Nikolaus Hornoncourt im Interview DIE ZEIT


Hallo,

ein bemerkenswerter Artikel aus DIE ZEIT möchte ich dem Forum nicht vorenthalten, Nikolaus Harnoncourt im Gespräch über Karajan, Furtwängler, etc. und als Cellist bei den Wiener Symphonikern.

»Er sah mich als Verräter«

Der junge Nikolaus Harnoncourt spielte noch Cello unter Karajans Leitung. Später wurde er als Dirigent dessen bedeutendster Antipode. Doch im Gespräch zeigen sich auch Gemeinsamkeiten

Der Österreicher Nikolaus Harnoncourt kam 1929 in Berlin zur Welt. Er wurde berühmt durch sein Concentus Musicus, ein Ensemble mit historischen Instrumenten. Von 1972 an trat er auch als Dirigent auf und revolutionierte mit seiner Ästhetik der "Klangrede" unser Verständnis der Klassik

Der Österreicher Nikolaus Harnoncourt kam 1929 in Berlin zur Welt. Er wurde berühmt durch sein Concentus Musicus, ein Ensemble mit historischen Instrumenten. Von 1972 an trat er auch als Dirigent auf und revolutionierte mit seiner Ästhetik der „Klangrede“ unser Verständnis der Klassik

Fotorechte:

Er hat wie kein anderer bewirkt, dass Musik des Barock heute überwiegend auf historischen
Instrumenten gespielt wird, dass Interpreten sich für die musikalischen Sprachregeln der
Epochen bis hin zur Romantik interessieren. Damit steht Nikolaus Harnoncourt im Gegensatz zu den einheitlich am »modernen« Orchesterklang orientierten Interpretationen, wie Karajan sie realisierte. Der Konflikt der beiden Lager trug zeitweise ideologische Züge bis hin zu Karajans Festspielverbot für den Revolutionär.

Heute gelten beide als die einflussreichsten Dirigenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Grund genug, mit Harnoncourt über den Mann zu sprechen, unter dessen Leitung er einst selbst spielte. Ebenfalls anwesend: Harnoncourts Frau Alice, Geigerin, ein Jahr jünger als er. Während unseres Treffens in der Wiener Wohnung des Ehepaars ist sie über eine Partitur gebeugt – und greift ins Gespräch ein, wenn’s nötig ist……….

Zum ganzen Artikel in DIE ZEIT “ hier klicken !!

Viel Spass beim Lesen eines aufschlussreichen Artikels der Gegenwart..!

Gruss

Volker

Reihe "Klassik à la carte" werden vom NDR immer erst am Tag vorher bekannt gegeben


@Barbara sagt:

Hallo,

die Gäste für die Reihe „Klassik à la carte“ werden vom NDR immer erst am Tag vorher bekannt gegeben. Deshalb hier ein Tipp zwischendurch:

Klassik à la carte | 05.03.2008 13:00 – 14:00 Uhr

Ein Faible für Alte Musik
Der spanische Musikwissenschaftler und Gambist Jordi Savall im Gespräch mit Friederike Westerhaus

Er gilt neben Nikaolaus Harnoncourt als einer der Hauptakteure der Alte-Musik-Bewegung und ist nun mit seinem Ensemble „Le Concert des Nations“ in Hamburg zu Gast: Jordi Savall. In der Sendung Klassik à la carte auf NDR Kultur spricht der katalanische Gambist und Musikwissenschaftler, dessen Ensembles auf historischen Instrumenten spielen, über seinen musikalischen Werdegang und die Liebe zur alten Musik.

mehr hier:

http://www.ndrkultur.de/programm/sendungen/klassik_a_la_carte/studiogastsavall2.html

Wer zu dieser Zeit weder hören noch aufnehmen kann, kann später auf dieser Seite

http://lsd.newmedia.tiscali-business.com/bb/redirect.lsc?rewrite=

http://www.ndr.de/podcastxml/ndrkultur_klassikalacarte.xml&content=content&media=mp3

die Sendung nochmals abrufen. Allerdings wird aus rechtlichen Gründen nur das Interview OHNE die Musikbeiträge bereitgestellt.

Noch schnell nebenbei: Nachdem ich jetzt die erste Hälfte von Händels Brockes Passion, am Freitag aus Oslo aufgenommen, gehört habe, kann ich nur sagen: Leute, wer noch nicht aufgenommen hat, sollte es unbedingt am Dienstag tun – oder Freitag in Köln ins Konzert gehen. Der Text ist grauselig, aber die Musik lässt das ganz vergessen. Und die Musiker sind erstklassig (und die Übertragungsqualität auch).

Viele Grüße
Barbara

Das Antlitz von J.S. Bach von Wissenschaftlern am Computer rekonstruiert !


Eisenach, 3. März 2008

Das Antlitz von J.S. Bach  von Wissenschaftlern am Computer rekonstruiert !

Das rekonstruierte Antlitz von Johann Sebastian Bach (1685-1750) wird an diesem Montag im Institut für Anatomie der Charité in Berlin erstmals öffentlich vorgestellt.

Linkes Bild: Porträt von E.G. Hausmann von 1746  /  rechtes Bild: Computeranimation von J.S. Bach

Am 21. März, dem Geburtstag des Barockkomponisten, soll die Büste im Bachhaus enthüllt werden. Die Anthropologin Wilkinson hat nach einem 1894 gefertigten Bronzeabguss von Bachs Schädel zuerst die Muskelstränge, dann die Fettschichten nachgebildet. Eine Spezialfirma wird die nach dem Computermodell entstandene neue Bachbüste in eine Form gießen. 

Wie der Komponist zum Ende seines Lebens hin wohl aussah, war bisher nur von einem 1746 gemalten Gemälde von Elias Gottlob Hausmann abzulesen. Es gilt als das einzige überlieferte Bild, für das Bach Modell gesessen hat.

(Quelle: dpa)


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Warnung an alle User beim Aufruf der Web-Seite www.monteverdi.tv.


Hallo,

ich möchte an dieser Stelle eindringlich vor einen Virus warnen, der die Web-Seite:
betrifft, dort wird  „bei der Installation ein Virus mitgeliefert !!“

Grüsse
Volker


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HERFORDER ORGELSOMMER 2008


Hallo,

gerne komme ich einem Ersuchen der Münster-Gemeinde nach und möchte für alle Interessenten der Orgelmusik wieder auf ein Highlight in Herford / Ostwestfalen hinweisen:

HERFORDER ORGELSOMMER 2008

29. Juni – 24. August 2008

„Transkription – Improvisation“


Foto: Münster zu Herford (© Copyright V.Hege)

Foto: Die große Münster-Orgel (© Copyright V.Hege)

Auszüge aus dem Programm:

Sonntag, 29. Juni 2008, 18.00 Uhr

Herforder Münster
ERÖFFNUNGSKONZERT
Tomasz Nowak
/ Detmold – Münster
Werner Rehm, Sprecher
Franz Liszt: Eine Faust-Symphonie
Eintritt frei / Kollekte

Freitag, 4. Juli 2008, 21.00 Uhr

Herforder Münster
NACHTKONZERT I
– „Kinoorgel“
STUMMFILM mit ORGELMUSIK
Stefan Schmidt
/ Würzburg
„La Passion de Jeanne d’Arc“
Eintritt frei / Kollekte

Sonntag, 6. Juli 2008, 18.00 Uhr

Herforder Münster
ORGELKONZERT
Jane Parker-Smith
/ London GB
Eintritt frei / Kollekte

Montag, 7. Juli bis Mittwoch 9. Juli 2008

Herforder Münster
MEISTERKURS mit Jane Parker-Smith

Kosten aktiv 120,– Euro / passiv 60,– Euro.
(Schüler und Studenten 100,– / 50,–)
Anmeldung bei Stefan Kagl,
Münsterkirchplatz 2, 32052 Herford, Tel: 05221/27 69 77,
Fax: 27 69 78, e-mail: Muensterkantor.Herf@teleos-web.de

Anmeldeformular zum Download (PDF) PDF zum Download
Repertoireliste Download (PDF) PDF zum Download

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Sonntag, 10. August 2008, 18.00 Uhr

St. Marien Stift Berg
ORGELKONZERT zum 60. Jubiläum
der Hochschule für Kirchenmusik / Herford
Uwe-Karsten Gross, Rolf Schönstedt
und Helmut Fleinghaus
Eintritt frei / Kollekte

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Sonntag, 17. August 2008, 18.00 Uhr

Neuer Veranstaltungsort: Ev. reform. Petri Kirche in Herford


(Fleyer Rechte: Ev. reform. Petri Gemeinde Herford)


Neue Aufführungsstätte: Ev. Petri Kirche, Herford

verlegt von St. Johannes Baptist

in die Ev. reform. Petri-Kirche Herford (mit Link-Angabe)

Google-Maps zur Ev. reform. Petri-Kirche, Herford, Wilhelmsplatz 4

Größere Kartenansicht

KONZERT für SOPRAN und ORGEL
Brigitte
und Burkhard Ascherl / Bad Kissingen
Eintritt frei / Kollekte

Foto: Ev. reform. Petri Kirche Herford (© Copyright V.Hege)

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Sonntag, 24. August 2008, 18.00 Uhr

Herforder Münster
ABSCHLUSSKONZERT
Bläser der Christuskirche Herford
Stefan Kagl
, Orgel
Mussorgski: Bilder einer Ausstellung u.a.
Eintritt frei / Kollekte

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Das komplette Programm des Orgelsommers
mit Informationen zu allen Künstlern und Werken als PDF zum Herunterladen.PDF zum Download
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CD-Einspielung:

Stefan Kagl, Organist am Herforder Münster, spielt Orgelmusik aus europäischen Kathedralen
an der 2006 renovierten Hauptorgel des Herforder Münsters“



Werke von Johann Sebastian Bach, Jean Langlais, Eduardo Torres, Craig Sellar Lang, Jesús Guridi, Joseph Jongen, John Ireland, Franscis Jackson, Louis Vierne und William Walton

Erhältlich im Ev.-Luth. Gemeindebüro Herford-Mitte, Münsterkirchplatz 2, Tel. 05221/15819

und

Herford, Höckerstr.6

Der Preis von 17,00 Euro kommt den Renovierungskosten der Orgel im Herforder Münster zugute.


Grüße
Volker


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Leipzig: Modernste Technik rückt Bachs h-Moll-Messe in neues Licht


Hallo,

News aus der Bach-Welt! Vom 29.02.2008,

dieses werde ich in loser Folge in Zukunft aktuell dem Forum anbieten.

Leipzig: Modernste Technik rückt Bachs „h-Moll-Messe“ in neues Licht

In den kommenden zwei Wochen wird das Autograph der h-Moll-Messe Johann Sebastian Bachs in der Restaurierungswerkstatt der Staatsbibliothek zu Berlin von Mitarbeitern des Bach-Archivs Leipzig und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung Berlin mit Hilfe der sogenannten Röntgenfluoreszenzanalyse untersucht. Dabei soll herausgefunden werden, welche Teile des zudem durch Tintenfraß geschädigten Manuskripts von Johann Sebastian und welche von seinem Sohn Carl Philipp Emanuel geschrieben wurden.


(Nähere Angaben zur Partitur der h-Moll Messe  h i e r  !)

Nach Bachs Tod hat sein zweitältester Sohn (C.P.E. Bach) vor allem im Credo erheblich in das Autograph eingegriffen. Probeuntersuchungen im September letzten Jahres ergaben, dass die Zusammensetzung der Tinten bei J. S. Bach und C. P. E. Bach hinreichend unterschiedlich ist, um sie mit hoher Sicherheit getrennt zu identifizieren. Das komplizierte Verfahren, das erstmals an einer Bach-Handschrift angewendet wird, macht sich die Eigenschaft von Atomen zu Nutze, unter Energieeinwirkung – hier durch Röntgenstrahlen – selbst Röntgenstrahlen auszusenden. Dieser Vorgang wird als Röntgenfluoreszenz bezeichnet. Diese Röntgenstrahlen sind charakteristisch für das jeweilige Atom und ermöglichen so die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung des untersuchten Materials.

Für die Wissenschaftler des Bach-Archivs ergeben sich durch diese Untersuchungsmethode neue Perspektiven für die Forschung. In Bezug auf die h-Moll-Messe erhofft man sich neue Erkenntnisse über den Zustand des Autographs bei Bachs Tod sowie über den Anteil des Sohnes an der heute überlieferten Werkgestalt. Mit ersten Ergebnissen wird im Frühjahr gerechnet. 

Anlass für die Untersuchungen ist die geplante Neuausgabe der „h-Moll-Messe“ für den ersten Band der Revidierten Neuen Bach-Ausgabe, welcher 2009 erscheinen soll.

Grüße
Volker

@Quelle http://www.nmz.de

Radiotipps für die 10. KW


@Barbara sagt:

Hallo zusammen,

nach längerer Zeit steht wieder einiges auf meiner Aufnahmeliste für die nächste Woche.
Zuerst 2 Bachkantaten mit Ton Koopmann:

2.3. 9-10 Uhr
WDR 3
Johann Sebastian Bach Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn, BWV 157, Kantate für Tenor, Bass, Chor, Streicher und Basso continuo; James Gilchrist, Tenor; Klaus Mertens, Bass; Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

9.3. 7-8 Uhr
Nordwestradio
Bach, Wir danken dir, Gott, wir danken dir, BWV 29
mit Sandrine Piau, Sopran, Bogna Bartosz, Alt, James Gilchrist, Tenor, Klaus Mertens Bass, Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman

http://www.radiobremen.de/ueber_uns/presse/pdf/nwradio_2008_kw10.pdf

9.3. 22-24 Uhr
NDR Kultur
Am 9.3. überträgt NDR Kultur ein im letzten Jahr aufgezeichnetes Konzert mit dem Oratorium „Die Israeliten in der Wüste“ von CPE Bach. Ich finde seine Oratorien durchaus hörenswert. Mitwirkende: Cornelia Samuelis und Bettina Pahn, Sopran, Jörg Dürmüller, Tenor, Marcus Niedermeyr, Bass, Chor St. Michaelis Hamburg, Dresdener Barockorchester, Ltg.: Christoph Schoener

Schließlich habe ich noch einen Konzerttipp für die im Kölner Raum wohnenden:

07.03.2008 Freitag 20:00 Uhr

Brigitte Geller Sopran (Tochter Zion)
Christine Landshamer Sopran (Maria)
Alexander Schneider Countertenor (Judas)
Hans Jörg Mammel Tenor (Evangelist)
Sebastian Noack Bass (Jesus)
James Gilchrist Tenor (Petrus
Collegium Vocale Gent
Akademie für Alte Musik Berlin
Marcus Creed Dirigent

Georg Friedrich Händel
Der für die Sünden der Welt gemarterte und sterbende Jesus. Passion für Soli, Chor und Orchester nach Texten von Barthold Heinrich Brockes HWV 48
„Brockes-Passion“

http://www.koelner-philharmonie.de/de/01_konzertsuche/detailansicht.php?id=100150

Dies ist ein sehr selten aufgeführtes Werke und in der Besetzung sicher sehr hörenswert. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, mich in den Zug zu setzen, aber aus gesundheitlichen Gründen wird das sicher nicht klappen. So habe ich ein wenig gewühlt und herausgefunden, dass im norwegischen Radio dieses Konzert übertragen und noch ein zweites Mal gesendet wird.

29.2. 19:00 – 21:30
Nrk_Klassik (Norwegen)

http://www.nrk.no/kanal/nrk_alltid_klassisk/5863131.html

19.00: Oslo Internasjonale Kirkemusikkfestival (P2)
Direkte fra åpningskonserten i Trefoldighetskirken

Brockes pasjonsoratorium, av Georg Friedrich Händel.
Collegium Vocale Gent og Akademie für alte Musik Berlin. Dirigent: Marcus Creed.

4.3. 17 – 19:30

Nrk_Klassisk (Norwegen)

http://www.nrk.no/kanal/nrk_alltid_klassisk/5862964.html

17.00: Oslo Internasjonale Kirkemusikkfestival
Brockes pasjonsoratorium, av Georg Friedrich Händel.
Collegium Vocale Gent og Akademie für alte Musik Berlin. Dirigent: Marcus Creed.

Dank Internet ist es kein Problem, dieses Konzert zu hören. Die Besetzung, die hier angegeben ist, stimmt allerdings nicht. Die Kölner Besetzung ist die wahrscheinlichere.

Ich möchte Euch auch nicht den Link vorenthalten, über den ich über einen Zufall erst auf diesen Sender gestoßen bin. Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes gesucht:

Radio Stations on the Web:

http://gfhandel.org/radiotv.htm

Volker, vielleicht kannst Du diesen Link noch auf die Radioseite setzen?

Ganz zum Schluss schon einmal einen Ausblick auf den August: Mark Padmore hat folgendes Konzert auf seiner Website angekündigt:

Sonntag, 24.8.2008, Royal Albert Hall London, Bach Johannespassion, Sir John Eliot Gardiner
Heißt: zu diesem Zeitpunkt finden in der Royal Albert Hall die PROMS-Konzerte statt, die samt und sonders live von BBC übertragen werden und jeweils eine Woche lang abrufbar sind.

Heißt: erst freuen wir uns auf die Aufführung in Wolfenbüttel und können später noch einmal die Erinnerung auffrischen.

Euch allen eine schöne Woche
Barbara

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P.S. Hallo Barbara, deine angegebenen Links habe ich mit Neu ! aktualisiert.
Der Link zu den Web-Radios nachstehend:

http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2008/01/web-radios-im-internet.html

Gruß
Volker


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DVD aus der Reihe "Great Composers" – Johann Sebastian Bach erschienen !


Hallo,

ich möchte auf eine DVD aufmerksam machen, die in der Reihe
Great Composers – Johann Sebastian Bach (NTSC)“
erschienen ist.

DVD Johann Sebastian Bach
Produktinformation:

Regisseur(e): James Runcie
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch
Bildseitenformat: 4:3
Anzahl Disks: 1
BBFC: Keine Altersbeschränkung
Studio: WMG Central Europe
DVD-Erscheinungstermin: 29. September 2006
Spieldauer: 59 Minuten
Nähere Einzelheiten zu der DVD können nachstehend eingesehen werden.

Grüsse
Volker


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Besprechung: CD’s von SDG 141 Vol.3 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Februar 2008


Hallo,

nach Erhalt der neuen CD’s vom Label „Monteverdi“ beginne ich mit meiner Rezension der ersten CD“ von SDG 141 / Vol. 3 für den 4. Sonntag nach Trinitatis.

SDG 141 Volume 3 (2 CD’s) Kantaten für den 4. Sonntag nach Trinitatis

Aufführungsort: am 16. Juli 2000 in „Tewkesbury Abbey“ und

am 23. Juli 2000 in Mühlhausen / Thüringen, „Divi Blasii Kirche“


Click here „Gardiners-Reisetagebuch for a German Translation of the sleeve notes.
Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von Nicolas Robertson
zur SDG 141 Vol.3

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BWV 24 – Ein ungefärbt Gemüte
BWV 185 – Barmherziges Herze der ewigen Liebe
BWV 177 – Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ

Gesangs-Solisten: Magdalena Kozená, Sopran | Nathalie Stutzmann, Alt
Paul Agnew, Tenor | Nicolas Teste, Bass
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Die Kantate: BWV 24 „Ein ungefärbt Gemüte“ für den 4. Sonntag nach Trinitatis entstand zum 20. Juni 1723 in Leipzig und wurde höchstwahrscheinlich in dem gleichen Gottesdienst aufgeführt.
Diese Komposition betont die zentrale Stellung des Bibelwortes durch eine geringstimmige Instrumentierung. In der Eingangsarie bilden die geführten Violinen und Viola eine Obligatstimme; in dem Alt und Continuo zu einem einheitlichen Trio verschmelzen.

Hervorheben möchte ich die großartige Rhytmik der Violinen im Eingangssatz, eine Altistin; Nathalie Stutzmann, die zu überzeugen weiss.

Das anschließende Tenor-Rezetativ: „Die Redlichkeit ist eine von den Gottesgaben“ von Paul Agnew gesungen, wird wortverständliche und mit einem guten Timbre ausgestattet, anschaulich vorgetragen.

Der 3. Satz mit dem Choral: „Alles nun, das ihr wollet“ wird vom Monteverdi Choir mustergültig ausgesungen eine prächtige Unterstützung erfährt der Chor durch das Orchester und mit dem prächtig agierenden Clarino über der vollen Streichergruppe. Dieser Satz strotzt voller Musikalität und gelingt allen Beteiligten aufs vortrefflichste, sie bedeutet für mich ein besonderes Herzstück in dieser Kantate.

Im 4. Satz des Bass-Rezitativs: „Die Heuchelei ist eine Brut“ singt ein Bassist (Nicolas Teste) diesen Part stimmlich perfekt, ausgestattet mit einem Volumen an Sangeskraft, die in diesem schönen Rezitativ voll zur Geltung kommt und entsprechende Gesangs-Nuancen zu setzen weiss.

In der Tenor-Arie: „Treu und Wahrheit sei der Grund“ (Paul Agnew), Mustergültig und stark im Ausdruck weiss mich dieser Tenor zu überzeugen.

Den Schlusspunkt setzt ein wunderbarer Choral: „O Gott, du frommer Gott.“
In würdevoller und bedächtiger Schönheit singt der Monteverdi Choir diesen prächtigen Choral und der Hörer wird durch den Chor geradezu animiert, summend in den Lobpreis „Gottes“ mit einzustimmen…!!

Die Kantate: BWV 185 „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“ für den 4. Sonntag nach Trinitatis wird der Weimarer Zeit zum 14. Juli 1715 zugeordnet.
Bei ihrer Wiederaufführung in Leipzig am 20. Juni 1723 hat Bach einiges verändert, insbesondere das für Weimarer Chorton-Aufführung verfasste Werk endgültig in die Kammertonart g-Moll umgeschrieben, da fis-Moll ungewöhnlich tief gelegen hatte.

Hierzu bemerkt Gardiner in seinem Reisetagebuch folgendes:

Unserer eigenen Aufführung legte wir die letzten Überarbeitungen zugrunde. Whittakers Analyse verfängt sich in dem ‚Dornenrosen des Franck’schen Textes, die in so reichem Maße dem jungen Komponisten auf den Weg gestreut werden, während Albert Schweitzer der Meinung ist, die Schönheit dieser Kantate werde „durch den trockenen moralisierenden Text etwas beeinträchtigt“. Ich bin mir nicht so sicher. Bach findet geeignete Mittel, Francks harmlose Paraphrase der Weisung des Evangeliums „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ auf überzeugende Weise wiederzugeben.

Im 1. Satz: Duett für Sopran: (Magdalena Kozená) und Tenor: (Paul Agnew) mit dem „Barmherziges Herze“
agieren zwei vortreffliche Gesangspartner. Welch eine göttliche Stimme des Soprans dazu als ein ebenbürtiger Partner der Tenor, sie passen stimmlich perfekt zueinander. Das Cello und Clarino unterstützen den Gesang perfekt und wissen den Hörer zu berühren.

Im 2. Satz das Rezitativ für Alt (Natalie Stutzmann), „Ihr Herzen, die ihr euch“ scheint mir die Stimme der Altistin ein wenig zu stark in ihrem Timbre zu klingen, während das Orchester in warmen Klangfarben sich wohltuhend davon abhebend agiert und erklingt.

Ansprechender agiert die Altistin im 3. Satz mit der Alt-Arie „Sei bemüht in dieser Zeit“, eine fantastische orchestrale Musik erklingt in diesem schönen Satz, ein Genuss für den Hörenden…!

Das Bass-Rezitativ (Nicolas Teste), „Die Eigenliebe schmeichelt sich!“ Ein hervorragender Bass weiss sich hier gekonnt zu artikulieren und findet seine entsprechende perfekte gesangliche Fortsetzung im 5. Satz mit dem „Das ist der Christen Kunst.“

Der Schlusspunkt wird gesetzt mit dem Choral: „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.“
Der Chor ist überwältigend und rundet eine wunderschöne Kantate mit ihrer Sangeskunst zu einer gekonnten Wiedergabe entsprechend ab.

Kantate: BWV 177 „Ich ruf zu dir, Herr Herr Jesu Christ“ für den 4. Sonntag nach Trinitats wurde am 6. Juli 1732 in Leipzig aufgeführt. Es ist eine Choral-Kantate und verzichtet auf Rezitative.

Der 1. Satz, mit dem Eingangs-Choral „Ich Ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ hebt sich in von dem zuvor gehörten einfachen Choral als Schluss-Satz des BWV 185 in seiner Vielseitigkeit und kompositorischen Größe absolut von dem vorgenannten ab. Was Bach hier an Komponier-Kunst an den Tag legt, lässt seine Genialität wiederum bewundern. Schon die Eingangs-Sinfonia der Streicher ist erwärmend zu hören und erfährt mit den danach einsetzenden Einzelstimmen des Chores und im weiteren Verlauf einen weiteren Höhepunkt im Eingangs-Satz.

Die im 2. Satz anschließende Alt-Arie (Natalie Stutzmann), – „Ihr Herzen, die ihr euch“ – erklingt in Verbindung mit dem BC durchaus wohltuhend, hier überzeugt N. Stutzmann mit ihrem Gesangs-Stil.

Der 3. Satz mit der Sopran-Arie: „Verleih, dass ich aus Herzensgrund“ ist eine bewundernswerte Sopranistin zu hören, Magdalena Kozená mit ihrem Engels-Gesang ist betörend schön, vortrefflicher kann diese zu Herzen gehende Arie nicht zu Gehör gebracht werden, dieser Perlen-Gesang ist ein weiterer Höhepunkt in dieser Kantate, dazu das BC und Fagott, das ist für mich himmlische Musik, die Gardiner so perfekt umzusetzen in der Lage ist, genial gelungen…!

Nicht minder schön gelungen im 4. Satz die anschließende Tenor-Arie: „Lass mich kein Lust“ durch Paul Agnew. Die Gesangs-Solisten sind in dieser CD einmal als gelungene Interpreten besonders zu vermerken, hier standen Gardiner Top-Sängerinnen und Sänger zur Verfügung. Die Violinen, BC und Fagotte zaubern in diesem Satz eine beschwingende Musik der Genialität, die Ausarbeitung eines weiteren Höhepunktes durch den Sir, einfach perfekt gelungen eine weitere Akzentuierung zu setzen.

Betörend erklingt der Schluss-Choral mit dem „Ich lieg im Streit und widerstreb“ die Gesangs-Kultur und Wiedergabe ist in sich eine geschlossene Einheit, das Singen dieser Wunder-Sängerschar lässt einen erschauern und beglückend miterleben, welch großartige Mitwirkende Gardiner in dieser Einspielung zur Verfügung standen.

Im Anschluss daran als Aufführungsort: am 23. Juli 2000 „Divi Blasii Kirche“ in Mühlhausen.

Die Mitwirkenden: Joanne Lunn (Sopran), William Towers (Alto), Kobie van Rensburg (Tenor), Peter Harvey (Bass).

Zum Ratswechsel in Mühlhausen BWV 71 „Gott ist mein König“

J. S. Bach war als Organist von 1707 bis 1708 in der Freien Reichsstadt Mühlhausen/Thüringen an der Kirche „Divi Blasii“ beschäftigt. Ihm oblag in der Reichsstadt die gesamte Kirchenmusik. Aus Anlass des Ratssherrenwechsel am 4. Februar 1708 erteilte ihm der Rat der Reichsstadt den Auftrag, zum Gottesdienst diesen Ratsherrenwechsel mit einer eigenen Komposition mit Festmusik auszugestalten.
Die Instrumentierung ist dem Anlass entsprechend üppig von Bach besetzt worden. Vier Instrumental-Chöre, 3 Trompeten, Pauken, 2 Blockflöten, Violoncello, 2 Oboen, Fagott, 2 Violinen, Viola. Diese Komposition ist in Mühlhausen erhalten geblieben und liegt dort zur Einsicht aus.

Jubelnd ertönen die Pauken und Trompeten im 1. Satz: „Gott ist mein König von altersher“ es ist ein höchst wechselvolles, dynamisch differenziertes Klanggebilde zu vernehmen, reizvoll die im Wechsel einsetzenden Vokal-Stimmen die als Unterstützung des Wortes mit einem großen Chor dies untermauern. In meisterlicher Manier setzt der Monteverdi Choir die entsprechenden Akzente in diesem großartigen Satz.

Der 2. Satz mit der Arie“ Ich bin nun 80 Jahr“ für Tenor (Kobie van Rensburg) und Sopran (Joanne Lunn) harmonieren prächtig zusammen und bezaubern durch ihren Gesang.

Aus diesem üppigen Werk möchte ich noch den 5. Satz für Alt-Arie (William Towers) mit dem „Alt durch mächtige Kraft“ erwähnen, klar verständlich und in seiner Gesangs-Artikulation durchaus akzeptabel meistert er mit Unterstützung der Trompeten diesen Part.

Der 6. Satz mit dem „Du wollest dem Feinde“ erscheint mir in seiner polyphonen Ausarbeitung ein besonderes Highlight zu sein, diesen Satz kann ich mir immer wieder anhören so schön ist er bis in die kleinste Nuance von Gardiner interpretiert und ausgefeilt von allen Beteiligten dargeboten worden… eine Traummusik, wo man ins Schwärmen gerät, großartig … !!

Die prächtige volle Instrumentierung mit Pauken und Trompeten beenden im Schluss-Satz mit dem „Das neue Regiment“ ein Früh-Werk von J.S. Bach, das fast nicht wiederholbar erscheint, so ungezwungen und gefüllt mit einer Vielseitigkeit an Musik erlebt man ein Werk von Bach selten.

Den Ausführenden, ob Monteverdi-Choir, Baroque Soloists oder Gesangs-Solisten gelingen eine außergewöhnliche Wiedergabe eines Früh-Werkes von J.S. Bach, an dem sich der Hörer ergötzen kann. Gardiner sei dafür gedankt, dass er diese wunderschöne Komposition mit in seine Cantata Pilgrimage Tour aufgenommen hat.


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Bekehrung zu Ton Koopmann


Lieber Volker, lieber Blogger,

ich hatte eine Bekehrung. Ton Koopman und seine Bachkantaten haben mich völlig zu sich gezogen. Hätte ich nur Zeit. 

Foto: Ton Koopman
Am Wochenende hörte ich Ausschnitte von JPC und sah(!)
bei www.you tube.com 
Ausschnitte aus Kantaten und der Matthäuspassion. 
Ganz unbeschreiblich. Mertens, Pregardien, Lisa Larsson, Cornelia Samuelis, Deborah York…ich bin mit fliegenden Fahnen übergelaufen. Kein Harvey mehr mit Zitterstimme, keine englischen Dramatiker im Tenorfach…Entschuldigt, Ihr wisst, Konvertiten sind ganz abscheulich, eine Pest für die Menschheit…und ich bin eine Konvertitin. 
Foto: Amsterdamer Barock-Orchester
Was für ein Orchester, was für ein Chor…vielleicht ist es doch nicht so toll mit Originalmitschnitten. Ach, den (neuen)Meister vergaß ich. Wie der dirigiert und vor allem, was er aus seinen Orgelparts macht, das ist sensationell. Sehr und hört euch mal was aus dem Fundus der Amsterdamer an.

Liebe Grüße

von muriel, die freiwillig auf den Scheiterhaufen steigt, wenn es verlangt wird.

Eine Wiederveröffentlichung einer legendären Matthäus-Passion mit Fritz Wunderlich


3 CD’s J.S. Bach „Matthäus-Passion, BWV 244“

Peter Pears, Hermann Prey, Elly Ameling, Fritz, Wunderlich,
Marga Höffgen, Tom Krause, Stuttgarter Hymnus-Chorknaben,
Kammerorchester Stuttgart,
Leitung: Karl Münchinger

22,99 € bei jpc

Neuveröffentlichung im Februar 2008 mit

H i e r Hörproben einer genialen Gesangs-Riege“

der Unsterblichkeit.
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Die Matthäus-Passion BWV 244″ wurde mit der Crème der deutschen Sängergilde präsentierte. Die Aufnahme entstand in der Kirche von Schloss Ludwigsburg bei Stuttgart und brachte unter anderem

Fritz Wunderlich (Tenor), Peter Pears (Evangelist), Herrmann Prey (Jesus), Elly Amening (Sopran), Marga Höffgen (Alt), Tom Krause (Bass), Heinz Blankenburg (Petrus) und August Messthaler (Judas) zusammen.

Für den orchestralen Rahmen sorgte das Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Karl Münchinger und die Chorpassagen sangen die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Besondere Sorgfalt wurde auch auf die räumliche Verteilung der Stimmen während der Aufnahme gelegt, so dass ein Meisterwerk der geistlichen Musik unter idealen Bedingungen für die Nachwelt festgehalten werden konnte.

Für den unvergessenen Fritz Wunderlich blieb das Vokal-Werk von Johann Sebastian Bach, dessen numinose Schönheit faszinierende Möglichkeiten der Interpretation bot sein beliebtes Betätigungsfeld, er war ein Bewunderer der Bach’schen Vokalwelt.


Fritz Wunderlich, Tenor

In der vorliegenden Einspielung glänzen überragende und unvergessene Sängerinnen und Sänger der 60-er Jahre, die tiefe Verbundenheit mit der erschütternden Passions-Musik von J.S. Bach ist prägnant und gehört mit in die Archiv-Aufnahmen des Jahrhunderts, die Faszination und packende Wiedergabe ist mehr als berührend, eine Aufnahme, die ich wärmstens empfehlen kann, sie sollte in keinem Archiv fehlen…!!

Grüße
Volker


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Interview in der TIMES ONLINE: mit Mark Padmore und Ian Bostridge zur Johannes-Passion


(Fotorechte:

@Barbara sagt:

Hallo,

eine kleine Einstimmung auf die Johannes Passion am 21.3.2008 um 20:00 Uhr, in der Trinitatiskirche in Wolfenbüttel:

Interview in der TIMES ONLINE mit Mark Padmore versus Ian Bostridge in St John’s Passions

Mark Padmore and Ian Bostridge, both about to sing the same part in rival St John Passions in London, compare notes.

Link: englische Original-Seite „Times Online“

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/stage/opera/article3370176.ece

Gruß Barbara

P.S. Eine deutsche Google-Übersetzung ist unter Kommentare von mir hinterlegt, einsehbar !
@Volker

Bach Digital: Kooperation des BachArchiv Leipzig und Staatsbibliothek Berlin


Hallo allerseits!

Das Bach-Archiv Leipzig will zusammen u. a. mit der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Rechenzentrum der Universität Leipzig alle weltweit existierenden Bach-Autographe digitalisieren und online zur Verfügung stellen.

Hier geht es zum Artikel des Bach-Archivs.

Gruß von Alexander

Eine Legende: "Herbert von Karajan" Eine Kurzbiographie zum 100. Geburtstag


Hallo,

eine Legende als Dirigent wäre am 5. April 2008 100 Jahre alt geworden.

Meine Kurz-Biographie eines Genies, der mit Widerspruch zu leben hatte, geliebt, gemieden und doch ein Interpret, der die Massen für die Klassische Musik zu sensibilisieren verstand. Ich unternehme einmal den Versuch, wie Ihr diese Person vernommen habt, besitzt ihr CD’s, DVD’s von ihm, oder wird er rundherum abgelehnt. Ich wurde mit ihm groß und Karajan war in meiner Jugend das Nonplusultra in der Klassikszene.

Ein Konzert von ihm besuchte ich in den 60-er Jahren in der Kieler-Ostseehalle und war von der Persönlichkeit fasziniert, das Konzert mit einem Beethoven-Programm in dieser riesigen Sporthalle dagegen war für mich ein Flop, schon allein aus akustischen Gründen.

Viele Einspielungen besitze ich von ihm als DVD und seine Bach-Einspielungen als CD mit einer Ausnahme, eine DVD mit dem BWV 1042 Violinkonzert in E-Dur von J.S. Bach und der jungen Violonistin „Anne-Sophie Mutter“ und das BWV 243 „Magnificat.“

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DVD: BWV 1042 und BWV 243 bei BMG erhältlich!


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Kurz-Biographie:

Herbert von Karajan (1908-1989)
Dirigent

5. April 2008: 100. Geburtstag

Herbert von Karajan, ein Salzburger, begann mit vier Jahren Klavier zu spielen und besuchte schon während der Schulzeit das Mozarteum. Mit 18 studierte er an der Wiener Musikhochschule, 1928 war er Chorleiter und Dirigent am Stadttheater Ulm.

Als Deutschlands jüngster Dirigent und Generalmusikdirektor stand er ab 1935 der Aachener Oper vor. Die Wiener Oper feierte ihn erstmals 1937, im Jahr darauf debütierte er mit Beethovens „Fidelio“ an der Berliner Staatsoper und begann dort bald mit umfassenden Plattenaufnahmen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er ab 1946 mit den Wiener Philharmonikern, und eine lebenslange Allianz begann. 1948 stellte er sich bei den Salzburger Festspielen und an der Mailänder Scala vor. Die Berliner Philharmoniker, deren Leitung er nach dem Tode Wilhelm Furtwänglers 1955 übernommen hatte, entwickelten sich zu einem Orchester von Weltruhm. Daneben dirigierte er als Nachfolger von Karl Böhm 1957-1965 an der Wiener Oper.

1968 gründete Karajan eine Stiftung seines Namens, die sich um medizinische Forschung und auch die Förderung des musikalischen Nachwuchses kümmerte. Ein dreijähriges französisches Gastspiel gab er als Leiter der Pariser Oper (1969-1971).

Nach einem Schlaganfall (1979) konnte er kaum noch dirigieren, arbeitete aber in reduziertem Umfang weiter, bis 1987 als Leiter der Salzburger Festspiele, bis 1989 mit den Berliner Philharmonikern. Im Frühjahr dieses Jahres feierte er noch ein umjubeltes Gastspiel in New York.

Karajan, der Perfektionist am Dirigierpult, der Hunderte von Plattenaufnahmen mit zahlreichen renommierten Orchestern eingespielt hatte, starb am 16. Juli 1989 während einer Probe zum „Maskenball“ in seiner Geburtsstadt Salzburg an Herzversagen.

(Quelle: KlassikAkzente)

Passend dazu ist ein sehr interessantes Interview in der FAZ mit „Anne-Sophie Mutter“ erschienen,

Link: hier klicken !!

sowie vorhandene Beiträge im Diskussionsforum:

Link: h i e r klicken !!

Die Diskussion ist eröffnet und bitte um Eure Meinung…!

Grüße
Volker

Archiv-Beitrag: Brahms Gesänge mit der Gächinger Kantorei


16.4.2007 von Alexander Behrens.

Hallo liebe Blog-Leser,

ich möchte gerne diese Kategorie für eine Nicht-Bach-nicht-Gardiner-CD-Empfehlung nutzen: Brahms-Gesänge mit der Gächinger Kantorei und Helmut Rilling.

Es handelt sich hierbei um eine Wiederauflage einer aus den siebziger Jahren stammenden Einspielung der Liebeslieder-Walzer op. 52, der neuen Liebeslieder-Walzer op. 65, der Sechs Chöre op. 93 und der Fünf Chöre op. 104.

Die Aufnahmen waren mir noch in guter Erinnerung aus der damaligen Zeit. Damals galt die Gächinger Kantorei als einer der weltbesten Chöre, und ich bin erstaunt über die Frische dieser Aufnahme und ihre choristische Qualität – hätte ich doch erwartet, dass nach soviel Verwöhnung durch Gardiner und so vielen Jahren, in denen sich die Chorkultur immens weiter entwickelt hat, manches von damals verstaubt klingt. Aber die Wahrheit ist, dass sich die Aufnahme von 1977 vor der bestehenden Einspielung von John Eliot Gardiner und dem Monteverdi Choir keineswegs zu verstecken braucht.

Herausragend ist die Wortkultur des Gesangs dieser Einspielung. Man spürt die Dieskau-Ära. Was mir aber vor allem an dieser Einspielung auffällt, ist der rhythmisch packende Vortrag Rillings. Während Gardiners Aufnahme eher mit weitem Gewande getanzt scheint (ich bin gerade bei den Walzern) und von großer Grazie und unsagbarem Edelmut, ist jene Rillings vor allem eines: mitreißend, aufrüttelnd.

Chorisch kann die Gächinger Kantorei dem Monteverdi Choir nicht ganz das Wasser reichen (was besagt, dass sie ein ausgezeichneter Chor ist 🙂 und kommt oft etwas unbedarfter rüber, was dem romatischen Pathos aber auf natürliche Weise Nachdruck verleiht. Es steckt gegenüber der Gardiner-Einspielung mehr Naivität, ja vielleicht sogar Glaubwürdigkeit dahinter.

Hier Hörbeispiele der Gächinger-Kantorei und bei amazon zu erwerben:

Überzeugend ist die Gardiner-Aufnahme durch die hohe Chorqualität vor allem der anderen dann, wenn es um Klang geht. Lieder wie Im Herbst (op. 104) leben vom Klingen, und da beweist sich einmal wieder Gardiners choristische Klasse.

Hier Gardiner – Hörbeispiele bei amazon und dort zu erwerben

Insgesamt sei die neu herausgekommene Rilling-Aufnahme allen im Forum wärmstens empfohlen!!

Alexander Behrens

Archiv-Beitrag: Geistliche Chormusik des Dresdner Barock: Jan Dismas Zelenka (1679-1745) “Miserere c-Moll” ZWV 57


18.4.2007 von Volker /admin.

Hallo,

als einen weiteren Beitrag im Blog über “Andere Interpreten im Gegensatz zu J.E. Gardiner” berichte ich über eine CD-Einspielung von “Jan Dismas Zelenka” (böhmisch-österreichischer Komponist). Es sind Aufnahmen: “Geistliche Chormusik des Dresdener Barock” die vom WDR aufgenommen wurden in den Jahren 1983 / 1993 und von Capriccio 1996 veröffentlicht worden ist.

Die CD enthält folgende Einspielungen:

Psalm 50 (Miserere c-moll); Komponist: Jan Dismas Zelenka (1679-1745)

Miserere c-moll; Komponist: Johann Adolf Hasse (1699-1783)

Magnificat A-dur; Komponist: Johann David Heinichen (1683-1729)

Verwundrung, Mitleid, Furcht und Schrecken; Komponist: Gottfried August Homilius (1714-1785)

Aufführende: Rheinische Kantorei; Dormagener Jugendkantorei; Das Kleine Konzert; Sopran: Maria Zadori; Barbara Schlick; Altus: Kai Wessel; Tenor: Wilfried Jochens; Hein Meens; Bass: Stephan Schreckenberger; Stephen Varcoe.

Hier zu den Hörproben bei amazon:

Leitung: Hermann Max

Unter den Kurfürsten Friedrich August I., genannt August der Starke (Regierungszeit 1694-1733), und Friedrich August II. (1733-1763), dem einzigen legitimen Sohn Augusts des Starken, erblühte die Residenzstadt Dresden zu einer der schönsten Städte Europas.

Zwar war Sachsen als das Stammland der Reformation ein durch und durch lutherisches Territorium. Aus machtpolitischen Gründen war jedoch August der Starke im Jahre 1697 zum Katholizismus konvertiert, denn dies war eine Voraussetzung für die Wahl zum König von Polen. Auch Friedrich August II. hat diese Krone erlangt.

Daher kommt es, dass in der kursächsischen Handelsstadt Leipzig der Lutheraner J.S. Bach seine Kirchenkantaten schrieb, während einige Kilometer weiter östlich in der Residenzstadt Dresden Messen, Psalmen, und andere liturgische Werke für den katholischen Gottesdienst entstanden.

Die zweifellos bedeutendsten Dresdener Komponisten dieser Zeit waren der aus Böhmen stammende Jan Dismas Zelenka, der Sachse Johann David Heinichen und der Hamburger (Bergedorf) Johann Adolf Hasse.

Zelenka war vom Hause aus ein Vertreter der älteren böhmisch-österreichischen Tradition; er nahm erst spät die Elemente des neuen Stils der italienischen Oper auf. Jan Dismas Zelenka wurde 1679 in dem böhmischen Dorf Launowitz (heute: Lounovice) geboren. Er besuchte das Jesuitengymnasium in Prag. Um 1710 wurde Zelenka als Kontrabassist an den Dresdener Hof verpflichtet. Als Kirchen-Compositeur starb er 35 Jahre später am 23.12.1745.

Das Miserere in c-Moll (ZWV 57) ist ein Spätwerk des Meisters und ist datiert auf den 11.3.1738. Das Werk beginnt und endet mit einem Satz über den Text “Miserere mei Deus” (”Herr, sei mir gnädig”); dies darf durchaus persönlich verstanden werden. Denn es ist lithurgisch nicht vorgesehen, geht also auf ein bewußtes Arrangement Zelenkas zurück, daß dieser Vers am Schluß des Psalms wiederholt wird.

Im zweiten Satz hat Zelenka ein Werk von Girolamo Frescobaldi (1571-1643), dem berühmtesten italienischen Organisten des 17. Jahrhunderts, mit dem vollständigen Psalmtext versehen. Das Stück stammt aus der “Messa delli Apostoli” (für Orgel), die in Frescobaldis “Fiori Musicali” 1635 gedruckt worden war. Die Zusammenstellung eigener und fremder Kompositionen zu einem persönlichen Gesamtwerk ist für Zelenka durchaus untypisch.

(Textauszüge: CAPRICCIO)

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Meine Bewertung:

Im barocken Klangfarben erklingt das “Adagio” durch das Barockorchester als sinfonische Einleitung des 1. Satzes (Miserere I) mit dem nachfolgenden “Miserere” durch den schlanken Chor. Mir scheint, dass die Tenöre lauter vernehmbar sind, als die die weitere Sängerschar.

Der 2. Satz (Miserere II) erklingt singend verhaltener durch einen gut durchhörbaren Chor.

Im 3. Satz (Gloria Patri I) beginnt wieder mit einer Sinfonia durch das Orchester, etwas schrill im Ton, keine Darmseiten des Orchesters? Die Sopran-Solistin (Maria Zadori) singt sehr verständlich und Aussagekräftig das “Gloria Patri I.”

Der 4. Satz besticht durch einen recht gut besetzten mehrstimmigen Chor in dem “Gloria Patri II” und mit voller Orchesterbegleitung.

Das “Sicut erat” im 5. Satz erklingt in der gleichen Form der Besetzung wie im 4. Satz.

Das “Miserere III” im 6. Satz wird durch eine kleine Orchester-Sinfonia eingeleitet. Ein anschließender kraftvoller Gesang beeendet diese Psalmvertonung.

Als Kritikpunkt zum Orchester ist zu bemerken, dass die barocke Eleganz und Stimmigkeit nicht unbedingt vorhanden ist, wie ganz anders erzeugen Top-Orchester ein Klangvolumen, das den vorgenannten Kriterien überzeugender nachkommen. Die gesangliche Qualität des Chores ist durchaus beachtlich und angemessen.

Zelenkas Psalmvertonung ist in ihrer Gleichförmigkeit und ohne große Spannungsmomente besitzend als ein einfaches Werk anzusehen. Eine gewisse Faszination kann dem Werk nicht abgesprochen werden und wurde durch eine gute Interpretation des Leiters Hermann Max und der Rheinischen Kantorei entsprechend ordentlich umgesetzt.

Die gleiche Werkswiedergabe erfolgt durch J.E. Gardiner am 23.6.2007 in der Frauenkirche in Dresden mit der Sächsischen Staatskapelle und dem Monteverdi Choir. Nach dem Besuch des Konzertes an dortiger Stätte, werde ich einen Vergleich der Interpretation von Hermann Max zu J.E. Gardiner im Blog als Nachtrags-Kommentar abhandeln.

Grüsse

Volker

Archiv-Beitrag: Phänomenaler Auftakt der SDG-Reihe "Soli Deo Gloria, Feste Alter Musik im Braunschweiger Land."


Braunschweig, 15.12.2006 Volker

Phänomenaler Auftakt der SDG-Reihe „Soli Deo Gloria, Feste Alter Musik im Braunschweiger Land.“

Sir John Eliot Gardiner überzeugte und begeisterte mit den Advents-Kantaten von J.S. Bach in seiner unnachahmlichen Art mit dem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists in der St. Martini-Kirche in Braunschweig.

Foto: Banner an der St. Martini-Kirche Braunschweig (Foto: Copyright. V.Hege)

Foto: Aufführungsstätte der Bachkantaten St. Martini-Kirche in Braunschweig (Foto: Copyright. V.Hege)

Veranstaltungsort: St. Martini-Kirche / Altstadtmarkt 38100 Braunschweig

Johann Sebastin Bach: Kantatenwerke zu Advent

Programm:

BWV 61 „Nun kommt der Heiden Heiland“ BWV 70 „Wachet! Betet! Betet! Wachet“ BWV 140 „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“

Ausführende:

The English Baroque Soloists; Monteverdi Choir; Sopran: Julia Doyle; Altus: William Towers
Tenor: Nicholas Mulroy; Bass: Matthew Brook; Oboe: Michael Niesemann; Horn: Gawin Edwards; Trompete: Neil Brough;

Leitung: Sir John Eliot Gardiner

Foto: Pausenapplaus nach 2 großartigen Bachkantaten in der St. Martini-Kirche Braunschweig (Foto: Copyright: V.Hege)

Foto: Sir John Eliot Gardiner nach dem gelungenen Auftaktkonzert am 15.12.2006 in der St. Martini-Kirche Braunschweig (Foto: Copyright V.Hege)

Foto: Der deutsche Oboist Prof. Michael Niesemann mit einer Glanzvorstellung (Foto: Copyright V.Hege)

Als ein fantastischer Auftakt von „Soli Deo Gloria, Feste Alter Musik“ konnte in der St. Martini-Kirche in Braunschweig diese Konzert bewundert werden. Durch eine glanzvolle Interpretation und einem engelhaften Gesang des Monteverdi Choirs und prächtigen barocken Klangfarben durch The English Baroque Soloists unter der Leitung von Sir J.E. Gardiner – wurde mit herrlichen Advents-Kantaten von J.S. Bach – der Hörer mit traumhafter Musik beglückt.

Zu Beginn erklang die Kantate: BWV 61 „Nun kommt der Heiden Heiland“, die für den 1. Advent 1714 in Weimar entstand nach einem Text von Erdmann Neumeister. Die Ouvertüre als vierstimmiger Choralsatz “Nun komm der Heiden Heiland“ (Choral von Martin Luther) wurde stimmig prägnant durch sechs Sopranistinnen, sowie zu je vier Alt, Tenor und Bässen vortrefflich ausdrucksstark vorgetragen.

In dem Rezitativ und Arie für Tenor wurde durch Nicholas Mulroy – Solisten-Besetzung aus dem Vokalensemble – eine vortreffliche Wiedergabe geboten. Ausdrucksstark im Text und in seiner Stimme.

Ein Höhepunkt dieser Kantate im Bass-Rezitativ: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Gesungen wird das Rezitativo von Matthew Brook (ebenfalls eine Solisten-Besetzung aus dem vorzüglichen Vokalensemble). Ausgestattet mit einem unwahrscheinlichen Timbre und Volumen an Stimmeskraft wusste er hier zu gefallen. Unvergleichlich schön gelang den Streichern das Pianozupfen als ein Klopfen mit dem Hinweis auf den Text: ….ich stehe vor der Tür und klopfe an.

Im Abschlusschoral: „Amen, amen“! Konnte das Vokalensemble seine stimmlich ausgebildeten Qualitäten überzeugend einbringen.

Anschließend erklang die zweiteilige Kantate: BWV 70 „Wachet! Betet! Betet! Wachet!“ Es ist eine Grundfassung der Weimarer Kantate für den 2. Advent, die in Leipzig am 21. November 1723 für den 26. Sonntag nach Trinitatis, umgearbeitet wurde. Der Text ist von Salomon Franck und handelt vom Ende der Welt und der Erwartung der Wiederkunft Christi.

Hier gelang dem Trompeter (Neil Brough) mit einer „Tromba da tirarsi“, einer tiefen Zugtrompete, eine künstlerische Glanzleistung. Ansatzlos und Einfühlsam im Cantus firmus erklingt sein beispielhaftes Spiel in dem Choral: „Es ist gewisslich an der Zeit“ und sich bei den Chorälen ideal mit der menschlichen Stimme im tonalen Verhalten einbringt. Ein begnadeter Trompetenkünstler mit Weltniveau.

In den Rezitativen und Arien dieser Kantate ist das Solistenquartett von erhebender Qualität aus den Reihen des Vokalensembles besetzt. Ob Sopran: (Julia Doyle), Altus: (William Towers), Tenor: (Nicholas Mulroy) und Bass: (Matthew Brook), überzeugen durch einen sensiblen und ausdrucksstarken Gesang. Die Choräle wurden wunderbar natürlich fließend in einem transparenten Gesangsstiel überzeugend vorgetragen, die in der Diktion und wörtlichen Ausdrucksform ein Genuss des Gesanges darstellt.

Foto: Die Gesangssolisten: Matthew Brook (Bass); Nicholas Mulroy (Tenor); William Towers (Altus); Julia Doyle (Sopran) (Copyright: V.Hege)

Nach einer Kurzpause wurde eine kleine Programmänderung in der Konzertabfolge vorgenommen. Für die vorgesehene Kantate BWV 140 „Wachet auf“ wurde die zweiteilige Kantate BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ vorgezogen.

Diese Kantate ist für das Fest Mariae Heimsuchung am 2. Juli 1723 in Leipzig komponiert. Bach verwendet Teile eines Textes von Salomon Franck, der ursprünglich für den 4. Advent gedacht war. Durch Hinzufügung eines unbekannten Autors wurde er dem Marienfest angepasst. Dieses Kantatenwerk ist aufgrund seiner Innigkeit an Klangfarben und wunderschönen Rezitativen und Arien – davon drei unterschiedlich instrumentierte Rezitative und vier Arien, die ersten drei geringstimmig, die vierte vollstimmig – ein Kleinod und erfreuen sich einer großen Publikumsgunst.

Hervorheben möchte ich hier die herrliche Sopran-Arie (Julia Doyle) des fünften Satzes: „Bereite dir, Jesu, nach itzo die Bahn“ Inniger und warmherziger kann ein Gesangsvortrag von diesem Format nicht erklingen, das Violinsolospiel dazu erfüllt das Herz mit einem überschäumenden Glücksgefühl. Zum Abschluss erklingt der Schlusschoral: „Jesus bleibet meine Freude“ in überschwänglicher Klangespracht. Bemerkenswert hierbei das prägnante und bezaubernde Oboenspiel (Prof. Michael Niesemann), das aufhorchen lässt, hier ist ein Spitzenspieler, von dem in Zukunft noch mehr zu hören sein wird.

Hier erweisen sich alle Beteiligten als die vorzüglichen Interpreten. Gardiner war auf einen nuancenreichen Ton bedacht immer wieder erzielt er raffinierte Klangeffekte. Die Ungereimtheiten so manch anderer Ensembles in der Aufführungsform der Alten Musik gelingt ihm im Gegensatz dazu vortrefflich. Seine Auffassung von bachscher Musik ist prägnant in seiner persönlichen Art und Wiedergabe. Sein Empfinden zu Bach strahlt Wärme und Glaubenszuversicht aus und lässt den Hörer diese Wesensart beeindruckend miterleben.

Der Schluss erfolgte mit der Kantate BWV 140 „Wachet auf ruft uns die Stimme“ diese komponierte Bach für den 27. Sonntag nach Trinitatis, den 25. November 1731 in Leipzig. Der unbekannte Textdichter behielt alle drei Strophen des berühmten Liedes von Philipp Nicolai bei, die Bach im Eingangschor, in der Choralbearbeitung für Streicher Tenor und Basso continuo in der Mitte sowie im Schlußchoral verwendet.

Im Duett zwischen Jesus (Baß) und der Seele (Sopran) setzt Bach als obligates Instrument einen Violino Piccolo (Terzgeige) ein, welche in himmlischen Höhen jubiliert. Diese Nuance wird von Bach in dem vierstimmigen schlichten Schlußchoral nochmals mit eingesetzt, ein Kunstgriff, durch die hohe Lage der Liedweise und die Oktavierung der Terzgeige untermauert er die Seligkeit im himmlischen Jerusalem musikalisch.

Eine Kantate die gespickt ist mit herrlichen und bekannten Chorälen. Eingangschoral: “Wachet auf ruft uns die Stimme“, im vierten Satz: „Zion hört die Wächter singen“, sowie der grandiose Schlusschoral: „Gloria sei dir gesungen.“ In diesen Chorälen findet die Sangeskunst ihre Darbietungskünstler in Form des Monteverdi Choirs. Die gesangliche Mitteilung, das Können der Wortartikulation lässt den Hörer nur staunen, dieses Vokalensemble, bestehend aus 18 Mitwirkenden erzielt mühelos alle Nuancen des Singen aufs Vortrefflichste, ob im Piano oder kraftvoll eingefordert wie im Abschlusschoral „Gloria sei dir gesungen“, für sie bestehen keine unüberwindbare Hürden, einfach perfekte Gesangskultur auf höchstem Niveau. Auf dem gleichen Level liegend ein spielendes Barockorchester in seiner unnachahmlichen Art die grandiose Barockmusik klanglich und vortrefflich interpretieren zu können.

Ein fantastischer Abend neigt sich dem Ende und entlässt die Besucher beglückend und beschwingt in die Weihnachtszeit. Nicht endend wollender Applaus beschließt ein Konzerterlebnis, dass von überragenden Mitwirkenden und einer genialen Musik gekennzeichnet war.

Volker

Archiv-Beitrag: Besuch der Orgel-Nacht-Musik bei Kerzenschein in der Frauenkirche Dresden am 22.06.2007 um 23:00 Uhr


Dresden, 22.06.2007 Volker

Besuch der Orgel-Nacht-Musik bei Kerzenschein in der Frauenkirche Dresden am 22.06.2007 um 23:00 Uhr

Foto: Frauenkirche Dresden (Fotorechte: V.Hege)

Mit großen Erwartungen und voller Vorfreude, eine wunderschöne Orgel-Nachtmusik bei Kerzenschein an der neuen Kern-Orgel in der großartigen Frauenkirche erleben zu können, lenkten wir unsere Schritte auf die uns zugewiesene Eingangstür. Nach einem längeren Aufstieg gelangten wir auf die erste Empore links, hier angekommen schnappten wir erst einmal nach Luft, so stickig und schwül war der kleine Raum.

Schnell wurde in das zuvor gekaufte Programmheft geschaut, um uns schlau zu machen, was denn für Orgelwerke an dem Konzertabend anstehend würden. Der erste Blick galt in dem Programmheft dem ausführenden Organisten, die Mine hellte sich auf, nichts Geringeres als der Dom-Organist aus Erfurt „Silvius von Kessel“ wurde angekündigt, ein Großer seiner Gilde, da schien der Abend schon einmal Verheißungsvolles anzukündigen.


Foto: Stimmungsbild von der Orgel-Nacht-Musik bei Kerzenschein

Weiterlesend verzog sich das Minenspiel mit Längen nach unten, angekündigt in den Programm-Zeilen wurden Texte und Musik – Gottesfragen – Menschenworte von „Annette von Droste Hülshoff“ mit Orgel-Improvisationen des ausführenden Organisten.

Der eingenommene Sitzplatz auf der 1. Empore links erwies sich schon als eine Zumutung, 9,80 € als Eintritt war ganz schön happig und dann das ständige Knattern der Holzbänke und des Fußbodens während der Lesung und Orgelmusik, keine Sicht in das Frauenkirchen-Mittelschiff, kippte unsere Stimmung ins Gegenteil um. Hier fühlten wir uns verschaukelt, unser Wunsch, ein tolles Orgelkonzert zu erleben, erwies sich als Trugschluss, wie groß war die Werbung auf eine Orgel-Nachtmusik bei Kerzenschein ausgerichtet, und dann wird man so in die Irre geleitet.

Foto: Beetstuben darüber die erste Empore

Die Lesungen, vorgetragen von Mitgliedern des Staatsschauspiels Dresden, waren allesamt sehr verständlich vorgetragen aber hatten eine Länge, die dem erschöpften Angereisten nur ein müdes Interesse hervorzulocken vermochten.

Nach insgesamt acht Themen Lesungen wurde dazwischen als Übergang zu der folgenden Lesung eine spezifische Orgel-Improvisation des Dom-Organisten zu dem vorangegangenen Thema zu Gehör gebracht.

Diese Orgel-Improvisationen waren so schrecklich für unsere barocken Ohren anzuhören, dass wir in Erwägung gezogen hatten, zur Halbzeit die Kirche zu verlassen. In Scharen verließen zuvor die angelockten Besucher die Frauenkirche, wir aber harrten aus, und erlebten weiter ermüdende Lesungen und nicht erträgliche Orgelmusik, diese Musik strapazierte nur unsere Ohren. Die Improvisationen an der Orgel dauerten zwar nur ca. 20 bis 25 Minuten, aber auch das war schon des Guten zuviel.

Foto: die Kern-Orgel der Frauenkirche in Dresden

Frustriert strebten wir dem Ausgang zu und waren von dem Gebotenen total enttäuscht, es erhebt sich die Frage, muss der Besucher so etwas angeboten bekommen, eine Programmgestaltung mit klassischer Orgel-Literatur wäre empfehlenswerter, hier sollten sich die Veranstalter der Orgel-Nacht einmal Gedanken darüber machen…..

Volker

Cantatafinder – Vokalsolisten


Hallo allerseits, es ist soweit: ab sofort kann im Cantatafinder nach Vokalsolisten gesucht werden, z. B.
sowas
Alex

Archiv-Beitrag: "Lutherische Messen" von J.S. Bach


23.4.2007 von Volker /admin.

Hallo,

wer besitzt diese herrliche Messen von J.S. Bach und kann nähres dazu sagen:

Johann Sebastian Bach:

Missa in g-Moll
“6. Cum Sancto Spiritu BWV 235″ (4:05)
Johann Sebastian Bach: Missa in F-Dur BWV 233
“1. Kyrie” (3:35)
Johann Sebastian Bach: Missa in F-Dur BWV 233
“2. Gloria” (4:57)
Johann Sebastian Bach: Missa in F-Dur BWV 233
“3. Domine Deus” (3:26)
Johann Sebastian Bach: Missa in F-Dur BWV 233
“4. Qui tollis” (4:59)
Johann Sebastian Bach: Missa in F-Dur BWV 233
“5. Quoniam” (3:50)
Johann Sebastian Bach: Missa in F-Dur BWV 233
“6.Cum Sancto Spiritu” (2:30)
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Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“1. Kyrie” (3:05)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“Christe eleison” (1:54)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“Kyrie II” (1:34)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“2. Gloria” (5:22)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“3. Domine Deus” (5:57)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“4. Qui tollis peccata mundi” (6:42)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“5. Quoniam tu solus” (3:49)
Johann Sebastian Bach: Missa in A-Dur BWV 234
“6. Cum Sancto Spiritu” (3:18)
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Johann Sebastian Bach: Missa in g-Moll BWV 235
“1. Kyrie” (7:29)
Johann Sebastian Bach: Missa in g-Moll BWV 235
“2. Gloria” (2:51)
Johann Sebastian Bach: Missa in g-Moll BWV 235
“3. Gratias” (3:18)
Johann Sebastian Bach: Missa in g-Moll BWV 235
“4. Domine Fili” (5:52)
Johann Sebastian Bach: Missa in g-Moll BWV 235
“5. Qui tollis” (4:13)
Johann Sebastian Bach: Missa in g-Moll
“6. Cum Sancto Spiritu BWV 235″ (4:05)
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Johann Sebastian Bach: Missa in G-Dur BWV 236
“1. Kyrie” (3:27)
Johann Sebastian Bach: Missa in G-Dur BWV 236
“2. Gloria” (4:48)
Johann Sebastian Bach: Missa in G-Dur BWV 236
“3. Gratias” (4:40)
Johann Sebastian Bach: Missa in G-Dur BWV 236
“4. Domine Deus” (4:39)
Johann Sebastian Bach: Missa in G-Dur BWV 236
“5. Quoniam ” (5:28)
Johann Sebastian Bach: Missa in G-Dur BWV 236
“6. Cum Sancto Spiritus” (3:50)

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Es handelt sich hier um “Lateinische Kurzmessen” von Bach, laut Martin Geck, in seiner Buchausgabe “Bach”, Seite 205, wie folgt:

“Einerseits ist es von Bach wohlüberlegt, daß er dem katholischen Fürsten keine Kantate, sondern eine aus Kyrie und Gloria bestehende Kurzmesse widmet.” (Für den Dresdener Hof, Kompositionen um 1733,1738, 1739).

Es sind fantastische Kurzmessen von Bach, die meiner Meinung nach viel zu wenig gespielt werden !!

Eine Neuausgabe mit 2 CD’s erfolgt von Junghänel im Mai 2007 bei jpc.

Gruß

Volker