Archiv der Kategorie: Namhafte Barock-Komponisten zu J.S. Bach und seiner Zeit

Bachfest Leipzig „Bach, Court Compositeur“ 14. Juni – 23. Juni 2019 – Rezensionen


Bachfest Leipzig „Bach, Court Compositeur“ 14. Juni – 23. Juni 2019 – Rezensionen

Von MICHAEL MORAN (’THE REVIEWER’S NOTEPAD’ AUTHOR) WordPress-Blog!

Diese Rezensionen vom Bachfest 2019 Leipzig sind großartig verfasst und stelle einen Auszug hier zur Verfügung. Alle Rezensionen können auf der Originalseite von MICHAEL MORGAN  weiter gelesen werden.

https://michael-moran.org/2019/06/16/bach-court-composer-bach-festival-leipzig-14-june-23-june-2019/?fbclid=IwAR2vHdvG6_F9M_h8S1aR-eTwf4-Nlt69uVULo2UiHRpzQk

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Bach, Hofkomponist
Obwohl Bach 15 Jahre lang Kantor der Thomaskirche war, war er auch als Hofkomponist tätig. In solch einem aristokratischen Umfeld produzierte er großartige Musik in nahezu allen erdenklichen Stilrichtungen und Genres sowie bahnbrechende Kirchenmusik. In diesem Festival wird der gesamte Zyklus der von ihm komponierten Kantaten in der prächtigen Stadt Weimar aufgeführt, die übrigens eine meiner Lieblingsstädte aller Zeiten ist. Im vergangenen Jahr war der Kantaten-Ring-Zyklus für viele von uns eine der größten musikalischen Erfahrungen unseres Lebens. Ich kann natürlich nicht an allen 158 Veranstaltungen und über 3.000 Teilnehmern (25 Chöre, 34 Orchester, 39 Dirigenten, 81 Soloinstrumentalisten) teilnehmen, aber Sie können meine Wahl hoffentlich zumindest für den begrenzten Zeitraum von einer Woche genießen konnte teilnehmen.


Eröffnungskonzert 14. Juni 2019
Thomaskirche 17.00 Uhr

J. S. Bach: Fantasie G-Dur, BWV 572 (Orgel)

M.A. Charpentier: Te Deum D-Dur, H. 146

J. S. Bach: Ouvertüre D-Dur, BWV 1068

J. S. Bach: Unser Mund sei voll Lachens, BWV 110

Thomasorganist Ullrich Böhme, Gesine Adler (Sopran), Cornelia Samuelis (Sopran), Elvira Bill (Alt), Patrick Grahl (Tenor), Tobias Berndt (Bass), Thomanerchor Leipzig, Freiburger Barockorchester, Regie: Thomaskantor Gotthold Schwarz.

Der Leipziger Oberbürgermeister, der rumänische Botschafter und der Exekutiv- und Künstlerische Leiter Dr. Michael Maul hielten zahlreiche Einführungsreden zu dem Festival, die sowohl unbeschwert als auch ernsthaft waren. Das Konzert wurde mit einer Demonstration der vielfältigen musikalischen Fantasie und der farbenfrohen französischen Klanglandschaften eröffnet, die in Bachs fruchtbarer Vorstellungskraft enthalten sind. Dies wurde in der eher selten gespielten G-Dur-Fantasy BWV 572 für Orgel deutlich. Ein spannender Auftritt von Ullrich Böhme, dem heutigen Organisten der Thomaskirche.

Es folgte eine herrlich edle und prunkvolle Aufführung der großen polyphonen Motette von Charpentier Te Deum (1688-1698). Es wurde in D-Dur geschrieben, dem barocken „Schlüssel des Ruhms“ – wie einzigartig angemessen. Es ist jedoch unbekannt, ob Bach von der Musik Charpentiers wusste.

Bachfest

Man darf niemals den immensen musikalischen und sogar sozialen Einfluss des „Sonnenkönigs“ vergessen. Der französische und der italienische Stil standen oft im Wettbewerb und hatten großen Einfluss auf deutsche Musiker und das Verhalten des Hoflebens. Es beeinflusste eindeutig das „Piece d´Orgue“, mit dem das Konzert des jungen Bach um 1712 in Weimar eröffnet wurde. Der große Flötist am Hof ​​Friedrichs des Großen, Joachim Quantz, beschrieb auch dieses Phänomen des „gemischten Geschmacks“. Die Arbeit wurde vom hervorragenden Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz gegeben. Die kraftvollen, militaristischen und dramatischen Eröffnungsschläge auf der Pauke haben unsere Aufmerksamkeit von Anfang an auf das Hofthema dieses Festivals gelenkt. Der Chor und die Sänger, die oben katalogisiert wurden, hatten eine vollkommene Beherrschung der Barocksprache und der Aufführungspraxis.

Die Komposition besteht aus folgenden Teilen:

Vorspiel (Marche en rondeau)
Te Deum laudamus (Bass Solo)
Te aeternum Patrem (Chor und SSAT solo)
Pleni sunt caeli et terra (Refrain)
Das Orbem Terrarum (Trio, ATB)
Tu devicto mortis aculeo (Chor, Bass solo)
Te ergo quaesumus (Sopran solo)
Aeterna fac cum sanctis tuis (Refrain)
Dignare, Domine (Duo, SB)
Fiat misericordia tua (Trio, SSB)
In te, Domine, speravi (Chor mit ATB-Trio)
Bachfest

Die nächste Arbeit des Programms illustrierte auch den französischen Einfluss auf Bach – eine freudige und erhebende Darbietung von ungeheurem Rhythmusdrang und Orchesteropulenz, die große Lebensfreude der berühmten Orchestersuite in D-Dur, BWV 1068. Dr. dazu als „enorm sprudelnder musikalischer Champagner!“ Das feine Freiburger Barockorchester unter Gotthold Schwarz gab uns eine anregend energiegeladene Darbietung, gesegnet mit Anmut, Schönheit, Charme und Optimismus im Leben.

Was für ein wundervoller Titel für die religiöse Kantate, die dieses Konzert beendete: „Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110 – ein Ausdruck der Freude über die Geburt des Sohnes Gottes. Die onomatopoetische Wiedergabe des Lachens war eine überaus gelungene Herausforderung, die der St. Thomas-Knabenchor hervorragend erfüllte.

Eröffnung Bachfest Leipzig 2019

Ich habe es so genossen, in der Freude des Eröffnungskonzerts zu baden, das von allen Beteiligten so großartig aufgeführt wurde. „Energie ist ewige Freude“, so William Blake. Dieses Konzert war eine solche Wiedergeburt des Vertrauens in die schöpferischen Kräfte der menschlichen Natur, die 2019 unter den Wellen des Kults zu gleiten schien……

Zum ganzen Beitrag…!!

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Gottfried August Homilius (1714-1785) Kantate zu Exaudi „Selig seid ihr wenn ihr geschmähet werdet“


Gottfried August Homilius (1714-1785) Kantate zu Exaudi
„Selig seid ihr wenn ihr geschmähet werdet“ (Weltersteinspielung!)

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Gottfried August Homilius (* 2. Februar 1714 in Rosenthal; † 2. Juni 1785 in Dresden) war ein deutscher Komponist, Kantor und Organist.

Nach dem Besuch der Annenschule in Dresden studierte Homilius Jura in Leipzig. Schon dort war er musikalisch aktiv und vertrat zeitweise den Organisten der Nikolaikirche Johann Schneider. Er zählte vermutlich zum unmittelbaren Schülerkreis von Johann Sebastian Bach.

Ab 1742 war Homilius Organist an der Dresdner Frauenkirche und ab 1755 in der Nachfolge von Theodor Christlieb Reinhold (1682-1755) bis zu seinem Tod Kreuzkantor und Musikdirektor an den drei Hauptkirchen Dresdens; Hauptwirkungsort Homilius’ war die Dresdner Frauenkirche, nachdem die Kreuzkirche Dresden 1760 durch preußische Truppen zerstört und ihr Neubau erst 1792 geweiht wurde. Homilius starb 1785 in Dresden und wurde auf dem Johanniskirchhof beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.

Ausführende:

Vasiljka Jezovsek  (Sopran)  Anne Buter  (Alt)

Hubert Nettinger (Tenor)  Christian Hilz  (Bass)

Dresdner Kreuzchor,  Dresdner Barockorchester

Leitung: Kreuzkantor Roderich Kreile


Language English

Gottfried August Homilius (1714-1785) Cantata to Exaudi
„Selig seid ihr wenn ihr geschmähet werdet“ („Blessed are you when you are abused“)
(Dresdner Kreuzchor – Kreuzkantor: Roderich Kreile)
World Premiere!

Gottfried August Homilius (born February 2, 1714 in Rosenthal, † June 2, 1785 in Dresden) was a German composer, cantor and organist.

After attending Annenschule in Dresden, Homilius studied law in Leipzig. Already there he was musically active and at times represented the organist of the Nikolaikirche Johann Schneider. He probably counted to the immediate circle of students of Johann Sebastian Bach.

From 1742 Homilius was organist at the Dresden Frauenkirche and from 1755 succeeding Theodor Christlieb Reinhold until his death Kreuzkantor and music director at the three main churches in Dresden; Homilius‘ main location was the Dresden Frauenkirche, after the Kreuzkirche was destroyed in 1760 by Prussian troops and its new building was consecrated in 1792. Homilius died in Dresden in 1785 and was buried in the Johanniskirchhof. His grave is not preserved.

Performed by:

Vasiljka Jezovsek, soprano – Anne Buter, alt
Hubert Nettinger (tenor) – Christian Hilz, bass
Dresdner Kreuzchor, Dresden Baroque Orchestra

Conductor: Kreuzkantor: Roderich Kreile
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Gottfried August Homilius (1714-1785) Kantate zu Himmelfahrt „Gott fähret auf mit Jauchzen“


Gottfried August Homilius (1714-1785) Kantate zu Himmelfahrt „Gott fähret auf mit Jauchzen“

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Gottfried August Homilius (* 2. Februar 1714 in Rosenthal; † 2. Juni 1785 in Dresden) war ein deutscher Komponist, Kantor und Organist.

Nach dem Besuch der Annenschule in Dresden studierte Homilius Jura in Leipzig. Schon dort war er musikalisch aktiv und vertrat zeitweise den Organisten der Nikolaikirche Johann Schneider. Er zählte vermutlich zum unmittelbaren Schülerkreis von Johann Sebastian Bach.

Ab 1742 war Homilius Organist an der Dresdner Frauenkirche und ab 1755 in der Nachfolge von Theodor Christlieb Reinhold (1682-1755) bis zu seinem Tod Kreuzkantor und Musikdirektor an den drei Hauptkirchen Dresdens; Hauptwirkungsort Homilius’ war die Dresdner Frauenkirche, nachdem die Kreuzkirche Dresden 1760 durch preußische Truppen zerstört und ihr Neubau erst 1792 geweiht wurde. Homilius starb 1785 in Dresden und wurde auf dem Johanniskirchhof beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.

Ausführende:

Vasiljka Jezovsek  (Sopran)  Anne Buter  (Alt)

Christian Hilz  (Bass)

Dresdner Kreuzchor,  Dresdner Barockorchester

Leitung: Kreuzkantor Roderich Kreile

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Language English

Gottfried August Homilius (1714-1785) „Gott fähret auf mit Jauchzen“ („God ascends with exultation“) – cantata to Ascension

Gottfried August Homilius (born February 2, 1714 in Rosenthal, † June 2, 1785 in Dresden) was a German composer, cantor and organist.

After attending Annenschule in Dresden, Homilius studied law in Leipzig. Already there he was musically active and at times represented the organist of the Nikolaikirche Johann Schneider. He probably counted to the immediate circle of students of Johann Sebastian Bach.

From 1742 Homilius was organist at the Dresden Frauenkirche and from 1755 succeeding Theodor Christlieb Reinhold until his death Kreuzkantor and music director at the three main churches in Dresden; Homilius‘ main location was the Dresden Frauenkirche, after the Kreuzkirche was destroyed in 1760 by Prussian troops and its new building was consecrated in 1792. Homilius died in Dresden in 1785 and was buried in the Johanniskirchhof. His grave is not preserved.

Performed by:

Vasiljka Jezovsek, soprano Anne Buter, alt
Christian Hilz, bass
Dresdner Kreuzchor, Dresden Baroque Orchestra

Conductor: Kreuzkantor: Roderich Kreile
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Johann Ludwig Bach (1677-1731) Kantate zum Sonntag Jubilate: „Die mit Tränen säen“


Johann Ludwig Bach (1677-1731) Kantate zum Sonntag Jubilate: „Die mit Tränen säen“


Johann Ludwig Bach (* 4. Februar jul. / 14. Februar 1677 greg. in Thal bei Eisenach; beerdigt 1. Mai 1731 in Meiningen), genannt der „Meininger Bach“, war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach.

Sein Vater war der Organist und Kantor Jacob Bach (1655–1718). Johann Ludwig hatte zwei Söhne, Samuel Anton und Gottlieb Friedrich, die als Organisten und Pastell-Maler in Meiningen tätig waren. Ihre Nachkommen leben heute noch. Mit Johann Sebastian Bach (1685–1750) war er entfernt verwandt und wurde von diesem als Künstler sehr geschätzt.

1688 bis 1693 besuchte Johann Ludwig das Gymnasium in Gotha, ab 1699 war er als „Hoboist und Laquay“ am Meininger Hof tätig, hier hat er wahrscheinlich weiteren Kompositionsunterricht vom Kapellmeister Georg Caspar Schürmann erhalten. Ab 1703 diente er als Kantor und Pagenlehrer.

Im Oktober 1706 bewarb sich Bach vergeblich um die Kantorenstelle an der Georgenkirche in Eisenach, die vorher Andreas Christian Dedekind († 1706) innehatte. Ab 1711 stand er der Meininger Hofkapelle als Kapellmeister vor, nachdem er bereits ab 1709 „Capell Inspector“ war, als solcher oblag ihm die Verwaltung der Instrumente, sowie die Komposition von weltlichen Werken.

Von seinen Werken ist nur wenig erhalten. Dass zwei Messen und noch 24 Kantaten überliefert sind, ist Johann Sebastian Bach zu verdanken, der 1726 in Leipzig 18 Kantaten seines Meininger Vetters aufgeführt hat und sieben weitere Texte des Meininger Kantatenjahrgangs von 1719 neu komponierte. Die Kantate Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, die als BWV 15 aufgeführt ist, galt früher als Werk Johann Sebastian Bachs, wird aber heute allgemein Johann Ludwig Bach zugeschrieben.

Von den Instrumentalmusikstücken, die Johann Ludwig als Kapellmeister in großer Zahl komponiert haben musste, ist nur noch die Ouvertüre a 4 in G-Dur von 1715 und ein Concerto für 2 Violinen und Streicher in D-Dur überliefert.

Von den heute bekannten 22 Kirchenkantaten Johann Ludwig Bachs hat Johann Sebastian Bach 18 zwischen Februar und September 1726 in Leipzig aufgeführt.

Ausführende:

Susanne Gorzny, Sopran / Steve Wächter, Altus
Michael Zabanoff, Tenor / Matthias Vieweg, Bass
Kammerchor der Biederitzer Kantorei
Telemann-Consort Magdeburg
Dirigent: Michael Scholl


Language English

Johann Ludwig Bach (1677-1731)
Cantata for Sunday Jubilate: „Die mit Tränen säen“ („Sow with tears“)

Johann Ludwig Bach (born February 4, 1677 in Thal bei Eisenach, buried May 1, 1731 in Meiningen), called the „Meininger Bach“, was a German composer from the Bach family.

His father was the organist and cantor Jacob Bach (1655-1718). Johann Ludwig had two sons, Samuel Anton and Gottlieb Friedrich, who worked as organists and pastel painters in Meiningen. Their descendants are still alive today. He was distantly related to Johann Sebastian Bach (1685-1750) and was highly esteemed by him as an artist.

1688-1693 Johann Ludwig attended high school in Gotha, from 1699 he worked as „Hoboist and Laquay“ at the Meininger court, here he probably received further composition lessons from the Kapellmeister Georg Caspar Schürmann. From 1703 he served as cantor and page teacher.

In October 1706 Bach applied in vain for the cantor position at the George Church in Eisenach, who previously held Andreas Christian Dedekind († 1706). From 1711 he was the Meiningen court orchestra Kapellmeister before, after he was „Capell Inspector“ from 1709, as such was responsible for the management of the instruments, as well as the composition of secular works.

Of his works, little is preserved. The fact that two masses and 24 cantatas have survived is due to Johann Sebastian Bach, who performed 18 cantatas of his Meininger cousin in Leipzig in 1726 and re-composed seven further texts from Meininger’s Cantatas of 1719. The Cantata Because you will not leave my soul in hell, which is listed as BWV 15, was once considered the work of Johann Sebastian Bach, but today is generally attributed to Johann Ludwig Bach.

Of the instrumental pieces of music that Johann Ludwig must have composed in great numbers as Kapellmeister, only the overture a 4 in G major of 1715 and a concerto for 2 violins and strings in D major have survived.

Johann Sebastian Bach 18 has performed 18 of the 22 church cantatas of Johann Ludwig Bach known today between February and September 1726 in Leipzig.

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Performed by:

Susanne Gorzny, soprano Steve Wächter, Altus
Michael Zabanoff, tenor Matthias Vieweg, bass
Chamber Choir of the Biederitzer Kantorei
Telemann Consort Magdeburg

Conductor: Michael Scholl

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Ein großartiger Konzertabend im Palau de la Musica, mit Kompositionen von den Barock-Genies: J.S. Bach und G.F. Händel!


Ein großartiger Konzertabend im Palau de la Musica am 1. Mai 2018, mit Kompositionen von den Barock-Genies: J.S. Bach und G.F. Händel!

                                                    Palau de la Musica Catalana in Barcelona

So ein Programm wird nicht oft angeboten, dass Kompositionen von J.S. Bach (1685-1750)  und G.F. Händel (1685-1759) gegenübergestellt werden. Kantaten von Johann Sebastian Bach und profane Orgelwerke von Georg Friedrich Händel.

                                                                     Juan de la Rubia – Orgel

Ein erster Höhepunkt zu Beginn. Aus der Kantate BWV 35, Satz 1a, wurde die Sinfonia: „Geist und Seele wird verwirret“ gespielt. Das Freiburger Barockorchester und ein großartiger spanischer Organist am Orgel-Positiv, Juan de la Rubia, verzauberten die Besucher mit einer herrlichen Barockmusik.

                                                       Matthias Goerne (Bass) und Katharina Arfken (Oboe)

Nachfolgend erklang die Bach-Kantate BWV 56 „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“. Diese Kantate für Solo-Bass wurde von Matthias Goerne (Bass) stimmlich nicht überzeugend gesungen. Bemängeln muss man bei ihm die kaum verständliche Aussprache und ein fehlendes Stimmvolumen in den tiefen Lagen. Wunderbar die Instrumentale Interpretation durch das Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Gottfried von der Goltz als 1. Violonist.

                           Von links: Katharina Arfken (Oboe) und Matthias Goerne (Bass)

In der Bach-Kantate, BWV 82 „Ich habe genug“ überzeugte Katharina Arfken  mit der Oboe mit einem betörenden Klang. Bach schrieb die Kantate in seinem vierten Jahr in Leipzig für das Fest Mariä Reinigung. Der erste Satz, eine Arie, beginnt mit einer ausdrucksvollen Melodie der obligaten Oboe, die von der Singstimme auf die Worte „Ich habe genug“ übernommen wird. Die zentrale Arie „Schlummert ein, ihr matten Augen“ ist als Schlummerarie bekannt. Diese Kantate erfreut sich großer Beliebtheit und ist von Bachs Kirchenkantaten am häufigsten aufgenommen worden. *) +)

In zwei Orgelwerken von Georg Friedrich Händel, Concerto Grosso HW 330 und im Orgelkonzert (Nr. 13) F-dur HWV 295 „Der Kuckuck und die Nachtigall“ – überzeugte das Freiburger Barockorchester und der Organist Julian de la Rubia mit einer wunderbaren klanglichen Einheit und Wiedergabe des Barock.

Video: G.F. Händel – Orgel-Konzert F-dur Der Kuckuck und die Nachtigall – HWV 295

Es war ein sehr beeindruckendes Konzert, den geistigen Inhalt in den Kantaten von J.S. Bach aufzunehmen und zu genießen. Andererseits verzückten die profanen Orgelwerke von G. F. Händel. Auf jeden Fall war es interessant, die Vielfalt der Stile zwischen zwei schillernden Zeitgenossen zu hören. Es gab viele Momente von großer klanglicher Schönheit die den Hörer an diesem Abend faszinierte.

Ein eigenes Kapitel verdient die Interpretationen von dem spanischen Organisten Juan de la Rubia, Titularorganist der Sagrada Família und ein international anerkannter Organist, der mit seinen virtuosen Auftritten der ersten Sinfonien der Kantate „Geist und Seele, wird verwirrt“ und „Concerto de orgel en F – Dur“ von Händel der große Star des Konzertes wurde,

Riesiger Applaus war der verdiente Lohn für das überragende Freiburger Barockorchester, und für den heimischen Organisten.

*) +) Kunstinstallation – BWV 82 „Ich habe genug“

Im Jahr 2005 schuf Prof. Alexandra Ranner die Installation BWV 82 „Ich habe genug“. Es handelt sich um ein kleines Haus, neben dem eine Peitschenlaterne steht. Durch ein Fenster in dem Gebäude ist ein Videofilm zu sehen, in dem ein in einem Fluss treibender körperloser Kopf die Bach-Kantate „Ich habe genug“ singt.

Die Installation, die zunächst in Berlin zu sehen war, wurde vom Herforder Unternehmer Heiner Wemhöner angekauft und stand seit Oktober 2015 auf seinem Grundstück an der Lockhauser Straße in Herford. Seit Oktober 2017 steht sie in der Herforder Innenstadt an der Petersilienstraße gegenüber vom Frühherrenhaus auf dem Grundstück der Johanniskirche in Herford. Der Videofilm ist dort täglich von 16 Uhr bis 21 Uhr, während der Winterzeit von 15 Uhr bis 20 Uhr zu sehen.


Video:  J.S. Bach – Sinfonia Satz 2 aus dem BWV 35 „Geist und Seele wird verwirret“

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Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) – Kantate zum Ostersonntag für Soli, Chor und Orchester „Erzittert und fallet“


Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) – Kantate zum Ostersonntag für Soli, Chor und Orchester „Erzittert und fallet“


Wilhelm Friedemann Bach (* 22. November 1710 in Weimar; † 1. Juli 1784 in Berlin) war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach, der zuweilen auch als Hallescher Bach bezeichnet wird.

Wilhelm Friedemann war der älteste Sohn Johann Sebastian Bach`s. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nach Köthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 in Merseburg Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik. 1733 wurde er Organist an der Sophienkirche in Dresden. Hier gehörte Johann Gottlieb Goldberg zu seinen Schülern, und er pflegte die Bekanntschaft mit Dresdner Hofmusikern wie Johann Adolph Hasse,  Johann Georg Pisendel und Silvius Leopold Weiss. Im April 1746 wurde er Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle (Saale).

Als Organist und Klavierspieler war Bach wegen seiner Kunst der Improvisation berühmt. „Unstrittig der größte Organist der Welt! Er ist ein Sohn des weltberühmten Sebastian Bachs, und hat seinen Vater im Orgelspiel erreicht, wo nicht übertroffen“, schwärmte Christian Friedrich Daniel Schubart in seinen 1806 postum veröffentlichten „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“. Und von seinem Bruder Carl Philipp Emanuel ist durch Johann Nikolaus Forkel der Satz überliefert: „Er konnte unsern Vater eher ersetzen, als wir alle zusammengenommen.“

Ausführende:

Barbara Schlick (Sopran) Claudia Schubert (Alt)

Wilfried Jochens (Tenor) Stephan Schreckenberger (Bass)

Rheinische Kantorei Das Kleine Konzert

Dirigent: Hermann Max


Language: English

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Cantata for Easter Sunday for soloists, choir and orchestra „Erzittert und fallet“ („Tremble and fall“)

Wilhelm Friedemann Bach (born November 22, 1710 in Weimar, † July 1, 1784 in Berlin) was a German composer from the Bach family, which is sometimes referred to as Hallescher Bach.

Wilhelm Friedemann was the eldest son of Johann Sebastian Bach. From his birthplace Weimar he came 1717 with his family to Köthen, where he attended the Latin School. From June 1723 he attended the Leipzig Thomas School, took violin lessons in 1727 in Merseburg  Johann Gottlieb Graun, was enrolled in 1729 as a law student at the University of Leipzig and studied in addition to the right and philosophy and mathematics. In 1733 he became organist at the Sophienkirche in Dresden. Here Johann Gottlieb Goldberg belonged to his pupils, and he cultivated the acquaintance of Dresden court musicians such as Johann Adolph Hasse, Johann Georg Pisendel and Silvius Leopold Weiss. In April 1746 he became music director and organist at the Marienkirche in Halle (Saale).

As an organist and pianist Bach was famous for his art of improvisation. „Unquestionably the greatest organist in the world! He is a son of the world-famous Sebastian Bach, and has reached his father in organ playing, where not surpassed, „Christian Friedrich enthused Daniel Schubart in his 1806 posthumously published“ Ideas for an Aesthetics of Tonkunst „. And by his brother Carl Philipp Emanuel Bach is through Johann Nikolaus Forkel the sentence handed down: „He could replace our father rather than we all together.“

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Performed by:

Barbara Schlick (soprano) Claudia Schubert (alto)

Wilfried Jochens (tenor) Stephan Schreckenberger (bass)

Rheinische KantoreiDas Kleine Konzert

Conductor: Hermann Max

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Unbekannte Johannes-Passion – ist sie von Georg Friedrich Händel oder nicht?


Unbekannte Johannes-Passion – ist sie von Georg Friedrich Händel (1685-1759) oder nicht?

Johannes-Passion von Georg Friedrich Händel von 1704?

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Georg Friedrich Händel oder nicht? WDR 3 präsentiert eine Johannes-Passion aus dem Jahr 1704, von der man vielleicht nie sicher wissen wird, wer sie komponiert hat – aber „weltberühmt“ soll der Mann gewesen sein…

Im 19. Jahrhundert wird in der Königlichen Bibliothek zu Berlin das Manuskript einer Johannes-Passion entdeckt. Damals vermutet man, dass es jene ist, die Johann Mattheson 1724 in einer seiner Schriften kritisch unter die Lupe genommen hatte – ohne allerdings den Namen des Komponisten zu nennen. Mattheson verrät lediglich, dass das Werk 20 Jahre zuvor von einem „weltberühmten Mann“ komponiert wurde.

Die Musikforscher des 19. Jahrhunderts sind sich einig, dass damit nur Georg Friedrich Händel gemeint sein kann. Im 20. Jahrhundert kommen dann allerdings Zweifel an Händels Urheberschaft auf. Und so stellt sich heute wieder die Frage: Händel oder nicht Händel? WDR 3 hat das Werk im vergangenen Jahr aufgenommen.

Ausführende:

Hans Jörg Mammel (Evangelist); Matthias Vieweg (Christus);
Alexander Schneider (Pilatus);

Ulrike Hofbauer (Sopran); Tobias Hunger (Tenor); Wolf Matthias Friedrich (Bass);

La Capella Ducale;   Musica Fiata Köln,

Leitung: Roland Wilson

Aufnahme des WDR von 2017
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Language English

Unknown St. John Passion – is it from George Frideric Handel (1685-1759) or not?

Johannes-Passion von Georg Friedrich Händel von 1704?

Handel or not? WDR 3 presents a St. John Passion from the year 1704, of which one may never know for sure who composed them – but the man is said to have been „world famous“ …

In the 19th century, the manuscript of a St. John Passion was discovered in the Royal Library in Berlin. At the time, it was believed that it was the one that Johann Mattheson had scrutinized in one of his writings in 1724 – without, however, mentioning the name of the composer. Mattheson merely reveals that the work was composed 20 years earlier by a „world famous man“.

The musicologists of the 19th century agree that only George Frideric Handel can be meant. In the 20th century, however, doubts arise about Handel’s authorship. And so the question arises again today: Handel or not Handel? WDR 3 started the work last year.

Performed by:

Hans Jörg Mammel (Evangelist); Matthias Vieweg (Christ);
Alexander Schneider (Pilate);

Ulrike Hofbauer (soprano); Tobias Hunger (tenor); Wolf Matthias Friedrich (bass);

La Capella Ducale;  Musica Fiata Cologne,

Conductor: Roland Wilson

Recording of the WDR of 2017
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