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Eröffnungs-Konzert Bachfest Leipzig 2018 am Freitag 8.6.2018 in der Thomaskirche!

Eröffnungs-Konzert Bachfest Leipzig 2018 am Freitag 8.6.2018 in der Thomaskirche!

Eröffnungskonzert-Bachfest 2018 Leipzig Freitag 08.06.2018 » 17:00 Uhr Thomaskirche Leipzig

Johann Sebastian Bach (1675-1750) Toccata und Fuge d-Moll“ BWV 565

Johann Hermann Schein (1586-1630) „Herr Gott, dich loben wir(Te Deum laudamus)

J. S. Bach: Messe F-Dur, BWV 233

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) „Verleih uns Frieden gnädiglich“, MWV A11

Motetten aus dem Israelsbrünnlein von J. H. Schein und aus der Geistlichen Chormusik von Heinrich Schütz (1585-1672).

Vor genau 400 Jahren – im Jahre 1618 – komponierte der Leipziger Thomaskantor Johann Hermann Schein eines seiner prächtigsten geistlichen Konzerte, das 24-stimmige deutsche Te Deum »Herr Gott, dich loben wir«. Anlass für diese opulente Festmusik war die Hochzeit von Dorothea Sophia Möstel, der Tochter des amtierenden Bürgermeisters. Ein reichliches Jahrhundert später stellte Johann Sebastian Bach in Leipzig seine F-Dur-Messe zusammen und nutzte dabei das musikalische Material aus etlichen seiner Kantaten. In dem wiederum 100 Jahre später entstandenen Choralkonzert »Verleih uns Frieden gnädiglich« von Felix Mendelssohn Bartholdy spiegelt sich die große Bach-Verbundenheit des Komponisten wider.


Ausführende:

Thomasorganist Ullrich Böhme,

Gerlinde Sämann (Sopran), Anja Binkenstein (Sopran), Stefan Kahle (Alt),

Markus Brutscher (Tenor), Robert Pohlers (Tenor), Gun-Wook Lee (Bass),

Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig,

Stefan Altner (Orgel und Continuo-Orgel), Leitung: Thomaskantor Gotthold Schwarz

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Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 2. Tag!

Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 2. Tag!

Mein ABENDTAGEBUCH vom 2.Tag: Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg

                                                                         Emblem Luther 500 Jahre
                                                                an der Georgenkirche in Eisenach

I.
Nachmittags im Bach-Museum von Eisenach. Viel gibt‘s zu hören und zu sehen. Mich interessiert die desolate Auffindungsgeschichte von Bachs Gebeinen.
Ergebnis: ich war danach ziemlich niedergeschlagen.
Denn: von Bach’s Begräbnisort ist nichts zuverlässig überliefert. Auffindung und Transport der Gebeine vom Johannis-Friedhof in Leipzig zur Thomaskirche sind mehr als fraglich. Auch: die Rekonstruktion von Schädel und Aussehen Bach’s hält heutigen Möglichketen (z.B. DNA-Vergleich) nicht stand.

                                          Rezept-Buch von der Behandlung von J.S. Bach

Zu meiner Enttäuschung, daß wir von Bach wohl die falschen Skelettfunde in Leipzig verehren, kommt noch dazu, daß mit dem todkranken Kantor in Leipzig so schäbig umgegangen wurde. Man sehe sich nur die Rezepturen an, die dem Sterbenden verabreicht wurden. Nach einem zeitgenössischen Rezeptbuch von K.F Paulini wurden etwa mit Urin, Taubenblut und anderem Dreck die Operations-Wunden abgebunden. Auch abgeschrieben und als musikalisch überholt galt der alte Kantor (sein Nachfolger wurde schon gesucht), so daß aus Geldmangel die Familie nur auf die allgemein volkstümlich übliche Medizin zurückgreifen konnte. Schlimm !!!

                                   Taufbecken von J.S. Bach in der Georgenkirche Eisenach

II.
Meine Gedanken dazu: Bach‘s Überreste, sein Grab und Gedenkstein müssen daher wohl ‚in einem anderen Reich’ gesucht werden. Etwa in seinen Melodien, seinen lebenslang entworfenen Kantaten und Passionen, Orgelwerken und Konzerten. Da baut sich ein ‚Schloß im Himmel’ auf ( so Sir J.E. Gardiner)

                                Konzert in der Georgenkirche zum Bachfest in Eisenach

Martin Luther und Johann Sebastian Bach haben als zwei Genies Grenzen überschritten. Grenzüberschreitend müssen demnach ihre Gaben an die Welt gesucht werden. Beide sind verbunden. Sie sangen und lernten als Jungen im Abstand von 200 Jahren in der Kurrende und Schule dieser Georgenkirche. Hier wuchsen sie einige Jahre auf, dann wirkten sie in Mitteldeutschland und gingen für uns heutige ein in eine ewige Zeit und eine Welt ohne Grenzen.

III.
Am Abend: Da waren sie endlich-, Bach’s Melodien. Der Leipziger Universitätschor unter UMD David Timm war zu Gast. Die Leipziger brachten zwei Kantaten zur Aufführung. Sie gehen auf Luther-Lieder zurück: BWV 7 ,Christ unser Herr zum Jordan kam‘, ein Tauflied. Und BWV 69a Lobe den Herren, meine Seele‘. Dichterisch angereichert von J.O. Knauer.

IV.
Da von Bach kein Grab zu finden ist (vgl. I+II) versuchte ich, mir mehr ‚einen gedanklichen Grabstein‘ aufzubauen. Bausteine dazu waren die musikalischen Motiven, Akkorde, Tonsprünge. Irgendwie hörte ich immer Luther-Lieder und seine Wort-Zeilen dazwischen. Ein ‚cantus firmus’ als Grundierung oder ein Choral als Zusammenfassung.
Daß man mit Bach einen ,Gedenkstein’ aufbauen kann, hat vorgemacht: Francesco Tristano mit den Goldberg-Variationen beim Bach-Fest in Köthen 2016. (vgl. meinen Bericht dazu in Volkers Klassikseiten: F. Tristano baut mit bachschen Klängen eine Stadt).

V.
Weiter hörte ich Bachs bekanntes Orgelwerk, die „Toccata und Fuge d-Moll“ –  BWV 565. Aber kein Hinweis im Programm, das dieses Werk mit Wahrscheinlichkeit gar nicht von Bach stammt.

Nach den beiden Kantaten und dem Orgelwerk gab es noch eine Jazz-Messe, mit dem Studierenden-Chor, Schlagzeug, Percussion und was dazu gehört. Modernes, studentenhaftes und Bach vertragen sich.

                                Augustinerkloster Gotha. Blick aus meinem Zimmer

Gedankenverloren ging ich dann zurück in meine Pension ‚Katharienenschule‘. Ein imposantes ausgedientes Schulgebäude wird als wohlfeile Unterkunft weiter gebraucht. Gute Idee.

Gute Nacht

Adamo