J.S. Bach-Literatur – Bach und ich – von Maarten ‚t Hart

Hallo Bach-Literaten,

@Muriel, hat es bereits erwähnt und möchte vom Piper-Verlag das Taschenbuch: „Bach und ich“ – verfasst von dem holländischen Bach-Begeisterten: Maarten ‚t Hart – einmal vorstellen, diese Bach-Broschüre habe ich seit langer Zeit im persönlichen Besitz und möchte es jedem Bach-Freund als eine interessante J.S. Bach Zusatz-Literatur weiter empfehlen.

Maarten 't Hart Taschenbuch "Bach und ich"

Zum Preis von 10 € ist eine umfangreiche CD dem Taschenbuch beigefügt mit eingespielten Werken J.S. Bach’s von Ton Koopman und The Amsterdam Baroque Orchestra. Die Zusammenstellung dieser Auswahl von 13 Bachwerken erfolgte von Maarten ‚t  Hart persönlich.

Inhalt der CD mit den Bach-Werken

Ich zitiere von Seite 51 ‚t Hart zum BWV 106:

Bereits in jenem vielgelobtenJugendwerk, in der Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus tragicus) hat Bach die Tragik des Lebensendes musikalisch bewegend gestaltet…

Diese Kantate 106 ist ebenfalls einer meiner persönlichen Favoriten und stelle ein kurze Hörprobe zur Verfügung.

Hörprobe: vom BWV 106 Actus tragicus nachstehend:

Link: Hörprobe BWV 106 Actus tragicus

Weiterhin ist ein kleines Kompendium der Bach-Kantaten sowie ein umfangreiches BWV mit Seitenangaben und Besprechungen vorhanden.

Ich zitiere hier @Wolfgang:

Nach dem Holländer t’ Hart ’skizziert Bach mit seiner Chaconne den Lebenslauf eines Menschen: Geburt, Übermut, auch Leiden der Jugend, echtes Glück und schließlich Alter und Tod.’ vgl. im tb S.203.

YouTube Part 1 gespielt von Yehudi Menuhin

@Wolfgang sagt weiter aus:

Maarten ‘t Hart’s Bach-Buch (piper tb 3296 + CD) nimmt in meiner Bach-Bib einen Ehrenplatz ein. Man sollte das Buch schon lesen, da es eine ‘unbedingte Bindung’ beschreibt, die in der Bach-Literatur (leider) selten ist. Was dieser Jugendliche da empfindet, ist vor allem duch seine musikalische Neugier und Kenntniss gedeckt. Da ist eine ‘Konsequenz’ zu spüren-, so gehen wirklich ‘getroffene’ Jugendliche vor. T ’ Hart ist also ein lebendiges Beispiel dafür, dass Musik-Freaks sich für Bach begeistern können !!!

Sowie ein weiterer Kommentar-Auszug dazu von @Yo:

…….im Hauptberuf ist er Schriftsteller – oder besser gesagt, über seine Leidenschaft hat er ein sehr persönliches Buch – einen Erfahrensbericht – geschrieben. Ich fand es gut: teilt der Mann doch seine Leidenschaft zu Bach mit mir und weiteren Millionen Menschen auf diesem Planeten. Gemessen an den vielen hochwissenschaftlichen Büchern über Bach, die ich auch gelesen bzw. studiert habe, ist sein Buch mitreißend und unterhaltsam.

Diesen Aussagen kann ich mich nur anschließen und empfehle es gerne weiter..!!

Bezugsmöglichkeit des Taschenbuches über die bekannte Partner-Seite vom Blog….

Link:

http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2010/01/maarten-t-hart-taschenbuch-titel-bach.html

Grüße

Volker

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10 Gedanken zu „J.S. Bach-Literatur – Bach und ich – von Maarten ‚t Hart

  1. Claudia

    Gelinde ausgedrückt fand ich das Buch furchtbar. Der erste Teil war ncoh ganz ok, obwohl die Arnstädter „Geyersbach“ -Story unglaublich breit untersucht wurde, zumal sie ja nun wirklich für sein weiteres Leben von geringster Bedeutung war.
    Der Kantatenteil war für mich total unbrauchbar, da ich völlig andere Empfindungen zu den einzelnen Werken habe. Der 3. Teil hat mich nur noch genervt, weil ich irgendwann nicht mehr ertragen konnte, bei welchem Stück er (der Autor) mehr geheult hat. Klar, das passiert mir auch, dass mir bei dieser gigantischen, überirdischen Musik mal die Gesichtszüge entgleisen, aber das sind dann intimste Momente, die dann sprachlich so aufbereitet werden müssen, dass sie zu einer literarischen Sternstunde avancieren sollten, wenn man sie denn der Welt mitteilen will. So platt wie da, finde ich es echt schade.
    Auch wie er über Vivaldi und den Jazz ablästert, hätte subtiler erfolgen können.
    Gott sei Dank habe ich das Buch antiquarisch für einen schlappen Euro erworben, so dass es schnell den Weg zum Altpapier gefunden hat.
    (Bin gespannt, was jetzt für Aufschreie kommen!)
    Schönen Donnerstag
    Claudia

    Antworten
  2. muriel

    Hallo Claudia,

    welch ein Glück, dass ich nicht der einzige Leser des Buchs mit solchen Empfindungen bin. Ich habe das Buch zum Glück in der Bibliothek ausgeliehen und gebe es gern wieder zurück. Deine Analyse – nicht schimpfen, Volker – trifft die Sache ins Zentrum. Vielen Dank und liebe Grüße

    muriel

    Antworten
  3. Wolfgang

    Liebe Claudia, liebe Mit-bloger!

    Ja-, da scheiden sich mal endlich die Geister. Unser blog wird ja richtig spannend.

    Wann REIZT mich ein Buch zum Weiterlesen? Wenn ein Autor mal richtig seine Meinung sagt! Wenn er weniger ausgewogen formuliert, sondern ‚Farbe‘ bekennt. Wenn er erfrischende und köstliche Einzelheiten mitteilen kann (z.B.S.214) Hier steigt ein mittlerweile anerkannter Autor in seine Jugend hinab und berichtet von dem ‚Handwerk‘, dass ihn angezogen hat. Er berichtet von seinen Lehrern und den Chorleitern, die er bewunderte. Er nimmt Anteil an der großen niederländischen Bach-Interpretation (verblüffende Einsicht z.B.S.170). Jetzt hatte er sein Handwerkszeug beisammen: vom ersten Klavier-Spiel weiter zu den großen holländischen Arp Schnittger-Orgeln, die er spielen konnte. Zu seiner guten musikalische Ausbildung kommt die Fähigkeit, packend und kenntnisreich zu formulieren-, schwierige kompositionstechnische Einzelheiten kann er mit diesem know how durchschauen und für den Laien in Grundlinien entfalten.
    Er schämt sich nicht, seine persönliche Betroffenheit mehrmals zu bekennen, da sein Ziel es ist, authentisch (glaubwürdig) zu sein und so mit seinen Bach-Erfahrungen Musik-Neugierige mitzureißen. Er wagt sich auch in theologische Details herein, z.B.S 49 vor allem S.93ff, erörtert auch mehrmals unbequeme, aber zum Bach-Verständnis wichtige Themen z.B. Bach und der Tod. Von ‚Bach als Briefschreiber‘ hatte ich in der gesamten Bach-Literatur (von Forkel, Spitta und Bitter bis hin zu den heutigen Biografien z.B. Chr.Wolff wenig gelesen, obwohl die Korrespondenz der Bach-Sippe gut vorliegt. Bei 199 Kirchenkantaten schrie so mancher im Wiener’Tamino-blog‘ „wo anfangen!“. Ein gewitzer Autor schreibt lieber ein ‚Kleines Kompendium der Kantaten‘, das nicht überfordert, sondern elektrisieren kann. Zum Vertiefen greift man dann zum’Dürr‘.
    Die Forschungsliteratur über Bach beschließt sein Büchlein aus dem Bachjahr 2000-, das schon was Besonderes darstellt.

    GEGENPROBE zur Brauchbarkeit: Welche Kantate ist am kommenden Sonntag 2.So n.Epiphanias dran: BWV 155 + 13. Zu diesen beiden Kantaten schreibt ‚t Hart nur 2 knappe Sätze. Die machen aber NEUGIERIG.

    Doch zugegeben: Der Nachname läßt sich schlecht schreiben und Maarten heißt auch nicht jeder. Dass er nicht an Jesus glaubt, stört mich nicht.

    Ein Bekennender @Wolfgang

    Antworten
  4. Volker

    Hallo Maarten ‘t Hart – Leser und Besitzer,

    jetzt befinden wir uns in einer reifen Diskussion, was ist an der Broschüre von ‚t Hart lobend zu erwähnen und wo trenne sich die Geister..?

    Als ersten Pluspunkt für einen unschlagbaren Preis von 10 € bekomme ich eine Literatur, die seines gleichen sucht. Mir ist sofort die beigefügte CD aufgefallen, die mit 13 Bach-Werken gefüllt ist, diese CD bekomme ich im Handel fast nur für den gleichen Preis. Die Einspielungen sind Klasse und geben dem Laien, der Bach nicht kennt, einen kurzen Überblick über sein Schaffen. Und genau so sehe ich das Taschenbuch, für Bach- Einsteiger eine gute Grundlage. Was ist nun mit den Bach-Kennern, können sie darauf verzichten? Ich meine ganz entschieden n e i n , gibt es hier so manches zu entdecken, was das Herz höher schlagen lässt.

    Ich greife einmal ein Beispiel auf:

    Ich, als Orgel-Freak, finde seine Ausführungen im Bezug auf Bach – sein Orgelumfeld – seine Orgelwerke – interessant, aber auch widersprüchlich niedergelegt. ‚T Hart fragt, wo hat Bach Klavier- und Orgelspielen gelernt, wo hat er sich die umfangreichen Kenntnisse über den Orgelbau angeeignet, wer waren seine Förderer und Lehrer, alles unbekannt?
    Hier ist der Widerspruch zu ‚t Hart seinen Orgel-Ausführungen geradezu präsent, wie allen bekannt, war Bach in der Lateinschule vom St. Michaeliskloste in Lüneburg. Während seiner Ausbildung in Lüneburg lernte Bach einen renommierten Orgelbauer seiner Zeit kennen, Johann Balthasar Held, ehemals langjähriger Mitarbeiter von Arp Schnittger, (der einen Vertrag für die Orgeln mit dem Kloster St. Michaelis hatte) und die Chor-Orgel” in 1701 grundlegend umgestaltete. Hierbei konnte sich Bach weitere Kenntnisse des Orgelbaus aneignen.

    In Lüneburg wirkte zu Bachs Schulzeit in der Johanniskirche der Organist Georg Böhm (1661-1733). Der aus Thüringen (Hohenkirchen nahe Ohrdruf) stammende Georg Böhm ist ein Schüler des berühmten Hamburger Organisten Johann Adam Reinken (1623-1722) und führte seit 1698 das Organisten-Amt an der Johanniskirche aus. Bach war sehr beeindruckt von der Größe der Orgel und dem Raumklang, ob er hier ebenfalls die Brabant-Orgel gespielt hat ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, da sein Förderer und Freund “Georg Böhm”, ob seines Spiels mehr als angetan war, er gilt als der eigentliche Förderer Bach für das Orgelspiel..

    Wer Interesse an weitere Ausführungen zu Bach und Orgeln besitzt, sollte im Blog meine verfassten Berichte darüber nachlesen unter dem Titel: Auf den Orgelspuren von J.S. Bach und seine Wirkungsstätten

    Link:
    http://meinhardo.wordpress.com/2008/01/16/auf-den-orgelspuren-von-js-bach-seine-wirkungsstatten-und-orgelabnahmen/

    ——————————-

    Was ich in seinem Artikel, Seiten 161 bis 169 sehr gelungen finde, sind seine Ausführungen zu den Orgelwerken von Bach, die habe ich geradezu verschlungen. Ebenso ist sein Artikel über „Das Wohltemperierte Klavier“ ein Genuss. Für den Laien sehr verständlich niedergelegt und das ist es, was ich an der Lektüre so wunderbar finde, keine hochtrabenden wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern ein Taschenbuch als Ergänzungs-Lektüre zu J.S. Bach – das ich nicht missen möchte.
    @Claudia, stimme ich zu, die Kantatenbeiträge sind sehr dürftig ausgefallen aber dafür habe ich den Dürr und das reicht, hier sollte man Nachsicht walten lassen, denn sonst wäre es kein Taschenbuch mehr und wäre ein dicker Wälzer geworden..!!

    Es lebe der Widerspruch, jeder sieht es mit anderen Augen und hat andere Empfindungen und das sollte man auch akzeptieren…!!

    Grüße an alle ‚t Hart’s
    Volker

    Antworten
  5. Claudia

    Hallo Volker, Muriel und Wolfgang und alle die Mitlesen,
    es ist doch schön, wenn einem lieb gewordene Literatur ans Herz gewachsen ist. Bei Volker und Wolfgang spüre ich auch, dass ihre Schwerpunkte bei der Beurteilung klar andere sind als die Meinigen.
    Fairerweise muss ich an dieser Stelle auch mal sagen, dass mir einige Episoden ganz gut gefallen haben und mir auch neu waren(natürlich im ersten Teil).
    Wolfgang, wenn Dich der Kantatenteil neugierig gemacht hat, ist es doch ok, ich fands einfach überflüssig, weil man beim Hören doch ganz andere Dimensionen beschreitet und das kann Literatur niemals leisten, was die Musik vermag.
    Mal ehrlich, ich wette, jeder von uns hat so Geschichten drauf, die von starker Bach-Verstrahltheit erzählen können (z.B.: habe mir damals Sütterlin lesen und schreiben beigebracht um die Autographen lesen zu können…) Ebenso hat jeder für bestimmte Bereiche extrem fundiertes Fachwissen. Dazu kommen noch persönliche Assoziationen und Erlebnisse mit Bachs Musik, die uns auch begründen lassen, warum wir gerade da geheult haben. So ein Buch bekämen wir auch hin.
    Gut, dass wir uns auch mal uneins sind, das hält die grauen Zellen weiter bei Laune und öffnet geistige Türen.
    (Interessant sind übrigens auch die kontroversen Diskussionen auf Amazon über dieses Buch!!!!)
    Guts Nächtle ihr Lieben, bis morgen
    Claudia

    Antworten
  6. Leen

    Natürlich habe Ich das Buch in meinem Besitz!
    Ich bin einen grossen Liebhaber der Bücher von Schriftsteller Maarten ‚t Hart.
    Die persönlichen (ersten) Erfahrungen und Emotionen von Maarten mit Bach macht das Buch für mich reizend!

    Antworten
  7. Claudia

    So, nach dieser Diskussion habe ich aus dem Besitz meiner Schwiegermutter den Roman “ das Wüten der ganzen Welt“ verschlungen. Das war seit langem mal wieder ein richtig, toller, einfühlsamer Roman. An so einigen Stellen blitzte die Kongruenz zu B&I durch. Also schreiben kann er ja dieser Maarten ´t Hart…aber er sollte lieber bei den Romanen bleiben.
    Empfehlenswertes Buch mit Sucht-Lese-Faktor.
    Gruß, Claudia

    Antworten
  8. Volker

    Hallo Leen,

    ist es dieses Buch, ist es eine Neuerscheinung von t‘ Hart?

    Maarten ‚t Hart: Der Psalmenstreit
    Übersetzt von Gregor Seferens
    Piper Verlag, München 2007
    432 Seiten, Euro 19,90

    Tolle Rezension:
    Maarten’t Harts Meisterschaft verbirgt sich im Entwurf seiner Menschen. Sie kommen einem nahe trotz der mehr als befremdlichen Umstände. Man folgt ihrem Leben verblüfft-neugierig, genießt die spöttischen Bemerkungen über Staat, Religion und Obrigkeit, mit denen der Schriftsteller gerne alle seine Romane schmückt, so auch diesen. „Der Psalmenstreit“ gehört eindeutig zu seinen besten. Davon kann man gar nicht genug bekommen.

    Gruß
    Volker

    Antworten
  9. Leen

    Hallo Volker,

    Das Buch is schon vor einigen Jahren erschienen (2007)! Ein tolles Buch, es handelt sich um einen Streit in Maassluis (sein Geburtsort) wovon man heute sich kaum eine Vorstellung machen kann.
    Ein Loblied auf die Musik!

    Gr. Leen

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