Archiv der Kategorie: Franz Schubert

Grygory Sokolov – spielt live Klavierwerke von: J.S. Bach; Ludwig van Beethoven und Franz Schubert

AU Fest De la Roque d’Antheron – Internationales Klavierfestival in Frankreich!

J.S. Bach – Partita in B-dur, BMW.825 – I. Praeludium
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – II. Allemande
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – III. Corrente
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – IV. Sarabande
Bach – Partita in B-Dur, BMW 825 – V. Menuet I & Menuet II
Bach – Partita in B-Dur, BMW.825 – VI. Gigue

Ludwig van Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – I. Presto
Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – II. Largo und Mesto
Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – III. Menuetto. Allegro – Trios
Beethoven – Klaviersonate Nr. 7 in D-Dur, Op.10 Nr. 3 – IV. Rondo. Allegro

Franz Schubert – Klaviersonate a-Moll, Op.143 / D.784 – I. Allegro giusto
Schubert – Klaviersonate a-Moll, Op.143 / D.784 – II. Andante
Schubert – Klaviersonate in a-Moll, Op.143 / D.784 – III. Allegro vivace

Schubert – 6 Augenblicke musicaux, Op.94 / D.780 – I. Moderato, C-Dur
Schubert – 6 Momente musicaux, Op.94 / D.780 – II. Andantino in As-Dur

Schubert – 6 Momente musicaux, Op.94 / D.780 – III. Allegro moderato in f-Moll

      Grigori Sokolov

Grigori Lipmanowitsch Sokolow; Transliteration Grigorij Lipmanovič Sokolov; * 18. April 1950 in Leningrad) ist ein russischer Pianist. Er gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart.

Obwohl Sokolow in den 1970er und 1980er Jahren in der damaligen Sowjetunion eine beeindruckende Karriere machte, durfte er nur selten zu Konzertauftritten ins Ausland reisen, was ihn im Westen nur langsam bekannt werden ließ. Er gibt zudem ungern Interviews, spielt keine Aufnahmen in Studios ein und tritt nicht mit Orchester auf, da ihm die Probenzeiten für Orchesterkonzerte zu kurz sind. Gefürchtet ist seine penible Art, die Stimmung des Instruments auch kurz vor Konzertbeginn noch korrigieren zu lassen.

Inzwischen hat Sokolow über 1000 Konzerte gegeben, die oftmals begeisterte Kritiken erhielten, darunter in der Carnegie Hall in New York und im Wiener Musikvereinssaal. Der zurückhaltend auftretende Künstler veröffentlichte Platteneinspielungen bei dem kleinen französischen Label Opus 111, das zu dem Independent-Label Naïve Records gehört. Darunter sind Werke von J.S. Bach, Beethoven, Brahms und Chopin.

Die Deutsche Grammophon veröffentlichte im Januar 2015 einen Mitschnitt von Sokolows Salzburger Festspielkonzert im Sommer 2008 unter dem Namen The Salzburg Recital. Die Veröffentlichung wurde in der Presse überaus positiv besprochen und im Oktober 2015 mit dem ECHO Klassik in der Kategorie Solistische Einspielung des Jahres ausgezeichnet. Im September 2015 sorgte Sokolow für Aufsehen, als er den italienischen Musikpreis Cremona Music Award vor dessen Verleihung zurückwies, was er in Form einer handschriftlichen Notiz auf seiner Webseite begründete.

Sokolow ist für seine „makellose, brillant virtuose Technik“ bekannt, die „den Klang voll und satt […], aber nie massiv“ wirken lässt und dadurch eine „Freilegung höchster Musikalität“ ermöglicht.


AU Fest de la Roque d’Antheron – International Piano Festival in France!

Grigori Lipmanovich Sokolov; Transliteration Grigory Lipmanovic Sokolov; Born April 18, 1950 in Leningrad) is a Russian pianist. He is considered one of the most important contemporary pianists.

Although Sokolov made an impressive career in the 1970s and 1980s in the then Soviet Union, he was rarely allowed to travel abroad for concert appearances, which made him slowly known in the West. He also reluctantly gives interviews, does not record in studios, and does not perform with orchestra because he finds rehearsals for orchestral concerts too short. Dreaded is his meticulous way to have the mood of the instrument corrected just before the concert begins.

Meanwhile, Sokolov has given over 1000 concerts, which often received rave reviews, including at Carnegie Hall in New York and in the Vienna Musikvereinssaal. The restrained artist released recordings on the small French label Opus 111, which belongs to the independent label Naïve Records. Among them are works by J.S. Bach, Beethoven, Brahms and Chopin.

In January 2015 Deutsche Grammophon released a recording of Sokolov’s Salzburg Festival Concert in summer 2008 under the name The Salzburg Recital. The publication was very well received by the press and was awarded the ECHO Klassik in the Soloist Recording of the Year category in October 2015. In September 2015, Sokolov caused a stir when he rejected the Italian music award Cremona Music Award before its award, which he founded in the form of a handwritten note on his website.

Sokolov is known for his „flawless, brilliantly virtuoso technique“, which makes „the sound full and full, but never massive,“ thereby enabling „the release of the highest musicality“.


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Kirchenmusik Bergkirchen (OWL) Eröffnung der Reihe „Musik für Spaziergänger“ am 6.3.2016 um 16:30 Uhr

Kirchenmusik Bergkirchen (OWL) Eröffnung der Reihe „Musik für Spaziergänger“ 2016

Am Sonntag,, wird um 16.30 Uhr die Reihe „Musik für Spaziergänger“ 2016 mit einem Konzert für Querflöte und Marimbaphon in der Kirche zu Bergkirchen eröffnet.

Zu Gast sind die ungarischen Musiker Anita Farkas, Querflöte und Miklós Vitkóczy, Marimbaphon (großes Xylophon mit 5 2/3 Oktaven Tonumfang und 3 m Länge). Anita Farkas schloss ihr Studium 2011 an der Hochschule für Musik Detmold mit dem Konzertexamen ab. Hier lernte die junge, vielfach preisgekrönte Ungarin auch ihren Duo-Partner Miklós Vitkóczy kennen, der in der Klasse von Professor Prommel Schlagzeug studiert. Unter dem Titel „Tango trifft Neue Musik“ sind südamerikanische und klassische Werke von Josh Gottry „Foundations“, Bela Bartok „6 Rumänische Volkstänze“, Astor Piazzolla „Histoire du Tango“, Carl Philipp Emanuel Bach Sonate a-moll, Alfred Schnittke „Suite in Old Style“ und von Ney Rosauro „Two pieces for flute and Marimba“ zu hören.

Der Titel des Programms verspricht ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis. Die international bekannten Musiker spielen Werke, die in die temperamentvolle, rhythmische und leidenschaftliche Welt der Musik entführen. Der sanfte, tiefe Klang des Marimbaphons trifft hier auf den brillanten, eleganten Ton der Querflöte; eine faszinierende und wunderschöne Klangmischung.

Anstelle von Eintrittskarten wird eine Kollekte gesammelt.

Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus.

Weitere Informationen erhält man unter:

www.bergkirchen.net, E-Mail: musik@bergkirchen.net

Anita Farkas 2Anita Farkas gehört zweifellos zu den herausragenden Flötistinnen ihrer Generation. Fachjournalisten bescheinigen der jungen, vielfach preisgekrönten Ungarin „enorme Virtuosität und Klangvielfalt“.Anita Farkas wurde in Budapest in eine Musikerfamilie hineingeboren und siedelte schon im Kindesalter mit ihren Eltern in die Türkei um. Dort studierte sie am Konservatorium der Anadolu Universität und anschließend an der Musikakademie. Im Jahr 2004 wechselte sie in die Flötenklasse von Prof. János Bálint an die Hochschule für Musik Detmold, wo sie 2008 ihr Studium mit dem künstlerischen Diplom abschloss. 2012 legte sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab.

Anita Farkas erspielte sich bereits während ihres Studiums in der Türkei den 1. Preis beim Anadolu Universitätswettbewerb in der Solowertung. 2008 bekam sie beim 4. Internationalen Flötenwettbewerb in Krakau einen 2. Preis (der 1. Preis wurde nicht vergeben), ein Jahr später wurde sie mit dem 1. Preis des DAAD-Wettbewerbs ausgezeichnet. Ebenfalls 2009 ehrte sie der deutsche Richard-Wagner-Verband mit einem Stipendium und 2011 wurde ihr der GWK-Förderpreis Musik der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit zugesprochen.

Die Flötistin konzertiert vielfach als Solistin mit internationalen Orchestern, u.a. spielte sie mit dem Mahler Chamber Orchestra (MCO), den Dortmunder Philharmonikern, dem Sinfonieorchester Münster, der Budapester Staatsoper, dem BM Duna Sinfonieorchester, Ungarn, dem Wroclaw Chamber Orchestra, Polen, dem Bratislava Kammerorchester und dem Prager Symphonieorchester. Bei zahlreichen CD-Produktionen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen wirkte sie als Solistin und Orchestermusikerin mit. Konzertauftritte führten sie durch Deutschland, Frankreich, Italien, Ungarn, Polen, Schweiz, Türkei, USA, Chile, Peru und Taiwan.

Anita Farkas spielt seit 2008 mit dem Gitarristen Juan Carlos Arancibia im Arie Duo und im Duo Lumière mit der Harfenistin Jasmin-Isabel Kühne. Im Herbst 2010 zeichnete der Westdeutsche Rundfunk das Arie Duo in seinen „Open Auditions“ aus. Seine erste CD „Café“, die das Magazin des Bundes Deutscher Zupfmusiker als „absolut hörenswert“ empfahl, legte das Arie Duo 2012 vor. 2013 gewann es den 3. Preis beim Gerhard-Vogt-Wettbewerb  „Gitarre plus 1“ und den 2. Preis beim Leopold Bellan Kammermusikwettbewerb in Paris. Zum Duo Lumière schlossen sich Jasmin-Isabel Kühne und Anita Farkas 2013 zusammen. Seitdem konzertieren die beiden deutschlandweit.

Anita Farkas unterrichtet seit mehreren Jahren in Deutschland und ist seit 2013 Jurorin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Sie gibt Meisterkurse u.a beim Beigang International Music Festival in Taiwan, in Chile und Peru. Seit 2015 spielt die junge Künstlerin mit dem One Earth Orchestra.

Miklos Vitkoczy 1Miklós Vitkóczi ist 1991 in Budapest (Ungarn) geboren. Mit dem Schlagzeugspiel begann er im Alter von 12 Jahren. Er nahm an diversen Wettbewerben Ungarns erfolgreich teil, und gewann beim nationalen Wettbewerb ungarischer Musikschulen den 1. Preis. Auf einer gemeinsamen Konzerttournee im Jahre 2008 nach China und Indonesien im Vienna Symphony Orchestra konnte er an der Seite seines ehemaligen Lehrers wertvolle Orchestererfahrungen sammeln.

2010 wurde Miklós Vitkóczy für herausragende musikalische Leistungen mit der Ferenc Farkas-Auszeichnung der gleichnamigen Musikschule besonders geehrt. Mit den Donauer Symphonikern (Ungarn) spielte er 2011 das Marimba Solokonzert von Ney Rosauro. 2010 begann Miklós Vitkóczy sein Bachelor Studium an der Hochschule für Musik Detmold in der Klasse von Herrn Prof. Prommel. Nach erfolgreichem Abschluss setzt er nun sein Masterstudium fort. Neben solistischen Aktivitäten konzertiert er mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles und namhaften deutschen Orchestern wie der Musica Assoluta, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Philharmonie Südwestfahlen und dem Detmolder Kammerorchester. 2012 gründete Miklós Vitkóczi mit der Flötistin Anita Farkas ein Duo.

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Kirchenmusik Bergkirchen (OWL) Die „Winterreise“ von Franz Schubert am 7.2.2016

Konzert, Kirche in Bergkirchen (Lippe) am Sonntag, 07.02.2016 um 16:30 Uhr

Am Sonntag, 7. Februar 2016, enden die Winterkonzerte in der Kirche zu Bergkirchen um 16.30 Uhr mit der Winterreise von Franz Schubert. Zu Gast sind dann der Professor der Hochschule für Kirchenmusik Halle Christopher Jung (Bariton) und der Professor der Musikhochschule Detmold Piotr Oczkowski (Klavier). Die Winterreise ist einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik und wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern (Bass, Bariton, Tenor), aber auch von Sängerinnen (Mezzosopran, Alt, Sopran) interpretiert.

Anstelle von Eintrittskarten wird eine Kollekte gesammelt.

Weitere Informationen erhält man unter:

www.bergkirchen.net, E-Mail: musik@bergkirchen.net

Die Texte der Winterreise stammen von Wilhelm Müller (1794–1827). Müller kam aus Dessau und verkehrte im schwäbischen Dichterkreis um Ludwig Uhland, Justinus Kerner, Wilhelm Hauff und Gustav Schwab. Franz Schubert fühlte sich von den Texten unmittelbar angesprochen und vertonte sie im Todesjahr Wilhelm Müllers. Die ersten 12 Gedichte verarbeitete er, laut Autograph, im Februar 1827. Diese wurden dann am 24. Januar 1828 von dem Wiener Verleger Tobias Haslinger veröffentlicht. Wahrscheinlich im Spätsommer 1827 stieß Schubert dann auf die restlichen 12 Gedichte, die er nun auch vertonte. Diese wurden erst sechs Wochen nach Schuberts Tod, am 31. Dezember 1828 veröffentlicht. Schubert und Müller sind sich nie persönlich begegnet. Ob dieser noch vor seinem Tode 1827 von Schuberts Vertonungen erfuhr, ist unklar.

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang. Im Verlauf des Zyklus wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einem Liebeserlebnis, das bereits vor Beginn des Zyklus abgeschlossen ist, Liebe und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Das Werk Müllers kann auch als politische Lieddichtung begriffen werden, in der er seine von den Fürsten enttäuschte und verratene Vaterlandsliebe; d. h. die Hoffnung auf Freiheit, Liberalismus, und Nationalstaat; thematisiert.

Innerhalb des Zyklus lässt sich kein durchgehender Handlungsstrang erkennen. Es handelt sich eher um einzelne Eindrücke eines jungen Wanderers. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er zunächst starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt – von Schubert durch den häufigen Wechsel des Tongeschlechts verdeutlicht –, bevor sich allmählich eine einheitliche, jedoch vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt.

Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. Die Melodie erstarrt hier zur banalen Formel, das musikalische Leben hat sich verflüchtigt und das Gefühl scheint aus einem verloschenen Herzen entwichen zu sein – und doch gelingt Schubert in dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit hier eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.

Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ endet die „Winterreise“. Manche sehen in diesem Lied die Kunst als letzte Zuflucht dargestellt, andererseits wird der Leiermann, dem der Wanderer sich anschließen will, auch als Tod gedeutet.

Jung (Bariton) & Oczkowski (Piano)

Jung (Bariton) & Oczkowski (Piano)

Biographie: Bariton Christopher Jung

Der Bariton Christopher Jung begann früh mit seiner musikalischen Ausbildung. Er spielte als Kind Viola und war mehrfach Preisträger bei Jugend musiziert. Mit 10 Jahren wurde er als Knabensopran von E.L Schmid unterrichtet und übernahm bald solistische Aufgaben u.a. am Mannheimer Nationaltheater unter Donald Runnicles. Nach dem Stimmwechsel und einem 1. Preis als Bariton beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert studierte er zunächst Medizin, bevor er von 1993 bis 1998 an den Musikhochschulen Berlin und Leipzig bei Prof. Helga Forner ein Gesangsstudium und ein Gesangspädagogikstudium mit Auszeichnung absolvierte. Im Jahr 2000 folgte das Konzertexamen  ebenfalls mit Auszeichnung. Parallel dazu wurde er in den Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann unterrichtet. Er besuchte Meisterkurse bei Hans Hotter, Walter Berry, Werner Hollweg, Claudia Eder und Hartmut Höll.

Nach mehreren Auszeichnungen und Preisen (u.a. Deutsche Schubertgesellschaft, Suder-Lied-Wettbewerb) gab der Bariton sein Operndebüt in der Rolle des Papageno in Mozarts Zauberflöte am Mittelsächsischen Theater Freiberg. Seither führen ihn zahlreiche Engagements an renommierte Bühnen im In- und Ausland u.a. zum Theaterfest nach Delphi (Griechenland), mit einer “Winterreise” nach Indien, zum MDR Musiksommer, zu den Semanas musicales nach Chile nach Venezuela und Kuba, den Dresdner Musikfestspielen, dem Bachfest Leipzig, dem Kunstfest Weimar, an die Komische Oper Berlin, an die Oper Leipzig, an das Opernhaus Halle und gemeinsam mit Graham Johnson an die Kölner Philharmonie. In der Opernwelt 2000 wurde er für seine Interpretation des „Hans Sachs“ von A. Lortzing als „Bester Nachwuchssänger“ nominiert.

Er unterrichtet als Professor an der Hochschule für Kirchenmusik Halle (Saale) und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zahlreiche Rundfunk und CD Aufzeichnungen dokumentieren sein bisheriges Schaffen.

Biographie: Pianist: Piotr Oczkowski

Pianist: Piotr Oczkowski entstammt einer Musikerfamilie und wurde in Krakau, Polen, geboren. Im Alter von sechs Jahren emigriert er nach Maracaibo, Venezuela. Eine größere Gruppe polnischer Musiker wird zur Gründung des Symphonischen Orchesters Maracaibo von der venezolanischen Regierung angestellt, darunter auch die Eltern. Seinen ersten Klavierunterricht erhält er mit acht Jahren bei der Konzertpianistin Elzbieta Sobkowicz, die auch mit übersiedelte. Schon mit 11 Jahren debütierte er als Solist mit Joseph Haydns D-Dur Klavierkonzert mit dem Symphonischen Orchester Maracaibo. Bald darauf folgten Aufnahmen im venezolanischen Rundfunk und Fernsehen als auch weitere Auftritte mit diversen venezolanischen Orchestern. Mit 15 Jahren ging Oczkowski nach Bloomington, USA, als „Special Student“ an die Indiana University und wurde in die Klavierklasse des chilenischen Pianisten und Komponisten Alfonso Montesino aufgenommen. In Bloomington legte er sein High-School-Diplom ab. Im Alter von 17 Jahren kam er mit einem Stipendium des DAAD Bonn nach Deutschland und beginnt ein Hochschulstudium an der Nordwestdeutschen Musikhochschule in Detmold bei Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr. Dort absolvierte er 1990 seine Reifeprüfung im Fach Klavier.

Seine Ausbildung setzte er als Stipendiat des venezolanischen Kultusministeriums CONAC mit einem Aufbaustudium am Richard-Strauss-Konservatorium, München, bei dem russischen Pianisten Vadim Suchanov fort. Er nahm an den internationalen Meisterkursen mit dem russischen Professor Dimitri Bashkirov am Mozarteum Salzburg und dem Ruhr-Klavierfestival in Recklinghausen teil. Sein weiterer musikalischer Weg führte ihn zu Prof. Elgin Roth, Hamburg und zu Prof. Dr. Marco Antonio de Almeida, der ihn zur Aufnahme des Studiums im Fach „Musikpädagogik und Aufführungspraxis“ an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale führte. Dieses Studium schloß Oczkowski im Herbst 2000 mit Auszeichnung ab.

1995 nahm er an den „Polnischen Kulturtagen in Bayern“ mit mehreren Konzerten teil. 1999 spielte er das Eröffnungskonzert des Festivals „Von Chopin bis Penderecki“ im Prinzregententheater München. Im Mai 2000 absolvierte er die von der Schmidt-Bank organisierte Konzerttournee „Musik in der Bank“ durch Bayern und Sachsen. Weitere Konzerte fanden in der Meistersingerhalle Nürnberg, in der Musikhalle Hamburg, in „Jameos del Agua“ auf Lanzarote und in Sao Paulo, Brasilien statt. 2005 und 2006 nahm er am Festival de Música de Londrina in Brasilien als Pianist und Dozent teil. Auch 2007 ist seine Teilnahme vorgesehen.

Oczkowski spielte als Solist mit dem Warren Symphony Orchestra, Detroit, USA, dem Orquesta Sinfónica de Maracaibo, Venezuela, dem Orquesta Filarmónica de Venezuela, dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode, der Westsächsischen Philharmonie und dem Philharmonischen Staatsorchester Halle. Neben seiner pianistischen Karriere ist er auch in seiner pädagogischen Arbeit sehr produktiv: 1998 wurde er Lehrbeauftragter an der Martin-Luther-Universität, Halle/Saale im Fach Korepetition und Liedbegleitung. Seit November 2000 war er dort als Dozent für das Hauptfach Klavier und Liedgestaltung tätig. Im Oktober 2006 übernahm er eine Professur als Leiter des Hochbegabtenzentrums an der Hochschule für Musik Detmold.

Pianist: Piotr Oczkowski ist Preisträger folgender Wettbewerbe:

1983 Indianapolis Concert Competition, Indiana, USA

1983 Grand Rapids International Piano Competition, Michigan, USA

1989 I. Nationaler Chopin-Wettbewerb in Caracas, Venezuela

1991 VIII. Lateinamerikanischer Klavierwettbewerb „Teresa Carreño“, Caracas, Venezuela

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CD-Vorstellung: Schubert „Die Winterreise“ mit James Gilchrist und Anna Tilbrook

Aller guten Dinge sind drei: nach Die schöne Müllerin und Schwanengesang ist jetzt mit der Winterreise die Aufnahme des dritten großen Liederzyklus von Franz Schubert mit James Gilchrist und Anna Tilbrook bei ORCHID Classics veröffentlicht worden. Und – um es vorweg zu nehmen – diese Aufnahme bietet noch einmal eine Steigerung, und ich möchte meinen Eindruck ganz profan zusammenfassen: Das Beste kommt zum Schluss!

In Winterreise vertonte Franz Schubert, wiederum wie bei Die schöne Müllerin, Gedichte von Wilhelm Müller. Auch hier gibt es ein den ganzen Zyklus durchziehendes Grundgerüst. Ein junger Mann verlässt seine Freundin/Geliebte und die Stadt, in der sie lebt. Im Laufe der folgenden 23 Lieder durchlebt er alles, was ein an der Liebe verzweifelter Mensch aushalten zu müssen glaubt. Die erste Hälfte des Zyklus ist eher von der Flucht aus der Stadt und von dem Blick auf sein Inneres bestimmt, während sich in der zweiten Hälfte, die Schubert ein halbes Jahr später vertonte, der Blick des jungen Mannes eher nach außen richtet und die Todessehnsucht immer mehr wächst. Zum Schluss hat er als Begleitung nur einen alten Leiermann, der an seiner Leier drehend im Nichts entschwindet. Als Schubert seinen Freunden die erste Hälfte des Zyklus vorführte, waren diese über das düstere Wesen der Lieder bestürzt. Schubert jedoch hielt sie für seine besten Werke. Mittlerweile gehört die Winterreise zu den wichtigsten Werken im Bereich des Kunstliedes.

Cover WinterreiseNach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, mich diesem Werk zu nähern, wartete ich gespannt auf diese CD, nachdem ich durch die beiden zuvor erschienen vom Saulus zum Paulus im Bereich Lied bekehrt wurde. Und James Gilchrist ist gemeinsam mit Anna Tilbrook wieder der Sänger, der sich NICHT auf das Podium stellt und den Zuhörer ob seiner großen Kunst in Ehrfurcht erstarren lässt. Nein, er klettert herunter auf Augenhöhe und ist der Erzähler, der mitleidet, der auf alle Distanz verzichtet, der den Zuhörer an die Hand nimmt und ihm dank seiner Eindringlichkeit keine Chance gibt, sich den geballten Emotionen zu entziehen. Da höre ich, wie getrieben sich der junge Mann fühlt, wie hilflos, wie die Zeit stehen bleibt, er wie gelähmt ist oder wie plötzlich das Grauen und der Schmerz mit großer Kraft hervorbricht. Ich höre große Spannungsbögen, ganz fahle, aber auch sehr innige, zarte Töne, sowie Töne, die einfach verschwinden und andere, die wehtun. Ich höre und fühle die Erschöpfung und die Verzweiflung darüber, die ganze Seelenqual und die Aggressivität, die emotionale Berg- und Talfahrt, die Eiseskälte in der Winterlandschaft und im Herzen und das Fragezeichen ganz am Ende. Gilchrist scheut sich nicht, bis an die Grenzen des Singbaren und auch darüber hinaus zu gehen. Dadurch wird es eine ganz besonders berührende Reise, mit einer Spannung, die sich von Lied zu Lied steigert. Ich brauchte eine lange, sehr lange Zeit der Stille, bis ich wieder bei mir selbst war – in der Gewissheit, dass nach jedem Winter ein Frühling kommt, dass es nach jeder Dunkelheit wieder hell wird. Denn auch dies steckt in der Musik. Nicht im Text, aber in der Musik. So habe ich es jedenfalls bei dieser Aufnahme empfunden. Ich lasse es jetzt bei diesem Gesamteindruck und gehe nicht auf einzelne Lieder ein. Denn als ich den Versuch machte, die Lieder mit Text vor den Augen und Stift in der Hand zu hören, packte mich sehr schnell dieser Sog, den beide Künstler entfachen, nämlich sich einfach der Musik zu überlassen und mit auf die Reise zu gehen.

Hilfreich ist dabei natürlich auch die exzellente Aussprache von James Gilchrist, die in kaum einem Punkt den nicht muttersprachlichen Sänger erkennen lässt. Jedenfalls hat mich nichts aus meiner Versenkung während des Hörens herausgeholt. Ganz im Gegenteil – dieser Sänger weiß ganz genau, was er singt und er bezieht das Element Sprache und den Sprachfluss sehr bewusst in seine Interpretation mit ein. Da gibt es z.B. zart hingetupfte, an anderen Stellen explodierende Konsonanten, wie es in dem jeweiligen Kontext einfach nicht anders sein kann. Das ist selbst bei deutschen Sängern, auch bei durchaus sehr bekannten, nicht selbstverständlich. Ganz besonders fiel mir der natürliche Sprachfluss auf. Vielleicht ist es ja auch für einen ausländischen Sänger von Vorteil, unbelastet mit den Unterrichtseinheiten zu Sturm und Drang während der Schulzeit und der in jedem Wunschkonzert anzutreffenden Silcherschen Männerchorversion von Am Brunnen vor dem Tore dieses Werk zu entdecken und somit vielleicht nicht als „Lyrisches Ich“ Distanz halten zu müssen.

Anna Tilbrook und James Gilchrist
A. Tilbrook + J. Gilchrist, © Patrick Allen, operaomnia.co.uk

Man hört, dass James Gilchrist und Anna Tilbrook dieses Werk schon sehr oft gemeinsam aufgeführt haben, wie James Gilchrist in seinem umfangreichen Beitrag zur Winterreise im Allgemeinen und im Besonderen im Booklet (auch wieder in deutscher Übersetzung) ausführt und dass sie sehr, sehr vertraut damit sind. Meiner Meinung nach ist dies die ausgereifteste und am meisten berührende Interpretation, die ich von beiden zusammen bzw. von James Gilchrist im Bereich Lied gehört habe. Fast bedauere ich es etwas, dass Franz Schubert nicht 4 große Liedzyklen vertont hat und diese kleine Reihe hiermit beendet ist.

Dies sind meine ganz persönlichen Eindrücke, die ganz bestimmt nicht jeder teilen wird. Aber hört selbst und bildet Euch Euer eigenes Urteil.

Diese Aufnahme ist vor der renommierten britischen Musikzeitschrift „BBC Music Magazine“ in seiner Weihnachtsausgabe als „Einspielung des Monats“ ausgezeichnet worden. Unter der Überschrift „Eine abschreckende Winterreise“ zeigt sich Michal Tanner beeindruckt von James Gilchrists „verheerender Winterreise“. Ein paar kurze, übersetzte Auszüge zeigen dies deutlich:
[…]Dies ist eine eindrucksvolle, tief beunruhigende Einspielung dieses bedeutendsten Liederzyklus. […]
[…]Gilchrist ist stetig frisch und erfrischend in seinem Annäherungsversuch, ohne jemals gekünstelt zu wirken. Das Gleiche gilt, eigentlich noch mehr, für seine Pianistin Anna Tilbrook. Sie setzt in nahezu jedem Lied neue Glanzlichter […]
[…]Gilchrist und Tilbrook brechen zu der langen Reise mit viel Hoffnung und Erwartung auf, als ob sie eine Chance spüren, dass die Dinge nicht so schlimm sind wie sie scheinen. Dies verstärkt nur das unerträgliche Leiden, das später kommt, wenn dem Wanderer die Hoffnung verloren geht[…]
[…]Natürlich ist die Winterreise so metaphysisch großartig, dass mehr als eine Einspielung einschließlich der verschiedenen „Wilden“ unbedingt erforderlich ist. Ich werde die CD jedoch als eine der unbedingt erforderlichen Interpretationen ebenso wie eine der am besten ausgewogenen zwischen zwei Partnern schätzen. […]

Derzeit ist die CD in Deutschland bei Amazon und JPC zu erhalten. Wer über ein PayPal-Konto verfügt, kann auch direkt beim Label Orchid Classics bestellen. Dank günstigem Kurs und Verzicht auf Versandkosten auch nach Deutschland ist das eine günstige Alternative.

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Link zu Orchid Classics 

Link zum BBC Music Magzine Podcast  (Beginn des Beitrages zur Winterreise nach ca. 1 1/2 Minuten)

 

Deutschsprachige Rezensionen

Einsatz aus dem Nichts
KulturSPIEGEL 2/2012, Seite 32/33

Differenzierte Winterreise
Klassik.com, 2.2.2012

 

Andere zum Thema passende Blogartikel: 

Biografie James Gilchrist 

Der Textverfasser des Liederzyklus: „Schubert’s Winterreise“ Johann Ludwig Wilhelm Müller, Dessau 

CD-Vorstellung: „Die Schöne Müllerin“ – James Gilchrist 

CD-Vorstellung: Beethoven „An die ferne Geliebte“ und Schubert „Schwanengesang“ – James Gilchrist und Anna Tilbrook

Blog-Treffen in Bückeburg und OWL mit einem Konzert in Löhne-Mennighüffen Ev. Gemeindehaus „Siemshof“

Liebe Blog-Mitglieder!

Johann Christoph Friedrich Bach

Das nächste Treffen ist für den Samstag, 11. Juni 2011 nach Bückeburg und OWL vereinbart. Dort begeben wir uns auf die Spuren des „Bückeburger Bach“ Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) der dort 45 Jahre als
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„Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus“ am Hof  in Bückeburg
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in Diensten stand.
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Nach einer umfangreichen Besichtigungs-Tour in Bückeburg setzen wir die Fahrt am Nachmittag nach Heford zum Museum „MARTa“ fort.
Als krönender Abschluss des Tages erfolgt im Ev. Gemeindehaus Siemshof, Mennighüffen-Ostscheid, um 18 Uhr ein Konzert mit Auszügen aus Schuberts-Winterreise und von J.S. Bach die Eingangs-Arie für Alt aus der Kantate BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“  mit Flügel-Begleitung.
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Konzert am 11. Juni um 18.00 Uhr im Ev. Gemeindehaus Siemshof in Löhne-Mennighüffen

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Ev. Gemeindehaus Siemshof Löhne-Mennighüffen

Ein Treffen / eine Begegnung besonderer Art erwartet uns am 11. Juni 2011. Das J.S. Bach-Forum „Volkers Klassikseiten J. S. Bach“ http://meinhardo.wordpress.com/ war zunächst ausschließlich ein Internetforum zum Meinungsaustauschüber die Musik von Johann Sebastian Bach. Das Interesse konzentrierte sich dabei auf Aufführungen unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner mit seinem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists. Inzwischen sind die Mitglieder aus ihrer Anonymität herausgetreten. Sie treffen sich zu Konzerten während der Bachfeste in Leipzig, Köthen und Arnstadt, sowie zu Konzerten andernorts in ganz Deutschland.

Einmal im Jahr trifft man sich an einem ausgewählten Ort aus einem besonderen Interesse und Anlass. In diesem Jahr wird der Bückeburger-Bach besucht. Dazu führen die Wege aus Leipzig, Dresden, Münster, Hannover, der Schweiz, Holland, Herford, Spenge, Velbert und Löhne zunächst nach Bückeburg und dann nach Löhne-Mennighüffen bzw. Siemshof. Dort soll der Abschluss dann abends um 18.00 Uhr  im Ev. Gemeindehaus sein mit einem kleinen Konzert. Claudia von Felbert wird für uns singen und Sie sind alle ganz herzlich eingeladen, u.a. Teile aus Schuberts Winterreise im Sommer zu erleben. Aber der große Meister fehlt natürlich auch nicht: der Eingangssatz aus J. S. Bach, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ wird ein wunderschöner Ausklang sein.

Besuch des Museum's "MARTa" in Herford

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Programm:

Auszüge aus Schubert’s Winterreise Arie für Alt:

Eingangs-Satz aus der Kantate BWV 170

„Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“

Ausführende:

Claudia von Felbert, MezzoSopran

Dmitri Grigoriev, Flügel-Begleitung

Eintritt: frei am Ausgang wird um eine Spende für das Konzert gebeten.

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Folgende Auszüge aus der Winterreise von Franz Schubert  werden vortragen:
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Programm:
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Franz Schubert „Die Winterreise op. 89“
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1.   „Gute Nacht“ (Fremd bin ich eingezogen) D 911,1 / Tonart: d-Moll

5.   „Der Lindenbaum“ (Am Brunnen vor dem Thore) / Tonart: D 911,5  E-Dur

7.   „Auf dem Flusse“ (Der du so lustig rauschtest) D 911,7 / Tonart: e-Moll

11. „Frühlingstraum“ (Ich träumte von bunten Blumen) D 911,11 / Tonart: A-Dur

15. „Die Krähe“ (Eine Krähe war mit mir) D 911,15 / Tonart: c-Moll

20. „Der Wegweiser“ (Was vermeid’ ich denn die Wege) D 911,20 / Tonart: g-Moll

21. „Das Wirtshaus“ (Auf einen Todtenacker) D 911,21 / Tonart: F-Dur

22. „Muth!“ (Fliegt der Schnee mir in’s Gesicht) D 911,22 / Tonart: g-Moll

24. „Der Leiermann“ (Drüben hinterm Dorfe) D 911,24 / Tonart: a-Moll

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Anmerkung zum Inhalt von Schubert’s Winterreise:

Winterreise ist ein Liederzyklus bestehend aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier, den Franz Schubert im Herbst 1827, ein Jahr vor seinem Tod, vollendete. Der vollständige Titel des Liederzyklus lautet: Winterreise. Ein Cyclus von Liedern von Wilhelm Müller. Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte komponiert von Franz Schubert. Op. 89.
.Der Zyklus wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern (Bass, Bariton, Tenor), aber auch von Sängerinnen (Mezzosopran, Alt, Sopran) interpretiert. Das Werk gilt neben dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ als Höhepunkt der Gattung Liederzyklus und des Kunstliedes. Es gilt sowohl technisch als auch interpretatorisch als große Herausforderung für Sänger und Pianisten. 
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Innerhalb des Zyklus lässt sich kein durchgehender Handlungsstrang erkennen. Es handelt sich eher um einzelne Eindrücke eines jungen Wanderers. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er zunächst starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt – von Schubert durch den häufigen Wechsel des  Tongeschlechts verdeutlicht –, bevor sich allmählich eine einheitliche, jedoch vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt.
Im Ausklang des Zyklus trifft der Wanderer auf den Leiermann, der frierend seine Leier dreht, aber von niemandem gehört wird. Die Melodie erstarrt hier zur banalen Formel, das musikalische Leben hat sich verflüchtigt und das Gefühl scheint aus einem verloschenen Herzen entwichen zu sein – und doch gelingt Schubert in dieser Szenerie unendlicher Hoffnungslosigkeit hier eines seiner anrührendsten und gleichzeitig schlichtesten Lieder.
Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ endet die „Winterreise“. Manche sehen in diesem Lied die Kunst als letzte Zuflucht dargestellt, andererseits wird der Leiermann, dem der Wanderer sich anschließen will, auch als Tod gedeutet.
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Kurz-Biographien von den Mitwirkenden:

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Dmitri Grigoriev - Piano - Bild: Traum

Dmitri Grigoriev (Piano) studierte in St. Petersburg und schloss dort mit dem Orgelkonzert-Examen ab. Seit 2004 studierte er in Herford an der Hochschule für Kirchenmusik. Sein C-Studium wurde in Deutschland anerkannt und so konnte er das B- und schließlich das A-Studium beginnen. In 2010 beendete Dimitri Grigoriev sein A-Studium mit Erfolg. Er ist voraussichtlich bis Ende 2011 als Kirchen-Kantor – in Vertretung – in der Ev. Kirchen-Gemeinde Bielefeld-Sennestadt tätig.

Claudia von Felbert - Mezzosopran

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Claudia von Felbert – Mezzosopran

Wohnhaft in Velbert – hat seit 1992 als Chorsängerin im Vokalensemble Hamm-Herringen und in Ehingen/Donau unter der Leitung von Christoph Mehner mitgewirkt.

Seit 2005 erhält sie Gesangsunterricht bei Christina Michel in Essen und hat seit 2000 regelmäßige Soloauftritte bei verschiedenen Veranstaltungen.

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Ich wünsche allen Blog-Teilnehmern ein wunderbares Treffen und den Besuchern des Konzertes im Ev. Gemeindehaus Siemshof eine schöne Konzert-Stunde.

Herzliche Grüße

Volker