Schallplattenkritikpreis 2009 an Prof. Gerhard Weinberger in der HfM Detmold am 31.1.2010 überreicht

Hallo,

ein Sonderkonzert der Extra-Klasse erklang in der Konzerthalle der HfM –  „Hochschule für Musik“ in Detmold. Der Anlass war die Verleihung des „Jahrespreises der Deutschen Schallplattenkritik 2009“ an den Dozent für Kirchen- und Orgelmusik an der HfM in Detmold – und Organist „Professor Gerhard Weinberger“.

Konzerthalle der HfM in Detmold

HfM-Detmold_Sonderkonzert Prof Weinberger

Orgelwerke an der Klais-Orgel im Konzerthaus der HfM Detmold

Das Konzerthaus war leider nur bis zur Hälfte gefüllt, aber das Programm hatte es in sich:

HfM Detmold das Sonderprogramm-Weinberger-Preisverleihung

Ein absoluter Höhepunkt waren die zwei Motetten: „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ BWV 226 und „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225 für zwei vierstimmige Chöre und Continuo von J.S. Bach, vorgetragen von dem „Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie der HfM Detmold“. Ein beseelender Vortag gelang den 20 jungen Vokalsolisten/innen, das war eine Freude, ihre ausgefeilte Gesangs-Kultur erleben zu können zumal die Akustik der Thomaskirche Leipzig im Nachhall nachempfunden wurde. Der Leser reibt sich verwundert die Augen, – Thomaskirche-Nachhall? – Aber das ist in der modernsten Konzerthalle weltweit mit der „Wellenfeldsynthese“ möglich..!! Die zwei Motetten waren ein konzertanter Genuss, überragend sind die Bässe zu benennen, was für ein stimmlich vollendetes Volumen war da zu hören, so manch bekanntes Vokalensemble würde vor Neid erblassen. Dem Leiter dieser jungen Truppe gehört ein Sonderlob, Prof. Gerhard Weinberger hat sie stimmlich fantastisch zu einem homogenen Vokal-Ensemble ausgebildet, es erklang eine Gesangs-Kultur auf hohem Niveau.

Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie HfM Detmold. Leitung Prof. Gerhard Weinberger

Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie HfM Detmold. Leitung Prof. Gerhard Weinberger.

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Das Konzerthaus der Detmolder HfM verfügt nun über einen weltweit einzigartigen Raumklang: 325 programmierbare Lautsprecher können alle Arten von Raumakustik im Konzerthaus reproduzieren und modifizieren.

Informationen zur Wellenfeldsynthese. Nähere Angaben dazu über PDF nachstehend:

pdf Konzerthaus der HfM Detmold.pdf

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In der Programmfolge wurden drei Orgelwerke von J.S. Bach und Max Reger durch Prof. Gerhard Weinberger an der Klais-Orgel zu Gehör gebracht. Es ist immer ein Genuss, diesem fantastischen Orgel-Professor zuhören zu können, er zelebriert Bach in unnachahmlicher Manier, Das Orgelwerk von Reger: „Phantasie & Fuge über B_A_C_H op.46 – war ebenfalls ein Höhepunkt einer gekonnten Wiedergabe – wieder war die Wellenfeldsynthese ein hilfreicher Partner für die zu hörenden Orgelwerke.

An der Klais-Orgel Prof. Gerhard Weinberger mit dem Orgelwerk von Max Reger "Phantasie und Fuge über BACH op.46" assistiert von seiner Gattin Beatrice-Maria Weinberger

Nun erfolgte die eigentliche Ehrung: Überreichung „Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2009“ durch den Verband der Deutschen Schallplattenkritik – Herrn Ludolf Baucke.

Der Preis wurde aufgrund seiner Gesamt-Einspielungen der Orgelwerke von J.S. Bach verliehen. Diese Einspielungen stehen in nahezu jeder Hinsicht einzigartig da. Sie umfasst zum einen nicht nur den etablierten Werkkanon, sondern stellt auch zahlreiche Kompositionen – „zweifelhafter Echtheit“ erstmals zur Diskussion. Zum zweiten sind nahezu ausschließlich Instrumente aus Bachs Wirkungskreis in „Thüringen und Sachsen zu hören – neben den Silbermann-Orgeln in Freiberg und Dresden auch vergessene Kleinode, wie etwa aus Mechterstädt und Büßleben (ergänzt durch Instrumente aus Trondheim, Groningen und Grauhof). Zum dritten ist es die stilistische und aufnahmetechnische Souveränität, mit der Gerhard Weinberger und das Label cpo in mehr als zwölf Jahren eine Referenz-Einspielung für das 21. Jahrhundert geschaffen hat.

Aufgrund der exzellenten Tonqualität der Orgel-CD-Aufnahmen, wurde der Toningenieur Herr Prof. Dr. Werner Czesla ebenfalls mit dem Schallplattenkritik-Preis geehrt.

Auszeichnungen an Prof. Gerhard Weinberger und an den Toningenieur Prof. Dr. Werner Czesla

Professor Tomasz Adam Nowak ehrte den Preisträger im Rahmen des Sonderkonzertes mit einer ausgelassenen Eigen-Orgelimprovisation über das Thema B-A-C-H . Das Publikum war schier aus dem Häuschen und dankte mit frenetischen Applaus dem Orgel-Professor für eine grandiose Vorführung an der Klais-Orgel.

Organist: Professor Tomasz Adam Nowak

Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie HfM Detmold

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Die Gesamt-Einspielungen der Orgelwerke von J.S. Bach sind bei jpc mit Hörproben erhältlich.

22 CD’s für 49,99 EURO

Cover: Gerhard Weinberger Orgel Gesamt-Einspielung J.S.Bach

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jpc -Bestellung mit Hörproben  Link:  H i e r – klicken..!!

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Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie HfM Detmold. Leitung Prof. Gerhard Weinberger.

Vokalsolisten-Ensemble der Barockakademie HfM Detmold-Leitung G.Weinberger

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Die sechs Motetten von J.S. Bach – CD – Einspielung von Gerhard Weinberger und den Deutschen Bach-Vocalisten.

Cover J.S.Bach Die sechs Motetten G.Weinberger

Die CD ist über meine Partner-Seite für 5,04 € zu beziehen:

Link:   h i e r – klicken..!!

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Hörprobe:

BWV 225 Bach-Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“

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Es war ein Konzert als Sonntags-Matinee der Extra-Klasse, besetzt mit hervorragenden Organisten und ein profundes Vokal-Ensemble – alles klingt in mir noch prächtig nach, trotz der Schneemassen hat sich der kurze Anfahrtsweg vollends gelohnt und wird nicht der letzte Besuch dieser prächtigen Konzerthalle gewesen sein.

Weitere Fotos sind in meinem Web-Album hinterlegt..!!

Link: h i e r – klicken…!!

Hier eine weitere PDF-Rezension:  h i e r –   klicken..!!

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Gruß

Volker

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5 Gedanken zu „Schallplattenkritikpreis 2009 an Prof. Gerhard Weinberger in der HfM Detmold am 31.1.2010 überreicht

  1. Wolfgang

    Lieber Volker,

    Auch ich habe mir spontan das gesamte Orgelwerk von Bach, gespielt von G.Weinberger auf den verschiedensten Bach-Orgeln, bei JPC bestellt.

    Denn life gehört war es einfach einmalig: sein Orgelspiel, sein Dirigat, sein Barock-Chor-, und … seine Gattin sah auch gut und nett aus!

    Jetzt also mal ehrlich: ICH WAR DABEI !!! Hörte und sah ganz benommen alles in dieser wundebaren Veranstaltung und hätte am liebsten alles nochmal vernommen. Doch die Zugabe versöhnte meine Erwartungen mit mir selber: da kam nocheinmal der 3.Satz der Motette ‚Singet‘ und dies beruhigte mich.

    Schön war es auch, in das Seminargebäude der Hochschule einen Blick zu werfen und viele der jungen Menschen zu sehen, die ihre Begabungen und ihre Zukunft in den Dienst der Musik stellen wollen.

    Ach ja-, und dann teilte ich meinen Capuccino mit einem Herrn, der wach und konzentriert ebenfalls alles aufnahm und mit der Kamera festhielt.

    Das warst doch DU.Vielen Dank für Deine Begleitung.

    Gruß

    Wolfgang

    Antworten
  2. muriel

    Danke für den liebevoll geschriebenen Artiel, man wäre gern dabei gewesen, aber, aber… Was aber auch den Fernen bewegt, das sind die Motetten Bachs. Sie gehören doch zum Schönsten aber wahrscheinlich auch Schwierigsten der Chormusik. Um es sehr subjektiv zu erzählen, die Bachmotetten bekam ich in meinem Leben zuerst in der Aufnahme unter Kurt Thomas (Thomanerchor natürlich) zu Gehör. Ich habe sie sehr genossen, wie würde diese Aufnahme heute klingen? Jetzt bin ich im Besitz verschiedener Aufnahmen. Auffällig ist mir, dass weder die Amsterdamer noch die Londoner eine wirklich runde Aufnahme zustande gebracht haben. Ausdruck dafür ist vielleicht „Jesu meine Freude…“ auf der Pilgrimage, womit ich nicht zurecht komme. Der Monteverdichor singt da einfach nicht konsistent genug. Besser singt der Riaskammerchor, der Stuttgarterkammerchor, Vocale Gent und (auf Naxos!)The Scholars Baroque Ensemble…Es sind ja gerade bei den Motetten ausgesprochen schwierige Fragen zu beantworten: Werden Solisten eingesetzt? Welche – wie viele Instrumente? Chorstärke usw. Auf die (!) Aufnahme werden wir vielleicht unser ganzes Leben lang warten. Neulich hörte ich einen Trailer der Aufnahme der Japaner, es klang sehr gekonnt und schön, was man da als Vorschau hörte.
    Also das ein paar persönliche Eindrücke. Dazu hat mich das Bild von Weinberger und seinem Chor angeregt. Keine Solisten(?), „nur“ die Continuogruppe, das könnte dem Ideal doch nahe kommen?

    Liebe Grüße
    muriel

    Antworten
  3. Wolfgang

    Lieber muriel!

    Du fragst nach Solisten. Ja-, G.Weinberger hatte den 2.Satz von 4 aus dem Chor gestellten Solisten singen lassen. Das klang dann sehr intim und hob auch die Aussage dieses Mittelteils heraus und machte nachdenklich:
    ‚Erbarmen – Kinder – Gott kennt uns – wir sind nur Staub – wie das Gras vom Rechen, ein Blum und fallend Laub -‚.

    Der Chor bestand ja weitgehend aus jungen, praktizierenden Musikern-, und der Favoritchor steigerte den Inhalt der Motette nochmal auf das Wesentliche und gab Stoff zum Nachdenken.

    Aber wie schon immer von mir betont: alles Nachdenkliche endet bei Bach im furiosen Cori unisono: Halleluja, mit dem Spitzenton im Sopran.

    Gruß

    @Wolfgang

    Antworten
  4. Claudia

    Viele tolle Infos über ein super-Sonderklasse-Konzert. Der Prof. W. scheint ja auch ein ganz sympatischer Typ zu sein und auch der Preis für die Gesamteinspielung ist ja fast hinterhergeschmissen.
    Bach Motetten habe ich alle schon selber gesungen, „Singet“ ist SAUSCHWER, wenn man es dann aber kann, vergisst man keinen Ton mehr und sie nutzen sich niemals ab.

    Antworten
  5. Volker

    Liebe Bachfreunde,

    es ist schön, Kommentare für dieses wunderbare Konzert vorzufinden, dafür danke ich euch. Wie @Wolfgang, so treffend das Konzert im Kommentar wiedergeben hat, entsprach es voll den vorgefundenen und erlebten Tatsachen. Es ist immer wieder ein Erlebnis, was Weinberger mit seiner jungen Vocalisten-Schar für ein fantastisches Ergebnis erzielt.

    Ich freue mich, dass es in Deutschland junge Nachwuchs-Sänger an den Hochschulen gibt, die ihren Weg wohl machen werden und das ist das Erfreuliche. Nicht nur Gardiner und England sind Topp, nein auch die Deutschen sind im Kommen und werden eine ernst zunehmende Konkurrenz für ihn und das finde ich im eigentlichen Bach-Land gut so, man kann sagen, endlich geschieht eine Aufbruch-Stimmung in unserem Lande, Dank unserer guten Bach-Kenner und Professoren an den Musik-Hochschulen.

    Ich war auf Einspielungen der Bach-Motetten von Weinberger und seinen „Deutschen-Bach-Vocalisten“ neugierig geworden und hatte im Internet danach gesucht und wurde fündig..!!

    Ich bin immer wieder Überrascht, was für homogene Einspielungen Prof. Gerhard Weinberger geschaffen hat, er ist wirklich ein Bach-Spezialist per Excellence und braucht keinen Vergleich zu scheuen, es sind gelungene Aufnahmen und möchte ihn gerne weiter empfehlen.

    Wer an seiner CD mit den sechs Bach-Motetten Interesse besitzt, wird auf unsere Partnerseite geleitet zu einer Bestellung, da das bei WordPress unterbunden wird, warum auch immer, bleibt mir ein Rätsel, das ist bei ihnen ein Manko, aber man weiss sich zu helfen.

    Link:
    http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2010/02/die-sechs-motetten-von-js-bach-cd.html

    Ein kleines Schmankerl habe ich oben in den Hauptbeitrag mit eingefügt: „Eine Hörprobe von Gerhard Weinberger und seinen Bach-Vocalisten mit der Motette BWV 225 „Singet dem Herrn ein neues Lied“.
    Der Preis ist wirklich unschlagbar, 5,04 € bei Amazon für 6 Bach-Motetten ist sagenhaft, hört es euch einmal an, es lohnt sich.

    Ich versuche einmal die Hörprobe hier zu Verlinken:

    https://meinhardo.files.wordpress.com/2010/02/bach-motette-singet-dem-herrn-ein-neues-lied-bwv-225.mp3

    @Claudia, Kurt Thomas war in den 50-er Jahren Dozent an der Hochschule für Musik in Detmold und ging von hier aus als Thomaskantor nach Leipzig..!! Wie überhaupt Detmold hervorragende Dozenten in der Vergangenheit und heute besitzt. Unter anderem ist „Christoph Biller“ für mehrere Wochen im Jahr in Detmold als Dozent für Chorgesang angestellt, da werde ich einmal versuchen zu Hospitieren wenn das möglich ist, im März 2010 ist er für 14 Tage wieder in OWL…!! Du merkst, OWL – Bielefeld – Halle-Westfalen, Detmold – Herford – sind auch berühmte Bach-Orte, hier wird seine Musik sehr gepflegt. Wie sagte der Tage ein Rezensent in der Neuen Westfälischen Zeitung in Bielefeld, leider war die Oetkerhalle nur spärlich besetzt, wenn das Programm aus Bach bestanden hätte, wäre die Halle voll gewesen…!!

    Gruß
    Volker

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