Archiv der Kategorie: Vorstellung von Klassischer Musik und ihre Meisterwerke

Antonio Vivaldi (1678-1741) & Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – „Psalm 112 Beatus Vir“

Antonio Vivaldi (1678-1741) – „Psalm 112 Beatus Vir“ – Estnischer Philharmonischer Kammerchor und Tallinner Kammerorchester – Leitung Tõnu Kaljuste!

Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – „Psalm 112 Beatus Vir“ – tschechisches Ensemble Inégal Leitung: Adam Viktora.

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Antonio Vivaldis farbige Vertonung von Psalm 112

„Beatus vir“

Besonders bekannt ist der alttestamentliche Text durch die lateinischen Anfangsworte „Beatus vir“ (Wohl dem Mann). Thema ist der Segen der Gottesfurcht. Gepriesen wird im Psalm der Mensch, der ein gottgefälliges Leben führt. Den Gottlosen hingegen geht es schlecht.

Antonio Vivaldi vertonte den Text im 18. Jahrhundert. Der Venezianer ist bis heute vor allem für seine schwungvollen Violinkonzerte berühmt.

                                            Antonio Vivaldi (1678-1741)

Daneben schrieb Vivaldi auch einiges an geistlicher Musik. Denn auch wenn wir heute Vivaldi als Komponisten und Virtuosen kennen – von seiner Ausbildung her war er katholischer Priester und Instrumentallehrer am Ospedale della Pieta in Venedig. Das war ein Waisenhaus für Mädchen.

Bei den Gottesdiensten kam auch Gesang zum Einsatz und so gibt es auch einige Werke für Chor von Vivaldi, die aber zahlenmäßig viel geringer sind. Vor allem die Psalmen, die damals in den aufwändigen Vespergottesdiensten vorgesehen waren, vertonte Vivaldi sehr gekonnt. Dabei ging er meistens gleich vor. Er unterteilte den Text aus dem Alten Testament der Bibel in mehrere Abschnitte und änderte von Abschnitt zu Abschnitt die Besetzung. Mal singt der ganze Chor, dann wieder nur einzelne Sänger.

                    Tallinn Chamber Orchestra & Estnischer Philharmonischer Kammerchor

Auffällig bei der Psalmvertonungen Beatus vir von Antonio Vivaldi: das Werk ist für zwei Orchester und zwei Chöre besetzt – als Erinnerung an die große Zeit der Doppelchörigkeit am Ende des 16. hin zum 17. Jahrhundert in Venedig. Speziell an der San Marco-Basilika wurde die Technik oft angewandt. Zwei Chöre sangen sich echoartig zu, bisweilen taten dies auch drei oder vier Chöre, was zu beeindruckenden Effekten führte.

Als gebürtiger Venezianer, der selbst im Orchester an der Kathedrale Geige gespielt hatte, war Vivaldi mit dieser Tradition natürlich bestens vertraut. Sehr geschickt spielt Vivaldi mit der Doppelchörigkeit, die auch die Solisten betrifft. Zwei Bassisten singen zum Beispiel echoartig, der eine dem anderen hinterher, bis sie schließlich einstimmig singen – was für unsere Ohren heute etwas ungewohnt klingt. Typisch für das Werk ist aber noch ein weitere Besonderheit: Immer wieder kommt der erste Vers „Beatus vir“ als Kehrvers zwischen den Versen.

Erst seit einigen Jahrzehnten rückt die geistliche Musik von Vivaldi wieder mehr in den Vordergrund. Allein die Psalmvertonung „Beatus Vir“ zeigt, dass sich die Beschäftigung mit dieser Seite im kompositorischen Schaffen Vivaldis absolut lohnt.

Ausführende:

Estnischer Philharmonischer Kammerchor

Tallinn Chamber Orchestra

Dirigent: Tõnu Kaljuste


Eine weitere Komposition vom „Psalm 112 BeatusVir“ gibt es von Jan Diesmas Zelenka die kürzer verfasst wurde als die Komposition von Antonio Vivaldi. Eine Gegenüberstellung beider Werke ist sehr reizvoll.

Jan Dismas Zelenka (1679-1745) – „Psalm 112 Beatus Vir“ – tschechisches Ensemble Inégal Leitung: Adam Viktora


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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

                                                               Oostkerk Middelburg (Holland)

JOS VAN VELDHOVENS 10 LIEBLINGSARBEITEN

Diese Woche BWV 131

Eine Hommage an „unseren“ Jos van Veldhoven: Jeden Freitag eines der 10 Lieblingswerke von Jos van Veldhoven, der nach 35 Jahren als künstlerischer Leiter die Niederländische Bachgesellschaft verlässt.

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Jos van Veldhoven über seine Lieblingskantate „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ BWV 131 „Möglicherweise die allererste von Bach geschriebene Kantate. Noch ganz in der Tradition des 17. Jahrhunderts. Es ist wirklich unglaublich, wie der junge Bach es könnte solche Meisterwerke sofort zu schreiben. Sie machen heute noch einen großen Eindruck. „

Schon aus der Eröffnungszeile geht hervor, dass es sich nicht nur um leichtes Unglück handelt, sondern um tiefes Elend. Beim Wort „Tiefe“ fallen die Stimmen buchstäblich ab. Das Stück stammt aus dem Anfang von Bachs Karriere, während seiner Zeit als Organist in Mühlhausen. Er war damals Anfang zwanzig und versuchte sich zum ersten Mal in der Gesangskirchenmusik. Er tat es richtig, laut dem Buch, und in stilistischer Linie mit seinen Kollegen aus dem siebzehnten Jahrhundert.

Es gibt noch keine Rezitative und die Bewegungen laufen mehr oder weniger ohne Unterbrechung ineinander über. Sie beginnen mit einem langsamen Abschnitt und enden dann normalerweise schnell – wie eine Art Vorspiel und Fuge. Wie die meisten frühen Kantaten ist auch diese symmetrisch, wobei der Chor „Ich harre des Herrn“ als Mittelpunkt fungiert. Hier ändert sich auch die Stimmung. Der Anfang konzentriert sich hauptsächlich auf das Elend, während der dritte Satz einen Hoffnungsstrahl ausstrahlt. In der Arie des Tenors illustriert Bach im wörtlichen Sinne, dass das Warten lange dauern kann – lauscht auf das Wort „wartet“. Das Stück fühlt sich selbst für den Sänger lang an, wie Charles Daniels im Interview erklärt.

Wir wissen nicht, für welchen Anlass das Stück gedacht war. Angesichts des Textes – ein Bußpsalm in Verbindung mit einem Bußchoral – hätte es in einem „Bußdienst“ sehr gut gepasst. Es ist nicht bekannt, ob diese Dienstleistung regelmäßig in Mühlhausen oder nur zu besonderen Anlässen stattfand. Kurz bevor Bach in Mühlhausen ankam, hatte es ein großes Feuer gegeben, also gab es einen Grund für einen solchen Dienst.

Es ist interessant, dass Bach selbst am Ende der Partitur schrieb, dass die Kantate auf Wunsch von Georg Christian Eilmar komponiert wurde. Er war der Prediger in der Marienkirche in Mühlhausen, obwohl Bach selbst in der Divi Blasii-Kirche arbeitete. Eilmar sollte ein guter Freund werden und wurde später Taufpate von Bachs ältester Tochter.

Gesangssolisten von Links: Dorothea Mields (Sopran); Alex Potter (Altus); Charles Daniels (Tenor); Tobias Berndt (Bass)

BWV 131 

TITEL
„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

GENRE
Kantate

JAHR
ca. 1707-08

STADT
Mühlhausen

TEXT
Psalm 130 und zwei Choralverse. Compiler unbekannt

GELEGENHEIT
unbekannte

ERSTER AUFTRITT
unbekannt, aber möglicherweise Bachs erste Kantate.

Besondere Anmerkung:
Die Fuge des Schlusssatzes existiert auch als Orgelwerk: die Fuge g-Moll, BWV 131a / Anh. II 42. Die Urheberschaft und die Datierung dieses Stückes sind nicht belegt.

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
3. Juni 2016

AUFNAHMEDATUM
16. Mai 2015

LAGE
Oostkerk Middelburg

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Dorothee Mields

ALT
Alex Potter

TENOR
Charles Daniels

BASS
Tobias Berndt

RIPIENO SOPRAN
Marjon Strijk

RIPIENO ALTO
Barnabás Hegyi

RIPIENO TENOR
Immo Schröder

RIPIENO BASS
Jelle Draijer

VIOLINE 1
Shunske Sato

CELLO
Lucia Swarts

VIOLA DA GAMBA
Mieneke van der Velden, Ricardo Rodriguez Miranda

KONTRABASS
James Munro

OBOE
Martin Stadler

FAGOTT
Benny Aghassi

THEORBO
Mike Fentross

ORGAN
Siebe Henstra


Language: English

ALL OF BACH publishes the cantata BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

JOS VAN VELDHOVEN’S 10 FAVOURITE WORKS

This week BWV 131

A tribute to “our” Jos van Veldhoven: every Friday one of the 10 favourite works of Jos van Veldhoven, who is leaving the Netherlands Bach Society after 35 years as artistic director.

Jos van Veldhoven about his favourite cantata „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“ BWV 131: „Possibly the very first cantata written by Bach. Still completely in the tradition of the seventeenth century. It’s actually incredible how the young Bach could write masterpieces like this straight away. They still make a big impression nowadays.“

Video:  To start in the photo or click this text!

It is already clear from the opening line that this is not just about slight misfortune, but deep misery. At the word ‘depth’, the voices literally plummet. The piece comes from the very beginning of Bach’s career, during his time as organist in Mühlhausen. He was then in his early twenties and trying his hand at vocal church music for the first time. He did so properly, according to the book, and in stylistic line with his seventeenth-century fellow musicians.

There are no recitatives as yet and the movements run into one another more or less without interruption. They begin with a slow section, and then usually end quickly – like a sort of prelude and fugue. Like most early cantatas, this one too is symmetrical, with the chorus ‘Ich harre des Herrn’ as the central point. This is also where the mood changes. The beginning focuses mainly on the misery, whereas the third movement holds out a ray of hope. In the tenor’s aria, Bach goes on to illustrate quite literally that waiting can take a long time – listen out for the word ‘wartet’. The piece feels long even for the singer, as Charles Daniels explains in the interview.

We do not know for which occasion the piece was intended. In view of the text – a penitential psalm combined with a penitential chorale – it would have fitted very well in a ‘penitential service’. It is not known whether this sort of service was held regularly in Mühlhausen or only on special occasions. Just before Bach arrived in Mühlhausen, there had been a big fire, so there was cause for such a service.

It is interesting that Bach himself wrote at the bottom of the score that the cantata was composed at the request of Georg Christian Eilmar. He was the preacher in St Mary’s Church in Mühlhausen, although Bach himself worked at Divi Blasii Church. Eilmar was to become a good friend and later became godfather to Bach’s eldest daughter.

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 131

I wish you a lot of fun with the BWV 131

Herzliche Grüße / Best regards

Karin

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Edward Elgar (1857-1934) Cello-Konzert e-Moll op. 85 und Sospiri op. 70 und ein Interview Christoph Eschenbach mit Sol Gabetta!

Edward Elgar (1857-1934) Cello-Konzert e-Moll op. 85 und Sospiri op. 70 und ein Interview Christoph Eschenbach mit Sol Gabetta!

Sir Edward William Elgar, 1. Baronet (* 2. Juni 1857 in Broadheath bei Worcester; † 23. Februar 1934 in Worcester) war ein britischer Komponist.

Edward Elgars erste durchschlagende Erfolge als Komponist stellten sich erst irn Alter von über 40 Jahren ein; der in der Nähe von Worcester in kleinbürgerlichen Verhältnissen als Sohn eines Klavierstimmers und Musikalienhändlers geborene Elgar war kompositorischer Autodidakt, der außer privatem Violinunterricht keine reguläre musikalische Unterweisung genossen hatte.

Der langersehnte erste Erfolg stellte sich endlich 1897 mit einer Gelegenheitskomposition zu Queen Victorias diamantenem Regierungsjubiläum ein: Der „Imperial March“ brachte Elgar äußeren Ruhm und gesellschaftliche Anerkennung, traf er doch ebenso wie seine Märsche „Pomp and Circumstance“ (1901ff) in ihrer mitreißenden orchestralen Brillanz den Ton der Zeit als Ausdruck einer durchaus auch chauvinistischen Huldigung an das britische Weltreich auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung und Macht.

Elgar befand sich zu diesem Zeitpunkt seinerseits nicht nur auf dem Gipfel seiner Popularität, die sich in der Erhebung in den Adelsstand ausdrückte, sondern die folgenden Jahre gelten auch als seine produktivste Zeit. Umso einschneidender war für den nahezu 60-jährigen der Ausbruch des Ersten Weltkriegs: Der durch das kollektive Trauma der kriegerischen Grausamkeiten ausgelöste Verfall des gesellschaftlichen und kulturellen Wertesystems einer ganzen Generation und der Zusammenbruch des britischen Empire als Folge des Kriegsverlaufs trafen den Komponisten an der Wurzel seiner vitalen und produktiven Kräfte. So hat Elgar nach dem Ende des Krieges bis zu seinem Tod 1934 kein wesentliches oder eigenständiges Werk mehr vollendet.

Eines der zahlreichen Paradoxa in Elgars Leben und Werk ist die Tatsache, daß er seine tiefsten Gefühle in Werken virtuosen und solistischen Charakters versteckt: Die beiden Solokonzerte, das für Violine (1910) und Violoncello, sind weitaus persönlicher gehalten als etwa Elgars zwei Sinfonien, und beide Konzerte sind in ihrer Aussage intimer als seine zahlreichen kammermusikalischen Werke.

War das Violinkonzert ein Hymnus an die (laut Elgars vorangestelltem Motto) im Werk „eingeschlossene“ Seele einer geliebten Frau, so ist das Cellokonzert nicht nur ein Abgesang auf die mit dem Ersten Weltkrieg beendete Epoche der viktorianischen Gründerzeit, sondern auch Elgars Lebewohl als Komponist; er schuf dieses Konzert geradezu als seinen Schwanengesang und notierte nach dem Eintrag des Stücks in sein persönliches Werkregister: „Finis. R.I.P.“ Elgar hatte das britische Empire auf seinem imperialen und wirtschaftlichen Höhepunkt während zweier Jahrzehnte musikalisch begleitet und porträtiert: Nun ist das Cellokonzert eine Threnodie auf den Untergang dieses Weltreichs und zugleich eine Klage über den Verlust der eigenen schöpferischen Kraft.

Ausführende:

Sol Gabetta, Violoncello

NDR Elbphilharmonie Orchester

Dirigent: Christoph Eschenbach

Aufnahme vom Schleswig-Holstein Musikfestival 2018 in Lübeck am 01.07.2018


Ein Video mit einem Interview vom Dirigent Christoph Eschenbach mit Sol Gabetta (Violincello) während des Schleswig–Holstein Musikfestival am 1.7.2018 in Lübeck.

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J.S. Bach – Kantate BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben” – Kantate für das Fest Mariä Heimsuchung!

J.S. Bach – Kantate BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben” – Kantate für das Fest Mariä Heimsuchung!

„Herz und Mund und Tat und Leben“ ist der Titel von zwei Kirchen-Kantaten von Johann Sebastian Bach. Er komponierte ursprünglich in Weimar eine Kantate für den 4. Advent 1716 (BWV 147a) und erweiterte sie 1723 in Leipzig für das Fest Mariä Heimsuchung (BWV 147).

Die Kantate ist in ihrer heute bekannten Form für den 2. Juli 1723, das Fest Mariä Heimsuchung, komponiert worden und gehört somit zum ersten Leipziger Kantatenjahrgang. Sie basiert auf der Weimarer Kantate BWV 147a aus dem Jahre 1716, von der nur der Text erhalten ist.

Es ist offen, ob Bach die Komposition dieser Urfassung überhaupt vollendet bzw. aufgeführt hat. Die Weimarer Vorlage wurde von Bach in Leipzig umgearbeitet und stark erweitert. Die ursprüngliche Dichtung von Salomon Franck wurde in die Leipziger Fassung übernommen; die Schlusschoräle aus der Leipziger Fassung (Sätze 6 und 10) sind die Strophen 6 und 17 von Martin Jahns Choral Jesu, meiner Seelen Wonne (1661 oder 1668).

Leipziger Fassung (BWV 147)

Formal besteht die zehnsätzige Kantate aus zwei Teilen, die vor und nach der Predigt aufgeführt wurden und mit einem identischen Chorsatz (siehe unten), einer Choralbearbeitung, abschließen.

Erster Teil

  1. Coro (Tr, Ob I/II, Vl I/II, Va, Bc): Herz und Mund und Tat und Leben
  2. Recitativo T (Vl I/II, Va, Bc): Gebenedeiter Mund
  3. Aria A (Oa, Bc): Schäme dich, o Seele, nicht
  4. Recitativo B (Bc): Verstockung kann Gewaltige verblenden
  5. Aria S (Vs, Bc): Bereite dir, Jesu, noch itzo die Bahn
  6. Choral (Tr, Ob I/II, Vl I/II, Va, Bc): Wohl mir, dass ich Jesum habe

Zweiter Teil

  1. Aria T (Bc): Hilf, Jesu, hilf, dass ich auch dich bekenne
  2. Recitativo A (Oc I/II, Bc): Der höchsten Allmacht Wunderhand
  3. Aria B (Tr, Ob I/II, Vl I/II, Va, Bc): Ich will von Jesu Wundern singen
  4. Choral (Tr, Ob I/II, Vl I/II, Va, Bc): Jesus bleibet meine Freude

Besetzung (Leipzig)

Gesangsstimmen: Sopran, Alt, Tenor, Bass, alle sowohl als Tutti als auch mit solistischen Aufgaben.

Orchester: Tromba, Oboe I/II (auch als Oboe d’amore und Oboe da caccia I/II), Violine I/II, Viola, Basso continuo mit Fagott.

Das Werk gehört zu den beliebten und relativ häufig aufgeführten Bachkantaten. Im aufwändigen Eingangschor unterstreicht eine Solotrompete virtuos den festlichen Charakter des Stückes.

Die beiden Schlusschoräle des ersten und zweiten Teils Wohl mir, daß ich Jesum habe und Jesus bleibet meine Freude werden durch eine triolische Streichermelodie umrahmt und gehören zu den international beliebtesten Kompositionen Bachs, nicht zuletzt durch zahlreiche Bearbeitungen und Aufführungen im 20. Jahrhundert, wie etwa durch die Pianisten Myra Hess und Dinu Lipatti.

Eine Pop-Version von Apollo 100 schaffte es 1972 unter dem Titel Joy auf Platz 6 der US-Charts.

Ausführende:

Paul Bernewitz, Knabensopran / Stefan Kahle, Knabenalt /

Martin Petzold, Tenor / Matthias Weichert, Bass /

Thomanerchor Leipzig    Gewandhausorchester Leipzig

Leitung: Thomaskantor Georg Christoph Biller

Live aus der Thomaskirche Leipzig 2013

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Language: English

J.S. Bach Cantata BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben” („Heart and Mouth and Deed and Life“) Cantata for the Feast of the Visitation of the Virgin.

„Heart and Mouth and Act and Life“ is the title of two church cantatas by Johann Sebastian Bach. He originally composed a cantata in Weimar for the 4th Advent 1716 (BWV 147a) and expanded it in 1723 in Leipzig for the feast of the Visitation (BWV 147).

The cantata has been composed in its present form for the 2nd of July 1723, the feast of the Visitation of the Virgin Mary, and is therefore one of the first cantatas in Leipzig. It is based on the Weimar cantata BWV 147a from 1716, of which only the text is preserved.

It is unclear whether Bach completed or performed the composition of this original version. The Weimar model was reworked by Bach in Leipzig and greatly expanded. The original poetry of Salomon Franck was taken over in the Leipzig version; the final choruses from the Leipzig version (phrases 6 and 10) are the stanzas 6 and 17 of Martin Jahn’s Chorale Jesu, mein Soelen Wonne (1661 or 1668).

Leipzig version (BWV 147)

Formally, the ten-movement cantata consists of two parts, which were performed before and after the sermon, and conclude with an identical choral passage (see below), a chorale adaptation.

First part

  1. Coro (Tr, Ob I / II, VI I / II, Va, Bc): Heart and mouth and action and life
  2. Recitative T (Vl I / II, Va, Bc): Give your mouth
  3. Aria A (Oa, Bc): Do not be ashamed, O soul
  4. Recitative B (Bc): hardening can dazzle the powerful
  5. Aria S (Vs, Bc): Prepare yourself, Jesus, still itzo the way
  6. Chorale (Tr, Ob I / II, Vl I / II, Va, Bc): It’s good for me that I have Jesus

Second part

  1. Aria T (Bc): Help, Jesus, help me to confess you too
  2. Recitativo A (Oc I / II, Bc): The highest omnipotence
  3. Aria B (Tr, Ob I / II, Vl I / II, Va, Bc): I want to sing about Jesus‘ wonders
  4. Chorale (Tr, Ob I / II, Vl I / II, Va, Bc): Jesus abide my joy

Cast (Leipzig)

Singing voices: soprano, alto, tenor, bass, all as tutti as well as soloist.

Orchestra: Tromba, oboe I / II (also as oboe d’amore and oboe da caccia I / II), violin I / II, viola, basso continuo with bassoon.

The work is one of the popular and relatively frequently listed Bach cantatas. In the lavish entrance choir, a solo trumpet virtuoso underlines the festive character of the piece.

The two final choruses of the first and second part Well, that I have Jesus and Jesus abide my joy are framed by a triplet melody and belong to Bach’s internationally most popular compositions, not least through numerous arrangements and performances in the 20th century, such as the pianists Myra Hess and Dinu Lipatti.

A pop version of Apollo 100 made it in 1972 under the title Joy on # 6 on the US charts.

Performed by:

Paul Bernewitz, boy soprano / Stefan Kahle, Knabenalt /

Martin Petzold, tenor / Matthias Weichert, bass /

Thomanerchor Leipzig Gewandhaus Orchestra Leipzig

Director: Thomas cantor Georg Christoph Biller

Live from the Thomaskirche Leipzig 2013

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1064 – „Konzert für drei Cembali in C-Dur“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1064 – „Konzert für drei Cembali in C-Dur“

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BACHS INTERESSANTES KONZERT

Mit diesem Konzert machte Bach auf sich und seine Söhne aufmerksam.

Das Konzert in C-Dur BWV 1064 für drei Cembali ist Bachs interessantestes Konzert, meint der Cembalist Lars Ulrik Mortensen. „Es ist so ein reichhaltiges Stück, dass ich ewig daran arbeiten kann. Es ist mehr integriert und enthält mehr Konversation als jedes von Bachs anderen Konzerten. “ Die Cembalisten operieren fast immer als Ganzes, spielen sogar große Teile in einer Hand oder sogar in beiden.

Kurze Solo-Passagen dienen eher als Effekt. Erst in der Schlussbewegung ist Raum für wahre Soli: erste Arpeggien, wie im Brandenburgischen Konzert Nr. 5, dann eine kontinuierliche Basslinie mit jumpy Begleitung und schließlich einige dramatische Chromatik in der ersten Tastatur. Eine Rückkehr der frivolen Triolen bringt diese virtuose Party zu einem eher abrupten Ende. Es ist bemerkenswert, dass es im ersten und dritten Satz kein Continuo gibt; nur eine „nackte“ Basslinie – was eigentlich ziemlich modern ist.

Aufführungsmaterial für Vater und Söhne

Wie fast alle anderen Klavierkonzerte J.S. Bach´s entstand dieses Konzert nicht als Tasteninstrument, sondern war ursprünglich als Konzert für drei Violinen gedacht. Vorurteile gegen das Arrangieren ignorieren die Tatsache, dass Bach absichtlich neue Versionen existierender Musik geschaffen hat.

Dieses Konzert entstand wahrscheinlich in den 1740er Jahren im Zimmermannschen Kaffeehaus, wo das Leipziger Collegium Musicum viele musikalische Stars der Zeit zu Konzerten auf höchstem Niveau zusammenführte. Alle Augen waren auf Bach gerichtet, als er das Collegium neben seiner Kantorei in der Thomaskirche zweimal für einige Jahre leitete. Und er wusste auch, dass ein umwerfendes Konzert für drei Cembali positive Aufmerksamkeit auf sich und seine zwei Söhne, Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann, lenken würde, die noch nicht ganz zuhause waren. Da sein Alter ihn daran hinderte, so viel Geige zu spielen, konnte Bachs Keyboard-Karriere einen Schub bekommen.

BWV
1064

TITEL
Konzert für drei Cembali in C-Dur

GENRE
Orchesterwerk (Konzert)

JAHR
um 1735-1745

STADT
Leipzig

Besondere Hinweise
Wahrscheinlich ein Arrangement eines Konzerts für 3 Violinen (BWV 1064R)

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
22. Juni 2018

AUFNAHMEDATUM
15. Oktober 2017

Aufführungsort:
Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

Leitung:
Lars Ulrik Mortensen

Cembalisten:
Siebe Henstra, Menno van Delft, Lars Ulrik Mortensen

VIOLINE 1
Shunske Sato

VIOLINE 2
Anneke van der Haaften

VIOLA
Deirdre Dowling

CELLO
Lucia Swarts

KONTRABASS
James Munro

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Language: English

BACH’S MOST INTERESTING CONCERTO

Bach attracted attention to himself and his sons with this concerto.

The Concert in C major for three harpsichords is Bach’s most interesting concerto, thinks harpsichordist Lars Ulrik Mortensen. “It’s such a rich piece that I can work on it for ages. It’s more integrated and contains more conversation than any of Bach’s other concertos”. The harpsichordists nearly always operate as a whole, even playing large parts the same in one hand or even both. Brief solo passages serve more as an effect. It is only in the closing movement that there is scope for true solos: first arpeggios, like in the ‘Brandenburg’ concerto no. 5, then a continuous bass line with jumpy accompaniment, and finally some dramatic chromaticism in the first keyboard. A return of the frivolous triplets brings this virtuoso party to a rather abrupt end. It is remarkable that there is no continuo in the first and third movement; only a ‘bare’ bass line – which is actually quite modern.

Performance material for father and sons

ike nearly all of Bach’s other keyboard concertos, this concerto did not originate as a keyboard work, but was probably originally intended as a concerto for three violins. Prejudices against arranging ignore the fact that Bach deliberately created new versions of existing music. This concerto was probably created in the 1740’s to be played at the Zimmermannsches Kaffeehaus, where the Leipziger Collegium Musicum brought together many musical stars of the day to play concerts of the very highest standard. All eyes were on Bach when he twice led the Collegium for a few years, alongside his cantorship at St Thomas Church. And he also knew that a dazzling concerto for three harpsichords would attract positive attention to himself and his two sons, Carl Philipp Emanuel and Wilhelm Friedemann, who had not quite left home yet. As his age was preventing him from playing so much violin, Bach’s keyboard career could do with a boost.

BWV
1064

TITLE
Concerto for three harpsichords in C major

GENRE
orchestral work (concerto)

YEAR
around 1735-1745

CITY
Leipzig

SPECIAL NOTES
Probably an arrangement of a concerto for 3 violins (BWV 1064R)

RELEASE DATE
22 June 2018

RECORDING DATE
15 October 2017

LOCATION
Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

DIRECTION
Lars Ulrik Mortensen

HAPRSICHORDISTS
Siebe Henstra, Menno van Delft, Lars Ulrik Mortensen

VIOLIN 1
Shunske Sato

VIOLIN 2
Anneke van der Haaften

VIOLA
Deirdre Dowling

CELLO
Lucia Swarts

DOUBLE BASS
James Munro

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 1064

I wish you a lot of fun with the BWV 1064

Herzliche Grüße / Best regards

Karin

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