Ein anspruchsvoller Artikel über den Thomaner-Chor Leipzig und seine Nachwuchssorgen

Es ist erfreulich, dass es noch seriöse Zeitungen gibt, die unvoreingenommen einen wirklich gut fundierten Artikel über den „Thomaner Chor“ Leipzig und seine Probleme darstellt.

Thomaner Chor im Alumnat Leipzig

Ich spreche von der Zeitung „DIE ZEIT“

Dieser Beitrag erschien am 3. Mai 2010 und berichtet in dem Artikel:

Entscheidung in der Villa Thomana

über das Problem: »Wir wollen nur die Besten, doch wegen der demografischen Entwicklung haben wir immer weniger Auswahl.«

Thomaner-Alumnat Leipzig

Zum gesamten Artikel über die Thomaner in „DIE ZEIT“ nachstehend.

Link: http://www.zeit.de/2010/18/S-Thomanerchor-Nachwuchs

In letzter Zeit wird in der pädagogischen Diskussion immer wieder betont, dass die Erziehung vor allem durch persönliche und gesellschaftliche Werte geprägt sein muss. Das chorische Zusammenleben der Thomaner erfüllt durch die Heranführung an eine strukturierte Tagesplanung, die lebendige Pflege des reichen musikalischen Erbes und einem sich entwickelnden Verantwortungsgefühl in der Gemeinschaft der Thomaner diesen Anspruch. Das Einhalten der gemeinsam erarbeiteten Hausordnung ist eine wichtige Bedingung für das Gefühl der Zusammengehörigkeit der Sänger unterschiedlichen Alters. Das gemeinsame Musizieren, Erarbeiten und Erleben der Musik schafft dabei eine zusätzliche Bande.

Eindrucksvolle Videos auf YouTube aus dem Jahr 1979 unterstreicht das tägliche Miteinander der Thomaner im Alumnat in Leipzig.

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In 2012 feiert der Thomaner Chor seinen 800. Geburtstag mit umfangreichen Festveranstaltungen.

PDF-Programm von 800 Jahre Thomana

Link zum Programm: http://www.thomana2012.de/800-jahre-thomana.pdf

forum thomanum

Thomaner-Alumnat Leipzig vor der Renovierung

Bis zum Jahr 2012 entsteht in Leipzig das forum thomanum – ein international ausgerichtetes Bildungszentrum bestehend aus einer Kindertagesstätte, einer Grundschule, einer internationalen Jugendmusikakademie und der Lutherkirche. Die Lutherkirche bildet das Zentrum des entstehenden Campus und ist zugleich Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum.

Am 21. März 2012 geben die Thomaner erstmals ein Konzert in der Leipzig-ARENA.

• Die besten Chöre der Welt erweisen Leipzig die Ehre: Kings College Choir (Cambridge), St. Thomas Boys Choir (New York), Wiener Sängerknaben, Regensburger Domspatzen…..

Im September 2012 will die Thomasschule eine eigene Festwoche feiern und einen Monat später dann die Thomaskirche.

Link zum 800. Jubiläum:  http://www.thomana2012.de/

Link: Historie Thomaner:  http://www.forum-thomanum.de/geschichte.html

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4 Gedanken zu „Ein anspruchsvoller Artikel über den Thomaner-Chor Leipzig und seine Nachwuchssorgen

  1. muriel

    Für mich hat der Thomanerchor unter Herrn Biller erschreckend an Qualität verloren. Sogar die Raminaufnahmen – geschweige die mit Kurt Thomas – sind besser als das, was der Chor heute singt. Und wie Knabenchöre singen können, wenn sie den geeigneten Leiter haben, zeigt der Winzbacher Knabenchor und vor allem – was war das für ein Qualitätssprung – der Kreuzchor.

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  2. Claudia

    Die Qualität der Knabenchöre kann ich nicht beurteilen, aber was da in Bezug auf den Nachwuchs in allen Bereichen auf uns zukommt, kann noch niemand ermessen. Was ich ebenfalls als Problem ansehe: Vor 100 Jahren hatten die Menschen Träume und haben daraufhin gearbeitet, z.B. Fliegen, Tauchen, etc, heute ist alles machbar und die Jugendlichen sind oft übersättigt. Über die Lehrlingsanwärter im Handwerk könnte ich Bücher schreiben. Andererseits wie sollen junge Leute eine Familie gründen, wenn sie in ihren fruchtbarsten Jahren von Praktikum zu Praktikum unbezahlt tingeln und danach von einer Zeitarbeit zur anderen wechseln? Oder sie werden total verheizt. Erschwerend kommt hinzu, dass Bindungen und Konfliktfähigkeit immer unverbindlicher werden, der nächste Partner wartet im Internet einen Klick weiter. Dazu diese verdammte Verflachung… auch wenn das speziell etwas weiter spannt als der Artikel, ich empfinde momentan dass wir mit Vollgas auf eine gesellschaftliche Götterdämmerung zurasen… ich werde wie Brünnhilde weiterhin an die Liebe glauben. Das mußte ich auf die schnelle mal loswerden.

    Claudia
    P.S: Am Sonntag war ich in der Marienvesper mit dem Knabenchor Hannover in E-Werden, ich habe nciht an einer einzigen Stelle den „normalen“ Chor vermisst, und ein Junge hat eine Altarie gesungen, das war wirklich traumhaft.

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  3. Volker

    Hallo Claudia, hallo muriel,

    die Stellungnahme von @Muriel kann ich nicht bestätigen. Die Thomaner habe ich in einer Bachkantate vor 2 Jahren in der Thomaskirche gehört und es war traumhaft, selbst die Knaben-Solisten haben mich durchweg überzeugt. Wenn ich mir die neuste CD – BWV 244 „Matthäus Passion“ von Riccardo Chailly, Gewandhaus-Orchester mit dem Tölzer- und Thomaner Chor anhöre, singen die beiden Knabenchöre fantastisch und überzeugend. Das ist doch das Original – Knabenchöre – wie sie J.S. Bach nur zur Verfügung standen und finde diese Tradition einfach angemessen und erfreue mich immer wieder an dieser hellen und frischen Gesangeskunst. Die Kruzianer sind meines Erachtens gleichwertig und kann keinen gravierenden Unterschied zu den Thomanern feststellen. Es lebe die Vielfalt in der Aufführungs-Wiedergabe, der Musikfreund kann sich entscheiden, welche Form er bevorzugt, mir sind die Knabenchöre jederzeit willkommen und genieße ihre Art des Singens.

    @Claudia, deine Ausführungen kann ich nur voll bestätigen. Es ist ein Jammer, in welcher Situation heute die Jugend sich teilweise entwickelt, mir graut davor, wenn ich die täglichen Berichte sehe, lese und höre. Als ehemaliger Personaler sehe ich die Entwicklung fast dramatisch, Fachkräfte waren kaum mehr zu bekommen und was sich aufgrund der Schulbildung und aus einem unglücklichen Umfeld des Elternhauses an Auszubildende bewarben, war schon frustierend. Aber, es gibt glücklicherweise auch großartige Ausnahmen, wo das Umfeld des Elternhauses i.O. ist und die schulische Leistung absolut top ist.

    Umso bejahender finde ich so ein Alumnat wie für die Thomaner, wo Bildung, Leistung, Erziehung, musikalische Ausbildung und ein gegenseitiges Miteinander noch gelehrt wird und die Gemeinschaft nicht auf der Strecke bleibt, dass ist oft an den öffentlichen Gross-Schulen nur noch schwer zu vermitteln…!!

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  4. Adamo

    Guten Morgen-, Claudia, Volker und muriel!

    Zuletzt hörte ich die Thomaner am Tage der Wieder-Eröffnung des Bach-Museums. Wie immer war ich wie elektrisiert.

    In dem ‚Zeit‘-Artikel kam ja vor allen Dingen raus, daß bereits in den Leipziger Kindergärten Jungens und ihre Eltern ermutigt werden, diese ganz besondere Bildungschance wahrzunehmen. Immerhin-, das Scheckbuch der Eltern spielt bei der Aufnahme zur Frühförderung zum Thomaner keine Rolle. Es werden nur das musikalische Gefühl und die daraus resultierenden Entwicklungschancen des Jungen beurteilt. Das ist doch eine außergewöhnlicher Ansatz!

    Natürlich-, die demografische Entwicklung läßt viele Verantwortliche etwas sorgenvoll in die Zukunft blicken. Solch ein Resignieren ist aber in fast allen kulturellen Bereichen festzustellen. Immerhin scheitert die Frühförderung und der Ausbau des Forum Thomanum nicht an finanzielen Mitteln. Die Träger des Ganzen-, Stadt Leipzig, Kirche und Vereinsmitglieder sind sich ihrer Verantwortung bewußt, eine 800 jährige bewährte Kultureinrichtung lebendig zu erhalten.

    Und eine weltweite Bach-Gemeinde steht hinter dem Jungen, der Thomaner werden will.

    Eine gelungenes Wochenende mit viel Musik und Familie wünscht euch

    Wolfgang

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