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Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der dritte Tag Ankunft in Gotha am 05.07.2021


Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der dritte Tag Ankunft in Gotha am 05.07.2021

Wir, die ‘Bach by bike’–Gruppe!“

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise

3.Tag: Die Hörselberge und meine Stärkung durch den ‚Bach by bike‘ Kanon.

Wusstet ihr schon? Ein Kanon kann Lebensgeister wecken. So unser Motivations-Kanon:

‚Bach by bike,(Klingeln!) und ‚Bach by bike‘ (immer wieder in den Pausen dazu rhythmisch Klingeln.) Von Eisenach bis Gotha, Wechmar und Ohrdruf, Arnstadt, Dornheim, Erfurt, Weimar, nach Weißenfels und Wiederau, alles Bach by bike, Leipzig nach Halle, von Halle nach Köthen‚ Bach by bike.‘
(S.Wüsthoof/J.S.Bach):

Wie war mein Tag? Durch Steigungen und Abfahrten in den Bergen der Hörsel war ich einige Male am Schlappmachen. Doch dann, in kleinen Pausen, stimmten Helene oder Mareike diesen Kanon an. Was geschah dann wundersam? Mit dem aufmunternden Rhytmus kamen meine Kräfte zurück. (Tondatei folgt).

In Eisenach ging der junge Bach zur Latein-Schule, heute noch Gymnasium. Hier hörten wir im stimmungsvollen Innenhof vom Onkel des kleinen Sebastian seine nach Texten aus dem Hohelied komponierte ‚harmlos amouröse’ Motette ‚Meine Freundin, du bist schön!’. Sie führte uns in die barocken Familientreffen des Bach-Clans ein. Denn, wie wir noch bei unserem Besuch in Arnstadt hören werden (7.7.), legten die ‘Bache’ großen Wert auf ihre jährlichen Familientreffen mit deftigem feiern.. Auch ein Blick in den an der Stadtmauer gelegenen alten Stadtfriedhof belegt, dass hier in mehreren Generation ‚Bache‘ als Mütter, Stadtpfeiffer und Cantoren begraben sind und im Leben miteinander versippt waren.

Praktisch gesehen ist die Planung einer sowohl kulturell, als auch sportlich bestimmten Gruppenreise eine große Herausforderung. Gepäcktransport, Gebrauchs-Reparaturen an den Fahrrädern, Wegeplanung, Logie und Verpflegung, auch die soziale Betreuung der TeilnehmerINNEN, können eigentlich nur noch von ‚Reisespezialisten‘ geleistet werden. Daher ist das Team von ,Bach by bike‘ nur zu loben. Denn-, eigentlich sind Mareike, Helene, Anna und Christine ja fest angestellte oder freiberufliche MusikerINNEN. Doch gerade die letzten beiden Jahren, mit den überwiegenden Auftrittsbeschränkungen, zeigte uns, dass MusikerINNNEN mit ihren musikalischen Begabungen neue Wege finden können.

Fotos: Der ‚düstere Bach von 1936‘ schimpft, dass ich mit meinem Fahrrad fast in seine Taufkirche (Georgenkirche) hereingefahren bin; die Gruppe im Hof der Lateinschule; Mareike beim Vortag am Gedenkstein für die verstorbenen ‚Bache‘; Helene beim Vortag auf dem Marktplatz; Adamo vor dem sehr wahrscheinlichen echten Geburtshaus von Johann Sebastian; das restaurierte Bachdenkmal; Abfahrt von Eisenach; auf der Fahrt nach Gotha (38km), Rast in Boxberg.

Morgen (6.7.) widmen wir uns dem großartigen Renaissance-Schloß auf der Höhe in Gotha und besuchen das barocke Eckhof-Theater.
Dann mittags Abfahrt nach Ohrdruf, wo der Waisenjunge Bach bei seinem Onkel aufgenommen wurde

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Wolfgang

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der zweite Tag Ankunft in Eisenach am 04.07.2021


Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise vom 03.07.-12.7.2021 – der zweite Tag Ankunft in Eisenach am 04.07.2021

Mein Abend-Tagebuch der ‘Bach by bike’ Reise 3.-12.7.21.


Wir, die ‘Bach by bike’–Gruppe!“

2.Tag: Ankunft in Eisenach, doch zuerst ……

… ein fast unbekannter, geheimnisreicher Bachort: Langula

Raus aus dem Stadttor, hinein radeln in grüne Hügel und Täler mit wunderschöner Natur, ringsherum umgeben von Düften einer überbordenden Vegetation.
So muß es auch der junge Bach empfunden haben, als er im Frühling 1707 in anderthalb Stunden Fußmarsch von Mühlhausen zum Kantor der Dorfkirche von Langula wanderte. Hatte der Cantor der Reichs-Stadt Mühlhausen mit dem Dorf-Kantor ein musikalisches Projekt zu besprechen? Bereits der Bachforscher Philipp Spitta suchte im Langulaer Cantorat Beweisstücke und was fand er?: Fragmente einer frühen Bach-Kantate. Mareike las uns diese aufregende Forschungsgeschichte nach der noch nicht ‚ausgegrabenen Bach-Composition’ vor. Das wäre wieder mal ein Bach-Knaller.

Doch meine Gedanken an eine BACH-Sensation mussten weichen, weil noch eine weite und schwierig zu befahrende Rad-Strecke vor uns lag. Mich hatte hier das Auf und Ab der Täler und Hügel etwas überfordert. Ich war froh, dass die Gruppe wegen rad-technischer Probleme eine längere Pause im Waldabschnitt Hainich einlegen mussten. Auch hatte ich unheimliches Glück, als plötzlich mit Krachen im Unterholz ein ausgewachsenes Reh an mir vorbei breschte. Schlagzeile in der BILD-Zeitung: „Wildunfall stoppt „Bach by bike“. Das wäre bestimmt böse ausgegangen.

‚Sind Blitze und Donner in Wolken verschwunden …? Dem Bach-Liebhaber fällt dieser Chor aus der Matthäus-Passion ein, wenn eben solche Blitze, Donner und Regen unsere Einfahrt in Eisenach begleiten. Gerade noch nicht ganz durchnässt erreichten wir unser Hotel.

Und dann wartete das nächste Bach-Highlight auf uns: das BACH-Museum in Eisenach. Hier bin ich immer wieder begeistert von den Klang-Installationen. Ich suchte aber nur ein Objekt: den Bach Trink-Pokal. Dieser Trink-Pokal wurde einst eindeutig Bach von seinen Bewunderern verehrt. Seine Gravur ist als musikalisches Rätsel gestaltet. Hier erfährt man, dass der ‚Krebs‘ ein musikalisches barockes Sinnbild sein kann, welches in seiner Notation dem Bachforscher eine Deutungsaufgabe stellt. (Vgl. Fotos 5-1O).

Und so bin ich zufrieden, dass dieser Tag 2 meiner Radtour zu Ende geht. Er war eine sportliche Bereicherung und machte mich aufmerksam auf zwei noch ungelöste Bach-Fragen: was wollte der junge Wanderer Bach im Jahre 1707 beim Cantor im Dorf Langula? Und: wer verehrte Bach einen Trink-Pokal, versehen mit eine musikalischen Rätsel?

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Danke und gute Nacht

Wolfgang