
J.S.Bach-Büste und Spiegelsaal im Schloss Köthen (Sachsen-Anhalt)
Liebe Bach-Freunde/innen !
Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:
Link: BWV als PDF-Download im Blog
stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 11.12.2011 begehen wir den “ 3. Advent “
Am 3. Sonntag im Advent steht der „Vorläufer des Herrn“, Johannes der Täufer, im Vordergrund. Während die Evangelienlesungen und die alttestamentliche Lesung dieses Thema aufgreifen, betrachten die Epistellesungen unseren Umgang mit der Botschaft, die wir empfangen haben, als Haushalter über die Geheimnisse Gottes (1. Kor 4, 1-5), als Hoffende (Röm 15, 4-13) und als die, die schlafen und das Kommen des Herrn verpassen, wenn sie nicht aufwachen (Offb 3, 1-6). Diese drei Aspekte sind schwer dem Thema unterzuordnen, es sei denn, man sieht darin die Reaktion auf die Botschaft des Propheten, denn alle drei sind geschrieben in der Erwartung, dass der Herr kommt, aber noch nicht endgültig da ist.
Es entfällt das „Gloria in excelsis“.
Am 3. Adventssonntag denken wir besonders an Johannes den Täufer, dessen Aufruf zur Buße uns auch heute erklingt. Aber er ist es auch, der hingewiesen hat auf das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. So bekennen wir unsere Schuld in dem Vertrauen, dass wir in Christus die Erlösung haben.
Mit diesem Wochenspruch aus dem 40. Kapitel des Buches des Propheten Jesaja werden wir heute am 3. Adventssonntag aufgefordert, Gott den Weg zu bereiten. Das bezieht sich nicht auf das Kommen zum Christfest, und es hat nichts mit dem schmücken der Weihnachtsstube zu tun. Wir sollen vielmehr den Weg bereiten für den Messias, den Erlöser der Welt, der alles neu macht. Er kommt, und zwar gewaltig.
(Textauszüge: © Martin Senftleben)———————————————————————
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Bach-Kantate für den 3. Advent
BWV 186 a – „Ärgre dich, o Seele, nicht“
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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik
Sonntag, 11.12.2011 von 09:05 – 10:00 Uhr
WDR3 – Livestream-Link:
http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html
Allgemein Link:
Programm: Link:
http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0
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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:
Johann Sebastian Bach
BWV 30 „Freue dich, erlöste Schar“
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo
Sandrine Piau, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
James Gilchrist, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir and Orchestra
Leitung: Ton Koopman
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NDRkultur – (Kantate)
Livestream – Link:
http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html
Programm – Link:
http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html
Archiv zum Nachhören:
http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html
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Sonntag, 11.12.2011
08:03 Uhr bis O8:40 Uhr
NDRkultur – Kantate
08:03 – 08:40 Uhr Kantate
Geistliche Musik am 3. Sonntag im Advent
Johann Sebastian Bach:
BWV 62 „Nun komm, der Heiden Heiland“
Nancy Argenta, Sopran / Petra Lang, Mezzosopran
Anthony Rolfe Johnson, Tenor / Olaf Bär, Bariton
Monteverdi Choir London / English Baroque Soloists
Ltg.: John Eliot Gardiner
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11.12.2011
SWR2
Programm:
http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html
Webradio:
http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html
8:03-8:30 Uhr
Joseph Rheinberger:
9 Advent-Motetten für gemischten Chor a cappella op. 176
Vocalensemble Rastatt
Leitung: Holger Speck
Ingo Bredenbach:
Improvisation über „Wie soll ich dich empfangen“
Ingo Bredenbach (Orgel)
Webradio: http://www.sr-online.de/sr2/351/
8:04-9:00 Uhr
Bach-Kantate
BWV 140 ‚Wachet auf, ruft uns die Stimme‘, Kantate am 27. Sonntag nach Trinitatis,
Julia Kleiter, Sopran Kurt Streit, Tenor Anton Scharinger, Bass Arnold-Schönberg-Chor Concentus musicus Wien Leitung: Nikolaus Harnoncourt
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11.12.2011
rbb kulturradio
Programm: http://www.kulturradio.de/programm/index.html
Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html
9:30-10:00 Uhr
J.S. Bach Kantate BWV 61
„Nun komm der Heiden Heiland“
Christine Schäfer, Sopran
Werner Güra, Tenor
Gerald Finley, Bass
Arnold-Schönberg-Chor Wien
Concentus musicus Wien
Nikolaus Harnoncourt
/ YouTube: BWV 186 a –
„Ärgre dich, o Seele, nicht“– (Interpret: Ton Koopman )
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/ YouTube: BWV 186 –
„Ärgre dich, o Seele. nicht „ – (Interpret: Gardiner)
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/ YouTube: Josef Rheinberger:
„Der Stern von Bethlehem“ op. 164 – (Interpret: Monteverdi Chor Würzburg)
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Kantaten-Beschreibung
zum BWV 61 – „Nun komm der Heiden Heiland„
Kantaten für den 1. Advent – Aufführungsort: St. Maria im Kapitol, Köln
am 03.12.2000
In der frühesten der drei Kantaten, BWV 61, die 1714 in Weimar entstand, setzte Bach den alten mittelalterlichen Gesang über die avantgardistischste Musik, die er damals kannte, die französische Ouvertüre Lullys, der am Hofe Ludwig XIV. das Monopol hatte, und er gibt damit diesem ersten Tag im liturgischen Kalender eine aus Erhabenheit, Ehrfurcht und Erwartung genau richtig gemischte Würze. Zehn Jahre später, in Leipzig, ist nun seine Vorlage für BWV 62 italienisch, ein Violinkonzertsatz mit dem typischen rhythmischen Schwung und der Gestik Vivaldis – italienisch auch in der Art, wie er die Vision eines ätherischen Engelorchesters heraufbeschwört, das an ein Fresko Filippino Lippis erinnert.
Aus diesem festlichen instrumentalen Hintergrund donnern in der Basslinie die acht Töne des zur Ikone gewordenen Hymnus hervor, wandern dann aufwärts zu den Oboen und von dort aus zu den Singstimmen, zuerst diminuiert, dann sich zu voller Pracht entfaltend, wenn sie von den Sopranstimmen (vom Zinken verdoppelt) vorgetragen werden. Sieben Jahre später, 1731, findet Bach neue Möglichkeiten, den Choral in BWV 36 zu integrieren: zunächst in alle drei Stränge des Sopran/Alt-Duetts mit ausgefeilter Continuolinie, dann in langen Notenwerten von den Tenorstimmen vorgetragen, während er sich den Weg durch das Geflecht einer Triosonate mit zwei Oboen d’amore und Continuo (Nr. 6) bahnt, und schließlich in die vierstimmige Harmonisierung der siebten Strophe von Luthers Choral (Nr. 8).
Von dem festlichen Zauber abgesehen, der diese drei gegensätzlichen Werke vereint, wohnt ihnen ein Gefühl der Erregung zu Beginn der Adventszeit inne. Diese ist ebenso auf den Charakter der Choralmelodie selbst zurückzuführen wie auch auf den zentralen Platz, den Bach Luthers Text zuweist. Trug er, indem er diesen besonders beliebten Choral so einfühlsam und phantasievoll verarbeitete, der lokalen Tradition und der Verbundenheit der Menschen mit diesem Lied bewusst Rechnung? Der Adventssonntag bot seiner Leipziger Gemeinde die letzte Gelegenheit, vor Weihnachten in der Kirche figurale Musik zu hören, und er eröffnete somit eine Zeit der Vorfreude und des Wartens.
Man kann sich auch vorstellen, wie sehr es die Gemeinde in Weimar wie auch in Leipzig begrüßt haben musste, sich von diesen Gefühlen der Schuld und der Angst vor Verdammnis und Höllenfeuer, die sich immer nur auf sie selbst konzentriert und die letzten Sonntage der Trinitatiszeit beherrscht hatten, endlich verabschieden zu können. Dieses Empfinden, endlich über dem Berg zu sein, fasst das strahlend freundliche Accompagnato für Sopran und Alt ‚Wir ehren diese Herrlichkeit’ zusammen, der vorletzte Satz von
BWV 62. Die beiden Stimmen bewegen sich in heiterer Stimmung in Paaren aus Quarten und Sexten im rhythmischen Unisono vorwärts, und nur ein flüchtiger Missklang beschwört die Düsternis des Winters herauf, der für die Gläubigen nun nichts Bedrohliches mehr hat.
© John Eliot Gardiner 2009
Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch
Übersetzung: Gudrun Meier
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Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Advent:
Link: h i e r zum Download als PDF Gardiner
Künstler-Beitrag –
Link: Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine
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/ YouTube: BWV 61
„Nun komm, der Heiden Heiland“ (Interpret: Harnoncourt)
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/ YouTube: BWV 36
„Schwingt freudig euch empor“ (Interpret: Gardiner )
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BWV 62 – Nun komm, der Heiden Heiland
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Ich wünsche allen Besuchern eine schönen Advent-Sonntag.
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Grüße
Volker

