Archiv für den Tag 7. Februar 2008

Archiv-Beitrag: Bericht über die Matthäus-Passion von J.S. Bach am 6. März 2005 im Kaiserdom in Königslutter.


6.2.2007 von Volker /admin.

Hallo,

hier möchte ich über meinen Besuch der Matthäus-Passion (J.S. Bach); von Gardiner am 6. März 2005 im Kaiserdom von Königslutter berichten.

Foto: Kaiserdom Königslutter (Foto Domgemeinde)

Als Problem erwies sich im Vorfeld die Meisterung der vorhanden schlechten Akustik in dem alterwürdigen Kaiserdom aus dem 11.Jahrhundert, viele Säulen, Nischen und Gänge, die ein ungetrübtes Klangbild behindern.

Foto: Gardiner am Vortag in der Probe in Königslutter (Foto: newsclick)

Gardiners Idee, in der Mitte des Hauptganges eine Bühne mit Resonanzboden aufstellen zu lassen, sodass die Akustik besser zu beherrschen war, erwies sich als einigermaßen gelungen. Die Besucher um die Bühne gruppiert, gab einen intimen Rahmen und der Kontakt zu den Aufführenden wurde dadurch enorm verbessert.

Die Aufführung der Matthäus-Passion erfolgte in der Fassung von 1736, in der Bach größere Eingriffe in der Substanz und Instrumentierung vorgenommen hatte.
Der erste Teil, den Cantus Firmus im Eingangssatz von den “Trinity Boys Choir” dargeboten, erwies sich als schöne Einstimmung auf das nun folgende – wohl gewaltigste christliche Meisterwerk – des Universums.

Hier hätte ich dem 1. Chor mehr an Klangvolumen gewünscht, was sicherlich auch an der problematischen Akustik gelegen haben mag. Die Gesangssolisten hatten ebenfalls große Mühe, verständlich den Text und mit ihrem Stimmvolumen den Raum zu füllen.

Die Instrumentierung der English Baroque Soloists war grandios, die unterschiedlichsten Nuancen wunderschön gespielt und umgesetzt, kein Piepser auf den alten Instrumenten, eine wahre berauschende Klangfülle, welches von diesem Orchester ausgeht.

Wie schön getragen und interpretiert die Choräle, ohne Hetze, wie schon so oft bei iGardiner kritisiert, wurden sie gesungen, eine absolute Meisterleistung von Könnern an Gesangskräften, die dieses hervorragend umsetzten. Hier erwies sich ein in Jahren gereifter Leiter und Dirigent J.E. Gardiner als eine wunderbare Offenbahrung.

Als eine Idealbesetzung erwies sich für den Part des Evangelisten der Tenor mit Mark Padmore besetzt, sein Stimmvolumen brachte keine akustischen Probleme, verständlich in der Textaussage war er eine vorzügliche Bereicherung für das gesamte Ensemble.

Foto: Tenor (Evangelist) Mark Padmore

Etwas dagegen abfallend, der Bassbariton Dietrich Henschel (Jesus,) der vom Gesangsvolumen in den tieferen Lagen überfordert erschien.

Foto: Bass-Bariton (Jesus) Dietrich Henschel

Nach einer dreiviertel Stunde Pause geriet der 2. Teil zum absoluten Höhepunkt des Konzertes.

Die Solopartien der Gesangssolisten, bestückt mit hervorragend geschulten Nachwuchs-Gesangskräften der vier Chöre, hier einmal herausgestellt der Counter-Tenor Mark Chambers, der die Altpartien Nr. 51 „Erbarm es Gott! Hier steht der Heiland angebunden“ und Nr. 52 „Können Tränen meiner Wangen Nichts erlangen“ in einer so beeindruckenden Weise gesanglich vortrug, die mich erschauern ließ, so manche Träne wurde von mir und im Publikum verstohlen weggewischt.

Wie überhaupt die Arien, Rezitative des zweiten Teils inniger, unter die Haut gehend, nicht musiziert werden können, ob gesanglich oder instrumental von allen Beteiligten dargeboten, war es für mich die bisher ergreifende und ungewöhnlichste Matthäus-Passion, die ich Live erleben durfte trotz mancher Abstriche, infolge der ungewöhnlichen Akustik.

Besonders beeindruckend, wie innerlich bewegend die gesamten Solisten, ob Chor oder Orchester sowie J.E. Gardiner, bei den Gesangspartien des Evangelisten, die Augen geschlossen und die Hände gefaltet, den Worten und der Musik lauschend zuhörten.
Das Publikum wurde dermaßen von diesen Passagen des Werkes eingenommen, dass selbst das Husten unterblieb. Nach dem Schluss-Ton geriet man in einen Trancezustand, absolute Stille umgab die Aufführungsstätte, Gardiner verharrte in sich gekehrt und entschwand kurze Zeit später von der Bühne um nicht wieder zurückzukehren.

Ein riesiges Dankeschön für diese unvergleichliche Passionsmusik, die ein Bachkenner von Gottesgnaden in der Person von J.E. Gardiner mit seinen Gesangssolisten, Chören und seinem betörenden Barockorchester den Besuchern zu vermitteln vermag. Dermaßen ergriffen und aufgewühlt endete eine Bach’sche Aufführung, die mir ewig im Gedächtnis haften bleiben wird.

Herzliche Grüsse

Volker

Archiv-Beitrag: DVD / J.S. Bach “Markus-Passion nach BWV 247″ Rekonstruktion von Ton Koopmann


DVD Markus-Passion Ton Koopman

1.4.2007 von Volker /admin.

Hallo zusammen,

wer kennt die Rekonstruktion der Markus-Passion von Ton Koopman oder eine CD von ihm, würde mich über eine Rückmeldung freuen.

DVD “Markus-Passion nach BWV 247″
(Rekonstruktion von Ton Koopman)

Pregardien, Kooy, York, Landauer, Agnew, Mertens,
Amsterdam Baroque Choir & Orchestra, Koopman (125 Min.)
Sound:DSS 5.1;Bild:WS;Sub:D, E,F, NL

Sonderpreis gültig bis 30.4.2007 “EUR 14,99″
danach EUR 22,99

Bestellung: bei j p c

Grüße
Volker

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Es gibt zur „Markus Passion“ einen weiteren Hauptbeitrag, nachstehenden Link anklicken:

LINK hier klicken

Archiv-Beitrag: Ansbacher Bachwoche 2007, M. Suzuki mit der Matthäus Passion in St. Gumbertus


Foto: St. Gumbertus, Ansbach (Foto: Bachwoche Ansbach)

7.9.2007 von Muriel.

Hallo,

eine Aufführung der Matthäus Passion von J.S. Bach fand unter der Leitung von Masaaki Suzuki in St. Gumbertus in Ansbach im Rahmen der Ansbacher Bachwoche 2007 – am 4. August 2007, 20:00 Uhr – statt.

Mitwirkende:

Carolyn Sampson, Sopran
Robin Blaze, Altus
Gerd Türk, Tenor (Evangelist)
Peter Kooij, Bass (Jesus)
Dominik Wörner, Bass-Bariton
Bach Collegium Japan

Leitung: Masaaki Suzuki

Ich komme eben aus Franken zurück, wo ich in Ansbach die “Matthäuspassion” mit dem japanischen Wunderchor hörte. Der Chor ist wirklich sehr beeindruckend. Trotz vieler Schweißausbrüche auf der Orgelempore – ich sah nichts, wenn ich nicht aufstand – es war ein Erlebnis. Gerd Türk ein vorzüglicher Evangelist, gegen den alle englischen hochdramatischen Tenöre einpacken können, Carolyn Sampson in toler Steigerung und als Jesus Koy, ein Mann aus Belgien.

Es wurden auch japanische Solisten eingesetzt, deren Singen für uns festgelegten Europäerinnen gewöhnungsbedürftig ist. Neu für mich auch, dass Evangelist und “Jesus” auch jeder eine Arie sangen. Ich bin davon überzeugt, dass Bach in Japan eine gute Stellung bekommen hat und die Zukunft seiner Musik nicht auf die Europäer festgelegt ist.

Liebe Grüße
muriel<

Archiv-Beitrag: Weihnachtsoratorium-Einspielung von Diego Fasolis


Falls jemand sich mal wieder jemand mit einer neue WO-Einspielung verwöhnen möchte – Jene von Diego Fasolis wäre eine echte Wahl mit Lynn Dawson, Bernhard Landauer, Charles Daniels und Klaus Mertens, der von Ton Koopman für diese Aufnahme dankenswerter Weise frei bekommen hat.

Der Coro della Radio Svizerra macht eine ordentliche Figur, wenn er sich auch nicht mit dem Monteverdi Choir messen kann; vom Feinsten sind die I Barocchisti und wirklich frappierend gut die Orchesterarbeit Fasolis, vom Klangbild bis zur Phrasiologie und Artikulation. Erwähnt sei auch die sehr gute Tonqualität dieser Aufnahme (technisch), ein Leckerbissen für Besitzer guter Kopfhörer!!!

Wer ähnliches erleben will, muss schon bei Gardiner in der ersten Reihe sitzen 🙂 So ein sonor-seidiger Klang bei den Streichern und Holzbläsern, keine Spur des manchmal bei Originalinstrumenten durchkommenden Säbelklangs bei den Violinen. Auch gemeinste Trompetenpartien (Herr wenn die stolzen Feinde, Nun seid ihr wohl gerochen) sind derart souverän hingelegt, dass alle Schwierigkeit einem großen Glanz weicht.

Überfordert zu sein scheint die Solistin Lynn Dawson mit der Partie. Die gute Nachricht: sie kommt überall durch; aber mich lässt beim Hören irgendwie die Angst nicht los, sie könnte jeden Moment rauskommen. Ihr Timbre ist ebenfalls nur schwer zu ertragen, der Vortrag wirkt auf mich hasenfüßig und konzeptlos. Auch der Altus hat ein leicht blechernes Timbre, aber im Zusammenspiel mit dem gesamten Klangapparat ergibt er einen wirklich interessantes Bild. Seine Phraseologie ist unspektakulär aber gut vorbereitet und sehr kantabel. Es ist das erste Mal, dass mich die Arie „Schließe mein Herze“ nicht langweilt – so gesanglich und klanglich wirklich partnerschaftlich mit der Solovioline.

Der Tenor Charles Daniels gehört zu den für mich großen Entdeckungen der Aufnahme. Mich wundert, diesen Namen woanders noch nicht gesehen zu haben. Er ist ein begabter Evangelist.

Diego Fasolis hat da wirklich eine gute Aufnahme gemacht, finde ich, in manchen Details vielleicht etwas verwegen bis originalitätssüchtig (Koloratur, Striche, Tempi), aber immer wieder auch überzeugend. Empfohlen!

Alex

Archiv-Beitrag: Zweifelhafte Autorenschaft für die Motette: BWV Anhang 159


Hallo zusammen,

@Alex hat eine interessante Anfrage an mich gerichtet, die ich hier wiedergeben möchte, es wird sicherlich auf großes Interesse stoßen, diese Motette von J.S. Bach: BWV Anhang 159; wurde nur teilweise in dem Braunschweiger Konzert vom Monteverdi Chor gesungen.

Die Anfrage lautet:

Hallo Volker,

wer steht denn im Programm als Komponist von Anh. III 159? Schmieder schwankt zwischen Johann Christoph Bach und Johann Christian Bach.
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Hierzu möchte ich der Allgemeinheit folgende Hinweise geben:

Im Programheft von Braunschweig sind folgende Angaben:

Johann Sebastian Bach, Motette: BWV Anhang 159

ich habe einmal bei Dürr nachgeschlagen, da ist leider eine Motetten-Angabe nicht aufgeführt, im Blog wird die Kantate BWV 157 “Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn” genannt,

was ich für sehr problematisch halte, hier werden wohl Äpfel mit Birnen verglichen, die erste Strophe hat zwar den Text-Inhalt “Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn” wie in der 1. Strophe der Motette BWV Anhang 159, aber die Kantate 157 wurde von Bach zu einem ganz anderen Anlass komponiert. Dass Bach auf bestehende Texte zurückgriff und kopierte ist bekannt.

Die Kantate BWV 157 wurde am 6. Februar 1727 in einem feierlichen Gedächtnisgottesdienst in der Pomßener Kirche, aus Anlass des verstorbenen Hof- und Appellationsrat “Johann Christoph von Ponickau”, aufgeführt. Die Texte der Kantate BWV 157 finden sich wieder in Picanders Gedichtsammlung. Ein ausgedehntes Trauergedicht auf (Picanders) eigenen Tod und unmittelbar anschließend den Text der Kantate: “Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn…

Im Internet fand ich folgenden Hinweis: Die Apokryphen Motetten BWV Anhang 159-165

hier wird nur die 1. Strophe eingespielt “Ich lass dich nicht….

Die Motette könnte als Autorenschaft: Johann Sebastian Bach oder Johann Christoph Bach: “Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn “Motette BWV Anhang 159″ zugeordnet werden können..

Der Autor Klaus Hofmann veröffentlichte in 2003 ein Buch über:

Johann Sebastian Bach. Die Motetten; Kassel , (Bärenreiter-Verlag) 2003

Der Hauptteil des Buches ist der ausführlichen Analyse von acht Motetten Bachs gewidmet. Zu den sechs bekannten zählt der Verfasser noch „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ (BWV Anh. 159) und „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ (BWV Anh. 160). Diese Einbeziehung begründet er ausführlich und überzeugend.

Das Buch ist bei amazon erhältlich für 17,95 €

Ein PDF-Dokument füge ich zur weiteren Information bei:

Link: Informationen zum_BWV 225_ff

Diese vorgenannten Angaben sind Diskussionswürdig und bitte um Eure Kommentare ….

Grüße

Volker

Archiv-Beitrag: Begriff: Bach’s “Totenglocken-Kantaten” wo auffindbar ?


17.10.2007 von Iris.Budde.

Hallo,

ich beschäftige mich schon sehr lange mit Bachs “Totenglockenkanaten.” Ich weiß nicht, wo ich diesen Ausdruck gelesen haben; könnte bei Rilling gewesen sein. Im Internet (Google und co auch Wikipedia) ist dieser Ausdruck nicht bekannt.

Für mich gehören dazu, jetzt mehr oder weniger nach Gefühl, weil ich`s eben nicht mehr finde, folgende Kantaten: Komm` du süße Todesstunde”, “Wer weiß, wie nahe mir mein Ende (mit der tollen Arie: Willkommen will ich sagen, wenn der Tod ans Bette tritt)”. Und dann noch eine – Namen weiß ich jetzt natürlich wieder nicht “nun schlage doch, schlage doch du letzte Stunde schlage doch”. Dies ist jetzt frei übersetzt. Kann jemand mir weiterhelfen………,

Oder ist der Ausdruck “Totenglockenkantaten” meiner Phanasie entsprungen?

Über helfende Kommentare würde ich mich freuen….

Gruß

Iris

Archiv-Beitrag: Fritz Wunderlich & Hermann Prey – “Eine Weihnachtsmusik” Neuauflage für Historiker-Fans


.12.2007 von Volker /admin.

Hallo,

hier stelle ich etwas für Nostalgiger vor, es wurde eine Wiederveröffentlichung der legendären “Weihnachtsmusik” mit den Sängern Fritz Wunderlich und Hermann Prey, vorgenommen.



  • Erscheinungstermin: 30.11.2007

Detailinformationen

Fritz Wunderlich & Hermann Prey singen Weihnachtslieder:

Maria durch den Dornwald ging; Es kommt ein Schiff geladen;

Es ist ein Ros entsprungen; Was soll das bedeuten;

O Freude über Freude; Vom Himmel hoch o Englein kommt;

Ich steh an deiner Krippen hier

+Musik von Albinoni & Telemann

Will Quadflieg liest die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium!

Grüße

Volker

Archiv-Beitrag: Eine überzeugende Wiedergabe mit Weihnachts-Kantaten von J. S. Bach durch die Barock-Akademie Detmold in Kloster Corvey. / OWL


Hallo zusammen,

„Gloria in excelsis Deo“ unter diesem Motto erklang in der Abtei-Kirche „Kloster Corvey“ in Ostwestfalen, am 16.12.2007, ein festliches Weihnachtskonzert, ausgeführt durch die Barockakademie und dem Vokal-Ensemble der Hochschule für Musik aus Detmold.

Bild: Die Abtei-Kirche “Kloster Corvey”

Programm

J.S. Bach, Kantate BWV 110 „Unser Mund sei voll Lachens“
Kantate zum 1. Weihnachtstag für Soli, Chor und Orchester

Gerog Friedrich Händel „Gloria in excelsis Deo“
für Sopran, Streicher und Basso continuo

Weihnachtslieder für Chor A Capella

„Vom Himmel hoch“, Satz: Johannes Eccard

„Es ist ein Ros’ entsprungen“ (vierstimmig) Satz: Michael Pretorius

„O Jesulein zart“ (vierstimmig) Satz: Samuel Scheidt

„Freu dich, Erd und Sternenzelt“ (vier- bis sechsstimmig)
Satz: Gerhard Weinberger

„O Bethlehem, du kleine Stadt“ (vierstimmig) Satz: G. Weinberger

„Still, wer Gott erkennen will“ (vier bis fünfstimmig)
Satz: Gerhard Weinberger, (Sopransolo: Hee-Suk Han)

„O du fröhliche“ (achtstimmig) Satz: Georg Ratzinger
(Bruder von Papst Benedikt XVI.)

J.S. Bach, Kantate BWV 63 „Christen, ätzet diesen Tag“
Kantate zum 1. Weihnachtsfeiertag für Soli, Chor und Orchester.

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Schon in der Werksauswahl zeigte sich ein großer Barock- und Bach-Spezialist mit Namen: Prof. Gerhard Weinberger, hiesiger Dozent für Kirchenmusik und Orgel an der Hochschule für Musik in Detmold.

Im Bild Prof. Gerhard Weinberger, künstlerischer Leiter !

Als bekennender und bekannter Bach-Interpret gelang ihm zum Auftakt mit dem BWV 110 „Unser Mund sei voll Lachens“ ein überwältigender Einstieg. Wunderschön erklingen zum Auftakt die Streicher, Pauken und Trompetenklänge, sie erzeugen sofort das „Gänsehaut-Erlebnis“ pur.

Ein 22-stimmiges Vokalensemble berührte anschließend mit einem gekonnten, nuancierten und erfrischenden Gesangsvortrag. Dieses Ensemble besitzt Potential, man spürt ihre Selbstsicherheit und ihr Wissen, als ein mehrfacher 1. Preisträger mit Lobeshymnen in Athen, Griechenland, bedacht worden zu sein.

In dem dortigen Europäischen Gesangs-Wettbewerb, welcher vor ca. einem Monat dort statt fand, überzeugten sie in allen Altersklassen als das Spitzen-Vokalensemble in Europa.
Wunderbar, was die Hochschule für Musik in Detmold hier an Gesangs-Kultur und Ausbildung leistet, wir Ostwestfalen können Stolz auf sie sein.

Im Bild: das vortreffliche Vokal-Ensemble !

Als ein wahres Juwel entpuppte sich das „Gloria in excelsis Deo“ von Georg Friedrich Händel, für Sopran, Streicher und Basso continuo.

Für die leider kurzfristig erkrankte Sopranistin: Meike Leluschko. übernahm Gunhild Alsvik den Sopranpart

Die Ersatz-Sopranistin, Gunhild Alsvik, bot eine Glanzvorstellung. Vortrefflich ausgestattet mit einem Stimmvolumen per excellence, gelangen ihr die Koloraturen und der Gesangsvortrag mehr als vortrefflich. Stimmig die zwei Violinen, Orgelpositiv und Basso continuo als Begleitung, hierbei erklang eine wunderschöne Darbietung an Barockmusik, die allen Beteiligten großartig gelang.

Im Bild 1. und 2. Violine mit Orgelpositiv und verdeckt die Sopranistin Gunhild Alsvik.

Auf dem gleichen hohen Niveau standen die vorgetragenen Weihnachtslieder, gesungen von dem von mir bereits gelobten Athener-Preisträger, das Vokalensemble der HfM aus Detmold.
Die Gesangs-Kultur ist vortrefflich, stimmlich sehr gut ausgebildet, erklangen wunderschöne Sätze an Weihnachtsliedern

Hervorheben möchte ich den achtstimmigen Satz von Georg Ratzinger, (Bruder des jetzigen Papstes und ehemaliger Kantor am Dom in Regensburg), „O du fröhliche.“
Was sie an Gesangskultur zu bieten haben, lässt einen verblüffen, es ist mehr als erfreulich, dass sich nun auch in Deutschland in dieser Beziehung etwas mehr für die Nachwuchs-Gesangskultur getan wird.

Wunderbar austaxiert und homogen erklingt dieser achtstimmige Satz, leicht mitsummend falle ich in dieses schöne Weihnachtslied mit ein, so schön gelang dem Vokalensemble dieser mehrstimmige Choralsatz.
Als Besucher in der 3. Reihe vorne sitzend, bekommt man die Feinheiten des Gesangsvortrages unmittelbar und genau mit, ich weiß nicht, wie es im Mittelschiff der Abteikirche vom Gehör zu vernehmen war, so wie mir @Iris, nach dem Konzert berichtete, gab es da doch sehr mannigfaltige Probleme mit der Akustik, leider …!!

Den großartigen Schlusspunkt setzt Prof. Weinberger mit der Kantate, BWV 63, „Christen, ätzet diesen Tag.“

Hier habe ich immer die DVD von Gardiner mit der Probenarbeit zu dieser Kantate vor Augen. (Habe sie gerade auf dem Bildschirm und sehe Gardiners Statement zu dieser Kantaten-Probe).

Diese jubelnde und grandiose Weihnachts-Kantate mit Pauken und Trompeten versetzt mich immer in die Stimmung der Glückseligkeit. Was die Vortragenden, Orchester, Gesangs-Solisten, und das Vokal-Ensemble vollauf zu erreichen in der Lage waren, eine meisterliche Darbietung, die mein Seelenleben zutiefst berührte.

Im Bild das vortreffliche Trompetenensemble mit neuzeitlichen Instrumenten !

Erwähnen möchte ich aus einer homogenen Ensembleleistung den überragenden Gesangs-Solisten „Felix Plock“ als Bass, was hier für ein Nachwuchs-Sänger herangebildet wird, lässt die Musikwelt aufhorchen, endlich wieder ein Deutscher Bass-Solist, der von Hause aus alles mitbringt, was für eine glanzvolle Karriere verspricht.

Ebenso der Altus „Benno Schachtner“, der mich voll zu überzeugen wusste, (habe ich doch sonst meine Probleme mit dieser Gesangs-Gattung), hier muss ich Abbitte leisten für eine gehörte und überragende Gesangs-Kultur, die mich voll überzeugte und eine Altistin nicht vermissen lies, für die Zukunft scheint sich hier Großes anzukündigen…!!

Im Bild von Links: Leitung: Gerhard Weinberger, Gesangs-Solisten: Felix Plock a.G. (Bass), Bo Hyeoun Mun (Tenor), Benno Schachtner (Altus).

In dem Weihnachtskonzert erweisen sich alle Beteiligten als vorzügliche Interpreten. PROF. WEINBERGER war auf einen nuancenreichen Ton bedacht immer wieder erzielt er raffinierte Klangeffekte. Die Interpretation und die Aufführungsform gelingt ihm vortrefflich.

Seine Auffassung von Bach’scher Musik ist prägnant in seiner persönlichen Art und Wiedergabe. Sein Empfinden für Bach und seinen Kantatenwerken strahlt Wärme und Überzeugungskraft aus und ließ den Hörer diese Wesensart beeindruckend miterleben, ein Konzerterlebnis mit Weihnachtsmusik, die auf einem hohen Niveau allen Ansprüchen gerecht wurde und das Herz mehr als zu beglücken wusste.

Beglückt und stimmig wurde der Hörer in die Weihnachtszeit hinübergeleitet, dank eines prächtigen Konzertabends.

Meinen Dank möchte ich @Iris, noch aussprechen, die mir den Fotoapparat zur Verfügung gestellt hat, da ich meinen im Auto liegen gelassen hatte, es war schön, sich einmal wieder zu einem Konzert verabredet zu haben.

Der Link zu weiteren Fotos in Picasa mit weiteren Angaben zum Konzert nachstehend:

http://picasaweb.google.de/meinharderich/KlosterCorveyBachKantatenZurWeihnachtAm16122007ProfWeinbergerHfMDetmold

Grüße

Volker

Archiv-Beitrag: Bach-Tage 2008 in Köthen mit vier Konzerten von Gardiner !


Hallo zusammen,

die Bach-Tage für Köthen / Sachsen-Anhalt, stehen fest, Termin: 3. September bis 7. September 2008 unter der Mitwirkung für vier Konzerte von J.E. Gardiner, Monteverdi Choir und English Baroque Soloists.

Die Programmangaben für Gardiner habe ich der Internetseite: http://www.bach-in-koethen.de/bft_22/22bftprog.htm

entnommen, dort können auch weitere Einzelheiten eingesehen werden.

Eintrittspreise, Übernachtungsmöglichkeiten, etc.


Fotos: Schloss Köthen / Sachsen Anhalt

Foto: Schloss Köthen, Spiegelsaal

Foto: St. Jakobs-Kirche, Veranstaltungsort der Johannes-Passion, als Eröffnungskonzert !

Die Programme für fünf Tage sind mit fantastischen Künstlern und Orchestern besetzt worden, da ist eine gezielte Auswahl sehr schwierig zu treffen, klar, Gardiner-Fans wissen schon, was sie besuchen werden aber als Zubrot möchte man auch andere Künstler-Größen hören und erleben……!!

Am Freitag, 5.September 2008 wird Gardiner am Vormittag, 11 Uhr im Spiegelsaal mit dem Brandenburgischen Konzert-Programm (1), und am Abend um 19:30 Uhr im Schloss (Bach-Saal) mit dem Brandenburgischen Konzert-Programm (2) auftreten.Das Brandenburgische Konzertprogramm (1) wird nochmals von Gardiner am Folgetag, Samstag, 6. September 2008 um 11 Uhr im Spiegelsaal wiederholt.

Foto: Der neue Bach-Saal am Schloss Köthen, Einweihung in 2008

(Fotorechte: http://www.bach-in-koethen.de/bft_22/obachsaal.htm)

Dann wünsche ich Euch viel Spaß bei der Durchsicht und Auswahl der tollen Programme, die in Köthen angeboten werden.

Grüße

Volker

(Alle Angaben von: http://www.bach-in-koethen.de/bft_22/22bftprog.html)

Archiv-Beitrag Frage nach dem BWV 160 “Ich weiß, daß mein Erlöser lebt !”


Hallo,

mir brennt seit gestern folgende Frage unter den Nägeln – ausgelöst durch eine Beerdigung, in Arnsberg. Vor der Traueransprache wurde von einer Sopranistin “Ich weiß, dass mein Erlöser lebt” – eine Händel-Fassung – gesungen, (grauslich, ein metallener Sopran und eine verstimmte Orgel).

Gestern abend hab` ích mir im Internet die verschiedenen Textfassungen von “Ich weiß, dass mein Erlöser lebt” angesehen. Dabei bin ich auf den Hinweis gestoßen: Bach-Kantate BWV 160; “Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.”

In meiner Rilling-Gesamtausgabe ist sie anscheinend nicht vorhanden. Die Zählung bei Rilling geht an der Stelle von BWZ 156-159 und dann ab 161-164 weiter. BWZ 160 fehlt. Gibt es diese Kantate nicht und keine Einspielung davon?

Liebe Grüße

Iris

Archiv-Beitrag: Haben die kleinen Plattengeschäfte noch eine Chance ?


Hallo zusammen,

Wie von @Iris erwähnt, gibt es die guten alten Plattenläden, die natürlich sehr unter der Möglichkeit leiden, zu jeder Tages- und Nachtzeit bequem im Internet bestellen zu können. Dafür verzichtet man auf die Mitarbeiter, die sich oft bestens in der gesamten Branche auskennen und mit viel Einsatz Einspielungen auftreiben können, die eigentlich schon vergriffen sind. Und das haben sie auch schon getan, bevor es das Internet gab. Eigentlich undankbar, sie jetzt zu übergehen… Was denkt Ihr?

Schöne Grüße, Martin

Archiv-Beitrag: Britische Violonistin “Tasmin Little” stellt neues Album gratis ins Netz !


Hallo,

passend als ein Widerspruch zu dem vorgenannten Thema: “Haben die kleinen Plattengeschäfte noch eine Chance” bekomme ich diesen News-Letter bei mir auf den Bildschirm:

Britische Violonistin “Tasmin Little” stellt neues Album gratis ins Netz !

Die britische Musikerin Tasmin Little will die Verbreitung klassischer Musik fördern und bietet Gratis-Downloads an. Das Vorbild für die Aktion ist ganz und gar nicht klassisch.

Reuters Ob es nun eine Marketingstrategie ist oder wahre Liebe zur Musik, Klassik-Liebhaber dürfen sich jedenfalls freuen: Die britische Violinistin Tasmin Little bietet ihr neues Album „Naked Violin” ab Montag zum kostenlosen Download auf ihrer Internetseite an. Damit wolle sie die Verbreitung klassischer Musik fördern, sagte Little der Tageszeitung “The Guardian”.

Sie wolle ihr Werk so einem Publikum zugänglich machen, das diese Musik sonst möglicherweise nicht hören würde. Ziel der Musikerin ist demnach, die klassische Musik von ihrem elitären Image zu befreien.

Soweit der Textinhalt !

(Quellangaben von http://diepresse.com/home/kultur/klassik/354014/index.do?_vl_backlink=/home/kultur/klassik/index.do)

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Hierbei beschleicht mich ein ungutes Gefühl, ist es eine hervorragend gemachte Eigenstrategie, sich im umworbenen Klassik-Geschäft sich zu profilieren und aufzufallen?

Viele Künstler / Orchester gehen in die Schulen oder geben kostenlose Konzerte an die junge Schülerschar, um gezielt diesen jungen Nachwuchs mit Klassischer Musik vertraut zu machen, das ist meiner Meinung nach der richtige Weg.

Bei der britischen Violinistin habe ich den großen Verdacht, dass es sich hier um eine gezielte persönlich inizierte Marketing-Strategie handelt, um sich in der Klassik-Welt einen Namen zu machen. Ihre gemachte Aussage: “die klassische Musik von ihrem elitären Image zu befreien” halte ich für sehr abenteuerlich und mit ihrem Vorhaben nicht vereinbar..!!

Wie seht Ihr das und welche Meinung habt Ihr dazu….!!

Grüße

Volker