Schlagwort-Archive: CD Bach-Kantaten SDG 147 Vol. 5

Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantaten-Beschreibung für den „10. Sonntag nach Trinitatis“


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Ausschnitt eines historischen Leipzig Leporellos mit Thomaskirche und Thomasschule im Hintergrund FotoSammlung BachArchiv Leipzig

Ausschnitt eines historischen Leipzig mit Thomaskirche und Thomasschule im Hintergrund.  – (©  Foto-Sammlung:   BachArchiv Leipzig)

Liebe Bach-Freunde/innen !

Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:

 Link: Bach-Kantaten im Kirchenjahr als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 12.08.2012 

begehen wir den

10. Sonntag   nach Trinitatis

Der 10. Sonntag nach Trinitatis bildet den ungefähren Mittelpunkt der Trinitatiszeit und hat daher eine besondere Stellung. Dies wird dadurch unterstrichen, dass er sich dem Verhältnis der Kirche zum Volk Israel widmet, ein Thema, das von großer Bedeutung für die christliche Kirche ist. Die Überlegungen dazu werden selbstverständlich auch den Holocaust und die neonazistischen Strömungen in unserer Gesellschaft beinhalten müssen. Auf der anderen Seite dürfen die Unterschiede nicht übersehen werden.
Allerdings ist es wichtig, dass wir erkennen, dass unsere Wurzeln im Volk Israel, dem Volk Gottes, verankert sind, und nicht ins Leere greifen. Die Erkenntnis des Paulus, dass das Volk Israel nicht verworfen ist (Röm 11, 25-31), muss maßgeblich sein für unser Reden über und vor allem mit diesem Volk.

Am 10. Sonntag nach Trinitatis denkt die Kirche besonders an das Volk Israel und daran, dass Jesus selbst diesem Volk angehört. Das Leid, das Jesus um sein Volk trug, weil es sich nicht bekehren wollte, gibt uns kein Recht, Israel als das verworfene Volk zu bezeichnen. Vielmehr hören wir von Paulus, dass Israel um unseretwillen mit Blindheit geschlagen ist, damit wir selig werden; danach aber auch das Volk Israel als das wahre Volk Gottes.

Wochenspruch: 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Ps 33, 12)

Wochenlied: 

„Gott der Vater steh uns bei“ (EG 138) oder
„Nimm von uns, Herr, du treuer Gott“ (EG 146)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied von Miguel-Pascal Schaar

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(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 10. Sonntag  nach  ”Trinitatis

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BWV 46 –   „Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“

BWV 101 – „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott“

BWV 102 – „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“

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R a d i o – Programme mit:

Bach-Kantate 

WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr.

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WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

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Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

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Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0.

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:.

Geistliche Musik – Sonntag: 09:05 bis 10:00 Uhr

 

Johann Sebastian Bach

BWV 46 „Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“

Kantate zum 10. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor und Orchester;

Daniel Taylor (Countertenor)
Christoph Genz (Tenor)
Gotthold Schwarz (Bass)

Monteverdi Choir
English Baroque Soloists

Leitung: John Eliot Gardiner

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NDRkultur – (Kantate)

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:40 Uhr

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

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Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

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Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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.NDRKultur – Auszüge aus dem Programm:

.Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:40 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 101 „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott

Letizia Scherrer, Sopran / Gerhild Romberger, Alt
Marcus Ullmann, Tenor / Georg Zeppenfeld, Bass
NDR Chor / Akademie für Alte Musik Berlin

Leitung: Marcus Creed

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SWR2

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

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Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:30 Uhr

.Johann Sebastian Bach: 

BWV 46 „Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“

Bogna Bartosz (Alt) Jörg Dürrmüller (Tenor) Klaus Mertens, Bass;

Amsterdam Baroque Choir and Orchestra

Leitung: Ton Koopman

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rbb kulturradio

Sendung: 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

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Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

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Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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rbb-kulturradio – Auszüge aus dem Programm:

Sonntag von 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 101 „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott 

Kantate am 10. Sonntag nach Trinitatis

Yukari Nonoshita, Sopran
Robin Blaze, Countertenor
Gerd Türk, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan

Leitung: Masaaki Suzuki

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mdr-figaro

Sendung: 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

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Kantate

Programm:  http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/.

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mdr-figaro Live: http://www.mdr.de/mdr-figaro/index.html .

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mdr-figaro – Auszüge aus dem Programm:

Sendung: Sonntag: um 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

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Johann Sebastian Bach:

6:25 Uhr – Einführung zur Kantate

800 Jahre Thomana

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06:30 Uhr Kantate

Johann Sebastian Bach

BWV 102 „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“ 

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Bayern-Klassik
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Sendung: 08:05 Uhr bis 08:39 Uhr
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Live-Stream:  (Hier ist ein wenig Geduld gefordert bis der Player erscheint..!!)
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oder
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Bayern-Klassik – Auszüge aus dem Programm:
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Sendung: Sonntag um 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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Die Bach-Kantate:
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Johann Sebastian Bach:
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BWV 102 „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben

Kantate zum 10. Sonntag nach Trinitatis

Melinda Paulsen, Alt; Sebastian Hübner, Tenor; Thomas Gropper, Bass;

Heinrich Schütz Ensemble; Monteverdi Orchester München

Leitung: Wolfgang Kelber

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Videos mit Bach-Kantaten zum 10. Sonntag nach Trinitatis
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/ YouTube: BWV 46 –   „Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei“–  (Interpret: Rilling)

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/ YouTube: BWV 101 –  „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott“–  (Interpret: Harnoncourt )
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/ YouTube: BWV 102 –  „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“–  (Interpret: SDG )
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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Instrumentalmusik, Arien, Rezitative, Duette, etc.

aus Bach-Kantaten vor..!!

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Heute die „Missa A-Moll“ (BWV Anh. 24)

Johann Sebastian Bach

Anmerkungen zur  „Missa in A-Moll – BWV Anhang 24.“

Kaum ein Komponist der Zeit verfügte über eine ebenso breite wie differenzierte Repertoirekenntnis und einen so sicheren Sinn für musikalische Qualität wie Johann Sebastian Bach. So dürfte der Nachweis, dass sich ein bestimmtes Werk einst im Nachlass des Thomaskantors befand, ohne weiteres als Empfehlung gelten und auch die Tatsache, dass viele der anonym in der Kantorenwohnung verwahrten fremden Musikalien oft bis in die heutige Zeit mit Bachs Namen in Verbindung gebracht wurden, zeugt nicht zuletzt von den strengen Auswahlkriterien des Sammlers.

Viele dieser Werke befinden sich im Anhang des BWV und erst heutige Wissenschaftler konnten die Urheberschaft Bachs eindeutig widerlegen. Wir führen nun unsere verdienstvolle Reihe Bachscher apokrypher Werke unter dem Bremer Domkantor Wolfgang Helbich fort mit drei liturgischen Werken. Die c-moll Messe (BWV Anh. 26) konnte übrigens inzwischen zweifelsfrei als Werk Francesco Durantes identifiziert werden. Die Einspielung dieser drei Werke leistet einen wichtigen Beitrag zur klanglichen Erschließung des Bachschen Aufführungsrepertoires.

Es ist ebenfalls eine so schöne Missa, die jeden Hörer  sofort in seinen Bann zieht.

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YouTube – Video mit der „Missa in A-Moll“ BWV Anhang 24

Missa in A minor BWV Anh. 24 Kyrie

Missa in A minor BWV Anh. 24 Gloria

Ausführende:

Gesualdo Consort Amsterdam
Alsfelder Vokalensemble
Hannoversche Hofkapelle

Leitung: Wolfgang Helbich

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CDs – Bach-Kantaten:  für den  8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“    

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Cover:  SDG 147 –  Vol. 5

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CD-Bestellung  zum  Link:   CD  Bach-Kantaten – SDG 147 – Vol. 5

Aufführungsorte:

Kantaten für den „8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“ 

Christkirche, Rendsburg am 13. August 2000

Dom, Braunschweig am 27. August 2000

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CD –  e i n s  – Inhalte:

Kantaten für den „8. Sonntag nach Trinitatis“

 
BWV 45  “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 136 “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 178  Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 147 –  Vol. 5 – CD 1

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CD –  z w e i  – Inhalte:

Kantaten für den „10. Sonntag nach Trinitatis“ 

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BWV  46 – „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei“ 

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 – CD 2

BWV 101 – „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott“

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 – CD 2

BWV 102 – „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 – CD 2

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Kantaten für den 10. Sonntag nach Trinitatis 

Dom, Braunschweig am 27. August 2000

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Kantaten-Beschreibung: Nimm von uns Herr, du treuer Gott BWV 101 

Die Antithese zwischen Gottes Zorn und Barmherzigkeit tritt noch einmal in den beiden späteren Kantaten Bachs für diesen Sonntag zutage, doch ohne direkten Bezug auf den Bericht des Evangeliums, Jesus habe über das Schicksal Jerusalems geweint. In seiner zweiten Kantate für Leipzig, BWV 101 „Nimm von uns Herr, du treuer Gott“, gelang es Bach und seinem Librettisten, einen einzelnen beiläufigen Hinweis auf die Stadt (Nr. 2) einzufügen, aber sonst entspricht der Text dem des Hauptchorals für diesen Sonntag, den Martin Moller (immer noch auf das Evangelium bezogen) 1584, geschrieben hatte, in einer Zeit, in der die Pest tobte, und der zur Melodie des Luther-Liedes ‚Vater unser im Himmelreich’ gesungen wurde. Parallel zu der unerbittlichen Direktheit, die Luthers ‚Vater unser’ kennzeichnet, und der unüberhörbaren Präsenz, die der Choral in so gut wie allen Sätzen der Kantate erhält, einschließlich der Rezitative, verwendet Bach im Anfangssatz als thematische Basis für seine Choralfantasie einen weiteren Luther-Choral, das Lied ‚Dies sind die heil’gen zehn Gebot’. Klar ist, dass der Lohn der Sünde und die überwältigende Macht der Vergeltung, mit der alle zu rechnen hatten, die sich vom Weg des Herrn entfernten, Bach veranlassten, seine ersten Hörer mit einer doppelten Ladung Munition zu befeuern und das zu komponieren, was mir Robert Levin als ‚das vernichtendste Werk in Bachs Schaffen überhaupt’ beschrieben hat.

Es macht sich grüblerisch mit einer unabhängigen Basslinie auf den Weg, die ein Oboentrio stützt, das im Wechsel mit den hohen Streichern das ‚Zehn Gebote’-Thema vorträgt. Doch bald werden uns über einem Orgelpunkt der Dominante scharf akzentuierte Dissonanzen geliefert, die ersten in einer Folge von Hammerschlägen, die der ‚schweren Straf und großen Not’ des Textes Nachdruck verleihen. Sie tragen zu der beunruhigenden Stimmung dieser ungewöhnlichen Tondichtung bei, die in der Verdopplung der Gesangsstimmen durch den altmodischen Zinken und Posaunen auf Anhieb so altertümlich wirkt, dass der Eindruck entsteht, Bach wolle in Luthers Zeit zurückkehren, und dabei gleichzeitig so modern in der Weise, wie zum Beispiel die schmerzenden Harmonien als vorübergehende Ereignisse eingebunden in den Kontrapunkt erst bei einem bestimmten Tempo einen Sinn ergeben oder wie Bach die siebenstimmige Orchestertextur schließlich auf elf tatsächliche Stimmen ausdehnt. Ein weiteres merkwürdiges, ständig vorhandenes Merkmal ist die ‚Seufzer’-Figur aus drei Noten, die zwischen den Instrumenten ausgetauscht wird, Appoggiaturen, die sich auf normale Weise auflösen, denen sich jedoch von oben und unten verschiedene zunächst vorbereitende Intervalle nähern, die immer größer zu werden scheinen. Soll damit angedeutet werden, dass wir unserer Strafe nicht entgehen können, dem Schicksal, das wir ‚mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal’ (das Stichwort, das bei den tiefen Stimmen heftige Proteste auslöst)? Über dem abschließenden Orgelpunkt auf der Tonika errichtet Bach beunruhigend verdichtete Harmonien und gibt den Worten ‚für Seuchen, Feur und großem Leid’ besonderes Gewicht. In einem Satz wie diesem gewinnen wir den Eindruck, dass er seine Motive so gründlich verwertet, wie er nur kann – was wir sonst nur bei Beethoven und Brahms finden… aber es dürfte nicht schwer zu erraten sein, von wem sie das haben!

Von den Arien ist die faszinierendste die ‚Zorn’-Arie für den Bass (Nr. 4), mit drei Oboen (drei erboste Enten, die sich in ein modernes Saxophontrio verwandeln), drei vorgeschriebenen Tempi (vivace – andante – adagio) und unterwegs einem Augenblick, der allein schon ausreicht, den Hörer erschaudern zu lassen, wenn Bach bei dem Wort ‚warum’ [willst du so zornig sein?] auf Mahler’sche Art unvermittelt von e-moll nach c-moll ausweicht. Nicht einmal Henry Purcell mit seiner Neigung, Dissonanzen gezielt ins Zentrum zu rücken, war imstande, hier etwas Gleichwertiges zu bieten, als er den gleichen Text in seinem Anthem ‚Lord, how long wilt Thou be angry?’ vertonte. Bachs einzige Arie, die keinen Choral zugrunde legt (Nr. 2), liefert sehr starke Gegensätze – der Tenor äußert seine Furcht vor dem Richterspruch, eine konzertierende Flöte kontert mit der aufblitzenden Hoffnung auf Gnade und Vergebung. Deutlicher kommt die Eloquenz der Flöte in dem Duett für Sopran und Alt (Nr. 6) zum Ausdruck, wo ihre flehenden Gesten im Siciliano-Rhythmus als Kontrapunkt zu der Choralmelodie gesetzt sind, die zunächst von der Oboe da caccia vorgetragen und dann mit ihr im Wechsel gespielt wird. War es diese (besonders) ergreifende Kombination obligater Instrumente und ihre Assoziation mit der Liebe des Erlösers und dessen Erbarmen mit dem Sünder im Augenblick seines ‚bitteren Todes’, der das Samenkorn legte zu Bachs großer Sopran-Arie ‚Aus Liebe will mein Heiland sterben’ in der Matthäus-Passion? In den beiden Rezitativen (Nr. 3 und 5) gibt Bach den einzelnen Sängern ausgiebig verzierte Versionen der Choralmelodie, und diese unterbrechen ihren eigenen Linien mit ‚Tropen’ eingestreuter Kommentare aus entsprechenden Bibelstellen. 

© John Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Kantaten-Beschreibungen von „Sir John Eliot Gardiner“ 

ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt !

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen zum „8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“

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                   Gardiner Reisetagebuch SDG 147  – zum Download als PDF

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  Künstler-Beitrag:  Künstlerbeitrag Jane Rogers, Bratsche – zum Download  als PDF 

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..Link:  >> Das Bachfest Leipzig <<  – Wissenswertes vom Klangquartier Leipzig! –
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Bachfest Leipzig 2013 – „Vita Christi“
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vom 14.06.2013 – 23.06.2013 
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Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen. Unter Leitung von Trevor Pinnock, Thomas Hengelbrock und Sir John Eliot Gardiner werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an insgesamt drei Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis.
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Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat-Kompositionen  von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach im Eröffnungs- sowie der h-Moll-Messe im Abschlusskonzert.
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Die Thematik für das Bachfest 2013 wird Vita Christi sein.
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Die nachstehenden Termine unter Vorbehalt..!!
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Sir J.E. Gardiner wird mit dem Monteverdi Choir am Donnerstag, 20.6.2013 in der Thomaskirche die „Johannes-Passion“ aufführen.
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Am Samstag, 22.6.2013 erfolgt dann  mit Sir J.E. Gardiner in der Nikolaikirche ein Kantatenkonzert u.a. mit den Bach-Werken:
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BWV 249 „Kommt eilet und laufet“ und BWV 11 „Lobet Gott in seinen Reichen.“
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Weitere Informationen nachstehend:
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Ich grüße Euch aus München und wünsche allen einen schönen „Trinitatis-Sonntag!“
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Herzliche Grüße
Volker
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Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantaten-Beschreibung für den „9. Sonntag nach Trinitatis“


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Begeisterte Leipziger BACHmpsphäre - Publikum 2012 - Fotorechte: © Gert Mothes

Begeisterte Leipziger BACHmosphäre – Publikum 2012 – Fotorechte: © Gert Mothes

Liebe Bach-Freunde/innen !

Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:

 Link: Bach-Kantaten im Kirchenjahr als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 05.08.2012 

begehen wir den

9. Sonntag   nach Trinitatis

Der 9. Sonntag nach Trinitatis wird durch das Evangelium von den anvertrauten Zentnern bestimmt. Gott hat uns etwas gegeben, das zu vermehren durch unseren eigenen Einsatz möglich ist. Wir werden daran gemessen werden, wie wir diese „Gaben“ fruchtbar einsetzen. Der Sonntag soll uns auch daran erinnern, dass was wir sind und haben, wir unserem himmlischen Vater zu verdanken haben. Am 9. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Gleichnis von den anvertrauten Talenten und erfahren, dass Gott selbst uns mit Gaben beschenkt, die wir einsetzen können und sogar sollen. Dabei brauchen wir nicht zu sorgen, etwas zu verlieren, denn Gottes Gaben können nicht verloren gehen.

Wochenspruch: 

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

(Lk 12, 48b)

Wochenlied: 

„Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun“ (EG 497)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied von Miguel-Pascal Schaar

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(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 9. Sonntag  nach  ”Trinitatis

BWV 94 –   „Was frag ich nach der Welt“

BWV 105 – „Herr, gehe nicht ins Gericht“

BWV 168 – „Tue Rechnung, Donnerwort“

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R a d i o – Programme mit:

Bach-Kantate 

WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr.

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WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

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Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

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Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0.

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:.

Geistliche Musik – Sonntag: 09:05 bis 10:00 Uhr

 

Johann Sebastian Bach

BWV 168 „Tue Rechnung! Donnerwort“

Kantate am 9. Sonntag nach Trinitatis
für Soli, Chor, 2 Oboen, Streicher und Basso continuo

Yukari Nonoshita, Sopran
Robin Blaze, Countertenor
Makoto Sakurada, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan

Leitung: Masaaki Suzuki

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NDRkultur – (Kantate)

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:40 Uhr

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

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Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

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Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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.NDRKultur – Auszüge aus dem Programm:

.Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:40 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 105 „Herr, gehe nicht ins Gericht
mit deinem Knecht“

Letizia Scherrer, Sopran / Gerhild Romberger, Alt
Marcus Ullmann, Tenor / Georg Zeppenfeld, Bass
NDR Chor / Akademie für Alte Musik Berlin

Leitung: Marcus Creed

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SWR2

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

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Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:30 Uhr

.Johann Sebastian Bach: 

BWV 94 „Was frag ich nach der Welt“

Katharine Fuge (Sopran)
Daniel Taylor (Countertenor)
James Gilchrist (Tenor)
Peter Harvey (Bass)

Monteverdi Choir
English Baroque Soloists

Leitung: John Eliot Gardiner

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rbb kulturradio

Sendung: 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

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Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

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Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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rbb-kulturradio – Auszüge aus dem Programm:

Sonntag von 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 94 „Was frag ich nach der Welt 

Kantate am 9. Sonntag nach Trinitatis

Yukari Nonoshita, Sopran

Robin Blaze, Countertenor

Makoto Sakurada, Tenor
Peter Kooij, Bass
Bach Collegium Japan

Leitung: Masaaki Suzuki

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mdr-figaro

Sendung: 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

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Kantate

Programm:  http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/.

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mdr-figaro Live: http://www.mdr.de/mdr-figaro/index.html .

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mdr-figaro – Auszüge aus dem Programm:

Sendung: Sonntag: um 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

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Johann Sebastian Bach:

6:25 Uhr – Einführung zur Kantate

800 Jahre Thomana

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06:30 Uhr Kantate

Johann Sebastian Bach

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Bayern-Klassik
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Sendung: 08:05 Uhr bis 08:39 Uhr
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Live-Stream:  (Hier ist ein wenig Geduld gefordert bis der Player erscheint..!!)
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Bayern-Klassik – Auszüge aus dem Programm:
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Sendung: Sonntag um 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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Die Bach-Kantate:
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Johann Sebastian Bach:
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BWV 94 „Was frag ich nach der Welt

Kantate zum 9. Sonntag nach Trinitatis

Sibylla Rubens, Sopran; Annette Markert, Alt;

Christoph Prégardien, Tenor; Klaus Mertens, Bass;

Amsterdam Baroque Choir and Orchestra

Leitung: Ton Koopman

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Videos mit Bach-Kantaten zum 9. Sonntag nach Trinitatis
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/ YouTube: BWV 94 –  „Was frag ich nach der Welt“ –  (Interpret: Leonhardt)

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/ YouTube: BWV 105 –  „Herr, gehe nicht ins Gericht“ –  (Interpret: Koopman)
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/ YouTube: BWV 168 –  Tue Rechnung, Donnerwort“  –  (Interpret: Harnoncourt)
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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Instrumentalmusik, Arien, Rezitative, Duette, etc.

aus Bach-Kantaten vor..!!

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Heute die Missa G-Dur (BWV Anh. III 167)

Johann Sebastian Bach

Anmerkungen zur „Missa in G-Dur; BWV Anhang 167.

Die Missa G-Dur (BWV Anh. III 167) für zwei Chöre und Basso continuo.

Dem Chor I gehören noch Streicher und Fagott, dem Chor II 4 Oboen, Fagott und Violone an.

(Die Autorschaft ist unsicher).

Eine eindeutige Autorschaft für diese Komposition ist zur Zeit nicht zuzuordnen. Es ist zwar als BWV- Anhang 167 aufgeführt worden aber eindeutige Beweise dafür, dass die Missa von J.S. Bach komponiert worden sein könnte sind nicht erkennbar als Autor wird der italienische Barock-Komponist Antonio Lotti  (1667-1740) vermutet.

Es ist eine fantastische Missa, die jeden Hörer  sofort in seinen Bann zieht und stelle sie einmal vor.

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YouTube – Video mit der „Missa in G-Dur; BWV Anhang 167.

Missa in G major BWV Anh. 167 Kyrie.
Missa in G major BWV Anh. 167 Gloria.
Missa in G major BWV Anh. 167 Gloria II – Domine Deus

Ausführende:

Gesualdo Consort Amsterdam
Alsfelder Vokalensemble
Hannoversche Hofkapelle

Leitung: Wolfgang Helbich

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.CDs – Bach-Kantaten: für den 9. Sonntag nach Trinitatis

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veröffentlicht von der DGG (Deutsche Gramophon Gesellschaft)

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Cover: DGG Kantaten - BWV 94 BWV 105 und BWV 168

Cover: DGG Kantaten – BWV 94 BWV 105 und BWV 168

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Inhalt eine CD

BWV 94  – „Was frag ich nach der Welt“

BWV 105 –  „Herr, gehe nicht ins Gericht“

BWV 168 – „Tue Rechnung! Donnerwort“

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Link zur CD-Bestellung der DGG

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CDs – Bach-Kantaten:  für den  8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“    

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Cover:  SDG 147 –  Vol. 5

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CD-Bestellung  zum  Link:   CD  Bach-Kantaten – SDG 147 – Vol. 5

Aufführungsorte:

Kantaten für den „8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“ 

Christkirche, Rendsburg am 13. August 2000

Dom, Braunschweig am 27. August 2000

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CD –  e i n s  – Inhalte:

Kantaten für den „8. Sonntag nach Trinitatis“

 
BWV 45  “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 136 “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 178  Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 147 –  Vol. 5 – CD 1

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CD –  z w e i  – Inhalte:

Kantaten für den „10. Sonntag nach Trinitatis“ 

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BWV  46 – „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei “ 

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 – CD 2

BWV 101 – „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott“

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 – CD 2

BWV 102 – „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 – CD 2

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Kantaten für den 8. Sonntag nach Trinitatis 

Christkirche, Rendsburg am 13. August 2000

Anmerkung:

Für den 9. Sonntag nach Trinitatis liegt ein Reisetagebuch von Sir Gardiner nicht vor, die Kantaten für den 9. So. nach Trinitatis wurden von der DGG (Deutschen Gramophon Gesellschaft) eingespielt und veröffentlicht.

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Kantaten-Beschreibung: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ BWV 45 

In der letzten Kantate, die für diesen Sonntag überliefert ist, ging Bach auf eine deutlich andere Art zu Werke. BWV 45 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ beginnt mit einem kunstvoll ausgearbeiteten Choralsatz in E-dur mit Streichern, zwei Flöten und zwei Oboen (auch hier muss, trotz fehlender Angaben, die eine Oboe eine d’amore, die andere eine normale Oboe sein, wenngleich auch diese sich außerhalb ihres Tonbereichs und über ihn hinaus bewegt). Wie der für einen Christen richtige Weg auszusehen habe, erfahren wir auf eine sehr direkte Weise: ‚Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert’, während ‚Qual und Hohn drohet deinem Übertreten’. Hier fällt mir besonders auf, wie glänzend es Bach gelungen ist, Fugentechnik und eine sich am Madrigalstil orientierende Textvertonung miteinander zu verschmelzen. Nachdem er – vor allem in den einleitenden Phrasen ‚Es ist dir gesagt’ – seine Stimmen und sogar die Instrumente paarig angeordnet und damit bis zu einem gewissen Grade die Dynamik festgelegt hat (Angaben dazu sind überhaupt keine vorhanden), reserviert er das gesamte Tutti für die gewichtige Weisung: ‚Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott’. Die den Übeltätern drohende Strafe ist das Thema der ersten Tenor- Arie in cis-moll (Nr. 3), wo die von Gott eingeforderte ‚scharfe Rechnung’ eine bedeutungsschwere Ausdeutung erhält und sich, abgesetzt gegen einen ansonsten ruhigen Hintergrund, bei den Worten ‚Qual und Hohn’ – Signal für einen Wald aus Erhöhungszeichen, einschließlich eis und fisis – in einer Folge jeweils eine übermäßige Sekunde weiter aufsteigender Phrasen die Spannung aufzubauen beginnt.

Der zweite Teil der Kantate beginnt mit einem Satz für Bass und Streicher, der als Arioso ausgewiesen ist – und auf eine falsche Fährte führt (es ist Bachs Manier, Äußerungen von Christus persönlich gegen Abschnitte in indirekter Rede abzusetzen). In Wahrheit ist dieser Satz eine vollwertige, ausgesprochen virtuose Arie, halb Konzert à la Vivaldi, halb Opernszene. Wir sind wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt, bei den falschen Propheten. Sehr deutlich gibt Bach zu verstehen, was all jene, die nur Lippenbekenntnisse ablegen, zu gewärtigen haben, und schildert als Kontrast dazu in der folgenden Arie mit obligater Flöte das Schicksal derer, die Gott ‚aus wahrem Herzensgrund’ bekennen. Der Choral ‚Gib, dass ich tu mit Fleiß’, eine Vertonung von Johann Heermann, ist ein vortrefflicher und überzeugender Schluss: Gott vollbringt sein Werk durch mich, sein Wille geschehe, ‚zu der Zeit, da ich soll’, und er gebe, ‚dass es gerate wohl’.

Rendsburg ist eine sehr hübsche Stadt zu beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals in Schleswig-Holstein. Obwohl Bach nie so weit nach Norden gekommen war (der nördlichste Ort war das hundert Kilometer südöstlich gelegene Lübeck, wo wir die gleichen Kantaten am Tag zuvor aufgeführt hatten), gewinnt man den Eindruck, er hätte sich in dieser wunderschönen, während seiner Jugend auf Geheiß des dänischen Königs Christian V. erbauten, in Kreuzform angelegten Kirche mit Holzgewölbe sicher sehr zu Hause gefühlt. 

© John Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Kantaten-Beschreibungen von „Sir John Eliot Gardiner“ 

ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt !

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen zum „8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“

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                   Gardiner Reisetagebuch SDG 147  – zum Download als PDF

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  Künstler-Beitrag:  Künstlerbeitrag Jane Rogers, Bratsche – zum Download  als PDF 

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..Link:  >> Das Bachfest Leipzig <<  – Wissenswertes vom Klangquartier Leipzig! –
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Bachfest Leipzig 2013 – „Vita Christi“
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vom 14.06.2013 – 23.06.2013 
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Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen. Unter Leitung von Trevor Pinnock, Thomas Hengelbrock und Sir John Eliot Gardiner werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an insgesamt drei Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis.
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Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat-Kompositionen  von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach im Eröffnungs- sowie der h-Moll-Messe im Abschlusskonzert.
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Die Thematik für das Bachfest 2013 wird Vita Christi sein.
Die nachstehenden Termine unter Vorbehalt..!!
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Sir J.E. Gardiner wird mit dem Monteverdi Choir am Donnerstag, 20.6.2013 in der Thomaskirche die „Johannes-Passion“ aufführen.
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Am Samstag, 22.6.2013 erfolgt dann  mit Sir J.E. Gardiner in der Nikolaikirche ein Kantatenkonzert u.a. mit den Bach-Werken:
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BWV 249 „Kommt eilet und laufet“ und BWV 11 „Lobet Gott in seinen Reichen.“
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Weitere Informationen nachstehend:
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Ich verabschiede mich in den Urlaub und wünsche allen einen schönen „Trinitatis-Sonntag und weiterhin eine schöne Zeit !“
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Herzliche Grüße
Volker
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Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantaten-Beschreibung für den „8. Sonntag nach Trinitatis“


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Die Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Kirche Divi Blasii in Mühlhausen. 1707 Juli trat J.S. Bach die Stelle als Organist von Divi Blasii in Mühlhausen an, am 17. Oktober 1707 Trauung mit Maria Barbara Bach in Dornheim

Die Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Kirche Divi Blasii in Mühlhausen / Thüringen. Im Juli 1707 trat J.S. Bach die Stelle als Organist von Divi Blasii in Mühlhausen an, am 17. Oktober 1707 Trauung mit Maria Barbara Bach in Dornheim

Liebe Bach-Freunde/innen !

Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:

 Link: Bach-Kantaten im Kirchenjahr als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 29.07.2012 

begehen wir den

8. Sonntag   nach Trinitatis

Der 8. Sonntag nach Trinitatis fragt nach der Antwort des Menschen auf das Handeln Gottes in seinem Leben. Diese Antwort erfordert nicht viel; es ist eigentlich ein schlichtes „Nichtverbergen“ dessen, was man bekommen hat. Schwerpunkt der Texte ist aber auch das Licht, das von denen, die dem Volk Gottes angehören, ausgeht, oder an dem sie teilhaben. 

Die Zusage Jesu: Ihr seid das Licht der Welt – läßt uns fragen, wodurch diese Zusage gerechtfertigt ist. Wir erkennen, dass es nicht unser Handeln ist, sondern der Glaube an den, der selber das Licht dieser Welt ist. Dieser Glaube läßt uns teilhaben an der Liebe Gottes, die sich uns in Jesus Christus erwiesen hat, und indem wir von dieser Liebe durch unser Leben zeugen, tragen wir das Licht in diese Welt.

Wochenspruch: 

Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5, 8b-9)

Wochenlied: 

„O gläubig Herz, gebenedei“ (EG 318)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied von Miguel-Pascal Schaar

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(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 8. Sonntag  nach  ”Trinitatis

BWV 45  –   “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist”

BWV 136 –  “Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz”

BWV 178 –  “Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

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R a d i o – Programme mit:

Bach-Kantate 

WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr.

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WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

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Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

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Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0.

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:.

Geistliche Musik – Sonntag: 09:05 bis 10:00 Uhr

 

Johann Sebastian Bach

BWV 136 „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“
Kantate am 8. Sonntag nach Trinitatis
für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo

Bogna Bartosz, Alt
Gerd Türk, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Amsterdam Baroque Choir and Orchestra

Leitung Ton Koopman

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NDRkultur – (Kantate)

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:40 Uhr

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

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Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

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Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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.NDRKultur – Auszüge aus dem Programm:

.Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:40 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 178 „Wo Gott der Herr nicht bei uns häl“ 

Choral-Kantate

Susanne Krumbiegel, Alt / Martin Petzold, Tenor
Matthias Weichert, Bass / Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig

Leitung: Georg Christoph Biller

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SWR2

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

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Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:30 Uhr

.Johann Sebastian Bach: 

BWV 48 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“
Julia Hamari (Alt)
Aldo Baldin (Tenor)
Philippe Huttenlocher (Bass)
Gächinger Kantorei Stuttgart
Bach-Collegium Stuttgart

Leitung: Helmuth Rilling

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rbb kulturradio

Sendung: 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

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Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

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Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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rbb-kulturradio – Auszüge aus dem Programm:

Sonntag von 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 45 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

Kantate zum 8. Sonntag nach Trinitatis

Robin Tyson, Countertenor
Christoph Genz, Tenor
Brindley Sherrat, Bass
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists

Leitung: John Eliot Gardiner

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mdr-figaro

Sendung: 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

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Kantate

Programm:  http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/.

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mdr-figaro Live: http://www.mdr.de/mdr-figaro/index.html .

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mdr-figaro – Auszüge aus dem Programm:

Sendung: Sonntag: um 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

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Johann Sebastian Bach:

6:25 Uhr – Einführung zur Kantate

800 Jahre Thomana

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06:30 Uhr Kantate

Johann Sebastian Bach

BWV 178 „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ 

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Bayern-Klassik
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Sendung: 08:05 Uhr bis 08:39 Uhr
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Live-Stream:  (Hier ist ein wenig Geduld gefordert bis der Player erscheint..!!)
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oder
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Bayern-Klassik – Auszüge aus dem Programm:
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Sendung: Sonntag um 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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Die Bach-Kantate:
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Johann Sebastian Bach:
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BWV 48 „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“
Julia Hamari (Alt)
Aldo Baldin (Tenor)
Philippe Huttenlocher (Bass)
Gächinger Kantorei Stuttgart
Bach-Collegium Stuttgart

Leitung: Helmuth Rilling

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Videos mit Bach-Kantaten zum 8. Sonntag nach Trinitatis
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/ YouTube: BWV 45 –  “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist”  –  (Interpret: Karl Richter 1959 )

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/ YouTube: BWV 136 –  “Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz”  –  (Interpret: Rilling)
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/ YouTube: BWV 178 –  “Wo Gott der Herr nicht bei uns hält  –  (Interpret: Harnoncourt)
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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Instrumentalmusik, Arien, Rezitative, Duette, etc.

aus Bach-Kantaten vor..!!

Heute aus der Bachkantate

BWV 146 „Wir müssen durch viel Trübsal“ (für den Sonntag „Jubilate“)

die „Eingangs-Sinfonie für obligate Orgel“

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Anmerkungen zum Satz eins und zwei Orgel-Sinfonie BWV 146:

Dieses einleitende  Konzert, dessen Sätze 1 und 2 in der hier betrachteten Kantate wieder verwendet werden, war ursprünglich ein Violinkonzert, erhalten ist uns jedoch nur eine spätere Fassung als Cembalokonzert BWV 1052. Auch dieses Konzert hat man, sicherlich zu Unrecht, in seiner Echtheit angezweifelt; doch ist die Vorgeschichte des Werkes kaum zu rekonstruieren. In der Kantatenfassung wird daraus ein Orgelkonzert (aus Gründen des Tastenumfangs spielt der Organist die Oberstimme eine Oktave tiefer mit 4-Fuß-Register); das ursprüngliche Streicher – Tutti wird durch Holzbläser bereichert. Der 1. Satz des Konzerts bildet nun in der Kantate eine beinahe übeerdimensionale, gewaltige Einleitungssinfonie und der 2. Satz liefert den Instrumentalsatz für den folgenden Chor. Wieder ist der Solopart der Orgel übertragen; der Chorsatz ist in der bestehende Komposition (diesmal ohne Holzbläser) hineinkomponiert, Das Ergebnis befriedigt freilich nur, wenn man geringe Zahl der Bach zur Verfügung stehenden Sänger – etwa 12 – berücksichtigt. Die Besetzung mit einem der heute üblichen Massenchöre erdrückt nicht nur das zarte Filigran des Orgelsatzes, sondern sogar das Streicher-Tutti…

(Textauszüge: Alfred Dürr; S.357/358)

Meine persönliche Anmerkung:

Bach’s dritte Kantate für Jubilate, die uns erhalten ist, BWV 146 „Wir müssen durch viel Trübsal“ – stammt entweder aus dem Jahr 1726 oder 1728. Was ursprünglich ein inzwischen verloren gegangenes Violinkonzert war und später das berühmte Cembalokonzert in d-moll (BWV 1052 a) wurde, taucht hier wieder auf als die zwei einleitenden Sätze der Kantate, beide mit obligater Orgel, der zweite zusätzlich mit vierstimmigem Chor.

Die Aufnahme entstammt an der Trost-Orgel in der Schlosskirche Altenburg. Die Trost-Orgel in der Schlosskirche Altenburg wurde von J.S. Bach im Jahr 1739 gespielt und für sehr schön beurteilt.

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YouTube – Video mit der „Orgelsinfonie“ 1. Satz BWV 146

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YouTube-Video Satz 2 BWV 146 (Chor, S, A, T, B, Streicher, Bc, Orgel)

„Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen.“

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CDs – Bach-Kantaten:  für den  8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“    

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Cover:  SDG 147 –  Vol. 5

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CD-Bestellung  zum  Link:   CD  Bach-Kantaten – SDG 147 – Vol. 5

Aufführungsorte:

Kantaten für den „8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“ 

Christkirche, Rendsburg am 13. August 2000

Dom, Braunschweig am 27. August 2000

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CD –  e i n s  – Inhalte:

Kantaten für den „8. Sonntag nach Trinitatis“

 
BWV 45  “Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ 

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 136 “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 147 – Vol.  5 – CD  1

BWV 178  Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 147 –  Vol. 5 – CD 1

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CD –  z w e i  – Inhalte:

Kantaten für den „10. Sonntag nach Trinitatis“ 

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BWV  46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei  

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5 

BWV 101 – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5

BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben

Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5

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Kantaten für den 8. Sonntag nach Trinitatis 

Christkirche, Rendsburg am 13. August 2000

Anmerkung:

Für den 9. Sonntag nach Trinitatis liegt ein Reisetagebuch von Sir Gardiner nicht vor, die Kantaten für den 9. So. nach Trinitatis wurden von der DGG (Deutschen Gramophon Gesellschaft) eingespielt und veröffentlicht.

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Kantaten-Beschreibung: Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz“ BWV 136 

Ein Jahr zuvor und gerade einmal acht Wochen, nachdem er sein Amt als Kantor in Leipzig angetreten hatte, stellte Bach seine Kantate BWV 136 „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ vor. Die Fassung, in der sie uns überliefert ist, wirft einige Fragen auf. Da wäre zum Beispiel die ausgedehnte Choralfuge zu Beginn. In der heiteren Tonart A-dur wirkt sie einerseits festlich – ein Hornruf kündigt das Hauptthema an –, mit ihrer gefälligen Figuration aus Sechzehnteln im 12/8-Takt hingegen gibt sie sich pastoral. Doch was hat das mit dem ernsten, bußfertigen Ton von Psalm 139 zu tun, dessen Text sie zitiert? Selbst der schön gearbeiteten Phrase ‚prüfe mich’ und den Abschnitten aufwühlender Polyphonie gelingt es kaum, die sanfte Drehbewegung dieser Gebetsmühle zu behindern und ihre Musik in Umlauf zu bringen, erst recht nicht, ‚das Bild eines allmächtigen, doch barmherzigen Gottes zu malen, der sich um den einzelnen Menschen kümmert’ (Chafe).

Was ist die Aufgabe des isoliert eingesetzten vokalen Kopfmotivs, auf das anderthalb Takte weiterer Instrumentalmusik folgen, bevor die Fuge in Gang kommt? Lässt die Tatsache, dass das Fugenthema häufiger den Außenstimmen statt den Mittelstimmen zugewiesen wird, darauf schließen, dass es eine (verlorene) frühere Originalfassung gegeben haben muss, eine Version für weniger Gesangsstimmen und (eher spekulativ) auf einen anderen, möglicherweise weltlichen Text, vielleicht sogar in einer anderen Tonart und wohl auch in einer etwas anderen Orchestrierung? Wenn Bach nur zwei Oboen einsetzte, pflegte er normalerweise nicht die eine als ‚d’amore’, die andere als normale Oboe auszuweisen, auch wenn ihre Musik enorme Höhen erklimmt oder in der Tiefe die Grenze ihres natürlichen Tonbereichs überschreitet. Und doch schätzte er immerhin diesen Anfangssatz so sehr, dass er ihn später zum ‚Cum Sancto Spirito’ für seine kurze Messe in A-dur (BWV 234) umarbeitete. Dann hätte es wiederum sein können, dass er den Anstoß zu diesem Satz aus dem jahreszeitlichen Kontext der Ernte bezog, genau wie bei der Alt-Arie der letzten Woche aus BWV 157, als er sich der Metapher der ‚guten Früchte’ bediente, die sich ihren Weg zur Reife durch ‚Sündendornen’ und ‚Lasterdisteln’ erkämpfen – der Albtraum jedes Weinbauern.

Die Altstimme verkündet nun den Tag, ‚vor dem die Heuchelei erzittern mag’, in einer Arie für obligate Oboe d’amore und mit einem Presto-Mittelteil im 12/8-Takt, der das tobende Strafgericht schildert. Das Duett in h-moll zwischen Tenor und Bass mit unisono geführten Violinen im 12/8-Takt erinnert an ‚der Sünden Flecken, so Adams Fall auf uns gebracht’, die durch den ‚großen Strom voll Blut’ aus Jesu Wunden ‚wieder rein gemacht’ werden können, durch den ‚edlen Saft’, auf den noch einmal der abschließende Choral mit einem aufstrebenden Fauxbourdon der Violine verweist. Das ließ mich an die Johannes- und die Matthäus-Passion denken, in denen so häufig auf das Blut des Erlösers Bezug genommen wird, das sich als Strom der Gnade und Barmherzigkeit über die Menschen ergießt, und auch an den Ursprung dieser Symbolik in den mittelalterlichen Legenden vom Heiligen Gral. ‚Blut ist ein ganz besonderer Saft’, ließ Goethe später Mephistopheles zu Faust sagen, der ihren Pakt mit einem Tropfen Blut unterzeichnen sollte, um auf diese Weise von religiösen und moralischen Zwängen befreit zu werden. 

© John Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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Kantaten-Beschreibungen von „Sir John Eliot Gardiner“ 

ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt !

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen zum „8. und 10. Sonntag nach Trinitatis“

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                   Gardiner Reisetagebuch SDG 147  – zum Download als PDF

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  Künstler-Beitrag:  Künstlerbeitrag Jane Rogers, Bratsche – zum Download  als PDF 

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..Link:  >> Bilder & Töne << Wissenswertes vom Klangquartier Leipzig!
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Bachfest Leipzig 2013 – „Vita Christi“
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vom 14.06.2013 – 23.06.2013 
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Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen. Unter Leitung von Trevor Pinnock, Thomas Hengelbrock und Sir John Eliot Gardiner werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an insgesamt drei Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis.
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Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat-Kompositionen  von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach im Eröffnungs- sowie der h-Moll-Messe im Abschlusskonzert.
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Die Thematik für das Bachfest 2013 wird Vita Christi sein.
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Sir J.E. Gardiner wird mit dem Monteverdi Choir am Donnerstag, 20.6.2013 in der Thomaskirche die „Johannes-Passion“ aufführen.
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Am Samstag, 22.6.2013 erfolgt dann  mit Sir J.E. Gardiner in der Nikolaikirche ein Kantatenkonzert u.a. mit den Bach-Werken:
………
BWV 249 „Kommt eilet und laufet“ und BWV 11 „Lobet Gott in seinen Reichen.“
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Weitere Informationen nachstehend:
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Ich wünsche allen einen schönen „Trinitatis-Sonntag !“
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Herzliche Grüße
Volker
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