Schlagwort-Archive: Pau Jorquera (Leiter BMZ – Barcelona)

Eine bewundernswerte Aufführung von zwei Bach-Kantaten in der Universität Barcelona von BZM


Eine bewundernswerte Aufführung von zwei Bach-Kantaten in der Universität Barcelona von BZM

Paranimf“ in der Universität de Barcelona Cantates BWV 173 und 198 de J.S. Bach von BZM – (BACH ZUM MITSINGEN) am 18. März 2017.

„Paranimf – Auditorium“ des historischen Gebäudes der Universität von Barcelona, erbaut vom Architekten Elies Rogent. Das Auditorium ist das Wahrzeichen des historischen Gebäudes. Gedacht als das Herz des Universitätslebens , liegt im zentralen Teil des Gebäudes befindet sich direkt über der Lobby. Der Bau des Auditoriums wurde 1884 beendet. Die sechs große Gemälde mit historischen Themen beeindrucken. Das „Paranimf“ ist Schauplatz von zahlreichen akademischen, wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen.

—————————-

Der Bach-Zyklus wurde fortgesetzt von BZM  (BACH ZUM MITSINGEN) mit zwei der bekanntesten Kantaten von J.S. Bach.

BWV 173 & BWV 198 

Freier Eintritt mit begrenzter Kapazität von 400 Personen.

Carine Tinney, Sopran (Schottland)
Maria Chiara Gallo, Mezzosopran (Italien)
Matthew Thomson, Tenor (Australien / z.Zt. in Spanien)
Oriol Mallart, Bariton (Spanien)

(Solisten: GRANT BACH 2017)

Katy Elkin, Oboe d’amore
Daniel Ramirez, Oboe d’amore
Marina Comas, Travers
Haben Clara, Travers
Anna Casademunt, Viola da gamba
Rahmen Linde, Viola da gamba
Maria Roca, Violine
Nuno Mendes, Violine
Nuria Pujolràs, Viola
Igor Davidovics, Laute
Frances Bartlett, Cello
Daniel Tarrida, Orgel und

Dirigent: Pau Jorquera


„Erhöhtes Fleisch und Blut“ (BWV 173) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den 2. Pfingsttag und führte sie wahrscheinlich am 29. Mai 1724 zum ersten Mal auf. Ihre Musik beruht vollständig auf der Köthener Glückwunschkantate Durchlauchtster Leopold, BWV 173a.

„Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“ (BWV 198)  ist eine weltliche Kantate , die von Johann Sebastian Bach als Trauerfeier komponiert wurde , die erstmals am 17. Oktober 1727 aufgeführt wurde . In Wolfgang Schmieders Katalog von Bachs Werken ( BWV) wurde ihm die Nummer 198 zugewiesen . Es ist auch bekannt als Trauerode oder als Trauerode: auf den Tod der Königin Christiane Eberhardine .


Beim Betreten des Paranimf – Auditorium umfing uns sofort die großartige Atmosphäre dieses wunderbaren Paranimf mit seinen gewaltigen und beeindruckenden Wand-Gemälden aus der Geschichte von Katalonien. Hohe Decken und ein Steinfliesboden ergaben eine gute Akustik.

BZM führte die Kantaten BWV 173 und das BWV 198 auf.

Der Chor, aus Laiensänger mittleren Alters und das Barockorchester mit historischen Instrumenten, wurden ihrer Aufgabe, die zwei Kantaten zu interpretieren, vollauf gerecht. Die Gesangs-Solisten rekrutierten sich aus dem Bach-Projekt für „Junge Künstler“, das alljährlich von BZM durchgeführt wird. Hier sollen sie in einem öffentlichen Konzert ihre Praxis des Erlernten, vervollständigen können.

Hier war leider von den Gesangs-Solisten ein absolutes Manko zu bemerken. Der Deutsche Text fiel ihnen offensichtlich schwer, im Gesang darbieten zu können. Eine Ausnahme war der spanische Bariton Oriol Mallart, der den deutschen Text gut und verständlich auszudrücken vermochte.

Das Barock-Orchester bestand aus sehr jungen Mitgliedern, die mit einer herzerfrischenden Freude einen guten Eindruck zu vermitteln mochten. Ein rühriger und junger Dirigent des Gesamt-Projektes: Pau Jorquera, wurde seiner Aufgabe mehr als gerecht und führte das Orchester, Chor und die Gesangs-Solisten mit einem ruhigen Dirigat gekonnt durch die Kantaten.

Ein absolutes Manko aus deutscher Sicht, wie sich alle in der Kleidung präsentiert haben. Hier werden sie den Vokal-Werken von Johann Sebastian Bach nicht gerecht. Bachs tiefe Frömmigkeit sollte von allen auch in ihrer äußeren und inneren Anteilnahme zum Ausdruck gebracht werden. Turnschuhe, Sporthemden und Sport-Hosen machten das gesamte Eindrucksbild zu einem Fiasko. Solch Auftreten wäre in Deutschland nicht möglich und sollte zu einem Umdenken vom BZM führen. Ich hoffe und wünsche, dass in Zukunft in Barcelona vom BZM mehr darauf geachtet wird, in einer festlicheren Kleidung J.S. Bachs Werke den Besuchern zu übermitteln.

Gesangs-Solisten von Links: Carine Tinney (Sopran) Maria Chiara Gallo (Mezzosopran) Matthew Thomson (Tenor) Ariel Mallart (Bariton).

Ein großartiger Schlussapplaus der Besucher bedankte sich bei allen Beteiligten.

Ein kleines Video, aufgenommen mit dem iPhone, füge ich meiner Rezension bei. Es ist der Schlusschoral aus dem BWV 198 „Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“ – „Doch, Königin! du stirbest nicht“


Herzliche Grüße

Volker

—————————-

BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona 2014 mit bewegenden Konzerten!


Unsere bewegenden Eindrücke vom 2. Bach Festival in Barcelona „BACHCELONA“ das in der Woche vom 20. Juli 2014 bis zum 27. Juli 2014 statt gefunden hat.

2014-07-26 BACHCELONA - Basilika de Santa Maria del Mar Schütz-Motette und Bach-Kantate BWV 9
  BACHCELONA – Basilika de Santa Maria del Mar – Schütz-Motette und Bach-Kantate am 26.7.2014
Über Das Eröffnungs-Konzert „BACHCELON“ von  Ton Koopman & Tina Matho hatte ich bereits im Blog berichtet.
Link:  https://meinhardo.wordpress.com/2014/07/22/bachcelona-festival-bach
Montag, 21. Juli 2014
Am darauffolgenden Tag 21.7.2014 war unser Besuch im „Gran Teatre dal liceu“ vorgemerkt wo unter dem Titel: BACH DE CAMBRA ein Konzert mit dem spanischen Organisten Juan de la Rubia und der cubanischen Viola Gambistin Lixsania Fernández, mit Bach-Werken aufgeführt wurden. Das Duo hat einen großen Korpus von J.S. Bach Sonaten präsentiert und boten im Dialog alle Virtuosen und die Komplexität sowie den Reichtum des Kontra Komponisten von Leipzig.
Organist: Juan De La Rubia und Lixsania Fernandez Marrero (Gambe) im Gran Teatre del Liceu Barcelona

     Organist: Juan De La Rubia und Lixsania Fernandez Marrero (Gambe) im Gran Teatre del Liceu in Barcelona

Virtuos präsentierte das Duo Sonatas for Viola da gamba. Ein wenig enttäuscht waren wir von dem Orgelpositiv und der Viola da Gamba die in den Klangfarben doch einige Wünsche offen liessen. Eine Bereicherung war das Konzert, wann hört man so eine Musik einmal in einem Kammerkonzert. Wir haben es nicht bereut und die zahlreichen Besucher bezeugten mit einem riesigen Applaus, dass ihnen das Konzert trotz der kleinen Mängel in der klanglichen Abstimmung sehr gefallen hat. Ein Video der Kubanischen Gambistin füge ich bei.
Video:
LIXSANIA FERNÁNDEZ — Viola da Gamba 
JOHANNES SCHENCK (1660 – after 1712)
————————————————————————————
Mittwoch, 23. Juli 2014
fanden für uns gleich zwei großartige Konzerterlebnisse statt:
Gran concert dels solistes de la Beca Bach!mit Laia FrigoléEulàlia Fantova AlvarezPablo Larraz und Francesc Ortega Martí.
Konzert in der „Basílica de Sant Just i Pastor„, Barcelona
Gran concert dels solistes de la Beca Bach in der "Basilica de Sant Just i Pastor (Barcelona)

 BACHCELONA – Gran concert dels solistes de la Beca Bach in der „Basilica de Sant Just i Pastor (Barcelona)

Das Bach Stipendium der BZM Stiftung hat zum Ziel die Verbesserung der Ausbildung und Förderung junger Sänger im Bereich der Vokalmusik J.S.Bachs. Die Aktivität konzentriert sich auf die Kantaten für Solisten. Das Stipendium wird jährlich an vier Solisten (Sopran, Alt, Tenor und Bass-Bariton) vergeben. Das Stipendium ist mit 1000 € pro Jahr dotiert, und ist verbunden mit der Teilnahme an den  Konzerten während des Jahres 2014 in der Stadt Barcelona, Spanien.

Das Bach Stipendium bietet Schulungen und die Zusammenarbeit mit namhaften professionellen Musikern. Im Jahr 2014 wird der Countertenor Carlos Mena eine Meisterklasse exklusiv für die Stipendiaten geben. Ebenso werden alle Konzerte begleitet durch das BZM Ensemble, bestehend aus Musikern mit barocken Instrumenten und mit einer Karriere in der Welt der historischen Aufführungspraxis.

Konzert der Stipendiaten am 23. Juli 2014   –  

J.S. Bach BWV 88 „Siehe, Ich will viel Fischer aussenden.“ (im Rahmen des Festivals BACHCELONA 2014) „Basilica de Sant Just i Pastor, Barcelona.

Das war ein beeindruckendes Konzert das in uns jetzt noch lebendig ist. Die jungen Sänger(innen) wirkten mit so viel Freude und Überzeugungskraft in dieser wunderbaren Kantate. Die Stimmen waren faszinierend und von einer sehr guten Stimmbildung geprägt. Mich überrascht immer, was in Barcelona für die Klassische Musik angeboten wird. Bach wird es erfreuen wenn er es zu seiner Zeit hätte auch so erleben können. Wir waren fasziniert von einer zu Herzen gehenden Kantate die in allen Belangen uns restlos überzeugen konnte. Das Barockorchester des BZM (Bach zum Mitsingen) gelang ein wahrer Husarenstreich und war klanglich in der wunderschönen Basilika trotz der großen Wärme immer in Hochform. Es erwärmt eine Bachfreund, dass er diese Glanzleistungen auch in Barcelona erleben kann.

Anschließen wurden Arien und Rezitative aus Bach-Kantaten für Sopran, Alt, etc.., als Einzelauftritt oder im Duett vorgetragen die von bezaubernder Schönheit waren. Das Herz wurde gespeist mit großartiger Bachmusik. Frenetischer Applaus in der Basilika bezeugte davon, dass Bach gehegt und gepflegt wird.  

Video

J.S. Bach BWV 88 „Siehe, Ich will viel Fischer aussenden.“

Amsterdam Baroque Orchestra & Choir
Ton Koopman

Johannette Zomer, soprano
Bogna Bartosz, alto
Chritoph Prégardien, tenor
Klaus Mertens, bass

—————————————————————————

Als 2. Konzert an diesem faszinierenden Tag gab es ein Juwel für Orgelfreunde:

BACH L’IMPROVISADOR

Juan de la Rubia, orgue

 23 de juliol a les 20 h

Catedral de Barcelona

Hunderte von Besuchern füllten die riesige Catedral de Barcelona. Kein umbekannter sondern ein einheimischer und internationaler Star und Jung-Organist von 32 Lenzen warteten auf seine fulminanten Auftritt. Die große und mächtige Orgel der Catedral war in allen Belangen das Instrument, dass ich erwartete hatte.
Memorable concert de "Juan de la Rubia" a la Catedral de Barcelona, am 23. Juli 2014 (BACHCELONA)

      Memorable concert de „Juan de la Rubia“ a la Catedral de Barcelona, am 23. Juli 2014 (BACHCELONA)

Programm:

„Fuga sopra a orge en re menor“ BWV 596

°Concert per a orgue en re menor“ BWB 596 (arranjament del concert per a violi en re m de Vivaldi)

Schmücke, dich, o liebe Seele “ BWV 654

„Preludi i fuga en la menor“ BWV 543

Segona Part

Improvisacions en estil barocc sobre temes proposats pel public.

—————————————————————————————————————–

Orgel der Catedral Barcelona

                                       Orgel La Catedral de Barcelona

Die Orgel wurde 1994 von der Orgelbaufirma Orgues Blancafort (Montserrat) errichtet. Das Instrument befindet sich in einem historischen Orgelgehäuse mit historischen Orgelprospekt aus dem Jahre 1538. Das Orgelwerk hat 58 Register (4.013 Pfeifen) auf vier Manualen (Cadireta = Rückpositiv, Organo Mayor = Hauptwerk, Expressiu = Schwellwerk, Eco = Echowerk, Batalla = Trompeteria) und Pedal.

Verzückt und verzaubert konnte man an den Säulen der Catedral „Juan de la Rubia“ auf den Bildschirmen sein großartiges Können live erleben. 

An den Säulen Bildschirme in La Catedral Barcelona wo das Orgelspiel des Organisten verfolgt werden kann.

An den Säulen Bildschirme in La Catedral Barcelona wo das Orgelspiel des Organisten verfolgt werden kann.

Ein großartiger junger Organist (32) – stammend aus Valencia, der in allen Bach-Werken seine Nuancen und feinfühligen Registrierungen offenbarte. Diese Leichtigkeit in seinem Orgel-Vortrag war mehr als beeindruckend. Ich gebrauche sehr selten jubelnde Ausdrücke, aber dieser Jung-Organst aus Spanien – angestellt als Organist an der berühmten „Basilika Sagrada Família“ bringt alle Voraussetzungen mit, einmal in die Analen der großen Orgel-Interpreten des 21. Jahrhunderts eingestuft zu werden. Man spürt förmlich seine Freude, Bach seine Orgelwerke vortragen zu können. Ohne Partituren spielte er sämtliche vorzutragenden Bach-Orgelwerke aus dem Gedächtnis, ein Phänomen, der das beherrscht. Ich war von ihm total begeistert und verstehe absolut die internationale Orgelgemeinde, dass sie sich diesen Orgelkünstler zu Konzerten einladen. Seine erste CD mit Bach-Werken ist vor kurzer Zeit bei Amazon erschienen. In den nächsten Monaten sind Gastauftritte von ihm in Deutschland u.a. Freiberg (Sachsen),

Alle Besucher konnten einen Musikwunsch zu einer Improvisation des Organisten vorbringen und wurden in einer Glasschüssel gesammelt die dann der Organist neben sich auf die Orgelbank platzierte. Schmunzelnd rührte er in der riesigen Glasschüssel und legte die Papier-Schnippelchen sich zurecht, schaute sie an und legte mit seiner Improvisation los. Diese Klangfülle des Barock und seine spontanen Einfälle haben mich restlos begeistert. Das waren 2 1/2 Orgelstunden, die immer in mir haften bleiben werden.

Video:

Al primer reportatge de „Nydia“ ens fiquem dins l’orgue de Castelló d’Empúries, acompanyats de l’organista Juan de la Rubia

——————————————————————————————-

Samstag, 26. Juli 2014 – (1. Konzert)

BACH ÍNTIM

Andreas Martin, llaüt (Laute) 19 h Capella de l’EsperançaBarcelona

Andreas Martin (Laute) en el seu recital del BACH ÍNTIM (BACHCELONA)

            Andreas Martin (Laute) en el seu recital del BACH ÍNTIM (BACHCELONA)

Der deutsche Lautenist Andreas Martin lebt seit 13 Jahren in Barcelona. Sein starkes Interesse an Renaissance- und Barockmusik führten ihn schliesslich an eines der renommiertesten Institute für Alte Musik – die Schola Cantorum Basiliensis, wo er bei Eugen Dombois, Hopkinson Smith und Peter Croton das Studium der Laute aufnahm. Dort besucht er auch Meisterkurse bei Interpreten wie Emma Kirkby, Anthony Rooley und Nigel North. Heute wird Martin von der Fachpresse zu den renommiertesten Lautenisten gezählt. Seine Konzerttätigkeit führt Andreas Martin in viele Länder.

Neben Auftritten in der Londoner Wigmore Hall, beim Festival du Musique Baroque in Beaune oder im Théatre Chatelet Paris sind seine Solokonzerte beim Festival für Alte Musik in Barcelona, beim Europabachfestival der Neuen Bachgesellschaft Leipzig in Paris, bei der „Semana de Música Religiosa“ in Cuenca, Spanien und bei BBC3 in Wales in der Reihe „A Bach Christmas“ hervorzuheben.
Weitere Engagements führten ihn nach Kanada zu Solo – Rezitalen beim Bach – Festival Montréal unter der künstlerischen Leitung von Kent Nagano.

In einer wunderschönen kleinen Kapelle – mitten im historischen Stadt-Zentrum von Barcelona, verzauberte Andreas Martin das zahlreich erschienende Publikum mit Werken von Johann Sebastian Bach und Johann Jakob Froberger (1616-1667) und weiteren Barock-Komponisten. Ausgereifte Werke, die tiefe Ruhe, manchmal Melancholie ausstrahlen und insgesamt eine große Sehnsucht nach dem Barockzeitalter hervorrufen – bezeugen davon, dass ein großer Meister an der Laute faszinieren konnte und den Besucher mit seinem Können und fast intimen Lautenspiel in seinen Bann zog. Für mich waren es eineinhalb Stunden die mich mit barocken Lautenklängen bezaubert haben.  Alle Alltagssorgen verwirkten ihre Gültigkeit – die große Ruhe ergab eine Relaxion  für das Herz, Geist und die Seele.                                                                       Dieses Wunder vollbrachte Andreas Martin mit den herrlichen barocken Werken mit der Laute. Ein frenetischer Schlussapplaus bezeugte davon, dass der Besucher tief ergriffen einem großen Lautenisten dankbar war für seine meisterliche Musik..

Video

Johann Jakob Froberger.

Allemande from suite in G minor by Andreas Martin, Lute, live at the 4th Sant Martí Vell Early Music Cycle, July 6th 2007.

(Arrangement: A. Martin)

—————————————————————————————-    

Samstag, 26. Juli 2014 – (2. Konzert) und mein Abschluss des Bach-Festivals „BACHCELONA 2014″
Basílica de Santa Maria del Mar, Barcelona / Heinrich Schütz – Motette; J.S. Bach Kantate BWV 9

 

Basilika Santa Maria del Mar in Barcelona

                              Basilika Santa Maria del Mar in Barcelona

Santa Maria del Mar ist eine gotische Kirche in Barcelona, Katalonien. Sie befindet sich im Distrikt La Ribera und wurde zwischen 1329 und 1383 erbaut, also zur Blütezeit der katalanischen Vorherrschaft im Handel und zur See. Sie ist ein herausragendes Beispiel katalanischer Gotik, mit einer Reinheit und Einheitlichkeit des Stils, die für große mittelalterliche Gebäude sonst unüblich ist.

Einer Legende nach soll der Apostel Jakobus an der Stelle, an der die Kirche heute steht, gepredigt haben, was Anlass für den Bau einer kleinen Kapelle war. Um 304 wurde die heilige Eulalia von Barcelona dort beigesetzt, deren Leichnam später jedoch nach La Catedral überführt wurde.

Die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche Santa Maria am Meer stammt aus dem Jahre 998. Die Errichtung des heutigen Gebäudes wurde durch den Kanonikus Bernat Llull gefördert, der 1324 zum Erzdekan von Santa Maria ernannt wurde. Der Bau der heutigen Kirche begann am 25. März 1329 mit der Grundsteinlegung durch König Alfons IV., wie durch eine Tafel auf Lateinisch und Katalanisch bezeugt wird, die an der Fassade zur Fossar de les Moreres angebracht wurde.

Basilika Santa Maria del Mar  (Barcelona) mit der Orgel

                         Basilika Santa Maria del Mar (Barcelona) mit der Orgel

Heinrich Schütz – Motette: SWV 378 „Die mit Tränen säen“

Über 1.500 Besucher füllten das weite Rund dieser herrlichen Basilika, alle Plätze wurden belegt. In einer sommerlichen Aufmachung betraten ca. 100 Chormitlgieder des BMZ (Bach Zum Mitsingen) 

Die Motette von Heinrich Schütz, „Die mit Tränen säen“  stammt aus seiner Sammlung „Geistliche Chormusik 1648“. In diesem lang ersehnten Friedensjahr (Ende des 30-jährigen Krieges), widmet Schütz diese Motetten-Sammlung ganz bewusst dem Leipziger Rat und dem Thomaner-Chor.
Absichtlich warf Schütz unter stilistischen Gesichtspunkten einen Blick zurück und komponierte sie in der älteren Motettenkunst, der Vokalpolyphonie

Beginnend mit der Motette für zwei Soprane, Alt Tenor und Bass wurde es der letzte Konzert-Abend für uns sein. Etwas Wehmut trat im Inneren hervor. Der Chor gruppierte sich und sang diese wunderbare Motette „Die mit Tränen säen“ in einer wunderbaren Artikulation und in einer perfekten deutschen Aussprache. Der Monteverdi Choir wurde in mir wach gerufen. Es gab nichts zu mäkeln, es ist ein Laienchor und genießt eine gute Schulung unter der rührenden Leitung von „Pau Jorquera“ der auch Mitbegründer von dem Festival „BARCELONA“ ist.

Video:

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen
und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Psalm 126, vv. 5-6

Geistliche Chormusik N° 10, 1648
Schütz-Akademie, Howard Arman
Berlin Classics

———————————————————————————————

J.S. Bach Cantata BWV 9 „Es ist das Heil uns kommen her“ für den 5. Sonntag nach Trinitatis.

Eine wunderschöne Bach-Kantate erklang in dieser riesigen Basilika und ergriff und faszinierte uns sofort. Das kleine bestehende Barock-Orchester des BZM spielt wie an allen Tagen auf „Historischen Instrumenten“. Prächtige Klangfarben umspielten die rührenden Arien und waren aufgrund der sehr guten Akustik allzeit zu hören. Gefesselt haben mich die vier Gesangs-Solisten die in einer sehr guten stimmlichen Ausbildung sehr zu überzeugen wussten. Der Chor überzeugte in sehr guter Manier und sang getragen den Eingangs- und Schluss-Choral. Es war eine überzeugende Leistung dieser Laien und kann nicht hoch genug angerechnet werden wozu sie in der Lage sind, großartige Bach-Musik zu präsentieren. Das war ein gelungener und wunderbarer Abschluss zum Festival „BARCELONA 2014“.

Die riesige Schar der Besucher feierten ihre Aufführenden mit einem frenetischen Beifall. Belohnt wurden wir noch einmal mit dem Eingangs-Choral: „Es ist das Heil uns kommen her“.

Es war eine fantastische Bach-Woche. Unsere Herzen wurden gefüllt mit wunderbarer Bach-Musik an fast antiken Stätten. Die Aufführungs-Orte ein Traum, viele Veranstaltungen waren frei was in Leipzig wohl nur auf dem Marktplatz möglich scheint. Barcelona ist da ein Vorreiter und ermöglicht jedem, ein Konzert besuchen zu können. Die Höchst-Preise an Eintrittskarten waren 15 EURO. Wo ist so etwas noch in Deutschland zu bekommen? Barcelona ich liebe dich mit deinen Bach-Qualitäten und kann nicht genug davon bekommen.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr 2015. 

„Soli Deo Gloria“

——————————————————————————————

Video:

J. S. Bach: Es ist das Heil uns kommen her (BWV 9)
Cantata for the Sixth Sunday after Trinity 1732/5

Amsterdam Baroque Orchestra & Choir
Ton Koopman

————————————————————————————————–

Herzliche Grüße

Volker

————————————————————————————–

 

BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona 2014 mit Ton Koopman am 20.7.2014 eröffnet


Ton Koopman & Tini Mathot  am Cembalo BWV 1080 "Kunst der Fuge" in Barcelona im Palau de la Música Catalana"

Ton Koopman & Tini Mathot am Cembalo BWV 1080 „Kunst der Fuge“ in Barcelona im „Palau de la Música Catalana“  am 20.7.2014

In der ausverkauften Konzerthalle im Palau de la Música Catalana“ begann am 20. Juli 2014 in Barcelona das 2. Bach-Festival BACHCELONA 2014.“

Zu Gast waren mit dem Programm von J.S. Bach BWV 1080 „Kunst der Fuge“ das Künstlerehepaar Ton KoopmanTini Mathot.

Virtuos und galant gelang dem Künstlerehepaar das technisch schwer zu spielende Werk von J.S. Bach. Atemlose Stille im Saal lauschten dem extravaganten Spiel von Ton Koopman & Tini Machot. Die Kunst der Fuge, BWV 1080 verlangt von den Künstlern ein sehr hohes technisches Können das in meisterlicher Manie von dem Ehepaar Koopmann parkatiziert wurde.

Palau de la Música Catalunya in Barcelona

                                    Palau de la Música Catalana in Barcelona

Es war ein wunderbarer Auftakt zu der Bachwoche 2014 in Barcelona und begeisterte die Besucher. Mit zwei anschließenden Zugaben honorierte das Künstler-Ehepaar den frentetischen Applaus, der keine ende nehmen wollte.

Palau de la Música Catalana, Kleiner Saal

                                       Palau de la Música Catalana, Kleiner Saal

Die Kunst der Fuge ist ein Zyklus von vierzehn Fugen und vier Kanons von Johann Sebastian Bach (BWV 1080, Vorarbeiten ab ca. 1740, autograph überlieferte Frühfassung um 1742 bis etwa 1746, Beginn der Drucklegung wahrscheinlich Frühjahr 1748, Autograph der unvollendet überlieferten Schlussfuge nach August 1748 bis Mitte Dezember 1749, Erstdruck 1751 und 1752).

Eröffnungsrede vom Leiter BMZ (Bach Zum Mitsingen) Pau Jorquera. Rechts im Foto

     Eröffnungsrede vom Leiter BMZ (Bach Zum Mitsingen) Pau Jorquera. Rechts im Foto

Der Titel „Die Kunst der Fuge“ stammt aus dem Erstdruck, während die autographe frühere Fassung den davon nur im letzten Buchstaben abweichenden Titel „Die Kunst der Fuga“ trägt, geschrieben von Bachs SchülerJohann Christoph Altnikol. Aufgrund des Fehlens eines eigenschriftlichen Werktitels hat man den überlieferten Titel angezweifelt; andererseits sprechen zahlensymbolische Überlegungen für die Echtheit der durch Altnikol überlieferten Titelvariante.

Das Künstler-Ehepaar Ton Koopman, & Tini Mathot.

                       Das Künstler-Ehepaar Ton Koopman, & Tini Mathot empfangen den wohlverdienten Applaus..!!

Mit dem Werk solle anschaulich vermittelt werden, so der erste Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel, „was möglicher Weise über ein Fugenthema gemacht werden könne. Die Variationen, welche sämmtlich vollständige Fugen über einerley Thema sind, werden hier Contrapuncte genannt“

Video:

J. S. Bach – The Art of Fugue, BWV 1080 – T. Koopman and T. Mathot

Contrapunctus I 0:00
Contrapunctus II 3:22
Contrapunctus III 6:01
Contrapunctus IV 8:37
Contrapunctus V 13:14
Contrapunctus VI 16:07
Contrapunctus VII 20:02
Canon I 23:42
Canon II 28:59
Contrapunctus VIII 31:29
Contrapunctus IX 38:41
Canon III 41:29
Contrapunctus X 43:47
Canon IV 47:36
Contrapunctus XI 52:07
Contrapunctus XII rectus 59:11
Contrapunctus XII inversus 1:01:35
Contrapunctus XIII rectus 1:03:55
Contrapunctus XIII inversus 1:06:09
Contrapunctus XIV 1:08:22

————————————————————————————————————

Herzliche Grüße

 

Volker

———————————————————————————————————