Vorstellung CD SDG 104 Vol. 8 vom Label – Soli Deo Gloria

Hallo,

eine Vorstellung dieser bereits veröffentlichten CD SDG 104 – Vol. 8 fehlt im Forum und hole es schleunigst nach.

Ein Meisterstück in Sachen Bachkantaten hat Gardiner mit dieser Einspielung erzielt…!!

Jede Kantate dieser Doppel-CD ist ein Volltreffer!


Cover: CD-SDG 104 – Vol. 8

Link:

CD über meine Partnerseite im amazon aStore: Volume 8: Bremen & Santiago

  • Kantaten für den 15. und 16. Sonntag nach Trinitatis:
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CD eins: Aufführungsort:

Bremen, Kirche „Unser Lieben Frauen am 28.9.2000

Warum betrübst Du dich mein Herz BWV 138
Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 99 + 100
Jauchzet Gott in allen Landen BWV 51

Soloists: Malin Hartelius; Sopran, William Towers; Alto,

James Gilchrist; Tenor, Peter Harvey; Bass

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CD zwei: Aufführungsort:

Santo Domingo de Bonaval in Santiago de Compostela, Spanien

am 7.10.2000

Komm, Du süße Todesstunde BWV 161
Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? BWV 27
Liebster Gott, wenn werd ich sterben? BWV 8
Christus, der ist mein Leben BWV 95

Soloists: Katharine Fuge; Sopran, Robin Tyson; Alto,
Mark Padmore; Tenor, Thomas Guthrie; Bass.
The Monteverdi Choir;
The English Baroque Soloists; John Eliot Gardiner

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Gruß

Volker

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4 Gedanken zu „Vorstellung CD SDG 104 Vol. 8 vom Label – Soli Deo Gloria

  1. Wolfgang Adam

    Liebe Kantaten-Freunde!

    Zu SDG 8 CD 1 kamen mir an diesem Sonntag beim Fensterputzen folgende Gedanken:

    Oft ist es ein langer, innerlich schmerzhafter Weg, den jeder mal dann und wann zurücklegt:

    Der Weg von der bangen Frage ‚Warum betrübst Du Dich-, mein Herz‘ bis dann hin zur befreienden Erkenntnis ‚Es ist gut getan, so, wie es gekommen ist. Jetzt kann ich Jauchzen. Einer hat’s geschickt. Bei Bach war es Gott. Bei Unentschiedenen der ‚Zufall‘. Bei Ignoranten eben der ‚Lauf der Dinge‘. Jeder hat so seine Deutung.

    Gut-, das wir Entscheidungshilfe bekommen. Deswegen sind Bach-Kantaten heute so wichtig, da die sonntäglichen Radio-Aufnahmen oft von ‚Jedermann/frau‘ gehört werden.

    Diesmal sind 4 Bach-Kantaten für mich aufgeschlagen. Ohne zeitlichen Zusammenhang sind sie 1723 bis 1734 aus Bach’s Feder geflossen. Sie bieten mir einen erstaunlichen Weg an. Was ist das eine psychologisch wertvolle Hilfe, die einen nichts kostet und einem jedem nur durch Eindringen in diese Musik zur Heilung zusagt.

    Gemeint sind die vier Kantaten, die für diesen 15.Sonntag nach Trinitatis einst geschrieben wurden.

    Zunächst BWV 138 ‚Warum betrübst Du Dich, mein Herz. Da quält sich einer. Ihm entgegen der Chor mit der beschwichtigenden Antwort: ‚Vertrau doch! ….hilft er mir nicht heut‘, so hilft er mir doch morgen‘. Es bleiben bei mir Fragen zurück: Vertröstet mich Gott auf morgen? Reicht es aus, daß der Dichter auf mein Vater – Kind Verhältnis zu Gott hinweist.

    Während in dieser Kantate BWV 138 die Festigkeit versprechende Choralweise noch verhalten und von Rezitativen unterbrochen anklingt, bricht in den beiden Kantaten auf den gleichen Text ‚Was Gott tut, das ist wohlgetan‘ BWV 99 und 100 der eine feste Basis versprechend Choral mit voller Wucht herein. Der alte lutherische Choral als Vademecum. ‚Sein Wille – halten stille – mein Gott – Not – erhalten – walten.‘ So heißt die Gleichung, die der ‚verzagten Seele‘ entgegengehalten wird.
    Während in BWV 99 Bach noch verschiedene Musik-Techniken einesetzt (Rezitativ – Arie), besinnt sich die ca. ein Jahrzehnt entstandene Fassung BWV 100 ausschließlich auf diese Macht.

    Frage: Nach so viel geballter musikalkischer Medizin? Wer bleibt geheilt zurück?

    Als Antwort beschreibt die jubelnde Bravoursolo-Kantate BWV 51 einen jauchzenden Menschen, der zwar von nachdenk- und besinnlichen Stunden nicht verschont bleibt ( vgl Arie Nr.3) und auch für seine Befreiung von seiner anfänglichen Betrübnis was dazutun muß (vgl Rezitativ Nr 2): nämlich: Sein Gebet und das Weitersagen Gottes. Wegducken geht jetzt nicht mehr, da dieses Solo-Stück einfach bestechend ist, wie es auch Gardiner sagt: ‚Gleißender Charme‘ liegt über dieser Kantate. Ein so zur Erkenntnis gelangter Christ kann also in seinem Leben zum Höhenflug ansetzten, wie das Bach auch im abschließenden ‚Alleluja‘ in seiner Schlußsteigerung verdeutlicht.

    So sehe ich gerne Bach-Kantaten in einer thematischen Linie, die mir vor dem Sonntag Eingebungen uns Assoziationen schenkt. Froh und heiter steure ich auf das Wochenende zu. Sollte Musik nicht so sein?

    Zur Datierung von BWV 99+100 vgl A.Dürr, Kantaten Bd II S.639

    Gruß

    Wolfgang

    Antworten
  2. ante

    Der Ausspruch zu SDG 104:
    Sein Meisterstück in Sachen Bachkantate hat Gardiner meiner Meinung nach aber bei seinem eigenen Label, SDG dokumentiert. Seine Bachkantaten Vol. 8!
    Jede Kantate dieser Doppel-CD ist ein Volltreffer!

    Dem kann ich mich nur anschließen und empfehle diese CD nachdrücklich. Ich habe sie für 25€ erstanden, was für eine Doppel-CD eher günstig als teuer ist, zumal 8 Kantaten untergebracht wurden und die CDs mit umfangreicher Austattung und schönem Design daherkommen.(auch wenn man das nicht unbedingt hört, und die DGG-CDs für 7€ natürlich ein Preishammer sind. Aber ich unterstütze auch gern SDG als Non-Profit-Projekt, zumal die Qualität stimmt )

    zur speziellen Frage: Trompeter und Sopran (Malin Hartelius) bringen eine tolle Performance in „Jauchzet Gott in allen Landen“, den hohen technischen Anforderungen der Ecksätze sind beide gewachsen (lediglich ein Spitzenton im Hallelujah ist arg grell und forciert), dafür ist die Arie „Höchster mache Deine Güte“ derartig beeselt gesungen, dass ich einen bekannteren Namen in der Sopranbesetzung nicht vermisse.

    Antworten
  3. Iris

    Hallo, zusammen,
    für mich gehört die Zusammenstellung von Vol 8 zu den schönsten Kantaten, die es von J. S. Bach gibt. Vor allem die Totenglockenkantaten haben es mir angetan. Ich höre sie immer wieder und muss sie allmählich vor mir selbst verstecken.
    Herzlichen Gruss
    Iris

    Antworten
  4. Ulrich

    Totenglockenkantaten war das nicht schon einmal bei euch angesprochen?

    Dazu gibt es Ausführungen in Gardiners Reisetagebuch:
    http://www.monteverdiproductions.co.uk/resources/sdg104_ger.pdf

    Die vier Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis gehen auf die Geschichte aus dem Evangelium von der Auferweckung des Jünglings zu Nain zurück.
    Alle vier – BWV 161, 27, 8 und 95
    die lutherische Todessehnsucht aus, und alle bis auf eine enthalten das Läuten der ‚Leichenglocken’. Doch ungeachtet der gleichen Thematik weisen Satz, Form und Stimmung eine ungeheure Vielfalt auf, und zusammen bilden sie eine überzeugende und tief bewegende Tetralogie – eine Musik, die heilsam und erhebend ist.

    Gardiner ist es, der diese Begriff nutzt wie folgt:
    Anfangschor von BWV 27 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende….
    Sein Zitat am Ende der Einleitung zur obigen Kantate BWV 27
    lautet:
    Sogar das obligate Cembalo und die Continuolinie der
    munteren Altarie (Nr. 3) scheinen vom Geist der gemessenen Zeit inspiriert (hier im harten Anschlag der Cembalotasten zu hören), ein Merkmal, das in diesen Totenglocken-Kantaten häufig wiederkehrt.

    Im BWV 8 Liebster Gott, wenn werd ich sterben?

    Zitiert Gardiner wieder in der Beschreibung die “Totenglocken”
    Die Totenglocken kehren (zumindest als Schlussfolgerung) in den lose aneinander gefügten Achtelnoten der
    Tenorarie (Nr. 2) bei den Worten ‚wenn meine letzte Stunde schlä-ä-ää- ä-ä-gt’ und im Pizzicato der Continuobegleitung wieder.
    Nach dem Konzert gab es in der Hotelbar eine bewegte
    Diskussion über die Bedeutung und Symbolik der ‚Leichenglocken’. Einige vertraten die Meinung, die hohen wiederholten Achtel auf der Flöte in BWV 161 (Nr. 4) und BWV 8 (Nr. 1) symbolisierten die hellen Totenglocken, die beim Begräbnis eines Kindes läuten.

    “Wer weiß, wie nahe mir mein Ende ist BWV 27 mit der Arie, (siehe SDG 104, CD 2) singt die Alt-Arie in Satz 3 (”Robin Tyson” als Altus) “Willkommen will ich sagen, wenn der Tod an Bette tritt”

    Bei der letzten Anfrage kann es sich um das BWV 95, “Christus der ist mein Leben” im 5. Satz die Arie für Tenor(Mark Padmore) mit dem – “Ach schlage doch bald sel’ge Stunde den allerletzten Glockenschlag?

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