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Literatur & Klassische Musik ist mein schönes Vergnügen..!!

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk: BWV 565 „Toccata und Fuge in d-Moll“

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk: BWV 565 „Toccata und Fuge in d-Moll“

„BACHS WELTBERÜHMTE JUGEND“

             Die Orgel in der St. Martins Kirche, Groningen Holland. Im Foto: Organist Leo van Doeselaar

Es gibt keine Komposition von Johann Sebastian Bach, die in unserer Zeit so häufig und für so unterschiedliche Zwecke wie die Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565, wiederverwendet wurde.

Von Disneys Fantasia bis zum Phantom der Oper sorgte der Beginn dieser Komposition für unvergessliche Momente. Das Geheimnis Ein heftiger, mit einem sogenannten Mordent-Akzent versehener erster Ton, mit dem folgenden aufregenden kurzen Stille-Moment und dann dieser überwältigenden absteigenden Tonfolge (oder Variationen darauf, wie bei Pirates of the Caribbean). Bachs eigene Partitur wird leider nicht aufgegeben, was zu vielen Spekulationen über die Ursprünge dieser wilden, originellen und eigentlich kleinen „Bach-ähnlichen“ Komposition geführt hat.

Es wäre viel zu klären, ob diese Toccata und Fuge in Bachs jüngeren Jahren in Arnstadt liegen könnte. Der Orgel fehlte ein 16-Fuß-Register auf der Klaviatur, das Bach zu Oktaven verdoppeln konnte, um den donnernden Effekt dieser Eröffnungsmaßnahmen fortzusetzen. Oktav-Doppel sind in Bachs späteren Orgelwerken nirgends zu sehen. Nach der Gewalt der „improvisierten“ Toccata klingt die straff gerichtete Fuge mit ihrer fortlaufenden Reihe schneller Töne nicht weniger heftig. Vielleicht schämte sich Bach später für seinen unhöflich jugendlichen „Keyboard-Stil“, wie sein Biograph Johann Nikolaus Forkel (1749-1818) nannte, und ließ das Werk weiter links liegen. Viele andere frühe Orgelwerke sind definitiv verloren gegangen. Glücklicherweise ist diese „Jugendsünde“ von Bach dank des Kopisten Johannes Ringk (1717-1778) für die Nachwelt erhalten geblieben.

Die Toccata ist wie das Vorspiel eine unstrukturierte Form, in der der Keyboarder seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Während Johann Gottfried Walther (1684-1748) in seinem Musikalischen Lexikon von 1732 das Vorspiel kurz ein Vorspiel nennt, bezeichnet er die Toccata als ein langes Stück, in dem sich beide Hände mit der Passagenarbeit abwechseln, unabhängig davon, ob sie von langen Pedaltönen begleitet werden. Diese ausgeprägte Freiheit der Toccata hängt mit dem seit dem 17. Jahrhundert in Norddeutschland beliebten Stylus phantasticus zusammen. Dieser erratische Kompositionsstil, der aus Südeuropa stammte, wird von demselben Walther als „frei von Zwang“ beschrieben. Es ist daher bemerkenswert, dass sowohl die Toccata als auch der Auftakt oft ein Paar bilden, wobei die Fuge strengen Kompositionsregeln unterliegt. Teilweise, weil die Fuge ihr thematisches Material aus dem vorherigen Teil bezieht, wird die Struktur in ihrer Gesamtheit angewendet.

BWV 565 Toccata und Fuge in d-Moll

GENRE
Orgelarbeit

STADT Arnstadt

AUTOGRAPH
Undatierte Kopie von Johannes Ringk (1717-1778), Preussischer Kulturbesitz

SPEZIAL
Diese Arbeit kann eine Adaption eines verlorenen Violinstücks sein.

PUBLIKATIONSDATUM
2. Mai 2014

AUFNAHMEDATUM
8. Oktober 2013

STANDORT
Martinikerk, Groningen

ORGEL
Leo van Doeselaar

Schnittger-Orgel von 1692  Martinikerk in Groningen (Holland)

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 565

Herzliche Grüße

Karin

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Das traditionelle Adventskonzert des ZDF aus der Frauenkirche in Dresden – Sendetermin: 02. Dezember 2018 um 18:00 Uhr

Das traditionelle Adventskonzert des ZDF aus der Frauenkirche in Dresden – Sendetermin: 02. Dezember 2018 um 18:00 Uhr

               Adventskonzert 2018 aus Dresden – Sendetermin im ZDF am 02.12.2018 um 18 Uhr

Adventliche Festmusik aus Dresden

Datum
Sa, 1. Dezember 2018, 18:00 Uhr Öffentliche Veranstaltung !

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Ort
Hauptraum der Frauenkirche Dresden

Veranstalter
Stiftung Frauenkirche Dresden

Das traditionelle Adventskonzert des ZDF in Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche Dresden unterstützt von der Commerzbank

Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy
Trompeten-Ouvertüre C-Dur, op. 101

Max Reger
Mariä Wiegenlied, op. 56, Nr. 52

Gabriel Fauré
Cantique de Jean Racine, op.11

Wolfgang Amadeus Mozart
Adagio
aus dem Violinkonzert Nr. 3, G-Dur, KV 216

Felix Mendelssohn Bartholdy
»Höre, Israel« und »Fürchte dich nicht«
aus dem Oratorium »Elias«

Engelbert Humperdinck

Abendsegen und Traumpantomime
aus der Oper »Hänsel und Gretel«

Gioachino Rossini

»Cum sancto spiritu«
aus der Messe »Petite messe solenelle«

Mitwirkende:

Sopran Hanna-Elisabeth Müller
Mezzosopran Stephanka Pucalkova
Violine Daniel Hope

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden
Leitung: Lorenzo Viotti

Fernseh-Sendetermin: 1. Sonntag im Advent, am 02. Dezember 2018, um 18 Uhr, im ZDF

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 989 „Aria variata alla maniera italiana a-Moll“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 989 „Aria variata alla maniera italiana a-Moll“

Dämonen in den Fingern
Die Läufe in Variante 9 sind genauso wie die am Ende von Pasquinis toccata.

                                                                 Bartolotti-Haus, Amsterdam

Einer der größten italienischen Keyboarder an Johann Sebastian Bach´s Tagen war Bernardo Pasquini (1637-1710), der weit über die Grenzen Italiens bekannt war. Zum Beispiel schrieb ein Medizinstudent in Leiden im Jahr 1698 einen aufgeregten Brief an einen schottischen Freund in Rom über „dieses große Weltwunder (dh Pasquini), der so schnell spielen kann, dass er scheinbar Dämonen in den Fingern hat“ (ut haberet diabolum in digitis). Die Amsterdamer Musikverlegerin Estienne Roger – deren Laden nur zehn Minuten zu Fuß vom Bartolotti-Haus, entfernt war, in dem diese Aufnahme gemacht wurde – veröffentlichte 1699 eine Ausgabe von Toccates & suites für das Messegelände Pasquini, Poglietti & Gaspard Kerle.

                                                                   Lars Ulrik Mortensen (Cembalo)

Pasquinis Musik wurde auch in Deutschland verbreitet. Zu dieser Zeit lebte und arbeitete J.S. Bach in Weimar, wo er viel italienische Musik studierte und kopierte. Es war die Zeit, als Bach Vivaldis Konzerte für Orgel und Cembalo arrangierte, zum Beispiel BWV 592 und 593. Bach sammelte außerdem leidenschaftlich italienische Cembalo-Musik, kopierte Girolamo Alessandro Frescobaldi`s Fiori musicali und eine Toccata und Passacaglia von Pasquini. Vielleicht gehörte das vorgenannte Buch von Toccates & suites zu den italienischen Werken, die sein Arbeitgeber Johann Ernst von Sachsen-Weimar aus den Niederlanden mitgebracht hatte. In der Aria variata alla maniera italiana, BWV 989, verwendete Bach jedenfalls den gleichen Erfindungsreichtum und die gleiche Virtuosität. Die geschickten Parallelverläufe in Variante 9 sind zum Beispiel genau die, die am Ende von Pasquinis toccata stehen. Schließlich konnte Bach auch so spielen, als hätte er Dämonen in den Fingern.

BWV 989

TITEL
Aria variata alla maniera italiana

JAHR
vor 1714

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
16. November 2018

AUFNAHMEDATUM
14. Oktober 2017

STANDORT
Bartolotti-Haus, Amsterdam

Cembalo
Lars Ulrik Mortensen

CEMBALO
tba


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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 989

Herzliche Grüße 

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus)

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate – BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus)

MUSIKALISCHE UND THEOLOGISCHE TOUR DE FORCE

Eine ungewöhnliche Instrumentierung erzeugt unheimliche Klänge.

                                                                     Ensemble All of Bach

Die Kombination der Instrumente, die Johann Sebastian Bach hier verwendet, kann auf viele Arten beschrieben werden – berühmt, eigenwillig, außergewöhnlich schön und bedeutungsvoll. In jedem Fall ist die Instrumentierung ungewöhnlich. Die Violinen fallen durch ihre Abwesenheit auf, aber es gibt zwei Blockflöten und zwei Viola da Gambas, die einen weichen, beruhigenden und manchmal fast himmlischen Klang erzeugen. Die Blockflöten scheinen mit ihren scharfen Sekunden und Unisono irdisches Leid zu symbolisieren, was Blockflötenspieler Heiko ter Schegget nicht zu schön sein sollte. Er erklärt warum im Interview.

Das ewige Leben liegt im Herzen der genialen Konstruktion dieser Kantate. Bach macht einen starken Kontrast zwischen dem irdischen Tod des Alten Testaments (jeder muss sterben) und der Erlösung des Neuen Testaments. Der Text zitiert verschiedene Bücher der Bibel in Übereinstimmung mit der lutherischen Ansicht, dass Gottes Plan für unsere Erlösung die gesamte Bibel umfasst. Der Chor „Es ist der alte Bund“ fungiert als dramatischer Höhepunkt und Symmetrieachse, in der Bach die bekannte Warnung Memento Mori (denken Sie daran, dass Sie sterben müssen) spektakulär mit der Proklamation der Sopranistin Jesu Christi kombiniert.

Diese Diskussion entwickelt sich zu einem musikalischen und theologischen Kraftakt, wenn Bach die beiden Ideen am Ende des Satzes nicht mehr nebeneinander stellt, sondern über- und untereinander stellt.

                                  Blockflöte: von Links –  Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

Dies ist eine der ersten Kantaten Bachs, und die Musik war zweifellos für eine Beerdigung gedacht. Die Historiker haben natürlich nach einem passenden Anlass dafür gesucht, wie zum Beispiel dem Begräbnis des Bruders von Bachs Mutter Tobias Lämmerhirt, der am 10. August 1707 in Erfurt starb. Das Begräbnis fand vier Tage später statt. Da Erfurt etwa 60 Kilometer von Mühlhausen entfernt ist, sollte diese Hypothese mit einer Prise Salz aufgenommen werden, es sei denn, Bach hätte natürlich früher mit der Komposition beginnen können. Übrigens ist nicht klar, wer sich den Beinamen „Actus Tragicus“ ausgedacht hat, der erstmals in einer Handschrift nach Bachs Tod erschien.

                                                  Oostkerk_Middelburg (Holland)

BWV 106

TITEL
Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“

BEINAME
„Actus Tragicus“

GENRE
Kantate

JAHR
1707?

STADT
Mühlhausen

LYRICIST
unbekannte

GELEGENHEIT
Begräbnismusik

ERSTER AUFTRITT
unbekannte

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
4. März 2016

AUFNAHMEDATUM
16. Mai 2015

STANDORT
Oostkerk, Middelburg

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Dorothee Mields

ALT
Alex Potter

TENOR
Charles Daniels

BASS
Tobias Berndt

RIPIENO SOPRANO
Marjon Strijk

RIPIENO ALTO
Barnabás Hegyi

RIPIENO TENOR
Immo Schröder

RIPIENO BASS
Jelle Draijer

Blockflöte
Heiko ter Schegget, Benny Aghassi

VIOLA DA GAMBA
Mieneke van der Velden,  Ricardo Rodriguez Miranda

CELLO
Lucia Swarts

KONTRABASS
James Munro

ORGAN
Siebe Henstra

THEORBE
Mike Fentross


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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 106

Herzliche Grüße 

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach – das BWV 508 – „Bist du bei mir“

ALL OF BACH veröffentlicht aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach – das BWV 508 – „Bist du bei mir“

EIN ZEICHEN DER LIEBE

Das zweiten Notenbüchlein schenkte Bach seiner Frau.

                                                                               All of Bach-Ensemble:
                                                                          ORGAN: Menno van Delft,
                                                   TENOR: Charles Daniels, THEORBE: Fred Jacobs!

Wenn Johann Sebastian Bach eine Singalong-Melodie schrieb, war es sicherlich „Bist du bei mir?“ Leider nicht. Obwohl Bach eine Hand darin hatte, stammt das Lied von… Stölzel. Das Thema war eine wunderbare Wahl, um Anna Magdalena sein Geschenk-Musikbuch zu öffnen: ein einfaches Lied von Dankbarkeit, Vertrauen, Gottvertrauen und Glauben an seine zweite Frau. Wir wissen nicht, wie das Paar die Arie aus Stölzels Diomedes kannte, aber vielleicht war die Oper so in Mode, dass tout Leipzig die Melodie summte.

Das  Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach

Kurz nach ihrer Ankunft in Leipzig im Jahr 1723 zeigten sich Johann Sebastian und Anna Magdalena Bach als kulturelles Machtpaar. Obwohl Anna Magdalena ihre erfolgreiche Karriere als Sängerin in der Öffentlichkeit aufgegeben hat, leitet sie zusammen mit ihrem Ehemann ein florierendes Musikgeschäft und kümmert sich um eine große und wachsende Familie. Mit zwei Notenbüchlein aus den Jahren 1722 und 1725 haben wir mindestens zwei greifbare Spuren ihres Ehelebens.

                                                               Menno van Delft (Orgelpositiv)

Während das erste Notenbüchlein noch eine Art Notizbuch war, das etwa frühe Versionen von fünf „French Suites“ enthielt (und wer weiß, was noch fehlt, da zwei Drittel der Seiten fehlen), war das zweite definitiv als Geschenk gedacht Johann Sebastian zu seiner Frau. In einer angemessenen Kopie notierte er zwei Partitas und alle möglichen anderen Musikarten von Anna Magdalenas eigener Wahl, wie die Arie aus den Goldberg-Variationen und das Lied Dir, dir Jehova“, BWV 452 sowie Musik von Komponisten wie François Couperin und Bachs Stiefsohn Carl Philipp Emanuel Bach. Zusammen bilden die Notenbüchlein eine bunte Mischung aus Arien, Chorälen und Suiten.

„Bist du bei mir?“ Ist eine der ergreifendsten Kompositionen der Musikgeschichte. Der Text stammt von einem unbekannten Dichter. Bach setzt die einfachen Worte mit der größten Inbrunst in Musik um:

„Bist du bei mir, ich gehe mit Freude
zu sterben und zu meiner Ruhe ‚.
Oh, wie glücklich wäre mein Ende,
es drückte deine lieben schönen Hände
meine treuen Augen! „

                                                                               Charles Daniels  (Tenor)

Bach begann mit dem Musikbuch 1725 und sammelte darin Arien und Lieder, zu denen die Nummern 508 bis 518 im Bach Works Directory (BWV) gehören. BWV 508 „Bist du bei mir, ich gehe mit Freude“ geht auf jüngste Quellen auf einen Satz von  Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749) zurück.

BWV 508

TITEL
„Bist du bei mir“

GENRE
Lied

SERIE
Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach

JAHR
1722-1725

STADT
Köthen / Leipzig

BESONDERE HINWEISE
Nicht von Bach, sondern von Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749)

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
2. November 2018

AUFNAHMEDATUM
12. Mai 2018

STANDORT
 Bartolotti Haus Amsterdam

TENOR
Charles Daniels

ORGAN
Menno van Delft

THEORBE
Fred Jacobs


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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 508

Herzliche Grüße

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 228 – Motette: „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 228 – Motette: „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“

DAS KANN ICH BESSER
Prüft Bach hier seinen Schwiegervater?

                                                 Grote Kerk Naarden in Holland

Es wäre natürlich schön, wenn wir bestätigen könnten, dass Johann Sebastian Bach diese Motette BWV 228 – 1726 für das Begräbnis der Frau von Stadthauptmann Winckler komponiert hat. Dann könnte dieses Werk für den Doppelchor zu den anderen Motetten hinzugefügt werden, die Bach in Leipzig komponierte, oft im Auftrag von Privatpersonen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Fürchte dich nicht viel früher geschrieben wurde. Es erinnert stark an eine andere Motette von Bach, Ich lasse dich nicht, BWV Anh159, die von 1712-13 datiert.

Darüber hinaus weist die Struktur von Fürchte dich nicht starke Ähnlichkeiten mit einer Motette von Johann Michael Bach auf, dem Vater von Bachs erster Frau und dem führenden Motetten-Spezialisten seiner Zeit. Seine Weihnachtsmotette für Doppelchor mit dem Titel Fürchtet euch nicht, ist in zwei Teile gegliedert, genau wie Bachs „Fürchte dich nicht.“ Jeder Teil beginnt mit einem Doppelchor und einem Text aus der Bibel. Auf halbem Weg durch beide Motetten kommen die Chöre zusammen, worauf die Sopranistin zu einem ganz anderen Text wechselt, der auf einer fugenartigen Basis schwingt, die über die drei Unterstimmen verteilt ist und die biblischen Worte fortsetzt.

                                                                          Grote Kerk Naarden in Holland

Der große Unterschied ist, dass Johann Michael Bach in seiner ruhigen Motette (die Worte an die Hirten aus dem Lukas-Evangelium sind: „Fürchte nicht, denn ich bringe große Freude!“) Die jubelnde Weihnachtsbotschaft mit dem ebenso heiteren lutherischen Choral verbindet „Gelobet seis du, Jesus Christus“. Johann Sebastian dagegen entscheidet sich für eine viel größere Komplexität in seiner Fürchte dich nicht. Im biblischen Text, der Jesaja entnommen ist, betont er die Zweifel und Ängste des Gläubigen. Demgegenüber stehen die tröstlichen Worte des von der Sopransängerin gesungenen Paul-Gerhardt-Chors „Warum soll ich mich denn grämen“ noch deutlicher hervor.

Ende 1707 heiratete Bach Johann Michael Bachs Tochter Maria Barbara . In dieser Zeit war er immer noch stark von dem geleitet, was seine Vorgänger geschrieben hatten – am liebsten mit einem kompositorischen Meisterwerk. Natürlich können wir es nicht genau wissen, aber es wäre genauso wie der junge Bach, eine so wunderbare Motette als etwas zweifelhafte Hommage an seinen neuen Schwiegervater zu schreiben.

Motetten, BWV 225-231, 118 und Anh159

Kantaten waren Bachs tägliches Brot und regelmäßiger Teil seiner wöchentlichen Aufgaben als Thomaskantor. Seine Motetten waren ein ganz anderer Fall. Außer der Kantate wurde in Leipzig kaum neue Musik gespielt (Musik wurde stattdessen aus der Motettensammlung Florilegium Portense ausgewählt). Dies gab Bach Spielraum für das Schreiben von Auftragsarbeiten für private Anlässe, oft Beerdigungen. Leider sind wahrscheinlich Dutzende dieser Werke verloren gegangen. Die Stücke, die überlebten, sind seit ihrer Komposition im Repertoire geblieben, im Gegensatz zu Bachs anderen Vokalwerken.

Die überlebenden authentischen Motetten – neun Werke, obwohl die Forschung weitergeht – bauen auf einem Genre mit einem eindrucksvollen Stammbaum auf. Vor dem Hintergrund der strengen Polyphonie der Renaissance entlehnte die Generation von Schütz (1585-1672) Elemente aus den opulenten, vielschichtigen Werken Giovanni Gabrielis und verlieh ihnen eine mitteldeutsche, lutherische Note. Auch bei Bachs Inhalt standen Choräle und biblische Passagen im Vordergrund, wobei der weltliche Madrigalismus (oder vereinfacht ausgedrückt: die Darstellung der Worte) nur dazu diente, den Ausdruck des religiösen Genres zu verstärken.

BWV 228

TITEL
„Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“

GENRE
Motette

JAHR
ca. 1707? / 1726

STADT
Mühlhausen / Weimar / Leipzig

Lyrikerin
„Verse 1 und 2 aus Jesaja 41:10 und 43: 1; Verse 3 und 4 aus Paul Gerhardts Choral“ Warum soll ich mich denn grämen „(1653)

GELEGENHEIT
unbekannte

ERSTER AUFTRITT
unbekannte

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
2. Dezember 2016

AUFNAHMEDATUM
14. Mai 2016

STANDORT
Grote Kerk, Naarden in Holland

Dirigent

Stephan MacLeod

SOPRAN
Orlanda Velez Isidro, Klaartje van Veldhoven, Griet de Geyter, Aleksandra Lewandowska, Marjon Strijk, Hilde van Ruymbeke, Stephanie Pfeffer, Marta Paklar

ALT
Barnabás Hegyi, Gemma Jansen, Elena Pozhidaeva, Bernadett Nagy, Marine Fribourg, Victoria Cassano McDonald

TENOR
Adriaan de Koster, Wolfgang Frisch, Guy Schneiden, Diederik Rooker, Immo Schröder, Ronald Threels

BASS
Matthew Baker, Sebastian Myrus, Pierre-Guy Le Gall Weiß, Martijn de Graaf Bierbräuwer, Michiel Meijer, Jelle Draijer

VIOLINE 
Shunske Sato  Sayuri Yamagata

VIOLA
Staas Swierstra

CELLO
Lucia Swarts, 

VIOLONE
Robert Franenberg

OBOE 
Martin Stadler

OBOE 
Peter Frankenberg

FAGOTT
Benny Aghassi

Organ
Pieter-Jan Belder

Cembalo
Siebe Henstra


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Ich wünsche allen Besuchern viel Freude mit der Motette !

Herzliche Grüße

Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1008 „Cello-Suite Nr. 2 in d-Moll“

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1008 „Cello-Suite Nr. 2 in d-Moll“

Immer suchen!

Die Courante ist blitzschnell.

                                                                 Het Concertgebouw, Amsterdam

Cello Suite Nr. 2 in d-Moll ist eines der Lieblingsstücke des Cellisten Steuart Pincombe. So freute er sich, als wir ihn baten, diese Suite in der Haupthalle des Concertgebouw in Amsterdam aufzunehmen. Der suchende Charakter des Stückes entspricht Pincombes Outlook. Beim Musizieren versucht er immer etwas Neues zu schaffen, anstatt das Gleiche neu zu schaffen, wie er in seinem Interview erklärt.

Sechs Cello-Suiten

Die Sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach gehören zum Alten Testament der Cello-Literatur. Jeder Cellist, der die Musik betrachtet, spürt sofort, wie natürlich die Noten um die Saiten des Instruments gelegt sind. Dennoch gibt es viele Fragen und Diskussionen über diese Suiten a Violoncello Solo senza Basso. Hat Bach wirklich die Musik für Cello geschrieben, oder zumindest für Cello allein? Und wann hat er es geschrieben? Am Hof ​​Köthen oder früher?

                                                       Steuart Pincombe – Cellist

Die Suiten folgen einem Weg von Einfachheit zu zunehmender Virtuosität. Wenn Sie die sechs Cellosuiten in zwei gleiche Sätze aufteilen würden, dann würden die Suiten Nr. 2 und nein. 5 bilden jeweils einen feierlichen Mittelteil in Moll. Obwohl es technisch nicht anspruchsvoll ist, ist Bachs Suite No. 2 evoziert eine Welt voller schattiger Räume und melancholischer Tanzabende, die weit entfernt von den sonnigen Landschaften der Suite Nr. 1.

Suite Nr. 2

Das Präludium der Suite Nr. 2 öffnet sich mit einem Triadensignal aus drei aufsteigenden Noten, das deutlich die Tonart d-moll angibt. Erwartungen für das, was direkt folgt, werden ebenfalls sofort festgelegt. Trotz der scheinbar plätschernden Bewegung der Sechzehntel arbeitet Bach fast unmerklich auf einen Höhepunkt um den Goldenen Schnitt, gefolgt von einer kurzen und dramatischen Stille. Auf einen Epilog folgen einige lange Schlussakkorde, die der Cellist wahlweise als Arpeggio oder Doppelstopp spielen kann.

Während der Fortschritt der Allemande durch harte Doppelstopps erschwert wird, ist die Courante blitzschnell, als ob der Teufel ihnen auf den Fersen ist. Steuart Pincombe spielt das Stück gerne sehr schnell, als Gegenstück zur eleganten und stattlichen Sarabande, die dem Darsteller einen Moment der Eleganz bietet, mit nachdenklichen Trillern und Seufzern, die auf fortwährende Sorgen hinweisen.

Das Menuet II bringt eine kurze Atempause, und die abschließende Gigue, die in einem fliessenden 12/8-Takt hätte komponiert werden können, ist stattdessen in einem festeren 3/8 geschrieben, als ob Bach versucht, die heroischen großen Sprünge in Schach zu halten. Der Cellist bricht sich immer wieder mit diabolischen kleinen Tänzen auf und endet auf einem lebhaften hohen D.

BWV 1008

Titel
Suite Nr. 2 in d-Moll

Genre
Kammermusik (Soloarbeit)

Serie
Sechs Cello-Suiten

Jahr
Zwischen 1717 und 1723

Stadt
Köthen

Veröffentlichungsdatum
19. Oktober 2018

Aufnahmedatum
12. Februar 2018

Ort
Het Concertgebouw, Amsterdam

Cellist
Steuart Pincombe


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Ich wünsche allen Besuchern viel Freude mit der Cello-Suite Nr. 2

Herzliche Grüße

Karin

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