Archiv der Kategorie: Rezensionen der CD’s aus der Reihe SDG vom Label Monteverdi

Neue oder Historische CD-Wiederveröffentlichungen in 2011 BWV 244 Matthäus- und BWV 245 Johannes-Passion


Es gibt sie auch in 2011 – CD-Neuerscheinungen und „Historische Wiederveröffentlichungen mit dem BWV 244 – Matthäus Passion und BWV 245  – Johannes Passion sowie eine Rekonstruktion der Markus Passion BWV 247 von Johann Sebastian Bach.

Sir J.E. Gardiner

Vom Label: SDG

Doppel-CD SDG 712 die „Johannes-Passion“ BWV 245 ist ein Mittschnitt von NDR-Kultur vom 22. März 2003 aus dem Kaiserdom in Königslutter. Diese Rundfunkübertragung hatte in der Klassikszene eine breite Zustimmung gefunden.

NDR-Mitschnitt Sir Gardiner Johannes-Passion vom 22.3.2003 Dom in Königslutter

Doppel-CD „SDG 712“ – Bach St John Passion – BWV 245

CD1 – Part I
CD2 – Part II

(recorded: Kaiserdom, Königslutter )

Soloists:

Mark Padmore (Tenor) Evangelist
Hanno Müller-Brachmann (Bass) Jesus
Peter Harvey (Bass) Pilatus
Bernarda Fink (Alt) | Joanne Lunn (Sopran) | Katherine Fuge  (Sopran)

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

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Hörprobe:

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Eine Ausführliche Dokumentation zur „Johannes Passion“ BWV 245 – ist von Sir John Eliot Gardiner als Download nachstehend verfügbar.

Click here for a German Translation!

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Eine Bestellung der Doppel-CD  – h i e r  – klicken..!!

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Eine Neuveröffentlichung der Johannes Passion, BWV 245 mit Frans Brüggen!

J.S. Bach Johannes Passion mit Franz Brüggen

INTERPRET BRÜGGEN , CAPPELLA AMSTERDAM , ORCHESTRA OF THE 18TH CENTURY
KOMPONIST BACH, JOHANN SEBASTIAN
LABEL GLOSSA (E)
TONTRÄGER CD (2)
PREISCODE R02
BESTELLNUMMER GCD921113
EAN 8424562211131

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Bestellung: zwei CDs  ist  – h i e r  – möglich..!!

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Bei Note 1 heisst es dazu:

Mit seinen von tiefem Verständnis der Musik Bachs geprägten Interpretationen bereitete Frans Brüggen im Laufe seiner nunmehr schon langen Karriere seinem Publikum weltweit immer wieder besonderes Vergnügen und sorgte nicht selten für neue Einsichten in das Werk dieses Komponisten. Brüggens herausragendes Gespür für die musikalischen Strukturen Bachs, für dessen Stil und seine besondere Expressivität ermöglichen es ihm, die Texturen dieser Musik mit einer Klarheit darzubieten, wie man sie so nur bei ganz wenigen anderen Dirigenten in der Alten Musik-Szene findet. Seine Neueinspielung der Johannespassion bei GLOSSA zeichnet sich nicht zuletzt auch durch ein herausragendes Sängerensemble, darunter Carolyn Sampson, Peter Kooij, Michael Chance und Markus Schäfer aus. Das Ergebnis ist ein äußerst willkommener Beitrag zur Diskographie dieses einzigartigen Werkes.

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J.S. Bach Johannes Passion The Choir of Kings College Cambridge

J.S Bach: Johannes Passion BWV 245

The Choir Of King’s College; Cambridge; Brandenburg Consort; John Mark Ainsley; Stephen Richardson; Catherine Bott; Michael Chance; Paul Agnew; Stephen Varcoe; Stephen Cleobury
LABEL: House Of Classics
FORMAT: 2 CD+1DVD

Dieses Set enthält sowohl eine CD-und DVD
Version – sowie den vollständig gesungenen Text.

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J.S. Bach Mattäus Passion "The Choir of Kings College Cambridge"

J.S Bach: Matthaus Passion BWV 244
ARTIST: The Choir Of King’s College; Cambridge; The Choir Of Jesus College; Cambridge; Brandenburg Consort; Rogers Covey-Crump; Michael George; Emma Kirkby; Michael Chance; Martyn Hill; David Thomas; Stephen
LABEL: House Of Classics
FORMAT: 3CD+1DVD

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J.S. Bach Markus Passion "European Union Baroque Orchestra" Roy Goodman

 

Roy Goodman

Rekonstruktion:

J.S. Bach – Markus Passion BWV 247

ARTIST: European Union Baroque Orchestra; Roy Goodman
LABEL: Brilliant Classics
FORMAT: 2CD

Wir wissen, dass Bach eine Markus Passion transkribierte (BWV246) im Jahre 1731, aber wir wissen nicht, ob dies tatsächlich eine Arbeit von ihm ist, oder man es ergänzt und durchführte. Eine Markus-Passion wurde 1731 in Leipzig aufgeführt, obwohl der Komponist unbekannt ist. Bach war für alle Passions Aufführungen in Leipzig verantwortlich und war ein Teil seiner Aufgaben.

Diese Rekonstruktion enthält jedoch ein faszinierendes Stück Detektivarbeit auf ein Werk, das Bach geschrieben haben könnte, aber das Original-Manuskript ging nach seinem Tod verloren.

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Historische Aufnahmen als Wiederveröffentlichung:

Eine CD-Wiederveröffentlichung von Sept. 1997 aus Japan mit dem BWV 244 Matthäus-Passion.

J.S. Bach "Matthäus-Passion" - Ozawa, Seiji/ Saito Kinen Orch.

J.S. Bach "Matthäus-Passion" - Ozawa, Seiji/ Saito Kinen Orch.

Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion
Classical Choice
Format: CD
Audio | CD | Album | 0028948047475
Label: Decca

Erscheinungsdatum: 21.01.2011

Preis: EUR 4,99  !!!!!!!

Hörproben gibt es   – h i e r –

Ausführende:

Tenor [Evangelist]: John Mark Ainsley; Baritone [Jesus]: Thomas Quasthoff; Soprano [Arias, Ancilla I, Uxor Pilati]: Christiane Oelze; Contralto [Arias, Testis I, Ancilla II]: Nathalie Stutzmann; Tenor [Arias, Textis II]: Stanford Olsen; Bass [Arias, Petrus, Pilatus, Pontifex]: Michael Volle; Baritone [Judas]:Katsunori Kono; [Potifex I]: Kazuhide Omori; [Pontifex II]: Makoto Narita

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J.S. Bach - Johannes Passion BW 245 von 1960 Leitung: Eugen Jochum

Diese historische Münchner Rundfunkorchester Aufnahme wurde 1960 erstellt. Der Dirigent ist Eugen Jochum.

 

J.S. Bach – Johannes Passion BW 245  

Historische Aufnahme vom 1.4.1960

ARTIST: Grümmer/Höffgen/Pears/Hotter/Jochum
LABEL: Andromeda
FORMAT: 2CD

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J.E. Gardiner – Label – SDG 705 veröffentlicht CD von Johannes Brahms Symphonie No: 4


Screenshot: Label - SDG 705 Brahms Symphonie 4 (1 CD)

 

 

Vom Label SDG erscheint die CD „SDG 705″ von Johannes Brahms die Symphonie No: 4.

CD-Inhalte, (eine CD) für £ 12.99

Ludwig van Beethoven 1770-1827
Overture, Coriolan Op.62 (1807)

Giovanni Gabrieli c.1554/7-1612
Sanctus & Benedictus a 12

Heinrich Schütz 1585-1672
Saul, Saul, was verfolgst du mich? SWV 415

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Cover: CD - SDG 705 - vom Label: SDG - J.E. Gardiner Brahms Symphonie Nr.4

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Hörproben Brahms 4

DG 705 – Brahms Symphony 4
2.  Gabrieli – Sanctus & Benedictus a 12 Stream Audio
3.  Schütz – Saul, Saul, was verfolgst du mich?
– SWV 415 (1650)
Stream Audio
10.  Brahms – Symphony No.4 in E minor Op.98 (1885)
– I Allegro non troppo
Stream Audio

Play the bit stream tracks with your media player (Real Player). To get a media player click on the icon below.

 

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Johann Sebastian Bach 1685-1750
from Nach dir, Herr, verlanget mich BWV 150 (c.1708-9)
No.6 Meine Augen sehen stets zu dem Herrn
No.7 Ciacona: Meine Tage in den Leiden

Johannes Brahms 1833-1897

Geistliches Lied Op.30 (1865)
arr. Gardiner for mixed chorus and strings

Fest- und Gedenksprüche Op.109 (1889)
1. Unsere Väter hofften auf dich
2. Wenn ein starker Gewappneter
3. Wo ist ein so herrlich Volk

Johannes Brahms Symphony No.4 in E minor Op 98 (1885)

I Allegro non troppo
II Andante moderato
III Allegro giocoso
IV Allegro energico e passionato

(recorded: the Salle Pleyel, Paris
and the Royal Festival Hall, London)

Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Monteverdi Choir | John Eliot Gardiner

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PDF – Das Booklet enthält ein Gespräch zwischen John Eliot Gardiner und Komponist Hugh Wood,
zu erläutern, wie die Stücke sich aufeinander beziehen und gibt einen bewegenden Bericht über Brahms als
Komponist und als Mensch.

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

Link zum Partner-Shop zur CD Brahms 4:

Link: –  h i e r – anklicken..!!

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oder bei SDG nachstehend!

http://www.solideogloria.co.uk/shop/index.cfm?CFID=4164424&CFTOKEN=58079122

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Eine Rezension zu Brahms 4 von „Rondo-Musikmagazin“

Es ist vollbracht. Mit der einspielung der vierten sinfonie bestätigt sich, dass John eliot Gardiners Brahms-Zyklus der wichtigste seit mindestens zwanzig Jahren sein dürfte: Gardiners Prinzip, die verwurzelung Brahms’ in der deutschen Musiktradition nicht nur durch seine Interpretation, sondern auch durch die Kombination mit Chor- und Orchesterwerken von Bach bis Mendelssohn zu zeigen, bewährt sich erneut. Bezugspunkt ist diesmal neben Beethovens »Coriolan«-Ouvertüre und Chorschnipseln von schütz und Gabrieli natürlich der Teil der Bach-Kantate »nach Dir herr«, der Brahms zum Finale der vierten inspirierte – klar, dass Gardiner die Basslinie dieser Chaconne besonders herausstreicht. entscheidend ist jedoch, dass diese schau von Musikbeispielen am ende tatsächlich in einer Interpretation der vierten zusammenfließt und die nervöse spannung der »Coriolan«-Ouvertüre in den überraschend schnell genommenen Kopfsatz der vierten überzuschwappen scheint. Bei Gardiner herrschen eine Klarheit und eine eiserner Zugriff, die oft an Toscanini denken lassen – und statt melancholischer Opulenz hört man, wie in Brahms’ sinfonien klassische Form, barocke Kontrapunktik und romantisches sehnen zusammenfließen. Das ist nicht die Musik eines greisen Rauschebarts, sondern eines Komponisten im unruhestand, der seinen schöpferischen und emotionalen Überschwang etwa im Finale durch die Wahl der strengstmöglichen Grundform fast gewaltsam zügeln muss und der noch Ideen genug für die nächsten fünf sinfonien gehabt hätte.

Autor: Jörg Königsdorf

(www.rondomagazon.de)

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Grüße

Volker

Ein begeisternder Blog-Artikel über Sir Gardiner-EBS und Monteverdi Choir


Screenshot vom Glarean Magazin - Walter Eigenmann

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Durch einen riesigen Zufall bin ich bei WordPress auf den nachstehenden Artikel über Sir Gardiner-EBS und dem Monteverdi Choir gestoßen, der mich ungemein gefesselt hat.

„Bachs Kantaten-Kosmos chormusikalisch ausgelotet von Walter Eigenmann!“

Der Autor beschreibt so hautnah das Geschehen und Wirken von Gardiner und sein Umfeld, dass durch seine präziese Darlegung und seinen musikalischen Kenntnisstand zu überzeugen weiss. Er nimmt u.a. Bezug auf die Veröffentlichung der nachstehenden SDG-CD 177 „Eternal fire“ in 2009 vom Label: „Soli Deo Gloria.“

SDG-CD 177 Eternal fire

SDG-CD 177 Eternal fire / Veröffentlichung in 2009

Link zum Artikel:

http://glareanverlag.wordpress.com/2010/07/16/monteverdi-choir-gardiner-eternal-fire-bach-great-cantata-choruses-glarean-magazin/

Grüße

Volker

Rezension – Gardiner SDG 704 Brahms Symphonie 3


Hallo,

wenn es bei Sir J.E.Gardiner um Neuland in der Veröfentlichung eines Projektes geht, müssen seine „Brahms-Einspielungen“ unbedingt  genannt werden. Die neuste CD mit der Brahms-Symphonie No:3 als SDG 704.

Cover: Brahms Symphonie 3

Johannes Brahms

1833-1897

Inhalt:

Ich schwing mein Horn ins Jammertal Op.41/1 (1861)
Es tönt ein voller Harfenklang Op.17/1 (1860)
Nachtwache I Op.104/1 (1888)
Einförmig ist der Liebe Gram Op.113/13 (1891)
Gesang der Parzen Op.89 (1882)

Symphony No.3 in F major Op.90 (1883)

I Allegro con brio
II Andante
III Poco allegretto
IV Allegro

Nänie Op.82 (1881)

Ein weiteres aktuelles Projekt von Gardiner beinhaltet das Nebeneinander von drei Brahms Symphonien sowie Chormusik von Brahms. Insbesondere konzentriert sich Gardiner auf die „Vokalität“ dieser Symphonien, und befindet sich auf tragenden Spuren seiner Interpretation in den vokalen Werken von Brahms.

Dieses Album bietet einen großen Brahms mit der dritten Symphonie – heroisch erklingend neben der  Nänie ebenso ein dramatischer Ballade Gesang in der Parzen.

Das Projekt wurde in zwei Tranchen, und der erste Teil der zweiten Tranche ist nun in Form der Dritten Symphonie, die mit sechs Chorwerken Brahms eingespielt wurden. Die Auslegung Gardiner’s mit der Verwendung von historischen Instrumenten erzeugt ein ganz neues Klangerlebnis. Die Texturen und Klangfarben sind folglich sehr prägnanten, zum Beispiel in dem lieblichen, poetischen zweiten Satz, in dem die Holzbläser abheben – und eine unnachahmliche Eigenständigkeit im Klangerlebnis bewirken.

Ein gelungenes Ergebnis, ist Gardiner’s Theorie über Vokal-Ansätze bis hin zur symphonischen Zusammensetzung in einem genialen Klanggenuss zu vereinen. Es erklingt eine leidenschaftliche und dramatische Brahms-Symphonie No: 3 die begeistert.

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CD-Bestellung über meine Partnerseite nachstehend:

Link: http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2009/11/gardiner-mit-brahms3-sdg-704-erschienen.html

Gardiners-Erläuterungen dazu: nachstehend:

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

Gruß
Volker

Rezension – Gardiner – SDG 707 – Brandenburgische Konzerte 1-6


Hallo Bach-Liebhaber,

ich habe mir heute in aller Ruhe einmal die CD’s  – SDG 707 – vom Label „Soli Deo Gloria“ mit den Brandenburgischen Konzerten 1-6 angehört und bin beeindruckt von der Einspielung aus Frankreich und England.

Cover SDG 707 Brandenburgische Konzerte

Cover SDG 707 Brandenburgische Konzerte

Cover-SDG 707 Rückseite Brandenburgische Konzerte 1-6

Cover-SDG 707 Rückseite Brandenburgische Konzerte 1-6

Auffallend bei dieser Veröffentlichung die hervorragende Cover-Aufmachung mit Textbeiträgen von Sir Gardiner und den Instrumental-Solisten. Eine wahre Fundgrube für Musik-Studenten und sonstigen Klassikliebhabern. Das ist ein neuer Weg von Soli Deo Gloria der beschritten worden ist und sollte in Zukunft weiterhin Bestand haben, wir lechzen förmlich nach solch spannenden Informationen und werden in die Sicht der Instrumentalisten mit einbezogen, das ist toll gemacht und erweitert die Sichtweise auf Johann Sebastian Bach und seinen Brandenburgischen Konzerten…!!

Wer die Textbeiträge von Gardiner und den Solisten nicht zur Verfügung hat, kann im PDF-Format das Textwerk nachstehend auf seinen Rechner laden.

pdf

SDG 707 Textbeiträge Brandenburgische Konzerte Gardiner und Instrumentalisten_ger

Die erste CD mit den BWV 1046, 1047 und 1048 wurden in Paris eingespielt – die zweite CD mit den BWV 1049, 1050 und 1051 in London. Bemerkenswert ist hier der klangliche Unterschied von CD eins zu CD zwei, meiner Meinung nach ist die Klangfülle in der CD zwei erheblich imposanter gelungen.

Diese Konzerte live an Historischer Stätte – Spiegelsaal und Bachsaal Köthen zum Bachfest 2008 – miterlebt zu haben, weckt diese wunderbaren Erinnerungen in einem. Wie steril hören sich im Gegensatz dazu die Werke auf einem Tonträger an, ein Live-Erlebnis ist dagegen nicht zu toppen.

Wie das Ensemble die Auslegung Gardiners die Brandenburgischen Konzerte verwirklicht ist rundum gut gelungen. Zum Beispiel im BWV 1046 der Kampf um die Vorherrschaft zwischen den Hörnern auf der einen Seite und den Oboen und Streicher auf der anderen Seite ist schon sehr beeindruckend.

Ebenfalls hervorragend ist die Sensibilität, mit der die Spieler zu Werke gehen einige ungewöhnliche instrumentale Paarungen – zum Beispiel die Trompete und der Oboe im Brandenburgischen Konzert No.2 –  ist so faszinierend anzuhören. Neil Brough meistert die schwierigen Höhen in fantastischer Art und deckt mit seinem Trompetenspiel die Oboe – (Michael Niesemann) – nicht zu sondern lässt ein gekonntes Ensemblespiel zu, das ist allerhöchste Klasse..!!

Alle sechs Konzerte sind wirklich prächtig eingespielt, doch bin ich vor allem durch die Wiedergabe des 6. Brandenburgischen Konzertes –  BWV 1051 – mit dem vorzüglichen Cello-Part begeistert. Wie die Intimität und Individualität der einzelnen Klangfarben der Instrumente zueinander negieren  ist beeindruckend, dadurch entsteht ein fantastischer Sound der Einmaligkeit.

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DeutschlandRadio-Kultur sagt dazu aus:

Die Meinung unserer Musikkritiker:

Bachs „Brandenburgische Konzerte“ zählen zweifellos zu den beliebtesten Klassikohrwürmern der Musikgeschichte. Unablässig kommen zu den vorhandenen, zumeist langweiligen Aufnahmen weitere noch langweiligere hinzu. Ganz anders die aktuelle Einspielung von John Eliot Gardiner und den exzellenten English Baroque Soloists: Hier wird das variantenreiche Spiel zwischen Soli und Tutti zu einem kreativen, lustvollen Ereignis.
(Wilfried Bestehorn)

Eine beeindruckende Aufnahme der sechs „Brandenburgischen Konzerte“ haben die English Baroque Soloists vorgelegt. Hier wird deftig, virtuos und barock swingend musiziert. Ganz im Sinne des Erfinders, der in diesem „Sixpack“ auf geniale Weise höfische Unterhaltung, musikalische Innovation und Traditionsbewusstsein zu einem konzertanten Gesamtkunstwerk verbindet.
(Claudia Dasche)

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Drei Video-Einspielungen vom Bachfest 2008 in Köthen mit den Brandenburgischen-Konzerten sind bei YouTube hinterlegt.

Link: http://www.youtube.com/user/sdgrecordings

Hörproben Hörproben: SDG 707 nachstehend

SDG 707 disc 1 – Bach Brandenburg Concertos

1.  Concerto No. 1 in F major, BWV 1046
– no. 1 [Allegro]
Stream Audio
13.  Concerto No. 2 in F major, BWV 1047
– no. 3 Allegro assai
Stream Audio
14.  Concerto No. 3 in G major, BWV 1048
– no. 1 [Allegro]
Stream Audio
SDG 707 disc 2 – Bach Brandenburg Concertos
2.  Concerto No. 4 in G major, BWV 1049
– no. 2 Andante
Stream Audio
6.  Concerto No. 5 in D major, BWV 1050
– no. 3 Allegro
Stream Audio
9.  Concerto No. 6 in B flat major, BWV 1051
– no. 3 Allegro
Stream Audio

© 2009 Soli Deo Gloria, all rights reserved

Link:  SDG 707-CD’s zu beziehen über meine Partner-Seite

Schönen Sonntag und Gruß
Volker

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J.S. Bach Kantaten zum 18. Sonntag nach Trinitatis – Rilling-Aufnahmen


Liebe Kantaten-Freunde!

Ein kleines Bach-Fest findet immer wieder als sonntägliches Kantate-Hören statt. Dieses ZURKENNTNISNEHMEN von Bachs allsonntaglichem Allgemeingut scheint mir hier oft zu kurz zu kommen!

Heute morgen stellen sich-, mit einer überraschenden Perspektive, die beiden Kantaten zum 18.So nach Trinitatis BWV 169 und BWV 96 vor.

Zuerst: Die Macht des Eingangschorals von BWV 96, die bereits ein wenig Christ-Geburts-Atmosphäre anmoduliert. Später-, das individuelle Festlegen meiner Selbstsicherheit auf Gott in der Alt-Solokantate BWV 169

Der Cantus firmus des Eingangschors – in langen Notenwerten vorgetragen – ist wirklich ein in den Alltag tragendes Fundament, das durch ein Horn verstärkt wird.

Hört, hört bereits !!!-, die Figuration des Morgensterns mit seinem glänzenden Flimmern..

Majestätisch und dennoch bescheiden in ihrer Abbildung der vollen, prallen Tonmacht die Rilling-Aufnahme. Leider liegt mir die Gardiner Aufnahme in SDG 9 nicht vor. Hätte beide gerne verglichen!

Ich wünsche Euch allen im Forum, das ihr die Macht des sonntäglichen Kantaten-Hörens vorneanstellt.

Gruß

@Wolfgang

Einen gesegneten 18.So nach Trinitatis

Gruß @Wolfgang

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Hier Hörproben von SDG

SDG159

SDG159

Nachstehend die Hörporben „Stream Audio“ anklicken

SDG 159 Vol. 9  disc 1 –

1.  Bringet dem Herrn Ehre seines Namens BWV 148
– no. 1 Coro

Stream Audio

14.  Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden
– BWV 47 no. 1 Coro

Stream Audio
SDG 159 disc 2 –

5.  Bald zur Rechten, bald zur Linken BWV 96
– no. 5 Aria: Bass
soloist: Gotthold Schwarz


Stream Audio

11.  Alt Stirb in mir BWV 169
– no. 5 Aria: Alto
soloist: Nathalie Stutzmann

Stream Audio


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Cantatas for the for the Seventeenth Sunday after Trinity

BWV 148 – Bringet dem Herrn Ehre seines Namens
BWV 114 – Ach, lieben Christen, seid getrost
BWV 47 – Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden
BWV 226 – Motet: Der Geist hilft unser Schwachheit auf

(recorded: Allhelgonakyrkan, Lund)

Soloists: Katharine Fuge | Frances Bourne
Robin Tyson | Charles Humphries
Mark Padmore | Stephen Loges

Cantatas for the Eighteenth Sunday after Trinity

BWV 96 – Herr Christ, der ein’ge Gottessohn
BWV 169 – Gott soll allein mein Herze haben
BWV 116 – Du Friedefürst, Herr Jesu Christ
BWV 668 – Chorale: Vor deinen Thron tret’ ich hiermit

(recorded: Thomaskirche, Leipzig)

Soloists: Katharine Fuge | Nathalie Stutzmann
Christoph Genz | Gotthold Schwarz

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner

Click here for a French Translation of the sleeve notes.

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© 2009 Soli Deo Gloria, all rights reserved

Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 153 – Vol. 20 veröffentlicht vom Label Soli Deo Gloria im März 2009


Hallo,

nach langer Zeit nun meine Rezension von SDG 153, Vol. 20 / Aufführungsort: Grote Kerk, Naarden-Holland am 20.02.2000 und Southwell Minster, Nottinghamshire – England, am 27.2.2000.

Cover: SDG 153 Vol. 20

Cover: SDG 153 Vol. 20

C D – eins –

Cantatas for Septuagesimae (4. Sonntag nach Epiphanias)

BWV 144 – Nimm, was dein ist, und gehe hin
BWV 84 – Ich bin vergnügt mit meinem Glücke
BWV 92 – Ich hab in Gottes Herz und Sinn

(Aufführung: am 20.02. 2000 in Grote Kerk, Naarden-Holland)

Soloists: Miah Persson, Sopran | Wilke te Brummelstroete, Alt
James Oxley, Tenor | Jonathan Brown, Bass

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Grote Kerk Naarden-Holland

Foto: Grote Kerk, Naarden-Holland

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Rezension CD – e i n s :

Kantate: BWV 144 – Nimm, was dein ist, und gehe hin

(Kantate 4. Sonntag nach Epiphanias – Septuagesimae)

Die Kantate entstammt dem ersten Leipziger Amtsjahr Bach’s und erlebte am 6. Februar 1724 ihre erste Aufführung. Ihre Echtheit ist zuweilen angezweifelt worden, – jedoch zu Unrecht; denn das originale Quellenmaterial erweist Bach’s Autorenschaft eindeutig. Bach seine Komposition verzichtet weitgehend auf das konzertante Element. Der Eingangssatz ist eine Motettenfuge mit colla parte geführten Instrumenten – 2 Oboen und Streicher – und teilweise selbständigem Continuo.*)

Wie aus dem Nichts – ohne das geringste instrumentale Vorspiel – schleudern die Tenorstimmen das Motto: „Nimm was dein ist, und gehe hin“ – hervor bevor der Beginn einer fugierten Motette, in der zwei Oboen und Streicher über einen teilweisen unabhängigen Basso continuo die Gesangslinien verdoppeln. Dann, eine traurige und eine zarte Alt-Arie von Wilke te Brummelstroete. Hervorragend interpretiert sie diesen immer wieder in der Kantate zu hören Text: „Nimm, was dein ist….“

Miah Persson (Sopran) interpretiert die Gefühle sehr schön. Sie  nutzt geschickt die Nuancen aus – die betörend klingende Oboe im Dialog mit der Stimme verleiht der Arie einen zurückhaltenden und doch elegischen Glanz. Ebenfalls Glanzlichter setzt der Chor in Satz 3 und sechs und verleiht dieser Kantateneinspielung das Prädikat: wunderbar….!!


Kantate: BWV 84 – Ich bin vergnügt mit meinem Glücke

Bach hat den Text höchstwahrscheinlich zum 9. Februar 1727 komponiert. Die Bestimmung der Bach’schen Komposition für eine einzige Solostimme, zu der nur im Schlusschoral der Chor hinzutritt, hat ihr die bei Bach sonst seltene Bezeichnung „Cantata“ eingebracht. Man hat aus dieser Solobesetzung sowie aus der bereits erwähnten Umdichtung darauf schließen wollen, dass es sich bei diesem Werk nur um eine geistliche Hausmusik Bach’s, etwa für Anna Magdalena Bach, handele – gewiss zu Unrecht, wie schon die Bestimmung für den Sonntag Septuagesimae erkennen lässt.

Der aktuell zu vertonende Text, der auf Bachs Schreibtisch lag, basiert ebenfalls auf dem Gleichnis vom Weinberg, auch wenn diesmal nicht von den missgestimmten Arbeitern die Rede ist, sondern von „Meinem Glücke, das mir der liebe Gott beschert“. Bei der Vertonung hat Bach die geringen aufgewendeten Mittel – zum Solosopran treten als Instrumente eine Oboe, Streicher und Continuo – mit viel Sinn für die sich bietenden Abwechslungsmöglichkeiten eingesetzt. Die Eingangsarie verlangt das volle Instrumentarium. *)

Das BWV 84 beginnt in einer anderen Stimmung, auch wenn im dramatischen Kontex sich eine gleiche Richtung abzeichnet wie in der vorhergehende Kantate. Der Dialog zwischen dem Sopran und Oboe, mit beseelt aufspielenden Streichern begleitet, nimmt hier einen anderen und weniger unterwürfigen Ton an. Das ist ein Werk für Solo-Sopran, und Miah Persson gelingt es, eine große emotionale Bandbreite zu nutzen, das Highlight ist die Arie „Ich esse mit Freuden mein weniges Brot“. Dann, nach diesen Wirren – bietet der letzte A-cappella-Choral, diesbezüglich zur Linderung einen sehr geglückten Moment der Ruhe, atemberaubend, wie der Chor das gesanglich meistert.

Kantate: BWV 92 – Ich hab in Gottes Herz und Sinn

Diese neunsätzige Choralkantate, die Bach zum 28. Januar 1725 komponiert hat, liegt Paul Gerhards 12-strophiges Lied (1647) zugrunde. Die ausgedehnte Dichtung mag die Ursache gewesen sein, dass auch die Kantate ungewöhnlich lang geworden ist. Zu Beginn des großangelegten Eingangssatzes konzertieren zwei Oboi d’amore und Streicher im Wechsel. Ihre Thematik ist unabhängig von der Choralweise, die nach Beendigung des Einleitungsritonells vom Sopran zeilenweise in langen Notenwerten vorgetragen wird (Melodie: „Was mein Gott will, das gscheh allzeit). Die übrigen Singstimmen haben keinen Anteil an der Choralthematik, sondern verbinden sich mit den Streichern zu einem thematisch einheitlichen Imitationsgefüge. *)

Die einleitende Choralfantasie ist sorgfältig ausgearbeitet und weist in den drei einander imitierenden tiefen Stimmen heftige Spannungen auf. Instrumental und stimmlich wird dieser Satz in diesem Sinne zu einem wahren Kleinod vorgetragen, genial, wie Gardiner diese Spannungen erzeugt und sie umsetzen lässt und artet in eine perfekte Bach-Interpretation der Einmaligkeit aus.

Der Bass Jonathan Brown überzeugt in der musikalischen Gestalt an Festigkeit und Standhaftigkeit in seinem Rezitativ: „Es kann mir fehlen nimmermehr“. Besonders wirksam sind die Momente, wenn eine körperliche und geistige Auseinandersetzung  beschrieben wird, wie wenn die Linien „Mich die Wellen schon ergreifen / und ihre Wut mit mir zum Abgrund eilt “ Diese Verse sind eine Anspielung auf die biblische Geschichte von Jona und dem Wal, dessen Echos sind auch als ein Grollen im Continuo dargestellt“. Auch wenn Brown’s Stimme in den tiefen Lagen für diesen Abschnitt die Subtanz fehlt, sind seine Linien klar und durch intensive Vitalität motiviert gezogen.

Die Tenor-Arie, die durch einen feurigen James Oxley interpretiert wird, ist eine meisterhafte Tirade für die ersten Geigen. Die Atmosphäre, die durch den Text und den instrumentalen Linie erstellt wird, ist eine überzeugende Darstellung  – wie die Kraft des starken Armes Gottes seine Einzigartigkeit offenbart und sich als ein unbesiegbares Hindernis gegen den Satan darstellt.

Die Sopran-Arie (Miah Persson) – mit dem „Meinem Hirten bleib ich treu“ ist ein Glanzpunkt an Sangeskunst und in der Instrumentierung. Sie singt so anschaulich und überzeugend von der Treue und wird durch das bejahende Spiel der Oboe und Bc entsprechend beseelend unterstützt. Das berührt und trifft den Hörer im tiefsten seines Inneren und mag ihn vollends überzeugen: „Meinem Hirten bleib ich treu“.

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Hörprobe: BWV 92 Sopran-Arie Meinem Hirten bleib ich treu

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C D – zwei –

Cantatas for Sexagesimae

BWV 18 – Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
BWV 181 – Leichtgesinnte Flattergeister
BWV 126 – Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

(Aufführung: am 27.02.2000 in Southwell Minster, UK)

Soloists: Gillian Keith, Sopran | Angharad Gruffydd Jones, Sopran
Robin Tyson, Alt | James Gilchrist, Tenor | Stephan Loges, Bass

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner

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Southwell_Minster_NottinghamshireFoto: Southwell Minster, Nottinghamshire – England

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Rezension CD – z w e i :

Gardiner sagt in seinem Reisetagebuch folgendes zu den 3 Kantaten:

Im Brennpunkt aller drei Kantaten steht die überwältigende Macht des Wortes, das (als geistliches Manna vom Himmel) zum Glauben führt, das Thema des Tagesevangeliums (Lukas 8, 4–15), das in den ersten beiden Werken am Beispiel des Gleichnisses vom Sämann behandelt wird. Selbst an seinen eigenen Maßstäben gemessen widmet sich Bach dieser Herausforderung mit ungewöhnlicher Intensität und Findigkeit. Jede dieser Kantaten zeichnet sich aus durch eine lebendige Bildersprache, fesselnde Dramatik und eine Musik von einer Frische und Kraft, die im Gedächtnis haften bleibt.

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Kantate: BWV 18 – Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt

Die Entstehung dieser Kantate fällt in Bach’s Weimarer Jahre und ist spätestens zum 24. Februar 1715 anzusetzen, – mit größter Wahrscheinlichkeit aber schon ein oder zwei Jahre vorher. Das Bach zwei Fassungen von dieser Komposition überliefert hat liegt in der unterschiedlichen Musizierpraxis in Weimar und Leipzig. Die Weimarer Fassung verlangt an Instrumenten zum Continuo lediglich 4 Violen, Aufführungstonart war g-Moll, jedoch in der gegenüber dem Kammerton um 1 bis 1 1/2 Ton höheren Chortonstimmung. Wenn Bach das Werk daher in Leipzig in a-Moll aufführte, so entsprach das annähernd der Weimarer Tonhöhe. Neu hinzugefügt wurden in der Leipziger Fassung2 Blockflöten. Dies ist die Fassung, in der sich das Werk in der heutigen Musizierpraxis eingebürgert hat. *)

Dazu Gardiner in seinem Tagebuch zu seiner Aufführungsform von BWV 18:

Als Bach die Kantate 1724 in Leipzig wiederaufführen wollte, ergänzte er dieses Streicherensemble

um zwei Blockflöten, zur Verdopplung der beiden hohen Bratschenstimmen, dem sie einen Nimbus geben, der in gewisser Weise dem 4’-Register einer Pfeifenorgel entspricht. Das war die Version, die wir übernommen und vom Weimarer Chorton in g-moll nach a-moll transponiert haben (die Bratschen sind auf A=465 Hz gestimmt, spielen jedoch nach den ursprünglichen, in g-moll notierten Parts).


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Die Kantate beginnt mit einer betörenden einleitenden Instrumental-Sinfonia. The English Baroque Soloists machen aus dieser Einleitung eine nuancierte und leidenschaftliche thematische Einführung in das Kantaten-Werk. Der Satz drei als Rezitativ und Litanei für Tenor, Bass und Chor ist das Herzstück in diesem Werk. James Gilchrist, (Tenor); Stephan Loges, (Bass); der Monteverdi Choir  und das Barockorchester gelingt eine eindrückliche dramatische Litanei -Wiedergabe. Fantastisch, wie hier Gardiner Hand anlegt und seine Protagonisten in der Dramatik und Nuancierung fordert, das ist in sich ein spektakuläre Aufführung geworden die den Hörer begeistert.

Die Sopran-Arie: „Mein Seelenschatz ist Gottes Wort “ erklingt durch Gillian Keith’s mal fröhlich dann zart und als feuriges Bild entsprechend als ein Dankgesang an Gott. Beseelend dazu agiert das stimmlich vorzügliche Orchester.

Kantate: BWV 181 – Leichtgesinnte Flattergeister

Ihre erste Aufführung erlebte die Kantate am 13. Februar 1724. Jedoch scheinen damals noch keine Holzbläser mitgewirkt zu haben; denn die heute vorliegenden Stimmen für je eine Querflöte und Oboe stammen erst von einer wesentlich späteren, nicht sicher datierbaren Wiederaufführung. *)

Mit den „leichtgesinnten Flattergeistern“ sind jene oberflächlichen, wankelmütigen Menschen gemeint. Mann kann nur staunen, wie anschaulich Bach die einzelnen Details des Gleichnisses ausmalt eine zerklüftete Melodieline, von Trillern durchsetzt, eine locker geführte Staccato-Artikulation im tempo vivace und eine Instrumentierung in den oberen Stimmen mit Flöte, Oboe und Violine besetzt.

Gardiner gelingt im Kontrapunkt ein perfektes Spannungsfeld aufzubauen. Der erste beginnt mit einer eindrucksvollen Bass-Arie: Stephan Loges – meisterhaft nutzt er die Triller und Verzierungen, mit denen Bach porträtiert – die  „Leichtgesinnten Flattergeister“. Angharad Gruffydd Jones, Sopran; ist im Rezitativ ein zögerliches Singen spürbar: ihr weiches Timbre macht ihre Interpretation nicht ganz überzeugend. Der abschließende Choral ist ein wahrer Festschmaus, mit den triumphierenden Trompeten erzielt das gesamte Ensemble ein erhebendes Finale.

Kantate: BWV 126 – Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

Diese Choralkantate hat J.S. Bach zum 4. Februar 1725 komponiert. Bach hat dem herkömmlichen Instrumentarium von 2 Oboen, Streichern und Continuo im Eingangschor noch eine D-Trompete hinzugefügt , der die nicht ganz leichte Aufgabe zufiel, mit ihrem durch die natürliche Obertonreihe beschränkten Tonumfang in einem a-Moll-Satz eine führenden Rolle zu spielen. Offenbar stand Bach hierfür ein hervorragender Trompeter zur Verfügung. *)

In seiner Form  ist der Eingangssatz ein Triumph für die  Trompete – überragend spielt Gabriele Cassone der schon in den Neujahrskantaten von 2000 in der Gethsemanekirche, Berlin so überzeugend aufgetreten ist.

Gabriele Cassone-Trompete, Italien

Gabriele Cassone-Trompete, Italien

Hier bewundere ich die Auswahl von Gardiner – nur exzellente  Spitzen-Trompeter zu verpflichten, bisher haben sie mich in den SDG-Einspielungen immer überzeugen können und so ist es im BWV 126 wiederum gelungen, dass der Hörer mit einem großartigen Trompeter konfrontiert wird, dazu der klasse auftrumpfende Monteverdi Choir ergibt das berühmte Gänsehauterlebnis.

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Hörprobe:   BWV 126 (Eingangs-Choral) Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

Diese Kantate berauscht mich mit einem Lieblings-Tenor: (James Gilchrist) in Satz 2, 3 und fünf. Das ist Überzeugungsgesang in Wort und Stimme das er so überzeugend darbietet und in einer vollendeten Kunstform so einprägsam dem Hörer vermitteln imstande ist. Leider ist die Oboen-Begleitung etwas Piepsig zu hören aber schmälert nicht den hervorragenden Gesamteindruck.

James Gilchrist, (Tenor);  und Robert Tyson, (Alto); interpretieren virtuos das Rezitativ in Satz 3; „Der Menschen Gunst und Macht wird wenig nützen“. Ein Perlengesang vollster Reinheit und Klasse…. ein Traumduo!

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Hörprobe:  BWV 126 Recitativ für Alt, Tenor Der Menschen Gunst und Macht wird wenig nützen

In Satz vier, Bass-Arie: „Stürze zu Boden, schwülstige Stolze“ ist Stephan Loges ein prächtiger Part gelungen, stimmlich Ausdrucksstark interpretiert er virtuos das „schwülstige Stolze“.

Der Monteverdi Chor ist im Stande, den Schlusschoral mit einer Wärme und Stille – inhaltlich seiner Bedeutung: auf Hoffnung und  Frieden in einer wunderbaren Schönkeit und Gerechtigkeit – gesanglich einzuhüllen –  das ist es, was ein Weltklasse-Chor so auszeichnet – sie sind immer wieder in der Lage, das wörtliche Geschehen auch stimmlich zu artikulieren und umzusetzen, so dass es ein perfekter Kunstgenuss wird.

Aus Gardiner-Reisetagebuch seine Schlussanmerkung zum BWV 126:

Nichts ist oberflächlich an Bachs Vertonung, an der eindringlichen Bitte um ‚Fried und gut Regiment’ und der zarten Hoffnung auf ‚ein geruh’g und stilles Leben’. Und die denkwürdigste Phrase wird für das drei Takte umfassende ‚Amen’ aufgespart, eine wunderbare Verschmelzung polyphonen Tudorstils mit Bach’schem Kontrapunkt, die unter dem hölzernen Tonnengewölbe des Southwell Minster überirdische Schönheit erlangte.

Mein Schluss-Fazit zu diesen Einspielungen:

Es sind wieder herrliche Kantaten-Einspielungen geworden, die den Vergleich mit den bereits veröffentlichten SDG-CD’s nicht scheuen brauchen. Zu bewundern ist immer wieder die Handschrift von Sir Gardiner, seine Interpretationen der Bachwerke gelingen ihm durchwegs auf allerhöchstem Niveau und dazu sein Weltklasse-Chor und das fantastische Barockorchester ergeben immer wieder ein Spitzenergebnis der Sonderklasse.

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*) Textauszüge: Alfred Dürr, J.S. Bach “Die Kantaten”

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Gruß
Voker

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Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 150 – Vol.17 veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Dezember 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 150, Vol. 17 / Aufführungsort: Gethsemanekirche in Berlin am 1. + 2. Januar 2000.

Cover: SDG 150 Vol. 17

Kantaten für Neujahr

BWV 143 – Lobe den Herrn, meine Seele II
BWV 41 – Jesu, nun sei gepreiset
BWV 16 – Herr Gott, dich loben wir
BWV 171 – Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

(recorded: 1. Januar 2000Gethsemanekirche, Berlin)

Soloists: Ruth Holton; Sopran | Lucy Ballard; Alto
Charles Humphries; Alto | James Gilchrist; Tenor | Peter Harvey; Bass

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Cantatas for the Sunday after New Year

BWV 153 – Schau, lieber Gott, wie meine Feind
BWV 58 – Ach Gott, wie manches Herzeleid II

(recorded: 2. Januar 2000 Gethsemanekirche, Berlin)

Soloists: Ruth Holton; Sopran, Sally Bruce Payne; Alt,
James Gilchrist ; Tenor,  Peter Harvey; Bass

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

Aufführungsstätte: Evang. Gethsemanekirche in Berlin

Aufführungsstätte: Evang. Gethsemanekirche in Berlin

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  • Click here Gardiners-Reisetagebuch for a German Translation of the sleeve notes

  • Hier klicken zur „Meinungsäußerung“von Gabriele Cassone Horn, Trompete

  • music_display_on_website-icon._V46684973_ SDG 150 Vol. 17 Hörproben beim Label: Soli Deo Gloria

  • CD-Bestellung bei amazon” SDG 150, Vol. 17, 2 CD’s

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    Rezension CD – e i n s :

    Kantate: BWV 143 – Lobe den Herrn, meine Seele II

    (Kantate für Neujahr)

    Die mangelhafte Überlieferung dieser Kantate – nur in einer Abschrift der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und deren Abkömmlingen – gibt uns mancherlei Rätsel auf; auch sind schon Zweifel an ihrer Echtheit geäußert worden.

    Gardiner schreibt dazu in seinem Reisetagebuch:

    Lobe den Herrn, meine Seele II – ist uns nur in einer handschriftlichen Kopie aus dem Jahre 1762 erhalten. Sehr viele Zweifel bestehen über die Authentizität dieser kleinen Kantate, und einige Merkmale werfen weitere Fragen auf. Da ist zunächst die Besetzung, die unübliche Kombination dreier Corni da caccia mit Pauken, Fagott und Streichern; dann die Tonart B-dur (ist das der Kammerton oder der Chorton?), der einfache (fast naive) Grundplan und Satz, die Vermischung von Bibelworten mit Choralfragmenten und freier Dichtung, die dieses Werk in die Nähe der frühesten Kantaten Bachs rückt, jene, die er während seines einjährigen Aufenthaltes in Mühlhausen komponierte (BWV 106, 4, 71 und 131), allerdings handwerklich und schöpferisch auf einem sehr viel bescheideneren Niveau.

    Zum Beispiel werden die Arabesken der Solovioline durch das Staccato eines ‚Totengeläuts’ in den tiefen Streichern (Nr. 4) betont, und diese korrigieren zuweilen die recht konventionell angelegten melodischen und rhythmischen Muster, die für das restliche musikalische Material typisch sind.

    Mein Fazit zu dieser Kantaten-Einspielung ist mehr als wohlwollend, ein prächtig agierender Tenor in Satz vier und sechs schält die Höhepunkt eindrücklich hervor und der Schlusschoral mit dem „Halleluja“ gelingt so beieindruckend schön, so dass  das Gänsehauterlebnis sich automatisch einstellt.

    Kantate: BWV 41 – Jesu, nun sei gepreiset

    Das Werk ist eine reife Choral-Kantate von höchster Qualität aus dem zweiten Leipziger Jahrgang – der das dreistrophige Neujahrslied Johannes Hermanns (1593) zugrunde liegt. Die erste und letzte Strophe sind im Wortlaut beibehalten; die Mittelstrophe hat einer freien Nachdichtung in den Kantatensätzen 2 bis 5 als Vorlage gedient. *)
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    Mein Fazit: Die Prachtentfaltung des Eingangssatzes nimmt einem den Atem, die Trompeten, das Orchester und der Chor zelebrieren hier wieder einmal überirdische Musik – hier wird der Hörer mitgenommen in eine andere Welt, das ist wiederum von Bach eine Komposition der Unsterblichkeit. Alle Protagonisten erfüllen hier vollends den gesetzten Ansprüchen, um uns in diesen Bach-Trance Zustand versetzen zu können. Bravo…!!
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    Hörprobe vom Eingangssatz: „Jesu, nun sei gepreiset“


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    Das Kleinod in dieser Kantate ist jedoch der Satz 4 – die Tenor-Arie „Woferne du den edlen Frieden“. Sie gehört zu den wenigen neun Kantatensätzen, in denen Bach den betörenden, ein breites Spektrum umfassenden Klang des Violoncello piccolo einsetzt – eines Instrumentes, das bei ihm mit der Person Jesus oder seiner Präsenz verknüpft ist, vor allem in seiner Beschützerrolle als „guter Hirte“. Hier ist das fünfsaitige Modell vorgesehen, für einen Klangraum, der sich von der tiefsten Saite, C, im Violinschlüssel über drei Oktaven hinauf bis zum H mit aufgelöstem Vorzeichen erstreckt, so als sollte dieser weite Raum die Dualität von Himmel und Erde, Körper und Seele in sich schließen und verdeutlichen, dass Gott die Belange der Menschen, auf körperlicher wie auf geistlicher Ebene, unter seiner Obhut hat. *)

    Der Schlusschoral (Satz 6) – greift deutlich wieder auf den Eingangssatz zurück und als Zwischenspiel erklingt mehrmals das Trompetenmotiv aus dem 1. Satz. Ich bewundere hier die großartigen Trompeten, es sind Spitzenkönner und geben dieser Kantate die so festliche Würze – besetzt mit Gabriele Cassone; Luca Marzana und Mauro Bernasconi. Der überragende Monteverdi Choir und die English Barocke Solists berühren mit einer grandiosen Neujahrsmusik – mit Pauken und Trompeten endet eine Pracht-Kantate und beflügelt den Hörer, mit großer Zuversicht in das neue Jahr zu gehen.

    Kantate: BWV 16 – Herr Gott, dich loben wir

    Bach hat die Kantate in Leipzig für den Neujahrsgottesdienst  1726 komponiert. Den Beginn bildet ein knapper Cantus-firmus-Satz über die liturgische Melodie des „Tedeum“ die von Sopran und Horn vorgetragen wird, wärend die drei Unterstimmen – Alt, Tenor und Bass mit geführten Instrumenten – dazu bewegte Kontrapunkte bilden. *)

    Ein Höhepunkt in dieser Kantate befindet sich in Satz 5 in der wunderbaren Arie für Tenor: „Geliebter Jesu, du allein“. Wie innig und berührend wird hier der Text von James Gilchrist – anschaulich und verinnerlicht vorgetragen, das geht unter die Haut – dazu  das Bc und Oboe da caccia kommen in dieser Besetzung dem innigen, intimen Charakter dieser Arie sehr entgegen, eine Traumarie.

    Ein schlicht- vierstimmiger Choralsatz in Satz 6 mit dem „All solch ein Güt wir preisen“ beschließt die Kantate. Hier wiederum zu bewundern, wie der Monteverdi Choir ohne Hetze, sehr getragen und homogen mit ihrer Sangeskunst den Hörer zu überzeugen weiss.

    Kantate: BWV 171 – Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

    Es wird vermutet, dass Bach diese Kantate zum 1. Januar 1729 komponiert haben könnte. Bach hat in seiner Vertonung die einleitenden Psalmworte einer großangelegten Chorfuge anvertraut. Durch die Unterstützung der Streicher und Oben wird mit den Singstimmen ein Motettencharakter erzielt. Die Trompeten dagegen sind selbständig geführt, die 1. Trompete sogar thematisch, wodurch der Satz seinen feierlichen Glanz erhält. *)

    Ebenso wie der Eingangs-Satz ist berührend komponiert der Satz 2 – die Tenor-Arie: „Herr, soweit die Wolken gehen“ – was für ein Schwung und Drive wird hier ans Tageslicht gezaubert, ein großartiges Violin- und Bc-Spiel unterstützt feurig den wiederum großartig interpretierend singenden Tenor: „James Gilchrist“. Die Arie gelingt zu einem weiteren Glanzpunkt in dieser Kantateneinspielung, Gardiner führt seine Protagonisten – wie bereits im Eingangs-Satz mit den Trompeten – zu einer wiederum beeindruckenden Wiedergabe die tief berührt. Das ist es, was er so fantastisch umsetzten kann und alle zu einer außergewöhnliche Wiedergabe mitreisst.

    Hörprobe von Satz 2 Arie für Tenor: „Herr, soweit die Wolken gehen“

    Die Sopran-Arie (Ruth Holton) in Satz 4 – „Jesus soll mein erstes Wort In dem neuen Jahr heißen“ – klingt stimmlich etwas dünn währen das Violin- und Bc-Spiel wie im 2. Satz wiederum wunderbar gelingt.

    Großartig agiert der Tenor (Peter Harvey) in dem Rezitativ in Satz 5 – „Und da du, Herr, gesagt“ – mit einem wunderbaren Timbre versehen, die Wortverständlichkeit ist überragend.

    Der Schluss-Choral: „Laß uns das Jahr vollbringen“ in Satz 6 ist wunderschön gelungen, ein mitreissend zu Herzen gehend singender Monteverdi Choir toppt nochmals die Kantate zu einem krönenden Abschluss. Das Orchester und die mitreissenden Trompeten verleihen die rechte Würze und gereichen zu einem großartigen Finale. Dem Sir sei gedankt für eine großartige Interpretation, die nicht genialer umgesetzt werden kann, hier erklingt die Musik wie von einem anderen Stern und entlässt den Hörer beglückt in das „Neue Jahr“ und das im wahrsten Sinne von J.S. Bach – so hat er es gewünscht und gewollt…!!

    Treffend dazu zitiere ich aus Gardiners Reisetagebuch:

    Ich fand diese Musik nicht nur mitreißend, sondern in ihrem Bestreben auch passend zu unserem Projekt: ‚Lass uns das Jahr vollbringen zu Lob dem Namen dein’.

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    Hörprobe vom Schluss-Choral Satz 6l: „Laß uns das Jahr vollbringen“

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    Rezension CD – z w e i :

    Kantate: 153 – Schau, lieber Gott, wie meine Feind
    (für den Sonntag nach Neujahr)
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    Der unbekannte Dichter, dessen Text Bach zum 2. Januar 1724 in Leipzig vertont hat, nimmt die Lesung von der Flucht nach Ägypten und dem Kindermord des Herodes zum Anlaß. Bachs Komposition beginnt ungewöhnlicherweise nicht mit einem Chorsatz, sondern mit einem schlichten, vierstimmigen Choral.
    Da der Sonntag nach Neujahr 1724 bereits auf den 2. Januar fiel, hatte Bach nach den bereits für Weihnachten und Neujahr aufzuführende Werke aus Zeitmangel und zur Schonung der Thomaner eine Kurzkomposition ins Auge gefasst. So fallen dem Chor in dieser Kantate nur schlichte Choral-Sätze zu, und die restliche Besetzung wird auf drei Solisten und Streichorchester eingeschränkt. *)

    Meine Bemerkung zu dieser Kantate:
    Sie lebt von den ausdrucksstarken Solisten des Alt, Tenor und Bass in den Arien und Rezitativen. Den Satz 3 mit dem Arioso für Bass (Peter Harvey) – mit dem „Fürchte dich nicht ich bin mit dir“ und desgleichen in Satz 6 – möchte ich einmal lobend herausheben, Ausdrucksstark überzeugt mich hier der Bass mit einem überzeugenden Part. Der kurze Eingangschor ist überwältigend rhythmisch schön vorgetragen.

    Kantate: BWV 58 – Ach Gott, wie manches Herzeleid II

    Bachs Komposition ist vermutlich zum 5. Januar 1727 entstanden. Erhalten ist sie nur in einer Umarbeitung aus dem Jahre 1733 oder 1734, deren wichtigste Kennzeichen die Hinzufügung von 3 Oboen – in den Sätzen 1 und 5 sowie die Neukomposition des Satzes 3 sind -vom ursprünglichen Satz ist nur eine Continuostimme erhalten. Wie bei der drei Jahre früher entstandenen Kantate BWV 153 scheint es bei der Erstfassung Bachs Absicht gewesen zu sein, die durch festliche Inanspruchnehme erschöpfen Musiker zu entlasten, – daher der Verzicht auf jegliche Bläser, Chor sowie Alt- und Tenorsolisten. *)

    Eine filigrane Stelle möchte ich aus dieser Kantate hervorheben es ist der Satz 3 – Arie für Sopran (Ruth Holton) mit dem „Ich bin vergnügt in meinem Leiden.“ In Verbindung mit der Solo-Violine und Bc bekommt der Hörer wieder diese unnachahmliche einfühlsame Musik zu hören, die Bach so wunderbar zu komponieren versteht…
    Mit dem Schluss-Satz (5) (Choral und Aria für Sopran und Bass) wird nochmals ein bemerkenswerter Höhepunkt interpretiert. Rhythmisch swingend spielt ein vortrefflich anzuhörendes Barock-Orchester auf. Hier hat wieder Gardiner sein feines Gespür offenbart, wie er so vortrefflich Musik kredenzen kann, das ist einmalig und superb gekonnt interpretiert und führt seine Aufführung nochmals zu einem bemerkenswerten Schluss-Höhepunkt.
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    *) Textauszüge: Alfred Dürr, J.S. Bach „Die Kantaten“
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    Mein Schluss-Fazit zu dieser Einspielung:

    CD eins mit den Neujahrskantaten hat es in sich, es sind Pracht-Kantaten der allerfeinsten Art, perfekt in der Einspielung, rundum  gelungene Kantaten-Interpretationen, die  ich wärmstens dem Bach-Freund empfehlen möchte.

    Auf CD zwei sind zwei wunderbare filigrane Kantaten zu hören, die von den ausgezeichneten Gesangs-Solisten und dem umwerfenden Barockorchester in kleiner Besetzung so kunstvoll interpretiert worden sind. Schon aus den vorgenannten Gründen ist diese Veröffentlichung – zum Beginn der Bach Cantata Pilgrimage 2000 – in der Gethsemane Kirche  an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in Ost-Berlin aufgenommen – ein weiterer kunstvoller Meilenstein in den SDG-Veröffentlichungen.

    Grüße
    Volker

    Webnews

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    Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 147 – Vol.5 – CD zwei – veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Oktober 2008


    Hallo,

    meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD z w e i ; Aufführungsort: Dom „St. Blasii“ in Braunschweig


    Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD’s Kantaten für den zehnten Sonntag nach Trinitatis

    BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
    BWV 101 – Nimm von uns Herr, du treuer Gott
    BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!

    (Aufführungsort: 27 / 08 / 2000 Braunschweig Dom)

    Soloists: Joanne Lunn; Sopran | Daniel Taylor; Altus
    Christoph Genz; Tenor | Gotthold Schwarz; Bass

    Aufführungsort: Braunschweiger Dom St. Blasii

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    Click hereGardiners-Reisetagebuchfor a German Translation of the sleeve notes.
    von Jane Rogers, Bratsche
    zur SDG 147 Vol. 5




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    Rezension CD z w e i – SDG 147, Vol. 5 –

    Kantate: BWV 46 „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei“

    (Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

    1) Bach hat diese Kantate in seinem ersten Leipziger Amtsjahr komponiert und am 1. August 1725 zum ersten Mal aufgeführt. Der Eingangschor ist ein gross angelegtes Klagelied, formal eine Kombination von motettischen und konzertanten Elementen. Motettisch ist daran die enge Beziehung zum gesungenen Text. Dem Satzbau des Bibelwortes entsprechend ist der gesamte Eingangschor in zwei grosse Teile gegliedert, einen freipolyphonen Satz und eine Fuge. Auch die Themenbildung ist in auffallender Weise textbezogen mit ihrer Anhebung betonter Wörter („Schauet“, „sehet“) und ihren dissonanten Halbtonschritten auf „Schmerz“ und „Jammers“. Motettisch ist auch das Prinzip der Chorfuge (zweiter Teil des Satzes), wobei die Instrumente meist mit den Singstimmen zusammengehen, während die Blockflöten als deren gleichberechtigte Partner selbst eine Fugenstimme übernehmen.

    Eine einleitende, entzückende Sinfonia im 1. Satz wird durch einen anschließenden ausdrucksstarken Chor des „Jammers“ eindrucksvoll interpretiert.

    Beeindruckend ist der 3. Satz: „Dein Wetter zog sich auf“. 1) Dieser Satz ist in ihrer barocken Bildlichkeit der dramatische Höhepunkt der Kantate. Zum Streichorchester tritt die Trompete als Sinnbild göttlicher Hoheit; punktierte Rhythmen markieren das Drohende des aufziehenden Wetters, abwärtsgleitende Skalenfiguren das Einbrechen des Rachstrahls. Der Bassist: Gotthold Schwarz punktet in einer fantastischen Art, dies entsprechend gesanglich umzusetzten.

    Im 5. Satz: „Doch Jesus will auch bei der Strafe“ – glänzt der Altus Daniel Taylor. In diesem Satz dominieren die Flöten als Bassstimme, die das Bild eines Rache kündigen Propheten heraufbeschwören.

    Satz 6; Schlusschoral: „O großer Gott“ ist nicht wie üblich in schlicht-vierstimmigem Satz gehalten, sondern mit Zeilenzwischenspielen der doppelt besetzten Blockflöten ausgestattet. Ausdrucksstark präsentiert sich hier der Monteverdi Chor mit seiner bewundernswerten Artikulation.

    Kantate BWV 101 „Nimm von uns Herr, du treuer Gott“

    (Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

    1) Das Werk ist eine Choralkantate und wurde am 13. August 1724 erstmals aufgeführt. In seiner Form unterscheidet sich der Eingangschor wenig vom Normaltyp der Choralkantaten. Die Singstimmen werden durch einen Posaunenchor verstärkt, dessen Oberstimme wie üblich vom Zink (Cornetto) gebildet wird; außerdem wird der Cantus firmus durch eine den Sopran oktavierende Querflöte mitgespielt. Der ganze Satz ist im Grunde eine großangelegte Cantus-firmus-Motette, deren Besonderheit im Mitwirken eines eigenthematischen Instrumentalparts besteht.

    In dem Eingangssatz agiert der Monteverdi Choir in seiner bekannt gekonnten Art ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass der Tenor und Bass zeitweise zu dominant Auftritt und die Flöten erscheinen etwas unrein und piepsig zu klingen.

    Satz 2 ursprünglich mit obligater Flöte geplant, dann aber mit Solovioline besetzt, verhilft nun dem konzertanten Element in dieser Arie zu seinem Recht und wird von Christoph Genz (Tenor) in seiner bekannten Art vorgetragen.

    Der Satz 4 ist von ungewöhnlicher Art, die ihre Ursache in Bachs Bestreben hat, eine leidenschaftlich- dramatische, konzertante Arie zu präsentieren. Hier ist Gotthold Schwarz (Bass) diesem Part großartig gewachsen.

    Als musikalischer Höhepunkt der Kantate ist wohl in Satz 6 das Duett für Sopran (Joanne Lunn) und Altus (Daniel Taylor) – mit obligater Flöte und Oboe da caccia anzusehen. Traumhaft passen die zwei Gesangs-Solisten zusammnen und lassen ein herrliches Duett erklingen

    .Englische Sopranistin Joanne Lunn

    Englische Sopranistin Joanne Lunn
    Englischer Altus: Daniel Taylor

    Englischer Altus: Daniel Taylor

    In Satz 7 endet die Kantate mit einer schlichten vierstmimigen Schluss-Strophe des Liedes mit: „Leit uns mit deiner rechten Hand.“ Getragen, ruhig aussingend erklingt fein nuanciert der Monteverdi Choir.

    Kantate BWV 102Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!

    (Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

    1) Die Kantate, von Bach zum 25. August 1726 komponiert, gehört zu jenen, die demselben Textjahrgang entnommen sind wie die von Bach aufgeführten Kantaten des Johann Ludwig Bach. Auffällig ist dabei, dass Bach diesmal den II. Teil der Kantate mit Satz 5 beginnen lässt. Der Eingangschor gehört zu den grossen Leistungen des reifen Bach und zeigt in seiner formalen Vielgliedrigkeit steten Wechsel zwischen Dominanz des Orchestersatztes bei häufigem Choreinbau und des Chorsatzes mit eigenständiger überaus sprachgerechter, textgezeugter Thematik. Eingeleitet wird der Satz durch eine Instrumentalsinfonie von 2 Oboen, Streichern und Continuo.

    Was hier abgeht ist atemberaubend grossartig, die Sopranistin „Joanne Lunn“ brilliert, der Monteverdi Choir in Glanzform – da kann nur angemerkt werden – „Weltklasse“, einmalig, so etwas bekommt man nicht alle Tage geboten, was muss Gardiner da wieder gefeilt haben, das Orchester stimmig, Gesangssolisten ebenbürtig und ein Chor, der wieder einmal brilliert, das ist wieder eine Kantatenstelle, die bei mir auf „da Capo“ gestellt ist und die berühmte Gänsehaut erzeugt….

    Dieses Klangerlebnis möchte ich den Besuchern des Forums nicht vorenthalten und stelle den Eingangs-Satz der Kantate – BWV 102 – als Hörprobe zur Verfügung.

    Hörprobe: „BWV 102 Satz 1“, den L i n k – nachstehend kräftig anklicken:

    2-14-bwv-102-herr-deine-augen-sehen-nach-dem-glauben-part-i-coro1

    1) Der Satz 3 ist ein schlichtes Alt-Seccorezetativ – (Daniel Taylor, Altus), deren Gestik an eindringlicher Wirkung wohl nicht zu überbieten ist. Mit einem langanhaltenden, dissonanten „des“ einsetzend, scheint die obligaten Oboe ein „Weh!“ über die unbußfertige Seele auszurufen, und die gesamte Melodik des Satzes mit ihren Querständen und ungewöhnlichen Intervallschritten ist ein einziges, höchst anschauliches Abbild der Seele. Hier ist der Altus Daniel Taylor ein vortrefflicher Gesangs-Solist der dieses Abbild der zerrissenen Seele berührend zu interpretieren weiss.

    In Satz 4, Rezetativ für Bass (Gotthold Schwarz), präsentiert sich ein ausdrucksstarker Bassist mit dem „Verachtest du den Reichtum seiner Gnaden.“

    Deutscher Bassist: Gotthold Schwarz

    Deutscher Bassist: Gotthold Schwarz

    1) Mit dem Satz 5 beginnt der zweite Teil der Kantate mit der Alt-Arie: „Erschrecke doch, Du allzu sichere Seele!“ Hier wird versucht, den Sünder wachzurütteln. Die musikalischen Mittel sind weiträumige Melodik – zumal in der obligaten Flöte, aber auch in der Singstimme – und lebhaften Bewegung. Hier punktet der Altus Robin Tysson mit seiner klaren und wortverständlichen Aussage des „Erschreckens..!“ Das Flötenspiel ist ebenso im gleichen Atemzug als vorrtrefflich anzumerken.

    Ein zweistrophiger schlichter Choralsatz mit dem „Heut lebst du, heut bekehre dich“ mit der Melodie von: „Vater unser im Himmelreich“ – beschliesst dieser Choral eine wunderschöne Kantate. Mich beeindruckt hier der Monteverdi Chor, wie hinreissend und innig dieser wunderbare Choral vorgetragen wird, ruhig, getragen ein in sich gekehrter Gesang – damit ist die Seele gesanglich gerettet und der Hörer wird davon berührt und eingenommen. Das ist Bachgesang pur und wiederum ein Verdienst von Gardiner, der in diesem Kantatenwerk die gewissen Akzente zum richtigen Zeitpunkt zu setzen weiss, Danke, grandios..!!

    Die Kantate BWV 102 ist als das Highlight der gesamten SDG 147 – Einspielung anzusehen, diese Werk hat mich ungemein berührt und wie bereits erwähnt, bei mir das entsprechende Gänsehaut-Erlebnis erzeugt und ich wurde bis zum letzten Schlusston ungemein gefesselt. Und das ist es, was wir immer so an Gardiner, seinem Orchester, seinem Monteverdi-Choir so schätzen und bewundern.

    Grüße

    Volker

    Webnews

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    1) Textauszüge: Alfred Dürr, die Kantaten

    Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 147 – Vol.5 veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Oktober 2008


    Hallo,

    meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD eins; Aufführungsort: Christkirche in Rendsburg

    Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD’s

    Kantaten für den achten Sonntag nach Trinitatis

    BWV 178 – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
    BWV 136 – Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz
    BWV 45 – Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

    (Aufführungsort: 13/08/2000 Christkirche, Rendsburg)

    Soloists: Robin Tyson; Altus
    Christoph Genz; Tenor | Brindley Sherratt; Bass


    Aufführungsort: Christkirche Rendsburg (Fotorechte: http://www.die-netzwerkstatt.de)

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    Rezension
    CD eins SDG 147, Vol. 5

    Kantate: BWV 178„Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

    Das Werk ist eine Choral-Kantate und erfuhr am 20. Juli 1724 seine erste Aufführung. Das zugrunde gelegte Kirchenlied ist eine Nachgliederung des 124. Psalms durch Justus Jonas (1524).

    Der Eingangschor: „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ des 1. Satzes verkörpert den von Bach bevorzugten Typus des eröffnenden Choralchorsatzes: In einen thematisch selbständigen Orchestersatz ist der vom Chor vorgetragene Choral zeilenweise eingefügt. Die Liedweise liegt im Sopran verstärkt durch ein Horn.

    Ein kontropunktisches Meisterwerk ist der Choral, Satz 2, „Was Menschenkraft und -witz anfäht“, dieses gelingt dem Monteverdi Choir entsprechend umzusetzten.

    Der 3. Satz lebt von dem beschwingt herrlich anzuhörenden BC und Violinen – der Bassist Brindley Sherratt glänzt durch ein starkes Stimmvolumen mit der Bass-Arie: „Gleichwie die wilden Meereswellen“ ein vortrefflicher Bass, der die Wellenbewegung gesanglich vortrefflich umzusetzen weiß.


    Bass: Brindley Sherratt (Fotorechte Staatsoper Hamburg)

    Gut anzuhören ist das Orchester im 6. Satz für Tenor als Arie: „Schweig, schweig nur, taumelnde Vernunft!“ ebenso präsentiert sich der Tenor: Christoph Genz.


    Nuanciert gesungen wird der schlichte vierstimmige Schluss-Choral im 7. Satz: „Die Feind sind in all in deiner Hand.“


    Kantate:
    BWV 136 – „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

    In der überlieferten Fassung entstammt dieses Werk dem ersten Leipziger Kantatenjahrgang Bachs und wurde am 18. Juli 1725 erstmals aufgeführt. Verschiedene Anzeichen des Quellenbefundes lassen jedoch vermuten, dass Bach dabei auf früher Komponiertes zurückgegriffen hat.

    Der Eingangschor „Erforsche mich Gott“ hat die Form einer weitläufigen Fuge. Zwei gleichthematische Chorfugenkomplexe werden durch Instrumentalpartien umrahmt und voneinander abgegrenzt. Ein Horn präsentiert zu Beginn des Ritornells das Hauptthema und ist auch im weiteren Verlauf des Satzes selbständig geführt. Beschwingt in seiner unnachahmlicher Art singt der Monteverdi Choir den 1. Satz.

    Der 3. Satz mit der Alt-Arie „Es kommt ein Tag“, gesungen von Robin Tyson, wird mit obligater Oboe d’amore begleitet, und besitzt eine ausdrucksvolle Figuration, die mich sehr angesprochen hat.

    Der 5. Satz „Uns treffen zwar der Sünden Flecken“ mit dem Arien-Duett für Tenor: (Christoph Genz); und Bass: (Brindley Sherratt); überzeugen in dem Duett mit einem harmonischen Gesang und werden durch ein beeindruckendes Violinspiel unterstützt.

    Im 6. Satz „Dein Blut der edle Saft“, ein schlichter vierstimmiger Schlußchoral nach der Melodie „Auf meinen lieben Gott“, beschließt dieses Kantatenwerk.

    Kantate: BWV 45 – „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

    Diese Prunk-Kantate wurde für den 11. August 1726 geschrieben und gehört zu jenen Werken, deren Texte demselben Jahrgang entstammen wie die Kantaten des Vetters von J.S. Bach, dem Meininger Kapellmeister „Johann Ludwig Bach.“

    Der großartige Eingangs-Choral – „Es ist dir gesagt, Mensch“, ist wieder eines jener Beispiele, wie Bach vielgestaltig und beeindruckend aus einem einzigen Thema ein gewaltiges Klangvolumen entwickeln hat. Es ist für mich das Herzstück dieser Kantate und wird von dem fantastischen Monteverdi Choir entsprechend umgesetzt, die Beschwingtheit und Freude des Musizierens und Singens überträgt sich spontan auf den Zuhörer, das ist reine Bach-Kultur vom Feinsten..!!

    Diese überschwengliche Musizierform setzt sich im 3. Satz mit der Arie für Tenor: (Christoph Genz) – „Weiß ich Gottes Rechte“, entsprechend fort. Ein vortreffliches Orchester weiß klanglich zu überzeugen und hat in dem Tenor einen vorzüglichen Vortragenden.

    Ein orchestrales Feuerwerk wird am Anfang von Satz 4„Es werden viel zu mir sagen“ – zu Gehör gebracht, spritzig, beschwingt phrasierend, präsentiert sich das Spitzenorchester und finden mit dem Bass-Vortrag – ((Brindley Sherratt); einen genialen Partner.

    Es folgt ein inniger 5. Satz – Arie für Alt: (Robin Tyson) „Wer Gott bekennt aus wahrem Herzensgrund“ wird in Begleitung der Flöte und BC zu einem weiteren Prunkstück. Der Altus-Gesang gelingt entsprechend der trostvollen Text-Aussage in bewundernswerter Weise – perfekt.

    Der gelöst klingende Schlusschoral im 7. Satz: – „Gib dass ich tu mit Fleiß“ – beendet ein großartig zu bennendes Kantatenwerk. Ruhig und getragen singt der Monteverdi-Choir in bewegender Manier diesen wunderbaren Choral.

    Fazit:
    Die Kantate BWV 45 ist der Höhepunkt dieser SDG-Veröffentlichung von CD eins. Wieder zu bewundern, wie Gardiner in diesem Bach-Werk die entsprechenden Akzente zu setzen weiß, Orchester, Sänger und Gesangs-Solisten werden von ihm dementsprechend herausgefordert und erzielen so gemeinsam eine vortreffliche Werks-Wiedergabe.

    Grüsse
    Volker

    Webnews


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    Besprechung: CD’s von SDG 144 Vol.25 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Mai 2008


    Hallo,

    meine Rezension von SDG 144, Vol. 25 / – zwei CD’s –

    SDG 144, Vol. 25 / zwei CD’s

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    Kantaten für den fünften Sonntag nach Ostern (Rogate)

    BWV 86 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch
    BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen
    BWV 97 – In allen meinen Taten

    (Aufführungsstätte: Annenkirche Dresden am 27. und 28. Mai 2000)

    Soloists: Katharine Fuge | Robin Tyson | Steve Davislim | Stephen Loges


    Foto: Aufführungsort Annenkirche, Dresden

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    Kantaten für den Sonntag nach Himmelfahrt (Exaudi)

    BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun I
    BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich
    BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun
    Fürchte dich nicht – Johann Christoph Bach

    (Aufführungsstätte: Sherborne Abbey, Sherborne am 4. Juni 2000)

    Soloists: Joanne Lunn | Daniel Taylor | Paul Agnew | Panajotis Iconomou
    The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

    Foto: Aufführungsort Sherborne Abbey, England (Fotorechte: http://www.dorsets.co.uk)


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    Rezension CD 1

    Kantate: BWV 86 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch (für den Sonntag Rogate)

    Bach hat diese Kantate in seinem ersten Leipziger Amtsjahr zum 14. Mai 1724 komponiert.
    Im Eingangssatz sind alle Stimmen, nicht nur der Bass, sondern auch der Streichersatz, vokal konzipiert.

    Gardiner in seinem Reisetagebuch erwähnt dazu:

    Bach betont den Optimismus, der im Text der Kantate angelegt ist, indem er eine abwärts gerichteten
    modulatorischen Bogen beschreibt, der in E-dur beginnt und endet, einer Tonart, die an der obersten Grenze seines tonalen Spektrums angesiedelt ist und daher positive Assoziationen und Empfindungen
    aufblitzen lässt. Die auf der obligaten Violine virtuos vorgetragenen gebrochenen Akkorde in der Alt-Arie (Nr. 2) symbolisieren natürlich die Rosenzweige, die gebrochen werden sollen. Die Arie schildert das
    gewagte Unterfangen, die Dornen zu überwinden, um zur Blüte vorzudringen (eine Metapher für spirituelle Freude und Schönheit). Das Brechen der Rose ist hier nicht einfach nur ein Schnitt mit der Gartenschere, sondern eine sich drehende, zerrende Figur bei dem Wort ‚brechen’, und die Dissonanz kennzeichnet die ‚stechenden’
    Dornen.

    Im 5. Satz ist eine rührige Tenor-Arie ( Steve Davislim ) mit dem „Gott hilft gewiss…“ zu hören, eine wertvolle „da-capo-Stelle.“ Dieser Text und das herrliche Bc gibt einem Trost und Zuversicht für den grauen Alltag, der Tenor:
    – Steve Davislim – weiss diesen Text gesanglich vortrefflich vorzutragen. Es scheint, der gesamte Text wird dem Hörer vielfältig zugerufen…!!

    Der Schluss-Choral: „Die Hoffnung wart‘ der rechte Zeit“ wird vom Monteverdi Choir in seiner unnachahmlichen Art entsprechend vorgetragen.

    Kantate: BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen (für den Sonntag Rogate)

    Diese Kantate ist zum 6. Mai 1725 komponiert worden. Der zweite Satz scheint von Bach als Text persönlich hinzugefügt worden zu sein, um den Übergang zum folgenden Trostwort Jesu weniger schroff zu gestalten, wahrscheinlich auch, um die Folge ähnlicher Sätze; Arie – Arioso – Arie – , aufzulockern.

    Im 5. Satz überzeugt mich der Tenor ( Steve Davislim ), mit der vortrefflichen Bass-Arie: „In der Welt habt ihr Angst“ entsprechend der Text-Aussage kommt die „Angst“ gesanglich in einer quantiativen Qualität zur Geltung.

    Gardiner äußert sich zum 6. Satz: „Ich will leiden, ich will schweigen“

    Erst im sechsten Satz, einem ausgedehnten Siciliano in B-dur von unbeschreiblicher Schönheit für Tenor, Streicher und Continuo, wird Bachs Gesamtkonzept deutlich: Er will Sorge und Freude, Moll und Dur so gewichten, dass die Verheißung, der gequälten Seele werde Trost zuteil, nur um den Preis der Passion und Kreuzigung Christi erfüllt werden kann. Die sanfte, lyrische, fast pastorale Stimmung, in der Reue und Akzeptanz geäußert werden, ist daher mit Dornen gespickt, gewürzt mit vereinzelten Dissonanzen bei den Wörtern ‚leiden’, ‚Schmerz’ und ‚verzagen’.

    Eine Stelle, die beeindruckend mehrmals gehört werden kann, die Streicher und ein überragender Tenor vermögen dieser Arie den Stellenwert klanglich und interpretatorisch perfekt und berührend zu Gehör zu bringen.

    Ein schöner Abschluss der Kantate erklingt mit dem Choral: „Muss ich sein betrübet.“

    Kantate: BWV 97 – In allen meinen Taten (Kirchenkantate für verschiedene Bestimmungen)

    Über das Entstehungsjahr dieser Kantate, 1734, wird durch Bachs autographe Datumseintragung gesichert.

    Gardiner beschreibt in seinem Reisetagebuch dazu:

    Sie greift in den Ecksätzen auf die herzrührende Melodie des Liedes ‚Innsbruck, ich muss dich lassen’ von Heinrich Isaac zurück. Einer Theorie zufolge soll sie ebenso wie die drei übrigen späten Choralkantaten (BWV 100, 117 und 192) ursprünglich als Hochzeitskantate komponiert worden sein. Aus der Rückschau betrachtet hätten wir diese wunderbare Kantate eigentlich an den Anfang unserer Pilgerreise stellen sollen, denn Paul Fleming schrieb seinen Text offensichtlich vor Antritt einer langen und gefahrvollen Reise, die er 1633 nach Moskau unternahm.

    Bach vertont alle neun Strophen unverändert, vier als Arien, eine als Duett und zwei als Rezitative, und sorgt in der Instrumentierung (anders als sonst verzichtet er auf die Orgel im dritten, vierten und siebten Satz) und in der Stimmung für eine solche Abwechslung, dass die Aufmerksamkeit der ausführenden Musiker wie der Hörer ständig gefordert ist.

    Diese Kantate ist mit innigen Köstlichkeiten nur so gespickt, schon der Eingangssatz versprüht ein musikalisches Feuerwerk der Genialität. Die Baroque Soloists spielen die Einleitung in straffen, punktierten Rhythmen in einer beeindruckenden feierlichen Form. Rhythmisch bewegt sich dazu in seiner gesanglichen unübertroffenen Art der Monteverdi Choir mit dem: „In allen meinen Taten.“ Das Orchester und der Chor beeindrucken mit einer fantastischen Ensemble-Leistung von absoluter Grösse, Perfektion und einer homogenen Einheit, die den Hörer mehr als beeindruckt.

    Hervorheben möchte ich aus dieser wunderbaren Kantate den 4. Satz mit der Tenor-Arie: „Ich traue seinen Gnaden.“
    Ein virtuoser Violonsolo-Part erklingt in inniger und berührender Einmaligkeit und bildet mit dem qualitativ vortrefflichen Tenor eine grandiose Einheit. Eine da-capo Stelle, die zum verinnerlichen dieser herausragenden Komposition einlädt.

    Katharine Fuge (Sopran), überzeugt im 8. Satz mit einer schönen Sopran-Arie: „Ihm hab ich mich ergeben.“

    Ein schlichter siebenstimmiger Choralsatz: „So sei nun, Seele, deine“ beschliesst ein Kantatenwerk von erhebender Schönheit. Dieses zu unterstreichen vermag der Monteverdi Choir in allen Belangen vortrefflich umzusetzen, eine Freude, diesem vorzüglichen Gesangs-Ensemble zuzuhören, ein Genuss….

    Meine Anmerkung zur Rezension von CD 1

    Sir J.E. Gadiner findet immer die richtige Nuancierung, Rhythmik und Tempo für jeden einzelnen Satz. Nichts wirkt hektisch, gekünzelt, übereilt, eben ein Interpret und penibler Arbeiter in den Proben, der nichts dem Zufall überlässt und somit ein Gesamt-Kunstwerk mit Bach’scher Musik schafft, dass im Ergebnis vortrefflich ausfällt.

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    Rezension CD 2


    Kantate: BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun (für Sonntag Exaudi)

    Die Kantaten 44 und 183 werden desselben Anfangs wegen oft als 1. Komposition bezeichnet, doch haben beide außer dem Sonntag ihrer Bestimmung nur den Text des einleitenden Bibelworts gemein, weitere textliche oder gar musikalische Beziehungen bestehen nicht.
    Das BWV 44 ist in Bachs erstem Leipziger Amtsjahr zum 21. Mai 1724 entstanden.

    Dürr sagt zu dieser Kantate folgendes:

    Für die Vertonung des einleitenden Bibelworts wählt Bach eine Form, die in seinen Kantaten selten, bei Telemann um so häufiger zu finden ist und einen der zahlreichen Versuche darstellt, die traditionelle Reihungsform der Motette wegen ihrer vorzüglichen Eignung zu musikalischer Ausdeutung mehrgliedriger Prosatexte nicht aufzugeben, sondern mit den konzertanten Formen des Spätbarock zu vereinigen: Der Text wird so aufgeteilt, dass der Beginn von zwei „Concertisten“ gesungen wird, (Satz eins), die Fortsetzung dagegen dem Chor zufällt.

    Der konzertierender Eingangssatz ist von besonderer Schönheit, ein ausdrucksvoller Klagegesang. Vortrefflich abgestimmt, eine Offenbarung in der intensiven Musikalität und ein harmonisches Miteinander zeichneten in diesem Arien-Duett für Tenor ( Paul Agnew ) und Bass ( Panajotis Iconomou ) „Sie werden euch in den Bann tun“, als ein ideales Gesangs-Duo aus.

    Im zweiten Satz erklingt der Choralsatz: „Es kommt aber die Zeit.“ Was für ein rhythmischer und überirdischer Chorgesang wird hier wieder geboten, das ist Perfektion pur….

    Dies setzt sich im Schlusschoral: „So sei nun, Seele deine“ in der gleichen Qualität fort, getragen, sinnlich und von erhabener Schönheit ist dieser Chorgesang, da läuft einem ein Schauer über den Rücken und ist beglückt über eine Sanges-Kunst der Vollkommenheit.


    Kantate: BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich (Kirchenkantate für verschiedene Bestimmungen)

    Nach Dürr wirkt die Kantate in vielen Teilen unreif und verhält sich zu den frühen Weimarer Kantaten Bachs wie eine Skizze zur Ausführung. Dennoch ist nicht zu verkennen, dass sie die charakteristischen Züge der Bach’schen Satztechnik aufweist, insbesondere Stimmtausch sowohl inakkordliche Blöcken als auch in imitatorischen Abschnitten.
    Die Chaconne kehrt als Chorsatz im Jahre 1714 in der Kantate 12 wieder, aber in wesentlich vollendeter Form.
    Sollte die Kantate 150 unecht sein, so wäre zu vermuten, dass das Werk von einem früheren Bach-Schülers entstanden sein könnte unter tätiger Mithilfe des Lehrers..!! Diese Kantate hat sich viel Kritik und Echtheitszweifel gefallen lassen müssen. Um 1708 / 1709 könnte sie entstanden sein.

    Hierzu kann ich nur folgendes feststellen, auch sie besitzt ihre nuancierten Feinheiten. Bedingt durch ein hervorragend klanglich aufspielendes Orchester und dem bezaubernden Gesang des Monteverdi Chores. Hier erweist sich wieder einmal die vortrefflich Grösse des Interpreten J.E. Gardiner was er aus dieser Kantate heraus kitzelt imstande ist. Piano-Gesang in Perfektion, rhythmische Verflechtungen an richtigen Stellen gesetzt, erweist sich als genial und geben dieser Kantate die entsprechende Würze.

    Kantate: BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun (für den Sonntag: Exaudi)

    Die Kantate wurde von Bach zum 13. Mai 1725 komponiert.

    Dürr sagt dazu: Bachs Komposition fällt durch ihre ungewöhnliche Instrumentenbesetzung auf: Außer Streichern und Continuo werden nicht weniger als 4 Oboen, 2 Oboi d’amore und 2 Oboi da caccia, verlant, ferner in Satz 2 ein Violoncello picollo.

    Das Violoncello piccolo wurde erstmals in das Instrumentarium der Kantaten aufgenommen und wurde in dem BWV 180 erstmals verwendet. Es ist ein von J.S. Bach erfundenes Instrument, das einer überdimensionierten Bratsche gleicht, auf dem Arm gehalten wurde und sonderlich zur Darstellung bewegter Partien in Baß- und Tenorlagen zu dienen hatte.


    Foto: Violoncello piccolo (Fotorechte: http://www.warrenellison.com)


    Diese Kantate hat mich sehr betroffen gemacht, so großartig gelingt hier Bach eine Kantaten-Komposition der Einmaligkeit und in ihrer Aussage in Wort und Musik von unsterblicher Schönheit.

    Gardiner in seinem Reisetagebuch sagt zu Satz 1 folgendes:
    Der einleitende Spruch, ein fünf Takte umfassendes Accompagnato, wird von vier Oboen (zwei d’amore und zwei da caccia) vorgetragen, was in Bachs Schaffen außerhalb seines Weihnachtsoratoriums einmalig ist. Und als Symbol für den Weg aus der Verzweiflung lässt er die erste Oboe hier sogar in die Höhe klimmen. Diese Passage ist der prägnanteste und dramatischste Auftakt zu einer Kantate, den Bach jemals geschrieben hat,

    Im 2. Satz, Tenor-Arie und „Violoncello picollo, solo“: „Ich fürchte nicht des Todes Schrecken“ bleibt einem das Herz stocken, das Cello-Solo berührt mich ungemein und lässt mich tief durchatmen, so schön und himmlisch kann eine Arie sein, ich halte mit meiner Rezension inne und lausche gebannt dem Violoncello-Spiel und dem vortrefflichen Tenor-Gesang von Paul Agnew.

    Tröstende und voller Zuversicht beinhaltende Worte und zu Herzen gehende Violoncello-Musik, geben einem die Gewissheit, es wird ein gutes Ende geben können, so man es will.
    Hier möchte ich Gardiners Worte zu Satz 1 verwenden und ausrufen: „
    Diese Passage ist die prägnanteste und ausdruckvollste Musik zu einer Kantate, die Bach jemals geschrieben hat.“

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    David Watkin, Violoncello, sagt dazu in seiner Meinungen zur Cantata Pilgrame Tour: (SDG 144):

    Was als Erinnerung an dieses besondere Jahr jedoch vor allem blieb, war trotz dieser drei ereignisreichen Tage (Eisenach) und anderer Konzerte, wo eine Cellosuite auf dem Programm stand (so auch in diesem Konzert in Sherborne), die immer wieder demütig stimmende Aufgabe des Continuo-Instrumentalisten, die Musik am Schweben und Klingen zu halten, Raum für das harmonische Gewebe zu schaffen und eine Antwort zu finden auf die harmonische Verflechtung von Tanz, Text und Melodie, ohne dabei gewollt oder schulmeisterlich zu wirken.

    Wirklich gekannt hatte ich bis dahin nur die Standardwerke Bachs, und so glich das Jahr einer Sprache, die mit wachsender Vertrautheit immer mehr Facetten offenbarte. Ein wenig Abwechslung brachten die sieben über das Jahr verteilten Obligati für Violoncello piccolo. Es gelang mir, ein fünfsaitiges Leihinstrument nach einer Amati-Arbeit aus dem Jahr 1600 aufzutreiben. Das Instrument wurde 1995 von Clive Morris gebaut, der auch mein eigenes, in der Pilgrimage verwendetes viersaitiges Barockcello fertigte.

    Ursprünglich wollte ich sämtliche Obligati für Violoncello piccolo auf diesem edlen Piccolo spielen, doch bald stellte sich heraus, dass viele der Obligati ohne die C-Saite auskommen und somit nur ein viersaitiges, eine Oktave tiefer als die Violine gestimmtes Violoncello erfordern, was der gängigen Stimmung kleinerer Instrumente vor dem Aufkommen der Saitenumspinnung um 1670 entsprach. Charles Beare lieh mir freundlicherweise ein altes italienisches kleinformatiges Cello, das ich mit seinem höchstwahrscheinlich originalen Bezug versah. Klanglich unterschied sich das so gestimmte viersaitige Instrument tatsächlich von einem fünfsaitigen mit nicht verwendeter C-Saite.

    Jene Augenblicke aber, wo ich aus der Continuo-Gruppe heraustrat und in den Violinschlüssel wechselte, erinnerten mich daran, wie untrennbar harmonische Kette und melodischer Schuss im Gewebe Bach’scher Musik sind.

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    Bach, selbst Cellospieler, liebte dieses Instrument und schuf mit dieser Arie eine weiteren Meilenstein in seinen Kompositionen für Violoncello.

    mp3 Hörprobe: BWV 183, Tenor-Arie: „Ich fürchte nicht des Todes Schrecken“

    Der Satz vier als Arie für Sopran, (Joanne Lunn), bezaubert durch ihre musikalische Orchestrierung, Rhythmik und Phrasierung sie ist umwerfend schön, dazu der bezaubernde Sopran ergeben eine Kantaten-Einspielung von allerhöchstem Niveau.

    Ein vierstimmiger Schlusschoral: „Du bist ein Geist, der lehret“ wird ruhig, getragen und ohne Hetze, vom Monteverdi Choir in seiner bekannten Schönheit gesungen.

    Mit dieser Kantaten-Einspielung vom BWV 183 gelang Gardiner wieder einmal „Grossartiges“, das Gespür dafür, die
    entsprechenden Phrasierungen zu setzen, ein umwerfendes Klangbild des Orchesters zu entwickeln und den Chor und die Gesangs-Solisten in das Gesamtbild zu integrieren, gelingt ihm vorbildlich.

    Motette: Fürchte dich nicht – Johann Christoph Bach (1642-1703)

    Aus Gardiners Reisetagebuch:

    Um das Programm abzurunden und als Gegengewicht zu der Kantate BWV 150, die am Anfang stand, habe ich ein Werk von Johann Christoph Bach (1642-1703) ausgewählt. Seine fünfstimmige Motette: „Fürchte dich nicht“ hätte sich von der späteren achtstimmigen Vertonung (BWV 228) seines jüngeren Vetters kaum deutlicher unterscheiden können: vollerWortmuster, die an Schütz erinnern, und fein ausgesponnener polyphoner Linien. In der Tat könnte sich erweisen, dass Johann Christoph das fehlende Bindeglied zwischen Schütz und J.S. Bach ist, das deutsche Musikwissenschaftler suchen, denn er hat bei Fletin studiert, der ein Schüler von Heinrich Schütz war.

    Die Frage, ob alle Stücke, die ihm zugeschrieben werden, tatsächlich von ihm stammen und nicht von einem der anderen Bachs gleichen Namens (darunter auch J.S. Bachs ältester Bruder), konnte von der Musikwissenschaft bisher noch nicht geklärt werden. Diese Motette stammt‚ direkt oder letzten Endes aus thüringischen Quellen, deren Kontext [diesenbestimmten] Johann Christoph als Komponisten nahelegt, aber keine Garantie dafür gibt’, meint Daniel Melamed. Die Kenntnis anderer Werke, von denen bekannt ist, dass der Eisenacher Johann Christoph Bach sie komponiert hat, und die direkte Erfahrung mit ihnen beim Dirigieren haben mich überzeugt, dass dieses eindrucksvolle und ergreifende Stück tatsächlich von ihm stammt.

    Das Werk kombiniert einen sehr bekannten Text, ‚Fürchte dich nicht, denn ich hab dich erlöst, ich hab dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein’, mit einem Vers aus dem Lukas-Evangelium (23, 43), ‚Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein’. Nach den ersten achtunddreißig Takten, die in zärtlichen Wiederholungen der Worte ‚Du bist mein!’ gipfeln, gesellen sich zu den vier tiefen Stimmen die Soprane mit den Worten ‚O Jesu, du mein Hilf und Ruh’, der sechsten Strophe aus Johann Rists Kirchenlied ‚O Traurigkeit’. Die Wirkung ist überwältigend, und der Wechsel der Perspektive durch die Verwendung des Pronomens ‚du’, erst in Bezug auf den Gläubigen (die vier tieferen Stimmen als kollektive Vox Domini’), dann auf Jesus (durch den Sopran als Gläubigen) ist raffiniert und eindrucksvoll. Das ist Musik, die sich über ihren Text zu erheben scheint und noch lange nachklingt.

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    Als ein runder Abschluss zu dieser CD 2 ist eine Perle der Motetten von Gardiner hinzugefügt worden.

    Eine Gesangskunst des Monteverdi Chores wird hier auf höchster Qualitätsstufe geboten – allein die Klarheit, feinsinnige Dynamik und der Zusammenklang des Ensembles ist ein Genuss. Ein „Chor a cappella“, der zu begeistern und zu überzeugen weiss. Das ist absolute Weltklasse, wann hört man so ein Spitzen-Ensemble, dass ist einfach grossartig und überzeugend gelungen und sollte Gardiner dazu anspornen, weitere Motetten-Einspielungen vorzunehmen, dazu hat er die Spitzen-Sänger zur Verfügung und würde die Motetten-Freunde damit beglücken.

    mp3-Hörprobe: Johann Christoph Bach, Motette: „Fürchte dich nicht“



    Mein Gesamt-Fazit zu CD 2 kann nur lauten: Kaufen, anhören, geniessen und entspannt einer grandiosen Ensembleschar zuhören, die Glücksmomente stellen sich dann wie von selbst ein…..!!

    Grüsse

    Volker


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    Besprechung: CD’s von SDG 138 Vol.27 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Februar 2008


    Hallo,

    meine Rezension von SDG 138, Vol. 27 / – zwei CD’s –


    SDG 138, Vol. 27 / zwei CD’s

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    CD 1 / BWV 1048 – Brandenburg Concerto No.3

    Cantatas für den 2. – 3. Pfingsttag

    BWV 184 – Erwünschtes Freudenlicht
    BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen

    (Aufführungsort: Holy Trinity, Blythburgh / England am 13. Juni 2000)

    Soloists: Lisa Larsson | Nathalie Stutzmann
    Christoph Genz | Stephen Loges


    Foto: Aufführungsort „Holy Trinity, Blythburgh (England)

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    CD 2 / Cantatas für den Sonntag „Trinitats“

    BWV 194 – Höchsterwünschtes Freudenfest

     BWV 176 – Es ist ein trotzig und verzagt Ding
    BWV 165 – O heil’ges Geist- und Wasserbad
    BWV 129 – Gelobet sei der Herr, mein Gott

    (Aufführungsort: St Magnus Cathedral, Kirkwall, am 18. Juni 2000)


    Soloists: Ruth Holton | Daniel Taylor
    Paul Agnew | Peter Harvey

    The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

    Foto: Aufführungsort St. Magnus Cathedral, Kirkwall (England)

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    SDG 138 Volume 27
    (2 CD’s) Kantaten für Pfingsten und Trinitatis

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    Rezension CD 1

    Brandenburgische Konzert G-Dur; Nr. 3; BWV 1048

    Da für Pfingstdienstag nur zwei Kantaten erhalten sind, entschloss sich Gardiner zu der Aufführung des Brandenburgischen Konzertes Nr. 3, G-Dur, BWV 1048.

    Die Titel „Sechs Brandenburgische Konzerte“ bezieht sich auf eine Widmung Bachs – datiert vom 24.März 1721 – an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg und entstanden während seiner Zeit in Köthen. (1717-1722).

    Im 3. Brandenburgischen Konzert verzichtet Bach hier ganz auf eine Tutti-Solo-Gliederung, neun gleichberechtigte und in drei paritätische Streichergruppen zusammengefaßte Linien werden von je drei Violinen, Bratschen und Violoncelli ausgeführt, gestützt vom Generalbaß mit Kontrabaß und Cembalo.

    Den 1. Satz dieses Konzertes formte Bach 1729 zur Sinfonia seiner Kantate „Ich liebe den Höchsten; BWV 174 um, wobei er die reine Streicherbesetzung um je 2 Hörner und Oboen, Oboe da caccia und Fagott erweiterte.

    In seiner bekannt forschen Art als Wiedergabe erklingt das Brandenburgische Konzert in prächtigen Klangfarben mit dem großartig inspizierten English Baroque Soloist, diese Interpretation ist mehr als bewundernswert und lässt auf dem Bachfest 2008 in Köthen ein Kunstgenuss der Extraklasse erwarten.

    Kantate: BWV 184 – Erwünschtes Freudenlicht (für den 3. Pfingsttag)

    Diese Kantate ist offenbar ein Schwesterwerk der Kantate 173 „Erhöhtes Fleisch und Blut.“
    Wie diese geht sie auf ein weltliches Werk der Köthener Zeit zurück, wie (vermutlich) diese wurde sie im ersten Leipziger Amtsjahr Bachs zur Pfingstkantate umgearbeitet, und wie diese wurde sie Pfingsten 1731 wiederaufgeführt.
    Von Kantate 184 sind nur die Stimmen von 1724 erhalten, es existiert keine originale Partitur.

    Hervorheben möchte ich in dieser Kantate den 2. Satz: „Arie für Alt (Nathalie Stutzmann) und Sopran (Lisa Larsson) mit dem „Gesegnete Christen“ erwähnen. Wunderbar instrumentiert und ein herrliches Gesangs-Duett von hervorragender Güte ist zu hören..!!


    Zu erwähnen die innige Tenor-Arie (Christph Genz), mit dem:
    „Glück und Segen Sind Bereit“ in Satz 4.
    mp3 Hörprobe; Satz 4 Tenor-Arie „Glück und Segen sind bereit“



    Ein herrlicher Schlusschor mit dem „Guter Hirte, Trost der Deinen“ beschliesst tröstend und beschwingt dieses Kantatenwerk.

    Kantate: BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen (für den 3. Pfingsttag)

    Bach hat diese Kantate zum 22. Mai 1725 auf einen Text der Christiane Mariane von Ziegler komponiert. Der Gedankengang der Kantate schließt sich inhaltlich eng an die Evangelienlesung an, die vom guten Hirten und seinen Schafen erzählt. Bach Vertonung erhält ihr eigentümliches Kolorit durch die gewählte Instrumentation mit 3 Blockflöten, die in den Sätzen 1 und 2 als das Attribut der guten Hirten erklingen.

    Der siebenstimmige Schlußchoral auf die Melodie „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“ entstammt einer früheren Pfingstkantate (BWV 59), wobei die Streicher des Vorbildes gegen Blockflöten ausgetauscht wurden und in einer prachtvollen Vollstimmigkeit ausklingen.

    Erwähnenswert ist der 4. Satz mit der herrlichen Tenor-Arie (Christoph Genz), mit dem „Es dünket mich, ich seh dich kommen“ mit dem Basso continuo, wunderbar anzuhören.

    Eine weitere Perle ist der 6. Satz mit der Bass-Arie (Stephen Loges) in Verbindung mit den Trompeten, „Öffnet euch, ihr beiden Ohren.“

    In prachtvoller Vollstimmigkeit ist der siebenstimmige Schlusschoral „Nun werter Geist, ich folge dir“ ein Highlight dieser Kantate, berauschend schön singt der Monteverdi Choir diesen ergreifenden Choral.

    ————————————————————-

    Rezension CD 2


    Kantate: BWV 194 – Höchsterwünschtes Freudenfest (für den Sonntag Trinitatis)

    In dieser Form, in der das Werk uns überliefert ist, diente es zunächst nach Erbauung und Prüfung der Orgel in Störmthal bei Leipzig als Orgelweih-Kantate im Rahmen eines öffentlichen Gottesdienstes am 2. November 1723.

    Der allgemein gehaltene Inhalt des Textes ermöglichte jedoch die spätere Wiederaufführung des Werkes im Rahmen des Kirchenjahres als Trinitatis-Kantate, erstmals zum 4. Juni 1724.
    Bachs Komposition ist ungewöhnlich, weil sie innerhalb seines Schaffens den konsequentesten Versuch darstellt, die Form der Orchestersuite auf die Kantate zu übertragen. Gardiner verwendet in seiner Einspielung die Kantatenfassung (sechs Sätze), aus der letzten Aufführung vom 20. Mai 1731, wo von dieser Aufführung ein Textdruck erhalten geblieben ist.
    Hervorheben möchte ich aus den sechs Sätzen bestehenden Kantate den Satz Nr. 3, Arie für Bass (Peter Harvey); mit dem „Was des Höchsten Glanz erfüllet.“
    Nach einer wunderbare Einleitung durch die Streicher folgt der Bassist mit einer ausdrucksstarken Arien-Wiedergabe, die im sprichwörtlichen Sinne mit Glanz erfüllt ist.
    Ebenso faszinierend gelingt in Satz fünf die Sopran-Arie (Ruth Holton), mit dem „Hilf, Gott, dass es uns gelingt“ eine ausdrucksstarke und herrliche Gesangs-Wiedergabe. Die begleitenden Streicher und das BC swingt in fröhlichen Klangfarben, einfach perfekt gelungen. Dieser Satz steht bei mir auf da capo aufgrund seiner beglückenden
    und erfüllenden Musik.
    mp3 Hörbeispiel Sopran-Arie, Satz 5 „Hilf Gott, dass es uns gelingt“:
    Ein herrlich gesungener vierstimmiger Choral des Monteverdi Chores in Satz sechs: „Heil’ger Geist ins Himmels Throne“ beschliesst ein fantastisches Kantatenwerk.
    Kantate: BWV 176 – Es ist ein trotzig und verzagt Ding (für den Sonntag Trinitatis)
    Diese Kantate wurde von J.S. Bach am 27. Mai 1725 vertont. 
    Der Eingangschor:  „Es ist ein trotzig und verzagt Ding“, ist von knapper Prägnanz. Eine einzige große Chorfuge mit selbständig geführten Streichern – die Oboen gehen mit den Singstimmen – füllt den Satz aus, instrumentale Vor- und Nachspiele fehlen völlig.
    Hier kann der Monteverdi Chor wieder großartig punkten, unnachahmlich gelingt ihnen gesanglich die auf und absinkende Chromatik des Trotz dem Hörer bewusst werden zu lassen.

    Bemerkenswert in Satz drei wieder die Sopran-Arie: „Dein sonst hell beliebter Schein“, Ruth Holton gelingt diese Arie gesanglich wiederum auf bewundernswerter Weise.
    Mit dem schlicht-vierstimmigen Schlusschoral in Satz sechs: „Auf dass wir also allzugleich“ beschliesst dieser Chorsatz eine bemerkenswerte Kantate, hier wieder zu bewundern die gesangliche Fiktion und Perfektion eines großartigen Monteverdi Chores.

    Kantate: BWV 165 – O heil’ges Geist- und Wasserbad (für den Sonntag Trinitatis)

    Die unsichere Quellenüberlieferung dieser Kantate lässt eine Deutung ihrer Entstehungsgeschichte nur mit Vorbehalt zu; es darf mit einiger Sicherheit angenommen werden, dass die Kantate zum 16. Juni 1715 in Weimar komponiert und im ersten Leipziger Amtsjahr Bachs – zu Trinitatis 1724 – mit geringfügigen Änderungen wiederaufgeführt worden ist.
    Die Eingangs-Arie „O heil’ges Geist“ in Satz eins für Sopran ist ausgesprochen polyphon angelegt. Die betonte Verwendung von Symmetrie- und Umkehrungsformen ist höchstwahrscheinlich nicht ohne Absicht geschehen; sie dienen als Symbol für die innere Umkehr des Menschen, seine Wiedergeburt in der Taufe.
    Dieses gelingt allen Beteiligten, ob Barockorchester oder von der Sopranistin: Ruth Holton, in einer bewundernswerten Form.
    Die Tenor-Arie (Paul Agnew), in Satz fünf  „Jesu, meines Todes Tod“, gelingt vortrefflich und berührend.
    Eins kurzer und schlichter Choralsatz beendet die Kantate: mit dem „Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl.“
    Kantate: BWV 129 – Gelobet sei der Herr, mein Gott (für den Sonntag Trinitatis) !!

    Dieses Werk gehört zu denjenigen Choralkantaten, die Bach nachträglich zum Jahrgang 1724 / 1725 hinzu komponiert hat. 
    Die Entstehungszeit der Kantate lässt sich nur annäherungsweise ermitteln; wahrscheinlich schuf Bach sie zu Trinitatis, 16. Juni 1726; doch auch die Möglichkeit einer ursprünglichen Entstehung zu einer anderen Gelegenheit um 1726 lässt sich nicht völlig ausschliessen. Die Kantate eignet sich für das Trinitatisfest wegen seines Inhalts, der ein Lob der göttlichen Dreieinigkeit darstellt: Strophe 1 gilt dem Schöpfer Gott, Strophe 2 dem Sohn, Strophe 3 dem Heiligen Geist, und die Strophen 4 und 5 sind eine inhaltlich zusammenhängende Lobpreisung der Trinität.
    Mit einem Orchester von 3 Trompeten, Pauken, Flöte, 2 Oboen, Streichern und Continuo ist die Kantate ausgesprochen festlich ausgestattet.

    Was hier im 1. Satz zu hören ist, lässt den Hörer erschauern, genial wie es Sir J.E. Gardiner wiederum versteht, die entsprechende Jubelmusik erklingen zu lassen, ob durch das großartige Barockorchester, den tönenden  überirdisch schönen Trompeten und dem Weltklasse-Chor „Monteverdi“, das ist überirdische Musik.

    Meiner Meinung nach ist Gardiner hier eine Kantaten-Wiedergabe der „Einmaligkeit“ gelungen, die seinesgleichen sucht. Er versteht es einfach großartig, dieses „Jubeln“ entsprechend musikalisch und interpretatorisch umzusetzen. Genial, dafür Danke an diesen großartigen Interpreten. Was die Engländer an Klasse-Trompeter (Mark Bennett, Mike Harrison, Paul Sharp), aufzuweisen haben ist einfach mehr als bewundernswert.

    mp3 Hörprobe 1. Satz: „Gelobet sei der Herr“

    Gardiner beschreibt in seinem Reisetagbuch eine folgende Anmerkung zu Satz 4 
    mit der Alt-Arie (Daniel Taylor), „Gelobet sei der Herr“

    Zitat:
    …………das Beste von allem, ein pastoraler Tanz für Alt und Oboe
    d’amore, in seiner Bildersprache vielleicht inspiriert von dem, den alles
    lobet, was in allen Lüften schwebet’. Kein Komponist hat je mehr aus
    einer Melodie gemacht, sie ist die wunderbarste überhaupt, die Bach
    geschrieben hat – und sie hat mich ein Leben lang begleitet, seit ich sie
    zum ersten Mal als Kind von meiner Mutter singen hörte.


    mp3 Hörprobe BWV 129, Satz 4 Alt-Arie „Gelobet sei der Herr“

    Diese Kantaten-Wiedergabe ist eine Perle aus dem Hause „Monteverdi“, wann hört man eine solch geniale Einspielung die mit optimalen Gesangs-Solisten besetzt worden ist. Der Altus (Daniel Taylor), überrascht in der Arie Satz 4 mit dem: „Gelobet sei der Herr“ in einer wunderbaren Gesangs-Kultur und ist ein Volltreffer, ebenso die Sopranistin Rut Holton, eine geniale Besetzung, in gleicher Großartigkeit ist der Bass mit Peter Harvey besetzt worden, hinzu kommt  The English Baroque Soloists mit einer überschäumenden Spielfreude und der Welt-Klasse-Chor: „The Monteverdi Choir.“

    Hier gebührt allen Beteiligten ein Sonderlob, als Vater dieser großartigen Umsetzung –  genial in der kleinsten Ausarbeitung und entsprechende Fixpunkte zu setzen – ist Sir J. E. Gardiner zu benennen, ihm gelang musikalisch eine Sternstunde der Unsterblichkeit….!!

    Grüsse an alle

    Volker

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    Besprechung: CD’s "Teil zwei" von SDG 141 Vol. 3 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Februar 2008


    Hallo,

    hier ist meine weitere Rezension für die

    „zweite CD von SDG 141 Vol. 3“

    für den 5. Sonntag nach Trinitatis.

    SDG 141 Volume 3 (2. CD) Kantaten für den 5. Sonntag nach Trinitatis


    Aufführungsort: am 23. Juli 2000 in Mühlhausen/Thüringen, „Divi Blasii Kirche.“

    Click here „Gardiners-Reisetagebuch for a German Translation of the sleeve notes.

    Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von Nicolas Robertson zur SDG 141 Vol. 3

    ———————————————————————–

    BWV 131 – Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir
    BWV 93 – Wer nur den lieben Gott lässt walten
    BWV 88 – Siehe, ich will viel Fischer aussenden

    (recorded: Blasiuskirche, Mühlhausen)

    Soloists: Joanne Lunn | William Towers
    Kobie van Rensburg | Peter Harvey

    The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

    ————————————————————————————

    Foto: Aufführungsstätte „Divi Blasii Kirche“ Mühlhausen / Thüringen

    Ich zitiere aus Gardiners Reisetagebuch:

    Ich wollte neben den beiden Leipziger Kantaten BWV 88 und 93, die für den fünften Sonntag nach Trinitatis erhalten sind, auch zwei der in Mühlhausen entstandenen Stücke in unser Programm nehmen, die wunderbare Kantate BWV 131 „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“ und
    BWV 71 „Gott ist mein König.“

    Das BWV 131
    war vermutlich für einen Gottesdienst nach dem verheerenden Feuer am 30. Mai 1707 bestimmt, das in der Unterstand in der Nähe der Blasiuskirche dreihundertsechzig Häuser zerstört hatte, sowie für die Gedenkfeier im folgenden Jahr. Ob es die Schmerzlichkeit dieses Ereignisses war, die Bach inspirierte, oder Luthers pathetische Übersetzung des De profundis, sein Bestreben, den Text auf eine
    möglichst adäquate Weise zu vertonen, brachte eine Musik von mächtiger, wiewohl nicht immer stimmiger Eloquenz hervor.

    Die Kantate:
    BWV 131 “ Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir „

    Diese Komposition fällt in Bachs Mühlhausener Organistenzeit 1707 bis 1708, besteht nicht aus selbständigen, in sich abgeschlossenen Sätzen, sondern aus verschiedenartigen, unmittelbar ineinander übergehenden Abschnitten, zeigt also diejenige Form, die für die Kantaten des 17. Jahrhunderts aus dem Reihenprinzip der Motette heraus entwickelt worden war.

    Motette, Geistliches Konzert und Choralbearbeitung sind darum auch die Satztypen, die bei der Komposition Pate gestanden haben.

    Der erste Satz: „Aus der Tiefen Rufe ich, Herr,“ beginnt getragen und verhalten durch die klagende Flöte, Violinen und BC. Der einsetzende „A-cappella-Chor“ singt den einleitenden Satz rhythmisch, fast ein wenig swingend. Die Einzelstimmen sind eindrucksvoll heraushörbar.

    Der gleichatrige Gesang erfolgt im 2. Satz mit dem Arioso, für Bass-Solo, + Choral, Sopran + Bass „So du willst, Herr, Sünde zurechnen“, wird ebenso beeindruckend zu Gehör gebracht.

    Der 3. Satz mit dem: „Ich harre des Herrn“ für Chor, Sopran, Alt, Tenor und Bass, findet hier ein Wechselspiel der einsetzenden Solosänger und des Chores statt, das ausgewogen und berührend vorgetragen wird. Das Potential der Sängerschar ist wiederum hervorragend.

    Den 4. Satz mit dem „Ich harre des Herrn“ für Tenor-Solo (Kobie van Rensburg) in Verbindung mit dem BC finde ich großartig gelungen, wie dezent der Chor im Hintergrund agiert ist schon mehr als bewundernswert. Ein wunderschöner Satz in dieser Kantate.

    Den Schlusspunkt mit dem „Israel, hoffe auf den Herrn“ wird glänzend vom Chor und den Solostimmen gemeistert.
    Die Kantate besitzt alle Vorzüge und Schwächen eines Jugendwerkes von J.S. Bach, die Formsetzung, die er unbekümmert aneinanderreiht werden in seinen späteren Kantaten zur Vollendung reifen.

    Die Kantate: BWV 88 „Siehe ich will viel Fischer aussenden“ für den 5. Sonntag nach Trinitatis wurde am 21. Juli 1726 zum ertsten Male aufgeführt.

    Der Eingangssatz für Bass-Solo (Peter Harvey), beginnt mit einer ruhigen Sinfonia die dann nach dem ruhigen vorgetragenen Bass-Solo zum Ende an Schwung gewinnt und mit den agierenden Waldhörnern und dem vorzüglichen Orchester ein berauschendes Klangerlebnis zelebriert.

    Der zweite Satz mit dem Rezitativ für Tenor: „Wie leicht könnte doch der Höchste“ wird respektabel vorgetragen.

    Der 3. Satz mit der Aria für Tenor „Nein, nein! Gott ist allezeit geflissen“ lebt von der Textaussage und wird vom Tenor entsprechend vorgetragen.

    Der 4. Satz enthält ein ARIOSO für Tenor und Bass und inspiriert den Hörer hauptsächlich von der eindringlichen Sprachmelodik des Bassisten.

    Das Arien-Duett für Sopran und Alt im 5. Satz: „Beruft Gott selbst, so muß der Segen“ beginnt mit einer berührenden Anfangs-Sinfonia. Das anschließend beginnende Duett für Altus (William Towers) und Sopran (Joanne Lunn) ist ausgewogen und überzeugend gesungen worden.

    Ein Höhepunkt ist der 6. Satz für Sopran mit dem „Was kann ich denn.“ Hier ist eine wunderbare Sopranistin (Joanne Lunn) mit einer glockenreinen Stimme zu hören.

    Den Schlusspunkt bildet der bekannte Choral: „Sing bet und geh auf Gottes Wegen.“ Sinnlich berührend weiss hier der Monteverdi Choir zu glänzen, das ist Choralgesang in Reinkultur, einfach erhebend dieser überzeugenden Sängerschar zuzuhören..!!


    Die Kantate: BWV 93 „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ für den 5. Sonntag nach Trinitatis, ist als Choral-Kantate erstmals am 9. Juli 1724 aufgeführt worden und in den Jahren 1732/1733 in der heutigen Aufführungspraxis von Bach umgearbeitet und erweitert worden. Diese Kantate lebt von ihrer schönen Symmetrie und weiss mich immer wieder zu begeistern. Hier bewundere ich Bachs Einfallsreichtum, die diese Kantate zu einem Ohrwurm werden lässt.

    Im BWV 21 hat Bach diesen Choral ebenfalls eingesetzt mit zwei Strophen.
    Außerdem erklingt dieselbe Choral-Strophe wie in dieser Kantate am Ende der zwei Jahre später für denselben Sonntag in der Kantate, im BWV 88 erneut.
    Daraus kann hergeleitet werden, dass Bach diesen Choral zu seinen Favoriten gezählt haben muss.

    Der Eingangssatz „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ besticht durch das einsetzende Orchester mit seinem unverwechselbaren Klang. Die eingehende Melodie wird durch eine konzertante Gesangspartie entsprechend eingeleitet für Sopran, Alt, Tenor und Bass. Untermauert wird dieser Eingangssatz durch den hinzutretenden Chor und den dominierenden Oboen. Diese Musik kann den Hörer in Verzückung versetzen so schön erklingt dieser fantastische Choral.

    Das Rezitativ für Bass (Peter Harvey); mit dem „Was helfen uns die schweren Sorgen“ erklingt in gewohnter Manier überzeugend.

    Eine Traumarie in Satz 3 für Tenor: „Man halte nur ein wenig stille“ mit dem entsprechenden Pathos wird diese zu Herzen gehende Arie gesungen, diese Arie steht bei mir auf Da-capo, sie ist berührend und unvergleichlich, wiederum ein Juwel in Bachs Kompositionen.

    Das gleiche setzt sich im 4. Satz fort mit dem herrlichen Arien-Duett für Sopran (Joanne Lunn) und Altus (William Towers); „Er kennt die rechten Freudenstunden“ unvergleichlich gut harmonieren diese beiden Stimmen miteinander, der Altus schreckt mich nicht, im Gegenteil, er überzeugt mich mehr als zufriedenstellend. Die Sopranistin ist ein Genuss, ihr unvergleichlicher Gesang gibt die entsprechende Würze und sorgt für einen weiteren Glanzpunkt in dieser Kantate.
    Die Streicher spielen die Choral-Melodie, während die beiden Gesangs-Stimmen dazu so etwas wie eine Choral-Fantasie singen: Freies Variieren der Choral-Melodie- sehr kunstvoll, dieses ganze Miteinander!

    Berauschend schön gelingt der 6. Satz für Sopran in der Arie: „Ich will auf den Herren schaun“ die tänzelnden Oboen bewirken einen menuettartigen fröhlichen Satz, die das Vertrauen ausdrücken, sehr schön gelungen dazu der Sopran-Gesang.

    Ein schlichter vierstimmiger Choralsatz: „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen“ beschließt eine Kantate, die zu meinen Favoriten zählt. Unnachahmlich wie Gardiner wieder in diesem schlichten Choral-Satz Nuancen zu setzen vermag, ein Monteverdi Choir weiss das anzunehmen und artikuliert sich entsprechend
    in seiner feinen Art, was kaum zu toppen ist.

    Grüsse
    Volker


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    Besprechung: CD’s von SDG 141 Vol.3 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Februar 2008


    Hallo,

    nach Erhalt der neuen CD’s vom Label „Monteverdi“ beginne ich mit meiner Rezension der ersten CD“ von SDG 141 / Vol. 3 für den 4. Sonntag nach Trinitatis.

    SDG 141 Volume 3 (2 CD’s) Kantaten für den 4. Sonntag nach Trinitatis

    Aufführungsort: am 16. Juli 2000 in „Tewkesbury Abbey“ und

    am 23. Juli 2000 in Mühlhausen / Thüringen, „Divi Blasii Kirche“


    Click here „Gardiners-Reisetagebuch for a German Translation of the sleeve notes.
    Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von Nicolas Robertson
    zur SDG 141 Vol.3

    ———————————————————————–

    BWV 24 – Ein ungefärbt Gemüte
    BWV 185 – Barmherziges Herze der ewigen Liebe
    BWV 177 – Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ

    Gesangs-Solisten: Magdalena Kozená, Sopran | Nathalie Stutzmann, Alt
    Paul Agnew, Tenor | Nicolas Teste, Bass
    —————————————————————————


    Die Kantate: BWV 24 „Ein ungefärbt Gemüte“ für den 4. Sonntag nach Trinitatis entstand zum 20. Juni 1723 in Leipzig und wurde höchstwahrscheinlich in dem gleichen Gottesdienst aufgeführt.
    Diese Komposition betont die zentrale Stellung des Bibelwortes durch eine geringstimmige Instrumentierung. In der Eingangsarie bilden die geführten Violinen und Viola eine Obligatstimme; in dem Alt und Continuo zu einem einheitlichen Trio verschmelzen.

    Hervorheben möchte ich die großartige Rhytmik der Violinen im Eingangssatz, eine Altistin; Nathalie Stutzmann, die zu überzeugen weiss.

    Das anschließende Tenor-Rezetativ: „Die Redlichkeit ist eine von den Gottesgaben“ von Paul Agnew gesungen, wird wortverständliche und mit einem guten Timbre ausgestattet, anschaulich vorgetragen.

    Der 3. Satz mit dem Choral: „Alles nun, das ihr wollet“ wird vom Monteverdi Choir mustergültig ausgesungen eine prächtige Unterstützung erfährt der Chor durch das Orchester und mit dem prächtig agierenden Clarino über der vollen Streichergruppe. Dieser Satz strotzt voller Musikalität und gelingt allen Beteiligten aufs vortrefflichste, sie bedeutet für mich ein besonderes Herzstück in dieser Kantate.

    Im 4. Satz des Bass-Rezitativs: „Die Heuchelei ist eine Brut“ singt ein Bassist (Nicolas Teste) diesen Part stimmlich perfekt, ausgestattet mit einem Volumen an Sangeskraft, die in diesem schönen Rezitativ voll zur Geltung kommt und entsprechende Gesangs-Nuancen zu setzen weiss.

    In der Tenor-Arie: „Treu und Wahrheit sei der Grund“ (Paul Agnew), Mustergültig und stark im Ausdruck weiss mich dieser Tenor zu überzeugen.

    Den Schlusspunkt setzt ein wunderbarer Choral: „O Gott, du frommer Gott.“
    In würdevoller und bedächtiger Schönheit singt der Monteverdi Choir diesen prächtigen Choral und der Hörer wird durch den Chor geradezu animiert, summend in den Lobpreis „Gottes“ mit einzustimmen…!!

    Die Kantate: BWV 185 „Barmherziges Herze der ewigen Liebe“ für den 4. Sonntag nach Trinitatis wird der Weimarer Zeit zum 14. Juli 1715 zugeordnet.
    Bei ihrer Wiederaufführung in Leipzig am 20. Juni 1723 hat Bach einiges verändert, insbesondere das für Weimarer Chorton-Aufführung verfasste Werk endgültig in die Kammertonart g-Moll umgeschrieben, da fis-Moll ungewöhnlich tief gelegen hatte.

    Hierzu bemerkt Gardiner in seinem Reisetagebuch folgendes:

    Unserer eigenen Aufführung legte wir die letzten Überarbeitungen zugrunde. Whittakers Analyse verfängt sich in dem ‚Dornenrosen des Franck’schen Textes, die in so reichem Maße dem jungen Komponisten auf den Weg gestreut werden, während Albert Schweitzer der Meinung ist, die Schönheit dieser Kantate werde „durch den trockenen moralisierenden Text etwas beeinträchtigt“. Ich bin mir nicht so sicher. Bach findet geeignete Mittel, Francks harmlose Paraphrase der Weisung des Evangeliums „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ auf überzeugende Weise wiederzugeben.

    Im 1. Satz: Duett für Sopran: (Magdalena Kozená) und Tenor: (Paul Agnew) mit dem „Barmherziges Herze“
    agieren zwei vortreffliche Gesangspartner. Welch eine göttliche Stimme des Soprans dazu als ein ebenbürtiger Partner der Tenor, sie passen stimmlich perfekt zueinander. Das Cello und Clarino unterstützen den Gesang perfekt und wissen den Hörer zu berühren.

    Im 2. Satz das Rezitativ für Alt (Natalie Stutzmann), „Ihr Herzen, die ihr euch“ scheint mir die Stimme der Altistin ein wenig zu stark in ihrem Timbre zu klingen, während das Orchester in warmen Klangfarben sich wohltuhend davon abhebend agiert und erklingt.

    Ansprechender agiert die Altistin im 3. Satz mit der Alt-Arie „Sei bemüht in dieser Zeit“, eine fantastische orchestrale Musik erklingt in diesem schönen Satz, ein Genuss für den Hörenden…!

    Das Bass-Rezitativ (Nicolas Teste), „Die Eigenliebe schmeichelt sich!“ Ein hervorragender Bass weiss sich hier gekonnt zu artikulieren und findet seine entsprechende perfekte gesangliche Fortsetzung im 5. Satz mit dem „Das ist der Christen Kunst.“

    Der Schlusspunkt wird gesetzt mit dem Choral: „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ.“
    Der Chor ist überwältigend und rundet eine wunderschöne Kantate mit ihrer Sangeskunst zu einer gekonnten Wiedergabe entsprechend ab.

    Kantate: BWV 177 „Ich ruf zu dir, Herr Herr Jesu Christ“ für den 4. Sonntag nach Trinitats wurde am 6. Juli 1732 in Leipzig aufgeführt. Es ist eine Choral-Kantate und verzichtet auf Rezitative.

    Der 1. Satz, mit dem Eingangs-Choral „Ich Ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ hebt sich in von dem zuvor gehörten einfachen Choral als Schluss-Satz des BWV 185 in seiner Vielseitigkeit und kompositorischen Größe absolut von dem vorgenannten ab. Was Bach hier an Komponier-Kunst an den Tag legt, lässt seine Genialität wiederum bewundern. Schon die Eingangs-Sinfonia der Streicher ist erwärmend zu hören und erfährt mit den danach einsetzenden Einzelstimmen des Chores und im weiteren Verlauf einen weiteren Höhepunkt im Eingangs-Satz.

    Die im 2. Satz anschließende Alt-Arie (Natalie Stutzmann), – „Ihr Herzen, die ihr euch“ – erklingt in Verbindung mit dem BC durchaus wohltuhend, hier überzeugt N. Stutzmann mit ihrem Gesangs-Stil.

    Der 3. Satz mit der Sopran-Arie: „Verleih, dass ich aus Herzensgrund“ ist eine bewundernswerte Sopranistin zu hören, Magdalena Kozená mit ihrem Engels-Gesang ist betörend schön, vortrefflicher kann diese zu Herzen gehende Arie nicht zu Gehör gebracht werden, dieser Perlen-Gesang ist ein weiterer Höhepunkt in dieser Kantate, dazu das BC und Fagott, das ist für mich himmlische Musik, die Gardiner so perfekt umzusetzen in der Lage ist, genial gelungen…!

    Nicht minder schön gelungen im 4. Satz die anschließende Tenor-Arie: „Lass mich kein Lust“ durch Paul Agnew. Die Gesangs-Solisten sind in dieser CD einmal als gelungene Interpreten besonders zu vermerken, hier standen Gardiner Top-Sängerinnen und Sänger zur Verfügung. Die Violinen, BC und Fagotte zaubern in diesem Satz eine beschwingende Musik der Genialität, die Ausarbeitung eines weiteren Höhepunktes durch den Sir, einfach perfekt gelungen eine weitere Akzentuierung zu setzen.

    Betörend erklingt der Schluss-Choral mit dem „Ich lieg im Streit und widerstreb“ die Gesangs-Kultur und Wiedergabe ist in sich eine geschlossene Einheit, das Singen dieser Wunder-Sängerschar lässt einen erschauern und beglückend miterleben, welch großartige Mitwirkende Gardiner in dieser Einspielung zur Verfügung standen.

    Im Anschluss daran als Aufführungsort: am 23. Juli 2000 „Divi Blasii Kirche“ in Mühlhausen.

    Die Mitwirkenden: Joanne Lunn (Sopran), William Towers (Alto), Kobie van Rensburg (Tenor), Peter Harvey (Bass).

    Zum Ratswechsel in Mühlhausen BWV 71 „Gott ist mein König“

    J. S. Bach war als Organist von 1707 bis 1708 in der Freien Reichsstadt Mühlhausen/Thüringen an der Kirche „Divi Blasii“ beschäftigt. Ihm oblag in der Reichsstadt die gesamte Kirchenmusik. Aus Anlass des Ratssherrenwechsel am 4. Februar 1708 erteilte ihm der Rat der Reichsstadt den Auftrag, zum Gottesdienst diesen Ratsherrenwechsel mit einer eigenen Komposition mit Festmusik auszugestalten.
    Die Instrumentierung ist dem Anlass entsprechend üppig von Bach besetzt worden. Vier Instrumental-Chöre, 3 Trompeten, Pauken, 2 Blockflöten, Violoncello, 2 Oboen, Fagott, 2 Violinen, Viola. Diese Komposition ist in Mühlhausen erhalten geblieben und liegt dort zur Einsicht aus.

    Jubelnd ertönen die Pauken und Trompeten im 1. Satz: „Gott ist mein König von altersher“ es ist ein höchst wechselvolles, dynamisch differenziertes Klanggebilde zu vernehmen, reizvoll die im Wechsel einsetzenden Vokal-Stimmen die als Unterstützung des Wortes mit einem großen Chor dies untermauern. In meisterlicher Manier setzt der Monteverdi Choir die entsprechenden Akzente in diesem großartigen Satz.

    Der 2. Satz mit der Arie“ Ich bin nun 80 Jahr“ für Tenor (Kobie van Rensburg) und Sopran (Joanne Lunn) harmonieren prächtig zusammen und bezaubern durch ihren Gesang.

    Aus diesem üppigen Werk möchte ich noch den 5. Satz für Alt-Arie (William Towers) mit dem „Alt durch mächtige Kraft“ erwähnen, klar verständlich und in seiner Gesangs-Artikulation durchaus akzeptabel meistert er mit Unterstützung der Trompeten diesen Part.

    Der 6. Satz mit dem „Du wollest dem Feinde“ erscheint mir in seiner polyphonen Ausarbeitung ein besonderes Highlight zu sein, diesen Satz kann ich mir immer wieder anhören so schön ist er bis in die kleinste Nuance von Gardiner interpretiert und ausgefeilt von allen Beteiligten dargeboten worden… eine Traummusik, wo man ins Schwärmen gerät, großartig … !!

    Die prächtige volle Instrumentierung mit Pauken und Trompeten beenden im Schluss-Satz mit dem „Das neue Regiment“ ein Früh-Werk von J.S. Bach, das fast nicht wiederholbar erscheint, so ungezwungen und gefüllt mit einer Vielseitigkeit an Musik erlebt man ein Werk von Bach selten.

    Den Ausführenden, ob Monteverdi-Choir, Baroque Soloists oder Gesangs-Solisten gelingen eine außergewöhnliche Wiedergabe eines Früh-Werkes von J.S. Bach, an dem sich der Hörer ergötzen kann. Gardiner sei dafür gedankt, dass er diese wunderschöne Komposition mit in seine Cantata Pilgrimage Tour aufgenommen hat.


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    Rezension CD eins von SDG 128 Vol. 22, Gardiner, Kantaten für Ostern


    SDG 128 Vol. 22

    CD bei jpc zu beziehen !

    Hallo,

    hier beginne ich mit einer Rezension aus der SDG-Reihe mit der Nr. 128; Vol. 22 aus Eisenach mit den Kantaten zum Osterfest!

    Sie wird in Zukunft fortlaufend aktualisiert!


    Rezension CD 1

    BWV 4 – Christ lag in Todes Banden; (zum 1. Osterfesttag), BWV 31 – Der Himmel lacht! Die Erde jublilieret (zum 1. Osterfesttag), BWV 66 – Erfreuet euch, ihr Herzen (zum 2. Osterfesttag). Gesangssolisten: Gilian Keith, (Sopran) Daniel Taylor, ( Alto) James Gilchrist, (Tenor) Stephen Varcoe, (Bass). Trompeten: Niklas Eklund, Marc Ulrich, Frode Jakobsen. Aufführungsort: Georgenkirche in Eisenach am 23-24. April 2000.



    Foto: Aufführungsstätte der Oster-Kantaten die Georgenkirche in Eisenach / Thüringen

    SDG 128; Vol. 22; Ostern-Kantaten, Aufführungsort: Georgenkirche, Eisenach / Thüringen, am 23. bis 25. April 2000.

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    Foto: Innenansicht der Georgenkirche in Eisenach / Thüringen


    BWV 4 „Christ lag in Todesbanden“ zum 1. Osterfeiertag


    Die Kantate:
    BWV 4 „Christ lag in Todesbanden“ ist eines der frühen Werke Bachs und dürfte um 1707 / Mühlhausen oder 1708 / Weimar entstanden sein. Formal repräsentiert die Kantate das Choralkonzert, wie es sich am Ende des 17. Jahrhunderts herausgebildet hatte. Die Instrumentierung basiert auf dem althergebrachten vollen, fünfstimmigen Streicherklang (mit geteilten Bratschen) ohne Oboen und Flöten; der mit den Singstimmen gehende Posaunenchor scheint erst bei der Wiederaufführung im Jahre 1725 hinzugekommen sein. Als Vorbild könnte Johann Pachelbels gleichnamige Osterkantate gewesen sein. Den Text bildet durchgängig Martin Luthers sieben Strophen umfassendes Osterlied von 1524 „Christ ist erstanden.“

    Die Kantate: ist eines der frühen Werke Bachs und dürfte um 1707 / Mühlhausen oder 1708 / Weimar entstanden sein. Formal repräsentiert die Kantate das Choralkonzert, wie es sich am Ende des 17. Jahrhunderts herausgebildet hatte. Die Instrumentierung basiert auf dem althergebrachten vollen, fünfstimmigen Streicherklang (mit geteilten Bratschen) ohne Oboen und Flöten; der mit den Singstimmen gehende Posaunenchor scheint erst bei der Wiederaufführung im Jahre 1725 hinzugekommen sein. Als Vorbild könnte Johann Pachelbels gleichnamige Osterkantate gewesen sein. Den Text bildet durchgängig Martin Luthers sieben Strophen umfassendes Osterlied von 1524 „Christ ist erstanden.“
    In Gardiners Reisetagebuch schwärmt er von diesem historischen Aufführungsort von Luther und Bach. Ich zitiere: „war niemals so stark oder so bewegend wie hier bei unserer Aufführung in Eisenach!“


    Ergreifend erklingt die Eingangs-Sinfonia im 1. Satz und wird im 2. Satz durch den schwungvollen Einsatz vom Chorsatz „Christ lag in Todes Banden“ prägnant in Szene gesetzt, die wörtliche Artikulation und stimmliche Phrasierung in 16.tel Noten
    bleibt absolut verständlich und gesanglich perfekt umgesetzt. Am Ende des Satzes erklingt
    vom Monteverdi Choir ein „Halleluja“ in eindrucksvoller Symbolkraft, die zu Herzen geht.
    Gardiner sagte aus, dass er dieses Bachwerk öfters als jede andere Kantate aufgeführt hat und sie ihm sehr vertraut ist. Genauso setzt er die hohe Qualität der Akzentierung in den folgenden Sätzen in der gleichen Qualität weiter und führt das Barockorchester und den Chor in ungeahnte Sphären einer musikalischen Wiedergabe, die zu berühren weiß.

    Kantate: BWV 31 „Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret“ zum 1. Osterfeiertag


    Bach hat die Kantate innerhalb seines vierwöchigen Turnus in Weimar zum 21. April 1715 auf einen Text aus Salomon Francks Jahrgang – Evangelisches-Andachts-Opfer – komponiert. Die drei ersten Sätze feiern die Auferstehung Jesus, mit dem 4. und 5. Satz wendet sich der Dichter an die Christen, im 6. und 7. Satz muss der Christ mit Jesus leiden, im 8. Satz dem Schlusschoral bezeugt der Dichter die Auferstehung.
    Die vollstimmige Festtagsbesetzung dieser Kantate hat in den Jahren 1724, 1731 und 1735 in Leipzig mancherlei Änderungen erhalten.


    Der prächtige Eingangssatz mit drei Trompeten (Niklas Eklund, Marc Ulrich, Frode Jakobsen) und Pauke besetzt erzeugt eine festliche Oster-Jubelarie. Mit der einleitenden konzertierenden Sonata ist schon ein Juwel in der Kantate von Bach gesetzt worden, der Hörer lauscht ergriffen diesem grandiosen Anfang. Überzeugend präsentieren sich die schmetternden Trompeten mit einem grandios aufspielenden Barockorchester, welches in den herrlichsten Klangfarben dieser fantastischen Ouvertüre Prunk und Glanz verleiht. Gardiner versteht es einfach genial eine Einheit eines Klangkörpers zu bilden, der diesem fantastischen Auftakt mehr als gerecht wird. Hier erweist sich die hervorragende Akustik der Georgenkirche als ein Verbündeter, der den jubelnden Beteiligten die entsprechende Klangvollkommenheit mitliefert.


    Ebenso prägnant ist er zweite Satz mit dem einfallenden Chor „Der Himmel lacht!” Die Erde jubilieret“ mit den begleitenden Trompeten, Ein Chor im Jubelgesang, der den Rahmen des herkömmlichen zu sprengen weiß und die richtige Akzentuierung zu setzen in der Lage ist und eine Vollkommenheit an den Tag legt, die ihresgleichen sucht.


    Im 3. Satz dem Rezitativ für Bass (Stephen Varcoe), „Erwünschter Tag! Sei, Seele wieder froh!“ präsentiert sich in der stimmlichen Aussage ein großartiger Sänger.
    In der anschließenden Bass-Arie „Fürst des Lebens“ fällt die fantastische Stakkatoform des Cellisten mit dem Orgel-Positiv besonders auf, die den Bassisten begleiten. Hier erweist sich wieder die Großartigkeit des Komponierens von Bach, auch dieser Arie eine wunderschöne Begleitung zuzuweisen.


    Im 5. Satz des Rezitativs für Tenor (James Gilchrist), „So stehe dann, du gottergebene Seele“ ist ein großartiger Künstler zu hören, der in der wörtlichen Verständlichkeit und stimmlichen Wiedergabe ein Juwel darstellt.


    Im 6. Satz in der Arie für Tenor „Adam muss in uns verwesen“ setzt ein sinfonisch spektakulärer Auftakt ein, die musikalische Ausdrucksform des Orchesters sprüht vor Spielfreude und bindet den Sänger großartig mit ein. Berührend das barocke Spiel und die gesangliche Qualität erhebt diese Arie zu einem weiteren Glanzpunkt.


    Im 7. und 8. Satz, Rezitativ und Arie für Sopran (Gillian Keith), erweist sich die Sopranistin stimmlich allen Anforderungen mehr als gewachsen, ein Juwel in der Gesangsbesetzung. Vortrefflich erklingt ihr Part in der prächtigen Arie „Letzte Stunde, brich herein“ in der Begleitung der klagenden Flöte und den zupfenden Cellos und Geigen, eine aufwühlende Arie, die den Seelenzustand des Hörenden zu treffen vermag.


    Im 9. Satz erklingt der Chor „So fahr ich hin zu Jesu Christ“ in dezenter Begleitung der Trompeten. Ein überragender Abschluss gelingt hier allen Beteiligten. In diesem Finalsatz erweist sich die Halligkeit der Georgenkirche als ein vortrefflicher Aufführungsort, Bach hätte seine hellste Freude gehabt, an dieser perfekten Kantatenwiedergabe sein Ausruf könnte nur gelautet haben: „Bravo – pravissimo.“

    Kantate: BWV 66 „Erfreuet euch, ihr Herzen“ zum 2. Osterfeiertag


    Diese Kantate wurde am 10. April 1724 und 26. März 1731 in Leipzig aufgeführt. Als eine Urfassung diente eine Köthener Glückwunschkantate zum Geburtstag von Leopold von Anhalt-Köthen von 1718 – BWV 66 a -. Den Eingang bildet ein ausgedehnter Chorsatz mit konzertierenden Orchesterritornell. Den Streichern ist ein Bläsertrio von 2 Oboen und Fagott gegenübergestellt, beide Gruppen konzertieren im Wechsel miteinander. Eine Trompete verstärkt meist nur die höchstgelegene Melodielinie.


    Beschwingt in überschäumender Klangpracht präsentiert sich der erste Satz, schwungvoll setzt das Orchester die Trompete, anschließend der Chor und die Gesangs-Solisten in das Geschehen ein. Heiterkeit und überschäumende Freude strahlt dieser Satz aus, wieder zu nennen die großartige Halligkeit und Akustik der Georgenkirche die dieser Aufführung Glanz und Pracht verleiht. Ein Fundus, dass dieser Satz in da capo noch einmal zu hören ist. Fantastisch und Ausdrucksstark der Monteverdi Choir, ein Perlgesang allerfeinster Qualität.


    Auf ein kurzes, streicherbegleitetes Rezitativ folgt eine prächtige Bass-Arie (Stephen Varcoe) mit einem kräftigen Stimmvolumen ausgestattet. Hervorragend besetzt und anzuhören.


    In der gleichen Qualität erklingt die Bass-Arie des 3. Satzes: „Lasset dem Höchsten.“


    Mit Satz 4 beginnt der Dialog zwischen Furcht und Hoffnung in einem Rezitativ für Alt (Daniel Taylor) und Tenor (James Gilchrist) „Bei Jesu Leben freudig sei.“ Ein überragender Tenor ist James Gilchrist, die Wortverständlichkeit und musikalische Artikulation ist vom Feinsten, Hier wird der Alto im schwungvollen Singen mitgenommen und erreicht ebenfalls eine gute gesangliche Qualität.


    Wunderbar anzuhören – und eine Glanzkomposition von Bach – in der musikalischen Ausführung ist in Satz 5 “die Schlussfolge”…. für Alt und Tenor: das Duett in Begleitung der Violine und Basso continuo “Ich fürchte zwar des Grabes Finsternissen.”

    Die beiden Gesangsolisten erreichen hier eine gesangliche Einheit von eindringlicher Schönheit die das Herz weit öffnet!!

    Sie stellt einen absoluten Höhepunkt in dieser sonst so fantastischen Kantate dar. Immer wieder habe ich mir dieses herzzerreißende „Gesangs-Duett“ anhören müssen und komme aus dem Schwärmen nicht heraus, einfach genial gelungen.


    Im 6. Satz erklingt der Choral aus dem Osterlied „Christ ist erstanden“ mit der Strophe: „ Alleluja! Alleluja! Alleluja! Des solln wir alle froh sein“ in einem schlichten Choralsatz gesungen, den der Monteverdi Choir in seiner unnachahmlichen Art entsprechend gesanglich umzusetzen weiß.

    Damit endet eine freudig strahlende prachtvolle Kantate mit vielen musikalischen Leckerbissen behaftet, die immer wieder angehört werden kann, diesen Schwung und Drive – den Gardiner so perfekt umsetzt – verhilft dieser Aufführung mit der überragenden Akustik der Georgenkirche zu einem weiteren Glanzpunkt seiner Kantateneinspielungen der SDG-Reihe „Bach Cantata Pilgrimage.“

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    Ende der Rezension CD 1 / SDG 128; Vol. 22.

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    Die Rezension der CD 2 SDG 128; Vol. 22 folgt in Kürze!!

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    Grüsse

    Volker

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    Rezension CD zwei von SDG 128 Vol. 22, Gardiner, Kantaten für Ostern


    CD’s zu beziehen: bei jpc zu beziehen !

    Hallo,

    hier erfolgt nachstehend die Rezension der CD „zwei“ von SDG 128; Vol. 22.

    SDG 128; Vol. 22; „CD zwei“
    Oster-Kantaten, Aufführungsort: Georgenkirche, Eisenach,
    am 24. und 25. April 2000.


    CD 2

    BWV 6 – Bleib bei uns, denn es will Abend werden (zum 2. Osterfesttag), BWV 134 Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß (zum 3. Osterfesttag), BWV 145 –Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen (zum 3. Osterfesttag).


    Gesangssolisten: Angharad Gruffydd Jones, (Sopran) Daniel Taylor, (Alto) James Gilchrist, (Tenor) Stephen Varcoe, (Bass), Trompete: Niklas Eklund


    Aufführungsort: Georgenkirche in Eisenach am 24. – 25. April 2000.



    Foto: Geburtsstadt von J.S. Bach; Eisenach / Thüringen; Stadtansicht


    Rezension CD 2


    Kantate:
    BWV 6 „Bleib bei uns denn es will Abend werden“ zum 2. Osterfeiertag

    Diese Kantate wurde am Ostermontag 2.4.1725 in Leipzig uraufgeführt. Der Text zum Eingangssatz, Lukas 24, 29 ist dem Ostermontagsevangelium entnommen.


    Der Eingangschor ist von imponierender Großartigkeit. Eine verkürzte Wiederholung des Anfangsteils beschließt den 1. Satz. Imponierende flehende Flötenstimmen erklingen zum Beginn des Satzes, bevor der Chor einsetzt mit „“Bleib bei uns, denn es will Abend werden.“ Eine vortreffliche gesangliche Wiedergabe gelingt dem Monteverdi Choir, flehend, bittend, dazu das Orchester unterstützend eingreifend, erklingt dieser großartige Eingangs-Satz.


    Im 2. Satz erklingt die Alt-Arie (Daniel Taylor) „Hochgelobter Gottessohn“ in Begleitung der wunderbar anzuhörenden Flöten eine gelungene Wiedergabe.


    Der 3. Satz enthält den Sopran-Choral „Ach bleib bei uns Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist.“ Den Auftakt bildet ein wunderschönes Cello-Solo was sich in der dezenten Formatierung beim einsetzenden Sopran fortsetzt. Aus dem Hintergrund erklingt ein Engelchor als Sopran, so fantastisch artikuliert sich die Sängerschar.


    Das Rezitativ im 4. Satz für Bass (Stephen Varcoe) „Es hat die Dunkelheit an vielen Orten überhand genommen“ wird durch den Bassisten berührend innig gesungen.


    Mit der Tenor-Arie (James Gilchrist) des 5. Satzes „Jesu, lass uns auf dich sehen“ erklingt ein aufwühlender orchestraler Auftakt durch die Streicher, die Artikulation der Wortaussage wird durch einen glänzend singenden Tenor vorgetragen.


    Zum Abschluss erklingt im 6. Satz der schöne Choral „Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ“ in einer ruhigen getragenen und besinnlichen Ausführung durch den Monteverdi Choir.


    Kantate: BWV 134 „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“ zum 3. Osterfeiertag


    Das Urbild entstand als Neujahrskantate zum 1. Januar 1719 in Köthen.
    Im ersten Leipziger Amtsjahr, am 11. April 1724 nahm Bach die Gelegenheit wahr, die Urfassung – ohne deren Sätze 5 und 6 – auf einen geistlichen Text im Gottesdienst aufzuführen. 1731 erfolge eine umfassende Neubearbeitung dieser Kantate durch Bach.


    Beginnend mit dem Rezitativ für Tenor „Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß“ wird abgelöst durch den Schlussgesang des Alt mit: „Wie freuet sich ein gläubiges Gemüte.“


    Der Auftakt im 2. Satz der Tenor-Arie: „Auf, Gläubige, singet die lieblichen Lieder“ ist fantastisch. Im einfallenden jubelnden Orchesterklang – durch Einleitung einer kleinen Sinfonia – präsentiert sich ein Jubelgesang eines hervorragenden Tenor-Solisten, swingend und tänzerisch vom Orchester unterstützt gelingt ihm vortrefflich gesanglich dieser Part.


    Das Rezitativ im 3. Satz für Tenor und Alt „Wohl dir, Gott hat an dich gedacht“ wir durch Orgelpositiv und Bc einleitend begleitet. Die gleiche Struktur setzt sich in der Partie für Alt fort und zieht sich wie ein Faden bis zum Ende fort.


    Herrlicher Orchester-Klang leitet dass Arien-Duett für Alt und Tenor im 4. Satz mit dem „Wir danken und wir preisen dein brünstiges Lieben“ ein. Der Dankesgesang der Gesangssolisten ist vortrefflich, die Begleitung durch die herrlich swingenden und musizierenden Streicher erfüllt den Hörer durch eine glanzvolle Musik. Es gibt glücklicherweise ein „Da capo“ für dieses fantastische Duett.
    Dieser Satz ist ein Höhepunkt in dieser Kantate durch den unwiderstehlichen Gesangs- und Orchesterpart. Diese barocke Klangpracht und Genialität durch die Baroque Soloists verführt den Hörer gerade dazu, diesen 4, Satz noch einmal aufzurufen.


    Sinniger erklingt das Rezitativ für Tenor und Alt im 5. Satz beginnend mit dem „Doch würke selbst den Dank in unserem Munde“ durch eine Orgelpositiv Begleitung.

    Der 6. Satz wird swingend und überschwänglich eingeleitet durch das Orchester mit dem anschließend einfallenden Tenor, Alt und Chor mit dem „Erschallet ihr Himmel, erfreue dich, Erde.“ Prägnant das Singen vom Chor „du glaubende Schar“ in dieser gesanglichen Ausdrucksform unnachahmlich durch einen Klasse-Chor vorgetragen, eine Ausdrucksstärke in der Artikulation die Atemberaubend ist. Dieser fantastische Schluss ist nochmals in Da capo zu hören.


    Kantate: BWV 145 „Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen“ zum 3. Osterfeiertag


    Da dieses Werk nur durch Abschriften überliefert ist, kann eine eindeutige Zuweisung der Entstehungszeit nur bedingt erfolgen. Die Texte von Satz 1-5 entstammen Picanders Jahrgang von 1728. Es wird vermutet, dass Bach diese Kantate vielleicht zum 19. April 1729 komponiert haben könnte.


    Der 1. Satz beginnt mit einem rührseligen Geigensolo in Begleitung des Bc. Das anschließende Rezitativ für Tenor und Sopran „Ich lebe, mein Herze“ ist schon ein Glanzpunkt in diesem Kantatenwerk. Die Sopranistin Angharad Gruffydd Jones wird durch den Tenor James Gilchrist hervorragend ergänzt, bestechend als Duett erklingt das Rezitativ in ergreifender Weise. Die Violin-Begleitung unterstreicht dieses herrliche Duett mit einem nahe gehendem Spiel.


    Der 2. Satz als Rezitativ für Tenor „Nun fordre, Moses, wie du willt“ ausdrucksstark präsentiert sich ein vortrefflicher Tenor James Gilchrist.


    Mit einem Trompetensolo und Streicher erklingt der 3. Satz in der Bass-Arie „Merke, mein Herze, beständig nur dies“ als eine wunderbare konzertierende Einleitung. Der Bassist Ausdrucksstark und ausgestattet mit einem wunderbaren Stimmvolumen verleiht diesem Satz die gewisse Würze.


    Der 4. Satz mit dem Rezitativ für Sopran „Mein Jesus lebt“ ist durch eine vortreffliche Solistin besetzt und verleiht dem Rezitativ einen weiteren Glanzpunkt.


    Der kurze und schlichte Schlusschoral im 5. Satz „Drum wir auch billig fröhlich sein“ ist die 14. Strophe aus dem Osterlied „Erschienen ist der herrlich Tag“ von Nikolaus Herman (1560).
    Fröhlich beschwingt erklingt dieser wunderschöne Choral ohne Hetze durch den Monteverdi Choir. Es ist ein vortrefflicher und krönender Abschluss.


    Schlussresümee zu den Kantateneinspielungen „CD eins“ und „CD zwei.“


    Überrascht wird der Hörer durch den ausgezeichneten Raumklang der Georgenkirche in Eisenach die den prächtigen Kantaten-Werken eine besondere Note verleihen.


    Als Grandios kann die CD 1 aus meiner Sicht betrachtet werden, da hier prachtvolle Jubelkantaten zum Osterfest zu hören sind. Die CD 2 ist mit Kantaten-Einspielungen vertreten, die durch innige Feinheiten den Hörenden beglückt.


    Grüsse
    Volker

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    Bereits abgegebene Kommentare:

    Kurzfassung zur CD eins von SDG 128 Vol. 22, BWV 4;Gardiner, Ostern-Kantaten von @muriel


    Ich schwöre, in den nächsten 24 Stunden keinen Beitrag mehr zu schreiben, aber was Gardiner und sein Superensemble mit der Einspielung dieser Kantate leistet ist unbeschreibbar.


    Übrigens, auffällig im Beiheft die Länge von Gardiners Ausführungen genau zu dieser Kantate. Erinnere ich mich recht, so sagt er, dass die Kantate natürlich nur vom Chor gesungen werden soll. Gut gesagt, aber den Chor, der das singen kann, den gibt es nur einmal: Den Monteverdichor und die Bachsolisten natürlich, die sich so diszipliniert zurückhalten können. Was würde Bach dazu sagen? Genau das meinte ich in einer meiner früheren Auslassungen mit dem Wort “Neuschöpfung”. Die ganze Kantate ist unerhört neu, brandneu, also genau Bach.

    Seid alle lieb gegrüßt von einer begeisterten
    Muriel

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    Bereits abgegebene Kommentare:

    J.E. Gardiner; SDG 131; Vol. 23 Besprechung von @muriel


    Heute kam die neue CD, ich bin hocherfreut! BWV 150, eine ganz außergewöhnliche Kantate. Irgendwie erinnert sie mich an “Christ lag….” Der Meister macht folgende Anmerkung: “Die gelegendlich vorhandenen technischen Entgleisungen können wir vergessen…”(S20).

    Was meint er damit, kann jemand dazu etwas sagen? Ein kleiner Schatten fällt auf meine Freude, der Bass, Stephen Varcoe, kann mich nicht erfreuen. Weshalb wird der dauernd angespannt? Die Sinfonia – CDI Nr.15 – wird in einem Tempo gespielt, dass man dann doch Zweifel bekommt, ob das so sein müsste, Aber sonst, wie immer, ganz Unerhörtes, Einmaliges.

    Liebe Grüße

    muriel

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    Bereits abgegebene Kommentare:

    Rezension CD eins von SDG 131 Vol. 23, Gardiner, Kantaten für Ostern


    Hallo,

    nun erfolgt nach langer Zeit von mir die Rezension der CD Nr. 1 von SDG 131; Vol.23

    CD bei a m a z o n ” zu beziehen !

    CD 1 Kantaten für den ersten Sonntag nach Ostern:

    .
    BWV 150 –
    Nach dir, Herr, verlanget mich, BWV 67 – Halt im Gedächtnis Jesum Christ, BWV 42 Am Abend aber desselbigen Sabbats, BWV 158 Der Friede sei mit dir.
    Gesangssolisten: Gillian Keith (Sopran), Daniel Taylor (Alto), Charles Daniels (Tenor), Stephen Varcoe (Bass).

    Aufführungsort: Bachkirche in Arnstadt am 29 und 30. April 2000.



    Foto: Bachkirche Arnstadt




    Foto: Bachkirche Arnstadt, Innenansicht



    Foto: Die neue Wender-Orgel in der Bachkirche Arnstadt

    Rezension CD 1

    .
    BWV 150 “Nach dir, Herr, verlanget mich”
    .
    Dieses nur in Sekundarquellen überlieferte Werk hat sich viel Kritik und Echtheitszweifel gefallen lassen müssen. „Dürr“ schreibt dazu: Die Kantate wirkt in vielen Teilen unreif und verhält sich zu den frühen Weimarer Kantaten Bachs wie eine Skizze zur Ausführung.

    Die Instrumentalbesetzung besteht lediglich aus 2 Violinen, Continuo sowie Fagott. Aus den vier Singstimmen tritt nur der Sopran solistisch hervor, die drei übrigen werden in Satz 5 zum Terzett zusammengefasst. Wahrscheinlich war ihre künstlerische Leistungsfähigkeit beschränkt.
    Es wird vermutet, dass unter tätiger Mithilfe Bachs, ein Bachschüler die Kantate komponiert haben könnte und in die Weimarer Zeit um 1708/1709 datiert wird.


    Der 1. Satz des BWV 150 beginnt mit einer kurzen „Sinfonia für Violine I und II, Fagott und Basso-Continuo.“ Sehr verhaltend und getragen gespielt von den Baroque Soloists erklingt dieser kurze Eingangssatz.
    Im 2. Satz erklingt der Chorsatz “Nach die, Herr verlanget mich”, überzeugend vorgetragen durch den Monteverdi Choir.

    Der 3. Satz, Arie für Sopran, (Gillian Keith), „Doch bin und bleibe ich vergnügt.“ Mit gut artikulierter Stimme ausgestattet gelingt ihr ein respektabler Gesangs-Vortrag.

    Die Sätze 4 bis 7 sind mehrstimmige Chorsätze. Zu Bewundern das Singen des Monteverdi Chors und das Spiel des Orchesters, die gekonnt Akzente in dieser einfältigen Komposition zu setzen vermögen.

    BWV 67 “Halt im Gedächtnis Jesum Christ”
    Diese Kantate zum 1. Sonntag nach Ostern, komponierte Bach in seinem 1. Amtsjahr in Leipzig und wurde am 16. April 1724 erstmals aufgeführt und gehört mit zu den großartigen Kantatenwerken.

    Der erste Satz beginnt mit dem prächtig vorgetragenen Choral: “Halt im Gedächtnis Jesum Christ” mit Hörnern, Querflöte. Oboe d’ amore, Streichern und Continuo-Begleitung.


    Der zweite Satz, “Mein Jesus ist erstanden”, als Rezitativ für Tenor (Charles Daniels), beginnt mit einer vuriosen beschwingten Einleitung durch die Streichergruppe. Wortverständlich gelingt ein respektabler Tenorvortrag.


    Im dritten Satz erklingt ein Kurz-Rezitativ für Alt, vorzüglich gesungen vom Counter: Daniel Taylor.

    Der Kurz-Choral des 4. Satzes: “Erschienen ist der herrlich Tag”, erklingt erfrischend vorgetragen durch den Monteverdi Choir.


    Das Rezitativ für Alt im 5. Satz, “Doch scheinet fast”, wird sehr wortverständlich und akzentuiert gesungen.


    Der 6. Eingangs-Satz besticht durch die Sechzehntelbewegung und Tumultmotivik des Orchesters, die durch die heftige Bewegung den Ansturm des Feindes abbildet.
    Die Bass-Arie, (Stephen Varcoe), “Friede sei mit euch”, wird sehr verhalten und einem nicht üppigen Gesangs-Volumen ausgestattet, gesungen, hier wünschte ich mir mehr an Volumen, umso prächtiger gelingt die entsprechende Akzentuierung durch den Chor “O! Herr, hilf und laß gelingen.”

    Im siebten Satz beschließt ein schlichter Choral-Satz; “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ” die Kantate.
    In einer unnachahmlicher Art und Weise singt der Monteverdi Choir diesen schönen Choral und verleiht der Kantate nochmals einen Glanzpunkt in der Wiedergabe.


    BWV 42 “Am Abend aber desselbigen Sabbats”.


    Diese Kantate zum 1. Sonntag nach Ostern, wurde von Bach zum 8. April 1725 komponiert.
    Die einleitende Sinfonia ist möglicherweise ein bereits früher komponierter Satz aus einem Instrumental-Konzert. Dem Streicher-Tutti steht ein Concertino von 2 Oboen und Fagott gegenüber.
    Virtuos lässt Gardiner sein Barock-Orchester agieren, in einem Da-Capo erklingt diese Sinfonia noch einmal zum Genießen.


    Im 2. Satz erklingt das Rezitativ für Tenor: (Charles Daniels); “Am Abend aber desselbigen Sabbats.”
    Wortverständlich und Aussagekräftig wird der Tenor-Part vorgetragen.


    Die Arie für Alt im 3. Satz (Counter: Daniel Taylor); “Wo zwei oder drei versammelt sind”, wird mit einer klagenden Oboe und Continuo eingeleitet. Eine wunderschöne Wiedergabe erklingt mit der folgenden Alt-Arie. Daniel Taylor singt sie wunderbar aus und setzt die richtige Phrasierung in seinem Gesangs-Vortrag, ein Juwel Bach’scher Kompositionen. Hier vermisse ich einmal keine Altistin, so fantastisch singt der Counter. In einem Da-Capo wird diese Wunder-Arie nochmals zu Gehör gebracht.


    Im Choral-Duett: “Verzage nicht, o Häuflein klein”, im 4 Satz für Sopran: (Gillian Keith) und Tenor: (Charles Daniels); erklingt ein fantastisches Duett. Beide Gesangs-Interpreten überzeugen durch eine
    gekonnte Wiedergabe. Das begleitende Fagott, in seinem Staccato-Spiel finde ich dazu eine herrliche Kompositionsform.


    In dem folgenden Rezitativ im 5. Satz für Bass: (Stephen Varcoe); “Mann kann hiervon ein schön Exempel sehen”, erklingt wortverständlich das Rezitativ.


    Mit der Arie im 6. Satz für Bass: “Jesus ist ein Schild der Seinen”, wird nochmals ein Glanzpunkt in diesem Kantatenwerk gesetzt. Ein furioser Auftakt gelingt der Streicher-Gruppe und Basso-Continuo am Anfang des Satzes, mit dem einsetzenden Bassgesang wird leider das Nievoe nicht gehalten, anstelle von Stephen Varcoe wäre eine anderweitige Besetzung optimaler gewesen, sein Gesang erreicht nicht das zum Ausdruck bringende “Jesus ist ein Schild”, verschluckende Worte und Töne, für mich nicht überzeugend sein Interpretations-Stil, somit wird diese sonst so wunderbare Arie nicht zu dem Höhepunkt, was man sonst normalerweise erwartet.
    Das Barockorchester spielt vom Feinsten, Ausdrucksstark läßt Gardiner sie gewähren, sie bringen die Arie zum Leuchten…….


    Einen genialen Schlusspunkt im 7. Satz setzt Gardiner mit dem doppelstrophigen Choral: “Verleih uns Frieden gnädiglich”, was für ein bezaubernder Vortrag des Monteverdi Chores, ruhig, getragen mit einer Innigkeit gesungen, die zu begeistern weiß.


    BWV 158 “Der Friede sei mit dir”.


    Diese Kantate ist durch ihre mangelhafte Quellenüberlieferung ein Rätsel, sie erscheint zerstückelt oder gar ein Fragment zu sein, vorherrschend und bemerkenswert sind die Bass-Arien in diesem Fragment. Die Entstehungszeit könnte Bachs Weimarer Zeit zugeordnet werden.


    Der 1. Satz beginnt mit dem Rezitativ für Bass: (Stephen Varcoe); “Der Friede sei mit dir.”
    Mit Basso-Continuo-Begleitung gelingt ein eingermaßen erträglicher Bass-Vortrag.


    Im 2. Satz “Welt, ade, ich bin dein müde”, beinhaltet einleitend ein wunderbares Solo-Violinspiel und eine Continuo-Begleitung.
    Im Wechsel ist der Bassist und der einsetzende Chor vorzüglich abgestimmt heraushörbar, Diese Passagen gelingt den Interpreten vorzüglich, ein bemerkenswerter Satz in der Kompositionsform, fantastisch…


    Den Schlusspunkt des Fragments setzt der Monteverdi Choir mit einem vorzüglich vorgetragenen Choral: “Hier ist das rechte Osterlamm”, beeindruckend und beglückend wiederum ihr Gesang….


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    Eine bemerkenswerte Schlussbetrachtung zieht Gardiner zu den Konzerten in Thüringen in seinem Reisetagebuch, ich zitiere wie folgt:


    Über die Ostertage fünf Konzerte innerhalb einer Woche und in zwei Städten, die mit Bachs Leben und Familie so eng verknüpft sind – insgesamt zehn Kantaten, einige von ihnen in der Thüringer Landschaft verwurzelt –, hatten uns in Bachs Arbeitrhythmus und das Wirken seiner schöpferischen Phantasie Einblick gewinnen lassen. .

    Bei ihm war es nicht die Inspiration eines gedankenvoll die Natur durchstreifenden Wanderers, nicht das Tagträumen des Romantikers am plätschernden Bach auf der Suche nach seinem Selbst: Er komponierte in einem weltzugewandten, disziplinierten Rhythmus, wenn er montags oder dienstags die Order bekam, die Predigt des folgenden Sonntags mit seiner Musik zu untermauern.


    Man ist sprachlos angesichts der beispiellosen Kunstfertigkeit dieser wöchentlichen, auf die Jahreszeit abgestimmten Produktion, aber noch mehr erstaunt diese unendliche Fülle an Einfällen, die Raffinesse und Komplexität dieser unübertroffenen Höhenflüge seiner Schöpferkraft.


    – Zitat-Ende –

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    Bereits abgegebene Kommentare:

    Kurz-Kritik zu Gardiners SDG 134, Vol. 6


    Hallo zusammen,

    der bereits in der amazon-Kritik beschriebene Altus (Counter-Tenor) in der Gestalt von Robin Tyson, er singt in dem BWV 69a “Lobe den Herrn, meine Seele” in Satz 4 der Kantate das Rezitativ für Alt; “Gedenk ich nur zurück.” (1:23 Min. Dauer)hier sollte man einfach wegklicken, braucht man sich nicht anhören

    Schlimmer im BWV 35 “Geist und Seele wird verwirret” im 2. Satz: Arie für Alt, singt Tyson als Altus den Part: “Geist und Seele wird verwirret” und setzt sich mit ihm im 3. – 4. sowie 6. und 7. Satz als Altus fort….. leider, Gesamt-Dauer mit Tyson als Altus – ca. 15 Minuten, er offenbart Schwäche in der “Deutschwörtlichen Aussprache” und in der Intonation , daran krankt diese Kantateneinspielung, hier hätte ich sehr gerne Nathalie Stutzmann als Besetzung gehabt, die diesen Part famoser rübergebracht hätte, sie überzeugte in den bisherigen Pilgrimage-Einspielungen als eine fantastische Altistin.

    In der Kantate BWV 137 “Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren” ist Tyson wiederum im 2. Satz zu hören.

    Als Fazit kann für die CD 1 nur gezogen werden, bis auf die Altus-Partien kann wiederum mit schönen Kantaten-Passagen durch den überragenden Monteverdi Chor und das vorzügliche Barock-Orchester, sowie mit den sonstigen Gesangs-Solisten – absolut als eine gelungen Einspielung herhalten.

    Die Aufführenden in der CD 1 Aufführungsort: Jakobskirche Köthen; sind:

    Katharine Fuge (Sopran)
    Robin Tyson (Altus)
    Christoph Genz (Tenor)
    Peter Harvey (Bass)

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    Ein Volltreffer ist die CD 2; Aufführungsort: Dreikönigskirche in Frankfurt/Main,

    mit den Kantaten:
    BWV 77 “Du sollst Gott, deinen Herren, lieben”
    BWV 164 “Ihr, die ihr euch von Christo nennet”
    und BWV 33 “Allein zu dir, Herr Jesu Christ”

    Was hier von allen Beteiligten geboten wird, entspricht allerhöchstes Niveau, hier kann sich der Hörer genüßlich zurücklehnen und den Aufführenden für die überragende Einspielungen nur Respekt zollen.

    Diese CD m u s s ein Bach-Freund im Besitz haben, hier wird überirdische Musik zelebriert….., kein störender Altus sondern hervorragende Gesangs-Solisten sind zu hören.

    Was hier vom glänzend aufspielenden Barock-Orchester und dem in Weltklasse-Format singenden Monteverdi Choir geboten wird, berührt und läßt den Mithörer mitsummen, so schön und erfrischende Musik ist einfach himmlisch….

    Gesangs-Solisten in CD 2
    Gilian Keith (Sopran)
    Nathalie Stutzmann (Alt)
    Christoph Genz (Tenor)
    Jonathan Brown (Bass)

    Grüße
    Volker

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