Archiv des Autors: Volker

Über Volker

Meine Liebe gilt der "Klassischen Musik" von der Renaissance bis zur Romantik. Mein Übervater aller Komponisten ist "Johann Sebastian Bach.!!"

Auf den Orgelspuren von J.S. Bach, seine Wirkungsstätten und Orgelabnahmen


Die neue Woehl-Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig

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Hier stelle ich bemerkenswerte Orgel-Besuche und Orgel-Abnahmen im Leben von J. S. Bach vor

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Gemälde: J.S. Bach

Thema: ” Meine Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ” seine

Wirkungsstätten, Orgelabnahmen und dazugehörende CD-Einspielungen.

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Lüneburg, im Mai 2006

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”

“Lüneburg St. Michaeliskloster”

(Mein zweiter Besuch von Lüneburg ! )

Der erneute Besuch Lüneburgs galt der St. Michaelis-Kirche und der ehemals angeschlossenen Partikularschule des St. Michaelis-Klosters, in der J.S. Bach fast 15-jährig in der Zeit von März 1700 bis August 1702 eine humanistische-theologische Ausbildung sowie Unterricht in alten Sprachen, Geschichte, Theologie, klassischer Literatur u.a. erhielt. Seine musikalische Ausbildung wurde durch die Mitwirkung im Mettenchor von St. Michaelis sowie durch Orgelstudien bei dem an St. Johannis tätigen berühmten Organisten Georg Böhm (1661-1733) gefördert.

Foto: St. Michaeliskirche in Lüneburg (Bach war dort als Chorknabe tätig)

Foto: St. Michaelis Kirche in Lüneburg

Foto: Bach-Inschrift an der St. Michaeliskirche in Lüneburg 

An der Partikularschule des St. Michaelis-Klosters befand sich damals eine der größten Chor-Bibliotheken Deutschlands. Hier konnte Bach die besten und modernsten deutschen und italienischen Komponisten kennen lernen.

Die Lateinschule stand in ihrem akademischen Anspruch auf hohem Niveau. Schließlich konnte J.S. Bach später bei seiner Bewerbung um das Thomaskantorat in Leipzig das Entscheidungsgremium davon überzeugen, ausnahmsweise diese Schulausbildung mit einem sonst üblichen und erwarteten Universitätsstudium gleichzusetzen.

J.S. Bach lernte die französische Hofmusik kennen, die der Landesfürst direkt aus Paris importierte. Die Hofkapelle in Celle bestand zum größten Teil aus Franzosen. An der Ritterakademie St. Michaelis wurden regelmäßig französische Schauspiele und Singspiele abgehalten.

Foto: Partikularschule des St. Michaelis-Klosters Lüneburg

Bach lernte ebenso die großen norddeutschen Kirchen mit ihren großen (allerdings damals in schlechtem Zustand befindlichen) Orgeln und ihrer musikalisch anspruchsvollen Gottesdienstgestaltung kennen.

Während seiner Ausbildung in Lüneburg lernte Bach einen renommierten Orgelbauer seiner Zeit kennen, Johann Balthasar Held, ehemals langjähriger Mitarbeiter von Arp Schnittger, (der einen Vertrag für die Orgeln mit dem Kloster St. Michaelis hatte) und die Chor-Orgel” in 1701 grundlegend umgestaltete. Hierbei konnte sich Bach weitere Kenntnisse des Orgelbaus aneignen.

Von der Chor-Orgel verlieren sich die Spuren dieses Instrumentes ab 1800. Es ist aber aus Aufzeichnungen folgendes bekannt, der Kostenvoranschlag Helds, die Disposition und ein paar Einzelheiten über die verwendeten Materialien dieser Orgel, so dass die Rekonstruktion in 2000 gewagt werden konnte.

Mit der jungen Orgelbaufirma ter Haseborg wurde im Jahr 2000 ein Unternehmen gewählt, das sich der hohen Qualität eines Arp-Schnittger verpflichtet weiß. Die Chor-Orgel, deren Vorbild der junge Bach, der täglich auf dem Hochchor in der Michaeliskirche musizierte, und kennengelernt hat, ist auch ein für heutige Bedürfnisse vielseitig verwendbares Instrument.

Foto: Neubau der Chor-Orgel von Haseborg in 2000

Die Chororgel hat die Stimmtonhöhe a = 415 Hz mit einer zweifachen Transponiereinrichtung auf 440 und 465 Hz. Alle Register sind mit geteilten Schleifen versehen (zwischen h° und c’). Zwei Keilbälge können per Hand bedient werden, falls der Motor nicht zur Hilfe genommen werden soll.

“Furtwängler & Hammer-Orgel” in der Unterkirche von St. Michaelis.

Im Jahr 1899 kam in die Unterkirche St. Michaelis eine neue Orgel der Firma “Furtwängler & Hammer”. Das neogotische Gehäuse steht bis heute an der Stelle, an der schon mindestens seit dem 17. Jahrhundert eine Orgel stand, nämlich an der Westwand.

Diese Orgel wurde von der gleichen Firma, die inzwischen den Namen “Emil Hammer” trug, 1942 durch eine neue ersetzt. Hammer übernahm außer dem Gehäuse etwa ein Viertel der Pfeifen aus der Vorgängerorgel.

Die Besonderheit dieser Orgel besteht nicht nur darin, dass sie mitten im Weltkrieg gebaut wurde, sondern auch darin, dass sie zu den ersten Orgeln gehört, die wieder mit mechanischer Traktur angelegt wurden. Aus heutiger Sicht sind Orgeln aus dieser Zeit mit einigen technischen und klanglichen Mängeln behaftet. Im Herbst 1998 wurden diese Mängel durch die Firma Schuke / Berlin beseitigt, oder zumindest abgeschwächt. Zwei Jahre später wurde die Trompete 8′, die bei der Sanierung der großen Orgel übrig geblieben war, hier ins Pedal an die Stelle gesetzt, an der ursprünglich ein Nachthorn 2′ gestanden hatte.

Foto der “Furtwängler & Hammer-Orgel” in der Unterkirche

Die Disposition ist heute folgende:

Hauptwerk (1. Manual) Gedackt 8′ Prinzipal 4′ Quinte 2 2/3′ Waldflöte 2′ Mixtur

Oberwerk (2. Manual) Salizional 8′ Rohrflöte 4′ Prinzipal 2′ Quinte 1 1/3′

Pedal Subbass 16′ Trompete 8′

Hier nun Angaben über die neue “Grosse Orgel in St. Michaelis” :

Bis zu der Zeit, als Bach an St. Michaelis lernte und sang (1700-1702), befand sich die Orgel am hinteren Teil der Nordwand. Diese Orgel entsprach damals mit ihrem nicht selbständigen Pedal und dem spärlich besetzten Brustwerk (Oberwerk) nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Im Jahre 1708 baute der Schnittgerschüler Matthias Dropa eine neue Orgel über dem Westeingang. Von dieser Orgel steht heute noch der vollständige Prospekt (d. h. die von außen sichtbaren Pfeifen in dem originalen Gehäuse).

1931 erfolgrte der Umbau der Orgel durch die Firma Furtwängler & Hammer. Es wurde eine große Orgel in das alte Gehäuse gebaut, die alle damals erhaltenen Pfeifen von Dropa und alle brauchbaren von 1871 verwendete. Die Gesamtanlage der Orgel hat sich seitdem nicht mehr verändert:

Die rein pneumatische Spielanlage (Taschenladen) ist ganz der Romantik verpflichtet, weist aber − unter der Regie von Christhard Mahrenholz − einige deutliche Kennzeichen der damals jungen “Orgelbewegung” mit neobarocker Zielsetzung auf: Furtwängler verteilt die Pfeifen der vorromantischen Praxis entsprechend symmetrisch auf zwei Seiten auf die sogenannte C− bzw. Cis−Lade. Dadurch wird ein einheitlicher Klang mit einer guten Abstrahlung in den Raum erreicht.. Insgesamt darf gesagt werden, dass die Arbeit von Furtwängler auf hohem handwerklichen Niveau steht.

Der besondere Reiz der Orgel in St. Michaelis besteht in ihrer Verbindung von barocker Aufstellung und Gehäuse mit einer soliden romantischen Spielanlage. Die wertvollen Bestandteile der Bauzustände von 1708 und 1931 wieder voll zum Erklingen zu bringen, war das Ziel der Renovierungsarbeiten im Jahre 1999.

Die Firma Scheffler aus Sieversdorf bei Frankfurt/Oder unternahm 1999 die Renovierung. Es ist eine Orgelbaufirma, die insbesondere auf dem Gebiet der Sanierung von Orgeln aus der deutschen Romantik als eine der führensten gilt. Das Ergebnis ist nun eine Orgel, die die Klarheit und Brillanz der Barockorgel mit der Weichheit und Wandlungsfähigkeit eines romantischen Instrumentes verbindet − ein besonders in Deutschland seltener Glücksfall. Die Orgel verfügt nun über 48 Stimmen, die sich auf drei Manuale und Pedal verteilen.

Foto die neue “Grosse Orgel“ Dropa-Orgel in St. Michaelis in Lüneburg

Disposition der grossen Orgel:

Hauptwerk (1. Manual) Prinzipal 16′ (Prospekt) 1708 Quintadena 16′ 1708 Prinzipal 8′ 1999 Gambe 8′ 1974 Hohlflöte 8′ 1931 Gedackt 8′ 1931 Oktave 4′ 1999 Blockflöte 4′ 1931 Quinte 2 2/3’ 1974 Oktav 2′ 1999 Spitzflöte 2′ 1931 Kornett 3-4f. 1999 Mixtur 5f. 1999 Trompete 16′ 1999 Trompete 8′ 1931

Rückpositiv (2. Manual) Prinzipal 8′ (Prospekt) 1708 Gedackt 8′ 1708 Oktave 4′ 1870 Rohrflöit 4′ 1708 Sesquialtera 2f. 1956 Flachflöte 2′ 1931 Sifflöte 1 1/3’ 1931 Scharff 4f. 1999 Dulzian 16’ 1974/1999 Krummhorn 8′ 1999

Schwellwerk (3. Manual) Gedackt 16′ 1999 Principal 8′ 1870 Salizional 8′ 1974 Bordun 8′ 1999 Vox celestis 8′ 1999 Oktave 4′ 1870 Rohrflöte 4′ 1931 Nasard 2 2/3’ 1931 Flachflöte 2′ 1931 Terzian 2f. 1931

Mixtur 4f. 1999 Trompete 8′ 1999 Oboe 8′ 1999

Pedal: Prinzipal 16′ 1870 Subbaß 16′ 1870 Gedackt 16′ (Transmission) aus dem Oberwerk Quintadena 16′ (Transmission) aus dem Hauptwerk Oktav 8′ 1870 Gedackt 8′ 1870 Quinte 10 2/3’ 1999 Oktav 4′ 1870 Nachthorn 2′ 1931 Rauschpfeife 3f. 1931 Posaune 16′ 1931 Trompete 8′ 1931 Trompete 4′ (Transmission) aus dem Oberwerk

Spielanlage: Tonumfang der Manuale: C−g”’. Tonumfang des Pedals: C−f”. Taschenlade mit pneumatischer Register- und Spieltraktur. Ein Magazinbalg für die ganze Orgel und Einzelbälge für jedes Werk. Tremulanten für Rückpositiv und Schwellwerk

Dortige Inhaltswiedergabe der CD:

Die vorliegende Aufnahme bietet ein stilistisch weit gefächertes Repertoire. Sie stellt die Vielseitigkeit der Orgel dar, die sich aus der bewegten Baugeschichte ergibt. Bei der Programmauswahl stand “Johann Sebastian Bach” als der berühmte Mettenschüler an St. Michaelis im Mittelpunkt. Mit zwei Lüneburger Kompositionen und Bachs Passacaglia werden barocke norddeutsche und französische Klangmöglichkeiten dargestellt. Mit Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert, die in direkter Beziehung zu Bach stehen, kommen die romantischen Register und Spielhilfen der Orgel zum Klingen.

Eine sehr zu empfehlende CD-Einspielung dieser grossartigen neuen Gross-Orgel.

Link:  Kauf von Orgel-CDs aus St. Michaelis bei der Gemeindeverwaltg.

Als ein Fazit der zwei Besuche von Lüneburg lässt sich folgendes feststellen, zu Recht erhebt die Stadt Lüneburg den Anspruch als eine “Stadt der Orgeln” zu gelten, den Beweis liefert schon allein die St. Michaelis-Kirche mit ihren 3 prägnanten Orgeln, der Besuch dieser Stadt mit hren weiteren Kirchen und grossartigen Orgeln (St. Johanniskirche, St. Nicolai, etc.) ist allen Interessierten sehr zu empfehlen!

(Teilweise entnommene Text-Angaben von der St. Michaelis-Kirchengemeinde):

Ein Kurz-Video von der Dropa-Orgel in der St. Michaeliskirche, Lüneburg

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Kassel, 09. April 2006

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Kassel, St. Martinskirche

J.S. Bach Orgelabnahme in der St. Martinskirche, Kassel, am 28.09.1732

J.S. Bach spielte am 28. September 1732 auf Einladung des Erbprinzen Friedrich von Hessen-Cassel in der St. Martinskirche in Kassel.

Die Martinskirche (auch St. Martin) in Kassel, ist eine evangelische Pfarrkirche und die Predigtstätte des Bischofs der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die gotische Kirche wurde vor 1364 begonnen und 1462 geweiht. Seit 1524, mit dem Übertritt zum protestantischen Glauben von Landgraf Philipp, ist die Kirche evangelisch. Vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die hessischen Landgrafen beigesetzt.

Foto: St.Martinskirche in Kassel 

In Kassel erhielt der große protestantische Kirchenmusiker Heinrich Schütz, ab 1598 eine humanistische Ausbildung im Collegium Mauritianum, danach ein Jurastudium an der dortigen Universität. Von 1613 bis 1615 Hof-Kappelmeister beim Landgrafen Moritz von Hessen-Cassel, der Schütz als Förderer eine musikalische Ausbildung zuvor in Venedig bei Giovanni Gabrieli finanzierte.

Gemälde des Komponisten: Heinrich Schütz

Zu dieser Zeit erlebte Kassel seine kulturelle Blütezeit.

Kirchliche Musik hat in St. Martin eine lange Tradition, schon Ende des 14. Jahrhunderts besaß die Kirche eine Orgel.

In den Jahren 1610 bis 1614 erfolgte der Neubau der Orgel durch die berühmte Orgelbaufirma Hans Scherer, der Jüngere, aus Hamburg mit drei Manuale und 33 Register.

Die in den Jahren von 1610-1614 erbaute Scherer-Orgel, wurde um 1730 bis 1732 von Nikolaus Becker aus Mühlhausen umgebaut. Im September 1732 wurde Johann Sebastian Bach durch den Erbprinzen Friedrich von Hessen nach Kassel eingeladen, um die umgebaute und erweiterte Scherer-Becker-Orgel der Martinskirche abzunehmen.

Am 21. September 1732 reiste J.S. Bach mit Anna Magdalena nach Kassel. Nach der Orgelprüfung erfolgte am 28. September 1732 durch J.S. Bach das Einweihungskonzert in der St. Martins-Kirche. Es erklang höchst-wahrscheinlich J.S. Bachs „Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538, ein ungemein virtuoses Stück aus seiner Weimarer Zeit.

Foto: Bach-Inschrift an der St. Martinskirche Kassel

Der zwölfjährige Erbprinz Friedrich von Hessen-Cassel schenkte Bach aus Begeisterung einen edelsteingeschmückten Ring, da er die Kunst der Füße Bachs bewunderte, die so beflügelt über die Pedale eilten, dass die wuchtigsten Klänge wie Blitz und Donner in den Ohren der Hörer widerhallten.

Foto: Ansicht der zerstörten Bach-Orgel in der St.Martinskirche in Kassel

Am 22. Oktober 1943 wurde die Martinskirche durch Fliegerbomben zerstört und brannte bis auf die Grundmauern aus. Von 1954 bis 1958 wurde sie in stark veränderter Form rekonstruiert wiederaufgebaut. Es ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem zweitürmigen Westbau. Es entsteht eine kleine Gemeindekirche im Chorraum mit der Kleinen Hammer-Chor-Orgel von 1958, die von dem Mittelschiff der Großkirche durch einen verglasten Lettner abgetrennt wird.

Beim Wiederaufbau 1954-1958 erhielt die Martinskirche für beide Räume eine neue Orgel. Die Fa. Hammer aus Hannover baute für die Chorkirche das einmanualige Instrument mit 10 Registern, die Fa. Bosch aus Kassel baute 1964 eine dreimanualige Orgel mit 37 Registern und weit über 5000 Pfeifen.

Am 1.Juni 1958 wurde die Martinskirche eingeweiht.

Die Kantorei an St. Martin führt Oratorien und Kirchenkonzerte auf. Die Martins-Kirche bildet den Rahmen für die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung “neue Musik in der Kirche” unter der Leitung von KMD Hans Darmstadt.

Die Wochen „neue musik in der kirche“ wurden von Klaus Martin Ziegler in Zusammenarbeit mit Klaus Röhring begründet und in den Jahren 1965 – 1985 zehnmal veranstaltet.

Hans Darmstadt hat in der Zeit seiner Tätigkeit (1994 – 2006) an St. Martin die Wochen als „Interdisziplinäre Tage für Neue Musik und Theologie“ in den Jahren 1998, 2000, 2002 und 2004 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Corinna Dahlgrün viermal veranstaltet.

Hans Darmstadt ist mit eigenen Orgelkompositionen bekannt geworden. Geboren 1943 in Halle/Saale. Studium Erziehungswissenschaften, Theologie, Kirchenmusik und Komposition (Konrad Lechner und Günther Becker). 1967 Kantor und Organist in Griesheim bei Darmstadt. 1973 Kantor und Organist in Hamburg-Blankenese. 1982 Sabbatical in Kalifornien / USA. (University of California Riverside) 1988 Kirchenmusikdirektor. Seit 1976 Lehrauftrag Musikhochschule Lübeck (Musiktheorie/Komposition). Seit 1992 Professor und ab 1994 als Kirchenmusikdirektor an St. Martin Kassel angestellt.

Bis 2010 soll das Orgelkonzept in St. Martin vollendet sein, das einerseits auf der Grundlage des traditionellen europäischen Orgelbaus beruht, auf der anderen Seite neueste technische Möglichkeiten integriert, die so bisher noch an keiner anderen Stelle verwirklicht worden sind. Von diesem Zeitpunkt an wird St. Martin auch auf dem Gebiet neuer Orgelmusik der zentrale Ort in Deutschland und Europa sein.

ORGELMUSIK-Kompositionen von Hans Darmstadt:

Improvisation für Orgel (1966), Dauer: 4:30 Meinem Lehrer Konrad Lechner in großer Dankbarkeit gewidmet Breitkopf & Härtel BG 800 •Blankeneser Orgelheft I Sechs Choralbearbeitungen und zwei Orgelstücke (1968 – 73) für Horst und Renate Steffen Breitkopf & Härtel BG 1065 •Blankeneser Orgelheft II Vier Choralbearbeitungen und ein Improvisationsmodell (1974 – 76) Breitkopf & Härtel BG 1253 •Ante Portas Fünf Meditationen für Violoncello und Orgel (1978) für Gerhart Breitkopf & Härtel BG 1360 •Sonate aus h’ – Hommage à Igor Strawinsky für Orgel (1984), Dauer: 18:00 1. Psalm (Psalm 18,2.3.5-7) 2. Chaconne en rondeau (Psalm 8,8.10.15) 3. Pedalsolo (Psalm 18,29.30) 4. Improvisata (Psalm 18,17.20.37a) Zsigmond Szathmáry in Freundschaft zugeeignet Breitkopf & Härtel 8465 – Anhang: Ein feste Burg ist unser Gott lbständiger Orgelchoral, Studie zur Sonate (1983)

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Information & Bestellung:

(Selbstverlag, Druckvorlagen zum Kopieren erhältlich) Kantorei an St. Martin Kassel,

Heinrich-Wimmer-Straße 4, 34131 Kassel.

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Foto der Großen Bosch-Orgel von 1964

Foto der neuerbauten kleinen Chororgel in der Martinskirche

Disposition der Bosch-Orgel:

PEDAL * Sololade (C – g°)

Pleno Pedal 16. Tremulant * 15. Cornett 2′ * 14. Clairon 4′ * 13. Kopftrompete 8′ * 12. Posaune 16′ 11. Kontrafagott 32′ 10. Glöckleinton 2′1′ * 9. Rohrpfeife 4′ * 8. Rauschwerk 3f 5 1/3′ 7. Gedecktbaß 8′ 6. Untersatz 16′ 5. Choralbaß 4f 4′ * 4. Hintersatz 4f 5 1/3′ 3. Oktavbaß 8′ 2. Baßzink 10 2/3′ 6 2/5′ 1. Prinzipal 16′ 03 III – P 02 II – P 01 I – P

HAUPTWERK II. Manual (C – c””) Pleno Hauptwerk 56. Tremulant 55. Span. Trompete 4′ 54. Span. Trompete 8′ 53. Trompete 16′ 52. Larigot 1 1/3′ 1′ 51. Rauschharfe 4′ 2 2/3′ 50. Nachthorn 4′ 49. Gemshorn 8′ 48. Gedacktpommer 16′ 47. Mixtur II 4f 1′ 46. Mixtur I 4-6f 2′ 45. Ital. Prinzipal 2′ 44. Quinte 2 2/3′ 43. Nonenkornett 3f 2 2/3′ 42. Oktave 4′ 41. Prinzipal 8′ 06 III – II 05 I – II

RÜCKPOSITIV I. Manual (C – c””) Pleno Rückpositiv 34. Tremulant 33. Messingschalmei 4′ 32. Vox Humana 8′ 31. Dulzian 16′ ** 30. Unruh 3f 1/3′ 29. Terznone 1 3|5′ 8/9′ 28. Hohlflöte 2′ 27. Rohrnasat 2 2/3′ 26. Flötgedackt 4′ 25. Gedackt 8′ 24. Scharf 5f 1′ 23. Quarte 1 1/3′ 1′ 22. Prinzipal 4′ 21. Quintade 8′ 04 III – I

OBERWERK-SCHWELLWERK III. Manual (C – c””) Pleno Oberwerk 75. Tremulant 74. Hautbois 8′ 73. Fagott 16′ 72. Blockflöte 1′ 71. Obertöne 3f 1 1/7′ 70. Sifflöte 1 1/3′ 69. Gemshorn 2′ 68. Sesquialter 2 2/3′ 1 3/5′ 67. Rohrflöte 4′ Q 66. Spitzgedackt 8′ 65. Quintzimbel 4f 1/2′ 64. Grobmixtur 6-8f 1 1/3′ 63. Prinzipal 2′ 62. Ital. Prinzipal 2′ 61. Rohrpommer 8′ Zimbelstern Zungen ab Tutti

Grundstimmung: 443

Die Angaben entsprechen der Registeranordnung auf der rechten Seite des Spieltischs (Setzeranlage). Setzergruppen 1 – 8 mit je acht Speicherplätzen (A B C D E F G H), zweifach zu belegen. Von den insgesamt 128 Speicherplätzen ist die Hälfte (64) abschließbar. Setzer und Sequenzschalter sind auch als Pistons in Wechselwirkung mit der Handregisteranlage zu benutzen. An der linken Seite des Spieltischs befindet sich die alte Registeranlage mit 6 freien Kombinationen. Das alte System kann in Wechselwirkung mit der Setzeranlage benutzt werden. Von der Orgelbank aus kann eine separate stufenlose Windabschwächung bedient werden.

Disposition und Mensuren: Helmut Bornefeld Erbauer: Werner Bosch, Kassel, op. 350, 1964 Setzeranlage: 1991

* ursprünglich Siebenquart 1 1/7′ 16/19′

Von YouTube die Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538 erklang zur Weihe durch J.S. Bach

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Lüneburg, 07.02.2006

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”

Lüneburg, Johannis-Kirche

1. Anreise nach Lüneburg!

 
Foto: St. Johannis in Lüneburg

Die Brabant-Orgel der St. Johannis-Kirche in Lüneburg:

Im Jahr 1700 zu Ostern treffen als Schüler im Lüneburger Michaeliskloster (Lateinschule) Johann Sebastian Bach und Georg Erdmann ein. Das Michaeliskloster wird streng lutherisch geführt.

Ab der Prima wird neben Latein, Griechisch, Theologie, Logik, Rhetorik und Philosophie auch die Kunst des Versedichtens vermittelt. Ob Bach während seines Aufenthaltes in Lüneburg je nach Celle gereist ist, um die französisch beeinflusste Musik am Hofe von Herzog Georg Wilhelm von Celle-Lüneburg zu studieren, ist nicht als gesichert anzusehen.

In Lüneburg wirkte zu Bachs Schulzeit in der Johanniskirche der Organist Georg Böhm (1661-1733). Der aus Thüringen (Hohenkirchen nahe Ohrdruf) stammende Georg Böhm ist ein Schüler des berühmten Hamburger Organisten Johann Adam Reinken (1623-1722) und führte seit 1698 das Organisten-Amt an der Johanniskirche aus. Bach war sehr beeindruckt von der Größe der Orgel und dem Raumklang, ob er hier ebenfalls die Brabant-Orgel gespielt hat ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, da sein Förderer und Freund “Georg Böhm”, ob seines Spiels mehr als angetan war.

Von YouTube Orgelmusik: Die Brabant Orgel in St Johannis Lüneburg J.S. Bach BWV 653 “An Wasserflüssen Babylon”

Aus Überlieferungen ist bekannt, dass Böhm einen großen Einfluss auf Bach besaß und er wichtige Impulse an Bach weitergeben konnte, daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft zwischen Böhm und Bach. Die Grundausbildung des Orgelspiels erlernte Bach im Michaeliskloster in Lüneburg, die weitere Entwicklung dazu vermittelte ihm Böhm, des weiteren eignete sich Bach durch Reisen nach Hamburg – zu dem berühmten Organisten Johann Adam Reinken, an der dortigen Katharinen-Kirche mit der berühmten Orgel angestellt – weitere Kenntnisse im Orgelspiel und Orgelbau an. In der Hamburger Katharinen-Kirche hört Bach den bereits 77jährigen Reinken über den Choral “An den Wasserflüssen Babylon” improvisieren und ist von seinem Orgelspiel zutiefst beeindruckt. Hierüber verfasste Bach später eine Eigenkomposition.

Hier gebe ich Auszüge aus der Chronik der Brabant-Orgel wieder, entnommen aus den Hinweisen der Johannis-Kirchengemeinde:

Foto: Brabant-Orgel der St. Johannis-Kirche in Lüneburg

1551-53 Bau einer großen Renaissance-Orgel durch Hendrik Niehoff in Hertogenbosch 1652 Überholung und Vergrößerung der Orgel durch Friedrich Stellwagen aus Lübeck 1712-15 Umbau und Erweiterung durch Matthias Dropa 1852 Umbau durch Eduard Meyer 1922 pneumatische Traktur durch Oskar Walcker 1953 Restaurierung durch Rudolf von Beckerath

Die Orgel füllt die Westwand des Mittelschiffes. Sie baut sich in barocker Schönheit bis an den Scheitel des Gewölbes auf, der hier mehr als 22 m über dem Fußboden liegt.

Der überwältigenden äußeren Erscheinung entspricht ihre Klangfülle (51 Register auf 3 Manualen mit Pedal). Ihre Baugeschichte geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Als man sich 1551 zur Erbauung einer neuen Orgel entschloß, wandte sich die Hansestadt nach Brabant. 1553 hatten dann Hendrik Niehoff (um 1495-1560) und Jasper Johannsen aus ‘Hertogenbosch die Orgel fertiggestellt, vom heutigen Prospekt der mittlere Teil.

1619 zählte Michael Prätorius in seiner “Organographia” (Syntagma musicum) die Johannis-Kirchenorgel zu den bedeutendsten in Deutschland.

Die Einflüsse der Orgelbewegung führten schließlich Anfang der fünfziger Jahre zu einer Umorientierung in der Betrachtung der St. Johannisorgel: Man erkannte, dass die Umbauten Walckers und auch Meyers der Orgel ihren Charakter genommen hatten, und versuchte zu retten, was zu retten war. Rudolf von Beckerath gehörte damals zu den renommiertesten und profiliertesten Orgelbauern bei Neubau und Restaurierung historischer Instrumente, und er gab der Orgel ihre auch heute noch existierende Fassung: Er ging in der Disposition (im Wesentlichen) auf Dropa zurück und stellte mit einer neuen mechanischen Spiel- und Registertraktur den ursprünglichen Zustand wieder her, allerdings unter Beibehaltung des durch Meyer erweiterten Tonumfanges, Ergänzung von Pedalkoppeln und Hinzufügung einiger Register, die die Disposition nun auf 51 Register erweiterte.

Link: Angaben zur Disposition der Orgel von der Kirchengemeinde St. Johannis.

Seit 2003 ist als Organist an der Johanniskirche Joachim Vogelsänger angestellt, geb. in Soest, Kirchen-Musikstudium in Köln, Orgelstudium in Wien, Kapellmeister in Detmold.

Bild des Kantors: Joachim Vogelsänger

Weitere persönliche Angaben über Joachim Vogelsänger sind

Link:   h i e r einsehbar!

Seine erste CD-Einspielung veröffentlichte er mit Werken von Böhm und „Der junge Bach und seine Vorgänger“. CD: 450 Jahre Orgelmusik aus St. Johannis, Lüneburg

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Die CD ist bei der Johannis-Kirchengemeinde in Lüneburg erhältlich,

Link:  hier zur Bestellung!

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Leipzig,15. Januar 2006

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”

Leipzig, Thomaskirche.

Foto: J.S. Bachs Wirkungsstätte als Kantor, die Thomaskirche in Leipzig!

Foto: Das Bachdenkmal vor der Thomaskirche in Leipzig

Die restaurierte Sauer-Orgel in der Thomaskirche Leipzig
.

Disposition der Sauer-Orgel in der Thomaskirche
erbaut 1886 bis1889 und 1907/08 von Wilhelm Sauer (1831–1916)

I. Manual
Principal 16’
Bordun 16’
Principal 8’
Geigenprincipal 8’
Viola di Gamba 8’
Gemshorn 8’
Dulciana 8’
Doppelfloete 8’
Flûte harmonique 8’
Flauto dolce 8’
Gedackt 8’
Quintatön 8’
Quinte 5 1/3’
Octave 4’
Gemshorn 2’
Rohrfloete 4’
Violini 2’
Octave 4’
Rauschquinte 2fach
Mixtur 3fach
Cornett 2–4fach
Scharf 5fach
Groß-Cymbel 4fach
Trompete 16’
Trompete 8’

II. Manual
Salicional 16’
Gedackt 16’
Principal 8’
Schalmei 8’
Salicional 8’
Harmonica 8’
Dolce 8’
Flûte harmonique 8’
Konzertfloete 8’
Rohrfloete 8’
Gedackt 8’
Octave 4’
Salicional 4’
Flauto dolce 4’
Quinte 2 2/3’
Piccolo 2’
Cornett 3fach
Mixtur 3fach
Cymbel 3fach
Tuba 8’
Clarinette 8’

III. Manual
Lieblich Gedackt 16’
Gamba 16’
Principal 8’
Viola 8’
Aeoline 8’
Voix céleste 8’
Spitzfloete 8’
Flûte d’amour 8’
Gedackt 8’
Gemshorn 8’
Quintatön 8’
Fugara 4’
Traversfloete 4’
Praesant 4’
Quinte 2 2/3’
Flautino 2’
Harmonia aetheria 3fach
Oboe 8’
Trompette harmonique 8’

Pedal
Majorbass 32’
Untersatz 32’
Contrabass 16’
Principal 16’
Violon 16’
Gemshorn 16’
Subbass 16’
Salicetbass 16’
Lieblich Gedackt 16’
Quintbass 10 2/3’
Offenbass 8’
Principal 8’
Cello 8’
Gemshorn 8’
Bassfloete 8’
Dulciana 8’
Octave 4’
Flauto dolce 4’
Contraposaune 32’
Posaune 16’
Fagott 16’
Trompete 8’
Clarine 4’

Nebenregister: II/I, III/I, III/II Pedalkoppeln: I/P, II/P, III/P

Mezzoforte, Forte, Tutti, Rohrwerke
Piano-, Mezzoforte-, Forte- und Tuttipedal mit Absteller Handregister ab drei frei einstellbare Kombinationen Rollschweller mit Absteller Jalousieschweller fuer Manual III

Röhrenpneumatik (Spiel- und Registertraktur) Stimmungsart: gleichstufig temperiert

Stimmtonhöhe a1 = ca. 440 Hz. Tonumfänge Manual: C–a3
Pedal: C–f1
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Informationen über die neue Woehl-Bach-Orgel in der Thomaskirche in Leipig.

Die Scheibe-Orgel der zerstörten Pauliner- und Universitätskirche Leipzig wurde von J.S.Bach getestet und bekam das Gütesiegel des Thomaskantors. Auf ihr wurde optisch das Orgelprospekt fussend – die neue Woehl-Orgel der Thomaskirche nachgebaut. Eine Vorgabe für den Neubau war die von Bach bekannte Sterzing-Orgel aus der Georgenkirche in Eisenach, dass Bachs Toccaten, Präludien, Fugen, Choralvorspiele und Trios in möglichst authentischer Gestalt erklingen können und nach den Prinzipien des mitteldeutschen Orgelbaus im 18. Jahrhundert erbaut wird.

Historisches zur ehemaligen Sterzing-Orgel in der Georgen Kirche in Eisenach:

Auf Betreiben Johann Christoph Bachs kam es nach 1696 zu einem Neubau durch den aus Ohrdruf stammenden Orgelbauer Georg Christoph Sterzing. Das Ringen um den Bau und die Disposition dieser Orgel hat möglicherweise das Wissen des jungen Johann Sebastian Bach um das Wesen der Orgel sowie sein Klangideal wesentlich beeinflusst. Die 1707 fertiggestellte Sterzing-Orgel hatte 58 Stimmen.

Wie alle Leipziger-Orgeln der Bach-Zeit ist die neue Orgel im Chorton gestimmt. (465 Hz.) Als eine Besonderheit besitzt sie eine Kammerkoppel, die das ganze Werk um zwei Halbtöne nach unten transponiert.Die tiefe Kammertonstimmung (415 Hz) ermöglicht das Zusammenspiel mit barocken Streich- und Blasinstrumenten. Die Bauausführung der neuen Bachorgel lag in den Händen von der Orgelwerkstatt Gerald Woehl aus Marburg.

Foto: Neue Woehl-Orgel in der Thomaskirche Leipzig

Etwa 5000 Pfeifen sind in die Woehlorgel eingebaut worden. Die Disposition umfasst 60 Register auf vier Manualen und Pedal. Spielanlage: viermanualig, mittig unter dem Brustwerk I. Manual: Brustwerk II. Manual: Hauptwerk III. Manual: Oberwerk IV. Manual: Unterwerk (Echo) Normalkoppeln: als mechanische Trakturkoppeln Kammertonkoppeln: als mechanische Trakturkoppeln, sie werden für das ganze Werk zusammen eingeschaltet die Normalkoppeln können dann je nach Bedarf dazugeschaltet werden Spieltraktur: mechanisch, angehängte Traktur mit sehr direktem Spielgefühl Registertraktur: mechanisch Windanlage: zentrale Anlage mit Keilbälgen unter den Emporenpodesten alle Werke Manualwerke mit gleichem Winddruck der Pedalwind ist von den Manualwerken getrennt mit dem Registerzug “Plenumwind” kann der Wind in den Manualwerken mehr stabilisiert werden.

Auszug aus der Orgelbaufirma Woehl, Marburg:

Zur adäquaten Wiedergabe Bachscher Orgelwerke bedarf es in besonderer Weise der vielfältigen Einzelklangfarben, einer sensiblen, alles übermittelnden Spieltraktur und eines immer richtig reagierenden Orgelwindes. Erst durch das musikalische Ineinandergreifen dieser drei Bereiche kann Bachsche Orgelmusik ihren vollendeten Ausdruck finden – die innige Zwiesprache zwischen der Seele und dem Geistigen. Das im Chorton gestimmte Instrument kann Bachs Orgelmusik in ihrer ganzen Monumentalität und Klangpracht erlebbar machen.

Die Bach-Orgel kann aber je nach Anforderung, zum Beispiel bei Aufführungen von Kantaten, vollständig mit ihrem ganzen Registerfundus von der Farbigkeit eines Kantatenorchesters einen ganzen Ton tiefer im Kammerton gespielt werden. Für die zukünftige Musik in der Thomaskirche werden so Möglichkeiten geschaffen, die einzigartig in der Welt sind.

Vom althergebrachten bezeugt der Klang ebenso die Registernamen: wie z.B. ein Gemßhörnlein, eine Rohrflöth. Eine Trombetta, eine Plockflöth, ein Barem-Register, Pfeifen namens Octävlein, Trombet und Schweitzerflöth klingen aus dem schönen Orgelprospekt. Zimbelsterne, zwei 32′ Pedal- Register und “Vogestimmen-Imitation ” ergeben einen vielfältigen Klangkörper dieser neuen Bach-Orgel.

Disposition der Woehl-Bach-Orgel
Brustwerk I
Grob Gedackt 8fuß
Klein Gedackt 4fuß
Principal 2fuß
Super Gemßhörnlein 2fach
Quint-Sexta 2fach
Sieflit 1fuß

Hauptwerk II
Bordun 16fuß
Principal 8fuß
Violdagamba 8fuß
Rohrflöth 8fuß
Quinta 6fuß
Octav 4fuß
Nassatquint 3fuß
Superoctav 2fuß
Queerflöth 2fuß
Sesquialtera 3fach
Mixtur 6fach
Cimbel 3fach
Fagott 16fuß
Trombetta 8fuß

Oberwerk III
Quintaden 16fuß
Prinzipal 8fuß
Gedackt 8fuß
Gemßhorn 8fuß
Flauta doux 8fuß
Octav 4fuß
Hohlflöth 4fuß
Hohlquint 3fuß
Superoctav 2fuß
Plickflöth 2fuß
Sesquialtera 3fach
Scharff 4fach
Vox Humana 8fuß
Hautbois 8fuß
Tremulant

Kammerkoppel für das ganze Werk

Tonumfang Chorton:
Manuale C – f
Pedal C – f

Tonumfang Kammerton:
Manuale CD – f
Pedal CD – f

Echo IV
Barem 16fuß
Still Gedackt 8fuß
Quintaden 8fuß
Principal 8fuß
Nachthorn 4fuß
Spitzflöth 4fuß
Spitzquint 4fuß
Octav 2fuß
Schweitzerflöth 2fuß
Rauschquint I 1/2fuß
Superoctävlein 1fuß
Cimbel 3fach
Regal 8fuß

Pedal
Großer Untersatz 32fuß
Prinzipal 16fuß
Violon 16fuß
Sub Bass 16fuß
Octav 8fuß
Gedackt 8fuß
Quintaden 8fuß
Superoctav 4fuß
Bauerflöth 1fuß
Mixtur 6fach
Posaun Bass 32fuß
Posaun Bass 16fuß
Trombet 8fuß
Cornet 2fuß
Glockenspiel 2fuß

Nebenregister

Copul Oberwerk- Hauptwerk (III-II)
Copul-Echo-Hauptwerk (IV-II)
Copul Hauptwerk-Pedal
Copul Oberwerk-Pedal
Tremulant für das ganze Werk
Glockenspiel
2 Zimbelsterne
Vogell Geschrey

4 Keilbälge

Stimmtonhöhe: Chorton (ca. 465 Hz)
Stimmung: ungleichstufig, System Neidhardt.

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Woehl-Bach-Orgel der Thomaskirche Leipzig

CD-Cover: Woehl-Bach-Orgel der     Thomaskirche Leipzig

Mit dem Thomasorganisten Ulrich Böhme gewinnt diese CD an Format, hier hört man einen profunden Techniker und Kenner Bachscher Orgelwerke an den Manualen, einen Organisten, der in seinen Registrierungen ein klangschönes Orgel-Portrait dieser neuen Woehl-Orgel abliefert.

Thomas-Organist Ullrich Böhme wurde im sächsischen Vogtland geboren. Die wertvolle Barockorgel seines Heimatortes Rothenkirchen, an der er bereits 13jährig den Organistendienst versah, weckte in ihm Begeisterung für die „Königin der Instrumente“. Deshalb studierte er von 1972 bis 1979 an der Kirchenmusikschule Dresden bei Hans Otto und an der Hochschule für Musik Leipzig bei Wolfgang Schetelich. Im Bachjahr 1985 wurde Ullrich Böhme unter vielen Bewerbern zum Leipziger Thomasorganisten gewählt. Er gab den Anstoß zur Restaurierung der großen Sauer-Orgel der Thomaskirche und entwarf das Konzept der neuen Bach-Orgel der Thomaskirche.

Die CD der neuen Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig enthält Einspielungen von der Familie Bach.

Im Auftakt Präldium und Fuge in C BWV 545 des J.S. Bach strahlt die Orgel in berauschend schönen Klang-Mixturen. Eine herrlich ausgespielte Fuge folgt, und wurde vom Organisten grandios interpretiert. Seine Interpretation in der relativ freien Ornamentik angelehnt sowie an historischer Aufführungspraxis anknüpfend, machen das Orgelwerk wieder ungemein interessant.

Mit den 14 Variationen über eine Aria in a-Moll des Johann Christoph Bach (1642-1703) bietet der Organist ein wunderbares Portrait der Woehl-Orgel. J. Chr. Bach verfügte in Eisenach über eine vergleichsweise hervorragende und mächtige Orgel, zu deren Präsentation er auch die kompositorisch -vielschichtigen und musikalisch sehr berückenden Variationen schrieb. Dieses Orgelstück wurde detaillierte und in präzise überlegten Phrasierungen interpretieren.

Dass der J.S. Bach in der Orgelkompositionskunst seinen Söhen durchaus nicht nachstand, wird unter anderem durch seine Bearbeitungen Vivaldischer Konzerte für Orgel solo bewiesen.

Das Concerto in d-Moll BWV 596, als eine seltene Ausnahme in Bachs Orgelwerken gilt das Original mit 2 Violinen, Violoncello, Streicher und Basso continuo: hier wird dem Organisten unüblicherweise von Bach an Manual und Pedal klare Vorgaben in Sachen Registrierung vorgegeben. Das Werk, gespielt auf der Woehl-Orgel erklingt nuancierter und farbenprächtiger als an sonstigen Neuorgeln der heutigen Zeit. Das “Vivaldi-Werk” erklingt in barocker Klangpracht aufgrund vieler Manual- und Stimmenwechsel.

Ganz anders gelagert und zu sehen sind die Werke des Bach – Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach (1714-178 . Hier wurde eine ganz andere Tonsprache entwickelt, dem Ulrich Böhme gekonnt registrierend nachkam und in der “Sonata in a-Moll” (Wq 704, H85) entsprechend vortrefflich umzusetzten wusste.

Mit dem “Pièce d’Orgue” BWV 572, gelingt es Bach eindrucksvoll , drei völlig unterschiedliche Teile zu einer Einheit zu formen. Den sehr freien und improvisatorisch-virtuos daherkommenden Figuren zu Eingang und Ende und dem beeindrucken majestätischen Mittelteil, erklingt die neue Leipziger Bach-CD in ihrer – fulminanten – Klangpracht in der Passacaglia c-Moll (BW 582).

In der Choralbearbeitung “Nun danket alle Gott” BWV 657 schon wunderbar klanglich durchhörbar gestaltet , steigert er im Werk der Passacaglia und Fuge das Portrait seiner neuen Woehl-Orgel in ein geschmackvolles und brillantes Finale.

Die neue Bach-Orgel der Thomaskirche besitzt alle Möglichkeiten Bachsche Orgelwerke hörbar in einer barocken Klang-Vielfalt dem Publikum zu präsentieren und besitzt derzeit mit dem Organisten Ullrich Böhme einen sicheren und virtuosen Orgelkünstler in seinen Diensten.

Eine äußerst bemerkenswerte und sehr zu empfehlende CD zu bestellen unter diesem

Link für eine CD-Bestellung!  (Label: querstand)

Ein Video von der Woehl-Bach-Orgel Thomaskirche Leipzig

Thomasorganist Ullrich Böhme spielt die Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542

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“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

“Dresden, Frauenkirche”

Die neue Frauenkirche, Dresden

Vorstellung der neuen Kern-Orgel in der Frauenkirche zu Dresden !

Foto: Die neue Kern-Orgel der Frauenkirche Dresden

Auszugszitat vom Carus-Label:

Nach 12 Jahren Bauzeit wird am 30. Oktober 2005 die neuaufgebaute Dresdner Frauenkirche feierlich geweiht. Wenige Orgelbauprojekte wurden mit so viel Interesse und Spannung von der Öffentlichkeit begleitet, wie der Neubau der 1945 komplett zerstörten Orgel. Beim Wiederaufbau wurde der von George Bähr geschaffene Orgelprospekt detailgetreu rekonstruiert. Das Orgelwerk selbst ist keine Rekonstruktion der Gottfried-Silbermann-Orgel von 1736: Der Straßburger Orgelbauer Daniel Kern hat dem „klassischen“, eng an Silbermann orientierten Teil der Disposition ein zusätzliches Manualwerk im französisch-romantischen Stil hinzugefügt. Er knüpft so an die historischen Verbindungen zwischen Gottfried Silbermann, Straßburg und dem französisch-elsässischen Orgelbau an. Die Kern-Orgel vereinigt zahlreiche Vorzüge einer historischen Orgel mit den technischen Errungenschaften eines modernen Konzertinstruments.

Die Orgel wurde im heute gültigen Kammerton (a = 440 Hz) (15 Grad Celsius) und nicht im historischen tiefen Kammerton (a = ca. 415 Hz) eingestimmt.

Durch die Erhöhung der Zahl der Manuale von drei auf vier sowie der Register von 43 auf 67, 97 Ranks, 4876 Pfeifen, sei jetzt auch die Orgelliteratur nach Bach spielbar.

Weitere Angaben des Orgelbaus erstelle ich nachstehend nach Angaben der Orgelbaufirma Kern aus Straßburg:

Das neue Werk hat 4 Manuale bekommen. Das erste Manual ist das Hauptwerk das eweite das Oberwerk, das dritte das Récit Expressif nach Cavaillé-Coll und das vierte das Brustwerk. Die Aufstellung der Werke im Gehäuse (das treu nach dem original Entwurf von Bähr durch die Firma Puschner nachgebaut ist) ist der Aufstellung von Gottfried Silbermann sehr nah. Das Brustwerk sowie das klein und gross Pedal befinden sich im Unterteil, das Hauptwerk in der Höhe von der Prospektpfeifen, das Oberwerk über dem Hauptwerk, das Recit Expressif in der gleiche Höhe wie das Oberwerk direkt dahinter mit einem Abstand von 60 cm.

Die Spielmechanik für alle 4 Manualwerke ist mit einer hängende Traktur im klassischer Stil gebaut und lediglich aus klassischem Materialen hergestellt (Holzwinckel, Holzwellen usw…) Das Récit Expressif hat Eisenwellen. Die Koppeln können alle mechanisch gespielt werden aber es gibt auch die Möglichkeit einige Koppeln mit einer Spielhilfe zu benützen, hauptsätzlich bei den grossoen romantischen Stücke die sehr viele Koppeln und Register benötigen. Für das Brustwerk haben wir eine mechaische Umschlaltung gebaut die erlaubt dieses Werk im 415 Hz zu benützen bei Begleitung von alter Musik.

Die Registerbetätigung ist rein elektrisch mit einer Setzeranlage mit sehr viele Möglichkeit. Die Windladen sind als Schleifladen mit Tonkanzellen in der klassische Bauart mit Eichenholz hergestellt. Die Schleifen sind ebenso aus Eichenholz. Die Windanlage ist in der Art von Gottfried Silbermann gebaut das heisst ein grosser Turm mit 6 Keilbälge hinter der Orgel. Die ganze Orgel hat einen gleichen Winddruck (ca 90 mm w/s).

Das Pfeifenwerk ist nach dem klassichen Vorbild hergestellt für das Hauptwerk, Brustwerk, Oberwerk und Pedal. Die Principale und die Zungenregister sind aus hochprozentigem Zinn 87,5 % und die Flöten und Gedackten sind mehr bleihaltig.

Alle Kerne sind aus Blei.

Für die Herstellung der Pfeifen vom Récit haben wir die Mensuren und die Legierungen von Cavaillé-Coll verwendet . Die Principale und Zungen sind aus Zinn 75 % die Bourdon und Flöten aus 33 %. Für das Schwellwerk haben wir als Vorbild die Orgel von St-Sernin in Toulouse genommen. Für die klassichen Register haben wir die Mensuren Gottfried Silbermann und Andreas Silbermann verwendet. Die Stimmung wird gleichschwebend 442 Herz bei 18°

Intonation

Mit Hauptwerk, Brustwerk, Oberwerk und Pedal einschliesslich genannter Adaptation ist erreichbar, was der repräsentative Kuppelraum fordert :

Klassische Brillanz der Mixturen im Pleno, singende Kraft der Prinzipale Gravität der Zungen und Grundregister, Farben und Poesie der Aliquoten und Zungen, Weichheit und Deutlichkeit von Flöten und Steichern.

Für das Repertoire der Romantik und des 20. Jahr lässt sich ohne Schaden für die klassisch orientierte Substanz ein grosses Schwellwerk integrieren.

Prinzipale, überblasende Flöten, enge Streicher un Schwebungen verleihen dem Orgelwerk insgesamt ohne zu dominieren die Möglichkeit stilisticher Weite in Richtung Romantik und Symphonik, nicht nur bezogen auf dieses Manual sondern auf Basis unserer diesbezüglichen Erfahrung mit Mensuren und intonation unter Verwendung der Koppeln für das gesamte Klangspektrum. Unsere vielfach gelobten Erfahrungen im Bau sowohl deutscher als französicher Zungenstimmemn gewährleistet zudem angesischts der hohen Anzahl der Zungenstimmen auch grosse Unterschiede in Farbe, Dynamik und Mischfähigkeit.

Disposition der neuen Kern-Orgel

Hauptwerk 58 Töne C – a’’’ Montre 16’ Bourdon 16’ Octave 8’ Viole de Gambe 8’ Rohrflöte 8’ Octave 4’ Spitzflöte 4’ Quinte 2 2/3’Octave 2’ Terz 1 3/5’ Cornet V Mixtur V Cymbel IV Fagott 16’ Trompette 8’ Clarine 4’

Oberwerk 58 Töne C -a’’’ Quintade 16’ Principal 8’ Quintade 8’ Salicional 8’ Gedackt 8’ Octave 4’ Rohrflöte 4’ Nasat 2 2/3’ Octave 2’ Sesquialtera 1fach Mixtur IV Trompette 8’ Chalumeau 8’ Tremblant

Schwellwerk 58 Töne C – a’’’ Bourdon 16’ Gamba 8’ Flûte harmonique 8’ Voix céleste 8’ Bourdon 8’ Flûte harmonique 4’ Quinte 2 2/3’ Octavin 2’ Piccolo 1’ Cornet V

Mixtur III – VI Basson 16’ Basson – Hautbois 8’ Trompette harmonique 8’ Vox Humana 8’ Clairon Harmonique 4’ Tremolo

Brustwerk 58 Töne C – a’’’ Gedackt 8’ Prinzipal 4’ Rohrflöte 4’ Nasat 2 2/3’ Octav 2’ Gemshorn 2’ Terz 1 3/5’ Quinte 1 1/3’ Sifflet 1’

Mixtur II Vox Humana 8’ Tremblant

Pedal 32 Töne C – g’ Untersatz 32’ Principal 16’ Subbass 16’ Octave 8’ Bassflöte 8’ Octave 4’

Mixture VI Basson 32’ Posaune 16’ Trompette 8’ Clarine 4’

Anhand des stilistisch kontrastreichen Programms der CD-Einspielung mit Orgelmusik von J.S. Bach und Duruflé macht der Organist der Frauenkirche, Samuel Kummer, die erstaunliche klangliche Vielseitigkeit dieser Orgel hörbar.

Meine Amerkung:

Eine bemerkenswerte Orgel-CD die auf der neuen Kern-Orgel in der Frauenkirche eingespielt von Samuel Kummer worden ist. Sie ist als eine grandiose Konzert-Orgel für die eingespielten Werke von Bach und Durufle anzuerkennen. Welch Potential steckt in ihr an Klangfülle. So ist eine Orgel entstanden, das den neuen und großen kirchenmusikalischen Anforderungen in der Frauenkirche gewachsen ist.

Samuel Kummer, seit Dezember 2004 Organist an der Frauenkirche zu Dresden angestellt, überzeugt durch eine ausgewogene Registrierung und einem gekonnten Spiel.

Booklet-CD Kern-Orgel

Diese CD kann uneingeschränkt jedem Orgelliebhaber wärmstens empfohlen werden.

Link:   CD-Bestellung hier!   – Label: carus-Verlag

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Arnstadt, Mai 2005

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

“Die Bachkirche in Arnstadt”

nach wunderschönen Tagen in Thüringen, auf den Spuren von J.S. Bach folgend, besuchte ich die historischen Orte wie Arnstadt, Mühlhausen, Erfurt und Weimar.

Bachkirche in Arnstadt Thüringen

Bachkirche in Arnstadt Thüringen

Bachkirche Arnstadt / Thüringen

Bachkirche Arnstadt / Thüringen

 

Altarraum Bachkirche Arnstadt

Altarraum Bachkirche Arnstadt

Der erste Besuch galt der Bachkirche in Arnstadt mit der Wender Orgel von 1703, die in den Jahren 1998 bis Anfang 2000 durch die Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim/Rhön, nach einer Rekonstruktion der Wender-Orgel, umfassend restauriert wurde.

Foto: In 2000 restaurierte Wender-Orgel in der Bach-Kirche in Arnstadt/Thüringen 

Hier traf Bach auf den Orgelbaufachmann Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen, und nahm seine neuerbaute Orgel als Orgelsachverständiger mit 18 Jahren ab. Daraufhin bekam Bach dort seine erste Anstellung als Organist. Wender muss nach neuesten Erkenntnissen ihm dann nach seinem Weggang aus Arnstadt, die Organistenstelle in Mühlhausen vermittelt haben.

Hier wurde eine Wender-Orgel wieder zu 99 % rekonstruiert, die Bachs Klangvorstellungen einer Orgel entsprechen müsste. Ein warmer wunderschöner Klang, der den Räumlichkeiten der Bachkirche voll entspricht. Liveübertragungen von Orgelkonzerten, gespielt auf dieser restaurierten Wender-Orgel, liess die Fachwelt aufhorchen, das Echo auf diese neue wunderschönen Orgel ist überwältigend, die Fachwelt spricht von einer Neugeburt einer Bachorgel.

Seit 1913 besaß die Bachkirche eine romantische Steinmeyer-Orgel aus Öttingen/Bayern. Die neue Steinmeyer-Orgel wurde mit pneumatischer Ton- und Registertraktur erbaut. Der Wender-Prospekt wurde wieder verwendet, mußte allerdings noch einmal verändert werden. Der Tonumfang erweitert sich auf Manual C-a 3 und Pedal C-f 1. Von den gewesenen 59 Registern der vorgehenden Orgel werden 7 nicht wieder benutzt und 3 neu hinzugefügt. Die neue Steinmeyer-Orgel erhält 55 Register.

Alle romantischen Spielhilfen sind vorhanden. In dem Orgelbauvertrag von 1997 mit der Orgelbaufirma Otto Hoffmann, Ostheim/Rhön, wurde vereinbart, dass beide Projekte, die Rekonstruktion der Wender-Orgel und die Restaurierung der Steinmeyer-Orgel bis Ende 1999 auszuführen ist. September 1997 wurde die Steinmeyer-Orgel abgetragen, die auf der 2. Empore gestanden hatte. Die ursprüngliche 3. Empore wurde wiedererstellt, so daß man den historischen Standort wieder nach dort verlegen konnte. Zur Rekonstruktion der Wender-Orgel wurden in Arnstadt alle bekannten Quellen und historischen Orgelteile studiert. Vorhanden waren 320 Pfeifen aus dem Jahr 1703, der veränderte Orgelprospekt, Pfeifenstöcke im Prospekt mit Rissen vom Umfang der Prospektpfeifen, originale Klaviaturen, Registerzüge, der Orgelbauvertrag von Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen von 1699.

Einzelheiten zur Konstruktion des Tragwerkes für die Windladen wurden aus den Wender-Orgeln in Dörna und Erfurt, Severi-Kirche, entnommen. Profile an den Balken, Maße derselben, Verbindungen, Füllungen, Schließeinrichtungen, Metallnägel, Holzdübel und vieles Andere mehr wurden nach den historischen Vorlagen dieser Kirchen nachgefertigt. Die originalen Windladen von Dörna wurden vermessen und in jedem Detail für die Arnstädter-Orgel nachgebaut. In gleicher Weise verfuhr man mit allen Trakturdetails. Man arbeitete mit Fuß-, Zoll- und Strichmaßen, statt mit dem metrischen Maß. Die Balganlage wurde über der Orgel und der Tonne der Kirche im Dachbereich mit 4 Keilbälgen rekonstruiert und angebracht. Als Vorlage diente eine in Dörna vorhandene historische Balgplatte.

Die Blasebälge sind mechanisch zu betätigen. Für den Übprozeß und Gebrauch der Orgel im Gottesdienst wurden die Bälge mit einem elektrischen Winderzeuger versehen. Der Winddruck ist mit 72 mm/Ws fixiert. Von den reichlich original vorhandenen Pfeifen wurden alle fehlenden Pfeifen und Register berechnet und rekonstruiert. Die Tonhöhe ergab sich aus den historischen Pfeifen und wurde mit 465 Hz bei 18 = C festgelegt. Man einigte sich mit dem thüringischen Amt für Denkmalpflege bei der Stimmungsfrage daraufhin, eine um 1700 in Thüringen übliche Stimmung nachzuempfinden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, daß man die von J.S. Bach in Arnstadt komponierten Werke problemlos darstellen kann. Die Orgelstimmung wurde der Wender-Orgel von 1703 nachempfunden. So ist es quasi möglich, in dieser Kirche barocke und romantische/moderne Werke “authentisch” darzustellen.

Weitere Angaben zur Disposition und Renovierung durch die Fa. Hoffmann, Orgelbau: Restaurierung der Steinmeyer-Orgel von 1913 durch die Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim / Rhön 1997-1999 Die pneumatische Taschenladenorgel (Opus 1185) wurde von Steinmeyer als “Bach-Orgel” im Jahr 1913 erbaut. Die 6 Wender- Register wurden erhalten und die Mensur im Baß erweitert. Fugara 4′, Vox coelestis 8′ und Violoncello 8′ wurden neu gefertigt. Die restlichen Register wurden von Hesse bzw. Meißner übernommen. Die Prospektfront wurde erneut verändert. Die Orgel wurde auf der 2. Empore aufgestellt.

Im Jahre 1938 versetzte der Gothaer Orgelbauer Wiegand Helfenbein die Orgel auf die erhöhte 1. Empore und barockisiert die Disposition. Im September 1997 wurde die Orgel ausgebaut und in der Oberen Kirche eingelagert. Im Jahr 1998 begannen die Restaurierungsarbeiten an der Orgel mit dem Transport der Teile in unsere Werkstatt. Da im Rahmen der Kirchenrenovierung die 3. Empore für die Rekonstruktion der Wender-Orgel wieder eingebaut wird, muß das Instrument wird im Bereich zwischen der 1. und 3. Empore aufgestellt werden. Auf eine Prospektfront wird verzichtet. Die Spieltraktur mußte aus baulichen Gründen bis zum ersten Relais elektrifiziert werden. Der Spieltisch erhält seinen Platz an der Emporenbrüstung und wird mit einer modernen Setzeranlage ausgestattet. Die später eingebauten Zinkpfeifen werden durch Zinnpfeifen ersetzt. Die Disposition wird auf den Bestand von 1913 zurückgeführt.

Disposition:

I. Manual C-a³ 1)Bordun16′ 2)Principal8′C-cs’ neu 60% 3)Viola di Gamba8′C-H neu 60% 4)Gemshorn8′W C-cs° neu 60%, d°-c³ eu 60% 5)Schweizerflöte8′C-H neu 60% 6)Bordun8′ 7)Rohrflöte8′ 8)Hohlflöte8′ 9)Quintflöte5 1/3′ 10)Octave4′ 11)Fugara4′ 12)Rohrflöte4′ 13)Quinte2 2/3′ 14)Octave2′ 15)Cornett 5 f.8′ 16)Mixtur 5 f.2′ 17)Cymbel 3 f.1′ 18)Trompete8′C-a³ neu 60%

II. Manual C-a³ 19)Quintatön16′W c°-c³ neu 60% 20)Principal8′C-H neu 60% 21)Spitzflöte8′C-H neu 60% 22)Quintatön8′ 23)Viola d’amour8′W C-H neu 60%, c°-c³ neu 60% 24)Gedeckt8′W C-c³ neu 60% 25)Flauto traverso8′C-H aus Steinmeyerbestand 26)Octave4′W C-c³ neu 60% 27)Spitzflöte4′ 28)Viola4′C-a³ neu 60% 29)Rauschquinte 2f.2 2/3′ 30)Mixtur 5f.2′ 31)Klarinette8′C-a³ neu 60%

III. Manual C-a³ (Schwellwerk) 32)Liebl. Gedackt16′ 33)Geigenprincipal8′C-H neu Kiefer 34)Liebl. Gedackt8′ 35)Flauto piano8′C-cs° neu 60% 36)Hessiana8′ 37)Salicional8′C-H neu 60% 38)Vox coelestis8′c°-a³ neu 60% 39)Geigenprincipal4′ 40)Nachthorn4′W C-c³ neu 60% 41)Flauto dolce4′ 42)Geigenprincipal2′C-a³ neu 60% 43)Sesquialter 2f.22/3′ 44)Progressivharm.3-6f.2′ 45)Oboe8′C-a³ neu 60% 46)Tremulant neu

Pedalwerk C-f’ 47)Principalbaß16′ 48)Violon16′ 49)Subbaß16′ 50)Quintbaß10 2/3′ 51)Principal8′ 52)Violoncello8′C-f’ neu 60% 53)Gedackt8′ 54)Octave4′ 55)Posaune16′ 56)Trompete8′C-f’ neu 60%

Koppeln III/I, III/II, II/I, I/P, II/P, III/P Setzer, Walze

Die Windladen wurden grundlegend restauriert, sämtliche Taschenventile wurden neu beledert. Die Relais wurden in allen Teilen überarbeitet und in der 1. Station mit Wippmagneten ausgestattet. Das Pfeifenwerk wurde gründlich überarbeitet, die Wender- Register wurden erneuert, die veränderten Steinmeyer-Register rekonstruiert. Der große Magazinbalg wurde überarbeitet und die Windladen mit Holzkanälen angeschlossen. Die Stoßfänger an den Kanälen wurden funktionsgerecht eingefügt. Das Schwellwerk wurde mit einem Tremulanten ausgestattet

Nach der Restaurierung aller Orgelteile in der Werkstatt und der Fertigung des neuen elektrischen Spieltisches mit einer elektronischen Setzerkombination mit 4.000 Speicherplätzen sowie der neuen Gebläseanlage wurde die Orgel im Mai 1999 in die Bachkirche transportiert und dort auf der 1. Westempore aufgestellt. Die Unterseite der 3. Empore wurde mit Schallreflektionsplatten verkleidet, um eine optimale Klangabstrahlung in den Kirchenraum zu erreichen. Der Spieltisch wurde in der Emporenmitte direkt hinter der Emporenbrüstung aufgestellt.

Die pneumatischen Relais wurden mit den originalen Bleirohren mit den Windladen verbunden. Anschließend wurde das Gehäuse gefertigt, das aus 4 Seitenrahmen mit Füllungen und einen Frontrahmen mit stoffbespannten Gitterfüllungen besteht. Aus architektonischen Gründen wurde in den Frontrahmen die Struktur der 2. Emporenbrüstung aufgenommen, so daß jetzt auch im Bereich der 2. Empore das Brüstungsbild auf der Westseite sichtbar geschlossen ist.

Der Emporenbereich wurde für die Chorarbeit neu gestaltet. Nach Abschluß der Malerarbeiten erfolgte die Intonation des Instrumentes. Bei einem Winddruck von 82 mm wurde die Grundintonation der Register nicht verändert, es erfolgte ein behutsamer Ausgleich von Lautstärke und Ansprache. Die rekonstruierten Register wurden in das Klangbild des Instrumentes eingefügt. Das Instrument wurde gleichschwebend bei 440 Hz/18° gestimmt. Das Klangvolumen des Instrumentes reicht vom zartesten Pianissimo bis zum raumfüllenden Forte und hat durch den Umbau und die klangdurchlässige Front an Volumen gewonnen.

Die nachstehende CD aus der Bachkirche zu Arnstadt wurde vom Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller im April 2000 an der Wender-Orgel eingespielt.

CD: Werke von J.S. Bach

„Johann Sebastian Bach in Arnstadt“:

Gottfried Preller spielt an der Wender-Hoffmann-Orgel Werke von Johann Sebastian Bach

Präludium und Fuge in G-Dur, BWV 541
Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 654
Wo soll ich fliehen hin oder Auf meinen lieben Gott, BWV 646
Passacaglia, BWV 568
Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 647
Meine Seele erhebt den Herrn, BWV 648
Präludium und Fuge in C-Dur, BWV 547
Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, BWV 649
Komm Du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden, BWV 650
Piece d‘ Orgie, BWV 572

Link:  CD-Bestellung!      (Amazon)

Ein Video mit Gottfried Preller an der Orgel der Bach Kirche, Arnstadt

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Eine weitere CD mit dem Titel: „Bach in Arnstadt“ mit Gottfried Preller, von April 2000 

zu beziehen:

Ev.-Lutherische Kirchgemeinde Arnstadt

Pfarrhof 2
99310 Arnstadt

Tel.: 03628/74 09 60
Fax: 03628/74 09 64

Email
stadtkirchenamt@kirche-arnstadt.de

Internet
http://www.kirche-arnstadt.de

oder

http://www.preller-gottfried.de/html/start.htm

Inhalt der CD:

Präludium und Fuge C-Dur, BWV 545; Herr Gott nun schleuß den Himmel auf, BWV 1092; Wir Christenleut, BWV 1090; Allein zu dir Herr Jesu Christ, BWV 1100 ; Praeludium G-Dur, BWV 568 ; O Jesu wie ist dein Gestalt, BWV 1094; O Lamm Gottes unschuldig, BWV 1095; Toccata und Fuge d-moll, BWV 565; Wir glauben all an einen Gott, BWV 1098; Ach Herr mich armen Sünder, BWV 742; Präludium und Fuge e-moll, BWV 533; Du Friedefürst Herr Jesu Christ, BWV 1102; Christ der du bist der helle Tag, BWV 1120; Was Gott tut das ist wohlgetan, BWV 1116; Präludium und Fuge E-dur, BWV 566.

Die CD-Einspielung kann als gelungen betrachtet werden, doch stören mich leider einige Nebengeräusche, die das Hörempfinden ein wenig trüben, schade um diese sonst so herrliche Einspielung Bach’scher Orgelwerke.

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Mühlhausen, Mai 2005

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

“Divi Blasii Kirche in Mühlhausen”

die nächste Station war die ” Divi Blasii Kirche” in Mühlhausen, in der Bach ein Jahr als Organist von 1707 bis 1708 angestellt war.

 

Divi Blasii Kirche in Mühlhausen (Thüringen)

Divi Blasii Kirche in Mühlhausen (Thüringen)

Die gebaute Ursprungsorgel dort war die 1560 von der Orgelbaufirma Jost Pape aus Göttingen. 1603 zerstörte ein Blitzschlag den Kirchturm und die Orgel.

Eine Restaurierung erfolgte 1689 bis 1691 durch den Mühlhausener Orgelbaumeister Johann Friedrich Wender, der auch die Bachorgel in Arnstadt gebaut hatte. Bach wurde nach seinem Weggang aus Mühlhausen mit der Abnahme der Wender-Orgel beauftragt und sie dann auch abnahm.

Er verfasste ein Gutachten, das heute als wichtiges Dokument über Bachs Vorstellungen vom Orgelbau seiner Zeit angesehen wird. Sie liegt als gedrucktes Dokument in Mühlhausen vor. Die Wender-Orgel existierte 100 Jahre. 1821 bis 1823 erfolgte ein Neubau der Firma Johann Friedrich Schulze aus Milbitz bei Rudolstadt.

Im Jahre 1953 nahm die Kirchengemeinde zwecks Restaurierung der Orgel Kontakt mit Albert Schweitzer in Lambarene/Afrika auf. Schweitzer drängte darauf, die Orgel nach den vorliegenden Dokumenten in Mühlhausen – über die Abnahme der Wender-Orgel von Bach verfasst -, zu berücksichtigen und sie so zu restaurieren. Schweitzers Aussage: denn das wünscht sich der Bachfreund, eine Orgel vorzufinden, die nach Bachs Vorgaben gebaut worden ist.

Foto: Blick auf die 1959 restaurierte Schuke-Orgel der Divi Blasii Kirche

Den Auftrag zum Bau der Orgel erhielt die Firma Schuke in Potsdam, die das Werk auf der Basis des Bachschen Entwurfes unter Ergänzung von fünf zusätzlichen Orgelregistern konzipierte. 1959 wurde die Schuke-Orgel fertiggestellt. Sie gilt seit dieser Zeit als Zeitzeuge der Orgelkunst unseres Jahrhunderts.

Disposition der Schuke-Orgel:

Hauptwerk (II) Rückpositiv (I) Quintadena 16´ Gedackt 8´ Prinzipal 8´ Quintadena 8´ Viola di Gamba 8´ Prinzipal 4´ Rohrflöte 8´* Salicional 4´ Oktave 4´ Oktave 2´ Gedackt 4´ Spitzflöte 2´ Nassat 2 2/3´ Quintflöte 1 1/3´ Oktave 2´ Sesquialtera 2f. Sesquialtera 2f. Cimbel 3f. Cimbel 2f. Dulzian 8´* Mixtur 4f. Fagott 16´ Trompete 8´*

Brustwerk (III) Pedal Stillgedackt 8´ Untersatz 32´ Flöte 4´ Prinzipal 16´ Prinzipal 2´ Subbaß 16´ Quinte 1 1/3´ Oktave 8´ Terz 1 3/5´ Gedacktbaß 8´* Mixtur 3f. Oktave 4´ Schalmei 8´ Nachthorn 2´* Rohrflötenbaß 1´

Mixtur 4f. Posaune 16´ Trompete 8´ Cornettbaß 2´ Nebenzüge Cimbelstern

Koppeln: BW/HW, RP/HW, HW/P, RP/P (Tritte) Tremulant RP u. BW

Klaviaturumfänge: C´- d´´´ (Manual), C – f´ (Pedal) * = Register, die zu Bachs Disposition hinzugefügt wurden.


CD-Einspielung mit folgenden Bachwerken
:

J. S. Bach: Piece d’ Orgue (Präludium) und Fuge D-Dur BWV 532 ; Choralbearbeitungen: „Ein feste Burg ist unser Gott“ à 2 claviers et pédale BWV 720; „Nun freut euch, lieben Christen gmein“ choralis in tenore manualit, BWV 734; Präludium und Fuge g-Moll, BWV 535; Piece d’Orgue (Fantasie) G-Du, BWV 572; Très vitement /Gravement /Lentement; Choralbearbeitung: „Christ lag in Todesbanden“ à 2 claviers et pédale, BWV 718, Fantasia con imitazione h-Mol,l BWV 563; Passacaglia c-Moll, BWV 582.

Zu meiner eigenen Überraschung muss ich gestehen, dass mir diese eingespielte CD von der Klangfülle, Registrierung und virtuosem Spiel von Felix Friedrich besser gefällt, als die Einspielung aus der Bachkirche aus Arnstadt. Sehr schön gelungen und virtuos gespielt: Einspielung Nr.2 “Nun freut euch lieben Christen gmein”, BWV 734. sowie die Einspielung Nr. 7 “Fantasia con imitazione h-moll”, BWV 563.

Diese Bachorgel und CD-Einspielung von Felix Friedrich besitzt absolute Präverenz!

Link: für die CD-Bestellung!Label: AarTon-Verlag

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Erfurt, Mai 2005

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Erfurt, Dom und St. Severi-Kirche

nach dem Besuch in Mühlhausen folgte die Besichtigung des Erfurter Domes mit der Schuke-Orgel.


Foto: Ansicht des Domberges mit Dom und St. Severi-Kirche

(Hauptorgel) Schleifladen, mechanische Tastenstruktur, 64 Setzerkombinationen 4 Setzer für Rollschwellereinstellungen, Register an Walze, Registerfessel, Tastenfessel im HW, Tutti, Gesamt- und Einzelabsteller für Zungenregister.

Disposition; 1. Manual: C-a”’ RP 14 Register, 2.Manual: C-a 15 Register, 3.Manual: C-a”’ SW 17 Register,Pedal: c-g’ 17 Register.


Foto: Blick auf die große Schuke-Orgel im Erfurter Dom!


Foto: Ansicht der Schuke-Chor-Orgel im Dom St. Marien!

Dazugehörend eine zusätzliche Chororgel. Hauptorgel und Chororgel sind vom Hauptspieltisch gemeinsam und getrennt anspielbar. Sequenzschalter für Setzerkombinationen (vor- und rückwärts)

Disposition der Hauptorgel im St.Marien-Dom

RÜCKPOSITIV (I) c – a3 Principal 8′ Metallgedackt 8′ Quintadena 8′ Oktave 4′ Rohrflöte 4′ Hohlquinte 2 2 /3 ‘ Oktave 2′ Wald flöte 2′ Terz 1 3/5 Quinte 1 1/3 ‘ Oktave 1′ Scharff 5 f. Cromorne 8′ Vox humana 8′ Tremulant

HAUPTWERK (II) c – a3 Principal 16′ Oktave 8′ Rohrflöte 8′ Gambe 8′ Nassat 5 1/3 ‘ Oktave 4′ Nachthorn 4′ Quinte 2 2/3′ Oktave 2′ Cornett 5 f.ab fo Großmixtur 6 f. Kleinmixtur 4 f. Trompete 16′ Trompete 8′ Trompete 4′

SCHWELLWERK (III) c – a3 Bordun 16′ Geigenprincipal 8′ Flauto traverso 8′ Salicional 8′ Schwebung 8′ ab c o Holzgedackt 8′ Oktave 4′ Block flöte 4′ Viola da Gamba 4′ Nassat 2 2 /3 ‘ Piccolo 2′ Ter z 1 3 /5 ‘ Septime 1 1 /7 ‘ Mixtur 3 – 6 f. Bombarde 16′ Hautbois 8′ Trompette harm.8′ Tremulant

PEDAL c – g1 Principal 32′ Principal 16′ Violon 16′ Subbaß 16′ Zartbaß 16′ Nassat 10 2 /3 ‘ Oktave 8′ Cello 8′ Gedacktbaß 8′ Oktave 4′ Flötenbaß 4′ Hintersatz 3 f. Mixtur 5 f. Fagott 32′ Posaune 16′ Trompete 8′ Clairon 4′

Erbauer: Alexander Schuke,1992. Koppeln: I/II elektr., I/II mech., III/II, III/I I/P, II/P, III/P

Mechanische Tontraktur, elektrische Registertraktur; Crescendo-Tritt (Walze) Crescendo-Einstellungen: Standard (fest), A, B, C (jeweils frei programmierbar) Registerfessel, Tastenfessel; Tutti 64 Setzerkombinationen, Remocard

Disposition der Schuke-Chor-Orgel

Hauptwerk (I. Manual), C-a3 1. Pommer 16` 2. Principal 8` 3. Koppelflöte 8` 4. Oktave 4` 5. Gemshorn 4` 6. Nassat 2 2/3` 7. Oktave 2` 8. Mixtur 6f. 9. Scharff 4f. 10. Trompete 8`

Oberwerk (II. Manual), C – a3 11. Gedackt 8` 12. Principal 4` 13. Rohrflöte 4` 14. Sesquialtera 2-3f. 15. Gemshorn 2` 16. Quinte 1 1/3` 17. Sifflöte 1` 18. Scharff 5-7f. 19. Dulcian 8`

Pedal, C-g1 20. Subbaß 16` Koppeln II/I, I/P, II/P 21. Oktave 8` Elektrische Ton- und Registertraktur 22. Baßflöte 8` 4 freie Kombinationen 23. Baß-Aliquote 4f. Eigener Spieltisch im Hohen Chor 24. Rohrpommer 4` 25. Holzflöte 2` 26. Mixtur 5f. 27. Posaune 16` 28. Trompete 8` 29. Feldtrompete 4`

Erbauer: Alexander Schuke, Potsdam, 1963

Die CD enthält folgende Einspielungen:

Domglocke Gloriosa, Vollgeläute Erfurter Dom, Wilhelm Kümpel , Orgel, Dietrich Buxtehude: Toccata F-Dur ; J.S Bach: 5 Choralvorspiele: Der Tag ist so freudenreich, BWV 605, (auf der Chororgel) O Mensch bewein dei Sünden groß, BWV 622 (auf der Hauptorgel) Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 642 (auf der Chororgel) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639 (auf der Hauptorgel) Herzlich tut mich verlangen, BWV 727 (auf der Hauptorgel) François Couperin: Auszüge aus “Messe solenelle à l’usage des Paroisses” Felix Mendelssohn Bartholdy: Sonate Nr. 2 c-moll op. 65,2 Joseph Ahrens: Partita “Regina coeli”, Partita “Verleih uns Frieden gnädiglich”

Die Disposition und Registrierung der eingespielten Werke gelingen dem Dom-Organisten Wilhelm Kümpel virtuos auf dieser wunderschönen klangfarbenen Schuke-Orgel (Hauptorgel) und den Choraleinspielungen von J.S. Bach auf der kleineren Chororgel. Einmal eine CD, bei der nichts auszusezten gibt, einfach gekonnt eingespielt…….

Link: für die CD-Bestellung! Label: motette-Verlag

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Weimar, Mai 2005

“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Weimar, Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche)

Die weitere Orgel-Tour, sie führte in die Stadtkirche “Zu St.Peter und Paul” (Herder-Kirche *) in Weimar.


Foto: Stadtkirche St. Peter und Paul, genannt Herder-Kirche in Weimar

*) Von 1776 bis 1803 wirkte in St. Peter und Paul der Humanist Johann Gottfried Herder (1744-1803), somit erhielt die Kirche diese Namensnennung!

Im Februar 1945 wurde die Kirche zur Ruine, die Orgel erlitt schwerste Schäden. 1997 begann der Abbau der alten Orgel. Der inzwischen wiedererstanden Orgelbaufirma Wilhelm Sauer in Frankfurt/Oder wurde der Neubau übertragen und 1999 fertig erstellt. Die Orgel hat drei Manuale (Schwellwerk, Hauptwerk, Rückpositiv) und Pedal, ca. 3700 Pfeifen, eine mechanische Spieltraktur, Elektrik und Elektronik nur zur Unterstützung der künstlerischen Möglichkeiten.

Die Sauer-Orgel in der Herder Kirche Weimar

Foto: Die renovierte Sauer-Orgel in den 90er Jahren in der Herder-Kirche, Weimar

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Zu den Dispositions-Angaben der Sauer-Orgel, Herder-Kirche,Weimar:

I. Manual Rückpositiv C -g3


1. Prinzipal 8’ 11. Bordun 16’
2. Gedackt 8’ 12. Prästant 8’
3. Oktave 4’ 13. Hohlflöte 8’
4. Blockflöte 4’ 14. Quintadena 8’
5. Sesquialtera 2f. 15. Oktave 4’
6. Ital. Prinzipal 2’ 16. Rohrflöte 4’
7. Quinte 11/3’ 17. Quinte 22/3’
8. Oktave 1’ 18. Superoktave 2’
9. Scharff 4f. 19. Terz 13/5’
10. Krummhorn 8’ 20. Mixtur I 4-5f.
Tremolo 21.MixturII4f.

II.Manual Hauptwerk C -g3


1. Prinzipal 8’ 11. Bordun 16’
2. Gedackt 8’ 12. Prästant 8’
3. Oktave 4’ 13. Hohlflöte 8’
4. Blockflöte 4’ 14. Quintadena 8’
5. Sesquialtera 2f. 15. Oktave 4’
6. Ital. Prinzipal 2’ 16. Rohrflöte 4’
7. Quinte 11/3’ 17. Quinte 22/3’
8. Oktave 1’ 18. Superoktave 2’
9. Scharff 4f. 19. Terz 13/5’
10. Krummhorn 8’ 20. Mixtur I 4-5f.
Tremolo 21. Mixtur II 4f.
22. Fagott 16’
23. Trompete 8’
24. Chamade 8’
Tremolo

III.Manual Schwellwerk C -g3


25. Gedackt 16’ 40. Untersatz 32’
26. Geigenprinzipal 8’ 41. Prinzipalbaß 16’
27. Rohrflöte 8’ 42. Subbaß 16’
28. Aeoline 8’ 43. Gedacktbaß 16’
29. Schwebung 8’ 44. Oktavbaß 4’
30. Oktave 4’ 45. Baßflöte 8’
31. Flöte 4’ 46. Nachthorn 4’
32. Nasat 22/3’ 47. Oktave 2’
33. Gemshorn 2’ 48. Baßaliquot 3f.
34. Quinte 11/3’ 49. Hintersatz 4f.
35. Sifflöte 1’ 50. Bombarde 16’
36. Mixtur 4-5f. 51. Posaune 8’
37. Dulzian 16’ 52. Trompete 8’
38. Franz. Trompete 8’ 53. Sing. Cornett 4’
39. Oboe 8’Tremolo

Pedal C -f1

25. Gedackt 16’ 40. Untersatz 32’
26. Geigenprinzipal 8’ 41. Prinzipalbaß 16’
27. Rohrflöte 8’ 42. Subbaß 16’
28. Aeoline 8’ 43. Gedacktbaß 16’
29. Schwebung 8’ 44. Oktavbaß 4’
30. Oktave 4’ 45. Baßflöte 8’
31. Flöte 4’ 46. Nachthorn 4’
32. Nasat 22/3’ 47. Oktave 2’
33. Gemshorn 2’ 48. Baßaliquot 3f.
34. Quinte 11/3’ 49. Hintersatz 4f.
35. Sifflöte 1’ 50. Bombarde 16’
36. Mixtur 4-5f. 51. Posaune 8’
37. Dulzian 16’ 52. Trompete 8’
38. Franz. Trompete 8’ 53. Sing. Cornett 4’
39. Oboe 8’


Schleifladen mechanische Tontraktur, Koppeln elektrisch, elektrische Registertraktur, 128 Setzerkombinationen elektronisch Koppeln : I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P, Sub III/P, Sub III, Super III, Sub III/II, Super III/II Crescendotritt, Crescendowalze, Tremulanten regulierbar,
Zungeneinzelabsteller, Pleno, Tutti Hauptgehäuse von 1812 wiederverwendet, Rückpositiv Neubau 2000

(Angaben von Sauer Orgelbau Frankfurt / Oder)

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Als Stadtkantor-Organisten waren an der Stadtkirche angestellt wie: entfernter Verwandter und Freund von J.S.Bach; Johann Gottfried Walther (1684-174 aus Erfurt gebürtig, Johann Gottlob Töpfer (1791-1870) Im vergangenen Jahrhundert: Hermann Keller, Arno Landmann, sowie Michael Schneider (1909-1994), geb. in Weimar. Michael Schneider studierte von 1927-30 an der Weimarer Musikhochschule die Fächer Klavier, Orgel und Komposition und besuchte anschließend das kirchenmusikalische Institut in Leipzig, wo Karl Straube, Robert Teichmüller und Kurt Thomas seine Lehrer waren. 1945 wurde er Kirchenmusikdirektor an St. Markus in München, bevor Schneider dem Ruf als Professor an die Musikhochschule in Detmold folgte und zugleich zum Dirigenten des Bielefelder Musikvereins ernannt wurde. Unvergessen in Bielefeld seine grandiosen und virtuosen Orgelkonzerte.

Aus besondere Anlässen als Konzert-Organisten sind zu benennen: J.S.Bach während seiner Weimarer Zeit, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz List, ebenfalls in Weimar tätig, sowie Max Reger.

Auf nachstehender CD wurden folgende Werke im Jahr 2003 eingespielt:


Orgel: Stadtkantorin Hannelore Köhler,

geb. in Erfurt, Studium Franz-List-Hochschule in Weimar bei den Professoren Cilensek, Köhler, Mauersberger. Meisterkurse bei Prof. Reinberger in Prag. Als ein Highlight in Weimar ihre tägliche Stunde der Orgelmusik.

Melchior Franck 01. Deutscher Tanz Valentin Haußmann; 02. Deutscher Tanz Johann Sebastian Bach – aus dem “Weimarer Orgelbüchlein” ADVENT 03. “Nun komm, der Heiden Heiland” WEIHNACHTEN 04. “Gelobet seist du, Jesus Christ” 05. “Christum wir sollen loben schon” 06. “Der Tag, der ist so freudenreich” 07. “Vom Himmel hoch da komm ich her” 08. “Gelobet seist du, Jesus Christ” PASSION 09. “Christus, der uns seelig macht” 10. “Da Jesus an dem Kreuz stand” 11. “O Mensch, beweis dein Sünde groß” OSTERN 12. “Christ lag in Todesbanden” 13. “Entstanden ist der heilig Christ” 14. “Jesus Christ, unser Heiland” PFINGSTEN 15. “Komm, Gott Schöfer, Heiliger Geist” Johann Gottfried Walther 16. Präludium und Fuge d-moll 17. Choral und Variation “Was Gott tut, das ist wohlgetan” Théodore Dubois 18. Piéce canonique 19. Evocation (Anrufung) 20. Imploration (Flehen) 21. Entrée Max Reger 22. Präsludium und Fuge G-Dur CHORALBEARBEITUNGEN 23. “Ach Gott, verlaß mich nicht” 24. “Morgenglanz der Ewigkeit” 25. Te deum ops 59. Nr. 12 “Herr Gott, dich loben wir”

Die neue Sauer-Orgel besticht als klanglich wunderschöner Klangkörper.

Die Interpretation, Registrierung und Disposition der eingespielten Werke ( bis auf die Bachschen-Werke) sind für mich etwas ungewöhnlich gewählt, hier muss sich der Orgelfreund persönlich reinhören, eben eine persönliche Geschmacksfrage und Empfinden.

Link zur CD-Bestellung!Sauer-Orgelbau

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“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”

Naumburg, Stadtkirche St. Wenzel mit der Hildebrandt-Orgel!

Foto: Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg (Copyright © V. Hege)

Die Hildebrandt-Orgel wurde von Bach und Silbermann am 27.9.1746 abgenommen!

(Copyright © V. Hege)



(Copyright © V. Hege)

Bekannter und gern besuchter Termin; „Orgel punkt Zwölf“ mit Orgelkonzerten an der berühmten Hildebrandt-Orgel in der St. Wenzelskirche in Naumbur

Orgel punkt Zwölf – 30 Minuten Orgelmusik

Mai bis Oktober
jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag, (auch an Feiertagen)
12.00 Uhr – Stadtkirche „St. Wenzel“

Unsere Orgelmusik dauert 30 Minuten.
Schenken Sie sich die Zeit.

Naumburg, Stadtkirche St. Wenzel

Hildebrandt-Orgel

Ohne Zweifel gehört die Hildebrandt-Orgel zu St. Wenzel zu den bedeutendsten Schöpfungen auf dem Gebiet spätbarocken Orgelbaus. Nicht nur an Zahl, sondern auch an Vielfalt der Register übertrifft sie alle Silbermannorgeln.

Ihre Disposition weist gleichzeitig konservative, im deutschen Orgelbau des Barock wurzelnde Elemente wie auch Eigentümlichkeiten auf, die dem neuen Klangempfinden entsprechen, das sich im 18. Jahrhundert entwickelt, und läßt französische Charaktermerkmale in den Hintergrund treten.

So ist dieses einmalige Werk aus der Universalität Bachschen Geistes heraus entstanden, aus der kosmischen Vielfalt seines Schaffens, das ebenfalls aus der Tradition Entwickeltes und in die Zukunft Weisendes in genialer Synthese in sich vereint.

(Text-Copyright: Ulrich Dähnert)

Disposition der Hildebrandt-Orgel:

Werk: Zacharias Hildebrandt, 1743 – 1746.
Gehäuse: Zacharias Thayssner, 1695 – 1705.
Restaurierung: Hermann Eule Orgelbau (Bautzen), 1993 – 2000.

I. RÜCKPOSITIV · C, D – c³

Principal

8 Fuß.

Zinn

Viol di Gambe

8 Fuß.

Zinn

Prestanta

4 Fuß.

Zinn

Quintadehn

8 Fuß.

Metall

Rohr-Floete

8 Fuß.

Metall

Vagara

4 Fuß.

Zinn

Rohr-Floete

4 Fuß.

Metall

Nassat

3 Fuß.

Metall

Octava

2 Fuß.

Zinn

Rauschpfeife 2 fach.

Zinn

Mixtur 5 fach.

Zinn

Fagott

16 Fuß.

Zinn

II. HAUPTWERK · C, D – c³

Principal

16 Fuß.

Zinn

Quintadehn

16 Fuß.

Metall

Octava

8 Fuß.

Zinn

Spitz-Floete

8 Fuß.

Metall

Praestanta

4 Fuß.

Zinn

Cornet 4 fach.

Ab c¹. Zinn

Gedakt

8 Fuß.

Metall

Spitz-Floete

4 Fuß.

Metall

Sesquialter 2 fach.

Zinn

Octava

2 Fuß.

Zinn

Quinta

3 Fuß.

Zinn

Weit-Pfeife

2 Fuß.

Metall

Mixtur 8 fach.

Zinn

Bombart

16 Fuß.

Holz/Metall

Trompete

8 Fuß.

Zinn

III. OBERWERK · C, D – c³

Bordun

16 Fuß.

Holz

Principal

8 Fuß.

Zinn

Hohl-Floete

8 Fuß.

Metall

Principal und. mar.

8 Fuß.

Ab a°. Zinn. Schwebung

Praestanta

4 Fuß.

Zinn

Gemshorn

4 Fuß.

Metall

Quinta

3 Fuß.

Zinn

Octava

2 Fuß.

Zinn

Wald-Floete

2 Fuß.

Metall

Tertia

1 3/5 Fuß.

Zinn

Quinta

1 1/2 Fuß.

Zinn

Sif-Floete

1 Fuß.

Zinn

Scharff 5 fach.

Zinn

Vox humana

8 Fuß.

Zinn

PEDAL · C, D – d¹

Vorderpedal-Laden

Principal Bass

16 Fuß.

Zinn

Octaven Bass

8 Fuß.

Zinn

Violon Bass

8 Fuß.

Metall

Octaven Bass

4 Fuß.

Zinn

Octava

2 Fuß.

Metall

Mixtur Bass 7 fach.

Zinn

Trompet. Bass

8 Fuß.

Zinn

Clarin Bass

4 Fuß.

Zinn

Hinterpedal-Lade

Posaune

16 Fuß.

Holz

Posaune

32 Fuß.

Holz

Violon Bass

16 Fuß.

Holz

Subbass

16 Fuß.

Holz

Nebenzüge:

Tremulant [Hauptwerk und Rückpositiv]
Schwebung ins Oberwerk
Sperventill ins Oberwerk
Sperventill ins Manual
Cymbelstern
Koppel Oberwerk an Hauptwerk [Schiebekoppel]
Koppel Rückpositiv an Hauptwerk [Schiebekoppel]
Pedalcoppel [Windkoppel Hauptwerk an Pedal]
Calcant

Winddruck: Manuale 74 mm WS (31½°), Pedal 78 mm WS (33°).
Stimmtonhöhe: a¹ = 464 Hz (Chorton).
Temperierung. ungleichstufig nach Neidhardt I (1724).

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In Naumburg ist 1746 eine „recht grosse und recht schöne Orgel“ entstanden, wie sie Bach laut Nekrolog von 1754 „zu seinem beständigen Gebrauche“ gewünscht, aber nie erhalten hat. In dieser Orgel sind sowohl kräftig klingende, gemäß ihrer Stellung in den einzelnen Werken mit unterschiedlichen Mensuren gebaute Principalregister von der 16-Fuß-Lage bis zu den vielchörigen gemischten Stimmen als auch farbgebende Flötenregister in 8-, 4- und 2-Fuß-Lage und eng mensurierte streichende Register in der 16-, 8- und 4-Fuß-Lage sowie die von Bach geschätzten charakteristischen Zungenstimmen, acht an der Zahl, vorhanden. Es handelt sich also um eine zwar vielgestaltige, dabei jedoch sehr ausgewogene Disposition, um eine klar überschaubare Ordnung, um ein rechtes Maß in der Zahl der Manuale, der Register und der Klangfarben.

Die von Bach in seinen Orgelgutachten immer wieder geforderte Gravität ist durch zwölf klanglich differierende, aber auch gemeinsam zu verwendende 8-Fuß-Register, sieben 16-Fuß-Register und eine 32-Fuß-Posaune gewährleistet. Wie Orgelbaumeister Helmut Werner während der Restaurierung festgestellt hat, war wahrscheinlich noch ein labialer 32-Fuß-Untersatz geplant gewesen.

(Textquelle: http://www.gdo.de)

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Altenburg, Trost Orgel in der Schloss Kirche

Die Schlosskirche in Altenburg (Copyright © V. Hege)

Die Trost-Orgel in Altenburg; Orgel-Abnahme von J.S. Bach im September 1739

(Copyright © V. Hege)

Gedenktafel zur Orgelabnahme der Trost Orgel in Altenburg von J.S. Bach

(Copyright © V. Hege)

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Eisenach / Thüringen, Georgen Kirche (Taufkirche von J.S. Bach)

Foto: Georgen Kirche in Eisenach / Thüringen

Foto: Innenraum der Georgenkirche im Altarraum das Taufbecken von J.S. Bach

Foto: Die in 1982 renovierte Schuke Orgel in der Georgen Kirche in Eisenach

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Die gegenwärtige Orgel hat mindestens vier Vorgängerinnen. Möglicherweise existierte schon in vorreformatorischer Zeit eine Orgel in der alten Landgrafenkirche. Erste gesicherte Überlieferungen beziehen sich auf ein 1576 durch Georg Schauenberg errichtetes Werk, zu dessen Bau Teile der Orgel der nahegelegenen Franziskanerkirche (abgebrochen 1597) verwendet wurden. Johann Pachelbel hat 1677/78 das Werk noch kennen gelernt. Auf Betreiben Johann Christoph Bachs kam es nach 1696 zu einem Neubau durch den aus Ohrdruf stammenden Orgelbauer Georg Christoph Sterzing.

Das Ringen um den Bau und die Disposition dieser Orgel hat möglicherweise das Wissen des jungen Johann Sebastian Bach um das Wesen der Orgel sowie sein Klangideal wesentlich beeinflusst. Die 1707 fertiggestellte Sterzing-Orgel hatte 58 Stimmen. Der mit Schnitzwerk reich verzierte Prospekt (1719 vollendet) ist erhalten geblieben und präsentiert sich in originaler Farbigkeit. Über einen Zeitraum von 132 Jahren haben Mitglieder der Musikerfamilie Bach an dieser Orgel als Organisten gewirkt.

Nach tiefgreifenden Reparaturen unterschiedlicher Orgelbauer folgte 1840 ein Neubau durch die Firma Holland (Schmiedefeld).

Die neue Orgel war mit 40 Stimmen das größte Werk Hollands. In Zusammenhang mit der erwachenden Bach-Renaissance stellte man an die Orgel Anforderungen, die einem Konzert-Instrument entsprachen. So wurde schon nach wenigen Jahrzehnten wiederum ein neues Werk notwendig.

1911 errichtete die Firma Jehmlich (Dresden) eine Orgel mit 77 Stimmen. Max Reger hat mehrfach auf ihr gespielt. Umbauten der Chorempore, Kriegsschäden und neue Erkenntnisse im Orgelbau beschieden auch dieser Orgel nur eine relativ kurze Lebensdauer.

Rege kirchenmusikalische Aktivitäten zeichnen die Eisenacher Georgenkirche nicht erst aus, seit sie Predigtkirche des thüringischen Landesbischofs ist. Die Chor- und Orgelwerke Johann Christoph Bachs erlebten hier ihre Uraufführungen. Johann Ambrosius Bach musizierte zusammen mit den Stadtpfeifern und dem Chorus musicus. Durch Georg Philipp Telemann gingen von hier starke Impulse zur Gestaltfindung der evangelischen Kirchenkantate aus. Die im 19. Jahrhundert einsetzende Bach-Renaissance reicht bis in die Gegenwart hinein. +)

Disposition der 1982 durch den VEB Potsdamer Schuke-Orgelbau errichteten Orgel:

I. Manual (Hauptwerk)
Bordun 16´
Principal 8´
Rohrflöte 8´
Quintadena 8´
Oktave 4´
Spitzflöte 4´
Quinte 2 2/3´
Superoktave 2´
Sesquialtera 3 f.
Groß-Mixtur 6-8 f. 2´
Klein-Mixtur 5 f. 1´
Fagott 16´
Trompete 8´

II. Manual (Oberseitenwerk)
Quintadena 16´
Großoktave 8´
Gedackt 8´
Principal 4´
Traversflöte 4´
Rohrnassat 2 2/3´
Oktave 2´
Nachthorn 2´
Terz 1 3/5´
Quinte 1 1/3´
Jauchzendpfeife 2 f. 1´
Scharff-Mixtur 5 f. 1´
Terz-Cymbel 3 f. 1´
Krummhorn 8´
Vox humana 8´
Tremulant

III. Manual (Schwellwerk)
Koppelflöte 8´
Spitzgedackt 8´
Salicional 8´
Schwebung 8´
Principal 4´
Blockflöte 4´
Dulzflöte 4´
Gemsquinte 2 2/3´
Weitoktave 2´
Tertian 2 f.
Sifflöte 1´
Oberton 2 f.
Mixtur 6 f. 2´
Dulcian 16´
Hautbois 8´
Schalmei 4´
Tremulant

Pedal
Untersatz 32´
Principal 16´
Offenbass 16´
Subbass 16´
Oktave 8´Gemshorn 8´Bass-Aliquote 3 f. Oktave 4´Rohrpommer 4´ Flachflöte 2´Hintersatz 3 f Mixtur5f. Posaune 16´Trompete 8´Dulcian 8´Clairon 4´

Koppeln:
I/P mechanisch
II/I, III/I, III/II, II/P, III/P elektrisch

Spielhilfen:
8 elektrische Setzerkombinationen, davon 5-8 werkgeteilt, Organum plenum, Setzknopf, Rücksteller, Zungen ab, Einzelausschalter für 11 Zungen, Walze an, HR zur Walze, Jalousieschweller zum III. Manual

Schleifladen:
mechanische Tasten-, elektrische Registertraktur

Anzahl der Pfeifen:
4 835

Disposition:
Hans-Joachim Schuke, Wolfgang Platzdasch, Herbert Peter

Mensuren:
Rudolf Nehm

Intonation:
Heinrich Wallbrecht, Hartmut Jänicke, Gerhard Rase

+) Quelle: Dr. Oefner, Eisenach

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Die Fotos sind Urheberrechtlich geschützt

(Copyright © V. Hege)

beim Foto-Download ist die Nennung des Urhebers erforderlich !

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Fortsetzung folgt..!!



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Fotos von Johann Sebastian Bach und seine Wirkungsstätten und Orgelabnahmen


Fotos J.S. Bach

seine „Wirkungsstätten in Nord- und Mitteldeutschland“

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Kirchen, Orgeln, Orgelabnahmen, seine persönlichen Aufenthaltsorte stelle ich zur Ansicht mit historischen Quellangaben zur Verfügung. Ein Download der Fotos in meinem “Picasa-Bach-Webalbum” stelle ich zur Verfügung, – die Nennung des Urhebers: Fotorechte V. Hege ist erforderlich ! – das Album unten anklicken…

Link:  https://goo.gl/photos/c3qG7CBhonDiArz38

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Thema: ” Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ” seine

Wirkungsstätten, Orgelabnahmen und dazugehörende CD-Einspielungen.

Eine ausführliche Beschreibung der „Bach Orgeln“ mit Dispositionsangaben !


Die neue Bach-Woehl-Orgel in der Thomaskirche Leipzig

Diesen Link anklicken es erfolgt die Verzweigung !


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Ein weiterer persönlicher Web-Link zu “Historischen Orgeln und Kirchen in OWL, Deutschland, Europa.

https://goo.gl/photos/KLHcMyM7hPDvuUGN9

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Inhalt: Diskussionsforum J.S. Bach und die Cantata Pilgrimage 2000


„Diskussionsforum J.S. Bach und die
Cantata Pilgrimage 2000 und sonstige Klassik-Themen″

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Johann Sebastian Bach

Siegel von J.S. Bach

Inhaltliche Angaben zum “Blog Diskussionsforum J.S. Bach und die Cantata Pilgrimage 2000″

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Diskussionsforum über J.S. Bach und Sir John Eliot Gardiner mit seiner durchgeführten Bach Cantata Pilgrimage im Kalenderjahr 2000 und Klassik-Nebenschauplätze von der Renaissance bis zur Klassik.

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Willkommen zur deutschen Version: “Diskussionsforum J.S. Bach und die durchgeführte Bach Cantata Pilgrimage 2000″ des englischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner. Er führte im Bachjahr 2000 mit seinem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists sämtliche bekannten Kantaten von J.S. Bach in 12 Monaten in Europa und Übersee auf.

Hier habe ich eine deutschsprachige Diskussions-Plattform über J.S. Bach geschaffen, um mit Gleichgesinnten und interessierten Besuchern u.a. über J.S. Bach über Konzerte der durchgeführten Bach Cantata Pilgrimage 2000 von Sir John Eliot Gardiner und zukünftige Konzerte in Beiträgen eine künstlerische Wertstellung dieses großartigen KOMPONISTEN bewerten und darstellen zu können. Ebenso sind als Nebenthemen die Aufführungspraxis anderer Interpreten, DVD, CD-Veröffentlichungen und die Werke von Komponisten der Renaissance, Klassik und Romatik als Besprechungsthemen im Diskussions-Blog erwünscht.

Ausführlich werden hier Bach-Einspielungen von Neuerscheinungen vorgestellt und Meinungen dazu sollten in dem Diskussions-Blog abgegeben werden. Über Nebenschauplätze, wie Fragen allgemeiner Art – (anstehende Konzerttermine) – persönliche Begegnungen mit Dirigenten, Künstlern und Solisten, über Konzertbesuche sowie Aufführungswerke anderer Komponisten können ebenfalls hier ausführlich erörtert und diskutiert werden.

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Ein Einstiegs-Thema: „Die Bach Cantata Pilgrimage 2000 von Sir John Eliot Gardiner

Foto: Englischer Dirigent: Sir John Eliot Gardiner im Konzert

Als Startbeitrag wurde aus Gardiner seiner SDG-Reihe die 1. DVD mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach am 23. Dezember 1999 in der Herderkirche Weimar im Blog vorgestellt.

Foto: Die Herderkirche in Weimar, Start der Bach Cantata Pilgrimage 2000 am 23.12.1999 von Sir J.E. Gardiner mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach

Foto: Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists im Weihnachts-Oratorium am 23.12.1999 in der Herder Kirche in Weimar.

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Ein Kommentar von Sir J.E. Gardiner am Anfang der Bach Cantata Pilgrimage 2000

“Bach Cantata Pilgrimage” heißt das rund 13 Millionen Mark teure, üppig gesponsorte Mammut-Projekt. Das Finale wird an Silvester 2000 in New York sein. Ein Jahr lang jede Woche Bach. Warum?

Gardiner:

Erstens Neugier, zweitens hat es mich gewurmt, dass die Kantaten Bachs noch so unbekannt sind. Drittens gäbe es außer Bach keinen Komponisten, mit dem ich mich ein ganzes Jahr beschäftigen könnte.

Bach ist so vielfältig, so fantasievoll. Sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart über Mendelssohn bis Strawinsky oder Jazzer wie Jacques Loussier. Er ist universal, deswegen glaube ich: Bach ist der Komponist der Zukunft.

Frage:

Nach welchen Kriterien haben Sie die Aufführungsorte Ihrer Pilgertour ausgesucht?

Gardiner:

Wir spielen bis auf eine Ausnahme nur in historisch und architektonisch bedeutenden Kirchen, an Bach Wirkungsstätten – Leipzig, Köthen, Lübeck, Eisenach – aber auch am Rand von Europa, zum Beispiel in der Abtei der schottischen Insel Iona oder im spanischen Santiago de Compostela.

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Auszüge aus einem Interview von KlassikAkzente mit Sir John Eliot Gardiner zum Beginn der Bach Cantata Pilgrimage 2000:

“Wäre Bachs Musik nicht gewesen, wir hätten diese Tour sicher nicht so leicht, so unbeschwert bewältigen können.”

Sir John Eliot Gardiner wird auch nach einem Jahr Pilgerreise mit den Kantaten Johann Sebastian Bachs nicht müde, von der “reinen Schönheit” der Musik zu schwärmen. “Woche um Woche überraschte uns Bach mit einem Meisterwerk nach dem anderen. Es ist eigentlich unbegreiflich.

Am Ende eines jeden Wochenkonzertes sind wir traurig über die Kantaten, die wir hinter uns lassen, und zugleich voller Vorfreude auf das Programm der kommenden Woche.” Seit zehn Monaten sind der Dirigent, die English Baroque Soloists und der Monteverdi Choir unterwegs, reisen als Pilger, wie sie es nennen, quer durch Europa: eine monumentale Konzerttournee mit wöchentlich wechselndem Programm. Mein Jahr mit Bach: Ein Interview mit John Eliot Gardiner

KlassikAkzente:

Sir John Eliot, die zahlreichen Groß-Projekte zum Bach-Jahr sind kaum noch zu zählen, Ihre “Bach-Kantaten-Pilgerreise” ist zweifellos eines der ambitioniertesten Vorhaben zum 250. Todestag des Komponisten. Wie viel Bach vertragen die Zuhörer in diesem Jahr?

John Eliot Gardiner: Endgültig kann ich das natürlich erst im nächsten Jahr sagen. Vielleicht hat die Mehrheit dann erst einmal von Bach genug, ähnlich wie Mozart 1992 weniger gespielt wurde. Vielleicht sorgt das Bachjahr aber auch dafür, dass der Komponist von einigen neu oder wieder entdeckt wird. Ich glaube nicht, dass wir mit unserem Vorhaben, innerhalb eines Jahres alle 198 erhaltenen Bach-Kantaten aufzuführen, die Zuhörer überlasten. Denn immerhin ist es die erste Unternehmung dieser Art. Vor uns hat noch niemand diese Werke in ihrem Kontext präsentiert.

KlassikAkzente:

Sie spielen auf die Ordnung der Kantaten nach dem evangelischen Kirchenjahr an. Brauchen Sie dafür nicht einige Kunstgriffe?

Gardiner:

Ein paar schon. Wir wollen die Werke jeweils an den Sonn- und Feiertagen aufführen, für die Bach sie komponierte. Der Kalender hat jedoch seine Eigenarten: Einen Sonntag nach Weihnachten, für den Bach auch Kantaten schrieb, gab es im Jahr 1999 nicht, dafür aber in diesem Jahr.

Da unsere “Pilgerreise” zu Weihnachten begann und am 31. Dezember diesen Jahres in New York endet, können wir dies ausgleichen und neben den zahlreichen Weihnachtskantaten noch das Weihnachtsoratorium spielen. Zum andern liegt in diesem Jahr Ostern sehr spät, deshalb fehlen ein paar Sonntage. Doch auch diese Kantaten spielen wir, sie werden eingeschoben.–

KlassikAkzente:

Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie die Stationen Ihrer Pilgerfahrt ausgewählt?

Gardiner:

Wichtig war mir vor allem, dass wir ausschließlich in Kirchen gastieren. Denn Bachs Kantaten sind keine Konzertmusik. Ich habe im Vorfeld des Projektes sehr viele Kirchen besucht. Gerade in den ostdeutschen Kleinstädten gibt es wundervolle Gotteshäuser – beispielsweise in Altenburg oder in Arnstadt.

Es ist gut, dass die “Pilgerreise” auch in diesen Orten und nicht nur in den Metropolen Station macht. Nicht alle Orte, die ich herausgesucht habe, können wir jedoch besuchen. Gerne etwa wäre ich nach Freiberg gekommen. Dort gibt es einen Dom mit zwei wundervollen Silbermann-Orgeln. Aber Freiberg ließ sich einfach nicht in den Plan einbringen. Andere Orte, die mit Bach in Verbindung stehen, sind für unsere Unternehmung leider einfach zu klein.

KlassikAkzente:

Mit “Pilgerfahrt” meinen Sie also, auf Bachs Spuren zu wandeln?

Gardiner:

Die Reise führt nicht nur zu Bachs Wirkungsstätten, sondern auch zu Pilgerzentren der christlichen Kultur, die gerade im Jahr 2000 von Bedeutung sind. Wir wollen Bach als Teil dieser europäischen Kultur begreifbar machen. Für die ist die Musik des großen Thomaskantors ein Symbol.

KlassikAkzente:

Obwohl die Reise immer wieder in Ostdeutschland Station macht, überraschen doch die Ausmaße: Die Unternehmung führt durch nahezu alle europäischen Länder …

Gardiner:

… was so zunächst nicht geplant war. Da wir Bachs Kantaten in ihrem Kontext zeigen wollten, war die Pilgerfahrt als Reise durch protestantische Länder geplant. Ausgehend von Bachs Heimat in Thüringen und Sachsen sollte die Pilgerfahrt in immer größer werdenden konzentrischen Kreisen durch Skandinavien und das Baltikum und Länder wie Holland, England und die Schweiz führen.

Doch dann zeigten gerade einige Veranstalter in katholischen Ländern sehr großes Interesse: Frankreich, Italien, Spanien und Portugal sind nun wichtige Stationen unserer Pilgerfahrt. Auf der anderen Seite gastieren wir so auch in Santiago de Compostela und Rom, was immerhin zwei der ältesten Pilgerstätten des christlichen Glaubens sind.

KlassikAkzente:

Wenn Sie sich auf ein solches Unternehmen einlassen, dann müssen Sie zu Bach ein ganz besonderes Verhältnis haben?

Gardiner:

Manchmal sage ich zum Spaß: Wenn Bach nicht im Himmel ist, dann möchte ich da gar nicht hin. Je mehr ich von Bach kennenlerne, um so mehr Fragen stellen sich mir. Bach ist gewissermaßen zeitlos, seine Musik hat über den bloßen kirchlichen Aspekt hinaus eine breite Ausstrahlung.

Diese Musik kann auch Menschen etwas bedeuten, die ihren Glauben verloren haben oder die nie Christen waren: Es gibt so viel Humanistisches in diesen Kantaten.

KlassikAkzente:

Warum rücken Sie dann mit der Ordnung nach dem Kirchenjahr den liturgischen Aspekt so stark in den Vordergrund?

Gardiner:

Wir sollten respektieren, wofür diese Musik geschrieben ist. Bach selbst hat in seinen Bibelkommentar folgendes persönliche Credo geschrieben: “Bey einer andächtigen Musique ist alle Zeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart”. Er meint damit, dass es möglich ist, beim Musizieren Gottes Gnade in uns zu fühlen. Deshalb hat er Woche für Woche eine neue Kantate geschrieben.

KlassikAkzente:

Das Thomaskantorat war also die Krönung von Bachs Leben?

Gardiner:

Nein, die dort vorgefundenen Bedingungen waren alles andere als ideal. In Weimar hatte Bach professionelle Sänger, dort konnte er Neues ausprobieren. In Leipzig hatte er Schüler, von denen viele unbegabt waren.

Das können wir direkt aus den Kantaten ablesen: Zunächst schrieb er schwierige Partien für alle Stimmen. Nach ungefähr einem Jahr gab er den Knaben im Sopran fast nur noch Choral-Melodien, während sich die komplizierten Strukturen auf die anderen Stimmen, also die Männer, beschränkten.

Außerdem geriet Bach in Leipzig zwischen die Fronten zweier Parteien im Stadtrat. Die Zustände in Leipzig waren so katastrophal, dass Bach eine polemische Beschwerde an den Rat der Stadt schrieb.

KlassikAkzente:

Wenn die Zustände in Leipzig so katastrophal waren, was ist dann die Grundlage Ihrer um Authentizität bemühten Interpretationen?

Gardiner:

Der Begriff Authentizität gefällt mir nicht, weil er nicht das umschreibt, was wir wollen. Interessant ist nicht das Klangbild, das Bach bei der Aufführung hörte, sondern das Ideal, das ihm beim Komponieren vorschwebte. Insofern verstehe ich auch die Diskussion um die solistische Besetzung der Leipziger Kantaten nicht. Denn in seiner Eingabe hat der Thomaskantor die vorgefundene Situation genau beschrieben und skizziert, welche Besetzung er gerne hätte. Insofern hilft der Maßstab “Authentizität” bei Bach wenig.

KlassikAkzente:

Wie würden Sie ihn ersetzen?

Gardiner:

Durch den Begriff “Historische Informiertheit”. Denn jede Interpretation ist authentisch, wenn sie ernst gemeint ist und den jeweiligen Stand des Wissens berücksichtigt. Deshalb waren Karl Straubes Bach-Interpretationen auch authentisch, und deshalb wird Gardiner in 20 Jahren wohl altmodisch sein. Wir sind keine besseren Musiker, wir wissen nur etwas mehr.

KlassikAkzente:

Die “Bach-Kantaten Pilgerfahrt” verlangt von Ihnen und von den Ensembles nicht zuletzt auch physische Höchstleistungen. Wie erholen Sie sich vom immer gleichen Ablauf aus Reisen, Proben und Konzerten?

Gardiner:

In jedem Ort gibt es Dinge, die man sich anschauen kann. Von Leipzig aus möchte ich zum Beispiel mit den Musikern zur Dorfkirche Pomßen fahren, wo die älteste Orgel Sachsens steht. Dort wurde die Kantate “Ich lasse dich nicht” bei einer Trauerfeier uraufgeführt.

Es gibt in dieser Kirche sehr viele Holzschnitzereien und Gemälde aus dem 15. und 16. Jahrhundert, da hat sich seit Bachs Zeit wahrscheinlich überhaupt nichts geändert. Für ein Konzert ist diese Kirche natürlich zu klein. Aber wir wollen dort einmal singen – nur so zum Spaß. Und mit Sicherheit auch wieder Bach.

(Text mit freundlicher Genehmigung von KlassikAkzente)

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Eine Schlussanmerkung von Sir John Eliot Gardiner in einem Interviews nach dem Ende der Bach Cantata Pilgrimage 2000:

Wenn Bach also mit der schlichten Anzahl nicht den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde schafft, bleibt dennoch einzigartig, mit welchem musikalischen Einfallsreichtum er seine Kantaten ausgestaltete. “Ich habe noch nicht eine Kantate gehört, die mich gelangweilt hätte”, erklärt John Eliot Gardiner.

“Jede einzelne von ihnen hat etwas, das die Aufmerksamkeit fesselt und die Fantasie anregt. Einmal ist es eine fantastische Kombination von Instrumenten und Singstimme, ein anderes Mal die wunderbare Illustration eines Textes, dann wieder die erstaunliche Fähigkeit, eine musikalische Predigt wirklich eindringlich zu gestalten.” Das ist das Schöne an Musik: Sie kommt ganz ohne Liturgie aus.

“Im Grunde ist es sehr tänzerisch. Ich glaube, die größte Sünde, die man mit Bach begehen kann, ist, ihn schwerfällig zu interpretieren, zu steif oder zu militärisch oder zu dick. Es muss immer diese Lebendigkeit und diesen tänzerischen Rhythmus als Basis haben.” Das Gute bei Gardiner ist, dass er nicht Absichtserklärungen gibt, sondern handelt.

Wir konnten nicht ahnen, wie sehr sich unsere Hoffnungen einlösen würden. Sie kamen in Strömen, die Menschen aus den Kirchengemeinden, Musikliebhaber, die uns von Konzert zu Konzert begleiteten.

Alle ließen sich ein auf ein Geben und Nehmen: Wir machten die Musik, aber das Publikum war mit ungeheurer Aufmerksamkeit bei der Sache, konzentriert und begeisterungsfähig. Und was für eine Freude, wenn die jeweiligen Kirchenchöre in den Schlusschoral einstimmten.” Auch im Gespräch predigt Gardiner für Bachs Musik:

Ja, die Aufführungen stellten die Kantaten wieder in ihren liturgischen Zusammenhang. Aber nein, man müsse nicht gläubig sein, damit Bachs Musik fasziniere, tröste und stärke. “Seine Musik macht die langen Stunden im Bus und die Ermüdungserscheinungen, die eine solche Wahnsinnstour natürlich mit sich bringt, mehr als wett.”

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Meine persönliche Anmerkung:

Hier berichte ich über die am 23. Dezember 1999 in der Herderkirche in Weimar begonnene Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 durch den englischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner mit dem Monteverdi-Choir und The English Baroque Soloist.

Im Rahmen seiner Bach-Pilgrimage 2000 führte J.E. Gardiner ( im Bachjahr 2000 ); innerhalb von 12 Monaten 186 Kantatenwerke von J.S. Bach in 14 Ländern Europas und Übersee auf, am 31.12.2000 endete die Pilgrimage in der St. Bartholomew’s Church in New York / USA.

Kein Musiker hatte sich bisher daran gewagt, sämtliche Kirchenkantaten innerhalb eines Jahres aufzuführen.

Mit welch unsäglichen Schwierigkeiten hatte Gardiner innerhalb der Tour zu rechnen, Austausch der Solisten, kurzfristige Umdisponierung aufgrund von Absagen, Wechsel im Orchester, die räumlichen und akustischen Gegebenheiten innerhalb der verschiedenartigsten Kirchen und Konzertstätten, die großen Strapazen der Anreisewege: Kopenhagen-Neapel-London-Tallinn-New-York).

Kaum Zeit für Einübungsmöglichkeiten der verschiedenen Kantatenwerken für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr. Die Finanzierung der Tour geriet in Gefahr, da sich der Hauptsponsor: ”DG” kurzfristig aus dem Projekt verabschiedete. All diesen Schwierigkeiten zum Trotz, kann auf außergewöhnlich CD-Veröffentlichungen im Rahmen der “SDG-Reihe“ verwiesen werden !!

Live-Mittschnitte aus den Proben der Bach-Kantaten werden im Rahmen von 51 CD-Herausgaben durch

http://www.monteverdiproductions.co.uk/ veröffentlicht.

————————————————-

Weiter, zur Biographie von Sir John Eliot Gardiner !! (Copyright © V. Hege)

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ARCHIV-BEITRAG: Weinen in perfekter Harmonie in der Klosterkirche St. Marienberg Helmstedt


Weinen in perfekter Harmonie

„Festival Soli Deo Gloria gestern in Helmstedt eröffnet“

Das Festival Alter Musik im Braunschweiger Land gleitet mit den hohen christlichen Festen und den entsprechenden Bach-Kantaten durchs Jahr. Der künstlerische Leiter John Eliot Gardiner nimmt aber jeweils noch andere Werke der Zeit dazu.

In diesem Jahr hat er Kantaten rund um St. Michaelis ausgesucht – von Johann Sebastian Bach und seiner Familie. Eröffnung war gestern in der Klosterkirche St. Marienberg in Helmstedt.

Hier stand die Wiederentdeckung von Johann Sebastians Vorfahr Johann Christian (1642-1703) im Mittelpunkt. Groß und rührend ist er besonders im Klagen. Eindringlich gestaltete der Solist mit fast dramatischem Crescendo das Lamento „Wie bist du denn, o Gott“. Atemberaubend die Präzision und weiche Klanglichkeit der schlanken, fast vibratolosen Stimmen des Monteverdi Choirs in der Motette „Mit Weinen hebt sich’s an“: Das war perfekte Harmonie.

Unter Gardiners sanft zelebrierenden Gesten formte sich die Motette „Es ist nun aus“ mit dem Refrain „Welt gute Nacht“ zu einem heiter bewegten Weltabschied.

Von dieser Stimmung mochte Johann Sebastian gelernt haben, als er seinen Actus Tragicus schrieb. Gardiner und die Solisten bestachen auch hier durch eine so schwebend-feine, fast beschwingte Interpretation, dass man wirklich „mit Fried und Freud“ dahinfahren zu können glaubte. Grandios allein schon das Blockflötenduett der ohnehin fabelhaften English Baroque Soloists.

Mit Johann Sebastian Bachs Trauerode „Lass Fürstin“ endete dieses außerordentliche, gleichwohl leider nicht ausverkaufte Konzert. Langer, herzlicher Applaus.

Samstag, 29.09.2007

Artikel von: @Andreas Berger, Braunschweiger Zeitung

Archiv-Beitrag: Hier ist der Mitleser angesprochen, nach welchen Kriterien wird ein Counter-Tenor oder Altistin eingesetzt !


Hallo,

eine interessante Frage an alle Mit-Leser und Mitglieder im Blog stellt sich hier!

In vielen Kantatenwerken von J.S. Bach und anderen Komponisten setzt u.a. Sir John Eliot Gardiner und andere Dirigenten einen Counter-Tenor anstelle einer Altistin ein. Gibt es hierfür eine gezielte Begründung, wann ein Counter-Tenor eingesetzt wird und in anderen Werken die Altistin diesen Part übernimmt.

Diese Frage kann auch von nicht registrierten Mitgliedern in einem Kommentar beantwortet werden.

Über eine eingehende Begründung dieser gestellten Anfrage würde ich mich freuen.

Grüße

Volker

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ARCHIV-BEITRAG: Es gibt eine neue CD-Einspielung mit James Gilchrist, Tenor aus dem Sir J. E. Gardiner Ensemble unter der Leitung von Masaaki Suzuki


Hallo,

es gibt eine neue CD-Einspielung mit James Gilchrist, Tenor aus dem Sir J. E. Gardiner Ensemble unter der Leitung von Masaaki Suzuki mit dem BWV 6 “Bleib bei uns, denn es will Abend werden; BWV 42 “Am Abend aber desselbigen Sabbats”; BWV 103 “Ihr werdet weinen und heulen”; BWV 108 “Es ist euch gut, dass ich hingehe.”

Eingespielt wurde sie mit dem Bach Collegium Japan und ist

zu beziehen bei j p c

Ausführende: Yukari Nonowhita, Robin Blaze, James Gilchrist, Dominik Wörner,
Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki
Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
*** BIS Bach-Kantaten Vol. 36

Zur Hörprobe der CD

Super Audio CD 18,99 EURO

Wer besitzt im Blog schon CDs von Suzuki mit den neusten Bach-Kantaten-Einspielungen und kann dazu uns näheres mitteilen?

Grüße

Volker

Archiv-Beitrag: The King’s Consort in einer eindrücklichen Kantaten-Wiedergabe von Johann Schelle


8.8.2007 von Volker /admin.

Hallo,

tief beeindruckt hat mich “The King’s Consort” mit der Kantate: “Aus der Tiefe ruf ich” von Johann Schelle (1641-1701), ehemaliger Thomaskantor von 1677 bis 1701 in Leipzig.

Für diesen Tipp bin ich @Barbara zu Dank verpflichtet, ich habe es nicht bereut, meinen Wecker zu stellen und in aller Frühe diese schöne Kantate von Johann Schelle aufzuzeichnen, im Gegenteil.

Was dieses Ensemble an filigraner Musik anzubieten hat, ist mehr als bewundernswert. In der 10 Minuten dauernden Kantate ist das Orchester und die Sängerschar auf einem Niveau, das allen Ansprüchen gerecht wird, überzeugen können wie gewohnt der Tenor James Gilchrist und der Bassist Peter Harvey.

In dieser Kantate erlebte ich eine Gesangs-Solistin von “Gottes Gnaden”, sie habe ich das erste Mal gehört und bin von ihr geradezu fasziniert, was sie an glockenreinen Tönen und Stimmvolumen hervorzuzaubern im Stande ist, hat mich tief berührt.

Die Englische Sopranistin “Carolyn Sampson”, ist als Gesangs-Solistin unter Leonhardt, Herreweghe und Suzuki schon aufgetreten, sie wünschte ich mir auch als Solistin bei Sir John Eliot Gardiner, wäre doch eine absolute Alternative.

Unter dem ehemaligen Leiter Robert King erklingt eine schöne Wiedergabe der Kantate von Johann Schelle. Über den weiteren künstlerischen Werdegang The King’s Consort unter der neuen künstlerischen Leitung von Matthews Halls bin ich gespannt, neben The Baroque Soloists und Monteverdi Choir, habe ich eine neue Liebe entdeckt, (The King’s Consort); dafür möchte ich auch @Montanus für sein Statement zu diesem Thema danken.

Über Rückäußerungen im Blog zu “The King’s Consort” würde ich mich freuen. Viel Spaß bei dem Kunst- und Hörgenuss.

Grüße

Volker

Archiv Beitrag: Diskussion über Solisten der BCP-Tour in 2000


3.8.2007 von Volker /admin.

Hallo,

einige im Blog hatten die Gelegenheit, zum Bachfest 2007 in Leipzig und anschließend in Potsdam in den Jubel-Kantaten – unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner – James Gilchrist persönlich erleben und singen zu hören, daraufhin stellt sich mir die Frage, ist er ein neuer Star als Tenor anzusehen?


Tenor James Gilchrist

Eine strahlende kräftige Stimme, wortverständlich und sein Gesang strahlt eine Innigkeit aus, die verblüffend ist, überzeugender kann das gesungene Wort dem Hörer nicht vermittelt werden. In der Bach Cantata Pilgrimage 2000 mit Gardiner, konnte er mich gesanglich immer überzeugen.

Mir fällt die Stelle wieder ein aus meiner Rezension zum BWV 66 “Erfreut euch ihr Herzen” (zum 2. Ostertag, SDG 128, CD 1, Eisenach), zu Satz 5 “Ich fürchte zwar des Grabes Finsternissen”

Ich zitiere daraus:

Wunderbar anzuhören – und eine Glanzkomposition von Bach – in der musikalischen Ausführung ist in Satz 5 “die Schlussfolge”…. für Alt (Daniel Taylor), und Tenor (James Gilchrist): das Duett in Begleitung der Violine und Basso continuo “Ich fürchte zwar des Grabes Finsternissen”



Die beiden Gesangsolisten erreichen hier eine gesangliche Einheit von eindringlicher Schönheit die das Herz weit öffnet!!
Sie stellt einen absoluten Höhepunkt in dieser so fantastischen Kantate dar. Immer wieder habe ich mir dieses herzzerreißende „Gesangs-Duett“ anhören müssen und komme aus dem Schwärmen nicht heraus, einfach genial gelungen.

Zitat-Ende.

Gilchrist berührt und überzeugt mich immer wieder mit seinem innigen Gesang, er spricht mich total an, was ich bei anderen Gesangs-Solisten so oft vermisse.

Wie ergeht es Euch mit seinem Gesangs-Vortrag, ist er als ein neuer Stern im Fach Tenor anzusehen?

Neuerdings hat sogar Suzuki ihn für seine Cantaten-Einspielungen verpflichtet, das nur als eine Anmerkung.

Grüße

Volker

  • Ich denke, das Solistenproblem muss auch zwangsweise bei so einer “Mammuttour” entstehen. Auch T.Koopmann hat nicht nur ein glückliches Händchen bei der Solistenwahl. Z.B. Mertens als Dauerbass wird auch ziemlich eintönig. Gardiner hat nach meinem Empfinden mit W.Towers einen ganz hervorragenden Altus, während N.Stutzmann sehr, sehr unterschiedlich disponiert ist.

    Liebe Grüße

    Muriel

  • Rückantwort von „Martin“ zum Beitrag von „Muriel“

    Hallo Muriel,

    auch von mir herzlich Willkommen!

    Von Malin Hartelius bin ich auch nicht besonders begeistert. Ihre Stimme klingt mir zu opernhaft, was man ihr nicht vorwerfen kann, da sie meines Wissens auch hauptsächlich Opern aufführt…

    Allgemein sollte man zur Solistenbesetzung während der Bach Cantata Pilgrimage bedenken, dass es finanziell wie terminlich nicht möglich gewesen sein kann, für sämtliche Aufführungen Top- Solisten zu verpflichten. So musste auf Solisten ausgewichen (blödes Wort in dem Zusammenhang..) werden, die nicht so ganz in dieses Fach passen oder aber noch nicht so erfahren sind.

    Einige der absoluten Top- Solisten, die auch mehr als 10 Konzerte mitgemacht haben sind Joanne Lunn, Katharine Fuge (beide haben fast die gesamte BCP mitgemacht), Daniel Taylor, James Gilchrist, Peter Harvey.



    Kathariene Fuge (Sopran)



    Peter Harvey, Bass

    Was die Besetzung der Alt- Stimmen angeht, verstehe ich Gardiner nicht wirklich. Richard Wyn Roberts´ Stimme mag ich genauso wenig wie die von Robin Tyson. Ich kann mir das etliche Male anhören und es kommt einfach nicht der Punkt, an dem ich denke “Ja, das passt zusammen!”. Daniel Taylor hat, wie ich finde, eine sehr viel schönere und klangvollere Stimme und passt gut zu Bach´s Musik. Ebenso wie Claire Wilkinson, die leider erst nach der BCP zum Monteverdi Choir gestoßen ist.

    Die Besetzung der Tenöre ist meiner Meinung nach sehr gut geraten. Christoph Genz und Mark Padmore, sowie James Gilchrist wurden oft eingesetzt.

    Manchmal hat Gardiner auch auf “alte Bekannte” zurück gegriffen, die er für frühere Aufführungen bzw Aufnahmen benutzt hat. Zum Beispiel Stephen Varcoe (sein Bass ist mir zu dünn), Michael Chance (in Hamburg am 09.01. und Lüneburg am 09.12. brilliant) und Gerald Finley, der wie Gardiner schreibt sehr kurzfristig eingesprungen ist.

    Wie auch immer, ich denke, dass Gardiner und die Solisten für jedes Konzert alles aus sich herausgeholt haben und es ist absolut achtbar, solche Mühen zu unternehmen, um einen Komponisten zu würdigen. Gardiner hat das Projekt auch unter größter finanzieller Anspannung weitergeführt, als nicht klar war, ob das die Finanzierung überhaupt gesichert ist. Unter der Hand habe ich gehört, dass einige der Solisten auf ihre Gagen ziemlich lange gewartet haben, dies aber gerne, um das Projekt zu unterstützen. Ob das stimmt, weiß ich allerdings nicht mit Sicherheit.

    Schöne Grüße,

    Martin

    Hallo Muriel,

    deine Aussage: “Die Sopranistin Hartelius ist nach meinem Geschmack die Schwächste von allen Solisten. Schade, dass ausgerechnet mit ihr “Jauchzet Gott…” aufgenommen worden ist. Ein bisschen sehnsuchtsvoll denke ich bei den Tenorarien an Türk und Pregardien und hätte es gut gefunden, wenn Genz öfter zum Ton gekommen wäre.”

    —————————-





    Schwedische Sopranistin: Marlin Hartelius

    Ich habe mir gestern die SDG-104-CD eins aus der Kirche “Unser Lieben Frauen” in Bremen mit der schwedischen Sopranistin Marlin Hartelius mit der schwierig zu singende Solokantate “Jauchzet Gott in allen Landen” BWV 51 angehört. Von meiner Rezension der SDG 104 CD 1 fühlte ich mich nur bestätigt und finde ihren Part mehr als angemessen und gelungen. Gardiner schreibt in seinem Reisetagebuch über die Sopran-Besetzung sehr positiv!!

    Abfallend für mich in dieser CD die Trompeten-Besetzung mit Niklas Eklund, der diesem virtuosen und technischen Teil nicht gewachsen ist.

    Im Blog befinden sich ein Mitglied, das einige Konzert “Live” im Bachjahr 2000 besucht hat. Er könnte dazu aus seiner Sicht noch einiges beitragen. (@ Alex?)

    .

    Über die Tenöre lässt sich einiges aussagen. Wie bekannt ist, wurden während der Pilgrimage kurzfristige Umbesetzungen an Solisten und Aufführungsorte vorgenommen, da sich der Hauptsponsor (DG) aus dem Projekt zurückgezogen hatte. Aus dem vorgenannten Grund konnten nicht absolute Spitzensänger kurzfristig verpflichtet werden und Gardiner musste mit dem vorlieb nehmen, was der Markt hergab.



    Tenor: Gerd Türk

    Für mich ist der Tenor Gerd Türk nicht so überzeugend in der genannten Riege. Zu unterschiedlich gehen die Meinungen über seine Gesangskultur auseinander und gehört meiner Meinung nach nicht zu den ganz Großen. Aber hier streiten sich bekanntlich die Geister, von Vortrefflich bis es geht so… sind selbst die Aussagen von absoluten Fach-Spezies.



    Tenor: Christoph Genz

    Christoph Genz halte ich für einen guten Tenor. Seine Artikulation der Wortaussage und Stimmvolumen ist überzeugend. Ich Besitze die DVD mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach aus der Herderkirche in Weimar, die zum Beginn der Pilgrimage am 23.12.1999 aufgenommen wurde, hier singt Genz den Part des “Evangelisten” und überzeugt mich mit seinem warmherzigen Gesang und seine Wort-Artikulation ist vortrefflich. Gesangswettbewerbe in der Vergangenheit hat er als Sieger bestritten.







    Tenor: Christoph Prégardien

    Der Tenor Christoph Prégardien ist von den Vorgannten für mich absolut die Nummer eins. Er gilt als einer der herausragenden lyrischen Tenöre unserer Zeit, arbeitet u. a. mit den Dirigenten Barenboim, Chailly, Gardiner, Harnoncourt, Herreweghe, Luisi, Metzmacher, Nagano, Sawallisch und Thielemann zusammen. Zu seinem Repertoire gehören die großen Oratorien und Passionen aus Barock, Klassik und Romantik.

    Besonders hervorheben möchte ich noch die exzellente Leistung Christoph Prégardiens in der Rolle des Evangelisten in der Matthäuspassion mit Gustav Leonhardt. Selten habe ich soviel Tiefe der Empfindung und zugleich Gesanges-Kunst erlebt.

    Hier hätte ich mir gewünscht, dass es Mitschnitte von der Bach Cantata Pilgrimage von ihm gegeben hätte.

    Die vorgenannten Aussagen meinerseits sind subjektiv und sollten im Rahmen einer Diskussion abgehandelt werden, aus diesem Grund habe ich eine eigenständige Themenseite eröffnet und würde mich über weitere Stellungnahmen freuen.

    Grüsse

    Volker



    Ich bin total begeistert von dem, was Gardiner mit seinen Leuten schafft. Die Kantatenaufnahmen begleiten mich, dank eines MP3-Players fast überall hin.

    Diese Art von Bach’scher Musik, die Gardiner macht, ist so eine Art Neuschöpfung. Es gibt auch andere gute Aufnahmen, aber keine ist so neu wie dieses. Wenn ich Fragen habe, dann zu den Solisten.

    Die Sopranistin Hartelius ist nach meinem Geschmack die Schwächste von allen Solisten. Schade, dass ausgerechnet mit ihr “Jauchzet Gott…” aufgenommen worden ist. Ein bisschen sehnsuchtsvoll denke ich bei den Tenorarien an Türk und Pregardien und hätte es gut gefunden, wenn Genz öfter zum Ton gekommen wäre.

    Jetzt warte ich auf die neue CD

    und grüße herzlich

    Muriel

    Geschrieben in Diskussionen über Interpreten Solisten etc. | Drucken | 9 Komme

    Archiv Beitrag "Ein begeisterndes Orgelkonzert" am 29. Juli 2007 in der St. Marien Kirche in Herford


    Herford, 31. Juli 2007


    Ein begeisterndes Orgelkonzert fand am 29. Juli 2007 in der St. Marien-Kirche Herford / OWL statt


    Foto: St. Marien-Kirche Stift Berg in Herford (Fotorechte @ V.Hege)


    ——————————————————–


    Das Programm

    Sonntag, 29. Juli. 2007, 18.00 Uhr
    St. Marien-Kirche Stift Berg, Herford /OWL
    2. ORGELKONZERT im Rahmen des „Herforder Orgelsommer 2007“
    Organist: Ewald Kooiman / Amsterdam NL

    HAUPTORGEL:
    Samuel Rousseau : Fantaisie pour Orgue ou Piano-pédalier, op.73
    (1852-1904) “`a la Mémoire de mon Cher Maître César Franck”
    [ Leduc, 1894]

    Jean Langlais : Thème avec variations (Huit Pièces modales no.5)
    (1907-1991) [Philippo]

    COLLON-ORGEL:


    Johann Sebastian Bach (1685-1750)

    Sarabande con Partite, BWV 990
    Drei Bearbeitungen von
    “Nun komm der Heiden Heiland“:
    BWV 659
    BWV 660
    BWV 661
    Toccata C-dur, BWV 564
    *Toccata
    *Adagio
    *Fuge

    ——————————————————————————————-


    Ein Über-Organist der Alt-Gilde: „Ewald Kooiman“ stellte sich am 29. Juli 2007 in Herford vor. Eine Viertel-Stunde vor Konzertbeginn war die „Marien Kirche Stift-Berg“ bereits voll gefüllt und es bedurfte Ausschau zu halten, wo noch ein freier Platz eingenommen werden konnte. Für einen auswärtigen Besucher ist es immer wieder beeindruckend zu erleben, welch ein riesiger Besucher-Zuspruch an Klassischer Musik in dieser kunstfreudigen Stadt Herford vorherrscht.


    Desgleichen erlebten wir mit diesem Ausnahme-Orgelkonzert, die Kirche war berstend voll, – wo findet man so etwas noch in Deutschland oder Europa – wo die Kirchen nur noch schmählich von Besuchern besetzt sind. Hier scheint die Stadt Herford eine Insel der Glückseligkeit zu sein, und eine Ausnahmestellung zu besitzen!!

    Als ein wahrer Orgel-Virtuose stellte sich in der Person von Ewald Kooimann mit seinem ausgefeilten Programm vor.


    Foto: Organist Ewald Kooiman

    Das Konzertprogramm begann mit französischer Orgel-Literatur an der „Alten Groß-Orgel“ von St. Marien mit dem Werk eines Schülers von Cesar Franck, Samuel Russeau, Fantaisie pour Orgue ou Piano-pédalier, op.73, das sowohl auf der Orgel als auch auf dem Pedalklavier ausgeführt werden kann.


    Foto: Die Groß-Orgel (Steinmann) in der St. Marienkirche Herford (Fotorechte:@ V.Hege)


    Durch eine geschickte Registrierung und virtuose Gestaltung erklang das moderne Werk in fantastischen Klangfarben, beeindruckend, was an der alten Groß-Orgel an Klangvielfalt möglich ist.

    Der zweite Programmpunkt wurde an derselbigen Groß-Orgel von Jean Langlais, mit dem Werk: Thème avec variations (Huit Pièces modales no.5), fortgesetzt.

    Die Akustik für diese französischen Programme sind in der St. Marien-Kirche, Stift Berg, als hervorragend zu benennen, Raum und Klang ließen keine Wünsche offen, fantastisch, was dieser großartige Alt-Meister als Konzert-Organist den Besuchern bot, eine Orgel-Lehrstunde

    mit französischer Literatur, die als überwältigend zu benennen ist. Seine Kenntnisse über diese Orgel-Literatur und entsprechende Umsetzung dieser Werke gelangen ihm aufs Vortrefflichste.


    Foto: Die neue Collon-Orgel in St. Marienkirche Herford (Fotorechte: @ V.Hege)


    Ein weiterer Höhepunkt erfolgte mit Bach-Werken an der neuen Collon-Orgel, platziert an der Westwand im Mittelschiff von der St. Marien-Kirche, Stift Berg.


    Die nachfolgenden Bach-Werke:

    Sarabande con Partite, BWV 990,

    Drei Bearbeitungen von
    “Nun komm der Heiden Heiland“: BWV 659, BWV 660, BWV 661,
    Toccata C-dur, BWV 564, (Toccata, Adagio, Fuge).


    Hier hieße es, „Eulen nach Athen zu tragen!“ ein Bach-Kenner und Künstler von „Gottes Gnaden“, in der Person von Ewald Kooiman, (sämtliche Orgelwerke von Bach wurden von ihm an historischen Orgeln eingespielt) stelle sich vor, der die Besucher schier aus dem Häuschen zu locken vermag, ein großartig Organist und Bach-Interpret. Hier erwies sich die neue Collon-Orgel, fantastisch platziert, als ein ebenbürtiges Instrument zu der alten Groß-Orgel. Ein Wunder an Raum und Klang, diese Kirchengemeinde ist zu beneiden ob ihrer fantastischen Orgeln.


    Über die Wiedergabe und Besprechung der einzelnen Bach-Werke ist nur positives zu berichten, sie stellten für mich den Höhepunkt der Veranstaltung dar. Der niederländische Konzert-Organit Kooiman bot eine Lehrstunde mit der Wiedergabe von großartigen Bach-Werken. Die Nuancen ausgefeilt hörbar gemacht, eine Registrierung, die beeindruckte. Die virtuose Umsetzung, Interpretation und entsprechende Klangvielfalt kann nur von einem Groß-Meister als absoluter Bach-Kenner und Spitzen-Organist entwickelt und zu Gehör gebracht werden. Ein beseelendes Spiel, dass den Hörer emotional mitzunehmen und zu berühren weiß.


    Ein donnernder, nicht abebbender Applaus erfüllte die altehrwürdige Kirche, der Groß-Organist fühlte sich ehrbar gerührt und in so einer fantastischen Orgelgemeinde mehr als wohl aufgehoben.

    Als Dank spielte er als Zugabe eine rührige Choralfantasie „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr.“


    Ein Orgelabend wurde geboten, der die riesige Zuhörerschar mehr als befriedigte, es war ein Orgel-Niveau vom Feinsten, es ist erfreulich, solche Veranstaltungen nicht nur in Leipzig, Dresden, etc. erleben zu können, nein, die Provinz ermöglicht es ebenfalls und das ist das erfreuliche Fazit, dass auch hier großartige Veranstaltungen zu erleben sind und in der Großartigkeit und dem enormen Besucher-Zuspruch seinen entsprechenden Rahmen finden.

    Die Großstadt Bielefeld – in der Nähe von Herford gelegen – muss vor Neid erblassen, hier sind die Besucherzahlen nicht so erfreulich!!

    Der Herforder-Orgelsommer 2007 dauert bis September und wird mit internationalen Orgel-Größen fortgesetzt. Über den Link sind nähere Einzelheiten der Programmtage abrufbar.

    ARCHIV-BEITRAG: Zwei CDs von Johann Melchior Molter, ein Zeitgenosse Bach’s


    10.7.2007 von Muriel.

    Gestern fielen mir die Trompetenkonzerte von
    Melchior Wolter in die Hände, einem wohl badischen
    Zeitgenosse Bachs.

    Zwei CD 5,95 € bei j p c mit Hörprobe

    Solist ist der Trompeter Otto Sauter, mit dem es schon auf
    dem gleichen Level – Brillant – sämtliche Trompetenkonzerte
    von Telemann gibt.

    Ein wirklich brillanter(!) Solist.
    Und ich finde, Melchior Wolter ist ein beachtenswerter
    Komponist.

    Liebe Grüße
    muriel

    Archiv Beitrag: Ich höre zur Entspannung einer meiner Lieblings-Chöre aus Kantate ?


    Ich höre zur Entspannung einer meiner Lieblings-Chöre aus Kantate ?

    6.5.2007 von Volker /admin.

    Hallo zusammen,

    z.Zt. habe ich wieder einmal zur Entspannung den 6. Satz im Player, den ich so gerne mag und fantastisch von Gardiner eingespielt worden ist und wo und wann war das während der Pilgrimage in 2000.

    Wer kennt die die Bach-Kantate, Kenner werden es sofort herausfinden wo der 6. Satz zu finden ist.

    01-gardiner-monteverdi-choir-bwv-?-satz-6-wer erkennt diesen Satz-von-Kantate_140130.mp3

    Euch wünsche ich allen einen schönen Sonntag,

    Grüße

    Volker

    ———————–

    P.S. vom 07.05.2007

    Hallo,

    habe eben in meinem CD-Bestand eine Einspielung von 1994
    gefunden, die ich als Vergleich nicht vorenthalten möchte.

    Satz 6 aus BWV 71 “Du wollest dem Feinde” (Ratswahl-Kantate: “Gott ist mein König”)

    Hallo zusammen,

    immer wieder bewundere ich sehr gelungene und bisher veröffentliche Kantaten- Einspielungen vom Label “Monteverdi” (SDG 101 bis 128) von der BCP-Tour 2000.

    Als eine für mich gelungene Einspielung sehe ich in der SDG-Veröffentlichung Nr.107; das BWV 12 “Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen” aus Altenburg.

    SDG 107

    Die Einleitende Sinfonia mit der klagenden Oboe und dem anschließenden Chor im 2. Satz “Weinen, Klagen…” wirkt so erschütternd und tragisch musiziert, dass mein inneres Empfinden ungemein aufgewühlt wird. Grandios und freudig der Schlusschoral vom Monteverdi Chor erklingt das “Was Gott tut, dass ist wohlgetan.”

    Als eine weitere herrliche Kantaten-Einspielung auf dieser CD ist das BWV 146 “Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen” mit der einleitenden “Orgel-Sinfonia” – von über 8 Minuten Dauer -, gespielt auf der grandiosen “Trost-Orgel” in der Schlosskirche in Altenburg. Die Sinfonia ist ein verschollenes Violinkonzert was dann später das vortreffliche Cembalo-Konzert in d-moll BWV 1052a wurde.

    Die Trost-Orgel in der Schlosskirche Altenburg wurde im September 1739 von Bach abgenommen.

    —————————————-

    Als Orgel-Freund für Bach seine Orgel-Kompositionen kann ich mich daran ergötzen. Der Organist Silas John Standage zelebriert hier ein Feuerwerk der feinsten Orgel-Improvisation….”

    Das waren erst einmal für heute meine genannten Favoriten aus der SDG-Reihe, weitere werden in Zukunft folgen.

    Nun bin ich auf die Nennung eurer Favoriten von der BCP-Tour gespannt !!

    Einen schönen Sonntag und herzliche Grüsse an alle

    Volker

    Archiv-Beitrag: Nach welchen Kriterien bewertet ihr die Gesangs-Solisten!


    Hallo zusammen,

    durch unsere Allgemeinäußerungen zu den Tenören möchte ich diese Fragestellung einmal erörtert wissen nach welchen persönlichen Kriterien ihr die Gesangs-Kultur von Sängerinnen und Sängern bewertet.

    Ist es die Artikulation, Timbre, Volumen, Wortverständlichkeit……., etc.

    Diese Frage beschäftigt mich ungemein, da eine allgemeingültige Bewertung auch durch persönliche Einstellungen zur Person des Gesangs-Solisten im Unterbewusstsein eine Rolle spielen könnte, oder seid ihr davon ganz frei und unvoreingenommen?

    Grüße

    Volker

    Archiv-Beitrag: Tenöre bei der BCP-Tour u.a. James Gilchrist; Mark Padmore; Christoph Genz


    Volker: 27.03.2007

    Hallo,

    was haltet ihr von den Tenören während der Bach Cantata Pilgrimage Tour 2000.

    Meine Favoriten sind hier eindeutig James Gilchrist; Mark Padmore und Christoph Genz…….

    Engl. Tenor James Gilchrist

    Engl. Tenor Mark Padmore

    Deutscher Tenor: Christoph Genz

    In der SDG 128 Veröffentlichung aus der Georgenkirche in Eisenach singt James Gilchrist
    im BWV 134 „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“ im 2. Satz der Tenor-Arie: „Auf, Gläubige, singet die lieblichen Lieder“ einen ausdrucksstarken Part, er zelebriert in dieser Arie einen Jubel-Gesang von unglaublicher Intensität. Sein Stimmvolumen ist großartig und in der Wort-Artikulation beeindruckend. Seine Koloraturen singt er sauber aus und versteht es, Nuancen in seinem Bachvortrag trefflich zu setzen.

    In einem Atemzug möchte ich mit den gleichen Qualitätsmerkmalen ausgestattet Mark Padmore nennen, als Evangelist in der Matthäus-Passion erlebte ich ihn persönlich in Königslutter. Sein Gesangs-Vortrag war ein weiterer Glanzpunkt in dieser Aufführung, schmetternd kannte er keine akustischen Probleme und seine Wortverständlichkeit war in dieser riesigen Kirche fantastisch hörbar.

    Ich hatte einen deutschen Tenor vergessen und trage es nach.

    Christoph Genz über den wir uns schon lobend in einem Beitrag über ihn geäußert haben, er ist für mich ein weiterer Favorit und möchte ich in diese Riege mit einreihen.

    Kennt ihr weitere Tenöre der BCP die den zwei gewachsen sind!

    Welche Alternativen besitzt Deutschland? Würde mich über Rückäußerungen freuen.

    Grüsse

    Volker

    P.S. In den anschließenden Kommentaren kommen die Tenöre zur Sprache. Fotos stelle ich in den Hauptbeitrag mit rein.

    Foto: Holländischer Tenor: Nico van der Meel

    Foto: Tenor: Gerd Türk

    Archiv Beitrag: Tonhalle Zürich, Trevor Pinnock führte sämtliche Brandenburgischen Konzerte auf


    Im Januar 2007 konnte ich in Zürich ein Extrakonzert der Tonhalle besuchen. Trevor Pinnock war mit seinem neuen Ensemble “European Brandenburg Ensemble” zu Besuch. Er feierte seinen 60. Geburtstag (geb. 16. Dez. 1946) und veranstaltete darum eine Tour durch die ganze Welt. Konzertthema: sämtliche Brandenburgische Konzerte. Das heisst, etwa 140 Min. Musik mit 20 Min. Pause.

    Die Tonhalle war fast bis zum letzten Platz besetzt. Da ich ein halbes Jahr im Voraus buchte, sass ich in der 5. Reihe direkt vis à vis von Pinnock. Sein Ensemble besteht aus vielen jungen Leuten, etwa die Hälfte davon Frauen. Nur wenige sind vom English Concert bei ihm geblieben, was ich sehr bedaure. Meines Erachtens machte Pinnock mit dem neuen Ensemble einen Rückschritt. Sie spielen deutlich weniger gut, was aber ganz und gar nicht der Fehler des Dirigenten ist.

    Ich besitze Pinnocks Aufnahme der Brandenburgischen aus den Jahren 1979, 1980, 1982. Nun will er alles neu aufnehmen und es wird demnächst sogar eine DVD von seiner Tour erscheinen! Zu meinem Erstaunen war die Interpretation genau gleich wie die frühen Aufnahmen. Ich erwartete schon gewisse Unterschiede, da er eine neue CD aufnimmt. Wie dem auch sei, Trevor Pinnock ist eine Garantie für ausgezeichnete Interpretation, Virtuosität und brillante Qualität. Das Konzert war in jeder Hinsicht ein Genuss.

    Das Concerto No.5 BWV 1050 beinhaltet im ersten Satz ein risiges und fast unspielbares Cembalosolo. Dadurch wird dieses Concerto von vielen Musikern gemieden. Doch Trevor spielte dieses Solo mit einer Leichtigkeit und dem wahren Können eines Meisters. Ich hatte das Gefühl, als würde ich in einen grossen Teppich voller Musik und höchster Kunst hinab tauchen! Pinnock war dermassen konzentriert, dass er immer wieder zackig mit dem Kopf bewegte und sein Gesicht war sehr angespannt. Ein unglaublich beeindruckendes Erlebnis, dieses Solo live zu hören, gespielt von einem Starcembalisten.

    Da jedes Brandenburgische eine andere Instrumentalisierung hat, musste viel Aufwand um die Notenständer und Besetzung getrieben werden. Nach jedem Concerto gingen die Musiker hinter die Bühne, die Orchesterwarte machten ihre Arbeit und im Publikum wurde geflüstert und gehustet. Dies fand ich sehr gut, denn so konnte man das Gehörte besser verarbeiten.

    Noch ein paar Worte zu seinem Musikern. Die Geigen enttäuschten mich sehr, da sie einen ziemlichen kratzigen Klang hatten, der mit der Zeit störte. Zudem machten sie viele Fehler. Die Cellisten und Bläser waren ausgezeichnet, da eben auch Musiker aus dem English Concert anwesend waren. Ich fand es hart, dass die Musiker (ausser den Celli und dem Cembalo) alle sechs Concerti stehend vorführten.

    Nach dem Konzert stellte sich Pinnock für Autogramme zur Verfügung. Er sass an einem Tischchen, während eine risige Menschenmenge um ihn herumstand. Ich liess zwei CDs signieren: Die Krönungsmesse von Mozart und die Nelson-Messe von Haydn. Fast mechanisch nahm er die Gegenstände entgegen, unterschrieb und gab sie wieder zurück. Darum konnte ich fast nicht glauben was ich dann erlebte. Als er mich sah, legte er seinen Stift zur Seite und umhüllte meine Hand mit beiden Händen! Schüchtern fragte ich ihn, ob er mich erkenne. “Natürlich erkenne ich dich, du warst an dem Konzert in Freiburg, dort hatten wir uns kennen gelernt”, antwortete er mir. Dabei strahlte er mich an und ein Murmeln des Erstaunens kam von den Leuten. Das Konzert in Freiburg liegt mehr als ein Jahr zurück. Seit dem hatte er eine Tour hinter sich. Und trotzdem wusste er noch, wer ich bin. Dies war noch das köstlichste Dessert dieses wundervollen Anlasses.

    Liebe Grüsse an alle

    Severine

    Archiv Beitrag: Diskussion über Solisten der BCP von @ Alex am 18.3.2007 verfasst!


    Hallo,

    eine sehr gute idee ist es, hier auch einmal die einzelnen Solisten zu besprechen.
    Die für mich herausragende Sopranistin der Tour ist Katherine Fuge. Zu dieser Zeit hatte Gardiner sicher keine Bessere (seitdem ich inzwischen Julia Doyle erleben durfte, sehe ich dies heute anders :)).

    Von Joanne Lunn war ich ehrlich gesagt nur sehr bedingt begeistert, ihre Sternstunde war sicher die Serie Berlin, Potsdam, Wittenberg, wo sie unschlagbar war. Ansonsten hatte man vielfach den Eindruck, sie war mit dem Programm restlos überfordert. Eine so dünne Stimme paßt für mich auch nicht in die Barockmusik, ein bißchen mehr Fundament sollte schon da sein.

    Zu den Alti fällt mir zu allererst auch der meist hervorragend disponierte William Towers ein. Sicher dicht gefolgt von Daniel Taylor. Nathalie Stutzmann erwähnte ich ja bereits in meiner Leipzig Rezension. Ihre etwas hausbackene Optik und das Riesenvibrato überzeugten mich zu keiner Zeit.

    Bei den Tenören war der Star der Tour der hier schon erwähnte James Gilchrist, dieser Meinung schließe ich mich restlos an. An zweiter Stelle für mich ganz klar Christoph Genz, der im Weihnachtsoratorium einen umwerfenden Evangelisten gibt.

    Zu den Bässen fällt mir immer nur ein Name ein: Peter Harvey; Stephen Varcoe habe ich nicht live erlebt, auf den CDs macht er keine schlechte Figur. Live erlebt habe ich auf der Tour Gotthold Schwarz und Dietrich Henschel. Gerade bei letzterem hatte ich oftmals den Eindruck, er wolle unbedingt zeigen, daß er Schüler von Fischer-Dieskau war. Sein Dauerforte war vielfach einfach unpassend und an der Musik vorbei.

    Peter Harvey ist und bleibt für mich die Topbesetzung für Bach. Eine solche Innigkeit und Wärme habe ich bei keinem anderen Bass je gehört. Ganz deutlich wird das in der Liveaufnahme der Kantate “Ich habe genug” BWV 82 von DG. Wer diese CD noch nicht hat, osllte sie sich dringend kaufen. Sie ist ein weiteres Juwel der Serie.

    Viele herzliche Grüße,
    Alex

    P.S. Volker /admin, diesen Kommentar von @ Alex habe ich am 19.3.2007 in eine neue Kategorie als einen eingenständigen Beitrag verschoben, hier hat @ Alex ganz spezifisch die Solisten der BCP angesprochen und das sollte zu einer regen Diskussion führen. Danke für euer Verständnis! Volker /admin

    Archiv Beitrag: Brillantaufnahmen der Bachkantaten von Pieter Jan Leusink


    Muriel sagt:

    15.3.2007 bei 14:40

    Zu den anderen Interpreten. Ich denke an die Brillantaufnahme der Bachkantaten. M.E. ist der Knabenchor einfach überfordert.

    Complete Cantatas (Brilliant Classics)

    Unwillkürlich empfindet man die unglaubliche Leistung, die darin besteht in relativ kurzer Zeit alle Kantaten aufgenommen zu haben. als Dressurakt. Das ändert jedoch nichts daran, dass es einige hervorragende Solisten gibt. Zuerst R.Holton, es gibt für mich keine Bessere, auf eben solchem Level der Bass, ganz vorzüglich und auch NJico van der Meel bravourös.

    Liebe Grüße
    Muriel

    P.S. Dieser Kommentar wurde von Volker /admin (am 17.3.2007) mit einer neuen Überschrift versehen und in diese Kategorie verschoben und ein Cover zur Verständlichkeit hinzugefügt!

    Archiv-Beitrag: CD aus Gardiners Altbestand BWV 140 “Wachet auf ruft uns die Stimme”


    10.03.2007

    Hallo Carmen,

    wir haben lange nichts mehr von Dir gehört.

    Ich möchte in Sachen CD-Käufe von Gardiner Dir folgende Einspielung von dem BWV 140 “Wachet auf ruft uns die Stimme”

    und BWV 147 “Herz und Mund und Tat und Leben” sehr empfehlen, es sind großartige Kantaten und zu einem Spottpreis

    zu beziehen bei amazon für 7,97 €.

    Hörproben kannst Du bei amazon entnehmen und beziehen!

    Schau einmal bei amazon vorbei und höre Dir Auszüge daraus einmal an. Über eine Rückäußerung würde ich mich freuen.

    Herzliche Grüsse und ein sonniges Wochenende

    wünscht

    Volker

    "Archiv-Beitrag Star-Pianist "Alfred Brendel in der Oetkerhalle in Bielefeld


    Bielefeld, 16.02.2007

    Der Star-Pianist Alfred Brendel in der Oetkerhalle, Bielefeld am 16.02.2007

    Eine ausverkaufte Konzerthalle begleitete den 76-järigen Welt- und Altstar-Pianisten Alfred Brendel in sein großartiges Klavierkonzert-Programm.




    Foto: Alfred Brendel in der Oetkerhalle in Bielefeld
    (Foto: Copyright. V.Hege)


    Programm

    Joseph Haydn (1732-1809) Klaviersonate Nr.20 c-Moll Hob. XVI

    Ludwig van Beethoven (1770-1827) Klaviersonate Nr. 31 As-Dur op. 110

    Franz Schubert (1797-1828) Impromptu Nr. 1 f-Moll D 935 und Impromptu Nr. 3 B-Dur D 935

    Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791) Klaviersonate c-Moll KV 457

    ——————————————–

    Was dieser Ausnahme-Pianist von der Jungpianisten-Garde unterscheidet ist seine Langlebigkeit auf den Konzertpodien in aller Welt und seinem immensen Besucher-Zuspruch. Sein Spiel ist hinreißend er versteht es vorzüglich, der Musik den gewissen Atem zu verleihen gepaart mit einer vorzüglichen Anschlagstechnik und Virtuosität, professionell sein Handwerk spielte er das ganze Programm ohne Noten, als Hilfsmittel lagen vorn auf dem Flügel kleine Anmerkungen ansonsten geschah die gesamte Wiedergabe aus dem Kopf. Mitbrummend und summend mit heftigen Kinnbewegungen und einer deutenden Körpersprache lässt er das Werk an seinem Steinway-Flügelverinnerlicht mitfühlend vortragen. Berauscht und Ergriffen lauscht der Hörer zwei Stunden einem Spiel, dass in ihrer vollendeten Klarheit, Entschlossenheit und rhythmischen Bewegtheit nicht zu überbieten ist. Ein in den Jahren gekommener Ausnahme-Pianist hat nichts von seiner großartigen Kunstfertigkeit eingebüßt.

    Das Programm begann mit Haydns Klaviersonate 20 c-Moll. Dieses lange Werk lebt von seinen überraschenden Wendungen und Wiederholungen. Brendel weiß es Gestalterisch und in der Struktur schlank überzeugend vorzutragen. Haydn war kein Pianist. Die Spielformen sind daher einfacher und weniger entwickelt als bei Mozart, der als konzertierender Virtuose seinen Klavierwerken jede technische Brillanz geben konnte. Erst später entwickelte Haydn in seinen Klavierstücken eine reichere Ausgestaltung und pianistischen Glanz. Über den Reichtum an Einfällen und mancher kühnen Wendung, zu sprunghaftem Wechsel zwischen hoher und tiefer Lage findet man auch in dem Spätwerk Haydns der Klaviersonate 20 c-Moll entsprechend wieder.

    Elektrisierende Spannung erfolgte in den ersten Takten in Beethovens vorletzte Sonate op. 110. Die Anfangssätze weisen auf das zurückliegende Barock und vorausweisend auf die Romantik. Mit großem Gespür und Elan bewältigt Brendel furios den Auftakt. Das anschließende Arioso und Fuge pendelt Brendel gekonnt in einer aufwühlenden Derbheit und Wucht aus, um den Ausdrucksgehalt dieser Sätze die mögliche Dramaturgie – Glücksgefühl und Resignation – mitzugeben.

    Während Schuberts Sonaten vielen Musikfreunden noch immer weitgehend unbekannt geblieben sind, nimmt sich Brendel ihrer an und verhilft ihnen zu einer weiteren Bekanntheit und genießen seitdem eine hohe Popularität. Die vier Impromptus entstanden innerhalb einer Gruppe im Dezember 1827, ein knappes Jahr vor Schuberts Tod. Ein fantastisches Werk ist das Impromptu Nummer 1 in f-Moll, D 935 „Allegro moderato.“ Die sinfonisch der Romantik eines anhaftenden Zuschnittes sind in lyrische dunkle harmonische Abläufe komponiert. Hier verleiht Brendel dem Werk die angemessene Spannung und Virtuosität mit einer beseelenden Wiedergabe, dass dem Besucher der Atem stockt.

    Ebenbürtig erklingt Impromptu Nr. 3 B-Dur, D 935 das Andante in 5 Variationen. Dieser Variationssatz bezieht das Thema aus der Musik zu „Rosamunde“, das Schubert in seinem Streichquartett a-Moll verwendet hat. Tänzerisch spielend ein polterndes Forte und die leidenschaftliche Moll-Variation in Triolen eingebettet gelingt Brendel in seiner unnachahmlichen Art, perfekt, sinniger und leidenschaftlicher kann dieser Vortrag des Pianisten nicht erklingen, die Herzen wurden weit geöffnet und staunend lauschten andächtig die Besucher einem fast überirdischen Spiel.

    Der krönende Abschluss fand mit der Sonate c-Moll KV 457 von Wolfgang Amadeus Mozart statt. Dieses Spät-Werk aus seiner Wiener Zeit zeugt von einer ungemein hohen Ausdrucksstärke, eine Komposition der Trostlosigkeit und Verzweiflung. Das Werk ist vorausschauend in das folgende Jahrhundert mit romantischen Leiden und Leidenschaften behaftet. Eine tragische Tonart, sein stürmisches Temperament, sein sinnender Ernst und kämpferische Bejahung des Schmerzes verleiht dieser Komposition eine außergewöhnliches Format mit Kompositionstechniken, die Hinweise besitzen auf Beethovens zukünftige Werke.

    All diesen Nuancen wurde Brendel mehr als gerecht. Angefeindet wurde er in grauer Vorzeit wegen seiner Mozart-Interpretation, die er auch selber als schrecklich empfand und seine Aussage bestand hatte: Ich werde noch viel übern müssen, um Mozart richtig spielen zu können. In die Jahre gekommen erzielt er nunmehr eine traumwandlerische Perfektion in seinem Vortrag, so ist mir Mozart in der musikalischen Interpretation und pianistisch noch nicht begegnet, hier offenbarte sich ein Pianist von „Gottes Gnaden!“ Herz und Schmerz verstand er genial zu erzeugen. Sein Gefühls-Spiel erzeugte bei den Hörern einen Schmerzzustand, dass die persönliche Seelenlage zum zerreißend gespannt war. Sie entwich erst in langsamen Schritten nach dem erfolgten Schlussakkord. Er versteht es meisterhaft, als Vortragender seine Hörerschaft als eine lebendige Einheit und Gemeinschaft zu bilden, aus dem ein Entrinnen nicht möglich ist. Dass ist die unwiederbringliche Größe von Brendel, die man bei den jungen Zeitgenossen sehr oft vermisst.

    Nur mit einer Zugabe aus dem „Impromtu“ von Schubert konnte Brendel nach einem unglaublichen Begeisterungssturm und einem staunendem und beglückten Besucherschar vom Podium gelassen werden. Ein großer Alt-Pianist verabschiedete sich von seinem Publikum, der wahrscheinlich so schnell nicht wieder zu hören sein wird, es war eine Sternstunde der Klaviermusik, die man als Zeitzeuge miterleben durfte, einfach grandios!

    Stifterkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in St. Marien, Herford


    Herford, 10.02.2007

    Stifterkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in St. Marien, Herford

    Im Rahmen der jährlich stattfindenden Stifterkonzerte für die Nordwestdeutsche Philharmonie wurde am Samstag, 10.2.2007, in der St Marienkirche Stift Berg in Herford ein hochkarätiges Sinfoniekonzert mit Werken von Beethoven und Schumann geboten. Diese Veranstaltung wurde zum vierten Mal ausgetragen und wird hauptsächlich durch die „Dieter Ernstmeier Stiftung, Herford“ getragen.

    Das Programm:

    Ludwig van Beethoven (1770-1827) Konzert D-Dur op. 61 für Violine und Orchester

    Robert Schumann (1810-1856) Sinfonie Nr.4 D-Moll op. 120

    Solist Violine: Eduardo Zosi

    Leitung: Frank Beermann

    Foto: NW

    Als ein Juwel erwies sich der erst 18-jährige italienische Solist für Violine Edoardo Zosi in der Sinfonie für Violine und Orchester, D-Dur, op. 61. von Ludwig van Beethoven.

    Der junge Solist überzeugte in den zu begleiteten Partien in einer angemessenen Zurückhaltung und wusste in seinen Kadenzen voll zu überzeugen, blieb immer mit einem tragenden und ausgeglichenen Ton deutlich präsent. Hier erwies sich die hallige Akustik der Kirche als ein vorzüglicher Aufführungsort.

    Dementsprechend agierte der Dirigent Frank Beermann mit seinem Klangkörper, gelassen ließ er in einem treffenden Spannungsbogen des Orchesters musizieren, mal kräftig zupackend dann wieder im Ton verhalten, ließ er die Bläser kräftiger im Ton erstrahlen. Im ersten Satz „Allegro ma non troppo“ wurde ein heiterer ruhiger Spannungsbogen aufgebaut, um dann aber kräftiger dem Satz tonal die Würze zu verleihen. Genau dort setzte er die gleiche Linie im zweiten Satz „Larghetto“ fort.

    Im dritten Satz „Rondo Allegro“ wurde mal ein zügigeres dann wieder ein ruhigeres Tempi vorgegeben, die Artikulation der Wiedergabe passte sich den Gegebenheiten des Aufführungsortes an, die Strukturen und Linien klar erkennbar erstrahlte dieser Satz in einer wunderbaren Wiedergabe. Beermann verstand es vorzüglich, den jungen Violinisten Edoardo Zosi in der Wiedergabe entsprechen mit einzubinden.

    Ein ineinander harmonisches Geflecht verband das Orchester mit dem jungen Violin- Solisten, die Kadenzen wurde von ihm so harmonisch, klanglich und innig berührend gespielt, dass es den Besuchern den Atem anhielt, künstlerisch perfekt vorgetragen, bewusst die Spannung aufbauend verstand es der Solist ebenso perfekt die piano gespielte Kadenz in der hervorragenden Akustik noch hörbar gespielt einen weiteren Glanzpunkt darauf zu setzten. Technisch und künstlerisch durch sein perfektes Spiel verlieh er diesem Werk das Format Extraklasse, hier entwickelt sich ein Künstler mit hohem Potenzial.

    Umso schwungvoller und emotionaler aufgeladen erklang die anschließende 4. Sinfonie von Robert Schumann. Die verschiedenartigen Tempi, von langsam bis zum schnellen „Presto“ erklangen in voller Orchesterlautstärke, dass die Marienkirche in ihren Grundfesten zu beben begann. Hier gab Beermann seine zuvor gegebene Zurückhaltung vollends auf und führte den Klangkörper über auch noch so große Klippen souverän und meisterlich in ein grandioses Schlussfinale.

    Mit einem Beifallssturm und Bravorufen wurden die Aufführenden für ihre gekonnte Wiedergabe belohnt.

    Archiv-Beitrag: Schnäppchenerwerb einer CD Karl Richter, Bachkantaten: BWV 106 “Actus tragicus” BWV 56 “Ich will den Kreustab” BWV 80 “Ein feste Burg”


    Hallo,

    aufgrund einer Rezension von Alex über das Pilgrimage-Konzert in Wittenberg bin ich auf diese Idee gekommen und habe unseren “admin” gebeten, diese Kategorie zu erstellen.

    Unter dieser Rubrik (Kategorie) sollen DVD’s oder CD’s vorgestellt werden, die man gerade erworben hat oder man sich aus seinen persönlichen Beständen anhört.

    Eine kleine Beschreibung des entsprechenden Tonträgers mit Titelangabe und Angabe des Interpreten und eine kleine Bewertung sollte vorhanden sein.

    Ich mache den Anfang mit der CD von Karl Richter, mit Bachkantaten….

    Freitag schlenderte ich durch die Musikalienabteilung eines Kaufhauses und fand die obige CD mit Kantatenwerken von J.S. Bach mit dem Interpreten Karl Richter zum Schnäppchenpreis von 4,99 €.


    J.S. Bach Kantaten: Actus tragicus; Kreuzstab-Kantate;

    Ein feste Burg…., 5,23 € mit Hörprobe bei amazon zu beziehen !


    Wegen des Titels BWV 106 “Actus tragicus” habe ich sie mir gekauft, da ich diese Kantate noch nicht besitze.

    Ein wahrlich massiges Volumen besitzt diese CD, in der Chor-, Orchesterbesetzung, Instrumentierung, einfach alles sehr gewöhnungsbedürftig zu unserer heutigen Hörweise einer historischen Aufführungspraxis. Das waren die Karl Richter Zeiten und entsprachen genau dem damaligen Zeitgeist, alles grossvolumiger und massiger hörbar zu gestalten.

    Hier hat sich glücklicherweise eine fantastischere Aufführungspraxis entwickelt, schlanker, in den Nuancen bedeutend hörbarer in der Artikulation und uniso die herrlichen alten Instrumente mit ihrem warmen Klang. Aber aufgrund des Spottpreises langte ich zu.

    Jetzt die einzelnen Kantaten aufgrund dieser altehrwürdigen Auffführungsform zu rezensieren betrachte ich nicht als fair, wir wissen alle, dass unsere heutigen Interpreten der Historischen Aufführungspraxis mehr als gewachsen sind und uns mehr zu begeistern vermögen.

    Mein Urteil:

    man kann, muss die CD aber nicht besitzen, es ist etwas für Musikliebhaber, die diese Epoche nicht missen mögen und der heutigen Aufführungsform nicht unbedingt etwas abgewinnen können und mögen.

    Grüsse

    meinhardo