Archiv der Kategorie: J.S. Bach Kantaten

J. S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“

J. S. Bach – Kantate BWV 33 „Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ (Thomanerchor in Stuttgart beim Musikfest 2018 )

                                  Thomanerchor Leipzig mit Thomaskantor Gotthold Schwarz

„Allein zu dir, Herr Jesu Christ“ BWV 33 J.S. Bach schrieb die Choralkantate 1724 für den 13. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 3. September 1724 erstmals auf. Sie beruht auf dem gleichnamigen Kirchenlied von Konrad Hubert (1540).

Die Kantate ist besetzt mit drei Gesangssolisten (Alt, Tenor und Bass), vierstimmigem Chor, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo

1. Coro: Allein zu dir, Herr Jesu Christ
2. Recitativo (Bass): Mein Gott und Richter
3. Aria (Alt): Wie furchtsam wankten meine Schritte
4. Recitativo (Tenor): Mein Gott, verwirf mich nicht
5. Aria (Tenor, Bass): Gott, der du die Liebe heißt
6. Choral: Ehr sei Gott in dem höchsten Thron

Gotthold Schwarz, der 17. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach, und der Thomanerchor Leipzig, begleitet vom Sächsischen Barockorchester: Eine ganz besondere, Leipziger »Sicht auf Bach« bereichert dieses Jahr das Musikfest Stuttgart! Im musikalischen Gepäck haben sie zwei Kantaten aus den Jahren 1724 und 1726, die von den Thomanern gerade erst an den beiden Sonntagen vor dem Musikfest im Gottesdienst der Thomaskirche aufgeführt worden sind. In ihnen geht es um die menschliche Gewissheit eines Aufgehoben-Seins in Gott (BWV 17: »Wie sich ein Vater erbarmet/über seine junge Kindlein klein«) und um die Zuversicht, dass Gott den Menschen aus allen Nöten befreien wird (BWV 33: »Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab.«).

Ausführende:

STEFAN KAHLE (Countertenor)
WOLFRAM LATTKE (Tenor)
TOBIAS BERNDT (Bass)
THOMANERCHOR
SÄCHSISCHES BAROCKORCHESTER
THOMASKANTOR GOTTHOLD SCHWARZ (Dirigent)

Eine Aufnahme des SWR2 aus der Stiftskirche in Stuttgart am 5.9.2018

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J. S . Bach – Kantate BWV 136 „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ Kantate für den 8. Sonntag nach Trinitatis!

J. S . Bach – Kantate BWV 136 „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ Kantate für den 8. Sonntag nach Trinitatis!

„Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“BWV 136, ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach, geschrieben 1723 in Leipzig für den achten Sonntag nach Trinitatis, den 18. Juli 1723. Die Kantate ist gesetzt für drei Solisten und einen vierstimmigen Chor, Horn, Oboe, Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola und Basso continuo.

1. Coro: Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz

2. Recitativo (Tenor): Ach, daß der Fluch, so dort die Erde schlägt

3. Aria (Alt, Oboe d’amore): Es kömmt ein Tag

4. Recitativo (Bass): Die Himmel selber sind nicht rein

5. Aria (Tenor, Bass, Violinen): Uns treffen zwar der Sünden Flecken

6. Choral (Violine): Dein Blut, der edle Saft

Der Eingangschor besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, A und A′, Chorfugen auf dieselben Themen jeweils auf den gesamten Text. Ein ausgedehntes instrumentales Ritornell, vom Horn bestimmt, erklingt zu Beginn, zwischen den Teilen und zum Ausklang. Der ersten Fuge ist eine vokale „Devise“ vorangestellt. Während des ganzen Satzes spielen die Oboen nicht selbständig, sondern verstärken die Violinen in den Ritornellen und den Sopran in den Chorteilen.

Bach benutzte den Satz später für Cum Sancto Spiritu seiner Missa in A-Dur. Die beiden Rezitative sind meist secco, nur in den letzten Takten von Satz 4 gehen sie in Arioso über. Die Arie wird von der Oboe d’amore begleitet, der Mittelteil (der mit Sicherheit 1723 komponiert wurde) ist presto überschrieben. Beide Violinen begleiten unisono das Duett, während die Singstimmen manchmal imitierend, manchmal homophon singen, ähnlich wie in Duetten, die Bach in Köthen schrieb.

Der Choral ist durch eine Violine zur Fünfstimmigkeit erweitert, wie im Choral von „Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten!“.

Mitwirkende:

Gächinger Kantorei, Bach-Collegium Stuttgart,

Helen Watts (Alt) Kurt Equiluz (Tenor)

Niklaus Tüller (Bass)

Leitung: Helmuth Rilling

Aufnahme von 1978

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ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

ALL OF BACH veröffentlicht die Kantate BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

                                                               Oostkerk Middelburg (Holland)

JOS VAN VELDHOVENS 10 LIEBLINGSARBEITEN

Diese Woche BWV 131

Eine Hommage an „unseren“ Jos van Veldhoven: Jeden Freitag eines der 10 Lieblingswerke von Jos van Veldhoven, der nach 35 Jahren als künstlerischer Leiter die Niederländische Bachgesellschaft verlässt.

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Jos van Veldhoven über seine Lieblingskantate „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ BWV 131 „Möglicherweise die allererste von Bach geschriebene Kantate. Noch ganz in der Tradition des 17. Jahrhunderts. Es ist wirklich unglaublich, wie der junge Bach es könnte solche Meisterwerke sofort zu schreiben. Sie machen heute noch einen großen Eindruck. „

Schon aus der Eröffnungszeile geht hervor, dass es sich nicht nur um leichtes Unglück handelt, sondern um tiefes Elend. Beim Wort „Tiefe“ fallen die Stimmen buchstäblich ab. Das Stück stammt aus dem Anfang von Bachs Karriere, während seiner Zeit als Organist in Mühlhausen. Er war damals Anfang zwanzig und versuchte sich zum ersten Mal in der Gesangskirchenmusik. Er tat es richtig, laut dem Buch, und in stilistischer Linie mit seinen Kollegen aus dem siebzehnten Jahrhundert.

Es gibt noch keine Rezitative und die Bewegungen laufen mehr oder weniger ohne Unterbrechung ineinander über. Sie beginnen mit einem langsamen Abschnitt und enden dann normalerweise schnell – wie eine Art Vorspiel und Fuge. Wie die meisten frühen Kantaten ist auch diese symmetrisch, wobei der Chor „Ich harre des Herrn“ als Mittelpunkt fungiert. Hier ändert sich auch die Stimmung. Der Anfang konzentriert sich hauptsächlich auf das Elend, während der dritte Satz einen Hoffnungsstrahl ausstrahlt. In der Arie des Tenors illustriert Bach im wörtlichen Sinne, dass das Warten lange dauern kann – lauscht auf das Wort „wartet“. Das Stück fühlt sich selbst für den Sänger lang an, wie Charles Daniels im Interview erklärt.

Wir wissen nicht, für welchen Anlass das Stück gedacht war. Angesichts des Textes – ein Bußpsalm in Verbindung mit einem Bußchoral – hätte es in einem „Bußdienst“ sehr gut gepasst. Es ist nicht bekannt, ob diese Dienstleistung regelmäßig in Mühlhausen oder nur zu besonderen Anlässen stattfand. Kurz bevor Bach in Mühlhausen ankam, hatte es ein großes Feuer gegeben, also gab es einen Grund für einen solchen Dienst.

Es ist interessant, dass Bach selbst am Ende der Partitur schrieb, dass die Kantate auf Wunsch von Georg Christian Eilmar komponiert wurde. Er war der Prediger in der Marienkirche in Mühlhausen, obwohl Bach selbst in der Divi Blasii-Kirche arbeitete. Eilmar sollte ein guter Freund werden und wurde später Taufpate von Bachs ältester Tochter.

Gesangssolisten von Links: Dorothea Mields (Sopran); Alex Potter (Altus); Charles Daniels (Tenor); Tobias Berndt (Bass)

BWV 131 

TITEL
„Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

GENRE
Kantate

JAHR
ca. 1707-08

STADT
Mühlhausen

TEXT
Psalm 130 und zwei Choralverse. Compiler unbekannt

GELEGENHEIT
unbekannte

ERSTER AUFTRITT
unbekannt, aber möglicherweise Bachs erste Kantate.

Besondere Anmerkung:
Die Fuge des Schlusssatzes existiert auch als Orgelwerk: die Fuge g-Moll, BWV 131a / Anh. II 42. Die Urheberschaft und die Datierung dieses Stückes sind nicht belegt.

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
3. Juni 2016

AUFNAHMEDATUM
16. Mai 2015

LAGE
Oostkerk Middelburg

DIRIGENT
Jos van Veldhoven

SOPRAN
Dorothee Mields

ALT
Alex Potter

TENOR
Charles Daniels

BASS
Tobias Berndt

RIPIENO SOPRAN
Marjon Strijk

RIPIENO ALTO
Barnabás Hegyi

RIPIENO TENOR
Immo Schröder

RIPIENO BASS
Jelle Draijer

VIOLINE 1
Shunske Sato

CELLO
Lucia Swarts

VIOLA DA GAMBA
Mieneke van der Velden, Ricardo Rodriguez Miranda

KONTRABASS
James Munro

OBOE
Martin Stadler

FAGOTT
Benny Aghassi

THEORBO
Mike Fentross

ORGAN
Siebe Henstra


Language: English

ALL OF BACH publishes the cantata BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“

JOS VAN VELDHOVEN’S 10 FAVOURITE WORKS

This week BWV 131

A tribute to “our” Jos van Veldhoven: every Friday one of the 10 favourite works of Jos van Veldhoven, who is leaving the Netherlands Bach Society after 35 years as artistic director.

Jos van Veldhoven about his favourite cantata „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“ BWV 131: „Possibly the very first cantata written by Bach. Still completely in the tradition of the seventeenth century. It’s actually incredible how the young Bach could write masterpieces like this straight away. They still make a big impression nowadays.“

Video:  To start in the photo or click this text!

It is already clear from the opening line that this is not just about slight misfortune, but deep misery. At the word ‘depth’, the voices literally plummet. The piece comes from the very beginning of Bach’s career, during his time as organist in Mühlhausen. He was then in his early twenties and trying his hand at vocal church music for the first time. He did so properly, according to the book, and in stylistic line with his seventeenth-century fellow musicians.

There are no recitatives as yet and the movements run into one another more or less without interruption. They begin with a slow section, and then usually end quickly – like a sort of prelude and fugue. Like most early cantatas, this one too is symmetrical, with the chorus ‘Ich harre des Herrn’ as the central point. This is also where the mood changes. The beginning focuses mainly on the misery, whereas the third movement holds out a ray of hope. In the tenor’s aria, Bach goes on to illustrate quite literally that waiting can take a long time – listen out for the word ‘wartet’. The piece feels long even for the singer, as Charles Daniels explains in the interview.

We do not know for which occasion the piece was intended. In view of the text – a penitential psalm combined with a penitential chorale – it would have fitted very well in a ‘penitential service’. It is not known whether this sort of service was held regularly in Mühlhausen or only on special occasions. Just before Bach arrived in Mühlhausen, there had been a big fire, so there was cause for such a service.

It is interesting that Bach himself wrote at the bottom of the score that the cantata was composed at the request of Georg Christian Eilmar. He was the preacher in St Mary’s Church in Mühlhausen, although Bach himself worked at Divi Blasii Church. Eilmar was to become a good friend and later became godfather to Bach’s eldest daughter.

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Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 131

I wish you a lot of fun with the BWV 131

Herzliche Grüße / Best regards

Karin

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Das Bachfest Leipzig 2019 erlebt nach dem grandiosen Bachfestival in 2018 eine abgespeckte Form, die sehr gewöhnungsbedürftig erscheint!

Das Bachfest Leipzig 2019 erlebt nach dem grandiosen Bachfestival in 2018 eine abgespeckte Form, die sehr gewöhnungsbedürftig erscheint!

Zum Bachfest 2019 werden die großen internationalen Bach-Interpreten bis auf Jordi Savall und Hermann Max dem Bachfest 2019 fern bleiben. Das ist nach dem grandiosen Bachfest von 2018 eine große Ernüchterung die sich unter den Bachfreunden breit macht. Was ist der Anlass, dass kein Rudolf Lutz mit seinem großartigen Bach-Ensemble aus St. Gallen, oder Philippe Herreweghe diese Lücken schließen könnten. Wenn das Bachfest Leipzig weiterhin International anerkannt sein möchte, müssen Wege gefunden werden, um von großen internationalen Interpreten und Orchestern die Lücken schließen zu können.

Sehr verwunderlich erscheint mir, dass der Präsident vom Bach-Archiv Leipzig, Sir John Eliot Gardiner ebenfalls durch seine Abwesenheit glänzen wird. Das sind die wunden Punkte im Bachfest-Programm für 2019, die den Verantwortlichen einen geringeren Zuschauerzuspruch, international und national in 2019 bescheren könnte.

Bachfest Leipzig vom 14.–23. Juni 2019

Vorverkaufsbeginn: 16. November 2018

»Hof-Compositeur Bach«

Das Bild des treufleißigen Leipziger Thomaskantors ist nur eine Seite der Medaille. Johann Sebastian Bach war ganze 15 Jahre seines Berufslebens Hofmusikus: zunächst Organist und Konzertmeister in Weimar (ab 1708), dann Kapellmeister in Köthen (1717–1723). Noch als städtischer Leipziger Musikdirektor sammelte er beständig höfische Ehrentitel: 1729 wurde er nebenamtlich außerordentlicher Kapellmeister des Weißenfelser Herzogs und ab 1736 »Hof-Compositeur « des sächsischen Kurfürsten. Gut möglich, dass Bach auch mit seinem berühmten Vorspiel bei Friedrich dem Großen in Potsdam das Ziel verfolgte, Ehrenmitglied in dessen Hofkapelle zu werden.

Bachs Wirken an den Höfen und für die Regenten hat viele Kompositionen hervorgebracht – prachtvolle Festmusiken, funkelnd virtuose Instrumentalwerke in den unterschiedlichsten Stilen und innovative Kirchenmusik. Kurz: Die Werke des »Hof-Compositeurs« Bach bestechen durch ein ausgesprochen breites Spektrum an Formen und Gattungen.

Im Bachfest 2019 wollen wir die ›höfische‹ Seite in Bachs Oeuvre hörbar machen – in vier Reihen, die seinem Schaffen für Weimar, Köthen, Dresden und Berlin gewidmet sind.

                                         Programmheft Bachfest Leipzig 2019 zum Download

In einer fünften Reihe, »Bach & Friends«, gehen wir auf Entdeckungsreise und lernen Werke seiner höfischen Musikerfreunde kennen, die für Bach eine besondere Bedeutung hatten. Die Reihen sind voller Highlights. Um nur einige zu nennen: In einem vierteiligen Zyklus erklingen Bachs Weimarer Kantaten, allesamt in unterschiedlicher Aufführungspraxis. In einem Themenabend schlüpft Nuria Rial in die Rolle der Köthener »Hof-Cantatrice« Anna Magdalena Bach. Jordi Savall entführt uns in die Welt des »Musikalischen Opfers«.

Erstmals werden Bachs großartige Huldigungskantaten auf den sächsischen Kurfürsten am Originalschauplatz – dem Marktplatz – zelebriert. Und in einem Konzert kommt es gar zu einem Duell: beim legendären Wettstreit zwischen J.S. Bach und Marchand.

Freuen Sie sich also auf ein Bachfest von besonderer Vielfalt. Versäumen Sie aber auch nicht, jenseits der Kirchen und Bühnen Johann Sebastian Bachs den Werken seiner großen Leipziger ›Anwälte‹ Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann an deren originalen Spielstätten zu lauschen.

Karten-Vorverkauf

Der öffentliche Vorverkauf für das Bachfest 2019 beginnt am 16. November 2018. Mitglieder der »Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e. V.« sowie der »Neuen Bachgesellschaft e. V.« können bereits ab dem 02. November 2018 Karten erwerben.

Link:  http://www.ticketonline.de/

 

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Eine weitere Rezension über den Kantaten-Ring Leipzig zum Bachfest 2018 von The New York Times!

The New York Times – Eine Rezension zum Bachfest 2018 in Leipzig!

KRITISCHES NOTIZBUCH

Was bedeutet es, das „Beste“ von Bach zu spielen?

LEIPZIG, Deutschland – „Bachs Beste.“ Es ist ein unwiderstehliches Konzept, aber bedeutet es etwas?

Solche Urteile sind immer dann angebracht, wenn es um künstlerische Schöpfungen geht, vor allem, wenn der Hauptzweck der Werke nicht künstlerisch, sondern religiös war. Dies ist der Fall bei Bachs heiligen Kantaten, dem Schwerpunkt des diesjährigen Bachfestes Leipzig, das vom 8. bis 17. Juni 2018 stattfand.

Schiere Schönheit, was immer das bedeuten mag, wird dich nur so weit bringen. Bachs Musik in den Kantaten, wie Richard Taruskin vor fast zwei Jahrzehnten in der New York Times schrieb, „war ein Medium der Wahrheit, nicht der Schönheit.“

„Und die Wahrheit, der er diente, war bitter“, fuhr Taruskin fort. „Seine Werke überzeugen uns – nein, enthüllen Sie uns – dass die Welt ist Schmutz und Schrecken, dass Menschen hilflos sind, dass das Leben ein Schmerz ist, dieser Grund ist eine Schlinge.“

A Bachfest concert at St. Thomas Church in Leipzig, where Bach lived and worked from 1723 to his death in 1750. CreditGert  (Foto: Gert Mothes/Leipzig Bach Festival 2018)

Was genau kann „am besten“ bedeuten? Die Werke, die unsere Ohren am meisten verführen, oder diejenigen, die uns am meisten Angst machen mit Visionen von Feuer und Schwefel? (Das Festival schien hübsche und lebhaft dramatische Klänge zu begünstigen, ohne sich allzu sehr in Blut und Blut zu versenken.)

Die Unterscheidung ist wichtig, denn wenn diese Werke eine größere Verbreitung erfahren sollen, sollten sie für das verstanden werden, was sie sind: Musik des musikalischen Predigers Bach. Und eine größere Verbreitung suchte das Bachfest für sie.

Das Festival, das seit seiner Gründung 1999 hauptsächlich von der Stadt Leipzig finanziert wird, wird vom Bach-Archiv verwaltet, in der Stadt, in der Bach von 1723 bis zu seinem Tod 1750 lebte und arbeitete. Die Idee eines Kantatenrings, lose modelliert Nach Vorträgen von Wagners „Der Ring des Nibelungen“ in Bayreuth entstand 2016 eine Diskussion zwischen dem Archivpräsidenten John Eliot Gardiner und Michael Maul, dem damaligen Dramaturgen und heutigen künstlerischen Leiter des Festivals.

Herr Maul suchte nach einer Möglichkeit, Bachs etwa 200 überlebende geistliche Kantaten, gewissermaßen das Herzstück seines Schaffens, auf ein Niveau der öffentlichen Aufmerksamkeit zu heben, das mit dem der Leidenschaften vergleichbar ist („St. Matthäus“ und „St. John „) und die Messe in h-Moll. Herr Gardiner, einer der wenigen lebenden Dirigenten, der alle heiligen Kantaten aufgeführt und aufgenommen hat, viele von ihnen wiederholt, hat den Begriff eines Ringes erfunden.

Die beiden verpflichteten Peter Wollny, den Direktor des Archivs, mit ihnen Listen der 30 zu erstellen, ähem, best. Alle nominierten mehr als 30, und Herr Maul kullte die Listen mit dem Ziel, den Kirchenkalender so vollständig wie möglich zu halten.

Da war also der Ring, der das Eröffnungswochenende des Festivals dominierte – verblüffend, berauschend, anstrengend, ein großer Kunst- und Publikumserfolg. 33 Kantaten, 18 Stunden Musik von hochkarätigen Interpreten innerhalb von 48 Stunden. Die Liste war zweifellos in der Vielfalt und im dramatischen Bereich beeindruckend, wie Kollegen complettists bezeugen können, besonders, wie von Herrn Gardiner ins Leben gebracht.

Bachs Kantaten, so hoch sie auch sind, waren utilitaristische Schöpfungen. Als Thomaskantor war Bach für die Musik in den großen Kirchen der Stadt, St. Thomas und St. Nicholas, verantwortlich. Jede Woche präsentierte er selbst oder von einem anderen Komponisten eine Kantate – eine „Klangpredigt“, wie sie oft auf dem Festival genannt wurde – in Bezug auf den Evangeliumstext für den jeweiligen Sonntag.

Während seiner ersten Jahre in Leipzig präsentierte Bach, obwohl er mit Unterricht und Familie beschäftigt war, normalerweise seine eigenen Arbeiten und entwickelte mehrere Jahreszyklen. Er schrieb oft von einer Woche zur nächsten. Was das bedeutete, sagte Herr Wollny, sei, dass Bach in der Regel eine Kantate in drei Tagen schreiben musste – von Sonntag Nachmittag bis Mittwoch Morgen -, bevor er sie den Kopisten übergab, um die Teile für die Proben vorzubereiten.

Angesichts solch strenger Anforderungen ist das Niveau der Verarbeitung und Vorstellungskraft in diesen Werken bemerkenswert hoch. Aber wie wählt man den heutigen Zuhörern ein Werk vor dem anderen? (Sie sind bereits, wie von mehreren Rednern hervorgehoben wurde, etwas gefälscht, indem sie drei oder vier gleichzeitig in einem Konzert präsentiert werden.)

Herr Maul, seinerseits, hat nach dem Ring-Wochenende die Vorstellung von „am besten“ ein wenig in einem Gespräch zurückgenommen und erlaubt, dass diese Auswahlen besser als bloße persönliche Favoriten (auf welcher Basis auch immer) bezeichnet werden können.

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Textquelle:

Von James R. Oestreich
22. Juni 2018

Link: https://www.nytimes.com/2018/06/22/arts/music/review-bachfest-leipzig-bach.html


Die Pressekonferenz zum Leipziger Kantaten-Ring hier zum Nachhören – ich muss schon zugeben, in der illustren Runde hatte ich gelegentlich Maul-Sperre……

Ein köstlicher Ausspruch vom neuen Intendanten des Bachfestes Michael Maul..!!

Das Experten-Gespräch der Teilnehmer ist nachstehend nachzuhören!

Link zur Gesprächsrunde von mdr-kultur..!!

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/audio-radio/audio-bachfest-kantaten100.html

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