Archiv des Autors: Volker

Über Volker

Meine Liebe gilt der "Klassischen Musik" von der Renaissance bis zur Romantik. Mein Übervater aller Komponisten ist "Johann Sebastian Bach.!!"

Neue SDG CD’s 141 + 138 erscheinen in Kürze


14.1.2008 von Martin.

Hallo zusammen,

am 28.01.08 werden (in UK) die nächsten CD’s veröffentlicht:

Cantatas for the Fourth and Fifth Sundays after Trinity

Ein ungefärbt Gemüte BWV 24
Barmherziges Herze der ewigen Liebe BWV 185
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 177
Gott ist mein König BWV 71

Soloists: Magdalena Kozená, Nathalie Stutzmann, Paul Agnew, Nicolas Teste,
Joanne Lunn, William Towers, Kobie van Rensburg, Peter Harvey
Recorded: Tewkesbury Abbey (final cantata Blasiuskirche, Mühlhausen)

Cantata for the Fifth Sunday after Trinity

Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir BWV 131
Wer nur den lieben Gott lässt walten BWV 93
Siehe, ich will viel Fischer aussenden BWV 88

Soloists: Joanne Lunn, William Towers, Kobie van Rensburg, Peter Harvey
The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists / John Eliot Gardiner
Recorded: Blasiuskirche, Mühlhausen

SDG’s release of Bach Cantatas for the Forth and Fifth Sundays after Trinity opens with BWV 24 Ein ungefärbt Gemüte, recorded in Tewkesbury Abbey as part of The Cheltenham Festival. A far earlier piece follows, BWV 185 Barmherziges Herze der ewigen Liebe was composed in Weimar in 1715 to a text by Salomo Franck and revived by Bach in Leipzig in 1723 and again in 1746/7. Strikingly different in mood is BWV 177 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, composed in 1732, a chorale cantata based on Agricola’s hymn set unaltered and with no recitatives.

The second CD was recorded in Mühlhausen, where a twenty-two year old Bach took up his second professional post. It lasted for just one year, from June 1707 to 1708. This programme includes BWV 71 Gott ist mein König. There is nothing else quite like Gott ist mein König in Bach’s oeuvre. No other work of his is laid out on such a grand scale in terms of its deployment of four separate instrumental ‘choirs’, set against a vocal consort of four singers, an optional Capelle of ripienists and an organ.

“The singing and playing is exceptional.”

(Anna Picard, Independent on Sunday)

“John Eliot Gardiner’s Bach Cantata Pilgrimage series just gets better. These pieces show Bach at his most exuberant, as though he’s laughing with unbridled joy at the secrets of the universe, and Gardiner’s team responds with thrilling playing and singing.”

(Warwick Thompson, Metro)

JOHANN SEBASTIAN BACH 1685-1750)

Cantatas Volume 27

Cantatas for Whit Tuesday

Brandenburg Concerto No. 3 BWV 1048
Erwünschtes Freudenlicht BWV 184
Er rufet seinen Schafen mit Namen BWV 175

Soloists: Lisa Larsson, Nathalie Stutzmann, Christoph Genz, Stephen Loges

Recorded: Holy Trinity, Blythburgh

Cantata for Trinity Sunday

Höchsterwünschtes Freudenfest BWV 194
Es ist ein trotzig und verzagt Ding BWV 176
O heil’ges Geist- und Wasserbad BWV 165
Gelobet sei der Herr, mein Gott BWV 129

Soloists: Ruth Holton, Daniel Taylor, Paul Agnew, Peter Harvey
The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists / John Eliot Gardiner
Recorded: St Magnus Cathedral, Kirkwall

The first of SDG’s 2008 releases combines cantatas for Whit Tuesday and Trinity Sunday. Brandenburg Concerto No.3 precedes the two surviving Cantatas for Whit Tuesday. Pressed for time at the end of a busy Whit weekend during his first year in Leipzig, Bach based BWV 184 Erwünschtes Freudenlicht (1724) on a hasty revision of a lost Cöthen secular cantata. One might momentarily mistake the second movement of this cantata as the origin of the celebrated duet from Lakmé, before considering the long odds of Delibes ever having clapped eyes on this obscure piece. The pastoral mood continues a year later in BWV 175 Er rufet seinen Schafen mit Namen (1725). This is a more elaborate work, the eighth of the nine consecutive texts Bach set by Christiane Mariane von Ziegler.

Recorded in St Magnus Cathedral, Kirkwall after one of the more dramatic journeys on the Bach Cantata Pilgrimage, the first cantata for Trinity Sunday, BWV 165 O heilges Geist- und Wasserbad, was composed in 1715 in Weimar. It is a true sermon-in-music, based on the Gospel account of Jesus’ night-time conversation with Nicodemus on the subject of ‘new life’. A grand French-style overture heralds the start of BWV 194 Höchsterwünschtes Freudenfest. The cantata seems to have begun life as a secular Cöthen piece some time between 1717 and 1723, and was then adapted for the dedication of the new organ at Störmthal (2 November 1723). The programme ends with the genial and uplifting work, BWV 129 Gelobet sei der Herr, mein Gott.

“These performances do full justice to such genius.”

(George Pratt, BBC Music )

“Gardiner’s Bach is in a class of its own for colour, drama and rhetorical subtlety. His choir and instrumentalists respond with breathtaking virtuosity…”

(Richard Wigmore, The Daily Telegraph)

Monteverdi Productions 2cds SDG138

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Das Konzert aus Mühlhausen hat der MDR mal übertragen und ich kann mich erinnern, dass BWV 71 “Gott ist mein König” ein absoluter “Knaller” war.

Schöne Grüße,

Martin

P.S. Hörproben und Bestellungen h i e r !
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DVD über Herbert von Karajan bei jpc erschienen


Hallo,

passend zur Veröffentlich einer Autobiographie von Eliette von Karajan über ihren Ehemann „Herbert von Karajan“ ist eine DVD erschienen:

Künstlerische Streiflichter einer unvergleichlichen Karriere.

Zu hören und zu sehen sind u. a.Ausschnitte aus dem
legendären Neujahrskonzert 1987 mit den Wiener Philharmonikern und aus den Silvesterkonzerten 1983 und 1985 mit den
Berliner Philharmonikern.
Rossini:Wilhelm Tell-Ouvertüre
+Weber:Der Freischütz-Ouvertüre
+Prokofieff:Symphonie Nr. 1
+Tschaikowsky:Klavierkonzert Nr. 1
+Dvorak:Symphonie Nr. 9
+J. Strauss II:An der schönen blauen Donau;Frühlingsstimmen
+Ravel:Bolero
+Josef Strauss:Sphärenklänge
Evgeny Kissin, Kathleen Battle, Berlin PO, Wien PO, Herbert von
Karajan

Grüße
Volker

Radio-Tipps für die 5. KW in 2008


Hallo Volker,

Du bist ja fleißig am wirbeln. Willst Du den Blog komplett umschaufeln auf Google-Blog? Ich habe hier wieder ein paar Radio-Tipps und da ich nicht weiß, wo Du sie gerne haben möchtest, schicke ich sie Dir und Du machst damit, was Dir am besten erscheint.
Hier mein Text:

Hallo zusammen,

ich habe wieder einige Perlen in den Radioprogrammen gefunden:

Als erstes möchte ich Euch ein Programm empfehlen, das weder mit Bach noch mit Gardiner oder einem seiner Mitstreiter zu tun hat. Ich finde es aber ganz interessant und vielleicht mag es ja auch einer von Euch hören

Freitag, 25.1. 20:00 Uhr
NDR Kultur
Konzert: Freitag, 25. Januar, 20.00 Uhr, Hauptkirche St. Michaelis, Hamburg

Live auf NDR Kultur
http://www.ndrkultur.de/programm/ensemblesarband4.html
Das Ensemble Sarband präsentiert gemeinsam mit den King’s Singers und dem NDR Chor “Sacred brigdes” – christliche, jüdische und muslimische Psalmvertonungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Der Vollständigkeit halber, obwohl ich es schon letzte Woche geschrieben hatte:

So 27.1. 3:02 am
BBC
http://www.bbc.co.uk/radio3/throughthenight/pip/5q0hi/
Neefe, Christian G. (1748-1798): Keyboard Concerto in G
Christine Schornsheim (fortepiano)
Michael Niesemann (oboe)
Neue Dusseldorfer Hofsmusik

Dann noch 2 Bachkantaten mit Gardiner. Diese Aufnahmen sind schon bei Archiv veröffentlicht und die Besetzungsliste lässt vermuten, dass sie 2000 aufgenommen worden sind.

Sonntag 27.1. 7:05 Uhr
MDR
Bach: “Herr, wie du willst, so schichs mit mir” BWV 73
Lund, Mingardo, Podger, Varcoe, Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, Gardiner

Samstg, 2.2. 19:20 Uhr
NDR Kultur
Bach: “Mit Fried und Freud fahr ich dahin” BWV 125
Tyson, Agney, Harvey, Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, Gardiner

Viel Spaß Barbara

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Bach-Cantata Pilgrimage Konzert Leipzig 22.10.2000


Hallo,

mit dieser Rezension möchte ich mich einem weiteren Höhepunkt der Pilgrimage widmen, dem Konzert in der Leipziger Thomaskirche am 22.10.2000 (18. Sonntag nach Trinitatis). An diesem Abend kamen die Kantaten “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ” BWV 116, “Gott soll allein mein Herze haben” BWV 169 für Alt-Solo, “Herr Christ, der ein’ge Gottessohn” BWV 96, die Motette “Der Gerechte kommt um” sowie der Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” BWV 668a zur Aufführung.



Foto: Thomaskirche in Leipzig

Bei diesem Konzert hatte ich die Möglichkeit, bereits am Samstag anzureisen und das ganze Wochenende in der Nähe des Meisters zu verbringen und Bach’s Musik an “ihrem Ort” zu hören. Schon in den Proben spürte man Bach’s Geist am Ort und die Musiker waren merklich von Beginn an damit erfüllt und infiziert.

Das Konzert selbst geriet zu einer emotionalen Sternstunde. Allerdings machten sich auch Spuren der Leipziger Geistlichkeit bemerkbar, mit denen Bach sicherlich auch zu kämpfen hatte. Zunächst einmal gab es große Auseinandersetzungen und Diskussionen über die Probenzeit, in denen die Kirche geschlossen blieb. Im Konzert erschien dann zu Beginn der örtliche Pfarrer und mahnte, daß man bitteschön nicht klatschen dürfte, es sei schließlich geistliche Musik. Die treuen Gardinerfans, die sich flugs als des deutschen nicht mächtige Engländer ausgaben, ignorierten dies standhaft:). Allerdings gab es auch ein paar Sturköpfe, die sich strikt an den Befehl der angestaubten Geistlichkeit hielten…

Gardiner hatte das Programm so zusammengestellt, daß es schwungvoll begann und andächtig und anrührend enden sollte. Wiederum war die Kirche zum bersten gefüllt, als Chor und Orchester die Bühne betraten. Der Meister trat auf und es begann die hinreißende Orchestereinleitung zur Kantate 116. Wie immer bestach der Chor durch Kraft und unglaubliche Prägnanz in Sprache und Gesangskunst. Die Solisten waren Katherine Fuge, Natalie Stutzman, Christoph Genz und Gotthold Schwarz. Bis auf Nathalie Stutzman ließen auch diese keine Wünsche offen. Nathalie Stutzman jedoch war für meine Ohren zu opernhaft mit großem Vibrato, daß einfach nicht zu Bachs Musik paßt. Die Kantate endete mit dem schlichten Choral “Erleucht auch unser Sinn und Herz”.

Es folgte die Kantate 169 mit einer großangelegten Sinfonia, die eine Umbearbeitung des 1. Satzes vom E-Dur Cembalokonzert BWV 1053 darstellt. Hier gelang Organist Silas Standage eine Meisterleistung. Gekonnt und schwungvoll spielte er den z. T. haarsträubend schweren Orgelpart. Auch in dieser Kantate konnte Nathalie Stutzman nicht überzeugen, sie erwies sich leider auch hier als vibratoreiche Opernsängerin und wußte nicht zu überzeugen. Der Schlußchoral “Du süße Liebe, schenk uns deine Gunst” wurde andächtig un voller Überzeugungskraft vom Monteverdi Choir gesungen.

Die nun folgende Kantate 96 war für mich die schönste des Abends. Der Eingangschor beginnt hier mit einem großangelegten Orchesterpart über dem als Krönung eine Sopranino-Blockflöte in himmlischen Sphären spielt. Außerdem liegt der cantus firmus nicht, wie sonst eher üblich, im Sopran, sondern wird monumental vom Alt vorgetragen. Diese ganze Choralfantasie birgt so eine himmlische Ruhe aber auch einen solch wunderbaren Fluß, wie sie Christus als “Morgenstern” beschreibt. Mir gegenüber saß im ganzen Konzert ein älterer Herr aus England, der sich zuvor als guter Freund von John Eliot vorgestellt hatte und gerade bei dieser Kantate hatte ich den Eindruck er stand einem Zusammenbruch nah. Es war aber auch wirklich hart: Diese fantastische Musik an Bachs Arbeitsstätte… ich glaube, jeder hatte da ein bißchen mit seiner Fassung zu kämpfen. Besonders schlimm wurde dies dann bei den beiden letzten Werken des Konzertes “Der Gerechte kommt um” und Bach’s eigenem Sterbechoral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” BWV 668a. “Der Gerechte kommt um” ist eine Bearbeitung der Kuhnau’schen Motette “Tristis est anima mea”. Es scheiden sich hier zwar die Geister, ob die Bearbeitung wirklich von Bach ist, aber die Motette ist auf so zauberhafte Weise instrumentiert, daß dies eigentlich nur aus der Hand Bach’s kommen kann.

Nach dieser Motette trat das Orchester ab und der Chor ging mit Gardiner hinter das Podium und versammelte sich um Bach’s Grab. Bei dem Gedanken daran wird mir jetzt beim Schreiben noch anders. Als Abschluß erklang dann von diesem Ort der Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit”. Es kann sich glaube ich niemand vorstellen, wie unser aller Gefühlswelt in diesem Augenblick aussah. Nach dem Choral stand Gardiner allein minutenlang an Bach’s Grab und betete und auch wir Zuschauer waren zum Großteil völlig fertig. Ich glaube ich habe noch nie so viele heulende Gäste und v.a. auch Musiker gesehen. Es war so unglaublich, was an dem Abend natürlich unter Einfluß der sehr anrührenden Musik passierte. Hinterher spielten sich sehr schöne menschliche Szenen ab, bei denen man Gardiner als “Patriarch” und Vater für seine Musiker erleben konnte.

Wiederum war ein unvergeßlich schönes Konzert zu Ende gegangen.

Viele Grüße,

Alex

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Grandioso – fantastico, die Bach-Tage 2007 mit Gardiner in Leipzig


Hallo,

in aller Kürze aus Zeitmangel schreibe ich kurz einmal in den Blog die wichtigsten Erlebnisse von den Bachtagen 2007 mit Gardiner in den Blog. Der absolute Höhepunkt waren die “Michaelis-Kantaten” in der Nikolaikirche am Freitag, 15. Juni 2007.

Foto: Nikolai-Kirche in Leipzig

Es war ein Traum, dieses Konzert mit Gardiner erleben zu können, die Besetzung der Gesangs-Solisten und Trompeten-Ensemble war von der Großartigkeit nicht mehr zu toppen, so erfüllt bin ich seit langem nicht mehr aus einem Konzert gekommen, mein Herz schwimmt über in einer Glückseeligkeit, die ich einfach nicht besser beschreiben kann, eben eine Sternstunde mit Bachscher Musik und einem Interpreten mit einer Besetzung, die alles perfekt umsetzte.

Am Vortag in der Thomaskirche die “Trauerkantaten” auch beeindruckend, aber die Jubel-Kantaten sind doch ein Highlight, die alles übertreffen.

Ein ausführlicher Bericht folgt in den den nächsten Tagen mit beeindruckenden Fotos, freut euch darauf.

@ Alexander, du bekommst heute noch eine ausführliche Mail von mir. An dem Freitag war alles wie verhext, es wollte nicht alles so klappen mit dem Treffen, wie wir uns das vorgestellt hatten, das Gewitter tat leider sein Übriges dazu. Dir möchte ich nochmals danken für deine Bemühung der Reservierung auch wenn es nicht geklappt hat mit dem Treffen. Deinen Flayer “Cantatafinder” im Programmheft fand ich sehr gelungen und toll.

@ Martin konnte ich am Donnerstag nach dem Konzert kennenlernen und hatten eine schöne nette Stunde zusammen zum Ausstauschen.

Dies nur als ein kurzer Zwischenbericht an alle.

Grüße und einen schönen Restsonntag wünscht euch

Volker

P.S. Ein Web-Album mit Fotos zum Bachfest Leipzig 2007 h i e r klicken!

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Impressionen vom Potsdamer Gardiner-Konzert


21.06.2007 von Barbara

Hallo!

Dies ist keine Rezension, sondern es sind ganz persönliche Eindrücke. Dies vorweg.


Foto: Erlöserkirche in Potsdam

Der erste von vielen Eindrücken des Abends war “Es ist warm!”. Meine Prognose “Zum Glück ist es in alten Kirchen immer schön kühl”, war schlicht und ergreifend falsch. Nicht nur den Musikern lief das Wasser in Strömen, sondern auch dem Publikum.

Aber von Anfang an:

Die Erlöserkirche liegt mitten in einem Wohngebiet mit engen Straßen und wenig Parkplätzen. D.h. auch rund um die Kirche gab es ein Riesengedränge. Zudem wurde die Kirche erst 10 min vor Konzertbeginn geöffnet (=1000 Leute wollen in die Kirche rein, 2 passen gleichzeitig durch die Tür!), sodass wir vor dem Konzert nicht einmal in Ruhe das Programm durchlesen konnten. Das war es dann aber schon mit dem Negativen. Als die ersten Töne (Nun ist das Heil …) mit Macht über uns hereinbrachen, war die Welt wieder in Ordnung. Die Kirche ist nicht so riesig groß, wenig Säulen und so schienen Orchester und Chor fast zu mächtig für den Raum sein.

Auch in den folgenden Kantaten wurden wir von der Kraft der Musik schier erdrückt. Das bekam auch Peter Harvey in der Arie “Der alte Drache brennt vor Neid” – BWV 130 “Herr Gott, dich loben wir” – zu spüren, er hatte schlicht und ergreifend keine Chance, gegen das Orchester und vor allem die Trompeten anzusingen. Da nutzte auch nicht der Platz auf der Kanzel. Welch wundervolle, ausdrucksstarke Stimme er hat, kam aber im Rest des Konzertes zur Geltung. Vielleicht wäre bei dieser Arie Matthew Brook die bessere Wahl gewesen. Zum Glück gab es zwischendurch diese wundervollen, stillen Arien zum Erholen.

Der wundervollste, magischste Moment des Konzertes war für mich die Arie “Bleibt, ihr Engel” aus BWV 19 – Es erhub sich ein Streit -, gesungen von James Gilchrist. Welch ein wundervoller Tenor. Er sang mit einer solchen Intensität, dass die Engel um uns herum bald greifbar wurden. Es war einfach ein magischer Moment, der mich tief berührt hat. Zum Weinen schön!

Auch Clare Wilkinson war sehr überzeugend. Hier ist für mich am stärksten das Duett mit James Gilchrist in BWV 149 “Man singt mit Freuden” in Erinnerung. Diese beiden Stimmen haben wunderbar harmoniert. Lediglich Julia Doyle fiel aus dem Rahmen. Sie wirkte stark überanstrengt, leicht heiser, die Stimme strahlte einfach nicht. Nun gut, wir wissen ja, dass sie singen kann. Chor und Orchester waren einfach überragend, auch wie sie sich ständig umgruppiert haben, und dies mit ganz viel Ruhe, auch wenn es dem Meister schon mal nicht schnell genug ging, trug zu dem positiven Gesamteindruck bei.

Das Orchester hatte aufgrund des Sonnenstandes zu Beginn riesige Probleme. Erst waren es die 1. Violinen, die kaum gucken konnten, dann waren es die Trompeten, die zu kämpfen hatten. In jeder Pause, die sie in ihren Noten hatten, mussten sie sich ein neues Plätzchen suchen, um nicht geblendet zu werden. Was auch beeindruckend war, mit welcher Freude der Chor gesungen hat. Ich bin mir nicht sicher, ob es Professionalität war, die, wenn sie sie von Freude singen, auch die Freude in ihren Gesichtern sehen lässt. Es war einfach zu schwungvoll.

Es war einfach ein unglaubliches Konzert und ich werde alles daransetzten, es mir im Herbst noch einmal in Braunschweig anhören zu können. Es hat mir viel Kraft gegeben. Gestern habe ich es ausprobiert: Nervige Kids, 1000 Aufgaben, aber keine Kraft dafür, ab ins Zimmer, rotes Stop-Schild davor, CD mit Engel-Arie in den CD-Player (auch in der Aufnahme hat James Gilchrist gesungen), auf den Boden legen und 8 Minuten totale Entspannung. Und der Zauber wurde wieder lebendig.

Sogar mein Mann mit seiner “Never Bach”-Einstellung war begeistert. Erst bei der letzten Kantate BWV 149 fiel ihm wieder ein, dass er die Musik von Bach nicht mag, alles andere hat auch ihn mitgerissen. Ein besseres Kompliment für die Mitwirkenden kann es gar nicht geben.

Grüße

Barbara

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Bachfest Leipzig 2007, Konzert von Sir J.E. Gardiner in der Thomaskirche Leipzig, am 14.6.2007


Hallo,

nachdem einige Tage vergangen sind und keiner einen Beitrag vom Bachfest Leipzig in den Blog gestellt hat, beginne ich mit den Rezensionen der Konzerte von Sir J.E. Gardiner, dem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists während des Bachfestes 2007 in Leipzig, beginnend mit den Trauerkantaten in der Thomaskirche, vom Donnerstag, 14. Juni 2007, 20:00 Uhr.

Thomaskirche Leipzig

Ein absoulutes Highlight ist es jedesmal, ein Konzert mit Sir J.E. Gardiner, den Baroque Soloists, Monteverdi Choir und den ausgezeichneten Solisten, besuchen zu können.

Gardiner hat sich mit den beiden Klangkörpern ein Instrumentarium geschaffen, das in seiner Vollkommenheit, Perfektion und Flexibilität seinesgleichen sucht. Mal besetzt er alle Instrumentenstimmen nur einfach und die Chorstimmen lediglich doppelt (mit ausgewiesenen Solisten), mal nutzt er eine Besetzung, die eine große barocke Wiedergabe ausstrahlen kann.….

Die Aufführung in der Thomaskirche mit frühbarocke Motetten, Kantaten, Arien und Lamenti, wie sie Bachs Verwandte: Johann Christoph Bach, Georg Christoph Bach und Johann Michael Bach in den letzten Jahrzehnten des 17.Jahrhunderts schufen, sind sehr sensible, fast zerbrechliche Werke zwischen poly- und homophoner Musik. Strenge Kompositions-Sätze wechseln mit nuancenreichen Improvisationen, und den Verzicht auf unnötige Verzierungen, sowie extravagante Eskapaden und aufgesetzte Phrasierungen machte das Konzert am Donnerstag zu einem unvergesslichen Erlebnis, diese Werke aus dem „Alt-Bachisches-Archiv“ sollten des Öfteren zu Gehör gebracht werden, zumal sicherlich noch manch unerforschter Schatz dieser Epoche gehoben werden kann.

Als ein wahrer Bach-Interpret, der diesen filigranen Werken mehr als gerecht wird, ist einfach Gardiner zu benennen mit seinem hervorragenden Klangkörper und Sängern. Wie durchdacht und in einem respektvollen Umgang er diese Werke darbot, war ein Erlebnis purer Größe und Einmaligkeit..-.In den Motettenwerken von Johann Christoph Bach, „Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt”, (5-stimmiger Chor und Basso continuo) und in der Motette: „Fürchte dich nicht“ erklangen ungewöhnlich zarte Werke, gesungen von erhabener Schönheit und entsprechender instrumentaler Bass-Begleitung von vollendeter Musizierpracht.

Herausragend die Sopranistin Julia Doyle und ebenbürtig die unvergleichlich klare Stimme der Altistin Claire Wilkinson, vermochten Glanzpunkte zu setzen. Ebenbürtig und in einem Atemzug sind die stimmlich hervorragenden Bassisten Peter Harvey, Mathew Brook und der Tenor von James Gilchrist zu nennen, die klar und wortverständlich einen ausgezeichneten Gesangspart lieferten.

Foto: Die Lautenisten Jakob Lindberg und Björn Colell

Wann hört man schon einmal so spärlich besetzte Instrumentalisten und Sänger, das Mittelalter des Minnegesangs erblühte zu neuem Glanz in der Thomaskirche, dank einer vorzüglichen Spielweise der beiden Lautenisten Jakob Lindberg und Björn Colell setzten sie Glanzpunkte in diesen filigranen Werken.Die ausgefeilte Spielweise der Geigensolistinnen, voran die Konzertmeisterin Maya Homburger, die Traversflöten (Rachel Beckett) und Oboe (Michael Niesemann), erheben die Darbietung zu einem waren Kunstgenuss.


Foto: Rachel Beckett, Traversflöte, Maja Homburger Violine, Michael Niesemann, Oboe.

Als Abschluss bildete das BWV 198 „Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl,” – (Trauer-Ode auf den Tod der Königin Christiane Eberhardine, Gattin August des Starken, die nicht dem Katholizismus beitrat, sondern Protestantin blieb) – einen krönenden Abschluss. Sie steigerten sich in einen wahren Musizier-Rausch, eine beeindruckende Wiedergabe beendete einen Konzertabend, der lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Foto: Tosender Schluss-Applaus nach einem fantastischen Konzert mit Trauerkantaten ! -.-Nach einem faszinierenden Konzertabend können sich Gardiner und seine Aufführenden nach einem tosenden und nicht endend wollenden Schlussapplaus nur durche eine Zugabe in den Abend retten.

Gruß Volker

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Ein zwiespältiges Abendkonzert-Erlebnis mit Sir John Eliot Gardiner, der Sächsischen Staatskapelle in der Frauenkirche Dresden am Samstag, 23.6.2007.


Hallo,

nun komme ich zum zweiten Teil meiner Ausführungen, über die Konzertreihe in Dresden im Juni 2007.

Nach dem totalen Reinfall vom Vortage waren wir nun gespannt auf das Konzert mit Sir J.E. Gardiner, der Sächsischen Staatskapelle und dem Monteverdi Choir.

Nachstehend das Programm:

23.06.2007, 20.00 Uhr,

Frauenkirche Dresden
Monteverdi Choir und Solisten,
Sächsische Staatskapelle Dresden
Ltg. Sir John Eliot Gardiner

Jan Dismas Zelenka
«Miserere» c-Moll

Johann Sebastian Bach
Missa h-Moll BWV 232I

Joseph Haydn
Messe B-Dur HOB. XXII:14
(«Harmoniemesse»)

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Foto: Frauenkirche Dresden

Voller Spannung erwarteten wir nun nach dem enttäuschenden Orgel-Konzert vom Vortag eine filigrane Wiedergabe mit barocken Werken.

Beginnend mit dem “Miserere c-moll” von Jan Dismas Zelenka (1679-1745), wurde von Sir John Eliot Gardiner für den Abend eine Werksauswahl mit Dresdener Kompositionen ausgewählt. Zelenka war ein Zeitgenosse von J.S. Bach und stammte aus Böhmen, er war als Kontrabassist am Dresdener Hof verpflichtet, 1735 wurde Zelenka in Dresden zum Kirchen-Komponisten ernannt, und verstarb dort 1745.

Das Werk wird besetzt mit Sopran, Chor, 2 Oboen, Streicher und Basso continou und beginnt und endet mit einem Satz über den Text “Miserere mei Deus” (Herr sei mir gnädig). Für unsere Ohren gewöhnungsbedürftig die “Sächsische Staatskapelle” besetzt mit Modernen Instrumenten. Hier hätten wir uns lieber die Baroque Soloists gewünscht mit ihrem furiosen barocken Klang, aber Gardiner suchte die Herausforderung.

In seinem vorab gegebenen Interview sagte er:

Frage: Haben Sie bestimmte Vorgaben im Voraus gemacht, was die Aufführungspraxis oder Besetzung des Orchesters angeht?

Gardiner:
Nein, ich bin ein praktisch veranlagter Dirigent – ich höre zu, was gespielt wird und wir werden sehen, wie wir zusammenkommen. Nicht didaktisch, pädagogisch – ich bin kein Fanatiker und ich schätze das Orchester sehr. Der Zweck der Zusammenarbeit ist ja gerade die musikalische Begegnung, sonst hätte ich auch mein eigenes Orchester mitbringen können. Eigentlich ist das ja vergrößerte Kammermusik, man muss den Musikern einzeln respektvoll und mit Freude zuhören und sie zu dieser Musik einladen. So kann man zusammen musizieren ohne hierarchischen Dogmatismus.

Zitat-Ende!

Auf diese Herausforderung hätten wir gerne verzichtet und sein eigenes Orchester gehört. Da gefällt mir die Einspielung von Hermann Max, mit seinem Barockorchester bedeutend gefälliger. (Eine Hörprobe werde ich von H.M.zur Verfügung stellen).

-.-.-.-.


Foto: Konzertbeginn mit Zelenka, problematisch die Aufstellung der Gasangs-Solisten, Mitte hinten ! Eine Katastrophe war der Sopran-Part von der sonst so ausgezeichneten “Miriam Allan” in Satz drei “Gloria Patri”, sie vermochte mit ihrem Gesangs-Volumen bis zur Mitte des Kirchenschiffes in etwa hörbar gewesen sein, uns erreichte wegen der Größe der Frauenkirche, und sitzend, gegenüber dem Altar- und Aufführungsraum auf der 1. Empore, nur ein kaum hörbarer Gesang, leider.

Wie überhaupt vor der Pause eine problematische Akustik vorherrschte, wie mag die Probe am Vormittag verlaufen sein, die Hörbarkeit war für uns absolut mangelhaft, ein erträgliches Hörerlebnis erfuhren wir nur, wenn alle Beteiligten voll in das Werk integriert wurden! Wir sahen uns an und waren der Meinung: “Sollte es wieder ein nicht mundender Konzert-Abend werden!” Es war wie verhext, dieser Kirchenraum scheint wohl nur mit Problemen behaftet zu sein, oder täuschen wir uns?

Foto: Pausen-Applaus für Gardiner und die Sächsische Staatskapelle sowie dem Monteverdi Choir, Gesangs-Solisten: Miriam Allan (Sopran), Clare Wilkinson (Sopran II, Alt), Nicholas Mulroy (Tenor), Matthew Brook (Bass). Konzert am 23.6.2007 in der Frauenkirche Dresden.

Die Miserere-Messe wurde von dem Monteverdi Choir hervorragend vorgetragen, sie waren einschließlich Solisten, in einer 31-Sänger- (innn) Kopf- Anzahl vertreten, ( so einen Gewalt-Chor habe ich bei Gardiner noch nicht erlebt !), was bei der problematischen Akustik der Frauenkirche wohltuhend registriert werden konnte und sie waren fantastisch zu hören. Zelenkas Messe fließt in einer ruhigen und gleichmäßigen konzertanten Musik, ohne nennenswerte Höhepunkte.

Der Programmpunkt zwei beinhaltete die Missa in h-Moll, BWV 232I (in der Fassung von 1733, – ca. 60 Minuten Aufführungsdauer – , aus deren Kyrie und Gloria schließlich die berühmte h-Moll-Messe werden sollte, BWV 232, in der Fassung von 1749). Die Missa in h-Moll, BWV 232I war Bachs Bewerbungs-Komposition an den Dresdener Hof, 1733, zur Erlangung des Titels: “Königlicher Hof-Compositeur.”

Diese uns bekannte Messe in h-Moll, BWV 232, müssen wir bereits mit Gardiner in Ludwigsburg, im Jahre 2004 gehört haben, denn die dortige Aufführungszeit belief sich auf etwas über 60 Minuten und muss sich um die Kurzfassung (BWV 232I) gehandelt haben?

Die einzelnen Stimmen des einunddreißigköpfigen Chors, aus dem auch die Solisten nach und nach für die Soloparts hervortreten, sind einheitlich in ihrer Färbung, präzise und schlank in der Stimmführung.

Wenig heraushörbar die Gesangs-Solisten: Miriam Allan (Sopran) Clare Wilkinson (Sopran II, Alt), Nicholas Mulroy (Tenor), Matthew Brook (Bass), aufgrund der miserablen Akustik und ihre Plazierung in der Frauenkirche, wie bereits erwähnt, erreichte uns nicht der Gesang auf der 1. Empore, großartig und hörbar gelingen die Chor-Partien, das Orchester mit modernen Instrumenten bestückt, waren durchaus annehmbar und gaben der Bach-Messe gekonnt ein prägendes Musizier-Erlebnis.

Als eine Präferenz-Aufführung kann sie nicht unbedingt herhalten, da gefiel uns die Aufführung in Ludwigsburg, trotz der trockenen Akkustik dort, allemal gefälliger, das Broque Orchester wurde in Dresden absolut vermisst.

Foto: Wartendes Orchester, Chor und Gesangs-Solisten nach der Pause auf den Sir !

Was sich dann nach der Pause tat, kommt einem Wunder gleich. Draußen hielt ich mich in der Pause kurz auf und ging um die Frauenkirche, stoppte meine Schritte und bemerkte, dass sämtliche Gesangs-Solisten die Zeit nutzten, sich nochmals einzusingen, war das ein Schlüssel zum Erfolg für den 2. Teil des Konzertes?

Den Schlußpunkt setzte man mit Joseph Haydn. Messe B-Dur Hob. XXII:14 (Harmoniemesse), eines der Spätwerke von Joseph Haydn von 1796.

Man sah sich genötigt zu träumen, bist du in einem anderen Konzertsaal, wie gewandelt erklang das Orchester, die Gesangs-Solisten waren nun deutlich hörbar bis zur 1. Empore zu vernehmen, hier scheint es in der Pause wohl erregte Diskussionen gegeben zu haben, denn diese Aufführung war das “Non plus Ultra” des Abends. Eine nicht zu toppende und betörende Wiedergabe, alle waren bemüht, den Abend zu retten, hier scheint der Sir wieder in seinen Zauberkasten gegriffen zu haben, die Gesangs-Solisten platzierte er nach vorne an die Bühne, dass war mit ein Schlüssel zum Erfolg. Kräftig und Ausdrucksstark sangen sie nun ihren Part, der sich absolut wohltuhend von dem zuvor Gehörten, abhob, eine fantastische Leistung,

Die üblicherweise so ausdrucksstarken Sängerinnen (Miriam Allan; Clare Wilkinson) und Sänger (Mattew Brooks) boten nun eine Glanz-Vorstellung, das war genau die Musik, die wir vom Sir gewohnt sind, wortverständlich und in ihren unnachahmlichen Gesangs-Nuancen wurde wie selbstverständlich der Monteverdi Choir mitgerissen, wir erlebten eine Sternstunde mit Haydn-Musik.

Die B-Dur Messe enthält so viel an Feinheiten, die aber meinen schon so umfangreichen Bericht sprengen würde, romantische Anklänge der beginnenden Klassik-Zeit waren heraushörbar mit ebenso wunderbaren Barock-Klängen, ein vortreffliches Werk, das ich wärmstens empfehlen kann.

Foto: Schluss-Applaus in der Frauenkirche Dresden am 23.6.2007, im Vordergrund Die Gesangs-Solisten und Sir J. E. Gardiner.

Beglückt darüber, dass wir nun doch noch nach der Pause eine vortreffliche Darbietung erleben durften, verließen wir die Aufführungsstätte. Gedankenversunken sinnierten wir, wie wäre es gewesen, wenn der 1. Teil ebenso fantastisch abgelaufen wäre……….!!

Grüße

Volker

P.S.

*) Eine Anmerkung von der Misa in h-Moll, BWV 232I und der Bearbeitung von Bach zur berühmten h-Moll-Messe stelle ich im Nachgang den Interessierten zur Verfügung!

Bach arbeitete zu unterschiedlichen Zeiten an dieser Messe: Das Sanctus wurde bereits 1724 für den ersten Weihnachtstag komponiert.

1733 entstanden das Kyrie und das Gloria (Missa brevis). Diese erste Fassung war sowohl im lutherischen wie im katholischen Gottesdienst verwendbar. Die 21 Stimmen dieser Fassung reichte Bach mit einem Widmungsschreiben im Juli beim katholischen Dresdner Hof ein, verbunden mit der Bitte um Verleihung des Titels eines “Hof-Compositeurs”. Erst nach vielfachen Erinnerungen, weiteren Widmungen und zahlreichen Konzerten wurde ihm der Titel eines “Kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Hofcompositeurs” im November 1736 verliehen. (Aufführungsdauer; ca. bis 70 Minuten)

1748 entschloss sich Bach, die Messe um Credo, Sanctus, Osianna, Benedictus, Agnus-Dei und Dona nobis pacem zu erweitern, teils durch Neukompositionen, teils durch parodierende Umarbeitung vorhandener Sätze aus seinen Kantaten.

Zwar wurde die h-Moll-Messe BWV 232, in der Bach-Familie als „catholische Messe“ bezeichnet, dennoch unterscheidet sich der Text an zwei Stellen vom katholischen Messentext: Entsprechend der Fassung von Martin Luther ist im Gloria nach Domine, fili unigeniti, Jesu Christe das Wort altissime eingefügt. Im Sanctus steht statt Gloria tua entsprechend Jesaja 6,3 gloria ejus. (Aufführungsdauer: ca. bis 110 Minuten).

(Quelle: http://medienturm.ag-server.de/ und Christoph Wolff, Booklet, Gardiner h-moll-Messe, Archiv 1985


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Sinn oder Unsinn der Beifallskundgebung in Kantaten-Konzerten !


Hallo,

mich hat dieses Thema schon immer bewegt, wie verhalte ich mich als Besucher, wenn ich ein Konzert mit Bach-Kantaten von Sir John Eliot Gardiner besuche und meinen Beifall für seine überwältigende Darbietung kundtun möchte. Nach dem ersten aufgeführten Bach-Werk gerate ich in eine Zwickmühle, soll ich spontan Beifall spenden, verharre ich erst einmal, oder unterlasse ich prinzipiell eine Beifallsbekundung nach der ersten Kantatenaufführung.

Foto: Tosender Schlussapplaus nach den Michaelis-Kantaten in der Nikolaikirche, Bachfest Leipzig 2007

In Leipzig war es zu Bachs Zeiten Sitte, zu einer Aufführung mit “Geistlicher Musik” keinen Beifall zu spenden.

@Alex, erwähnte einmal in seinem Beitrag zur Probe der Kantaten im Bachjahr 2000 in der Thomaskirche von Leipzig, dass der örtliche Pfarrer Sir John Eloit Gardiner gebeten hat, auf das Gotteshaus Rücksicht zu nehmen und er auf Beifallsbezeugungen verzichten sollte.

In einem Gespräch meinerseits – in der Pause zu den Triumpf-Kantaten zum Bachfest 2007 in Leipzig, in der Nikolaikirche – kam ein Besucher auf mich zu und fragte mich, ob dieser spontane Applaus nicht unterlassen werden sollte, man sei von der Musik noch so ergriffen und sollte doch erst einmal alles richtig innerlich verarbeiten können. Er habe ein großes Problem damit, durch den spontanen Applaus sei so manches in ihm zerstört worden und eine Verinnerlichung der “Geistlichen Musik” nur noch bedingt möglich.

Was für einen Standpunkt vertreten die Blog-Teilnehmer, das würde mich brennend interessieren, ist die spontane Beifallsbezeugung eine moderne Unsitte geworden und sollte zu den Ursprungs-Zeiten zurückgekehrt werden und durch eine mehrminütige Stille und Sitzenbleiben dem Werk entsprechend gewürdigt werden.

Grüße

Volker

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Fantastische Michaelis-Kantaten erklangen im Braunschweiger Dom


Hallo,

was gestern Abend im Braunschweiger Dom zu erleben war, entsprach einer genialen Veranstaltung mit den Michaelis-Kantaten. Gardiner mit seinem Barockorchester und Monteverdi Choir sang vor dem Beginn der Pause das BWV 50 “Es ist das Heil und die Kraft” mit ca. 30 Sänger(innen).

Foto: Tosender Applaus für Sir J.E. Gardiner am 29.9.2009 im Braunschweiger Dom

(Fotorechte: V.Hege)

Foto: Barock-Trompeter der Extra-Klasse

Es war überwältigend, die Stimmung war wie in einem Pop-Konzert, die Besucher standen Kopf, das hat der alte Dom wohl noch nicht erlebt, einfach ein überwältigendes Erlebnis des ganzes Konzertes. Leipzig wurde getoppt….

Ausführliche Rezension folgt.

Grüße
Volker

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Ein Konzerterlebnis der Besonderheit mit J.E. Gardiner dem Monteverdi Choir und English Baroque Soloists in Braunschweig!


Hallo zusammen,

nun möchte ich meinen persönlichen Bericht des fantastischen Konzertes mit den Michaelis-Kantaten vom 29. September 2007, Aufführungsort: Braunschweiger Dom St. Blasii, wiedergeben.

Programm

Johann Christoph Bach (1642-1703) Kantate: „Es erhub sich ein Streit“
Johann Sebastian Bach (1685-1703) Motette: BWV Anhang 159 „Ich lasse dich nicht“
Johann Sebastian Bach Kantate: BWV 19 „Es erhub sich ein Streit
Johann Christoph Bach Motette: „Unsres Herzens Freude hat ein Ende“
Johann Sebastian Bach Kantate: BWV 50 „Nun ist das Heil und die Kraft“

Pause

Johann Sebastian Bach Kantate: BWV 130 „Herr Gott, dich loben alle wir“
Johann Christoph Bach Motette: „Lieber Herr Gott, wecke uns auf“
Johann Sebastian Bach Kantate: BWV 149 „Man singet mit Freuden von Sieg“

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Ausführende

Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
Leitung: Sir John Eliot Gardiner

Gesangs-Solisten: Julia Doyle, Sopran; Clare Wilkinson, Alt; Nicholas Mulroy, Tenor; James Gilchrist, Tenor; Peter Harvey, Bass; Matthew Brook, Bass.

Trompete: Neil Brough, Michael Harrison, Robert Vanryne, Paul Sharp. Orgel: Silas Standage.
1. Geige: Maya Homburger; 2. Geige: Anne Schumann; Viola: Jane Rogers; Cello: David Watkin; Flöte: Rachel Beckett; Kontrabass: Valeri Botwright; Fagott: Györgyi Farkas; Oboe: Michael Niesemann; Pauke: Rober Kendell; Cembalo: Edmund Connolly.

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Die Anfahrt zum Konzert entpuppte sich zu einem Fiasko, A 2 mit 14 km und weiteren 4 km Stau, unheimlicher Regen zwang uns dazu, die Bundesstraße 65 zu benutzen. Nach drei Stunden erreichten wir Braunschweig und stärkten uns in der Nähe des Domes erst einmal mit einem Cappuciono.

Gefreut haben wir uns auf das Treffen mit einer Mini-Gruppe vom Blog – anderthalb Stunden vor Konzertbeginn – am Monument mit dem „Löwen“ vor dem „Dom St. Blasii“.
Es war ein schönes Kennenlernen mit Mitgliedern vom Blog und machte Spaß und Freude auf ein weiteres Wiedersehen.

Kleine Eingriffe in der Programmabfolge – im Gegensatz zu dem Konzert am 15. Juni 2007 in der Nikolaikirche in Leipzug – unternahm Gardiner in Braunschweig.

Das geistliche Konzert: „Der Herr ist König, darum toben die Heiden“ von Johann Michael Bach (1648-1694) wurde ganz ausgelassen, – mag es hier Urheberrechtliche Bestimmungen gegeben haben, (dieses Werk schlummerte unerkannt in Ansbach und wurde erst vor kurzem ans Licht der Öffentlichkeit gebracht), das Werk erklang nach 300 Jahren erstmals wieder in der Nikolaikirche am 15.6.2007 unter der Stabführung von Gardiner, – es wurde ersetzt mit der einstrophigen Motette aus dem „Altbachisches Archiv“ von Johann Christoph Bach (1642-1703) „Unsres Herzens Freude hat ein Ende“.

Nach einer viertelstündigen Verspätung, der altehrwürdige Dom war bis auf den letzten Platz besetzt mit ca. 2000 Besuchern, erklang die grandiose Kantate des Eisenacher Organisten von Johann Christoph Bach (1642-1703), „Es erhub sich ein Streit“. (Den besonderen Reiz dieses Werkes erkannte auch J.S. Bach und diente als Vorlage für seine Kantaten-Komposition BWV 19 mit dem gleichlautendem Titel: „Es erhub sich ein Streit“).

Mit den einsetzenden Trompeten, Pauke und Monteverdi Choirs war ich erstaunt über die Halligkeit des Domes und musste mich an diese Akustik erst einmal gewöhnen.
Glanzlichter dieser Kantate sind die festlichen Trompetenklänge und das außergewöhnliche Singen des Monteverdi Choirs, es entpuppte sich als Einstiegs-Droge für mehr….

Mit der darauf folgenden dreisätzigen Motette: BWV-Anhang 159, „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“, offenbarte sich die prägnante Gesangs-Kulur des Chores.
Leider wurde der Choral, 2. Satz, „Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt“, ausgelassen, warum das geschah, bedarf noch der Klärung….

Im Gegensatz zur Aufführung in der Nikolaikirche in Leipzig, im Juni 2007, wurde von J.S. Bach die Kantate: BWV 19 „Es erhub sich ein Streit“ im 1. Teil der Aufführung im Dom zu Gehör gebracht.

Im 1. Satz wurde prächtiger Streitgesang geboten die Trompeten und das Barockorchester liefen zur Höchstform auf, das ist Barockmusik zum Verlieben schön.
In dem Rezitativ für Bass „Gottlob der Drache liegt“ glänzte wieder einmal Peter Harvey mit seiner makellosen Stimme und überzeugenden Wortartikulation…..

Im 3. Satz; die Arie für Sopran: „Gott schick uns Mahanaim zu“ erklingt ein warmherziger Sopran, brillant im Stimmvolumen und überzeugend Julia Doyle, ein herrlicher Gesangsvortrag,

Überragend gelingt James Gilchrist die Arie für Tenor im 5. Satz: „Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir“, hier wird ein Gesang zelebriert, der mich aufgrund des innigen und perfekten Vortrages zutiefst zu berühren weiß, was ist das für ein Tenor, er beschwört förmlich die Engel zu bleiben wie es vortrefflicher nicht gesanglich geboten werden kann, er ist ein ganz Großer in der Tenor-Gilde, absolut ein Spitzenkönner…., wie überragend in der Zürückhaltung im Ton sehr gut disponiert die fantastische Trompetenbegleitung von Neil Brough, sowie herrlich und akzentuiert spielende Barocke Soloists, das ist „Göttliche Musik“ im wahrsten Sinne des Wortes, hier versteht es Gardiner einfach grandios, entsprechende Akzente zu setzen, absolute Höhepunkte gelingen allen Beteiligten in diesem fantastischen Kantatenwerk.

Beglückend erklingt am Ende der Kantate als ein krönender Abschluss der Choral: „Laß dein’ Engel mit mir fahren“, Getragen und zu Herzen gehend gesungen begeistert dieser großartige Chor die Zuhörer.

Im Anschluss erfolgte die einstrophige Motette von Johann Christoph Bach „Unsres Herzens Freude hat ein Ende“. Sie wurde großartig Schlank und nuancenreich gesungen.

Vor Beginn der Pause erklingt als ein zusätzliches Highlight an diesem Abend die Kantate von J.S. Bach als ein Fragment, BWV 50 „Nun ist das Heil und die Kraft“,
Für mich eines der großartigsten Kompositionen, die in der Barockzeit geschaffen wurde. Wenn auch die Autorenschaft zwiespältig erscheint, kann so eine großartige Komposition nur aus der Feder des Übervaters: “Johann Sebastian Bach“ stammen…

Was die Ausführenden an Genialität und Musizierfreude in diesem Vortrag zum Besten gaben, kann nicht mehr getoppt werden. Gardiner beweist wieder Gespür dafür, wie so ein kraftstrotzendes Werk zu interpretieren und vorzutragend ist, es mundete prächtig und ließ eine faszinierte Hörerschaft schier aus dem Häuschen geraten. Donnernder Applaus erschütterte den altehrwürdigen Dom, die Besucher entließen die Protagonisten nur ungern in die Pause. Dieses Fragment hätte ich gerne am Schluss der Veranstaltung gehört, es wäre der krönende Abschluss eines unvergesslichen Abends geworden.

Ich merke, dass durch mein schwärmen für diesen großartigen Bach-Abend mein Bericht darüber ins uferlose gerät, deshalb will ich nur kurz die Höhepunkte der Werke, die nach der Pause erklangen, wiedergeben.

Johann Sebastian Bach, BWV 130 „Herr Gott, dich loben alle wir“

Hier möchte ich die berauschende Arie in Satz 3 für Bass „Der alte Drache brennt vor Neid“, hervorheben, ein stimmlich perfekter Bass-Bariton, Peter Harvey, verleiht dieser Arie die entsprechenden gesanglichen Nuancen. Die prächtigen Trompeten wissen das entsprechend zu unterstützen…

Glücklich ist die Besetzung für das Duo (Sopran: Julia Doyle und Tenor: James Gilchrist) als Rezitativ „Wohl aber uns, dass Tag und Nacht“,

Ein weiterer Glanzpunkt der Satz 5 in Begleitung mit der Flöte singt der Tenor James Gilchrist eine zu Herzen gehende Arie „Laß o Fürst der Cherubinen“. Was dieser Sänger zustande bringt entspricht in der Tat einem Cherubinen-Gesang, bezaubernd seine gesanglichen Qualitäten, er überrascht mich immer wieder aufs Neue. Als eine vortreffliche Partnerin im Flötenspiel ist Rachel Beckett lobend zu erwähnen.

Ein prächtiger Schluss-Choral beschließt dieses hervorragende Kantatenwerk. „Darum wir billig loben dich“ wird in der bezaubernden Wiedergabe durch den Monteverdi Choir und durch eine entsprechende Dramaturgie und Akzente setzenden Gardiner zu einer mustergültigen Wiedergabe.

Die anschließende Motette von Johann Christoph Bach „Lieber Herr Gott wecke uns auf“ setzte den faszinierenden Gesang fort wie Eindrücklich der Chor agiert ist immer wieder zu bewundern…..

Den Schlusspunkt des Konzertes bildete die Kantate von J.S. Bach das BWV 149 „Man singet mit Freuden vom Sieg.“

Die einleitenden Trompeten schmettern das Thema hervorragend heraus, und wird grandios vom Chor gesanglich übernommen, es erklingt eine in sich überzeugende klangliche Einheit mit einer berauschenden Interpretation.

Der 2. Satz mit der Arie für Bass (Peter Harvey) „Kraft und Stärke sei gesungen“ ist ein bezauberndes Stück an Barock-Kultur. Das Fagottspiel untermalt genial den Gesang eines bestens aufgelegten Bassisten, der vor Kraft und Stärke sinngemäß des Textes eine Top-Besetzung darstellt.

Leicht abfallend erscheint mir im 3. Satz die sonst so überzeugende Altistin, Clare Wilkinson“, sie hatte nicht ihren besten Tag, dünnlich war ihre sonst so starke Stimme nur zu vernehmen in dem Rezitativ: „Ich fürchte mich vor tausend Feinden nicht.“ (in der CD 2; SDG 124, Vol. 7, singt diesen Part der Altus Richard Wyn Roberts, da passt meines Erachtens die vorgenannte Sängerin als Altistin hervorragender hin…).

An dem Abend ist einmal lobend der Soprangesang von Julia Doyle zu erwähnen, kraftvoll und gesanglich immer überzeugend singt sie in der anschließenden Arie: Gottes Engel weichen nie.“ absolut herzzereißend. Diese Arie, das BC und der Gesang bildeten eine geschlossene Einheit von vollendeter Schönheit, das war ein Engelgesang und Engelmusik der besonderen Art, das Herz öffnete sich und vernahm überirdische Musik….

Diese himmlische Musik ist im Arien-Duett des 6. Satzes für Alt und Tenor mit dem „Seid wachsam ihr heiligen Wächter“ wieder zu vernehmen. Das einsetzende beseelende Fagottspiel von Györgi Farkas und die herrlich zusammenpassenden Gesangspartner (Clare Wilkinson, Sopran und James Gilchrist, Tenor) erzeugen Traummusik, die einen erschauern lässt…..

Die wunderschöne Kantate schließt mit einem prächtigen Choral: „Ach Herr lass dein lieb Engelein.“ Es ist für mich eines der schönsten Bach-Choräle, ich genoss in vollen Zügen diesen fantastischen Gesang des Monteverdi Chores und konnte mich nicht satt hören, meine Rührung konnte ich nicht verbergen, die Tränen standen mir in den Augen, ob dieser fantastischen Wiedergabe. Es war der krönende Abschluss eines wiederum zu geniessenden und überragenden Konzertabends.

Meine Liebe zu Gardiner und seinen Protagonisten erfuhr hier wieder seine Bestätigung aufgrund der Großartigkeit, wie er Spannungen aufbaut und Nuancen in der Interpretation setzt, erzeugt bei mir immer ein Gänsehauterlebnis, was ich bei anderen Interpreten des öfteren so schmerzlich vermisse.
Ein schier ausgelassenes Publikum dankte den Aufführenden für ein unvergessliches Musizieren, wenn Gardiner seine Truppe nicht vom Podium geholt hätte, wären wir heute noch applaudierend zugegen…., einfach wunderbar, so etwas erleben zu dürfen!!!

Grüße

Volker
P.S. Hier ist der Link zum Picasa Webalbum “Gardiner-Konzert in Braunschweig am 29.9.2007

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Helmstedt, 28.9.2007 – Ein zutiefst beeindruckendes Konzert


11.10.2007 von Barbara.

Um das Ende gleich vorweg zu nehmen – ich bin nach diesem Konzert mit einem ganz tiefen Frieden in meinem Herzen zurück ins Hotel gegangen. Was eigentlich paradox klingt, da die meist gebrauchten Worte des Abends Tod, Tränen, Weinen usw. waren. Aber die Worte sind eins und die Musik das andere. Aber von Anfang an:

Das Konzert mit dem Programm ” Bach-Familie” fand in der Klosterkirche St. Marienberg statt. Diese Kirche ist eine romanische Pfeilerbasilika (sehr alt also) mit einer hölzernen Flachdecke, was ein wenig anheimelnd wirkte. Die Musiker waren im hinteren Altarraum postiert, während sich im vorderen Altarraum die “besten” (und teuersten) Zuschauerplätze befanden. Was die vielen Besucher im langen Kirchenschiff, mehrere Stufen tiefer gesehen und vor allem gehört haben, wage ich mir nicht vorzustellen. Aber für die Priviligierten in den oberen Reihen ergab sich, vor allem auch wegen der kleinen Besetzung, der Eindruck eines exzellenten intimen Kammerkonzertes.

Foto: Aufführungsstätte “Klosterkirche St. Marienberg” Helmstedt

Folgende Werke kamen zur Aufführung:

Johann Christoph Bach: Herr wende dich und sei mir gnädig
Johann Christoph Bach: Fürchte dich nicht
Johann Christoph Bach: Wie bist du denn, o Gott
Johann Christoph Bach: Aria: Mit Weinen hebt sich’s an
Johann Sebastian Bach: BWV 106 Actus Tragicus: Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit
Johann Christoph Bach: Der Gerechte ob er gleich zu zeitlich stirbt
Johann Christoph Bach: Ach, dass ich Wassers gnug hätte
Johann Christoph Bach: Es ist nun aus
Johann Sebastian Bach: BWV 198 Trauerode “Lass Fürstin”

Die Besetzung war absolut minimalistisch, oft nur solistisch besetzt. Deshalb führe ich hier einmal alle, durch die Bank exzellenten Musiker auf:

Miriam Allan, Julia Doyle, Sopran; Clare Wilkinson, Alt; Jeremy Budd, James Gilchrist, Nicholas Mulroy, Tenor; Matthew Brook, Peter Harvey, Bass

Maya Homburger, Kati Debretzini, Geige; Jane Rogers, Viola; David Watkin, Cello; William Carter, Lynda Sayce, Laute; Richard Campbell, Reiko Ichise, Viola da Gamba; Kate Latham, Blockflöte; Rachel Beckett, Christine Garratt, Traversflöte; Michael Niesemann, Molly Marsh, Oboe; Valerie Botwright, Kontrabass; Silas Standage, Orgel und Cembalo

Leider fand während des Schlussapplauses in Braunschweig, als es mich nicht mehr auf dem Stuhl hielt, wo ich mein Programmheft abgelegt hatte, jemand selbiges so interessant, dass er es an sich genommen hatte. Dort hatte ich zu jeden Stück die Interpreten (sehr spannend, wie unterschiedlich die Besetzungen waren) und meine Eindrücke (es wimmelte nur so von beeindruckend, ausdrucksvoll, eindringlich, intensiv und ähnlichen Adjektiven) notiert. Das fehlt mir jetzt leider, sodass ich ziemlich ungenau bleiben muss und nicht jedes Werk entsprechend würdigen kann.

Das erste Stück des Konzertes – Johann Christoph Bach: Herr wende dich und sei mir gnädig – war ein sehr eindrücklicher Klagegesang (Clare Wilkinson, Nicholas Mulroy, James Gilchrist), der von einer Vox Dei (Matthew Brook) in steigender Intensität unterbrochen wurde. So wurde die tröstende Kraft Gottes (Lass dich an meiner Gnade begnügen) sehr deutlich hörbar. Der abschließende Choral “Frisch auf mein Seel und zage nicht” war wirklich sehr frisch gesungen und musiziert, vor allem die Violine mit ihren scharfen Punktierungen sorgte für reichlich Bewegung. Die Intensität, mit der musiziert wurde, war sehr beeindruckend.

Johann Christoph Bach: Fürchte dich nicht wurde auch in sehr kleiner Besetzung musiziert. Hier ist mir besonders der Choral “O Jesu du, mein Hilf und Ruh” in Erinnerung, der von Miriam Allan mit ihrer klaren und durchdringenden Stimme aus dem Hintergrund sehr zu Herzen gehend gesungen wurde.

Welcher der beiden Bässe das folgende Lamento gesungen hat, weiß ich nicht mehr. Ich glaube es war Peter Harvey. Wer auch immer, es war sehr eindruckvoll. Vor allem die fulminante Solovioline (Maya Homburger), die im Gegensatz zu dem klagenden Bass sehr lebhafte Melodien hatte. Hier war ich überrascht, wie viele Farben ein einzelner Ton haben kann. Unglaublich.

Nach dem homophonen “Mit Weinen hebt sich’s an” – sehr eindringlich – wurde der erste Teil mit dem Actus Tragicus beschlossen. Vor allem Clare Wilkinson beeindruckte in ihrer Arie mit einer tiefen Innigkeit. Aber eigentlich ist es nicht fair, gerade hier einzelne Sänger heraus zu stellen, da das ganze Werk sehr zu Herzen gehend war.

Foto: Klosterkirche St. Marienberg, von links: J.E. Gardiner, James Gilchrist,

Jeremy Budd, Miriam Allan, Julia Doyle

Nach der Pause war für mich das beeindruckendste Stück das Lamento ” Ach, dass ich Wassers gnug hätte” für Alt. Ein klein wenig Ironie am Rande: Clare Wilkinson, die an diesem Abend praktisch ständig beschäftigt war, kämpfte vor dieser Arie mit ihrer Wasserflasche. die sich nicht öffnen ließ. Das Orchester stimmte und stimmte, sie kämpfte tapfer weiter, die Tenöre und Bässe, die auch an der Seite saßen, schauten interessiert zu, das Orchester stimmte weiter, bis sich Katherine Adams erbarmte und ihr eine andere Wasserflasche öffnete. Sie nahm einen tiefen Schluck, ging auf die Bühne und klagte verzweifelt nach Wasser. So viel Verzweiflung in der Stimme war fast nicht zu ertragen. Eine Sternstunde. Ich war so beeindruckt, dass ich über von der folgenden Trauerarie (von allen Sängern gesungen) nur noch weiß, wie beeindruckend das jede Strophe beendende “Welt gute Nacht” immer intensiver, aber auch ruhiger wurde. Ein Widerspruch, ich weiß, aber das ist hängen geblieben. Die das Konzert beendende Trauerode hat mich nur noch träumend erreicht, es war einfach nur schön.

Allen Stücken gemeinsam ist, ich wiederhole mich, dass unglaublich einfühlsam, ausdrucksstark und zu Herzen gehend musiziert wurde. Manches Mal waren die Töne jenseits aller Schönheit, sie waren nur noch ganz tief empfunden, voller Schmerz oder voller Mitleid. Auch wenn ich nicht jeden Sänger gewürdigt habe, jeder einzelne verdient und vor allem John Eliot Gardiner, der diese unglaubliche Intensität auf seine Musiker übertragen hat, die größte Bewunderung und alle zusammen als Team sowieso. So niederdrückend die Texte auch waren, die Musik war voller Trost und Schönheit. Ich denke, dies ist die größte Botschaft des Abends: Ganz egal, wie besch…eiden vieles in diesem Leben ist, was alles schief geht, wo eigentlich nur noch Verzweiflung pur ist, über allem ist etwas, was größer ist und alles leichter macht. So wie an diesem Abend die Musik über die Worte triumphiert hat. Gekrönt wurde dies am nächsten Abend mit der Arie “Bleibt ihr Engel”, mit der James Gilchrist mitten in diesem lauten, pompösen Konzert einen Bogen zu dem Helmstedter Konzert geschlagen hat. Aber dies war ein anderes Konzert…

Foto: Klosterkirche St. Marienberg, Schluss-Applaus

Der Applaus sprach für sich – Standing Ovations – und eine traumhafte Zugabe, die noch einmal die Eindringlichkeit dieses Konzertes vertiefte. Ein richtiges “Geh nach Hause in Frieden – Stück”. Allerdings ging es nicht nur mir so. Beim Ausgang im Kirchenportal hörte ich die Fragen “Was war denn das?” und “Welche Sprache war das eigentlich?” Mittlerweile habe ich erfahren, dass es sich die Motette “Der Gerechte kommt um” von J.S.Bach handelte. Eigentlich ist das Stück von Kuhnau (Tristis est anima mea), das Bach mit einer Begleitung für Streicher und 2 Oboen versehen hat. Ein wunderbares Stück und ein wunderbarer Abschluss für einen Abend, der lange bei mir nachklingen wird.

Viele Grüße
Barbara

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Mein Kurzbericht vom Gardiner-Konzert


Hallo,

Ich hatte schon Sorge, dass die vielen Karnevalsmusikgruppen in der Philharmonie noch zu hören wären. Dem war natürlich nicht so.

Foto: Konzert von Monteverdi in der Kölner Philharmonie

Gardiner hat ein berauschendes Konzert hingelegt, so außer “Rand und Band” wie beim Requiem habe ich ihn noch nie erlebt. Ein ganz ausgesuchtes Programm führte über Schütz, J. Rudolf Ahle, J. S. Bach Heinricht Schütz und Christopf Bach bis zur Musik Brahms. Gardiner hat für mich die Wurzeln, aus denen Brahms kommt, in den ausgewählten Stücken fantastisch dargestellt. Aufgeführt in einer so subtieln und beeindruckend Art und Weise: Minibesetzung des Chores (8 Sänger/innen – vielleicht waren es auch 10.) und Minimalsbesetzung des Orchesters.

Bei dem “Es ist genug” von Ahle und J. S. Bach, Schlußchoral aus “o Ewigkeit du Donnerwort (BWV 60), war der Chor von solcher Weichheit und Zartheit und hauchte dieses “Es ist genug” wirklich aus. Ich hab` den Atem angehalten, weil ´diese Stücke wirklich überirdisch schön klangen. Dieses “überirdisch schön” wurde auch in der Pause immer wieder hervorgehoben; einfach eine großartige chorische und natülich Gardiner-Leistung.

Beim Requiem waren Monteverdichoir und l`orchestre révolutionaire et romantique in voller Besetzung zu erleben. Über 40 Sängerinnen und Sänger und ein riesen Orchester, das wirklich mit Pauken und Trompeten ein großartiges Feuerwerk veranstaltete. Gardiner hat auch an diesen fortissimo Stellen mit großartiger Sicherheit geführt und erst recht bei den Traumstellen, wie z. B. “Wie lieblich sind Deine Wohnungen”, in denen Chor und Orchester bis ins Pianissimo geführt wurden.

Die beiden Solisten, Camilla Tilling, Sopran und Matthew Brook, Bariton wirkten gegenüber dem Chor etwas schwach, sie haben mich nicht ganz überzeugen können. Und noch etwas ist mir aufgefallen: Gardiner hat im Frack dirigiert – ein ganz fremder Anblick. Das Konzert hat natürlich nicht darunter gelitten, es war einfach großartig. Von überirdisch schön bis zum rauschenden Feuerwerk war alles drin.

Jetzt muss ich erst wieder sehr lange bis auf das nächste Highlight warten.

Grüße

Iris

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Im Interview Violonist J. Pramsohler: An Gott glauben nicht alle Musiker, an Bach schon !


Hallo,

vermehrt entdecke ich unter Klassik so manch Interessantes, was ich dem Forum nicht vorenthalten möchte.

„An Gott glauben nicht alle Musiker, an Bach schon“

Er ist Ende zwanzig, spricht fünf Sprachen und ist ein Weltenbummler. Als Barockmusiker pendelt Johannes Pramsohler zwischen London und Paris, auf seinen Tourneen bereist er ganz Europa. Südtirol Online hat mit dem Geiger und Konzertmeister – unmittelbar nach einer Tournee – über brotlose Jobs, MTV, seine Lebensphilosophie, Südtiroler Speckknödel und Johann Sebastian Bach gesprochen.

© 2008 STOL
Johannes Pramsohler Foto: Nephi Niven Stogner

“Auszüge aus dem Interview mit Südtirol Online“

Südtirol Online: Sie kommen soeben von einer Tournee zurück?

Johannes Pramsohler: Ja, ich bin nach einer fünfwöchigen Tournee wieder nach Paris zurückgekommen. Drei Tage bleiben mir, um ein bisschen aufzuräumen, dann geht es wieder los. Im Moment ist es schon ein bisschen heftig.

STOL: Anstrengend, das Leben aus dem Koffer?

Pramsohler: Ja, schon, aber man gewöhnt sich daran. Anstrengend ist es immer dann, wenn die Tourneezeiten nur ganz kurz sind. Die fünf Wochen waren jetzt okay: Wenn ich für längere Zeit unterwegs bin, gewöhne ich mich schnell an das Leben aus dem Koffer und den ständigen Hotelwechsel.

STOL: Werden Sie für die Konzerte über Agenturen gebucht?

Pramsohler: Agenturen sind bei mir noch keine im Spiel. Zurzeit läuft alles über Auditions und Empfehlungen. Die Barockszene ist eine sehr kleine Szene innerhalb der klassischen Musik, in der beinahe jeder jeden kennt. Somit trifft man immer wieder auf die gleichen Personen, die einen dann auch kennen und weiterempfehlen, was einen Wechsel zwischen den Orchestern erleichtert. Wenn man als Musiker aber noch ganz neu in der Szene ist, dann bewirbt man sich bei diversen Orchestern durch Probespiele. Damit fängt alles an. Später gelangt man irgendwann auf die Reserveliste, bis man dann vielleicht irgendwann Mitglied ist. Manchmal kann das schon anstrengend sein, vor allem, da die Barockorchester sehr klein sind und manchmal nur aus sechs bis sieben Musikern bestehen, also nicht so viel Bedarf an neuen Mitgliedern besteht.

STOL: Eine Zukunft mit Fragezeichen. Beunruhigt Sie das nicht?

Pramsohler: Ja, das mit dem Fragezeichen stimmt. Beunruhigt bin ich eigentlich nicht, denn die Orchester buchen die Musiker bereits längere Zeit im Voraus. Mein Konzertkalender ist bis 2009 abgedeckt, 2008 werde ich dann die Termine für 2010 erhalten.

STOL: Sie spielen eine Barock-Violine. Was ist daran besonders?

Pramsohler: Ich spiele Barockmusik auf Originalinstrumenten, d. h. ich versuche mich einer Klangvorstellung anzunähern, die uns heute als ‚authentisch’ erscheint. Ich möchte meine Idee, wie diese Musik im 17. und 18. Jahrhundert geklungen haben könnte und vom Komponisten gedacht wurde, verwirklichen. Eine Barockgeige ist ein wenig anders gebaut und mit Darmsaiten bespannt. ‚Moderne’ Violinen besitzen hingegen Kunststoff- oder Stahlsaiten. Auch der Bogen unterscheidet sich vom modernen, er hat eine gänzlich andere Form – die Spannung wird dadurch anders verteilt und das erlaubt mehr Artikulation und ein viel detailreicheres Spiel.

STOL: Ist das Interesse an der Alten Musik heutzutage eigentlich noch groß?

Pramsohler: Die Szene ist klein, das Interesse steigt jedoch zunehmend. Es gibt immer mehr Barockmusiker, insbesondere da in den vergangenen 20 bis 30 Jahren die Barockmusik neu entdeckt wurde. Zuvor spielte man sie auf modernen Instrumenten, ohne näher zu überlegen, was sich der Komponist bei seinem Werk wohl gedacht haben mag bzw. ohne zu überlegen, was die Barockmusik für eine Aufgabe hat, wie sie funktioniert. Das kommt heute Gott sei Dank immer seltener vor.

STOL: Wie sind Sie zur Barockmusik gekommen?

Pramsohler: Das Interesse dafür ist langsam in mir gewachsen. Obwohl mir sowohl meine Eltern als auch meine Professoren am Konservatorium immer wieder sagten, dass ich ein Talent für Barockmusik hätte, sträubte ich mich zunächst dagegen. Der Barockmusiker war für mich kein erstrebenswertes Idealbild: Vor zwanzig Jahren waren diese meistens Gesundheitstypen, Müslifresser mit Vollbart in Birkenstock, die recht wenig draufhatten und im Studium oder mit ‚späterem’ Repertoire nicht sehr erfolgreich waren. Deshalb war der Ratschlag zunächst alles andere als schmeichelhaft für mich.

STOL: Warum glauben Sie kam er dann?

Pramsohler: Nicht, weil ich so schlecht war (lacht). Am Bozner Konservatorium müssen alle Epochen gespielt werden und ich hatte eben immer den leichtesten Zugang zu Bach oder Mozart. Ich habe mich schnell in diese Musik hineinfühlen und die musikalische Rhetorik wie verlangt wiedergeben können. Trotzdem hat mich die Barockmusik lange Zeit nicht sonderlich interessiert. Erst als ich nach London ging, wurde mir sehr bald klar, dass die Barockmusik tatsächlich das Richtige für mich ist.

STOL: Was war ausschlaggebend für die Karriere: Kindheitstraum Musiker oder ein einschneidendes Erlebnis?

Pramsohler: Weder noch, es war vielmehr ein Lauf der Dinge: Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie, in der jeder entweder singt oder ein Instrument spielt. Musik hat somit immer schon eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Es war dann aber nicht so, dass ich mit fünf Jahren lautstark verkündete, Geige spielen zu wollen. So wie andere Kinder in den Fußballverein geschickt werden, haben mich meine Eltern mit sechs Jahren für den Geigenkurs in der Musikschule angemeldet.

STOL: Warum ausgerechnet Geige?

Pramsohler: Mein Vater spielt Klarinette und er hat zu uns Kindern immer wieder gesagt: „Wenn ihr ein Instrument lernt, dann bitte kein Blasinstrument“. Ihn haben Streichinstrumente, besonders die Geige, seit jeher fasziniert und vor allem hat er bei seinen Orchestertouren des Öfteren beobachten können „dass die Geiger nach den Aufführungen sehr schnell weg sind, wir Klarinettisten aber immer noch dasitzen und eine halbe Stunde ihr Instrument putzen müssen“. Vor dem wollte er mich wohl bewahren…

STOL: Und dann?

Pramsohler: Und dann habe ich über mehrere Jahre hinweg die Musikschule besucht. Während für meine Freunde in der Musikschule bereits damals feststand, dass ich einmal auf dem Bozner Konservatorium landen würde, war das für mich völlig abwegig und ich erklärte sie für verrückt. Musik war für mich lange Zeit eine angenehme Begleiterscheinung, aber sicher nicht mein Hauptinteresse. Nach der Mittelschule habe ich für zwei Jahre die Gewerbeoberschule in Brixen besucht und bin dann mit 16 Jahren nach Bozen, um dort die Gewerbeoberschule mit Fachrichtung Elektronik zu besuchen. In Bozen habe ich mich dann auch, mehr oder weniger nebenher, am Konservatorium angemeldet. Erst im Maturajahr interessierte mich die Schule immer weniger, dafür aber die Musik umso mehr. Es hat sich dann also umgedreht: Die Matura habe ich so nebenher gemacht, während mein Hauptaugenmerk auf dem Musikstudium lag, das ich zwei Jahre später abschloss.

STOL: Sind Sie sofort nach London?

Pramsohler: London war immer schon mein großer Traum, nicht einmal so sehr wegen der Musik. Nachdem ich das Bozner Konservatorium beendet hatte, habe ich mich an der „Guilhall School of Music and Drama“ bei Jack Glickman beworben und wurde aufgenommen. Damit war der Weg nach London geebnet. Ich muss sagen, diese Stadt hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, wie die Welt eigentlich so funktioniert. Denn plötzlich musste ich alleine zurechtkommen, ohne immer gleich auf die Basis „Daheim“ zurückgreifen zu können. Nach zweieinhalb Jahren bin ich dann aus Studiengründen nach Paris.

STOL: Welche Eindrücke haben Sie von London mitgenommen?

Pramsohler: London war super. Wenn diese Stadt nicht so extrem teuer wäre, würde ich gerne irgendwann zurückkehren. In London brodelt alles nur so von neuen Ideen, alles pulsiert und bewegt sich. Jeden Tag bekommt man Neues präsentiert. Auch die Leute sind immens interessant. Jeder arbeitet an sich, versucht sich weiter zu entwickeln und sich zu profilieren. Das ist in Paris ziemlich anders: Dort zählen Life-Style, gutes Essen, schicke Kleidung, das Sehen und Gesehen werden. Die Stadt brodelt aber nicht. Auch was das multikulturelle Leben betrifft, hinkt Paris ziemlich nach. In London sind Ausländer integriert, in Paris hingegen immer noch isoliert. Ich wohne hier in Paris in einem Viertel mit ziemlich vielen Indern und Schwarzen zusammen und die nehmen am gewöhnlichen französischen Leben kaum teil. Es ist mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander, was ich persönlich als sehr schade empfinde. Auch wenn ich jetzt in Paris wohne, ist es nach London nur ein Katzensprung. Wenn ich für Konzerte oder um Unterricht zu nehmen nach London muss, setze mich am Morgen in den Zug, und kehre am Abend wieder zurück nach Paris. Es sind ja nur zwei Stunden Fahrt.

STOL: Sie waren Anfang 20, als Sie Südtirol verlassen haben. Ist Ihnen die Umstellung auf das Ausland schwer gefallen?

Pramsohler: Nein, eigentlich nicht. Ich habe mich relativ schnell zurecht gefunden und wohl gefühlt. Ein paar Hürden gab es trotzdem, das stimmt: London kann extrem bürokratisch sein. So hat es unglaublich lange gedauert, bis ich endlich ein Bankkonto und einen Telefonvertrag erhielt. Willst du ein Bankkonto, brauchst du einen Telefonvertrag. Willst du einen Telefonanschluss, brauchst du ein Bankkonto. Das war schon absurd. Damals hat es mich gestresst, heute schmunzle ich darüber. Auch der Einstieg in die Hochschule war einschneidend bzw. eine ziemlich große Umstellung im Vergleich zum Bozner Konservatorium: Die Hochschule in London ist wahnsinnig professionell organisiert und verlangt den Musikern einiges ab. Alles funktioniert wie an einem Arbeitsplatz: Unpünktlichkeit, fehlender Fleiß, schlechte Leistung werden bestraft und zwischen den Studenten herrscht große Konkurrenz. Aha-Erlebnisse hatte ich zu Beginn auch mit der Sprache: Eigentlich war ich davon überzeugt, ziemlich gut Englisch zu sprechen. Dem war dann nicht immer so, einige Mal war es nur Gestammel (lacht) und Grübel, Grübel…

STOL: Auf Ihrer Homepage ist nachzulesen, dass Sie bereits Konzertmeister sind. Eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Pramsohler: Ja, das ist sie. Besonders weil der Konzertmeister im Barockorchester nicht nur zwischen Dirigent und Orchester kommunizieren muss, sondern oft auch das Orchester eigenständig leitet. Viele Barockorchester musizieren ohne Dirigent. Um Konzertmeister zu werden, muss man sich jedoch nicht unbedingt hocharbeiten, sondern eher der Typ dafür sein. Nicht jedem liegt diese Rolle.

STOL: Wie muss ein Konzertmeister denn sein?

Pramsohler: Er muss gut kommunizieren können und sich mit den Orchestermitgliedern und dem Dirigenten gut verstehen. Ein bisschen Psychologe sein schadet auch nicht, denn der Konzertmeister ist verantwortlich dafür, dass sich jedes Orchestermitglied wohl fühlt. Wichtig ist auch eine klare Körpersprache, damit jeder im Orchester sofort weiß, was er zu tun hat. Er muss auch immer eine klare Vorstellung vom Musikstück haben und das Werk in allen Details kennen.

STOL: Wird das Orchester eigentlich zu einer Art Ersatzfamilie oder versucht man in der Freizeit bewusst Abstand von seinen Orchesterkollegen zu halten?

Pramsohler: Eher Abstand zu halten, ich jedenfalls. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit unterschiedlichen Orchestern unterwegs bin und damit immer wieder auf andere Kollegen treffe. Aber mir fällt schon auf, dass ich ganz bewusst versuche – auch auf Tourneen – mein eigenes Leben weiterzuleben und mich nicht zu fest an die Orchesterkollegen zu binden. Ansonsten würde ich das wahrscheinlich nicht aushalten, weil es mir zuviel werden würde. Da ich ja mit vielfach jungen Orchestern unterwegs bin, sehe ich viele meiner Kollegen jeden Tag on tour. Für sie zählt vor allem der Spaß. Spaß ist wichtig, keine Frage, ich klinke mich dann aber irgendwann aus und gehe meine eigenen Wege.

STOL: Wie viele Stunden verbringen Sie mit dem Orchester auf einer Tournee?

Pramsohler: Ungefähr sechs Stunden zwischen Orchesterprobe und Konzert. Das eigenständige Üben kommt dann noch hinzu.

STOL: Wie viele Stunden am Tag üben Sie eigenständig?

Pramsohler: Kommt drauf an, wie viel Zeit ich habe. Auf einer Tournee muss mindestens eine Stunde drin sein. Wenn ich zu Hause bin, übe ich dann mindestens vier Stunden, die rasend schnell vergehen. Eine Stunde ist nichts. Ich teile mir die Probezeit dann meistens in Abschnitte ein: zuerst Technik (Finger- und Bogenübungen), dann Solostücke, dann Werke, die ich gerne spielen würde oder eben meine Hausaufgaben, da ich ja noch privaten Unterricht in London nehme. Einen großen Teil meiner Zeit verbringe ich auch mit dem absolut notwendigen Studium von Quellen und dem Lesen von Büchern und Traktaten über die Werke, die ich spiele oder die Epoche, die mich zurzeit interessiert.

STOL: Ist es ein lebenslanges Lernen, oder ist man irgendwann perfekt?

Pramsohler: Was ist perfekt? (lacht) Wenn man sich auf lebenslanges Lernen einstellt und sich für einen nicht endenden Lernprozess öffnet, dann ist das sicher in jedem Beruf von Vorteil. Man muss als Musiker schon immer ‚am Ball bleiben’ und seine Technik erhalten, damit man sich immer auf seine Finger und das Gehirn verlassen kann. Als junger Musiker hat man meistens noch ein Vorbild, dessen Niveau man gerne erreichen würde. Dies nur zu wollen ist aber zu wenig, da hilft eben nur üben, üben, üben… Diese Vorbilder sind wie ein Energiekick und super für die Motivation.

STOL: Wer ist Ihr Vorbild?

Pramsohler: Ein Vorbild ist mir sicherlich meine Lehrerin Rachel Podger, bei der ich zur Zeit Privatunterricht nehme. Sie ist eine der gefragtesten und berühmtesten Barockgeigerinnen. Sie besitzt eine unglaublich brillante Technik und eine wunderbar natürliche Musikalität. Ein weiteres ganz großes Vorbild ist Reinhard Goebel. Wenn jemand einen Barockgeiger kennt, dann ihn. Er ist der ganz große Vorreiter, Bezugspunkt und Autorität in der Barockmusikszene. Mit ihm bin ich seit ein paar Monaten in persönlichem Kontakt. Seit November habe ich die Ehre, auf seiner Geige zu spielen.

STOL: Und wer ist Ihr Lieblingskomponist?

Pramsohler: Johann Sebastian Bach. Mich fasziniert, wie er sein Leben unbeirrt einer Idee unterwarf: musikalische Vollkommenheit zu erreichen und die Grundlagen aller Musik zu schaffen. Bach war unglaublich kühn, nie akzeptierte er Beschränkungen, er reizte die technischen Möglichkeiten aller Instrumente und der menschlichen Stimme bis ins nahezu Unmögliche aus. Und dabei fließt seine Musik immer mit einer Selbstverständlichkeit, die Geist und Seele im Innersten anspricht. In unseren Kreisen sagt man oft: „An Gott glauben nicht alle Musiker, an Bach schon“.

STOL: Wie ist das Musikbusiness in der Barockbranche: hart, aber herzlich oder doch knallhart?

Pramsohler: Konkurrenz gibt es, aber gesunde. Während sich die einzelnen Musiker im Bereich der Klassik oft gegenseitig auszuschalten versuchen, ist es bei uns Barockmusikern noch so, dass wir uns gegenseitig versuchen zu pushen. Konkurrenz gibt es auch bei uns, natürlich, dennoch ist es meistens ein Miteinander statt einem Gegeneinander. Ich hoffe, dass es so bleibt, denn der Barock-CD-Markt boomt zur Zeit, im Gegensatz zum Klassik-Markt, der bereits seit einigen Jahren stagniert.

STOL: Boomt der Barock-CD-Markt nur in Insiderkreisen, oder spricht er auch die breite Masse an?

Pramsohler: Die ganz große Nachfrage gibt es in den Liebhaberkreisen, aber Sängerinnen wie Cecilia Bartoli oder der Barockgeiger Andrew Manze finden auch bei Otto Normalkäufer steigenden Absatz. Sie sind mittlerweile so etwas wie Pop-Ikonen der Barockbranche. Die Tendenz ist generell dahingehend, Barockmusik zu kaufen, die auf Originalinstrumenten gespielt und aufgenommen wird, was für uns natürlich sehr erfreulich ist. Ich mache mir im Moment keine Sorgen, dass es schwierig werden könnte.

STOL: Was macht die Barockmusik eigentlich so besonders?

Pramsohler: Die Barockmusik hat eine ganz besondere Aufgabe: Während ein Großteil davon Tanzmusik ist, ist der Rest ganz eng mit Sprache verbunden. Vor 1600 sah man Musik als sozusagen komponierte Poesie an: Man vertonte Texte so, dass sich die Stimmung und die Atmosphäre in der Musik widerspiegeln kann. Im Barockzeitalter kam man dann auf die Idee, die Sprache selbst zur Grundlage zu machen und den Text nahezu Wort für Wort mit Musik genau auszudeuten. Barockmusik imitiert also Sprache, sie drückt musikalisch das aus, was in einem Text steht. Kommt darin Schmerz vor, dann wird ein Akkord gespielt, der sehr schmerzvoll klingt; wird hingegen der Himmel beschrieben, dann wählt die Barockmusik helle, fröhlich klingende Töne und eine nach oben steigende Melodie. Es ist eine sprechende Musik, die eine imaginäre Geschichte erzählt.

STOL: …und sehr gefühlvoll ist?

Pramsohler: Ja, eigentlich schon. Die Barockmusik ruht auf einem enormen Regelsystem von Figuren, das genauestens festlegt, welches Gefühl z. B. mit welcher Tonart ausgedrückt wird. Ich spiele letztlich musikalische Rhetorik, die ganz eng an Affekte gekoppelt ist, um menschliche Gemütszustände aufzuzeigen. Und diese Musik wechselt irrsinnig schnell zwischen Fröhlichkeit, Trauer und Schmerz, weshalb der Barockmusiker immer ganz schnell zwischen den einzelnen Gefühlen umdenken muss.

STOL: Verarbeiten Sie dabei auch eigene Gefühle?

Pramsohler: Nein. Ich beschränke mich darauf, die Musik so zu interpretieren, wie es sich der Komponist gedacht hat, also die in der Musik verarbeiteten Gefühle und Affekte wiederzugeben. Eigene Gefühle versuche ich außen vor zu lassen. Schlussendlich ist das dann aber immer eine Verbindung von vielen Faktoren: eigene Gefühle und Erfahrungen, die geschriebene Musik, die Mitspieler und deren Gefühle und Auffassung vom Musikstück…

STOL: Zumindest früher ist der Beruf des Musikers als brotloser Job beschrieben worden. Hat sich das geändert?

Pramsohler: Er kann auch heute noch brotlos sein, vor allem dann, wenn man noch nicht Teil jenes Kreises ist, in dem sich Vieles verselbstständigt. Das Schwierige ist, in diesen Kreis zu hineinzukommen. In meinem Fall ist es so, dass ich für eine Tournee von ein bis zwei Wochen relativ gut verdiene, dann aber mit diesem Geld auch Pausen überbrücken muss, denn ich arbeite nun mal nicht jede Woche im Jahr. Das Wort Tournee klingt für die meisten Menschen spannend, abwechslungsreich und bewegt. Kaum jemand kann sich aber vorstellen, dass Tourneen auch unheimlich zehren. Deshalb sind Auszeiten unbedingt notwendig, an denen Nichtstun, nur Proben und wenig Stress auf der Tagesordnung stehen.

STOL: Waren Sie nie auf Studentenjobs angewiesen, um zu „überleben“?

Pramsohler: Ich habe Super-Eltern, die mich wahnsinnig unterstützen, auch finanziell. Als ich nach London gegangen bin, habe ich vom Land und von der EU ein Arbeitsstipendium erhalten. Ohne wäre es niemals gegangen: Die Kostenvoranschläge, die ich damals einreichen musste, schwankten zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Englands Schulen sind unvorstellbar teuer. Allein die Studiengebühren betrugen in meinem Fall 15.000 Euro im Jahr. Ohne Unterstützung hätte ich das niemals geschafft.

STOL: Wie viel kostet eine Barockvioline?

Pramsohler: Viel, sehr viel – eigentlich zu viel, bedenkt man, dass Musiker ja im Allgemeinen längst nicht so viel verdienen wie Leute in anderen Berufen. Ich habe mich vor einigen Tagen zum Kauf von Reinhard Goebels Geige entschieden. Es handelt sich dabei um ein ganz außergewöhnliches Instrument von Pietro Giacomo Rogeri, 1713 in Brescia gebaut. Ungefähr 150.000 Euro muss ich dafür hinblättern – bezahlen kann ich das nicht, weshalb ich zur Zeit auf fieberhafter Suche nach Gönnern und Sponsoren bin, die sich für Musik begeistern und an mich glauben.

STOL: Was ist für einen Berufsmusiker wichtiger: Disziplin oder Talent?

Pramsohler: Disziplin ist das Wichtigste. Auch wenn jemand noch soviel Talent hat, wird er es ohne Üben nie soweit bringen wie mit Disziplin. Ich kenne einige, die zwar nicht so musikalisch sind, aber durch diszipliniertes Üben sehr weit gekommen sind. Andere wiederum, die ein außergewöhnliches Talent haben, glauben, nicht üben zu müssen und bleiben dann stecken. Gleichzeitig ist es nicht leicht, diese Disziplin immer aufzubringen – auch für mich nicht. Seit ich die Entscheidung für die Barockmusik getroffen und ein konkretes Ziel habe, ist das Üben keine Last mehr, sondern mein Beruf, mein Hobby und meine Leidenschaft. Denn mit dem was ich eigentlich am liebsten tue, verdiene ich nun auch mein Geld.

STOL: Ist Paris mittlerweile so etwas wie eine zweite Heimat für Sie geworden?

Pramsohler: Ja, Paris ist meine zweite Heimat geworden bzw. zur Zeit meine Heimat. In den Tourneepausen reise ich beispielsweise immer nach Paris und nicht mehr nach Südtirol zu meinen Eltern. In Paris habe ich meine Wohnung, mein Zuhause. In London hatte alles WG-Charakter. London war meine Studentenstadt. Obwohl ich zur Stadt einen besonderen Bezug habe, bin ich als Musiker in Paris besser aufgehoben. In London ist ein Musiker nämlich schlechter angesehen als ein Busfahrer. Das ist mitunter ein Grund dafür, warum die meisten Musiker in London am Rande der Existenz leben. Paris besitzt hingegen ein soziales System, das eine Unterstützung für Musiker in „Ruhephasen“ vorsieht: also für Zeiträume, in denen Musiker nichts verdienen, weil sie nicht auf Tournee sind und zu Hause üben müssen.

STOL: Hat Paris noch weitere Vorteile im Vergleich zu London?

Pramsohler: Paris ist viel ruhiger als London, viel dörflicher, was jetzt sicherlich im Vergleich zu Südtirol etwas merkwürdig klingt. Man kann fast alles zu Fuß zurücklegen, das Essen ist viel besser als in London. Unmittelbar neben meinem Haus gibt es einen Markt, wo ich täglich frisches Gemüse finde. Das sind kleine Details, die mir aber sehr viel geben. Alles ist viel „nationaler“, französischer eben. Man findet Käse- und Weingeschäfte, typische Bäckereien. In London gibt es nur mehr Einkaufszentren. London ist international, Paris ist national. Unglaublich schön sind Spaziergänge an der Seine. Jedes Mal wenn ich von einer Tournee zurück nach Paris komme und an der Seine spazieren gehe, an Notre Dame und am Eiffelturm vorbei, spüre ich wieder, wie toll es ist, in einer so faszinierenden Stadt zu leben.

STOL: Haben Sie einen Geheimtyp für Paris-Touristen?

Pramsohler: Jeder, der sich in Paris aufhält und sich auch nur ein bisschen für Musik interessiert, sollte in die Oper gehen. Die Aufführungen sind sensationell, die Inszenierungen sehr modern.

STOL: Für Popmusiker ist Werbung das halbe Leben. Wie wichtig ist die „Vermarktung“ für Barockmusiker?

Pramsohler: Eigentlich das Um und Auf, vor allem wenn man sich (noch) keinen Agenten leisten kann. Meine Homepage ist meine Visitenkarte. Am Anfang bin ich mir fast ein bisschen überheblich vorgekommen: Eigentlich war ich noch so gut wie unbekannt, hatte aber schon eine professionelle Homepage. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass das so richtig ist. Will man gebucht werden, braucht es auch einen guten Auftritt. Viele Agenten oder Konzertbesucher schauen mehr auf die Homepage bzw. auf die Eigenvermarktung des Musikers, als auf die Musik, die er spielt. Diese „Eigenvermarktung“ kostet auch Zeit: Ich verbringe Stunden am Computer, um E-Mails zu beantworten, Termine auszumachen usw. Eine Sekretärin wäre nicht schlecht (lacht).

STOL: Was hat Ihnen die Musik bisher gegeben?

Pramsohler: Wenn ich übe, entfliehe ich in einen eigenen Raum, fern des Alltages. Ich schalte dann einfach ab und lebe in der Traumwelt der Musik. Nichts anderes ist dann mehr wichtig. Das ist wunderbar.

STOL: Welche Art von Musik hören Sie privat?

Pramsohler: Ich höre meist das, was ich spiele, also Barockmusik und klassische Musik im Allgemeinen. Ich stöbere oft in Musikgeschäften nach alten Aufnahmen, die 20 oder 30 Jahre alt sind, um dann aber auch nach klassischen CD’s zu greifen, die neu sind.

STOL: Können Sie sich an ein besonders tolles Erlebnis in Ihrer bisherigen Karriere erinnern?

Pramsohler: Ich hab soviel Schönes erlebt, an das ich mich gern zurückerinnere. Da ich grundsätzlich positiv eingestellt bin, fällt es mir auch nicht schwer das Schöne zu sehen. Sicherlich gehört aber mein „Auswandern“ nach London zu einer der schönsten Erfahrungen: Ich kann mich noch gut an mein Ankommen erinnern: Es war Herbst, in London herrschte wunderbares Wetter und ich fühlte mich in der Stadt sofort wohl und heimisch. Es war der Aufbruch in ein neues Leben, der mich bisher nicht enttäuscht hat.

STOL: Hat Sie das Ausland verändert?

Pramsohler: Ich bin sicherlich offener und erfahrener geworden. Das Leben im Ausland hat meinen Blick auf Südtirol verändert…

STOL: Was sagen Sie zum Südtiroler Musikangebot?

Pramsohler: Es ist sicherlich nicht schlecht, aber es könnte vielschichtiger sein. In Südtirol ist alles ein bisschen festgefahren, sowohl was die Politik als auch die Kultur betrifft, denn wenige Leute regeln alles. Was mich ein bisschen stört, ist, dass einige Prestigeprojekte tatkräftig unterstützt werden, obwohl sie eigentlich keinen großen Beitrag für eine echte Kultur in Südtirol leisten. Kleinere, einheimische Unternehmungen ziehen dann manchmal den Kürzeren und das ist schade.

STOL: Bereitet das Bozner Konservatorium gut auf eine Musikerkarriere vor?

Pramsohler: Es kommt auf den Lehrer drauf an. Einige bereiten gut vor und einige kümmern sich kaum um ihre Studenten. Das Bozner Konservatorium hat noch nicht verstanden, dass es sich viel besser vermarkten könnte, sprich ähnlich wie die Uni Bozen mit einem Super-Standort, der zwei Kulturen in sich birgt – einerseits die italienische Lebenslust, andererseits die deutsche Organisation.

STOL: Fällt Ihren Orchestermitgliedern dieser Mix an Ihnen auf?

Pramsohler: (lacht) Sie werden sich wundern, aber ich werde tatsächlich andauernd gefragt, woher ich denn nun komme. Ich sage dann immer: „Hast du ein wenig Zeit, denn die Antwort könnte etwas länger ausfallen“. Denjenigen, den es dann wirklich interessiert, erkläre ich die Südtiroler Geschichte gerne etwas genauer. Vor allem die italienischen Musikerkollegen kommen immer auf mich zu und sagen „sei italiano!“ Als Italiener gebe ich mich aber nicht aus. Ich sage immer, dass ich zwar einen italienischen Pass habe, letztlich aber Südtiroler sei. Also weder Italiener noch Österreicher oder Deutscher, sondern Südtiroler.

STOL: Welchen Ratschlag würden Sie jungen Musikern geben, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten?

Pramsohler: Sich ein Ziel zu setzen und dieses mit aller Willensstärke zu verfolgen, denn dann sind die Chancen groß, das Ziel zu erreichen. Das klingt jetzt natürlich einfach, vor allem wenn man bereits ein Ziel hat. Aber ich rate jedem, so schnell wie möglich heraus zu finden, was er will, was er anstrebt in seinem Leben, um dann daraufhin zu arbeiten. Jeder sollte sich selbstständig in Frage stellen und immer für eine Verbesserung offen sein. Was ich auch immer wieder mache, ist, über den bisherigen Lebensweg zu reflektieren: Ob das was man bisher erreicht hat, auch das ist, was man angestrebt hat. Jeder sollte den Mut haben evtl. auch mal bereits Begonnenes abzubrechen, sich zu ändern – vor allem dann, wenn man nicht mehr zufrieden oder glücklich ist.

STOL Ist das auch Ihre Lebensphilosophie?

Pramsohler: Ja, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass wir uns manchmal in Details verlieren, die letztlich überhaupt nicht wichtig sind und damit das Wesentliche aus den Augen verlieren. Das gilt für alle Lebensbereiche: egal ob in einer Beziehung oder im Beruf.

Interview: © Johanna Gasser

(Dieses Interview wurde mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung im “Blog Diskussionsforum J.S. Bach und Cantata Pilgrimage 2000″ durch Südtirol Online am 10.01.2008, dem Betreiber erteilt, womit ich an dieser Stelle nochmals meinen Dank an “Südtirol Online” ausspreche!)

Grüße

Volker

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Bereits abgegebene Kommentare:

Download Shop für klassische Musik startet bei DG – Deutsche Grammophon


Hallo,

Die Deutsche Grammophon (DG) stellt ihr einmaliges Archiv an klassischer Musik ins Netz und bietet dieses zum Download an. Die DG ist damit laut Presse-Mitteilung das erste grosse Klassiklabel, das seinen Kunden einen derartigen Service anbietet.

Link: http://www2.ham.deutschegrammophon.com/home

Mit dieser “Musik-Boutique” erfülle die DG den Wunsch der Konsumenten nach einem Online-Portal mit Full-Service-Angebot. Zur Auswahl stehen “2.400 komplette Alben in maximaler MP3-Qualität. Mit einer Bitrate von 320 Kilobit pro Sekunde (kbps) ist die Audioqualität nicht von der einer CD zu unterscheiden und übertrifft bei weitem den üblichen Download-Standard von 128 – 192 kbps”, rührt die Deutsche Grammophon die Werbetrommel in eigener Sache.

Alle Titel werden ohne Digital Rights Management (DRM) angeboten. Die heruntergeladenen Dateien lassen sich auf allen MP3-Playern abspielen. Das Herunterladen eines Einzeltitels kostet rund 1,29 Euro, ein ganzes Album zwischen 10,99 Euro und 11,99 Euro.

(Quelle: http://www.boerse-express.com)

Ich habe einmal ein Beispiel rausgesucht:

Dialogue Cantatas
Selig ist der Mann, der die Anfechtung
erduldet, BWV 57
Tritt auf die Glaubensbahn, BWV 152
Ich geh und suche mit Verlangen, BWV 49
Thomas Quasthoff
Dorothea Röschmann
Mitglieder des RIAS-Kammerchor
Berlin · Berliner Barock Solisten
Rainer Kussmaul

CD Thomas Quasthoff; “Dialog Bach” bei jpc 17,99 €

Als Download bei der Deutschen Grammophon als Album 11,99 €

Link zum Download:

http://www2.ham.deutschegrammophon.com/cat/result?ART_ID=QUATH

Grüße

Volker

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Ab sofort im Internet Blog Gardiner-Monteverdi “themonteverdi.blogspot” und im Blog aufrufbar!


9.11.2007 von Volker /admin.

Hallo,

@Martin, sei gedankt für diese aktuelle Neuigkeit, seit Oktober 2007 ist unter diesem nachstehenden Link http://themonteverdi.blogspot.com/ der Monteverdi-Blog aufrufbar !!

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Here you can find out what is going on on tour from members of the ensembles.

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Dieser Gardiner-Monteverdi-Blog ist von mir im Blog auf der rechten Seite unter der Rubrik:

J.E. Gardiner, Links, Beiträge und das Reisetagebuch + Meinungen zur Bach Cantata Pilgrimage 2000 angegeben worden.

einmal in einer Deutschen Fassung (Google-Übersetzung)

und als Originalseite in Englisch hinterlegt worden.

Viel Spaß beim Lesen…….

Grüße

Volker

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CD-Einspielungen der Gesamt-Werke von J.S. Bach


Hallo, die Weihnachtszeit steht vor der Tür und möchte mit dem Thema beginnen, was kann auf dem hiesigen CD-Markt von J. S. Bach an Gesamt-Einspielungen als ein Weihnachtsgeschenk erworben werden. Ich stelle mir bekannte Einspielungen einmal zur Diskussion und würde mich über Statements zu den Einspielungen freuen……..

(obige Abbildung: Gesamt-Werke Bach von Pieter Jan Leusink)

amazon: Bestellnummer: 635 599 / 155 CD’s statt 399 Euro für 99 Euro zuzüglich 3,99 Euro Versandkosten, erhältlich bei Amazon ! Die Einspielung sämtlicher Werke von J.S. Bach in einer Edition. Das Mitwirken weltbekannter Künstler wie Emma Kirkby, Michael Chance, Annelies Burmeister, Peter Schreier, Emmy Verhey dem Dresdner Kreuzchor, Amsterdam Bach Soloists, und Dresdner Philharmonie garantieren einmalige Qualität auf höchstem künstlerischen Niveau. Mitwirkende: Emma Kirkby, Michael Chance, Annelies Burmeister, Peter Schreier, Theo Adam, Edith Mathis, Lucia Popp u.a. Mark Lubotsky, Emmy Verhey, Thomas Hengelbrock/Violine, Trevor Pinnock, P.-J. Belder, Bob van Asperen/Cembalo, Marieke Schneemann/Flöte, Hans Fagius/Orgel u.a. Choir Of King’s College Cambridge, Holland Boys Choir, Nordic Chamber Choir, Dresdner Kreuzchor, Amsterdam Bach Soloists, Netherlands Bach Ensemble, Dresdner Philharmonie, Südwestdeutsches Kammerorchester, Kammerorchester Berlin/Stephen Cleobury, Michel Corboz, Harry Christophers, Burkhard Glaetzner u.a. Pressestimme: „Der Preis – dermaßen gering, dass es fast peinlich ist, sich dazu zu äußern – ist kein Gegenstand der Überlegung. Eine einzigartige Edition. Die Instrumentalteile sind wunderschön konzipiert. Der Holland Boys Choir glänzt und funkelt mit einem unwiderstehlichen, mitreißenden, ungekünstelten Bach” (Grammophone).

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Ton Koopman

Es ist eines der ehrgeizigsten Unternehmen der Schallplattengeschichte: Die Einspielung sämtlicher geistlicher und weltlicher Kantaten Johann Sebastian Bachs, die der niederländische Spezialist für alte Musik, Ton Koopman 1994 begann, und die nun abgeschlossen wurde. Gerade eben ist die zwanzigste und letzte Kantaten-Box auf den Markt gekommen……..

Detailinformationen: 67 CDs 699,99 Euro

Kantaten BWV 1-14, 16, 18-30, 30a, 31-69, 69a, 70-89, 89a,

90-120, 120a, 121-134, 134a, 135-140, 143-159, 161-173, 173a,

174-195, 197-206, 207a, 208-215;Kantaten BWV App. 63 & 162;

Quodlibet BWV 524;Sinfonia BWV 1045;Aria BWV 1127 “Alles mit

Gott und nichts ohn ihn”;Messen BWV 233-236

+Bonus: DVD; Matthäus-Passion (Dürmüller, Agnew,

Mertens, Amsterdam Baroque Orchestra & Choir,

Koopman. Sound:stereo / DSS 5.1;Bild:WS (NTSC);Sub:D, E,

F, NL, I,Sp, Jap)

Schlick, Wessel, Mey, Mertens, Pregardien, Scholl,

Magnus, Larsson, Rubens, Ziesak, Agnew, Stam, Chance,

Piau, Stutzman, Türk, Dürmüller,

Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, Ton Koopman

Bestellnummer: 8485456 bei jpc

Auf 67 CDs ist das kompromißlose Bach-Projekt Ton Koopmans angewachsen. Ursprünglich startete das Unternehmen 1994 beim Label Erato. Das Label Channel Classics hat das Projekt fortgesetzt und nun auch abgeschlossen: ein diskographisches Jahrhundertunternehmen, das kon-kurrenzlos ist, denn sowohl Gustav Leonhardt und Nikolaus Harnoncourt haben in ihren vorliegenden Einspielungen der Bach-Kantaten den Anspruch auf Vollständigkeit gar nicht erst gestellt.

Und die weltlichen Kantaten ohnehin ausgeklammert. Was die Interpretation angeht, über die man sich natur gemäß streiten kann: Natürlich kann man Bach, wie Harnoncourt, auch etwas opernhafter, sinnlicher, drastischer spielen und singen. Warum nicht? Ton Koopman hat den mittleren Weg gewählt zwischen philologischer Vorsichtigkeit und phantasievollem Leichtsinn.

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Pieter Jan Leusink

Bach-Kantatenwerke von Pieter Jan Leusink veröffentlicht im Oktober 2005 beim Label “Brillant.”

Complete Cantatas (Brilliant Classics)Kantaten BWV 1-10, 12-14, 16-52, 54-117,119-140, 143-159, 161-188, 192, 194-199

Ruth Holton, Nico van der Meel, Knut Schoch,Marjon Strijk, Syste Buwalda, Marcel Beekman,Hollands Boy Choir, Netherlands Bach Collegium, Leitung: Pieter Jan Leusink

Das 208-seitige Booklet enthält sämtlicheKantatentexte (deutsch),sowie kurze Einführungstexte (englisch) bei jpc sind 60 CD’s für 99,99 € erhältlich.

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Helmuth Rilling

Unter dem Logo “extra Klassik” wirbt der Hänssler-Versand zu Weihnachten mit einer Box mit 172 CDs mit dem Gesamt-Werk von J.S. Bach, Einspielung von Prof. Dr. Helmuth Rilling + 12 CDs als Zusatzbonus mit weiteren Einspielungen von Rilling mit anderen Werks-Komponisten zum Preis von 999,00 Euro als einen einmaligen Preis an.

Bestellungen beim Hänssler-Versand unter Telefon: 07031 / 7414-177

oder per EMail: bestellen@haenssler.de

sowie im Internet unter www.haenssler.de

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Über die Preisgestaltung, angefangen von ca. 100 Euro bis zum Superpreis von bis zu 1000,00 Euro kann ich kaum nachvollziehen, das sind in meinen Augen absolute Festtagspreise, die sich der Käufer sehr gut überlegen sollte, solche Summen für eine Gesamt-Box auszugeben……….. !!!

Weitere Gesamt-Einspielungen der Bach-Kantaten wird zur Zeit von dem Japaner Masaaki Suzuki vorgenommen, bedingt ist auch Sir John Eliot Gardiner zu benennen, der durch seine Bach Cantata Pilgrimage 2000 in etwa Bachs Kantatenwerke als eine Gesamt-Einspielung veröffentlichen wird.

Hier hat der Käufer die Qual der Wahl, die Auswahl ist beeindruckend und kann dem Bachfreund nur recht sein, welchen Interpret er nun den Vorzug gewährt, ist eine persönliche Geschmacksfrage, die jeder für sich alleine zu entscheiden hat. Muss es immer eine Gewalt-Box eines Interpreten sein?

Eine Einzel-CD von unterschiedlichen Interpreten könnten manchmal das Salz in der Suppe sein………!!

Grüße

Volker

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Haben die kleinen Plattengeschäfte noch eine Chance ?


@Martin 15.01.2008

Hallo zusammen,

Wie von @Iris erwähnt, gibt es die guten alten Plattenläden, die natürlich sehr unter der Möglichkeit leiden, zu jeder Tages- und Nachtzeit bequem im Internet bestellen zu können. Dafür verzichtet man auf die Mitarbeiter, die sich oft bestens in der gesamten Branche auskennen und mit viel Einsatz Einspielungen auftreiben können, die eigentlich schon vergriffen sind. Und das haben sie auch schon getan, bevor es das Internet gab. Eigentlich undankbar, sie jetzt zu übergehen… Was denkt Ihr?

Schöne Grüße, Martin

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Bereits abgegebene Kommentare:

Konzert von John Eliot Gardiner, am Karfreitag, 21. März 2008, mit der Johannespassion in Wolfenbüttel, St. Trinitatis


Hallo,

da mittlerweile alle von dem Gardiner-Konzert in 2008 reden, stelle ich den Konzert-Termin mit J.E. Gardiner dem Monteverdi Choir und Baroque Soloists in den Blog.

Zur Aufführung gelangt von J.S. Bach das BWV 245; die “Johannespassion”.
Aufführungsort ist die St. Trinitatis-Kirche in Wolfenbüttel am Karfreitag, 21. März 2008, um 20:00 Uhr.

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(Foto: Ansicht der St. Trinitatis-Kirche Wolfenbüttel)

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Monteverdi Choir
Baroque Soloists
Evangelist: Mark Padmore
Jesus: Dietrich Henschel
Leitung: Sir John Eliot Gardiner

Informationen sind erhältlich im Internet:

http://www.soli-deo-gloria.info

http://www.cm-reimann.com

E-Mail: niemeyer@cm-reimann.com

Telefon: 0180/55 44 888 oder
Tel.: +49 (0) 30 / 67 80 111

Kartenpreise:

Preisgruppe 1 85,00 €
Preisgruppe 2 60,00 €
Preisgruppe 3 50,00 €
Preisgruppe 4 30,00 €
Preisgruppe 5 15,00 €

Da ich bereits von vielen weiß, dass sie an dem Konzert teilnehmen möchten, ist eine zeitige Reservierung anzuraten, der Vorverkauf beginnt in Kürze…..

Grüße

Volker

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Bereits abgegebene Kommentare:

J.E. Gardiner am 28. August 2008 in Grafenegg/Österreich


Hallo,

wer einen Urlaub in der lieblichen Wachau – Niederösterreich für 2008 plant, dem gebe ich einen Gardiner-Termin für dort bekannt:

Schlosspark Grafenegg (Foto: http://www.Grafenegg.at)

ORIGINALKLANG mit J. E. Gardiner in Grafenegg / Niederösterreich am Donnerstag, 28.8.2008

Ab 2008 wird dem Festival zusätzlich der neue Konzertsaal «Auditorium» zur Verfügung stehen mit ca. 1250 Sitzplätzen.

Konzertsaal Auditorium Grafenegg, Eröffnung 2008 (Foto: http://www.grafenegg.at)

Ab 2008 werden die Tonkünstler darüber hinaus jeweils für die Sommermonate Juli und August ihre Residenz in Grafenegg beziehen und jede Woche ein Konzert spielen.

Das internationale Musik-Festival Grafenegg wird dann den krönenden Abschluss einer beschwingten musikalischen Sommersaison bilden.

Do. 28.08.2008 / 19 Uhr, Auditorium

The English Baroque Soloists, The Monteverdi Choir

Sir John Eliot Gardiner Dirigent

Baroque Soloists / Monteverdi Choir / Mark Padmore,Tenor

Peter Harvey,Bass

Gesangs-Solisten:

Mark Padmore Evangelist, Peter Harvey Christus

Solisten des Monteverdi Choir

JOHANN SEBASTIAN BACH; Johannes-Passion BWV 245

EINFÜHRUNG am Donnerstag, 28.8.2008 / 18 Uhr, Reitschule Grafenegg, Michael White Moderation.

Donnerstag, 28.August 2008

«Es ist vollbracht!» wird zum triumphalen Ausruf des Gottessohnes, der wie sein Vater ewig lebt und außerhalb irdischer Begreifbarkeit steht. So verkündet es die «Johannes-Passion» in der Vertonung von Johann Sebastian Bach, die ebenfalls überirdisch scheint. Der Thomaskantor schuf eine nahe gehende musikalische Schilderung von Jesu Weg zum Kreuz, der bei diesem Evangelisten Teil des göttlichen Plans ist.

Um Sir John Eliot Gardiners inniges Verhältnis zu Musik des Glaubens und um die bestechend klingende Musizierweise seiner Ensembles weiß man in der Musikwelt seit vielen Jahren bestens Bescheid. Umso mehr darf sich das Festival-Publikum freuen, dass es nun in Grafenegg zur Passion mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir kommt.

Information & Tickets

Schloss Grafenegg,
Grafenegg Kulturbetriebsges.m.b.H., A 3485 Grafenegg 10, T: +43 (0)2735 5500

www.grafenegg.at

Mo. bis Do 9 – 17. 30 Uhr, Festivalkassa an Konzerttagen:12 Uhr bis nach dem Konzert

Tonkünstler-Kartenbüro: MuseumsQuartier Wien,Museumsplatz 1/e-1.2., A 1070 Wien

T: +43 (0)1 586 83 83, F: +43 (0)1 587 64 92

tickets@tonkuenstler.at

Mo bis Fr 9 – 17.30 Uhr

Preise für: The English Baroque Soloists, Monteverdi Choir, J. E. Gardiner

Normalpreis: € 89 / € 76 / € 61 / € 45 / € 29 / € 15

Mitglieder € 80,10 € 68,40 € 54,90 € 40,50 € 26,10 € 13,50

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