Archiv der Kategorie: Namhafte Barock-Komponisten zu J.S. Bach und seiner Zeit

Emanuele d’Astorga (1680-1757) „Stabat Mater“ für Chor und Orchester

Emanuele d’Astorga (1680-1757) „Stabat Mater“ für Chor und Orchester

Emanuele d’Astorga (1680-1757) Italienischer Komponist

Emanuele d’Astorga (eigentlich: Emanuele Gioacchino Cesare Baron Rincón d’Astorga; * 20. März 1680 in Augusta (Sizilien); † 1757 [?] in Madrid [?]) war ein italienischer Komponist.

Emanuele d’Astorga war Mitglied der ursprünglich aus Spanien stammenden Adelsfamilie Rincón d’Astorga, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Sizilien ansässig war. Nach einem Erdbeben übersiedelte die Familie 1693 nach Palermo.

Emanuele d’Astorga trat als Komponist erstmals 1698 in Erscheinung, als seine Oper „La moglie nemica“ in einer privaten Aufführung im Haus der Adelsfamilie Lucchese erklang. Astorga wirkte dabei selbst als Sänger mit.

1708 verließ er Palermo wegen Streitigkeiten mit der Familie und führte seitdem ein unstetes Wanderleben. Zunächst ging Astorga nach Rom, wo er sich im Umkreis des spanischen Botschafters Baron Uceda aufhielt. In dieser Gesellschaft lernte er den Dichter Nicolò Sebastiano Biancardi kennen, der unter dem Pseudonym Domenico Lalli arbeitete und zahlreiche Kantatentexte für Astorga schrieb.

Ende 1709 und Anfang 1710 ging Astorga nach Spanien, da ihn der Thronfolger Karl (später als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Karl VI.), der sich von der Oper „Dafni“ beeindruckt zeigte, ihn dazu eingeladen hatte.

1712 ist Astorga in Wien nachweisbar, wo er von Kaiser Joseph I. einen Ehrensold ausgezahlt bekam. Dennoch verschuldete er sich und floh deswegen 1714 aus der Stadt.

1715 ging er wieder nach Palermo zurück, wo er 1717 Emanuela Guzzardi (* um 1702) heiratete. 1717/18 war Astorga Senator von Palermo, von 1718 bis 1720 bekleidete er das Amt des Governatore des Ospedale degli Incussabili.

Gegen Zahlung einer Leibrente überließ er 1721 die Nutznießung an seinen Ländereien seiner Frau und verließ Sizilien. 1723 hielt er sich in Lissabon auf, wo er 1726 eine Kantatensammlung drucken ließ. Über sein späteres Leben existieren keine gesicherten Angaben mehr. Ein Manuskript der Sammlung Santini in Münster gibt an, Emanuele d’Astorga sei 1757 in Madrid gestorben.

Das Werk: Stabat Mater

                                                                  Freiburger Barockorchester

„Auch heute noch vermag Astorgas Hauptwerk, das Stabat Mater, die tiefgehendste Wirkung auf den Hörer auszuüben. Es bildet unter den Kirchenkompositionen der italienischen Schule des be ginnenden 18. Jahrhunderts eine Einzelerscheinung, welche die verwandten Schöpfungen dieser Epoche an religiöser Innigkeit, an Ernst der Auffassung des Gegenstandes und herber Kraft des Stimmungsausdruckes bei weitem überbietet, ohne deshalb der sinnlichen Schönheit, die den meisten italienischen Werken jener Zeit eigen ist, zu ermangeln. Diese Vorzüge weisen der Vertonung des Stabat Mater durch Astorga unter den zahlreichen Kompositionen dieses kirchlichen Textes einen Ehrenplatz an.

Das Stabat Mater gründete Astorgas Ruhm bei der Nachwelt. Zu des Meisters Lebzeiten dürften es nur wenige gekannt haben. Und dennoch war auch schon damals Astorga ein Komponistenname von gutem Klang. Jedermann kannte ihn als den des großen Meisters der Kammerkantate. Auf diesem Gebiete hatte sich Astorga fleißig und mit Glück betätigt, so daß er als Kantaten- Komponist nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa in hohem Ansehen stand. Dieser Ruhm mußte mit dem Verschwinden der Kunstgattung der Kammerkantate wieder erlöschen.

Astorga hat nicht nur als weltlicher Komponist den Besten seiner Zeit genug getan, sondern auch als kirchlicher Tondichter Unvergängliches geschaffen. Er verdient daher, daß auch von seiner Person und seinen Lebensschicksalen Notiz genommen werde, er verdient, daß der Wust von Lügen und Märchen, der sich mit der Zeit um seine Erscheinung aufgetürmt hat, entfernt, daß das romantisch-phantastische Bild seiner Persönlichkeit durch ein historisch treues ersetzt werde.“

Ausführende:

Balthasar-Neumann-Chor

Freiburger Barockorchester

Dirigent: Thomas Hengelbrock

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Johann Adolph Hasse (1699-1783) „Missa ultima in g“

Johann Adolph Hasse (1699-1783) „Missa ultima in g“

Johann Adolph Hasse

Johann Adolph Hasse (italianisiert Giovanni Adolfo; getauft 25. März 1699 in Bergedorf; † 16. Dezember 1783 in Venedig) war ein einflussreicher deutscher Komponist des Spätbarock. Sein Ruhm zu Lebzeiten gründete sich hauptsächlich auf seine Opern im italienischen Stil.

Die „Missa in g“ ist das Opus ultimum, das letzte vollendete Werk des 84-jährigen Johann Adolf Hasse (1699-1783), der für fast drei Jahrzehnte das Musikleben am sächsischen Hof in Dresden prägte und von den Zeitgenossen als das musikalische Idol seiner Epoche galt. Im Mittelpunkt dieser groß besetzten Missa solemnis steht das siebensätzige Gloria mit seinen ausgedehnten, glanzvollen Trompetenpartien.

Die g-Moll-Messe fasziniert durch ihre Klangschönheit, Ausdruckstiefe und harmonischen Ideenreichtum. Das Festkonzert zur Weihe der Dresdner Frauenkirche wurde vom international renommierten Trompeter und Dirigenten Ludwig Güttler geleitet, einem der Initiatoren und Impulsgeber des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche.

                                                            SŠaechsisches Vocalensemble

(Live-Mitschnitt des Konzerts am 21. und 22. November 2005 in der Frauenkirche Dresden)

 Diese Aufnahme ist beschränkt auf das Kyrie und Gloria – Satz 1 bis 11.

Die Sätze 12 – 16 fehlen in dieser Aufnahme.

 1:   Kyrie

2:   Coro: Christe eleison

3:   Kyrie

4:   Coro (Gloria)

5:   Gratias agimus

6:   Domine Deus

7:   Domine Fili

8:   Domine Deus

9:   Qui tollis

10: Quoniam

11: Cum Sancto Spiritu

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Ausführende:

Dirigent

Ludwig Güttler 

Ensemble

Sächsisches Vocalensemble / Virtuosi Saxoniae 

Sopran-Solo

Ulrike Staude 

Barbara Christina Steude 

Alt-Solo

Elisabeth Wilke

Tenor-Solo

Gerald Hupach 

Bass-Solo

Egbert Junghanns 


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Johann Adolph Hasse (1699 1783) „Der Traum des Scipio“

Johann Adolph Hasse (1699 1783) „Der Traum des Scipio“

Johann Adolph Hasse wurde 1699 in Bergedorf bei Hamburg geboren und ging nach Studienaufenthalten in Hamburg und Braunschweig 1722/23 nach Neapel, um bei Alessandro Scarlatti die zeitgenössische Oper zu lernen. Reisen des schon bald zu musikalischem Ansehen gelangten Komponisten führten ihn unter anderem nach Venedig. Dort heiratete er 1730 die berühmte Mezzosopranistin Faustina Bordoni. 1731 führte sich das Ehepaar Hasse in Dresden mit der überaus erfolgreichen Oper Cleofide ein.

Johann Adolph Hasse (1699-1783)

Darauf erhielt Hasse die frei gewordene Stelle des Hofkapellmeisters, um die sich auch J.S. Bach beworben hatte. In den folgenden knapp 30 Jahren, bis 1760 brachte Hasse das höfische Musikleben zu höchster Blüte. Die Dresdner Hofkapelle wurde zu einem der besten Orchester Europas. Hasses Opern, Intermezzi, Messen und Oratorien wurden in ganz Europa aufgeführt.

Er war Lieblingskomponist der Kaiserin Maria Theresia und häufiger Gast in Wien. In Italien nannten sie ihn „Il Caro Sassone“. Zusammen mit dem Librettisten Pietro Metastasio hat Hasse fast 40 Jahre europäische Musikgeschichte geschrieben. Er starb 1783 in Venedig; er fand in der Kirche San Marcuola seine letzte Ruhestätte.

Angaben zum Werk:

Johann Adolf Hasse (1699-1783)

„Il sogno di Scipione“ Serenata, Zum Geburtstag von August III – Kurfürst von Sachsen und König von Polen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Il_sogno_di_Scipione_(Metastasio)

Die Serenata von Johann Adolf Hasse wurde erst vor wenigen Jahren in Warschau wiederentdeckt, wo sie vor genau 360 Jahren auch uraufgeführt wurde. Grund genug, die erfolgreiche sächsisch-polnische Zusammenarbeit des Musikfestes Erzgebirge mit dem aufstrebenden Barockorchester Wroclaw 2018 fortzusetzen.

                                                                Barockorchester Wroclaw

Im Zeitalter des Absolutismus wurde man noch als Herrscher geboren. Entsprechend wichtig war die Fürstenerziehung, denn eine ungnädige und unweise Herrschaft hatte natürlich verheerende Konsequenzen für die Bevölkerung. Auch die Opernkomponisten versuchten, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Staatsmänner in die richtige Richtung zu lenken.

Im Jahr 1758 im Oktober, wurde Johann Adolf Hasses Oper „Il sogno die Scipione“ (Der Traum des Scipio) in Warschau uraufgeführt. Das Werk war August dem III. gewidmet, dem Kurfürsten von Sachsen und König von Polen. Für seine Musik hatte er auf einen Text von Pietro Metastasio zurückgegriffen, den 1771 auch Mozart vertonen sollte. Die Handlung erzählt davon, dass der römische Feldherr Scipio im Schlaf zwischen Beständigkeit und Glück als Lebensratgeber wählen soll. Beide sind als Allegorien verkörpert und erzählen von ihren Eigenschaften.

Die Oper weiß zu vermitteln, dass die Glücksgöttin launisch und wechselhaft ist. Die Beständigkeit indessen treu und in der Lage, ihren Schützlingen dabei zu helfen, Schicksalsschläge besser zu ertragen. Scipio entscheidet weise und nimmt dafür einen kurzlebigen Wutausbruch Fortunas in Kauf.

              Musikfest Erzgebirge 2018 Eröffnungskonzert aus der St. Martinskirche, Zschopau

Johann Adolf Hasse ist ein unterschätzter Komponist, dessen Vermächtnis erfreulicherweise gerade wiederentdeckt wird.

Ausführende:

Barockorchester Wroclaw

Lydia Teuscher (Sopran); Isabel Jantschek (Sopran)

Franziska Gottwald (Alt); Julia Böhme (Alt)

Sebastian Kohlhepp (Tenor)

Martin Schicketanz (Bass)

Leitung: Jaroslav Thiel

(Liveübertragung am 7.9.2018 – Eröffnungskonzert vom Musikfest Erzgebirge aus der St. Martinskirche, Zschopau)

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J.S. Bach & Antonio Vivaldi – Concertos for flute & strings

J.S. Bach & Antonio Vivaldi – Concertos for flute & strings!

                              J.S. Bach

Johann Sebastian Bach (Rufname Sebastian, * 21. März jul./ 31. März 1685 greg. in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Kantor sowie Orgel- und Cembalovirtuose des Barock.

In seiner Hauptschaffensperiode war er Thomaskantor zu Leipzig. Er ist der prominenteste Vertreter der Musikerfamilie Bach und gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Insbesondere von Berufsmusikern wird er oft als der größte Komponist der Musikgeschichte angesehen. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen.

Johann Sebastian Bachs Stil machte unter dem Einfluss Vivaldis eine tiefgreifende Weiterentwicklung durch; unter anderem transkribierte Bach mehrere Konzerte für Cembalo und für Orgel.

                            Antonio Vivaldi

Antonio Lucio Vivaldi (* 4. März 1678 in Venedig; † 28. Juli 1741 in Wien) war ein venezianischer Komponist und Violinist des Barocks.

Vivaldi brachte das Solokonzert als eine Hauptform des Hochbarock auf, und er verhalf dreisätzigen Werken zum Durchbruch. In den schnellen Ecksätzen setzte er erstmals systematisch die Ritornell-Form ein, in der das Orchester eine musikalische Passage mehrmals wiederholt und sich abwechselt mit solistischen Abschnitten, die einen freieren, mehr episodischen Charakter haben und modulierende Passagen enthalten. Seine langsamen Mittelsätze sind gekennzeichnet durch Kantilenen des Soloinstruments.

Daneben dokumentieren rund 55 Ripienokonzerte (Konzerte ohne Solisten) und rund 21 Kammerkonzerte (Konzerte für Solisten ohne Orchester) ein intensives Experimentieren mit der Konzertform.

Die Instrumental-Werke:

Antonio Vivaldi: Concerto for strings & continuo in C major, RV 114
J.S. Bach: Italian Concerto, BWV 971
Antonio Vivaldi: Concerto for Strings in G minor, RV 157
Antonio VivaldiJ.S. Bach: Concerto in g minor RV 316 – BWV 975
J.S. Bach: Concerto for two Violins in D minor, BWV 1043
Anonio Vivaldi: Concerto for flautino in C major RV 443

                                          Anna Fusek (flute) and Capella Anna play Bach & Vivaldi

Ausführende:

Anna Fusek: flute

Capella Anna Conducted by Anna Fusek

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                             Video: J.S. Bach & Antonio Vivaldi – Concertos for flute & strings

 

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Sebastian Knüpfer (1633-1676) Geistliches Werk „Herr Christ, der einig Gottes Sohn“

Sebastian Knüpfer (1633-1676) Geistliches Werk „Herr Christ, der einig Gottes Sohn“ – Geistliches Konzert für 5 Sänger, Bläser, Streicher und Basso continuo.

Sebastian Knüpfer (Thomaskantor)

Sebastian Knüpfer, auch Knüpffer, (getauft am 6. September 1633 in Asch; † 10. Oktober 1676 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Kirchenmusiker.

Der Sohn des Ascher Kantors und Organisten Johann Knüpfer erhielt die erste Ausbildung bei seinem Vater. Es ist überliefert, dass er bereits mit zehn Jahren in seinem Heimatort den Organistendienst versah. Von 1646 bis 1654 besuchte er das Gymnasium in Regensburg, wo zu seinen wichtigsten Lehrern der dortige Ephorus Balthasar Balduin, der Sohn Friedrich Balduins wurde. Später ging er nach Leipzig, wo er unter anderem unter Johann Adam Scherzer Philosophie studierte. Hier konnte er 1657 mit Unterstützung Johann Philippis die Nachfolge Tobias Michaels im Amt des Thomaskantors der Thomasschule antreten.

Um Knüpfer bildete sich ein Kreis angesehener Musiker (u. a. der Nikolaikantor Elias Nathusius, die Thomasorganisten Gerhard Preisensin und Jakob Weckmann und der Arzt Johann Kaspar Horn), der Leipzig den Ruf eines bedeutenden Musikzentrums einbrachte. In der Laudatio zum Tode Knüpfers hieß es: „Die Wahl Knüpfers gereichte dem Musikleben Leipzigs zum Heile und dem Thomaskantorat zum Segen.“ Neben seiner musikalischen Tätigkeit machte er sich auch als Philologe einen guten Namen.

Die meisten Werke Knüpfers sind nie gedruckt worden. Er schrieb Motetten, Geistliche Konzerte, Kantaten und Messen. Er komponierte für die Kaiserkrönung Leopolds I. 1658 und für den Aachener Frieden von 1668. 1663 erschien eine Sammlung von Madrigalen und Kanzonetten im Druck.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es einige CD-Aufnahmen mit Werken Knüpfers, so mit dem Johann-Rosenmüller-Ensemble unter Leitung von Arno Paduch (Auswahl „Geistliche Konzerte“) und mit dem King’s Consort (Auswahl „Geistliche Werke“).

Ausführende:

Johann-Rosenmüller-Ensemble

Leitung: Arno Paduch

Das Johann Rosenmüller Ensemble wurde 1995 von dem Zinkenisten Arno Paduch in Leipzig gegründet.

Seit dem hat das Ensemble zahlreiche Konzerte in ganz Deutschland, z. B. beim Rheingau Musikfestival, bei der Ansbacher Bachwoche, den Mitteldeutschen Heinrich- Schütz- Tagen in Bad Köstritz und Weißenfels, den Händelfestspielen in Halle/Saale, dem MDR Musiksommer, dem Rheinisch- Westfälischen Musikfest, dem Hohenloher Kultursommer, der Ansbacher Bachwoche, den Leipziger Bachtagen, den Aschaffenburger- Bachtagen, den Arolser Barockfestspielen sowie in Italien, Tschechien, Polen, Österreich und in der Schweiz gegeben und zählt mittlerweile zu den führenden deutschen Ensembles für Alte Musik.

Namensgeber des Ensembles ist Johann Rosenmüller, bedeutendster deutscher Komponist der Generation zwischen Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach, von seinen Zeitgenossen gerühmt als “alpha et omega musicorum”. (Alpha und Omega der Musik).

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