Zwei Konzerte für Leipzig und Herford möchte ich im Blog bekannt geben:
Samstag, 20. November 2010 um 17:00 Uhr
Nikolaikirche Leipzig
JOHANNES BRAHMS
EIN DEUTSCHES REQUIEM
BACHCHOR LEIPZIG – CHOR 89
Viktorija Kaminskaite – Sopran, Daniel Ochoa – Bariton
FESTIVALORCHESTER LEIPZIG –
Leitung: JÜRGEN WOLF
Aufführung mit 350 Mitwirkenden!
Karten zu 15 Euro (ermässigt 10 Euro) am Büchertisch der Nikolaikirche, bei der Musikalienhandlung Oelsner
und allen Vorverkaufsstellen, Abendkasse ab 16.30 Uhr
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Kantaten-Gottesdienst in Herford:
Der nächste Termin im Rahmen des „CANTart-Festivals“ in Herford ist ein
Kantaten-Gottesdienst in der „Münster Kirche – Herford“ / OWL
am Sonntag, 14. November 2010 um 10:00 Uhr.
Zur Aufführung gelangt die
Bach-Kantate, BWV 82
„Ich habe genug.“
Diese Kantate (von 1727) wurde vermutlich von J.S. Bach 1731 in Leipzig umgearbeitet als Solo-Kantate für Sopran. Die Besetzung ist anspruchslos: Eine einzige Singstimme wird von einem Streicherensemble mit Continuo sowie einer Oboe begleitet, die in der e-moll-Fassung der hohen Lage wegen durch eine Querflöte ersetzt wurde.
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Grüße
Volker




14.11.2010 auf 13:05
Liebe Bach-FreundInnen!
In derselben Herforder Bach-Kantaten-Reihe war heute eine weitere Kantate dran, die im Gottesdienst gut eingebunden war-, BWV 82 sowohl für Sopran/Bass-Solo komponiert und mittendrin eine bekannte ‘Schlummer-Arie’, die aber aufwachen ließ.
Musikalisch ist BWV 82 ein Kleinod. Auch theologisch wird ein wichtiges Thema verabeitet: das Durchwandern des Christen von Todessehnucht zum Wieder-Anpacken im irdischen Leben.
Trotzdem möchte ich mich nochmal von einer anderen Seite der Kantate nähern.
Da nimmt ein alter Mann ein Neugeborenes auf den Arm. Jetzt empfindet er Entscheidendes: geht er in seiner Todessehnsucht einen Schritt weiter. Er kommt zur Hoffnung und hat in diesem Gefühl des ‘Lebendig-Neuem’ erst mal ‘genug’ von seinem alten Trott !!! .
Dieses Bild passt doch in eine älter werdende Gesellschaft, in der ältere Männer oft gelangweilt herumstehen und außer ihren ‘abgestaubten’ Hobbys nichts Sinnvolles anfangen. Simeon sagt: Was soll ich ‘das Elend bauen’, wir sind im Jetzt.
Bach und seine Texter können auch so verstanden werden, daß mit der Hilfe christlich Formelsprache, die ja keiner mehr hören will und als nicht zeitgemäß gilt, soziologische Probleme-, natürlich verfremdet, neu aufgenommen werden und mit ihrer musikalisch umwerfenden Form an Mann/Frau von heute gebracht werden.
Jedenfalls empfand ich die Solokantate so, dass auch für unser Zusammenleben ein wichtiges Thema aufgeführt wurde.
Mit sonntäglichem Gruß
Adamo
P.S. von Volker nach hier verschoben!
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Lieber Wolfgang,
wunderbar dass Du den Kantaten-Gottesdienst besuchen konntest. Hatte ich auch schon im Hinterkopf gehabt, bin aber daran gehindert worden.
Du schreibst:
Jedenfalls empfand ich die Solokantate so, dass auch für unser Zusammenleben ein wichtiges Thema aufgeführt wurde.
Ein schwieriges Thema, wo findet heute noch ein Zusammenleben statt, ein jeder bröselt sein Tagewerk herunter und vernachlässigt seine Familie oder Umgebung. Wer vor diesen Modetrend gefeit ist, kann sich glücklich schätzen, dass sein Zusammenleben funktioniert.
Es ist wirklich eine wunderbare Solo-Kantate und hoffe, dass Du eine gelungene Aufführung erlebt hast.
Liebe Grüße
Volker
P.S.
Deinen Kommentar habe ich nach hier verschoben, da er zu der obigen Ankündigung besser platziert ist.
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