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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 812 – Französiche Suite in d-moll


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 812 – „Französiche Suite in d-moll“

„Klassisch!“

                                             Das Bartolotti House, Amsterdam

Die erste dieser französischen Suiten kombiniert eine sehr reine französische Courante mit einer deutschen Sarabande.

Die Suite in d-Moll ist die klassischste der sechs französischen Suiten. Bach hält sich strikt an die übliche Reihenfolge der Tänze: Allemande, Courante, Sarabande, zwei Menuette und eine Gigue. Laut Francesco Corti ist es möglicherweise sogar die archaischste aller Bachs Suiten. Mit anderen Worten, es ist ein ideales Stück, um sich mit dem Genre und den verschiedenen Tanzformen in ihrem reinsten Stil vertraut zu machen. Vielleicht öffnet Bach deshalb die Serie mit diesem Stück. Es ist auch die Suite, die Bach später am wenigsten überarbeitet hat.

Der Kontrapunkt ist makellos und selbst in den scheinbar einfachen kleinen Menuetten gibt es komplexe Polyphonie. Gleiches gilt für die Allemande, die sehr an das Repertoire der Laute erinnert, mit harmonisch aufregenden gebrochenen Akkorden, die fast improvisiert zu sein scheinen.

Die Courante in dieser Suite ist die französische der ganzen Serie. Damals war die französische Courante langsamer und bot große Möglichkeiten für ausdrucksstarke harmonische Ergänzungen. Und natürlich hat Bach diese Gelegenheit eifrig ergriffen. Es gibt verschiedene Manuskripte der französischen Suiten, die verschiedene Stufen der Stücke zeigen. Francesco Corti spielt aus dem Manuskript Heinrich Nicolaus Gerber, einem Schüler Bachs. Gerber notierte sehr viele Ornamente, und diese ganze Verschönerung scheint die Tatsache zu bestätigen, daß das Tempo dieser Courante stabil war, sonst wäre es einfach unmöglich, die Ornamente zu spielen.

Die Sarabande in dieser Suite ist jedoch deutscher Art. Die Struktur wird eher von der harmonischen Entwicklung als von der Melodie bestimmt. Auch hier hat Gerbers Manuskript einige wundervolle Ornamente, die Francesco Corti in den Wiederholungen spielt.

Die Gigue ist in einer ungewöhnlichen und eher altmodischen zweiteiligen Zeit geschrieben, die nur zweimal in Bachs Oeuvre zu sehen ist. Es ist ein Hinweis auf die deutsche Orgel-Tradition früherer Generationen (Johann Jakob Froberger, Georg Böhm und Dietrich Buxtehude).

Bartolotti Haus, Amsterdam

Cembalist Francesco Corti

Wir machten diese Aufnahme im Bartolotti House, in der Herengracht 170 und 172. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt von 1974 bis zu seinem Tod 2012 besetzt.

Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Performer inspirierte er viele Cembalospieler auf der ganzen Welt.

Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude im alten Zentrum von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, der heiratete, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das niederländische Renaissance-Design wurde wahrscheinlich vom Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser entworfen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrere Modernisierungen durchgemacht. Von den verschiedenen Renovierungsarbeiten können Sie noch viele wundervolle historische Dekorationselemente sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, der jetzt sein Büro hat.

Französische Suiten, BWV 812-817

Bach komponierte seine „französischen“ Suiten als junger Mann von dreißig Jahren, als er am Köthener Hof arbeitete. Die Suiten haben jedoch nichts mit dem Gericht zu tun. Bach schrieb sie zu Lehrzwecken in seinem eigenen privaten Kreis. Die ersten fünf erscheinen in ihrer ursprünglichen Form in dem kleinen Musikbuch, das er 1722 für seine zweite Frau Anna Magdalena Bach zusammengestellt hat, möglicherweise als Hochzeitsgeschenk. Aber Bach überarbeitete die Stücke weiter. Die späteren Versionen mit dem Zusatz einer sechsten Suite haben dank der vielen Kopien seiner Schüler überlebt. Sie belohnen Übungsstücke, die trotz gewisser kompositorischer Komplexität (schließlich Bach) keine extremen Anforderungen an den Spieler stellen.

Das Epitheton „Französisch“ wurde von Bach selbst nicht gegeben und erscheint zum ersten Mal in einem Text von 1762, zwölf Jahre nach Bachs Tod. Die Stücke sind nicht mehr französisch als seine anderen Keyboard-Suiten, genauso wie die zuvor komponierten ‚englischen‘ Suiten auch nicht besonders englisch sind. Tatsächlich folgen die englischen Suiten mit ihren umfangreichen Präludien in gewissem Maße tatsächlich dem französischen Modell. Aber wie immer verwendet Bach eine kosmopolitische Sprache; eine geniale Synthese verschiedener europäischer Stile.

Die französischen Suiten haben keinen Auftakt, sondern starten direkt in den ersten Tanz: eine Allemande. Darauf folgt die klassische Abfolge von Courante, Sarabande und Gigue mit einer etwas freieren Auswahl an Tänzen zwischen Sarabande und Gigue, vom Menuett über die Gavotte bis hin zum Bourrée und der weniger verbreiteten Loure.

BWV 812

Titel
Suite in d-moll

Beiname
‚Französisch‘ Suite Nr. 1

Genre
Tastaturarbeit

Serie
‚Französische‘ Suiten / Klavierbüchlein Anna Magdalena Bach

Jahr
ca. 1722

Stadt
Köthen

Veröffentlichungsdatum
13. Oktober 2017

Aufnahmedatum
28. Januar 2017

Ort
Bartolotti Haus, Amsterdam

Cembalist
Francesco Corti

Cembalo
Bruce Kennedy nach Michael Mietke

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Video:  J.S. Bach – BWV 812 „ALL OF BACH“

Zum Video: In den obigen Text oder Foto klicken!

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„Ich wünsche viel Freude mit dem BWV 812“

Grüße Karin

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BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona 2014 mit bewegenden Konzerten!


Unsere bewegenden Eindrücke vom 2. Bach Festival in Barcelona „BACHCELONA“ das in der Woche vom 20. Juli 2014 bis zum 27. Juli 2014 statt gefunden hat.

2014-07-26 BACHCELONA - Basilika de Santa Maria del Mar Schütz-Motette und Bach-Kantate BWV 9
  BACHCELONA – Basilika de Santa Maria del Mar – Schütz-Motette und Bach-Kantate am 26.7.2014
Über Das Eröffnungs-Konzert „BACHCELON“ von  Ton Koopman & Tina Matho hatte ich bereits im Blog berichtet.
Link:  https://meinhardo.wordpress.com/2014/07/22/bachcelona-festival-bach
Montag, 21. Juli 2014
Am darauffolgenden Tag 21.7.2014 war unser Besuch im „Gran Teatre dal liceu“ vorgemerkt wo unter dem Titel: BACH DE CAMBRA ein Konzert mit dem spanischen Organisten Juan de la Rubia und der cubanischen Viola Gambistin Lixsania Fernández, mit Bach-Werken aufgeführt wurden. Das Duo hat einen großen Korpus von J.S. Bach Sonaten präsentiert und boten im Dialog alle Virtuosen und die Komplexität sowie den Reichtum des Kontra Komponisten von Leipzig.
Organist: Juan De La Rubia und Lixsania Fernandez Marrero (Gambe) im Gran Teatre del Liceu Barcelona

     Organist: Juan De La Rubia und Lixsania Fernandez Marrero (Gambe) im Gran Teatre del Liceu in Barcelona

Virtuos präsentierte das Duo Sonatas for Viola da gamba. Ein wenig enttäuscht waren wir von dem Orgelpositiv und der Viola da Gamba die in den Klangfarben doch einige Wünsche offen liessen. Eine Bereicherung war das Konzert, wann hört man so eine Musik einmal in einem Kammerkonzert. Wir haben es nicht bereut und die zahlreichen Besucher bezeugten mit einem riesigen Applaus, dass ihnen das Konzert trotz der kleinen Mängel in der klanglichen Abstimmung sehr gefallen hat. Ein Video der Kubanischen Gambistin füge ich bei.
Video:
LIXSANIA FERNÁNDEZ — Viola da Gamba 
JOHANNES SCHENCK (1660 – after 1712)
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Mittwoch, 23. Juli 2014
fanden für uns gleich zwei großartige Konzerterlebnisse statt:
Gran concert dels solistes de la Beca Bach!mit Laia FrigoléEulàlia Fantova AlvarezPablo Larraz und Francesc Ortega Martí.
Konzert in der „Basílica de Sant Just i Pastor„, Barcelona
Gran concert dels solistes de la Beca Bach in der "Basilica de Sant Just i Pastor (Barcelona)

 BACHCELONA – Gran concert dels solistes de la Beca Bach in der „Basilica de Sant Just i Pastor (Barcelona)

Das Bach Stipendium der BZM Stiftung hat zum Ziel die Verbesserung der Ausbildung und Förderung junger Sänger im Bereich der Vokalmusik J.S.Bachs. Die Aktivität konzentriert sich auf die Kantaten für Solisten. Das Stipendium wird jährlich an vier Solisten (Sopran, Alt, Tenor und Bass-Bariton) vergeben. Das Stipendium ist mit 1000 € pro Jahr dotiert, und ist verbunden mit der Teilnahme an den  Konzerten während des Jahres 2014 in der Stadt Barcelona, Spanien.

Das Bach Stipendium bietet Schulungen und die Zusammenarbeit mit namhaften professionellen Musikern. Im Jahr 2014 wird der Countertenor Carlos Mena eine Meisterklasse exklusiv für die Stipendiaten geben. Ebenso werden alle Konzerte begleitet durch das BZM Ensemble, bestehend aus Musikern mit barocken Instrumenten und mit einer Karriere in der Welt der historischen Aufführungspraxis.

Konzert der Stipendiaten am 23. Juli 2014   –  

J.S. Bach BWV 88 „Siehe, Ich will viel Fischer aussenden.“ (im Rahmen des Festivals BACHCELONA 2014) „Basilica de Sant Just i Pastor, Barcelona.

Das war ein beeindruckendes Konzert das in uns jetzt noch lebendig ist. Die jungen Sänger(innen) wirkten mit so viel Freude und Überzeugungskraft in dieser wunderbaren Kantate. Die Stimmen waren faszinierend und von einer sehr guten Stimmbildung geprägt. Mich überrascht immer, was in Barcelona für die Klassische Musik angeboten wird. Bach wird es erfreuen wenn er es zu seiner Zeit hätte auch so erleben können. Wir waren fasziniert von einer zu Herzen gehenden Kantate die in allen Belangen uns restlos überzeugen konnte. Das Barockorchester des BZM (Bach zum Mitsingen) gelang ein wahrer Husarenstreich und war klanglich in der wunderschönen Basilika trotz der großen Wärme immer in Hochform. Es erwärmt eine Bachfreund, dass er diese Glanzleistungen auch in Barcelona erleben kann.

Anschließen wurden Arien und Rezitative aus Bach-Kantaten für Sopran, Alt, etc.., als Einzelauftritt oder im Duett vorgetragen die von bezaubernder Schönheit waren. Das Herz wurde gespeist mit großartiger Bachmusik. Frenetischer Applaus in der Basilika bezeugte davon, dass Bach gehegt und gepflegt wird.  

Video

J.S. Bach BWV 88 „Siehe, Ich will viel Fischer aussenden.“

Amsterdam Baroque Orchestra & Choir
Ton Koopman

Johannette Zomer, soprano
Bogna Bartosz, alto
Chritoph Prégardien, tenor
Klaus Mertens, bass

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Als 2. Konzert an diesem faszinierenden Tag gab es ein Juwel für Orgelfreunde:

BACH L’IMPROVISADOR

Juan de la Rubia, orgue

 23 de juliol a les 20 h

Catedral de Barcelona

Hunderte von Besuchern füllten die riesige Catedral de Barcelona. Kein umbekannter sondern ein einheimischer und internationaler Star und Jung-Organist von 32 Lenzen warteten auf seine fulminanten Auftritt. Die große und mächtige Orgel der Catedral war in allen Belangen das Instrument, dass ich erwartete hatte.
Memorable concert de "Juan de la Rubia" a la Catedral de Barcelona, am 23. Juli 2014 (BACHCELONA)

      Memorable concert de „Juan de la Rubia“ a la Catedral de Barcelona, am 23. Juli 2014 (BACHCELONA)

Programm:

„Fuga sopra a orge en re menor“ BWV 596

°Concert per a orgue en re menor“ BWB 596 (arranjament del concert per a violi en re m de Vivaldi)

Schmücke, dich, o liebe Seele “ BWV 654

„Preludi i fuga en la menor“ BWV 543

Segona Part

Improvisacions en estil barocc sobre temes proposats pel public.

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Orgel der Catedral Barcelona

                                       Orgel La Catedral de Barcelona

Die Orgel wurde 1994 von der Orgelbaufirma Orgues Blancafort (Montserrat) errichtet. Das Instrument befindet sich in einem historischen Orgelgehäuse mit historischen Orgelprospekt aus dem Jahre 1538. Das Orgelwerk hat 58 Register (4.013 Pfeifen) auf vier Manualen (Cadireta = Rückpositiv, Organo Mayor = Hauptwerk, Expressiu = Schwellwerk, Eco = Echowerk, Batalla = Trompeteria) und Pedal.

Verzückt und verzaubert konnte man an den Säulen der Catedral „Juan de la Rubia“ auf den Bildschirmen sein großartiges Können live erleben. 

An den Säulen Bildschirme in La Catedral Barcelona wo das Orgelspiel des Organisten verfolgt werden kann.

An den Säulen Bildschirme in La Catedral Barcelona wo das Orgelspiel des Organisten verfolgt werden kann.

Ein großartiger junger Organist (32) – stammend aus Valencia, der in allen Bach-Werken seine Nuancen und feinfühligen Registrierungen offenbarte. Diese Leichtigkeit in seinem Orgel-Vortrag war mehr als beeindruckend. Ich gebrauche sehr selten jubelnde Ausdrücke, aber dieser Jung-Organst aus Spanien – angestellt als Organist an der berühmten „Basilika Sagrada Família“ bringt alle Voraussetzungen mit, einmal in die Analen der großen Orgel-Interpreten des 21. Jahrhunderts eingestuft zu werden. Man spürt förmlich seine Freude, Bach seine Orgelwerke vortragen zu können. Ohne Partituren spielte er sämtliche vorzutragenden Bach-Orgelwerke aus dem Gedächtnis, ein Phänomen, der das beherrscht. Ich war von ihm total begeistert und verstehe absolut die internationale Orgelgemeinde, dass sie sich diesen Orgelkünstler zu Konzerten einladen. Seine erste CD mit Bach-Werken ist vor kurzer Zeit bei Amazon erschienen. In den nächsten Monaten sind Gastauftritte von ihm in Deutschland u.a. Freiberg (Sachsen),

Alle Besucher konnten einen Musikwunsch zu einer Improvisation des Organisten vorbringen und wurden in einer Glasschüssel gesammelt die dann der Organist neben sich auf die Orgelbank platzierte. Schmunzelnd rührte er in der riesigen Glasschüssel und legte die Papier-Schnippelchen sich zurecht, schaute sie an und legte mit seiner Improvisation los. Diese Klangfülle des Barock und seine spontanen Einfälle haben mich restlos begeistert. Das waren 2 1/2 Orgelstunden, die immer in mir haften bleiben werden.

Video:

Al primer reportatge de „Nydia“ ens fiquem dins l’orgue de Castelló d’Empúries, acompanyats de l’organista Juan de la Rubia

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Samstag, 26. Juli 2014 – (1. Konzert)

BACH ÍNTIM

Andreas Martin, llaüt (Laute) 19 h Capella de l’EsperançaBarcelona

Andreas Martin (Laute) en el seu recital del BACH ÍNTIM (BACHCELONA)

            Andreas Martin (Laute) en el seu recital del BACH ÍNTIM (BACHCELONA)

Der deutsche Lautenist Andreas Martin lebt seit 13 Jahren in Barcelona. Sein starkes Interesse an Renaissance- und Barockmusik führten ihn schliesslich an eines der renommiertesten Institute für Alte Musik – die Schola Cantorum Basiliensis, wo er bei Eugen Dombois, Hopkinson Smith und Peter Croton das Studium der Laute aufnahm. Dort besucht er auch Meisterkurse bei Interpreten wie Emma Kirkby, Anthony Rooley und Nigel North. Heute wird Martin von der Fachpresse zu den renommiertesten Lautenisten gezählt. Seine Konzerttätigkeit führt Andreas Martin in viele Länder.

Neben Auftritten in der Londoner Wigmore Hall, beim Festival du Musique Baroque in Beaune oder im Théatre Chatelet Paris sind seine Solokonzerte beim Festival für Alte Musik in Barcelona, beim Europabachfestival der Neuen Bachgesellschaft Leipzig in Paris, bei der „Semana de Música Religiosa“ in Cuenca, Spanien und bei BBC3 in Wales in der Reihe „A Bach Christmas“ hervorzuheben.
Weitere Engagements führten ihn nach Kanada zu Solo – Rezitalen beim Bach – Festival Montréal unter der künstlerischen Leitung von Kent Nagano.

In einer wunderschönen kleinen Kapelle – mitten im historischen Stadt-Zentrum von Barcelona, verzauberte Andreas Martin das zahlreich erschienende Publikum mit Werken von Johann Sebastian Bach und Johann Jakob Froberger (1616-1667) und weiteren Barock-Komponisten. Ausgereifte Werke, die tiefe Ruhe, manchmal Melancholie ausstrahlen und insgesamt eine große Sehnsucht nach dem Barockzeitalter hervorrufen – bezeugen davon, dass ein großer Meister an der Laute faszinieren konnte und den Besucher mit seinem Können und fast intimen Lautenspiel in seinen Bann zog. Für mich waren es eineinhalb Stunden die mich mit barocken Lautenklängen bezaubert haben.  Alle Alltagssorgen verwirkten ihre Gültigkeit – die große Ruhe ergab eine Relaxion  für das Herz, Geist und die Seele.                                                                       Dieses Wunder vollbrachte Andreas Martin mit den herrlichen barocken Werken mit der Laute. Ein frenetischer Schlussapplaus bezeugte davon, dass der Besucher tief ergriffen einem großen Lautenisten dankbar war für seine meisterliche Musik..

Video

Johann Jakob Froberger.

Allemande from suite in G minor by Andreas Martin, Lute, live at the 4th Sant Martí Vell Early Music Cycle, July 6th 2007.

(Arrangement: A. Martin)

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Samstag, 26. Juli 2014 – (2. Konzert) und mein Abschluss des Bach-Festivals „BACHCELONA 2014″
Basílica de Santa Maria del Mar, Barcelona / Heinrich Schütz – Motette; J.S. Bach Kantate BWV 9

 

Basilika Santa Maria del Mar in Barcelona

                              Basilika Santa Maria del Mar in Barcelona

Santa Maria del Mar ist eine gotische Kirche in Barcelona, Katalonien. Sie befindet sich im Distrikt La Ribera und wurde zwischen 1329 und 1383 erbaut, also zur Blütezeit der katalanischen Vorherrschaft im Handel und zur See. Sie ist ein herausragendes Beispiel katalanischer Gotik, mit einer Reinheit und Einheitlichkeit des Stils, die für große mittelalterliche Gebäude sonst unüblich ist.

Einer Legende nach soll der Apostel Jakobus an der Stelle, an der die Kirche heute steht, gepredigt haben, was Anlass für den Bau einer kleinen Kapelle war. Um 304 wurde die heilige Eulalia von Barcelona dort beigesetzt, deren Leichnam später jedoch nach La Catedral überführt wurde.

Die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche Santa Maria am Meer stammt aus dem Jahre 998. Die Errichtung des heutigen Gebäudes wurde durch den Kanonikus Bernat Llull gefördert, der 1324 zum Erzdekan von Santa Maria ernannt wurde. Der Bau der heutigen Kirche begann am 25. März 1329 mit der Grundsteinlegung durch König Alfons IV., wie durch eine Tafel auf Lateinisch und Katalanisch bezeugt wird, die an der Fassade zur Fossar de les Moreres angebracht wurde.

Basilika Santa Maria del Mar  (Barcelona) mit der Orgel

                         Basilika Santa Maria del Mar (Barcelona) mit der Orgel

Heinrich Schütz – Motette: SWV 378 „Die mit Tränen säen“

Über 1.500 Besucher füllten das weite Rund dieser herrlichen Basilika, alle Plätze wurden belegt. In einer sommerlichen Aufmachung betraten ca. 100 Chormitlgieder des BMZ (Bach Zum Mitsingen) 

Die Motette von Heinrich Schütz, „Die mit Tränen säen“  stammt aus seiner Sammlung „Geistliche Chormusik 1648“. In diesem lang ersehnten Friedensjahr (Ende des 30-jährigen Krieges), widmet Schütz diese Motetten-Sammlung ganz bewusst dem Leipziger Rat und dem Thomaner-Chor.
Absichtlich warf Schütz unter stilistischen Gesichtspunkten einen Blick zurück und komponierte sie in der älteren Motettenkunst, der Vokalpolyphonie

Beginnend mit der Motette für zwei Soprane, Alt Tenor und Bass wurde es der letzte Konzert-Abend für uns sein. Etwas Wehmut trat im Inneren hervor. Der Chor gruppierte sich und sang diese wunderbare Motette „Die mit Tränen säen“ in einer wunderbaren Artikulation und in einer perfekten deutschen Aussprache. Der Monteverdi Choir wurde in mir wach gerufen. Es gab nichts zu mäkeln, es ist ein Laienchor und genießt eine gute Schulung unter der rührenden Leitung von „Pau Jorquera“ der auch Mitbegründer von dem Festival „BARCELONA“ ist.

Video:

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen
und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Psalm 126, vv. 5-6

Geistliche Chormusik N° 10, 1648
Schütz-Akademie, Howard Arman
Berlin Classics

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J.S. Bach Cantata BWV 9 „Es ist das Heil uns kommen her“ für den 5. Sonntag nach Trinitatis.

Eine wunderschöne Bach-Kantate erklang in dieser riesigen Basilika und ergriff und faszinierte uns sofort. Das kleine bestehende Barock-Orchester des BZM spielt wie an allen Tagen auf „Historischen Instrumenten“. Prächtige Klangfarben umspielten die rührenden Arien und waren aufgrund der sehr guten Akustik allzeit zu hören. Gefesselt haben mich die vier Gesangs-Solisten die in einer sehr guten stimmlichen Ausbildung sehr zu überzeugen wussten. Der Chor überzeugte in sehr guter Manier und sang getragen den Eingangs- und Schluss-Choral. Es war eine überzeugende Leistung dieser Laien und kann nicht hoch genug angerechnet werden wozu sie in der Lage sind, großartige Bach-Musik zu präsentieren. Das war ein gelungener und wunderbarer Abschluss zum Festival „BARCELONA 2014“.

Die riesige Schar der Besucher feierten ihre Aufführenden mit einem frenetischen Beifall. Belohnt wurden wir noch einmal mit dem Eingangs-Choral: „Es ist das Heil uns kommen her“.

Es war eine fantastische Bach-Woche. Unsere Herzen wurden gefüllt mit wunderbarer Bach-Musik an fast antiken Stätten. Die Aufführungs-Orte ein Traum, viele Veranstaltungen waren frei was in Leipzig wohl nur auf dem Marktplatz möglich scheint. Barcelona ist da ein Vorreiter und ermöglicht jedem, ein Konzert besuchen zu können. Die Höchst-Preise an Eintrittskarten waren 15 EURO. Wo ist so etwas noch in Deutschland zu bekommen? Barcelona ich liebe dich mit deinen Bach-Qualitäten und kann nicht genug davon bekommen.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr 2015. 

„Soli Deo Gloria“

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Video:

J. S. Bach: Es ist das Heil uns kommen her (BWV 9)
Cantata for the Sixth Sunday after Trinity 1732/5

Amsterdam Baroque Orchestra & Choir
Ton Koopman

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Herzliche Grüße

Volker

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