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Andris Nelsons dirigiert „Antonin Dvorak“ im Gewandhaus Leipzig!


Andris Nelsons dirigiert Antonin Dvorak“ im Gewandhaus Leipzig!

In Leipzig ist Andris Nelsons längst kein Unbekannter mehr. Immerhin dirigierte er seit 2011 das Gewandhausorchester bereits in acht Konzerten. Am 1. Februar 2018 wurde er dann schließlich – nach Felix Mendelssohn Bartholdy – als jüngster Gewandhauskapellmeister in sein Amt eingeführt. Bereits im Mai 2017 stellte der lettische Dirigent ein Programm vor, das fast ausschließlich Werke von Antonín Dvořák enthielt.

Im Programm von Andris Nelsons folgen der Konzertouvertüre „Otello” Ausschnitte aus Dvořák Oper „Rusalka” und eine der „Zigeunermelodien“ sowie eine Arie aus Smetanas „Dalibor“. Den Vokalpart übernimmt Nelsons‘ Ehefrau Kristīne Opolais. Sie gilt als ausgewiesene Expertin im slawischen Opernrepertoire, seit sie 2010 bei Martin Kusejs Münchner „Rusalka“-Inszenierung für die erkrankte Anna Netrebko einsprang und von da an als ultimative Sängerdarstellerin für die Partie der „Rusalka“ erkannt wurde. Mit diesem Konzert, das unter der Regie von Ute Feudel aufgezeichnet wurde und nun erstmals vom deutsch-französischen Fernsehsender arte ausgestrahlt wird, gibt sie ihr Leipziger Debüt.

Gewandhausorchester Leipzig, Kristīne Opolais (Sopran)

und Andris Nelsons (Leitung)

Der lettische Dirigent Andris Nelsons wurde 1978 in Riga geboren und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Früh erhielt er Trompetenunterricht an der Emil-Dārziņš-Musikfachschule des Konservatoriums in Riga, später studierte er an der lettischen Musikakademie und wechselte für seinen Studienabschluss an das Konservatorium St. Petersburg zu Alexander Titow. Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er als Trompeter der Lettischen Nationaloper in Riga, interessierte sich aber zunehmend für das Dirigieren. Er nahm an Meisterkursen von Neeme Järvi und Jorma Panula teil und erhielt Privatunterricht bei Mariss Jansons. Im Jahr 2003 wurde Andris Nelsons im Alter von 24 Jahren Chefdirigent an der Rigaer Nationaloper, wo er unter anderem durch seine Inszenierung von Wagner „Der Ring des Nibelungen“ für Aufsehen sorgte.

Von 2006 bis 2009 besetzte er den Posten des Chefdirigenten bei der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford, 2008 war er in gleicher Position beim City of Birmingham Symphony Orchestra tätig. Gleichzeitig gastierte er an diversen internationalen Opernbühnen, 2010 dirigierte er bei den Bayreuther Festspielen Wagners „Lohengrin“. Seit 2014 ist er Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra und übernimmt ab 2018 den Posten des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig.

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Language English:

Andris Nelsons conducts Antonin Dvorak – Recording from the Gewandhaus in Leipzig 

In Leipzig Andris Nelsons is no longer a stranger. After all, he has conducted the Gewandhaus Orchestra in eight concerts since 2011. On February 1, 2018, he was finally – after Felix Mendelssohn Bartholdy – introduced as the youngest Gewandhaus Kapellmeister in his office. Already in May 2017, the Latvian conductor presented a program that contained almost exclusively works by Antonín Dvořák.

In the program of Andris Nelsons follow the concert overture „Otello“ excerpts from Dvořák opera „Rusalka“ and one of the „gypsy melodies“ as well as an aria from Smetana’s „Dalibor“. The vocal part is taken over by Nelsons‘ wife Kristīne Opolais. She is considered a proven expert in the Slavic opera repertoire, since she jumped in 2010 for Martin Kusejs Munich „Rusalka“ production for the diseased Anna Netrebko and was recognized from then on as the ultimate singer actress for the role of „Rusalka“. With this concert, which was recorded under the direction of Ute Feudel and is now broadcast for the first time by the German-French television station arte, she makes her Leipzig debut.

Gewandhausorchester Leipzig, Kristīne Opolais (soprano)

and Andris Nelsons (conductor)

The Latvian conductor Andris Nelsons was born in Riga in 1978 and grew up in a family of musicians. He received early trumpet lessons at the Emil Dārziņš Music School of the Conservatory in Riga, later he studied at the Latvian Academy of Music and moved to the Conservatory of St. Petersburg to Alexander Titov to graduate. He gained his first musical experience as a trumpeter of the Latvian National Opera in Riga, but became increasingly interested in conducting. He participated in master classes given by Neeme Järvi and Jorma Panula and received private lessons from Mariss Jansons. In 2003, Andris Nelsons was chief conductor at the age of 24 at the Riga National Opera, where he caused a stir among other things by his staging of Wagner „The Ring of the Nibelung“.

From 2006 to 2009 he held the post of Principal Conductor at the Northwest German Philharmonic in Herford. In 2008 he held the same position with the City of Birmingham Symphony Orchestra. At the same time he has performed at various international opera stages, and in 2010 he conducted Wagner’s „Lohengrin“ at the Bayreuth Festival. Since 2014, he has been chief conductor of the Boston Symphony Orchestra and from 2018 will take over the position of Gewandhaus Kapellmeister in Leipzig.


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Die „Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla“ – Film-Dokumentation Deutschland 2017


Die „Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla“ – Film-Dokumentation Deutschland 2017

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Sie gilt als eine der ungewöhnlichsten Dirigentinnen unserer Zeit: Mirga Grazinyte-Tyla. 2016 wurde die damals 29-jährige Litauerin zur Chefdirigentin des renommierten City of Birmingham Symphony Orchestra gewählt. Als Nachfolgerin von Sir Simon Rattle und Andris Nelsons ist sie die erste Frau an der Spitze des renommierten Orchesters. Ihr Umgang mit Musik und Musikern steht für einen Kulturwandel in der klassischen Musik. Der Film begleitet die außergewöhnliche junge Frau zu verschiedenen Stationen ihrer ersten eineinhalb Jahre beim CBSO.

Mirga Grazinyte-Tyla ist eine Ausnahmeerscheinung und widerspricht gänzlich dem traditionellen Bild eines „Maestro“. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie, war ihre Welt immer voller Musik. Von klein auf war sie mit ihren Eltern auf Konzertreisen unterwegs. Trotz rascher internationaler Erfolge als klassische Musikerin passt sie in keine Tradition und Konvention. Sie versteht sich als gleichberechtigter Teil des Orchesters, nicht nur dadurch entwickelt sie Berufsbild und Position des Dirigenten vollkommen neu.

Daniela Schmidt-Langels versucht, dem Erfolgsgeheimnis des jungen Talents auf die Spur zu kommen und begleitet in ihrem Porträt die Künstlerin eineinhalb Jahre lang. Die Kamera begleitet sie bei ihrem Antrittskonzert mit dem CBSO in Birmingham, mit dem Star-Geiger Gidon Kremer in der Berliner Philharmonie oder in ihrer Heimat Litauen beim Unterricht des Dirigenten-Nachwuchses. Beobachtet man sie bei den Proben, wie sie zuhört, Ideen und Anregungen setzt, scheint es, als sei sie mit jeder Faser ihres Körpers Teil der Musik. Ihre forschende wie fordernde Konzentration wirkt offensichtlich ansteckend und versetzt Orchester und Publikum in höchste Erwartung. Mirga Grazinyte-Tyla selbst sieht sich auf einer Reise: Angetrieben von ihren Träumen, sucht sie stets das Neue, das Ungewöhnliche und vermag mit ihrer Begeisterungsfähigkeit alle mitzureißen.

(Textquelle: ARD-Programm)

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Language English

The „Conductor Mirga Grazinyte-Tyla“ – Film Documentary Germany 2017

She is considered one of the most unusual conductors of our time: Mirga Grazinyte-Tyla. In 2016, the then 29-year-old Lithuanian was elected Principal Conductor of the prestigious City of Birmingham Symphony Orchestra. As the successor to Sir Simon Rattle and Andris Nelsons, she is the first woman to lead the prestigious orchestra. Their handling of music and musicians represents a cultural change in classical music. The film accompanies the extraordinary young woman to various stages of her first year and a half at the CBSO.

Mirga Grazinyte-Tyla is an exception and completely contradicts the traditional image of a „maestro“. Growing up in a family of musicians, her world was always full of music. From an early age she was on tour with her parents. Despite rapid international successes as a classical musician, it fits in no tradition and convention. She sees herself as an equal part of the orchestra, and not only because of this she develops the professional image and position of the conductor completely new.

Daniela Schmidt-Langels tries to get to the bottom of the success secret of the young talent and accompanies the artist for one and a half years in her portrait. The camera accompanies her at her inaugural concert with the CBSO in Birmingham, with the star violinist Gidon Kremer in the Berlin Philharmonic or in her home country of Lithuania in teaching the young conductors. If you observe them in the rehearsals as she listens, gives ideas and suggestions, it seems as if she is part of the music with every fiber of her body. Their searching as well as demanding concentration seems to be contagious and puts orchestra and audience in high expectation. Mirga Grazinyte-Tyla sees herself on a journey: Driven by her dreams, she always seeks the new, the unusual, and with her enthusiasm she is able to carry everyone along.

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Ob wir Richard Wagner lieben oder hassen: Sein Genie kann niemand leugnen.


Ein Artikel für Wagner-Getreue und Klassik-Interessierte !

Englischer Dirigent - Simon Rattle

Englischer Dirigent – Simon Rattle

Aufgerüttelt wurde ich heute durch einen Zeitungsartikel von ZEIT-ONLINE die ein Interview mit den Star-Dirigenten

Simon Rattle“ und „Andris Nelsons

über Richard Wagner geführt haben.

Dieses Interview lege ich allen Klassikfreunden sehr ans Herz, sich 3 Seiten mit prallen Aussagen von den zwei großartigen Dirigenten durch zu lesen….

Ein Auszug aus dem Z-O Interview:

RATTLE UND NELSONS „Man braucht einen Psychiater!“

Lettischer Dirigent - Andris Nelsons

Lettischer Dirigent – Andris Nelsons

Das Chefdirigentenzimmer in der

Berliner Philharmonie,

Simon Rattle, 57, und Andris Nelsons, 34,

sitzen nebeneinander auf dem Sofa und plaudern angeregt. Die beiden Stardirigenten kennen sich zwar gut, treffen sich aber fast nie (was in der Natur des Berufs liegt). Ihre internationalen Erfahrungen mit Wagner könnten unterschiedlicher nicht sein:

Nelsons debütierte 2010 mit »Lohengrin« bei den Bayreuther Festspielen, Rattle dirigierte am Pult der Berliner Philharmoniker in Aix-en-Provence und in Salzburg zwischen 2006 und 2010 seinen ersten »Ring«. Über Richard Strauss und Giacomo Puccini, über Sänger-Flops und Kindererziehung ist das Gespräch im Nu bei Richard Wagner.

 Zum Interview:

http://www.zeit.de/2013/02/Richard-Wagner-Simon-Rattle-Andris-Nelsons/seite-1

Grüße

Volker

Konzerte und Interview mit dem lettischen Jungstar-Dirigenten Andris Nelsons


Lettischer Jungstar-Dirigent Andris Nelsons

Lettischer Jungstar-Dirigent Andris Nelsons

Ein Jungstar-Dirigent der dreißiger: Andris Nelsons wird in der Oetkerhalle Bielefeld und Philharmonie Essen mit dem  „City of Birmingham Symphony Orchestra“ ein Konzert geben.

5. Schoneberg Konzert am 16.01.2011 in der Oetkerhalle Bielefeld – „City Of Birmingham Symphony Orchestra.“

Gautier Capuçon, Cello
Andris Nelsons, DirigentProgramm:
L. v. Beethoven – Egmont-Ouvertüre op. 84
D. Schostakowitsch – Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
G. Mahler – Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“ 

Datum 16.01.2011
Uhrzeit 18:00 Uhr
Ort Rudolf-Oetker-Halle, Lampingstraße 16, 33615 Bielefeld
Stadtplanausschnitt
Internet Externer Linkhttp://www.live-klassik.de/klassik_in_bielefeld.html
Veranstalter Konzertbüro Schoneberg Münster
Termine 16.01.2011   18:00 Karten bestellen 

Preise: € 89,30/ € 78,30/ € 67,30/ € 56,30/ € 45,30
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Konzert in der Philharmonie Essen am 18.01.2011 um 20 Uhr
City Of Birmingham Symphony Orchestra, Leitung: Andris Nelsons
Tickets für Essen  –  h i e r – klicken..!!
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„Die größte und schönste Hoffnung am internationalen Dirigentenhimmel. Der 30-jährige Lette ist ein Ausbund an Musikalität.” (Der Tagesspiegel)
Seit 2008 leitet mit dem jungen Letten Andris Nelsons ein gleichermaßen intelligent wie feurig zupackender Dirigent das „City of Birmingham Symphony Orchestra“.
Während man in Bielefeld das 1. Cellokonzert von Schostakowitsch (Solist: Gautier Capuçon) mit Beethovens Egmont-Ouvertüre und Mahlers 1. Sinfonie kombiniert, wird sich in Essen der lettische Pianist Vestard Shimkus mit dem „City of Birmingham Symphony Orchestra“ in Rachmaninows 3. Klavierkonzert vorstellen.
Aus diesem Anlass verfasste die NW in Bielefeld ein Interview mit dem Senkechtstarter als Nachwuchs-Dirigent: Andris Nelsons.
Ein weiteres Interview erschien im Focus über Andris Nelsons, beide Link-Angaben nachstehend.

 

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Link: NW Interview Andris Nelsons_

 

Link: Interview im Focus  h i e r klicken..!!

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Biographie des lettischen Dirigenten Andris Nelsons

Andris Nelsons, geboren 1978 in Riga, stammt aus einer Musiker-Familie und wurde als Trompeter ausgebildet. Schon früh zeigte sich ein Interesse am Dirigentenfach, so dass er ein Dirigierstudium begann. Daneben absolvierte er Meisterkurse bei Neeme Järvi und Jorma Panula. Seit 2002 nahm er überdies Privatunterricht bei Mariss Jansons. Seine erste feste Stelle fand er als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper, wo er in der Saison 2003/04 zum Music Director berufen wurde. In den folgenden Jahren debütierte er beim Tonhalle-Orchester Zürich, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim BBC Philharmonic Orchestra und beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin.

Im Sommer 2006 übernahm er die Leitung der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Es folgten die Debüts an der Berliner und der Wiener Staatsoper, bei Pittsburgh Symphony, beim Cleveland Orchestra und dem Pariser Orchestre National de France. Im Oktober 2007 übernahm er die Leitung des City of Birmingham Symphony Orchestra, das durch Sir Simon Rattle in die „Champions League“ der Orchester geführt worden war.

Den Vertrag hat er jüngst bis in die Saison 2013/14 verlängert. In dieser Saison wird er an der Metropolitan Opera New York, am Royal Opera House in Covent Garden, bei der Staatskapelle Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und anschließend bei den Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphoniker und dem Gewandhausorchester Leipzig debütieren. Im kommenden Jahr wird Nelsons in Bayreuth erstmals den „Lohengrin“ dirigieren.

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Rezension der NW zum Konzert in der Oetkerhalle in Bielefeld:

Lokale Kultur vom 18.01.2011
Musikalischer Urknall „City of Birmingham Orchestra“ mit Andris Nelsons

VON CHRISTOPH GUDDORF
Bielefeld. Es ist 20.50 Uhr. Eine Dame fragt am CD-Stand im Foyer der Oetkerhalle enthusiastisch gestimmt nach einer Aufnahme der 1. Sinfonie Gustav Mahlers mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons. „Die gibt es nicht? Wie schade. Dann müssen wir sie wohl so im Kopf behalten.“ Eine signifikantere Aussage hätte diese Dame nicht treffen können, scheint es doch schier unmöglich, ein solches, gerade zu Ende gegangenes, unwiederholbares musikalisches Ereignis auf eine gerade einmal 12 cm große Scheibe zu pressen.

Wer immer noch glaubt, das Hören einer CD würde ein Besuch im Konzertsaal ersetzen können, der sieht sich getäuscht. Der 31jährige lettische Dirigent Andris Nelsons, seit zwei Jahren Music Director in Birmingham, lässt Mahlers Visionen wie einen tönenden Urknall erscheinen, bei dem jedes Teilchen seine eigene Energie entfalten kann und seinen Platz im universalen Ganzen erhält. Alles steht in engstem Zusammenhang, nichts für sich. Motive (wie etwa das „Blaue Augen“- und das „Bruder Jakob“-Motiv) fließen ineinander, explosive Entladungen erwachsen aus der Stille und führen dorthin zurück.

Meister der Visualisierung

Nelsons ist ein Meister der Visualisierung, sein Dirigat führt die Musiker und den Hörer direkt zum Kern der Aussage, ohne jemals zum Selbstzweck zu avancieren. Sein Orchester folgt ihm mit unfassbarer Präzision und glühender Leidenschaft. Jede Phrase bekommt ihre eigene Bedeutung, ihre eigene Klangnuance. Überdreht Verzerrtes und Burleskes wirkt niemals vordergründig, sondern bildet eher eine Folie des Geschehens. Klanggewalt ist hier nicht gleich Tonstärke, gedämpftes Piano nicht gleich romantischer Zierrat. Alles berührt und erschüttert zugleich. Ein stehender (!) Bläserchor am Ende des finalen Satzes fesselt hier gleichermaßen wie ein wehmütig-fragil klagender Streicherklang im liedmotiv-geprägten dritten Satz.
Erste Bravorufe bei Beethoven

Freilich – ein solch exzellenter Klangkörper wie das CBSO macht es einem Dirigenten leichter, seine Vorstellungen umzusetzen, vorausgesetzt, dieser kann die Musiker mit seinen assoziativen Gedanken inspirieren. Nelsons gelingt dies ohne Zweifel. Auch bei Beethovens scharf konturierter Egmont-Ouvertüre zu Beginn des Konzerts, die bereits für die ersten Bravorufe sorgt. Bei Schostakowitschs 1. Cellokonzert hat er einen weiteren kongenialen Partner zur Seite: Gautier Capuçon. Hier singt kein Cello, hier klagt eine menschliche Stimme, die aus einem viertönigen humoristischem Motiv (abgewandelt aus Schostakowitschs Monogramm D-Es-C-H) und der Melodie von Stalins Lieblingslied „Sulinka“ ein autobiographisch geprägtes, musikalisches Zerrbild stalinistischer Schreckensherrschaft formt.

Orchester und Solist schaffen eine klangliche Intensität, die zum Zerreißen angespannt ist. Da bietet die herbeigeklatschte Zugabe Capuçons Kontrast und Entsprechung zugleich: Prokofjews „Der kleine Soldat“. Stehender Beifall am Ende des Konzerts entlockt auch Nelsons einen Nachschlag: ein in Streicherklängen schwelgendes Orchester-Kleinod („Anja“) seines Landsmannes MedinÅ¡. Am Ende bleibt (nicht nur für den Kritiker) die Erkenntnis: Manchmal ist es besser zu schweigen und sich zu verneigen vor einer musikalischen Darbietung, dessen Vollkommenheit und Impulsivität nur noch schwer in Worte zu fassen ist.

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Grüße

Volker