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Ensemble Elbipolis begeistert in Ohrdruf-Thüringen


Hallo,

ich beginne hier mit meinen Rezensionen zu den Veranstaltungen – ausgerichtet vom MDR – unter dem Motto: „Bach und seine Städte.“ – mit dem Konzert von Elbipolis in der Trinitatiskirche in Ohrdruf-Thüringen am 22.7.2009.

Flyer: Elbipolis in Ohrdruf-Thüringen

Flyer: Elbipolis in Ohrdruf-Thüringen

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Foto Ev Trinitatiskirche in Ohrdruf-Thüringen

Programm:

Johann Friedrich Bach (1676-1749) Ouvertüre für 2 Violinen, Viola e Continuo

Johann Christoph Bach (1642-1703) „Meine Freundin, du bist schön“

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Ouvertüre a-Moll BWV 1067a

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Trauungs-Kantate BWV 196 „Der Herr denket an uns“

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Ein blutjunges Ensemble „Elbipolis“ stellte sich in Ohrdruf vor. Elbipolis, eine fiktive Stadt an der Elbe  – oder wie man von Hamburg sagt: Das Tor zur Welt. Ein Barockorchester am Tor zur Welt. Mit lokalen Wurzeln und Leidenschaft für die eigenen Musikgeschichte. Das junge Ensemble, das sich im Kern aus profilierten Bremer, Hamburger und Berliner Musiker zusammensetzt, hat in kürzester Zeit viel erreicht. Die norddeutschen Musiker machen immer wieder mit einer erfrischenden Mischung aus fundiertem Handwerk und unkonventionellem Auftreten auf sich aufmerksam. Als Leiter von Elbipolis fungiert der junge dynamische schwedische Dirigent: Olof Borman.

Elbipolis: Dirigent Olof Boman, Violoncello: Inka Döring und Susanna Weymar, Kontrabass: Alf Brauer

Foto: Elbipolis: Violoncello: Inka Döring und Susanna Weymar, Kontrabass: Alf Brauer

Johann Friedrich Bach wurde 1676 in Erfurt geboren und war nach seiner musikalischen Ausbildung an der Kaufmannskirche in Erfurt angestellt. Nach einer kurzen Zwischenstation als Organist in Magdeburg (Katharienenkirche) – kehrte er nach Erfurt zurück und übernahm  später als Nachfolger seines verstorbenen Vetters 2. Grades – Johann Christoph Bach ((1642-1703) – in Eisenach die Organistenstellung an der dortigen Georgenkirche bis zu seinem Tode in 1749. Überliefert sind von Johann Bernhard Bach ausschließlich Instrumentalkompositionen. J.S. Bach schätzte diese Werke seines Vetters sehr, die farbigen, abwechslungsreich gestalteten Sätze beeindruckten ihn sehr und liess sie von seinem Leipziger „Collegium musicum“ abschreiben.

Genau in dieser erfrischenden und unkonventionellen Art präsentierten sie zum Anfang die „Ouvertüre für 2 Violinen und Bc D-Dur“ von Johann Friedrich Bach. Heiter, schwungvoll  und voller Poesie beinhaltend – glänzten die jungen Musiker in einer wunderschönen Aufführung, die maßgeschneidert zu dem sommerlichen Abend in einer berauschenden Barockpracht zu Gehör gebracht wurde. Virtuos verstehen sie ihr musikalisches Handwerk und setzten das auch erfolgreich um. Von dieser dynamischen jungen Truppe wird in Zukunft noch Einges zu erwarten sein.

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Cover: Johann Bernhard Bach, Ouvertüre D-Dur -bei jcp zu beziehen

Link: Hörproben bei jpc

Disk 1 von 2 anklicken..!!

danach an 1. Stelle die „Suite (Ouvertüre) für Streicher und Basso continuo D-Dur“ anklicken…!!

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Schauspielerisches Talent entwickelten die Sopranistin „Yeree Suh“ und den glänzend auftrumpfenden Bassist: „Nils Cooper“ in der wiedergegebenen Kantate: „Meine Freundin, du bist schön“ von dem Eisenacher Organisten und Komponisten: Johann Christoph Bach.

Die Kantate: „Meine Freundin, du bist schön“ ist vermutlich anlässlich einer Hochzeit entstanden, wird doch eine Liebesgeschichte aus dem alttestamentlichen Hohelied wiedergegeben.  In ihrer Begleitung der Vokalstimmen sowie in zahlreichen Zwischenspielen kommentieren die Streichinstrumente dabei in überaus  plastischer und ausdrucksstarker Weise den gesungenen Text.

nils-cooper-und-yeree-suhFoto Nils Cooper; Bass und Yeree Suh, Sopran, in Meine Freundin du…

Einen überzeugenden gesanglichen Part gelang der Sopranistin Yere Suh mit einem glänzend aufgelegten Bass: Nils Cooper, er besitzt ein Stimmvolumen der Extraklasse und schauspielerisches Talent. Als Regieassistent war Cooper schon tätig und das war unübersehbar. Dazu das glänzend disponierte Orchester ergab in sich eine  gelungene Wiedergabe.

Nach einer ausgiebigen Pause – wohl wegen den hochsommerlichen Temperaturen – erklangen anschließend zwei Werke von J.S. Bach.

Sommerliche Pause an der Trinitatiskirche

Sommerliche Pause an der Trinitatiskirche

Die Ouvertüre a-Moll BWV 1067 a von J.S. Bach erklang nach einem umfangreichen Stimmen der Instrumente in einer bewundernswerten klanglichen Einheit. Die Instrumentalisten hatten ganze Arbeit geleistet, kein Missklang eines Instrumentes war zu vernehmen, es geht doch, wenn man sich Mühe gibt – hier kann sich so manches namhaftes Barock-Orchester von den „Elbipolis“ Anleihen nehmen, wie alte Instrumente bei sommerlichen Temperaturen zu stimmen sind….!! Frisch, ungekünzelt und in herrlichen barocken Klangfarben erklang diese bewundernswerte Bach-Ouvertüre.

Zum Abschluss erklang von J.S. Bach die Trauungs-Kantate BWV 196 „Der Herr denket an uns“ von 1708. Sie soll bei der Trauung zum 1. Juni 1708 für die Hochzeit des Pfarrers Johann Lorenz Stauber mit Regina Wedemann, einer Tante der ersten Frau – (Maria Barbara Bach) von J.S. Bach – komponiert worden sein. Der selbige Pfarrer, – eine innige Freundschaft bestand mit ihm zu J.S. Bach –  traute am 17.10.1707 J.S. Bach und Maria Barbara Bach in der St. Bartholomäi Kirche in Dornheim.

Desgleichen sollten wir am Folgetag als Besucher der Trauungskirche von „St. Bartholomäi“ in Dornheim von dem Vortragenden auf dieses Ereignis noch einmal hingewiesen werden. Nach seinen Worten war  J.S. Bach bei der Trauung als konzertant Aufführender bei der Trauung des befreundeten Pfarrers:  „Johann Lorenz Stauber“  – in St. Bartholomäi zugegen.

Hinweis auf die Trauung in Dornheim

Hinweis auf die Trauung von J.S. Bach in Dornheim

Trauungskirche von J.S. Bach St. Bartholomäi in Dornheim

Foto: Trauungskirche von J.S. Bach St. Bartholomäi in Dornheim

Bewundernswert ist das stimmige und homogen agierende Gesangsquartett von Sopran-Alt-Tenor und Bass zu benennen ihre musikalische Unterstützung erhielten sie wiederum durch das fantastisch aufspielende Elbipolis-Orchester. Mit dem ausklingenden „Amen“ im Schlusssatz der Trauungs-Kantate ging ein ereignisreicher Konzertabend  viel zu schnell zu Ende. In dem ganzen Konzert agierte ein junger dynamischer Olof Borman als Dirigent, der alle mit seinem Schwung und seiner Begeisterung zu inspirieren wußte. Hier wird  in Zukunft von ihm und seinem Elbipolis-Ensemble noch viel Gutes zu hören sein. Es ist ein sehr entwicklungsfähiges junges und dynamisches Orchester mit einem ebenso ausgeprägten Leiter. Es machte riesigen Spass, ein neues hoffnungsvolles Nachwuchs-Ensemble erlebt haben zu können.

Gesangs-Solisten und Leiter von Elbipolis Olof Boman

Foto:  von links: Yeree Suh; Sopran, Ivonne Fuchs; Alt, Dirigent Olof Boman, Volker Arndt; Tenor

Der frenetische Schlussapplaus belegte das Können dieser Truppe und entließ den Besucher in eine laue Sommernacht. Das war ein gelungener Einstieg vom MDR-Musiksommer 2009 unter dem Motto: „J.S. Bach und seine Städte“ und machte uns neugierig und gespannt auf den kommenden Tag mit dem „Magdalena Consort“ in der Bachkirche von Arnstadt.

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Hörproben: vom BWV 196

Cantata, BWV 196, _Der Herr Denket an uns__ I. Sinfonia

Cantata, BWV 196, _Der Herr Denket an uns__ V. Coro _Ihr Seid Die Gesegneten Des Herrn_

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Dem Veranstalter: „MDR“ möchte ich an dieser Stelle ein Sonderlob aussprechen für seine ausgezeichnete Organisation, zivile Preise bei Weltklasse-Orchester und Solisten und ein freundliches und zuvorkommendes Personal im Service, dafür ein ganz herzliches Danke…!!

Gruß

Volker

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