Archiv der Kategorie: Aktuelles zum Thema: J.S. Bach

Artikel der F.A. Z. – Was hieß es, Bachs Frau zu sein?


Artikel der F.A. Z. – MUSIKHISTORIKER EBERHARD SPREE: Was hieß es, Bachs Frau zu sein?

Ein Gespräch mit dem Musikhistoriker Eberhard Spree
Was hieß es, Bachs Frau zu sein?

Neue Forschungen zeigen, dass Anna Magdalena Bach erhebliche Kompetenzen besessen haben muss, um als Unternehmerin zu arbeiten. Kinder und Küche waren Aufgabe des Personals.

Eberhard Spree ist im Hauptberuf Kontrabassist des Gewandhausorchesters Leipzig. Doch hat er im Nebenberuf in den letzten Jahren detaillierte Forschungen über Anna Magdalena Bach, die zweite Frau von Johann Sebastian Bach betrieben. Sein Buch „Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach. Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach“ erschien im Frühjahr im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad. Es ist ein gewichtiger Beitrag zur Sozialgeschichte der Ehe und insbesondere der Frau im achtzehnten Jahrhundert.

Wir trafen uns, um darüber zu sprechen. F.A.Z.

                                Kontrabass: Dr. Eberhard Spree

Als Anna Magdalena Bach 1760 starb, wurde sie in den Akten verzeichnet als Almosenempfängerin aus der Hainstraße in Leipzig. War sie nach dem Tod ihres Mannes Johann Sebastian Bach eine arme, mittellose Frau?

Da müssen wir erstmal klären: Was ist „arm“? Ich las in einem Buch der damaligen Zeit, dass eine Witwe ja ihres Beschirmers beraubt sei und deshalb unter die armseligen und miserablen Personen gezählt werden müsse, ohne Unterschied, welchen Stand und welches Vermögen sie habe……

Weiter zum ganzen Artikel der F. A. Z. 

Original-Link der F.A.Z  nachstehend:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/anna-magdalena-bach-zur-zweiten-ehefrau-des-komponisten-16317463.html

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Die Buchveröffentlichung von Eberhard Spree:

„Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach“

                             Eberhard Spree Buchverhöffentlichung über Anna Magdalena Bach

Erschienen im Verlag Klaus-Jürgen Kamprad
Festeinband, BxH 21×29,7 cm, zahlreiche Abbildungen, Tabellen und Diagramme, einfarbig, 308 Seiten – ISBN 978-3-95755-642-4 – 49,80 € inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

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Eine aktuelle Pressemitteilung der Berliner Morgenpost: Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss


Eine aktuelle Pressemitteilung der Berliner Morgenpost: Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss

Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss

                                           Das neue Berliner Schloss nach dem Wiederaufbau!

Fast wäre Johann Sebastian Bach nach Berlin verpflichtet worden. Dann hätte er uns Opern hinterlassen, sagt Bach-Forscher Jörg Hansen.

Es war Johann Sebastian Bachs erste Reise nach Berlin. Anfang 1719 kam der 34-jährige Orgel- und Cembalovirtuose im Auftrag seines damaligen Dienstherrn Fürst Leopold von Anhalt-Köthen angereist, um ein beim Clavierbauer Michael Mietke bestelltes Cembalo zu prüfen und abzuholen. Vor allem aber führte Bachs Weg geradewegs ins Berliner Schloss.

Der Komponist, den man heute zuerst als den großen Leipziger Thomaskantor wahrnimmt, hat reichlich Spuren rund ums Berliner Schloss hinterlassen. „Im Schloss gab es den Anstoß zu einem der berühmtesten Werke von Bach“, sagt Jörg Hansen und meint die Brandenburgischen Konzerte. Hansen ist Leiter des Bachhauses in Eisenach, dem Geburtsort des Komponisten, aber am Wochenende lebt er in Schöneberg und erzählt leidenschaftlich gerne über Bach und Berlin.

Berliner Schloss ist ein originärer Bachort“, sagt Hansen: „Bach hat hier musiziert, wahrscheinlich auch geschlafen und einen der folgenreichsten Kontakte seines Lebens geknüpft. 1719 lernte der Komponist den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg kennen. Ihm hat Bach zwei Jahre später die Brandenburgischen Konzerte geschickt, die dann wohl auch schon 1721 im Stadtschloss aufgeführt wurden.“ Unser erster Weg führt jetzt, drei Jahrhunderte später, im gegenüber liegenden Berliner Dom hinunter in die Hohenzollerngruft. Es dauert etwas, den Sarkophag des musikverständigen Markgrafen zu finden. Es ist Sarg Nummer 95.

      J.S. Bach – Foto: Mary Evans Picture Library

Schnaufend geht es dann viele Stufen hinauf: Der Blick von der Domkuppel auf das wieder aufgebaute Schloss ist imposant. Derzeit fragen viele eher missmutig danach, wann das Humboldt-Forum endlich fertig und eröffnet wird. Andere schauen auf den wieder belebten historischen Ort und entdecken alte Geschichten wieder. Wer hätte gedacht, dass dazu auch die Bach-Forscher gehören. „In Thüringen bekommen gerade alle Bach-Orte neue Ortseingangsschilder“, sagt Hansen und fügt lächelnd hinzu: „Vielleicht sollte sich auch Berlin als Bach-Stadt schmücken?“

In Berlin hätte Bach wohl Opern komponiert
Die Lebenswege des Komponisten hätten ganz anders verlaufen können, erklärt der Museumschef, wenn man in Berlin damals zugegriffen hätte. „Die Brandenburgischen Konzerte entstanden 1721, als Bach am überlegen war, ob er von Köthen woanders hingeht. Man kann die Konzerte als Bewerbungsschreiben an den Markgrafen ansehen. 1722 folgte er dann dem Ruf nach Leipzig und trat im Jahr darauf die Stelle als Thomaskantor an.“ Die Position übte er bis zu seinem Lebensende aus.

Beiläufig lernt man, wie eine verpasste Chance die Musikgeschichte beeinflussen kann. In Leipzig war Bach als Kantor und Musikdirektor für den religiösen Musikbetrieb in den vier Hauptkirchen der Stadt verantwortlich. Dazu zählte die Vorbereitung von Kantatenaufführungen an den Sonn- und Feiertagen. „Wenn er 1721 die Stelle in Berlin bekommen hätte, gäbe es heute ein paar Opern von Bach“, sagt Hansen: „Er hat ja in Leipzig als Opernersatz seine Dramma per musica aufgeführt, das sind ja kleine Opern. Aber in Leipzig gab es kein Opernhaus mehr, das war kurz vor seinem Amtsantritt geschlossen worden.“

Ein Opernhaus stand Bach an keinem seiner Wirkungsstätten zur Verfügung. Da hätte ihm Berlin mehr bieten können, bereits 1684 hatte die Hofkapelle erste Opernaufführungen in einem Saal des Stadtschlosses gespielt. Unter Friedrich II. wurde 1742 die Hofoper eröffnet. Die Hofkapelle bezog das neue Opernhaus Unter den Linden, heute residiert sie dort als Staatskapelle unter Leitung Daniel Barenboims. Zu Gründungszeiten hieß einer der berühmtesten Musiker Carl Philipp Emanuel Bach. Der Sohn hat auch überliefert, was Vater Johann Sebastian Bach bei einem späteren Berlin-Besuch über die neue Hofoper gesagt hat. Demnach sei der besonders vom Flüsterbogen in der Galerie des Speisesaals beeindruckt gewesen, „ein sehr rares und bewundertes Kunststück der Baukunst“.

Sein Sohn wurde Hofcembalist in Berlin

                          Adolph Menzel – Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci

Die Stadt besuchte J.S. Bach nachweislich drei Mal. „Es gibt einen Hinweis, dass er mindestens noch ein weiteres Mal hier war“, sagt Hansen: „Berlin war in den 1740er-Jahren der Ort, zu dem es die Musiker zog.“ Der Bachhaus-Direktor verweist auf einen Vermerk des Leipziger Privatsekretärs Johann Elias Bach von 1741. „Darin schreibt er, Bach sei leider schon wieder nach Berlin abgereist. Das ist eine krumme Entschuldigung. Aber man denkt sofort, Bach ist also häufiger nach Berlin gereist als wir wissen.“

Sohn Carl Philipp Emanuel war 1741 zum Hofcembalisten Friedrichs des Großen ernannt worden. Am 5. August des Jahres war Johann Sebastian Bach wieder in Berlin, er wohnte Unter den Linden beim Hofrat Dr. Stahl, einem Arzt und mit 28 Jahren fast gleichaltrigen Freund seines Sohnes. Für Stahls Hochzeit am 19. September hatte Bach ein bereits bestehendes Werk zur Hochzeitskantate „O holder Tag, erwünschte Zeit“ (BWV 210) umgearbeitet. „Bach sollte die Hochzeitsmusik für die Nikolaikirche nicht nur komponieren, sondern dort auch dirigieren. Aber er musste vorzeitig abreisen, weil seine Ehefrau Anna Magdalena erkrankt war.“ Aus den geplanten sieben Wochen Aufenthalt wurden elf Tage.

Vier Jahre später wird Bachs erster Enkel Johann August in Berlin geboren, der Großvater war als Taufpate am 10. Dezember in der alten Friedrichswerderschen Kirche vorgesehen. Lange Zeit glaubte man, er sei in Berlin gewesen. „Das wurde vor ein paar Jahren widerlegt, weil er am Tag der Abfahrt der letztmöglichen Postkutsche das Abendmahl in Leipzig eingenommen hatte“, sagt Hansen. „Die Anwesenheit wurde immer schriftlich vermerkt.“ Bach mag sein Patenkind ein andermal besucht haben.

1747 ist Bach erneut in Berlin. Es ist sein populärster Besuch, aber die Nachwelt hat in Film und Buch das Ereignis in Potsdam verortet. Im dortigen Stadtschloss bat der König am 7. Mai den alten Bach um eine Improvisation, aus der später dasMusikalische Opferhervorging. Tags darauf gab Bach in der Potsdamer Heiliggeistkirche ein Orgelkonzert. Und damit führt eine wichtige Spur wieder zurück ins Berliner Schloss, wo sich die jüngste Schwester des Königs eine riesige Orgel einrichten ließ. „Prinzessin Anna Amalia von Preußen wohnte hier im Stadtschloss, sie war höchstwahrscheinlich 1747 bei den Orgelkonzerten Bachs in Potsdam infiziert worden“, sagt Hansen: „Sie nahm Unterricht beim Bachschüler Kirnberger, begann im Bachschen Stil zu komponieren und hat alles von Bach gesammelt, was sie bekommen konnte.“ Ihre Bach-Sammlung wurde zum Kern der heutigen Bach-Musikaliensammlung in der Staatsbibliothek zu Berlin, wo 90 Prozent aller Bach-Autographen liegen. „Ohne Anna Amalias Sammelleidenschaft wäre das Bach-Werke-Verzeichnis heute vielleicht nur halb so dick.“

                                 J.S. Bachs Originalpartitur der Matthäus-Passion

Musikalisch geriet der alte Bach nach seinem Tod schnell in Vergessenheit. Aber die nächste Generation wirkte weiter. Drei seiner Söhne wirkten zeitweilig in Berlin, drei Bach-Schüler haben sich hier niedergelassen. Jahrzehnte später schenkte eine andere Klavierschülerin von Kirnberger ihrem musikalisch hochbegabten Enkel die Partitur von Bachs Matthäus-Passion. Am Karfreitag 1829 führte der 20-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy die Passion in der kurz zuvor eröffneten Sing-Akademie zu Berlin wieder auf. Die Aufführung gilt als Beginn der weltweiten Bach-Renaissance.

Es mag sein, dass mit dem Humboldt-Forum die Berliner Erinnerungen an Bach wieder stärker aufleben werden. „Ich würde mir wünschen, dass man zur Wiedereröffnung etwas von Johann Sebastian Bach und Anna Amalia von Preußen spielt“, sagt Hansen: „Für die Bach-Forschung gibt es nichts Neues, aber die Bach-Liebhaber können sich freuen. Es bedeutet, dass wir den dritten Bachort in und um Berlin im Wiederaufbau haben. Das Potsdamer Stadtschloss und demnächst die Garnisonkirche und das Berliner Schloss sind Orte, in denen Bach leibhaftig gewirkt hat.“

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Quelle: Berliner Morgenpost, 16.07.2019

Zum Text der Berliner Morgenpost:

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MDR-Musiksommer 2019 folgt mit acht Konzerten J.S.Bach`s Lebensstationen!


MDR-Musiksommer 2019 folgt mit acht Konzerten J.S.Bach`s Lebensstationen!

In der Reihe „Bachorte“ reist der MDR-Musiksommer vom 19. bis 28. Juli 2019 entlang  J.S.  Bachs Leben und Wirkungsstätten durch Mitteldeutschland.

                                                         MDR-Musiksommer 2019 Bachorte !

Nach dem Auftakt in seiner Geburtsstadt Eisenach geht es über Arnstadt, Mühlhausen, Dornheim, Erfurt, Weimar und Köthen bis an sein Grab in der Leipziger Thomaskirche, wo die Reihe an Bachs Todestag endet. Bei den Konzerten mit Spezialensembles für Alte Musik und internationalen Künstlerinnen und Künstlern stehen Werke von Bach und seinen Familienmitgliedern im Mittelpunkt.

Neben Ragna Schirmer und Martin Stadtfeld sind in den Konzerten u. a. Dorothee Mields, die Academy of St Martin in the Fields, Simone Rubino und Thomaskantor Gotthold Schwarz zu erleben.

Tickets sind erhältlich unter (0341) 94 67 66 99 und unter mdr‑tickets.de sowie bei ausgewählten Vorverkaufsstellen vor Ort.

Weitere Informationen:  mdr-musiksommer.de

Die Konzerte in der MDR-Musiksommer-Reihe „Bachorte“:

Kaum ein anderer Komponist hat in Mitteldeutschland so deutliche Spuren hinterlassen wie Johann Sebastian Bach. Die Konzertreihe folgt dieser Fährte mit acht Konzerten in zehn Tagen und sucht ein weiteres Mal Bachs zentrale Wirkungsstätten auf. In seinem Geburtsort Eisenach nimmt die Spurensuche ihren Ausgang und endet am 269. Todestag in der Leipziger Thomaskirche. Bachs Werke werden dabei zu Dreh- und Angelpunkten der jeweiligen Programme, die Sichtweisen auf seine künstlerische Herkunft, seine Einflüsse auf spätere Komponisten und die Rezeptionsgeschichte bieten.

Einige Konzerte dieser Reihe können Sie auch im Rahmen einer geführten Fahrradtour mit „Bach by Bike“ erleben. Informationen erhalten Sie unter bachbybike.com.

Freitag, 19. Juli, 19.30 Uhr, Eisenach: Georgenkirche – Programm
Best Of Bach

Zum Auftakt der Konzertreihe „Bachorte“ holt der MDR-Musiksommer Michi Gaigg und ihre Originalklangspezialisten vom L’Orfeo Barockorchester nach Eisenach in Bachs Taufkirche. Gemeinsam mit Sopranistin Dorothee Mields widmen sie sich dort ganz dem musikalischen Schaffen Johann Sebastian Bachs. Auf dem Programm steht u. a. das Konzert für Oboe d’amore BWV 1055, die Orchestersuite Nr. 2 h-Moll BWV 1067 und die Kantate „Mein Herze schwimmt im Blut“ BWV 199.
Eintritt: 37/29/19 Euro

Samstag, 20. Juli, 18 Uhr, Arnstadt: Bachkirche – Programm
Clara 200

Schon seit über 30 Jahren beschäftigt sich die Pianistin Ragna Schirmer intensiv mit der in Leipzig geborenen Komponistin und Pianistin Clara Schumann. In Arnstadt, wo Bach einst als Organist tätig war, lässt sie deren Bach-Begeisterung freien Lauf: Clara Schumann setzte sich unter anderem kompositorisch mit ihm auseinander, was heute ebenso wenig bekannt ist wie ihr hochromantisches Klavierkonzert, komponiert im Alter von nur 16 Jahren. Dieses steht anlässlich Claras 200. Geburtstags beim Konzert mit dem Neuen Mendelssohn Kammerorchester neben drei Präludien und Fugen genauso auf dem Programm wie Bachs Konzert für Klavier und Orchester f-Moll BWV 1056.
Eintritt: 37/29 Euro, Führung zubuchbar

Sonntag, 21. Juli, 17 Uhr, Mühlhausen: Divi Blasii – Programm
Musik für die Ewigkeit

Gregor Meyer und sein Alte-Musik-Ensemble 1684 holt der MDR-Musiksommer an Bachs ehemalige Wirkungsstätte in Mühlhausen. Die Sänger und Instrumentalisten zeigen in den Werken Johann Rosenmüllers eine erstaunlich lebendige Choralkunst, der selbst Johann Sebastian Bach Tribut zollte. Auch Musik vom großen Thomaskantor selbst sowie von seinen Amtsvorgängern wie etwa Johann Kuhnau stellt das Ensemble vor.
Eintritt: 29/21 Euro

Mittwoch, 24. Juli, 19.30 Uhr, Dornheim: Bartholomäuskirche – Programm
Hommage an Bach

Mit dem 1. Preis beim Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig startete Pianist Martin Stadtfeld 2002 in seine steile Karriere. Musik seines Lieblingskomponisten Bach bringt er auch mit nach Dornheim: die Englische Suite Nr. 3 in g-Moll BWV 808 sowie die Partita Nr. 1 B-Dur BWV 825. Eine Entdeckungsreise sind Martin Stadtfelds Improvisationen über Bach-Themen und seine Auseinandersetzung mit dem Spätwerk Bachs, woraus die „Hommage an Bach“ entstand – ein 12-teiliges Klavierwerk, das beim Solorezital ebenfalls auf dem Programm steht.
Eintritt: 35/27 Euro

Donnerstag, 25. Juli, 19.30 Uhr, Erfurt: Predigerkirche – Programm
Czech Bach

Mit einem ausdrucksstarken Kantatenprogramm gibt das Prager Collegium Marianum sein MDR-Musiksommer-Debüt. Mit dabei: die tschechische Sopranistin Hana Blažíková, die mit ihrer Natürlichkeit und Vielseitigkeit zu den Stars der Alte-Musik-Szene zählt. Traversflötistin Jana Semerádová leitet das Ensemble in den Werken von Bach, Telemann und Johann-Ernst von Sachsen-Weimar.
Eintritt: 37/29 Euro

Freitag, 26. Juli, 19.30 Uhr, Weimar: Herderkirche – Programm
English Sound

Eines der renommiertesten Kammerorchester, die Londoner Academy of St Martin in the Fields, holt der MDR-Musiksommer nach Thüringen. Auf modernen Instrumenten interpretieren die Musiker Werke vom Barock über die Wiener Klassik bis zum 20. Jahrhundert. Nicht nur Mozart steht dabei auf dem Programm, sondern auch Bach und seine beiden Söhne Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann, die am Konzertort – der Weimarer Herderkirche – getauft wurden.
Eintritt: 39/29 Euro

Samstag, 27. Juli, 17 Uhr, Köthen: Bachsaal – Programm
Immortal Bach

Seit einiger Zeit mischt der ARD-Preisträger Simone Rubino die Schlagzeugszene mit seinen musikalischen Grenzgängen auf. Beim Solorezital in Köthen taucht der Italiener Bachs dritte Suite für Violoncello in eine ganz neue Farbigkeit, indem er zwischen die barocken Tanzsätze zeitgenössische Schlagzeugkompositionen von Cage, Nystedt u. a. setzt. So zaubert er an Marimba, Trommeln und verschiedene Percussioninstrumenten mal aufregende Klanginseln, mal zeitentrückte Ruhepunkte.
Eintritt: 29/21 Euro

                                                            Thomaskantor Gotthold Schwarz

Sonntag, 28. Juli, 20 Uhr, Leipzig: Thomaskirche – Programm
In Memoriam

Das traditionelle Konzert zu Bachs Todestag führt jedes Jahr an die bedeutendste Wirkungsstätte des großen Thomaskantors, die Leipziger Thomaskirche. Bachs Amtsnachfolger Gotthold Schwarz dirigiert dort eine Rarität des Barockmeisters: die Kyrie-Gloria-Messe BWV 236 sowie die musikalisch verwandte Kantate BWV 79. Anlässlich des inzwischen 269. Todestages Bachs unterstützen ihn dabei die Leipziger Cantorey und das Sächsische Barockorchester.
Eintritt: 35/25/14 Euro

Konzert zum 269. Todestag von Johann Sebastian Bach in Kooperation mit dem Bach-Archiv und der Thomaskirche

Das Konzert wird mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt von MDR KULTUR und MDR KLASSIK gesendet.

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Bachfest Leipzig „Bach, Court Compositeur“ 14. Juni – 23. Juni 2019 – Rezensionen


Bachfest Leipzig „Bach, Court Compositeur“ 14. Juni – 23. Juni 2019 – Rezensionen

Von MICHAEL MORAN (’THE REVIEWER’S NOTEPAD’ AUTHOR) WordPress-Blog!

Diese Rezensionen vom Bachfest 2019 Leipzig sind großartig verfasst und stelle einen Auszug hier zur Verfügung. Alle Rezensionen können auf der Originalseite von MICHAEL MORGAN  weiter gelesen werden.

https://michael-moran.org/2019/06/16/bach-court-composer-bach-festival-leipzig-14-june-23-june-2019/?fbclid=IwAR2vHdvG6_F9M_h8S1aR-eTwf4-Nlt69uVULo2UiHRpzQk

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Bach, Hofkomponist
Obwohl Bach 15 Jahre lang Kantor der Thomaskirche war, war er auch als Hofkomponist tätig. In solch einem aristokratischen Umfeld produzierte er großartige Musik in nahezu allen erdenklichen Stilrichtungen und Genres sowie bahnbrechende Kirchenmusik. In diesem Festival wird der gesamte Zyklus der von ihm komponierten Kantaten in der prächtigen Stadt Weimar aufgeführt, die übrigens eine meiner Lieblingsstädte aller Zeiten ist. Im vergangenen Jahr war der Kantaten-Ring-Zyklus für viele von uns eine der größten musikalischen Erfahrungen unseres Lebens. Ich kann natürlich nicht an allen 158 Veranstaltungen und über 3.000 Teilnehmern (25 Chöre, 34 Orchester, 39 Dirigenten, 81 Soloinstrumentalisten) teilnehmen, aber Sie können meine Wahl hoffentlich zumindest für den begrenzten Zeitraum von einer Woche genießen konnte teilnehmen.


Eröffnungskonzert 14. Juni 2019
Thomaskirche 17.00 Uhr

J. S. Bach: Fantasie G-Dur, BWV 572 (Orgel)

M.A. Charpentier: Te Deum D-Dur, H. 146

J. S. Bach: Ouvertüre D-Dur, BWV 1068

J. S. Bach: Unser Mund sei voll Lachens, BWV 110

Thomasorganist Ullrich Böhme, Gesine Adler (Sopran), Cornelia Samuelis (Sopran), Elvira Bill (Alt), Patrick Grahl (Tenor), Tobias Berndt (Bass), Thomanerchor Leipzig, Freiburger Barockorchester, Regie: Thomaskantor Gotthold Schwarz.

Der Leipziger Oberbürgermeister, der rumänische Botschafter und der Exekutiv- und Künstlerische Leiter Dr. Michael Maul hielten zahlreiche Einführungsreden zu dem Festival, die sowohl unbeschwert als auch ernsthaft waren. Das Konzert wurde mit einer Demonstration der vielfältigen musikalischen Fantasie und der farbenfrohen französischen Klanglandschaften eröffnet, die in Bachs fruchtbarer Vorstellungskraft enthalten sind. Dies wurde in der eher selten gespielten G-Dur-Fantasy BWV 572 für Orgel deutlich. Ein spannender Auftritt von Ullrich Böhme, dem heutigen Organisten der Thomaskirche.

Es folgte eine herrlich edle und prunkvolle Aufführung der großen polyphonen Motette von Charpentier Te Deum (1688-1698). Es wurde in D-Dur geschrieben, dem barocken „Schlüssel des Ruhms“ – wie einzigartig angemessen. Es ist jedoch unbekannt, ob Bach von der Musik Charpentiers wusste.

Bachfest

Man darf niemals den immensen musikalischen und sogar sozialen Einfluss des „Sonnenkönigs“ vergessen. Der französische und der italienische Stil standen oft im Wettbewerb und hatten großen Einfluss auf deutsche Musiker und das Verhalten des Hoflebens. Es beeinflusste eindeutig das „Piece d´Orgue“, mit dem das Konzert des jungen Bach um 1712 in Weimar eröffnet wurde. Der große Flötist am Hof ​​Friedrichs des Großen, Joachim Quantz, beschrieb auch dieses Phänomen des „gemischten Geschmacks“. Die Arbeit wurde vom hervorragenden Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz gegeben. Die kraftvollen, militaristischen und dramatischen Eröffnungsschläge auf der Pauke haben unsere Aufmerksamkeit von Anfang an auf das Hofthema dieses Festivals gelenkt. Der Chor und die Sänger, die oben katalogisiert wurden, hatten eine vollkommene Beherrschung der Barocksprache und der Aufführungspraxis.

Die Komposition besteht aus folgenden Teilen:

Vorspiel (Marche en rondeau)
Te Deum laudamus (Bass Solo)
Te aeternum Patrem (Chor und SSAT solo)
Pleni sunt caeli et terra (Refrain)
Das Orbem Terrarum (Trio, ATB)
Tu devicto mortis aculeo (Chor, Bass solo)
Te ergo quaesumus (Sopran solo)
Aeterna fac cum sanctis tuis (Refrain)
Dignare, Domine (Duo, SB)
Fiat misericordia tua (Trio, SSB)
In te, Domine, speravi (Chor mit ATB-Trio)
Bachfest

Die nächste Arbeit des Programms illustrierte auch den französischen Einfluss auf Bach – eine freudige und erhebende Darbietung von ungeheurem Rhythmusdrang und Orchesteropulenz, die große Lebensfreude der berühmten Orchestersuite in D-Dur, BWV 1068. Dr. dazu als „enorm sprudelnder musikalischer Champagner!“ Das feine Freiburger Barockorchester unter Gotthold Schwarz gab uns eine anregend energiegeladene Darbietung, gesegnet mit Anmut, Schönheit, Charme und Optimismus im Leben.

Was für ein wundervoller Titel für die religiöse Kantate, die dieses Konzert beendete: „Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110 – ein Ausdruck der Freude über die Geburt des Sohnes Gottes. Die onomatopoetische Wiedergabe des Lachens war eine überaus gelungene Herausforderung, die der St. Thomas-Knabenchor hervorragend erfüllte.

Eröffnung Bachfest Leipzig 2019

Ich habe es so genossen, in der Freude des Eröffnungskonzerts zu baden, das von allen Beteiligten so großartig aufgeführt wurde. „Energie ist ewige Freude“, so William Blake. Dieses Konzert war eine solche Wiedergeburt des Vertrauens in die schöpferischen Kräfte der menschlichen Natur, die 2019 unter den Wellen des Kults zu gleiten schien……

Zum ganzen Beitrag…!!

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GEBURTSTAGSFEIER FÜR JOHANN SEBASTIAN BACH – Das Programm für den 21. März bis zum 24. März 2019


GEBURTSTAGSFEIER FÜR JOHANN SEBASTIAN BACH – Das Programm für den 21. März bis zum 24. März 2019

Zwei Tage der offenen Tür, Führungen, Kreativangebote und Konzerte am Leipziger Thomaskirchhof

                                                                     Bach-Museum in Leipzig

Am 21. März 2019 feiert Leipzig Johann Sebastian Bachs 334. Geburtstag. Thomaskirche und Bach-Museum Leipzig bieten bis einschließlich 24. März ein umfangreiches Festprogramm mit zwei Tagen der offenen Tür im Bach-Museum, Führungen, Konzerten und vielem mehr. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der von Leipziger Schülerinnen und Schülern musikalisch umrahmte Anschnitt der Geburtstagstorte am 21. März mit Bürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, den Thomaskirche und Bach-Museum traditionsgemäß um 12 Uhr auf dem Thomaskirchhof gemeinsam veranstalten.

Das Bach-Museum Leipzig lädt am 21. März von 10 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein: ab 15.00 Uhr bringen Chöre der Anna-Magdalena-Bach-Grundschule im Foyer des Bach-Museums dem Jubilar ein Ständchen, später folgt ein Ständchen des ThomanerNachwuchsChores im historischen Sommersaal (begrenzte Kapazität, kostenfreie Zählkarten ab 15 Uhr erhältlich). Eine Sonderführung durch die Dauerausstellung findet um 13 Uhr statt. Zwei Sondertouren führen zudem 12.30 Uhr und 16 Uhr auf den Turm der Thomaskirche: Lohn des Aufstiegs ist ein faszinierender Ausblick über den Thomaskirchhof und die Leipziger Innenstadt. Die Anmeldung für beide Turmführungen erfolgt im Thomasshop.

Leipziger Schülerinnen und Schüler gestalten ab 11 Uhr ein musikalisches Geburtstagsprogramm für den Komponisten in der Thomaskirche. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Bach-Geburtstag wird im Rahmen des Projekts »Singt Euch Ein!« von MusiklehrerInnen Leipziger Schulen in Zusammenarbeit mit der Thomaskirche und der Sächsischen Bildungsagentur organisiert und von der Neuen Bachgesellschaft e. V. finanziell unterstützt. Um 12 Uhr wird von den Schülerinnen und Schülern am Fuß des Bachdenkmals ein Geburtstagskanon angestimmt. Im Anschluss schneiden die Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, Pfarrerin Britta Taddiken und die Geschäftsführerin des Bach-Archivs Leipzig, Franziska Grimm, die Geburtstagstorte an – eine fantasievolle Kreation und ein Geschenk des Leipziger Konditormeisters René Kandler.

Ein Thomaskonzert unter Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm beschließt den Tag: Ab 19.30 Uhr musizieren Mitglieder des Leipziger Universitätschores und des Pauliner Barockensembles sowie Universitätsorganist Daniel Beilschmidt und die LeipzigBigBand in der Thomaskirche.

Tickets für dieses Konzert sind sowohl im Thomasshop als auch unter www.thomaskirche.org erhältlich.

Eine Orgelvesper mit Organist Haemi Oh aus Halle (Saale) bildet am Freitag, dem 22. März, 18 Uhr, den Auftakt zu weiteren Geburtstags-Überraschungen.

Unter dem Motto »L’Italiano è la lingua della musica!« feiert das Bach-Museum am 23. März 2019 von 10 bis 18 Uhr einen eintrittsfreien Familientag. In Kooperation mit Italiani a Lipsia (IAL) e. V. und der Designschule Leipzig wird ein italienisch-buntes Programm geboten: 11 Uhr musiziert Gianmario Strappati auf der Tuba Bachs Cello-Suite Nr. 2 in d-Moll, ein kleines Buffet mit italienischen Köstlichkeiten umrahmt dieses außergewöhnliche Konzert. Führungen durch die aktuelle Kabinettausstellung »Hof-Compositeur Bach« schließen sich um 12 Uhr sowie um 15 Uhr an. In einer Papier-Fashion-Show mit dem Titel »Esperimenti di moda« präsentieren Schüler der Designschule Leipzig um 16 Uhr barocke Kostüme aus Papier. »Accessori« und ein deutsch/italienisches Memory zur Sprache der Musik können Besucher von 10 bis 18 Uhr in der Museumswerkstatt gestalten.

In der Motette der Thomaskirche erklingt am 23. März 2019 um 15 Uhr, Johann Sebastian Bachs Kantate »Widerstehe doch der Sünde« BWV 54. Es musizieren die Altistin Britta Schwarz, der Organist Nicolas Berndt, die Leipziger Cantorey und das Sächsische Barockorchester unter Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz (Eintrittsprogramm: 2 Euro).

Mit einer Überblicksführung im Bach-Museum, die ab 11 Uhr auch einen Blick in den barocken Sommersaal mit seinem beweglichen Deckengemälde ermöglicht, endet am 24. März 2019 das Festprogramm.

www.bachmuseumleipzig.de / www.thomakirche.org

                                                                           Thomaskirche Leipzig

Programm zum Bach-Geburtstag:

DONNERSTAG, 21. MÄRZ 2019
10.00–18.00 h / Bach-Museum

Tag der offenen Tür zu Bachs 334. Geburtstag
13.00 h: Überblicksführung durch die Dauerausstellung
ab 15.00 h: Ständchen der Chöre der Anna-Magdalena-Bach-Grundschule im Foyer des Bach-Museums, später Ständchen des ThomanerNachwuchsChores im historischen Sommersaal des Bach-Museums (begrenzte Kapazität, Zählkarten ab 15 Uhr erhältlich)
Eintritt frei

11.00 h / Thomaskirche
»Singt Euch Ein!«

Leipziger Schülerinnen und Schüler singen in der Thomaskirche
Nicolas Berndt, Orgel

12.00 h / Thomaskirchhof
Anschnitt der Geburtstags-Torte

Geburtstagsständchen der Leipziger Schülerinnen und Schüler
Grußwort von Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin für Kultur der Stadt Leipzig

12.30 und 16.00 h / Thomaskirchhof
Sonderturmführungen
Anmeldung im Thomasshop erforderlich!

19.30 h / Thomaskirche
Thomaskonzert

»Tobe, Welt, und springe«
Universitätsorganist Daniel Beilschmidt, Mitglieder des Leipziger Universitätschores, Mitglieder des Pauliner Barockensembles, LeipzigBigBand
Leitung: Universitätsmusikdirektor David Timm

Karten zu € 25,00/20,00/15,00, ermäßigt zu € 20,00/15,00/10,00
Schüler, Studenten und Leipzig-Pass-Inhaber € 5,00

FREITAG, 22. MÄRZ 2019
18.00 h / Thomaskirche
Motette
Orgelvesper mit Haemi Oh, Halle (Saale)
Eintrittsprogramm: € 2,00

                         Grabstätte von Johann Sebastian Bach in der Thomaskirche Leipzig

SAMSTAG, 23. MÄRZ 2019
10.00–18.00 h / Bach-Museum
Familientag zu Bachs Geburtstag Tag der offenen Tür

Erleben Sie unter dem Motto »L’Italiano è la lingua della musica!« in Kooperation mit Italiani a Lipsia (IAL) e. V. und der Designschule Leipzig ein italienisch-buntes Programm mit Führungen und Kreativangeboten.

10.00–18.00 h: »Gioca e armeggia con noi«. Spielt mit uns ein deutsch/italienisches Memory zur Sprache der Musik und gestaltet »accessori« aus Papier!

11.00 h: »Buon compleanno, signor Bach! « Cello-Suite Nr. 2 in d-moll, BWV 1008, arrangiert für Tuba, gespielt von Gianmario Strappati.

12.00 & 15.00 h: Führungen durch die Sonderausstellung »Hof-Compositeur Bach«

16.00 h: »Esperimenti di moda«. PapierFashionShow! Schüler der Designschule Leipzig präsentieren barocke Experimente in Papier.
Eintritt frei

15.00 h / Thomaskirche
Motette

Johann Sebastian Bach: Kantate »Widerstehe doch der Sünde« BWV 54.

Organist Nicolas Berndt; Britta Schwarz, Alt; Leipziger Cantorey
Sächsische Barockorchester
Leitung: Thomaskantor Gotthold Schwarz
Eintrittsprogramm: € 2,00

SONNTAG, 24. MÄRZ 2019
11.00 h / Bach-Museum

Überblicksführung mit Besichtigung des Sommersaales!
Eintritt: € 8,00 / ermäßigt: € 6,00 /
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei

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Bach-Sprechstunde Bach-Fest-Leipzig 2019


Bach-Sprechstunde Bach-Fest-Leipzig 2019

Liebe Bach-Spezialisten!

Zuerst einmal ein großes Lob zu Ihrem Angebot einer Bach-Sprechstunde am diesjährigen Bach-Fest. Als Mitglied der NBG und Bach-Liebhaber verfolge ich aufmerksam den Forschungsstand und bin immer wieder davon überzeugt, dass die Bach-Forschung im Fluß ist und sich aus Biografie und Werkinterpretation neue Ergebnisse zeigen.

Insofern macht uns Bach’s Oeuvre aufmerksam und lebendig.

Leider kann ich beim diesjährigen Bachfest in Leipzig nicht dabei sein und meine unten angegebene Frage nicht mündlich stellen. . Es gibt ja soviel Bach-Orte und -festivals, die ich gerne besuche.
Als ich im September 2016 beim Bach-Fest in Köthen war, fiel mir das ‚Cöthener Bach-Heft Nr.12/2004 in die Hände und damit auch die atemberaubenden Forschungen von Günther Hoppe.

Sie werden den gesamten Aufsatz in Ihrer Bibliothek finden und bestimmt lesen. Hoppe’s historisch-krische Arbeit finde ich gut begründet, daher glaubhaft..

Vgl. auch mein gesamtes Abend-Tage.Buch in https: //meinhardo.wordpress.com


(letzte Seite meines Abend-Tagebuchs)

„ … Doch-, jetzt muss ich doch noch meinen BACHKÜLLER loswerden. Er hatte mich, nachdem ich dieses CÖTHENER BACHHEFT Nr.12/2004 gelesen hatte, immer wieder bedrückt.

‚PEINLICH FÜR EINEN REICHSFÜRSTEN LEOPOLD! –
Die Reisekasse war leer-, So was kam im Hause des Klein-Fürsten zwar immer mal vor, aber jetzt betrifft dieser ‚Notstand ‚ auch Bach selbst. Leopold A. von Anhalt-Cöthen mußte bereits früher als geplant mit seinem Hofstaat- und HOFKAPELLMEISTER aus Carlsbad abreisen. (Ungefähr Mitte Juni 1720). Bach hat also seine Maria Barbara NOCH LEBENDIG ANGETROFFEN. So erstöberte es ein seriöser Bachforscher (vgl.Köthener Bachhefte Nr.12/2004). Am 7.Juli 1720 wurde Maria Barbara begraben. Bach muss also beim Begräbnis dabei gewesen sein !!!

Bach ließ sich einige Monate später von seinen Fürsten und Freund Leopold A. von dem vorgeschriebenen ‚Witwer-Trauerjahr befreien und heiratete die ihm vom Zerbster Hof schon bekannte ‚SINGJUNGFER‘ Anna Magdalena Wilke. Derer beider Tochter, die dann geboren wurde, war (oder durfte ?) nicht in der Kirche getauft werden.

Damit entfallen alle romantischen Vorstellungen von einem Bach, der aus CARLSBAD kommend nur noch am GRAB seiner Frau Abschied nehmen konnte.
(Zusammenfassung eines Aufsatzes von Günther Hoppe in den Köthener Bachheften)

Und damit schließe ich mein ‚Abend-Tagebuch‘

Adamo


Danke

Vielleicht bekomme ich ja von Ihnen eine Antwort, wie über diesen Punkt die Diskussion verlaufen ist.

Ihr Wolfgang Adam, Herford

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J.S. Bach´s Bruder – „Johann Jacob Bach“(1682-1722) erobert Leipzig!


J.S. Bachs Bruder – „Johann Jacob Bach“ (1682-1722) erobert Leipzig!

Eine musikalische Europareise durch die Zeit des Barocks im Leipziger Bach-Archiv

Schon vor über 300 Jahren hat Johann Sebastian Bach sich einen Namen als Virtuose und Komponist gemacht und zählt bis heute zu den bedeutendsten Musikern. Sein Leben wird erforscht, seine Werke weltweit verbreitet und verehrt. Über seinen Bruder Johann Jacob Bach (1682-1722) dagegen ist nahezu nichts bekannt.

Diesen Umstand hat der Literaturredakteur und Autor Olaf Schmidt genutzt, um einen historischen Roman über den Bruder des berühmten Musikers zu schreiben. »Das Reizvolle, jedenfalls für mich, daran war, eine Figur zu haben, die unmittelbar mit dem berühmten Johann Sebastian Bach zu tun hat, die auch Musiker gelernt hat, deren Geschichte aber so ganz anders ist als das, was wir über Johann Sebastian Bach wissen, der nie über seinen engen Wirkungskreis in Mitteldeutschland hinausgekommen ist. Der Bruder ist in Istanbul gewesen, in der Ukraine, Schweden und sonstwo«, sagt Olaf Schmidt.
In seinem Roman »Der Oboist des Königs« begleitet Johann Jacob Bach, als Oboist der Hofkapelle, den schwedischen König Karl XII. auf dessen Feldzügen durch Nord- und Osteuropa.

© Verlag Galiani Berlin

Der Autor erzählt weiterhin: »Man hat diese dürren, kleinen, biografischen Anhaltspunkte und muss das dann füllen. Das bedeutet, dass man recherchieren muss, über die Bachzeit und die musikalische Kultur, die in der Zeit in Deutschland und Europa herrschte. Das ist immer so eine Balance zwischen historisch korrekt und der fiktionalen Auffüllung. Da muss man sich, finde ich jedenfalls, schon bemühen, die historischen Begebenheiten möglichst authentisch wiederzugeben.«
Welcher Ort könnte für die Veröffentlichung dieses Werkes passender sein als das Leipziger Bach-Museum?

Die Bach-Statue am Thomaskirchhof mit Blick auf das Bosehaus. © Victoria Roth

Folgt man dem Blick der übergroßen Bronzestatue von Bach selbst, die sich stolz auf einem Sockel vor der Thomaskirche präsentiert, wandert das Auge über das Stationsschild Nr. 18 der Leipziger Notenspur mit der Aufschrift »Bosehaus« und »Bachmuseum«. Folgt man dem Pfeil auf dem Schild erkennt man auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch das von außen etwas unscheinbar wirkende Bach-Archiv. Doch der erste Eindruck täuscht. Bereits nach dem Übertreten der Türschwelle wirkt das Haus mindestens doppelt so groß und man befindet sich in einem Vorraum mit Gewölbedecke, der sich weit ins Hausinnere erstreckt und viele Türen beherbergt.

Der Eingang zum Bach-Archiv und Bach-Museum. © Victoria Roth

Diese sind auch notwendig, denn die ungewöhnliche Einrichtung ist Forschungsinstitut, Bibliothek und Museum zugleich und beschäftigt sich ausschließlich mit dem Leben, Werk und Wirken Johann Sebastian Bachs und seiner Musikerfamilie. Hier wird geforscht, digitalisiert, Wissen vermittelt und bewahrt, während im Museum wertvolle Originaldokumente ausgestellt sind und Touristen im Souvenirshop nach musikalischen Andenken stöbern.

Der barocke Musenort des Bach-Museums Leipzig: im Sommersaal finden regelmäßig Konzerte statt. © Bach-Museum Leipzig/Martin Klindtworth

In edlem Glanz und barocker Festlichkeit präsentiert sich der Sommersaal des Bach-Museums, der mit seinem beweglichen Deckengemälde eine architektonische Besonderheit darstellt. In diesem wird am 07. März 2019 die Premierenlesung von »Der Oboist des Königs – Das abenteuerliche Leben des Johann Jacob Bach« mit passender musikalischer Untermalung erklingen.
Den Leipzigern dürfte das Bach-Archiv vor allem durch das jährlich veranstaltete Bachfest in Erinnerung sein.

Beitragsbild: © Victoria Roth


Adresse: Bach-Archiv Leipzig, Thomaskirchhof 15/16, 04109 Leipzig, www.bach-leipzig.de


Die Veranstaltung: Olaf Schmidt liest aus »Der Oboist des Königs – Das abenteuerliche Leben des Johann Jacob Bach«, musikalische Begleitung: Caroline Jahn (Traversflöte) und Thomas Stadler (Cembalo), Sommersaal im Bach-Museum, am 07.03.2019, 19.30 Uhr


Das Buch: Olaf Schmidt, Der Oboist des Königs – Das abenteuerliche Leben des Johann Jacob Bach. Galiani, Berlin 2019, 544 Seiten, 25,00 Euro, E-Book 19,99 Euro


Rezensentin:

 

 

Victoria Roth

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(Textquelle: Bach-Archiv)