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Impressionen vom Bachfest Leipzig 2018 – Kantaten-Ring Nr. 9 – Ton Koopman – Thomaskirche am 10.6.2018

Impressionen mit Videos vom Bachfest Leipzig 2018 – Kantaten-Ring Nr. 9 – Ton Koopman – Thomaskirche am Sonntag, 10.6.2018

Den Sonntagnachmittag am 10. Juni 2018 gestaltete wiederum mit höchster Bach-Kompetenz in der Thomaskirche mit dem Kantaten-Ring Nr. 9 als seinen Abschluss: Ton Koopmann mit Bachs Kantaten zum 16. Sonntag nach Trinitatis – wie folgt:

„Komm, du süße Todesstunde“ (BWV 161)

„Komm, du süße Todesstunde“, BWV 161, ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach. Sie wurde in Weimar vermutlich für den 6. Oktober 1715 (16. Sonntag nach Trinitatis) sowie für Mariä Lichtmess komponiert. Eine erneute Aufführung fand vermutlich am 16. September 1725 in Leipzig statt.

Ausführende:

Martha Bosch (Sopran), Maarten Engeltjes (Countertenor),

Tilman Lichdi (Tenor), Klaus Mertens (Bass),

Amsterdamer Barockorchester und Chor

Leitung: Ton Koopmann

Liebster Gott, wenn werd ich sterben (BWV 8)

„Liebster Gott, wenn werd ich sterben?“ (BWV 8) ist eine Choralkantate auf den 16. Sonntag nach Trinitatis von Johann Sebastian Bach. Sie wurde am 24. September 1724 uraufgeführt.

„Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“ (BWV 27)  

„Wer weiß, wie nahe mir mein Ende?“ (BWV 27) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1726 in Leipzig für den 16. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 6. Oktober 1726 erstmals auf.

„Christus, der ist mein Leben“ (BWV 95)

„Christus, der ist mein Leben“ (BWV 95) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1723 in Leipzig für den 16. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 12. September 1723 erstmals auf.

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Foto-Impressionen von dieser Veranstaltung in der Thomaskirche:

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Eine Zugabe von Ton Koopman beendete den Kantaten-Ring Nr. 9 in der Thomaskirche Leipzig! Es war ein gelungener Kantaten-Abend der die Aufführenden mit einem frenetischen Beifall in den Sonntagabend entließ!

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Bach und Bach im Vergleich!

Bach und Bach im Vergleich! Eine Rezension vom „Diademus-Festival“

Zweimal an einem Abend das „Magnificat“, jenen Lobgesang, den der Evangelist Lukas der schwangeren Maria in den Mund legte? Zweimal der identisch vertonte Text als Konzertprogramm?

Die Musiker boten den Zuhörern beim Abschlusskonzert des Diademus-Festivals in Roggenburg einen besonderern Vergleich.

Die Idee des Abschlusskonzerts des Diademus-Festivals in Kloster Roggenburg ließ staunen – und erwies sich als Volltreffer: Dieser Konzertabend ermöglichte dem Publikum einen direkten und unmittelbaren Vergleich der Beschäftigung von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach, seinem wohl begabtesten Sohn, mit dem identischen Text – zumal das Konzert auch musikalisch mit außergewöhnlich feinfühlig ausgewählter Besetzung und mit Glanzleistungen von Chor und Orchester aufwartete.

Benno Schachtner dirigierte emotional

Benno Schachtner, Intendant des jungen Festivals, das sich gerade in Roggenburg als kulturelle Größe etabliert, ist nicht nur ein international gefragter Countertenor; er ist auch studierter Kirchenmusiker und ein leidenschaftlicher Dirigent. Als solchen konnte ihn das Publikum beim Roggenburger Abschlusskonzert erleben: Der in Dietenheim aufgewachsene 32-Jährige dirigiert sehr emotional, er verzichtet auf standardisierte Schlagfiguren und spricht mit seinen Händen und seiner Mimik gleichsam jeden einzelnen der Musiker und Sänger an, lenkt fortlaufend die Stimmung und den Ausdruck des aufgeführten Werkes.

Das bewirkt, dass das Händelfestspielorchester Halle, das mit historischen Instrumenten musiziert, die beiden „Magnificat“-Aufführungen ausgesprochen nuanciert begleitet und Solisten und Chor niemals überlagert. Das bewirkt, dass der Klangkörper der international besetzten „Diademus vocalisten“ eine brillante und differenziert agierende Einheit darstellt, aus der heraus Sängerinnen auch glanzvoll Solo-Rollen übernehmen können, ohne dass ihre Stimmen in den Chor-Partien aus der Homogenität herausfallen würden.

   Diademus-Festival in Roggenburg J.S. Bach -Magnificat, C.Ph.E. Bach – Magnificat im Konzertvergleich!

Auffallend gut passen die Stimmen der Solisten zusammen, was sich beispielsweise in den in beiden Vertonungen enthaltenen Duetten Alt/Tenor zeigt. Als Solisten holte Benno Schachtner bekannte Namen nach Roggenburg: die an vielen deutschsprachigen Opernhäusern bekannte Altistin Charlotte Quadt, Tilman Lichdi (Tenor), einen der bedeutendsten Konzert- und Liedinterpreten der Gegenwart weltweit, Mozart-Preisträger Matthias Winckhler (Bass) – und seine Ehefrau, die mit vielen Preisen ausgezeichnete chilenisch-italienische Sopranistin Catalina Bertucci. Dass Catalina Bertucci im neunten Monat schwanger ist, gab gerade ihren hingebungsvoll und mit einem innerlichen Lächeln gesungenen Teilen der beiden Magnificat-Vertonungen einen besonderen Reiz.

Großartig, die Werke nebeneinander zu erleben

Der direkte Vergleich der beiden „Magnificat“-Vertonungen von Vater und Sohn Bach, entstanden in den Jahren 1723 (Johann Sebastian Bach) und 1749 (Carl Philipp Emanuel Bach) zeigte zwar auch die musikalische Nähe beider, er zeigte vor allem aber auch die musikalische Entwicklung des 18. Jahrhunderts: 1749 (Johann Sebastian Bach, der im Jahr darauf starb, war damals bereits schwer krank) war der stringente barocke Stil bereits durch den empfindsamen und viel emotionaleren Stil abgelöst, als einer dessen wichtigster Vertreter Carl Philipp Emanuel Bach gilt…..

Weiter zum Quell-Text

Video Magnificat von J.S. Bach Václav Luks Collegium 1704

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Video Magnificat von Carl Philipp Emanuel Bach /  Akademie für Alte Musik Berlin,

Hans-Christoph Rademann


Herzliche Grüße

Volker

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