannt war.

Er selbst schreibt:

„Für Amateure hat man über einzelne Noten die Nummer 1. 2. 3. 4. gesetzt um den ersten, zweiten, dritten und vierten Finger anzudeuten, und für den Daumen eine 0, um die Bewegung der Hand zu beschreiben, und unter die obengenannten Nummer U+1D360,U+1D361,U+1D362 und U+1D363e Saite.[4]“

Die Verwendung dieser Bezeichnungen und der extreme technische Fortschritt Kleins im Vergleich zu früheren Sonaten könnten gut damit zusammenhängen, dass er eng mit Pietro Locatelli (1695-1764) zusammengearbeitet hat. Dieser war 1729 nach Amsterdam gekommen, erteilte Dilettanten Geigenunterricht und gab Konzerte für Amateure.

Ausführende:

Christin von der Golz (Barock-Violincello)
Hille Perl (Viola Da Gamba)
Lee Santana (Laute).

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Language English

Video: Jacob Herman Klein (1688-1748) Sonata in A minor, op. 4, No. 5 –

Jacob Herman Klein (baptized October 14, 1688 in Amsterdam, buried March 6, 1748 in Amsterdam), also called Jacob Klein the Younger, was a Dutch composer.

Jacob Klein the Younger is the first Dutch composer to compose the cello. He has received a number of cello sonatas, which he has published in groups of six each. The sonatas published in op. 4 are a peculiarity.

They are technically challenging and innovative:

We know this because he uses very extensive fingering terms and game instructions. Frank Wakelkamp, ​​who has reissued the sonatas, writes that in terms of size it is „without equal in Baroque music for all instruments of the violin family“.

Klein does not use a spelling based on a tablature system, as was customary in cello literature until then, because it was known from the gamba.

Kristin von der Goltz (Barock-Violoncello)

He himself writes:

„For amateurs, the number 1, 2, 3, 4 has been placed on individual notes to indicate the first, second, third, and fourth fingers, and 0 for the thumb to describe the movement of the hand and the above Number U + 1D360, U + 1D361, U + 1D362 and U + 1D363e string. [4] “

The use of these terms and the extreme technical progress Klein compared to previous sonatas could well be related to the fact that he has worked closely with Pietro Locatelli (1695-1764). He had come to Amsterdam in 1729, gave violin lessons to amateurs and gave concerts for amateurs.

Performed by:

Kristin von der Golz (Baroque Violin Cello)
Hille Perl (Viola Da Gamba)
Lee Santana (lute).

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Emanuele d’Astorga (1680-1757) „Stabat Mater“ für Chor und Orchester

Emanuele d’Astorga (1680-1757) „Stabat Mater“ für Chor und Orchester

Emanuele d’Astorga (1680-1757) Italienischer Komponist

Emanuele d’Astorga (eigentlich: Emanuele Gioacchino Cesare Baron Rincón d’Astorga; * 20. März 1680 in Augusta (Sizilien); † 1757 [?] in Madrid [?]) war ein italienischer Komponist.

Emanuele d’Astorga war Mitglied der ursprünglich aus Spanien stammenden Adelsfamilie Rincón d’Astorga, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Sizilien ansässig war. Nach einem Erdbeben übersiedelte die Familie 1693 nach Palermo.

Emanuele d’Astorga trat als Komponist erstmals 1698 in Erscheinung, als seine Oper „La moglie nemica“ in einer privaten Aufführung im Haus der Adelsfamilie Lucchese erklang. Astorga wirkte dabei selbst als Sänger mit.

1708 verließ er Palermo wegen Streitigkeiten mit der Familie und führte seitdem ein unstetes Wanderleben. Zunächst ging Astorga nach Rom, wo er sich im Umkreis des spanischen Botschafters Baron Uceda aufhielt. In dieser Gesellschaft lernte er den Dichter Nicolò Sebastiano Biancardi kennen, der unter dem Pseudonym Domenico Lalli arbeitete und zahlreiche Kantatentexte für Astorga schrieb.

Ende 1709 und Anfang 1710 ging Astorga nach Spanien, da ihn der Thronfolger Karl (später als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Karl VI.), der sich von der Oper „Dafni“ beeindruckt zeigte, ihn dazu eingeladen hatte.

1712 ist Astorga in Wien nachweisbar, wo er von Kaiser Joseph I. einen Ehrensold ausgezahlt bekam. Dennoch verschuldete er sich und floh deswegen 1714 aus der Stadt.

1715 ging er wieder nach Palermo zurück, wo er 1717 Emanuela Guzzardi (* um 1702) heiratete. 1717/18 war Astorga Senator von Palermo, von 1718 bis 1720 bekleidete er das Amt des Governatore des Ospedale degli Incussabili.

Gegen Zahlung einer Leibrente überließ er 1721 die Nutznießung an seinen Ländereien seiner Frau und verließ Sizilien. 1723 hielt er sich in Lissabon auf, wo er 1726 eine Kantatensammlung drucken ließ. Über sein späteres Leben existieren keine gesicherten Angaben mehr. Ein Manuskript der Sammlung Santini in Münster gibt an, Emanuele d’Astorga sei 1757 in Madrid gestorben.

Das Werk: Stabat Mater

                                                                  Freiburger Barockorchester

„Auch heute noch vermag Astorgas Hauptwerk, das Stabat Mater, die tiefgehendste Wirkung auf den Hörer auszuüben. Es bildet unter den Kirchenkompositionen der italienischen Schule des be ginnenden 18. Jahrhunderts eine Einzelerscheinung, welche die verwandten Schöpfungen dieser Epoche an religiöser Innigkeit, an Ernst der Auffassung des Gegenstandes und herber Kraft des Stimmungsausdruckes bei weitem überbietet, ohne deshalb der sinnlichen Schönheit, die den meisten italienischen Werken jener Zeit eigen ist, zu ermangeln. Diese Vorzüge weisen der Vertonung des Stabat Mater durch Astorga unter den zahlreichen Kompositionen dieses kirchlichen Textes einen Ehrenplatz an.

Das Stabat Mater gründete Astorgas Ruhm bei der Nachwelt. Zu des Meisters Lebzeiten dürften es nur wenige gekannt haben. Und dennoch war auch schon damals Astorga ein Komponistenname von gutem Klang. Jedermann kannte ihn als den des großen Meisters der Kammerkantate. Auf diesem Gebiete hatte sich Astorga fleißig und mit Glück betätigt, so daß er als Kantaten- Komponist nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa in hohem Ansehen stand. Dieser Ruhm mußte mit dem Verschwinden der Kunstgattung der Kammerkantate wieder erlöschen.

Astorga hat nicht nur als weltlicher Komponist den Besten seiner Zeit genug getan, sondern auch als kirchlicher Tondichter Unvergängliches geschaffen. Er verdient daher, daß auch von seiner Person und seinen Lebensschicksalen Notiz genommen werde, er verdient, daß der Wust von Lügen und Märchen, der sich mit der Zeit um seine Erscheinung aufgetürmt hat, entfernt, daß das romantisch-phantastische Bild seiner Persönlichkeit durch ein historisch treues ersetzt werde.“

Ausführende:

Balthasar-Neumann-Chor

Freiburger Barockorchester

Dirigent: Thomas Hengelbrock

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Johann Adolph Hasse (1699-1783) „Missa ultima in g“

Johann Adolph Hasse (1699-1783) „Missa ultima in g“

Johann Adolph Hasse

Johann Adolph Hasse (italianisiert Giovanni Adolfo; getauft 25. März 1699 in Bergedorf; † 16. Dezember 1783 in Venedig) war ein einflussreicher deutscher Komponist des Spätbarock. Sein Ruhm zu Lebzeiten gründete sich hauptsächlich auf seine Opern im italienischen Stil.

Die „Missa in g“ ist das Opus ultimum, das letzte vollendete Werk des 84-jährigen Johann Adolf Hasse (1699-1783), der für fast drei Jahrzehnte das Musikleben am sächsischen Hof in Dresden prägte und von den Zeitgenossen als das musikalische Idol seiner Epoche galt. Im Mittelpunkt dieser groß besetzten Missa solemnis steht das siebensätzige Gloria mit seinen ausgedehnten, glanzvollen Trompetenpartien.

Die g-Moll-Messe fasziniert durch ihre Klangschönheit, Ausdruckstiefe und harmonischen Ideenreichtum. Das Festkonzert zur Weihe der Dresdner Frauenkirche wurde vom international renommierten Trompeter und Dirigenten Ludwig Güttler geleitet, einem der Initiatoren und Impulsgeber des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche.

                                                            SŠaechsisches Vocalensemble

(Live-Mitschnitt des Konzerts am 21. und 22. November 2005 in der Frauenkirche Dresden)

 Diese Aufnahme ist beschränkt auf das Kyrie und Gloria – Satz 1 bis 11.

Die Sätze 12 – 16 fehlen in dieser Aufnahme.

 1:   Kyrie

2:   Coro: Christe eleison

3:   Kyrie

4:   Coro (Gloria)

5:   Gratias agimus

6:   Domine Deus

7:   Domine Fili

8:   Domine Deus

9:   Qui tollis

10: Quoniam

11: Cum Sancto Spiritu

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Ausführende:

Dirigent

Ludwig Güttler 

Ensemble

Sächsisches Vocalensemble / Virtuosi Saxoniae 

Sopran-Solo

Ulrike Staude 

Barbara Christina Steude 

Alt-Solo

Elisabeth Wilke

Tenor-Solo

Gerald Hupach 

Bass-Solo

Egbert Junghanns 


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Johann Adolph Hasse (1699 1783) „Der Traum des Scipio“

Johann Adolph Hasse (1699 1783) „Der Traum des Scipio“

Johann Adolph Hasse wurde 1699 in Bergedorf bei Hamburg geboren und ging nach Studienaufenthalten in Hamburg und Braunschweig 1722/23 nach Neapel, um bei Alessandro Scarlatti die zeitgenössische Oper zu lernen. Reisen des schon bald zu musikalischem Ansehen gelangten Komponisten führten ihn unter anderem nach Venedig. Dort heiratete er 1730 die berühmte Mezzosopranistin Faustina Bordoni. 1731 führte sich das Ehepaar Hasse in Dresden mit der überaus erfolgreichen Oper Cleofide ein.

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

Darauf erhielt Hasse die frei gewordene Stelle des Hofkapellmeisters, um die sich auch J.S. Bach beworben hatte. In den folgenden knapp 30 Jahren, bis 1760 brachte Hasse das höfische Musikleben zu höchster Blüte. Die Dresdner Hofkapelle wurde zu einem der besten Orchester Europas. Hasses Opern, Intermezzi, Messen und Oratorien wurden in ganz Europa aufgeführt.

Er war Lieblingskomponist der Kaiserin Maria Theresia und häufiger Gast in Wien. In Italien nannten sie ihn „Il Caro Sassone“. Zusammen mit dem Librettisten Pietro Metastasio hat Hasse fast 40 Jahre europäische Musikgeschichte geschrieben. Er starb 1783 in Venedig; er fand in der Kirche San Marcuola seine letzte Ruhestätte.

Angaben zum Werk:

Johann Adolf Hasse (1699-1783)

„Il sogno di Scipione“ Serenata, Zum Geburtstag von August III – Kurfürst von Sachsen und König von Polen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Il_sogno_di_Scipione_(Metastasio)

Die Serenata von Johann Adolf Hasse wurde erst vor wenigen Jahren in Warschau wiederentdeckt, wo sie vor genau 360 Jahren auch uraufgeführt wurde. Grund genug, die erfolgreiche sächsisch-polnische Zusammenarbeit des Musikfestes Erzgebirge mit dem aufstrebenden Barockorchester Wroclaw 2018 fortzusetzen.

                                                                Barockorchester Wroclaw

Im Zeitalter des Absolutismus wurde man noch als Herrscher geboren. Entsprechend wichtig war die Fürstenerziehung, denn eine ungnädige und unweise Herrschaft hatte natürlich verheerende Konsequenzen für die Bevölkerung. Auch die Opernkomponisten versuchten, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Staatsmänner in die richtige Richtung zu lenken.

Im Jahr 1758 im Oktober, wurde Johann Adolf Hasses Oper „Il sogno die Scipione“ (Der Traum des Scipio) in Warschau uraufgeführt. Das Werk war August dem III. gewidmet, dem Kurfürsten von Sachsen und König von Polen. Für seine Musik hatte er auf einen Text von Pietro Metastasio zurückgegriffen, den 1771 auch Mozart vertonen sollte. Die Handlung erzählt davon, dass der römische Feldherr Scipio im Schlaf zwischen Beständigkeit und Glück als Lebensratgeber wählen soll. Beide sind als Allegorien verkörpert und erzählen von ihren Eigenschaften.

Die Oper weiß zu vermitteln, dass die Glücksgöttin launisch und wechselhaft ist. Die Beständigkeit indessen treu und in der Lage, ihren Schützlingen dabei zu helfen, Schicksalsschläge besser zu ertragen. Scipio entscheidet weise und nimmt dafür einen kurzlebigen Wutausbruch Fortunas in Kauf.

              Musikfest Erzgebirge 2018 Eröffnungskonzert aus der St. Martinskirche, Zschopau

Johann Adolf Hasse ist ein unterschätzter Komponist, dessen Vermächtnis erfreulicherweise gerade wiederentdeckt wird.

Ausführende:

Barockorchester Wroclaw

Lydia Teuscher (Sopran); Isabel Jantschek (Sopran)

Franziska Gottwald (Alt); Julia Böhme (Alt)

Sebastian Kohlhepp (Tenor)

Martin Schicketanz (Bass)

Leitung: Jaroslav Thiel

(Liveübertragung am 7.9.2018 – Eröffnungskonzert vom Musikfest Erzgebirge aus der St. Martinskirche, Zschopau)

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