"Archiv-Beitrag Star-Pianist "Alfred Brendel in der Oetkerhalle in Bielefeld


Bielefeld, 16.02.2007

Der Star-Pianist Alfred Brendel in der Oetkerhalle, Bielefeld am 16.02.2007

Eine ausverkaufte Konzerthalle begleitete den 76-järigen Welt- und Altstar-Pianisten Alfred Brendel in sein großartiges Klavierkonzert-Programm.




Foto: Alfred Brendel in der Oetkerhalle in Bielefeld
(Foto: Copyright. V.Hege)


Programm

Joseph Haydn (1732-1809) Klaviersonate Nr.20 c-Moll Hob. XVI

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Klaviersonate Nr. 31 As-Dur op. 110

Franz Schubert (1797-1828) Impromptu Nr. 1 f-Moll D 935 und Impromptu Nr. 3 B-Dur D 935

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791) Klaviersonate c-Moll KV 457

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Was dieser Ausnahme-Pianist von der Jungpianisten-Garde unterscheidet ist seine Langlebigkeit auf den Konzertpodien in aller Welt und seinem immensen Besucher-Zuspruch. Sein Spiel ist hinreißend er versteht es vorzüglich, der Musik den gewissen Atem zu verleihen gepaart mit einer vorzüglichen Anschlagstechnik und Virtuosität, professionell sein Handwerk spielte er das ganze Programm ohne Noten, als Hilfsmittel lagen vorn auf dem Flügel kleine Anmerkungen ansonsten geschah die gesamte Wiedergabe aus dem Kopf. Mitbrummend und summend mit heftigen Kinnbewegungen und einer deutenden Körpersprache lässt er das Werk an seinem Steinway-Flügelverinnerlicht mitfühlend vortragen. Berauscht und Ergriffen lauscht der Hörer zwei Stunden einem Spiel, dass in ihrer vollendeten Klarheit, Entschlossenheit und rhythmischen Bewegtheit nicht zu überbieten ist. Ein in den Jahren gekommener Ausnahme-Pianist hat nichts von seiner großartigen Kunstfertigkeit eingebüßt.

Das Programm begann mit Haydns Klaviersonate 20 c-Moll. Dieses lange Werk lebt von seinen überraschenden Wendungen und Wiederholungen. Brendel weiß es Gestalterisch und in der Struktur schlank überzeugend vorzutragen. Haydn war kein Pianist. Die Spielformen sind daher einfacher und weniger entwickelt als bei Mozart, der als konzertierender Virtuose seinen Klavierwerken jede technische Brillanz geben konnte. Erst später entwickelte Haydn in seinen Klavierstücken eine reichere Ausgestaltung und pianistischen Glanz. Über den Reichtum an Einfällen und mancher kühnen Wendung, zu sprunghaftem Wechsel zwischen hoher und tiefer Lage findet man auch in dem Spätwerk Haydns der Klaviersonate 20 c-Moll entsprechend wieder.

Elektrisierende Spannung erfolgte in den ersten Takten in Beethovens vorletzte Sonate op. 110. Die Anfangssätze weisen auf das zurückliegende Barock und vorausweisend auf die Romantik. Mit großem Gespür und Elan bewältigt Brendel furios den Auftakt. Das anschließende Arioso und Fuge pendelt Brendel gekonnt in einer aufwühlenden Derbheit und Wucht aus, um den Ausdrucksgehalt dieser Sätze die mögliche Dramaturgie – Glücksgefühl und Resignation – mitzugeben.

Während Schuberts Sonaten vielen Musikfreunden noch immer weitgehend unbekannt geblieben sind, nimmt sich Brendel ihrer an und verhilft ihnen zu einer weiteren Bekanntheit und genießen seitdem eine hohe Popularität. Die vier Impromptus entstanden innerhalb einer Gruppe im Dezember 1827, ein knappes Jahr vor Schuberts Tod. Ein fantastisches Werk ist das Impromptu Nummer 1 in f-Moll, D 935 „Allegro moderato.“ Die sinfonisch der Romantik eines anhaftenden Zuschnittes sind in lyrische dunkle harmonische Abläufe komponiert. Hier verleiht Brendel dem Werk die angemessene Spannung und Virtuosität mit einer beseelenden Wiedergabe, dass dem Besucher der Atem stockt.

Ebenbürtig erklingt Impromptu Nr. 3 B-Dur, D 935 das Andante in 5 Variationen. Dieser Variationssatz bezieht das Thema aus der Musik zu „Rosamunde“, das Schubert in seinem Streichquartett a-Moll verwendet hat. Tänzerisch spielend ein polterndes Forte und die leidenschaftliche Moll-Variation in Triolen eingebettet gelingt Brendel in seiner unnachahmlichen Art, perfekt, sinniger und leidenschaftlicher kann dieser Vortrag des Pianisten nicht erklingen, die Herzen wurden weit geöffnet und staunend lauschten andächtig die Besucher einem fast überirdischen Spiel.

Der krönende Abschluss fand mit der Sonate c-Moll KV 457 von Wolfgang Amadeus Mozart statt. Dieses Spät-Werk aus seiner Wiener Zeit zeugt von einer ungemein hohen Ausdrucksstärke, eine Komposition der Trostlosigkeit und Verzweiflung. Das Werk ist vorausschauend in das folgende Jahrhundert mit romantischen Leiden und Leidenschaften behaftet. Eine tragische Tonart, sein stürmisches Temperament, sein sinnender Ernst und kämpferische Bejahung des Schmerzes verleiht dieser Komposition eine außergewöhnliches Format mit Kompositionstechniken, die Hinweise besitzen auf Beethovens zukünftige Werke.

All diesen Nuancen wurde Brendel mehr als gerecht. Angefeindet wurde er in grauer Vorzeit wegen seiner Mozart-Interpretation, die er auch selber als schrecklich empfand und seine Aussage bestand hatte: Ich werde noch viel übern müssen, um Mozart richtig spielen zu können. In die Jahre gekommen erzielt er nunmehr eine traumwandlerische Perfektion in seinem Vortrag, so ist mir Mozart in der musikalischen Interpretation und pianistisch noch nicht begegnet, hier offenbarte sich ein Pianist von „Gottes Gnaden!“ Herz und Schmerz verstand er genial zu erzeugen. Sein Gefühls-Spiel erzeugte bei den Hörern einen Schmerzzustand, dass die persönliche Seelenlage zum zerreißend gespannt war. Sie entwich erst in langsamen Schritten nach dem erfolgten Schlussakkord. Er versteht es meisterhaft, als Vortragender seine Hörerschaft als eine lebendige Einheit und Gemeinschaft zu bilden, aus dem ein Entrinnen nicht möglich ist. Dass ist die unwiederbringliche Größe von Brendel, die man bei den jungen Zeitgenossen sehr oft vermisst.

Nur mit einer Zugabe aus dem „Impromtu“ von Schubert konnte Brendel nach einem unglaublichen Begeisterungssturm und einem staunendem und beglückten Besucherschar vom Podium gelassen werden. Ein großer Alt-Pianist verabschiedete sich von seinem Publikum, der wahrscheinlich so schnell nicht wieder zu hören sein wird, es war eine Sternstunde der Klaviermusik, die man als Zeitzeuge miterleben durfte, einfach grandios!

Stifterkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in St. Marien, Herford


Herford, 10.02.2007

Stifterkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie in St. Marien, Herford

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Stifterkonzerte für die Nordwestdeutsche Philharmonie wurde am Samstag, 10.2.2007, in der St Marienkirche Stift Berg in Herford ein hochkarätiges Sinfoniekonzert mit Werken von Beethoven und Schumann geboten. Diese Veranstaltung wurde zum vierten Mal ausgetragen und wird hauptsächlich durch die „Dieter Ernstmeier Stiftung, Herford“ getragen.

Das Programm:

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Konzert D-Dur op. 61 für Violine und Orchester

Robert Schumann (1810-1856) Sinfonie Nr.4 D-Moll op. 120

Solist Violine: Eduardo Zosi

Leitung: Frank Beermann

Foto: NW

Als ein Juwel erwies sich der erst 18-jährige italienische Solist für Violine Edoardo Zosi in der Sinfonie für Violine und Orchester, D-Dur, op. 61. von Ludwig van Beethoven.

Der junge Solist überzeugte in den zu begleiteten Partien in einer angemessenen Zurückhaltung und wusste in seinen Kadenzen voll zu überzeugen, blieb immer mit einem tragenden und ausgeglichenen Ton deutlich präsent. Hier erwies sich die hallige Akustik der Kirche als ein vorzüglicher Aufführungsort.

Dementsprechend agierte der Dirigent Frank Beermann mit seinem Klangkörper, gelassen ließ er in einem treffenden Spannungsbogen des Orchesters musizieren, mal kräftig zupackend dann wieder im Ton verhalten, ließ er die Bläser kräftiger im Ton erstrahlen. Im ersten Satz „Allegro ma non troppo“ wurde ein heiterer ruhiger Spannungsbogen aufgebaut, um dann aber kräftiger dem Satz tonal die Würze zu verleihen. Genau dort setzte er die gleiche Linie im zweiten Satz „Larghetto“ fort.

Im dritten Satz „Rondo Allegro“ wurde mal ein zügigeres dann wieder ein ruhigeres Tempi vorgegeben, die Artikulation der Wiedergabe passte sich den Gegebenheiten des Aufführungsortes an, die Strukturen und Linien klar erkennbar erstrahlte dieser Satz in einer wunderbaren Wiedergabe. Beermann verstand es vorzüglich, den jungen Violinisten Edoardo Zosi in der Wiedergabe entsprechen mit einzubinden.

Ein ineinander harmonisches Geflecht verband das Orchester mit dem jungen Violin- Solisten, die Kadenzen wurde von ihm so harmonisch, klanglich und innig berührend gespielt, dass es den Besuchern den Atem anhielt, künstlerisch perfekt vorgetragen, bewusst die Spannung aufbauend verstand es der Solist ebenso perfekt die piano gespielte Kadenz in der hervorragenden Akustik noch hörbar gespielt einen weiteren Glanzpunkt darauf zu setzten. Technisch und künstlerisch durch sein perfektes Spiel verlieh er diesem Werk das Format Extraklasse, hier entwickelt sich ein Künstler mit hohem Potenzial.

Umso schwungvoller und emotionaler aufgeladen erklang die anschließende 4. Sinfonie von Robert Schumann. Die verschiedenartigen Tempi, von langsam bis zum schnellen „Presto“ erklangen in voller Orchesterlautstärke, dass die Marienkirche in ihren Grundfesten zu beben begann. Hier gab Beermann seine zuvor gegebene Zurückhaltung vollends auf und führte den Klangkörper über auch noch so große Klippen souverän und meisterlich in ein grandioses Schlussfinale.

Mit einem Beifallssturm und Bravorufen wurden die Aufführenden für ihre gekonnte Wiedergabe belohnt.

Archiv-Beitrag: Schnäppchenerwerb einer CD Karl Richter, Bachkantaten: BWV 106 “Actus tragicus” BWV 56 “Ich will den Kreustab” BWV 80 “Ein feste Burg”


Hallo,

aufgrund einer Rezension von Alex über das Pilgrimage-Konzert in Wittenberg bin ich auf diese Idee gekommen und habe unseren “admin” gebeten, diese Kategorie zu erstellen.

Unter dieser Rubrik (Kategorie) sollen DVD’s oder CD’s vorgestellt werden, die man gerade erworben hat oder man sich aus seinen persönlichen Beständen anhört.

Eine kleine Beschreibung des entsprechenden Tonträgers mit Titelangabe und Angabe des Interpreten und eine kleine Bewertung sollte vorhanden sein.

Ich mache den Anfang mit der CD von Karl Richter, mit Bachkantaten….

Freitag schlenderte ich durch die Musikalienabteilung eines Kaufhauses und fand die obige CD mit Kantatenwerken von J.S. Bach mit dem Interpreten Karl Richter zum Schnäppchenpreis von 4,99 €.


J.S. Bach Kantaten: Actus tragicus; Kreuzstab-Kantate;

Ein feste Burg…., 5,23 € mit Hörprobe bei amazon zu beziehen !


Wegen des Titels BWV 106 “Actus tragicus” habe ich sie mir gekauft, da ich diese Kantate noch nicht besitze.

Ein wahrlich massiges Volumen besitzt diese CD, in der Chor-, Orchesterbesetzung, Instrumentierung, einfach alles sehr gewöhnungsbedürftig zu unserer heutigen Hörweise einer historischen Aufführungspraxis. Das waren die Karl Richter Zeiten und entsprachen genau dem damaligen Zeitgeist, alles grossvolumiger und massiger hörbar zu gestalten.

Hier hat sich glücklicherweise eine fantastischere Aufführungspraxis entwickelt, schlanker, in den Nuancen bedeutend hörbarer in der Artikulation und uniso die herrlichen alten Instrumente mit ihrem warmen Klang. Aber aufgrund des Spottpreises langte ich zu.

Jetzt die einzelnen Kantaten aufgrund dieser altehrwürdigen Auffführungsform zu rezensieren betrachte ich nicht als fair, wir wissen alle, dass unsere heutigen Interpreten der Historischen Aufführungspraxis mehr als gewachsen sind und uns mehr zu begeistern vermögen.

Mein Urteil:

man kann, muss die CD aber nicht besitzen, es ist etwas für Musikliebhaber, die diese Epoche nicht missen mögen und der heutigen Aufführungsform nicht unbedingt etwas abgewinnen können und mögen.

Grüsse

meinhardo

Archiv Beitrag: Daniel Roth zu Besuch in Bielefeld


Bielefeld, 11.01.2007

Meister-Organist „Daniel Roth“ begeisterte in der Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld am 11.01.2007


Meister-Organist Daniel Roth (Bild: Homepage Daniel Roth)

Programm:

J.S. Bach (1685-1750)

Praeludium und Fuge in C – Dur BWV 547
Partita „Sei gegrüßet Jesu Gütig“ BWV 768

Cesar Franck (1822 – 1890)

Interlude symphonique aus Rédemption,
Orgelbearbeitung: Daniel Roth
Eugène Gigout – (1844 – 1925)
Scherzo in E – Dur

Daniel Roth (* 31.10.1942)

Eigenkomposition:
Artizarra, Fantasie über ein baskisches Lied für
das Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias)

Charles Marie Widor (1844 – 1937)

Finale aus der 7. Symphonie

In der Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld wurde im Rahmen der Albert Schweitzer Tage ein hochrangiger Organist in Person von Daniel Roth – tätig an der Kirchengemeinde St. Sulpice in Paris – verpflichtet. Meister-Organist Roth steht als eine weitere Größe in der Nachfolgeschaft seiner bekannten Vorgänger wie Charles-Marie Widor und Marcel Dupré für die Cavaillé-Coll-Orgel an St. Sulpice in Paris zur Verfügung.


Foto: Altstädter Nicolaikirche Bielefeld (Fotos: Altst.Kirchengemeinde)

Beratend in der Planung und Disposition stand Albert Schweitzer für die in 1944 vollständig zerstörte Orgel für den Neubau der „Kleinen Beckerath-Orgel“ zur Verfügung die er auch persönlich einweihte. Zwei Orgelkonzerte fanden von Albert Schweitzer in der Nicolaikirche statt. Aus diesem Anlass veranstaltet die Nicolaikirchengemeinde jährlich zu seinem Geburtstag (14.Januar), die Albert Schweitzer Tage. Hieran orientierte sich entsprechend das Programm mit Werken von J.S. Bach und französischer Orgelliteratur.


Foto: Grosse Beckerath-Orgel, Neubau von 1965 in der Nicolaikirche Bielefeld

Als ein Genius an der Orgel war der gebürtige Elsässer nur zu bewundern. Eine überragende Spielkultur und Interpretation, in der künstlerischen Ausführung und Registrierung merkte der Besucher sofort, hier stellt sich ein Konzert-Organist der Sonderklasse vor.

Im Auftakt des BWV 547 in Präludium und Fuge C-Dur brillierte sein Spiel in den Fugen. Er verstand es meisterlich eine entsprechende Akzentuierung seinem Spiel mitzugeben.

Das BWV 768 ( Partite diverse sopra il corale) „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ gehört zu den frühen Werken Bachs und ist in ihrer 11-sätzigen Struktur formal an seinen norddeutschen Lehrmeister Georg Böhm angelehnt, es nimmt als reifstes Werk dieser Frühperiode eine Sonderstellung ein. Ganz im Sinne Schweitzers erfolgte seine Interpretierung und entwickelte im weiteren Verlauf des Variationszyklus sowie in der abschließenden fünfstimmigen Variation eine berauschende Wiedergabe in barocker Klangpracht, die er dieser fantastischen Orgel zu entlocken vermochte.

In dem Orgelwerk von Cesar Franck „Interlude symphonique aus Rédemption“, hat Daniel Roth eine Bearbeitung des „Interlude symphonique“ aus dem Oratorium „Die Erlösung“ hinzugefügt. Eine Orgelsinfonie in orchestraler Ausprägung und prägnanten Klangfarben. Hier bezeugte Roth seine überragende Kunstfertigkeit an der Orgel, dem Hörer ein Klangideal vorzuführen, dass bewegend einzuwirken vermochte.

Daniel Roth, seine Eigenkomposition: „Artizarra, Fantasie über ein baskisches Lied für das Fest der Erscheinung des Herrn“ (Epiphanias), trägt unverkennbar die Züge einer französischen Komposition. Feinfühlig, elegant in seinem Spiel versteht er es vortrefflich, dem Hörer Tonal die „Heiligen Drei Könige“ auf der Orgel vorzuführen.

Den grandiosen Schlusspunkt setzte er mit dem Werk von Charles Marie Widor „Finale aus der 7. Symphonie.“ Virtuoses Können, geschmeidig ausformend und in der entsprechenden Klangwucht präsentierte sich ein großartiger Kenner und Meister in diesem französischen Orgelwerk.

Ein überragender Orgelabend wurde mit nicht endend wollendem Beifall durch die Besucher entsprechend honoriert.

Die Besucherresonanz blieb leider hinter den Erwartungen zurück und sollte zu neuen Denkanstößen des Veranstalters führen. Aufwand und Ertrag steht in keinem Verhältnis, Anfahrt des Meister-Organisten am Vortag aus Paris um dann am Folgetag eine überschaubare Kleinst-Hörerschaft vorzufinden, muss frustrierend wirken und wirft ein schlechtes Bild auf die sonst so konzertfreudige und besucherfreundliche Stadt Bielefeld.

Kritik übe ich an der Form als Kleinstankündigung in den Bielefelder Tageszeitungen. Hier sollte in Zukunft aufgrund eines so großartigen Kunstereignisses auch überregional und in einem größeren Beitrag daraufhingewiesen werden müssen.

Archiv-Beitrag: Weihnachtskantaten Braunschweiger Dom Dez. 2005


Braunschweig, 15.12.2005

Weihnachtskantaten erklangen unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner im Braunschweiger Dom.

Am Donnerstagabend, 15.12.2005, um 21:00 Uhr erklangen Weihnachtskantaten von Johann Sebastian Bach im altehrwürdigen Dom zu Braunschweig.

Braunschweiger Dom

Aufgeführt vom Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner.

Folgenden Kantaten wurden aufgeführt:

„Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110; „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“ BWV 151; „Magnificat“ BWV 243a ( in der Frühfassung von 1723); Als Zugabe: Die wiederentdeckte Arie in der Anna Amalia Bibliothek im Juni 2005 in Weimar; „Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn“ BWV 1127

Man kennt nur wenige Bachinterpreten, die über Jahrzehnte auf so einheitlich und hohem technischen Niveau ihr musikalisches Können unter Beweis stellen. Gardiners typische Art der Eleganz und schwungvollen Geschmeidigkeit in seiner Interpretation zu Gehör zu bringen ist immer wieder beeindruckend. In seinen schönsten Momenten entfaltete dieser Abend alles, was man von einer hochrangigen Bach-Interpretation erwarten durfte. Dass aus seinen Reihen sämtliche Vokalsolisten dem Monteverdi Choir entstammen unterstreicht einmal mehr, aus welch hochrangigen, professionell und stimmlich ausgebildeten Reservoiar er schöpfen kann. Ein Chor aus höchst präzisen Solostimmen, der die Choräle in den Kantaten zu voluminös strahlenden Glaubensbekenntnissen machte.

In den Koloraturen des Eingangslieds vergoss sich die Freude über die Christgeburt in wahren Lach-Kaskaden über die Zuhörer. Ruhiger und inniger strömte der Choral “Heut’ schleußt er wieder auf die Tür” in der zweiten Weihnachtskantate “Süßer Trost, mein Jesus kömmt” (BWV 151). Vortrefflich disponiert in ihrer gesanglichen Darstellung ist die Sopranistin Elin Manahan Thomas zu erwähnen. Mit der gleichnamigen Eingangs-Arie gelang ihr auch das eindruckvollste Solo des Abends: Elin Manahan Thomas sang mit wahrhaft engelsgleich reinem, vibratolosem Sopran diese Botschaft wie aus einer anderen Welt. Inniger kann eine Arie nicht umgesetzt werden hier hat Bach einen Ton der Innigkeit gefunden, in dem sich der silbrige Glanz der Traversflöte mit dem der Sopran-Stimme zu einer Einigkeit verband, die in der Musikliteratur einmalig erscheint.

Nicht alle Solisten vermochten gleich, aber alle hochkarätig zu überzeugen. Bassist Matthew Brook überzeugte ob seiner Stimmeskraft und Volumen und zeigte sich den Anforderungen mehr als gewachsen. William Towers konnte mit seinem klaren Altus natürlich nicht die weiche Fülle einer Altistin bieten, sang aber im “Magnificat” mit schöner Linie. Gardiner hatte für das Marienlob die D-Dur-Fassung von 1733 mit den weihnachtlichen Einlagen der Frühfassung von 1723 gewählt. Seidenfein spannte er die verweilenden Arien, gestaltete das “Deposuit potentes”, das vom Sturz der Mächtigen handelt, scharf und energisch.

Der Schluss des Magnificats (BWV 243) erklang ebenso wie der Eingangssatz mit den hochrangig besetzten Trompeten zu einem grandiosen Klangfinale. Stürmisch wurde der Chor im Finalsatz „Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto“ gesanglich von Gardiner im Dirigat durchgezogen, es war beeindruckend, wie mühelos das Orchester und der Monteverdi Choir diese Tempo-Klippe meisterten.

Die English Baroque Soloists gehören zu den wenigen Spitzenensembles, die auch auf historischen Instrumenten absolut perfekte Töne erzeugen.

Ein schmetternden Glanz der unfassbar sicheren Trompeten-Trias zu Beginn der Weihnachtskantate “Unser Mund sei voll Lachens”, (BWV 110) und in dem Magnificat (BWV 243), überzeugender kann der Part nicht erklingen sowie die weich und warm klingenden Flöten bis zum wohlig harmonierenden Basso continuo ein perfektes Klangerlebnis, die mehr als das Herz berührten.

In der Zugabe, der erst jüngst aufgefundenen Arie “Alles mit Gott”, die durch Zufall durch den Musikwissenschaftler Michael Maul im Juni 2005 in den Beständen der Anna Amalia Bibliothek im Weimar entdeckt wurde, ist die Komposition 1713 von Bach anlässlich des 53. Geburtstages von Wilhelm Ernst, Herzog von Sachsen-Weimar komponiert worden. In dieser Sopran-Arie brillierten die Sopranistinnen Elin Manahan Thomas, Charlotte Mobbs und Katherine Fuge ohne Dirigent mit einer zart erfüllten Interpretation. Als ein Juwel für die Zukunft ist die engl. Sopranistin “Elin Manahan Thomas” zu erwähnen!

engl. Sopranistin Elin Manahan Thomas!

Sir John Eliot Gardiner erhielt die ehrenvolle Aufgabe, die Arie „Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn“ als erster aufzunehmen. Den Sopranpart sang dabei Elin Manahan Thomas; erschienen ist die CD kürzlich auf Gardiners Label „Soli Deo Gloria.“

Riesiger Applaus im weiten Rund des voll besetzten Domes bezeugten wiederum davon, dass die Besucher zwei Stunden einer Bach-Aufführung mit Weltniveau erleben konnten.

1. Internationaler Orgelwettbewerb an der „Collon Orgel“ St. Marien in Herford


Herford, 05.11.2006

1. Internationaler Orgelwettbewerb an der „Collon Orgel“ St. Marien in Herford wurde nach einem großartigen Finale am 5.11.2006 die Sieger gekürt.

Die Collon-Orgel der Kirche St. Marien zu Herford ist ein Vermächtnis des Unternehmers Dieter Ernstmeier (1939 – 2002). Auf ihn geht auch die „Dieter-Ernstmeier-Stiftung“ zurück, die Träger des Internationalen Orgelwettbewerbs in der Kirche St. Marien zu Herford ist.


St. Marienkirche Stift Berg, Herford / OWL

Foto: Collon-Orgel in St. Marien, Herford (Foto: Collon)

Der Wettbewerb ist offen für Organisten aller Nationalitäten, die nach dem 1. Januar 1972 geboren sind.

Von 54 Mitbewerbern aus 16 Nationen – ab Jahrgang 1972 – wurden in einer Vorauswahl die letzten 18 Finalisten aus 10 Nationen von einer Jury mit Michael Radulescu; Vorsitzender der Jury; (Wien), Jacques van Oortmerssen (Amsterdam), dem Schweden Hans-Ola EricssonMartin Böcker (Stade), Professor Bernhard KlapprottJörg-Neithardt KellerProfessor Dr. Helmut Fleinghaus (beide Herford) ausgewählt worden. (Professor in Bremen) sowie den deutschen (Weimar), und

Alle Beteiligten waren voll des Lobes über den überragenden Besucherzuspruch ( ausgebuchte Kirche an 3 Tagen !!!!), die überdurchschnittliche Qualität der Bewerber und einer grandiosen Collon Orgel mit ihren klangtechnischen Möglichkeiten – eine adäquate Interpretation der Orgelmusik Italiens, Spaniens, Frankreichs, Flanderns, Süddeutschlands sowie der mitteldeutschen Schule, ausgehend von J. S. Bach – hierauf wiedergeben zu können. Eine absolute Meisterleistung des heutigen Orgelbaus gelang Collon aus Brüssel, Raum und Klang vereinen sich zu einer Symbiose, die großartiger nicht ausfallen kann. Erstmals wurde ein Extra-Preis durch das Votum der Besucher vergeben, was der Veranstaltung seinen besonderen Reiz verlieh.

Grussworte des Jury – Vorsitzenden Michael Radulescu:
An dieser Orgel hätten die jungen Musiker nicht gegeneinander gekämpft, sondern miteinander musiziert, stellte der Vorsitzende der Jury dankbar fest: „In diesem prächtigen Raum war das Niveau der Darbietungen erstaunlich hoch.“ Die Organisten hätten sich intensiv mit der Vielfalt europäischer Musik auseinander gesetzt.

„Seit Jahren hatte ich von einem solchen Wettbewerb geträumt“, bekannte Radulescu: „Nun ist der Traum Wirklichkeit geworden.“

Die drei Finalisten für das Abschluss-Konzert der Preisträger am 3. Tag: Sonntag, 05.11.2006 wie folgt:

Philippe Oliver Salandini / Frankreich

Der Franzose Olivier Salandini studiert wie Gritter in Amsterdam. Er gewann im vergangenen Jahr den Internationalen Cembalo-Wettbewerb in Bologna und tritt häufig als Cembalist hervor.

Seine vorgetragenes Orgelwerk: Nicolas de Grigny (1672-1703) – franz. Orgelkomponist in Paris und Reims – mit dem Werk: Hymnus „Veni creator“ En Taille – Fugue – Duo – Recit de Cromorne – Dialogue sur les Grands Jeux.

In diesem französischen Orgelwerk gelang ihm eine ausgezeichnete Wiedergabe, technisch profund und in der Registrierung wunderbar wiedergegeben, doch ohne Pedalbenutzung disqualifizierte er sich selbsttätig für eine bessere Platzierung?

Mit dem BWV 655 von J.S. Bach (1685-1750) Choraltrio „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“ gelang ihm eine Wiedergabe im Pedal vortrefflich, sowie in der Registrierung fein ausnuanciert und einem beseelten Spiel, so muss Bach klingen, ergriffen lauschten die Zuhörer seines Spiels und spendeten einen wohlwollenden Begeisterungsapplaus für seinen vorzüglichen Bachvortrag. Wegen des vorgenannten Mankos (ohne Pedalspiel?) reichte es für die Jury nur für den dritten Platz, das Publikum wählte ihn auf Platz zwei.

Gerben Gritter / Holland

Gerben Gritter (geboren 1979) studiert Orgel bei Jacques van Oortmerssen am Conservatorium Amsterdam sowie Musikwissenschaft an der Universität Utrecht.

Oortmerssen war ebenfalls einer der Juroren beim Herforder Wettbewerb. Gerben Gritter nahm an Meisterkursen von Jean Boyer, dem Juror Hans-Ola Ericsson, Andrea Marcon, Jan Raas, Stef Tuinstra und Harald Vogel teil.

Er errang beim Internationalen Schnitger-Orgelwettbewerb 2003 Alkmaar den 2. Preis. Im vergangenen Jahr gehörte er zu den Finalisten des Internationalen Sweelinck-Orgelwettbewerbes in Amsterdam. Gerben Gritter ist Organist an der Nederlands Hervormde Kerk zu Westerbork und Assistent-Organist an der Waalse Kerk in Amsterdam.

Seine vorgetragenen Orgelwerke: J.S. Bach; BWV 541 „Präludium und Fuge“ G-Dur; und BWV 659 Choralbearbeitung über „Nun komm, der Heiden Heiland.“

Groß in der Statur so entpuppte sich auch ein großartiger Bachkenner. Es wurde fein registriert und ein wohlfeiles mitteltöniges Klangvolumen von ihm vorgetragen. Hier wächst ein großartiger Bachinterpret der jungen Orgelgeneration heran, dem alle Türen der Konzertsäle und Kirchen weit geöffnet scheinen. Ein Manko muss er ablegen, sein Spiel wirkt ein wenig zu pastoral vorgetragen, wenn er das ablegt, wird er ein ganz „Großer“ in der Orgelszene als Bachinterpret. Die Jury platzierte ihn auf Platz zwei, die Besucher auf Platz drei.

Magdalena Hasibeder / Österreich

Magdalena Hasibeder, geboren 1982 in Linz, erhielt ihren ersten musikalischen Unterricht in Klavier an der Landesmusikschule St. Georgen bei Frau Kathan und ihren ersten Orgelunterricht mit 12 Jahren. Sie besuchte das Linzer Musikgymnasium und absolvierte gleichzeitig ein künstlerisches Basis-Studi­um am Linzer Bruckner-Konservatorium bei Prof. Mitterschiffthaler. Im Jahr 2000 erhielt sie den 1. Preis beim Wettbewerb „Prima la Musica“ in Feldkirch. Sie besuchte mehrere Meisterkurse, u.a. bei Wolfgang Zehrer, Ludger Lohmann, Tini Mathot u.a. und studiert seit 4 Jahren an der Wiener Musikuniversität (Cembalo bei Wolfgang Glüxam, Orgel bei Michael Radulescu). Sie konzertiert und ist mehrfache Preisträgerin von „Prima la musica“.

Ihre vorgetragenen Orgelwerke: Francisco Correa de Arauxo (Araujo) (1575?-1654) – spanischer Orgelkomponist in San Salvador und Segovia – mit dem Werk; „Tiento de septimo tono“ Nr. 27;
sowie von Jacques Boyvin (1649-1706) – französischer Orgelkomponist in Paris und Rouen – mit dem Werk: „Suite du Troisieme ton Plein jeu“ – Fugue – Dessus de tierce – Cromhorne en taille – Grand Dialogue.

Magdalena Hasibeder klein in der Statur aber als eine überragende Könnerin an der Orgel erwies sich von Anbeginn ihres Vortrages diese famose Organistin aus Österreich. Hier spürte man sofort, da ist eine gewiefte Künstlerin am Werkeln, die ihr Orgelhandwerk versteht. Für diesen Wettbewerb großartig disputiert in ihrer Werksauswahl und schöpfend aus ihren Erfahrungen aus zahlreichen Konzerttätigkeiten, konnte sie dieses Wissen und Können entsprechend mit einbringen und umsetzen. Ob spanische oder französische Orgelliteratur, sie verstand es geradezu meisterlich, in ihrem Vortrag alle zu berücksichtigenden Facetten gewinnbringend darzustellen.

Berauschend ihre virtuose Spielweise ob Pedal, Klaviatur oder Registrierung, alles gelang ihr an diesem Abend vor einer riesigen Zuhörerschaft aufs Allerprächtigste. Was für ein Organistinnen-Juwel bildet sich hier heran, unterstützt von einem großartigen Musik-Professor „Michael Radulescu“ aus Wien, der ihr das gewisse Rüstzeug für die Zukunft mitgeben wird. Zu Recht von der Jury und den Besuchern mit überwältigender Mehrheit auf Platz eins gestimmt, ist sie als die vortrefflichste Siegerin gekürt worden.

Magdalena Hasibeder konnte als Mitgift: 1. Preis der Jury: 8.000,00 € – 1. Preis durch das Besuchervotum: 1.500,00 € – als ein vortreffliches Honorar mit nach Österreich überführen. Mit diesem Preisgeld erhielt eine großartige Nachwuchs-Organistin eine entsprechende Würdigung.


Foto: Magdalena Hasibeder 1.Preisträgerin im Collon-Orgelwettbewerb Herford (Quelle: NW)

Riesiger, nicht endend wollender Applaus galt allen Beteiligten für einen großartigen Orgelabend. In OWL (Ostwestfalen-Lippe) ist durch diesen 1. Internationalen Orgelwettbewerb eine neue Orgel-Ära angebrochen, die positive Spuren hinterlassen wird.


(Foto NW) „Die drei Preisträger“ von links:

Magdalena Hasibeder / Österreich, Gerben Gritter / Holland, Philippe Oliver Salandini / Frankreich


1. Preis 8.000,-€
2. Preis 5.500,- €
3. Preis 3.000,-€
Improvisations-Preis 3.000,- €
Publikums-Preis 1.500,- €

.





Die Disposition der Collon-Orgel

Hauptwerk: Bourdon 16′ Unterwerk: Gedeckt 8′ Pedal: Subbass 16′

Prinzipal 8′
Traversflöte 8′
Principalbass 8′

Gedeckt 8′
Principal 4′
Gedecktbass 8′

Salicional 8′
Fugara 4′
Oktavbass 4′

Oktave 4′
Nasat 2 2/3′
Posaunenbass 16′

Flöte 4′
Oktave 2′
Trompetenbass 8′

Quinte 2 2/3′
Flageolet 2′


Oktave 2′
Terz 1 1/3′
Manualkoppel

Terz 1 3/5′
Larigot 11/3′
Kurze Oktavkoppel HW

Quinte 1 1/3′
Mixtur III
Pedalkoppel HW

Mixtur IV
Cromorne 8′
Pedalkoppel UW

Cornet V
Vox Humana 8′
Tremulant

Trompete 8′




Chamade 4’/8′



Quelle: Musikschule Herford

Mozart – Gala beim "Mozartwirt" in Langwaid / Bayern


Langwaid / Bayern, 16.09.2006


Mozart-Gala beim „Mozartwirt“ Langwaid / Bayern am 16.09.2006

Seit mehr als sieben Jahren veranstalten die rührigen „Mozartwirte“ Bettina Mittelstaedt und Wilfried Alt in Langwaid – Bayern, ein schönes Mozart-Konzept !


Mozart-Gastlichkeit in Langwaid / Bayern (Copyrigth: V. Hege)

Mozart-Gala beim Mozartwirt Langwaid am 16.9.2006, die Instrumentalisten des Konzertes von links: Ludwig Müllritter (Clarinette), Ulrich Blees, (Komponist des Mozartstückes: Müllritter-Quintett, B-Dur, für Flöte, Oboe,Clarinette, Horn und Fagott), Arnulf Mallach (Oboe), Jakob Wurm (Horn), Heike Kindermann (Querflöte), Gerlinde Kneitzl (Fagott).

Ihr Motto: „Unser Ziel ist immer Mozart alle Ehre zu machen, sein Name steht für uns für höchste Qualität !“ Diesem Anspruch werden sie mehr als gerecht.

Durch ein Fremdforum bin ich auf diese Veranstaltung am 16.9.2006 im Rahmen des Mozartjahres 2006 aufmerksam gemacht worden, es beinhaltet ein Mozart-Gala-Menue in 5-Gängen und einer musikalischen Umrahmung mit Werken von W.A. Mozart, Frank Xaver Süßmayr sowie einer Uraufführung der Neukomposition „Müllritter – Quintett, B-Dur“ des Komponisten Ulrich Blees. Hier litt die Instrumentalische Darbietungform ein wenig unter einem ausgewogenen Zusammenspiel, da die Besetzung in dieser Formation wenig Gelegenheit des Einübens besaß.

Hervorzuheben und zu bewundern ist die Kreativität und künstlerische Gestaltung des Abends durch die Mozartwirte. Das grandiose 5-Gänge-Menue und das bezaubernde Ambiente der Räumlichkeiten trugen dazu bei, dem Anspruch einer Mozart-Gala mehr als gerecht zu werden. Nicht nur ein Blickfang sind die einzelnen Menue-Gänge die das Auge erfreute, sondern auch der Magen bekam neben der musischen Seite das großartige Seinige zu spüren. Als eine vorzügliche Eigenkration des Hauses muss die „Zanderweißwurs(ch)t „, angereichert mit Honig und Senfsauce, dazu Blattspinat und Kartoffeln als ein vortrefflicher Menue-Gang hervorgehoben werden. Ein Sonder-Lob dem Veranstalter, der dieses Konzept meisterlich versteht, es entsprechend umzusetzten.

Nachfolgend einige bebilderte Ansichten von der Mozart-Gala:

Programmübersicht des Gala-Abends


Begrüßung durch den Gastgeber!







Übersicht des 5-Gänge-Menues






Ansicht des 1. Menue-Ganges (Melonen-Saltimbocca mit Oliven, Cocktailtomaten und frischen Kräutern dazu Bruschette mit Rucolapesto)

Ansicht des 4. Menue-Ganges (Hirschnüsschen on feiner Steinpilz-Reherlsauce dazu Kartoffel – Maronenpüree (Copyrigth: V. Hege)


„Nun Angaben zu dem musikalischen Programm“

1. Teil: Franz Xaver Süßmayr; Ave Verum, Arie Nr.6 aus der Kantate SmWV 302,

2. Teil: W.A. Mozart; Overtüre zu die Zauberflöte KV 620, Kantate die Maurerfreude,

3. Teil: Ulrich Blees; * 1974, Eigenkomposition: Müllritter-Quintett B-Dur

Vorstellung des zeitgenössischen Komponisten Ulrich Blees, geb. 1974, mit seiner Eigenkomposition: Müllritter-Quintett B-Dur



Foto: Mozart-Gala beim Mozartwirt Langwaid am 16.9.2006,
die Instrumentalisten des Konzertes
von links:
Ludwig Müllritter (Clarinette), Ulrich Blees, (Komponist des Mozartstückes: Müllritter-Quintett, B-Dur, für Flöte, Oboe,Clarinette, Horn und Fagott),
Arnulf Mallach (Oboe), Jakob Wurm (Horn), Heike Kindermann (Querflöte), Gerlinde Kneitzl (Fagott).


Foto: Fagott: Gerlinde Kneitzl, Horn: Jakob Wurm, Clarinette: Ludwig Müllritter




Das Folgende Foto beinhaltet:

Der Autor bei der Vorstellung des Buches: „Soll die Empfindung Liebe sein?“

(Joachim Schroetter,„Die Reise in die kleine Residenz“ (Mozart in Kirchheimbolanden-Rheinland-Pfalz)„Soll die Empfindung Liebe sein?“

aus Idar-Oberstein) liest Auszüge aus: sowie aus der Neuveröffentlichng seines Buches: Erscheinung Ende 2006 im Novum-Verlag, A7312 Haritschon-Oesterreich.




Foto: Buchautor
Joachim Schroetter

Obiges Foto:

Im Gespräch während der Mozart-Konzert-Pause, der rührige und kreative Mozartwirt: „Wilfried Alt“ mit dem Komponisten „Ulrich Blees“

Als ein Schlussfazit kann angemerkt werden, daß hier Mozart-Kenner zu Werke gehen, die in der Liebe zum Detail einen außerordentlichen Abend zu gestalten wissen.

Die nächste Mozart-Gala in Langwaid ist für Anfang Dezember 2006 geplant. Informationen sind im Internet unter:

www.mozartwirt.de

E-Mail: mozartwirt@t-online.de

Ergreifende Orgelmusik erklang zum Beginn des Sommerzyklus in der Kollegiumskirche Brig-Schweiz


Brig-Wallis, Schweiz, 03.09.2006

Ergreifende Orgelmusik erklang zum Beginn des Sommerzyklus 2006 in der Kollegiumskirche Brig.


Ansicht der Kollegiumskirche Brig / Wallis-Schweiz (Copyrigth: V. Hege)



Ansicht der Flüglister-Orgel in der Kollegiumskirche Brig / Wallis-Schweiz (Copyrigth: V. Hege)

Programm:

J.S. Bach Toccata und Fuge in D-Moll, BWV 565

Wolfgang Amadeus Mozart Adagio-Allegro-Adagio in F, KV 594

Franz Liszt Evocation a la Chapelle Sixtine

(mit Zitat „Ave Verum“ von Mozart, KV 618)

Robert Schumann Zwei Fugen über B-A-C-H op.60

Nr.3 in G-Moll (mit sanfter Stimme)

Nr.2 in B-Dur (Lebhaft)

An der Flüglister-Orgel: Hilmar Gertschen, Naters

Titularorganist der Kollegiumskirche Brig / Schweiz

Als ein wahrer Meister seines Faches erwies sich Hilmar Gertschen an der vielseitigen Flüglister-Orgel in der Kollegiumskirche Brig / Wallis. Die Programmauswahl reichte vom Spätbarock bis zur Romantik und wurde Interpretatorisch und gekonnt wiedergegeben.

Über Toccata und Fuge in D-Moll, BWV 565, von J.S. Bach ist laut der Überlieferung erst mit der Abschrift aus der Feder von dem Kellner-Schüler Johannes Ringk (1717-1778) das Werk bekannt geworden. Über die Probleme ihrer Überlieferung und Autorenschaft ist hinweislich viel geforscht und geschrieben worden.

Ein phänomenaler Spannungsbogen gelang dem Organisten in der Registrierung und Klangwiedergabe in der Einleitung des 1.Satzes, im Mittelsatz der Fuge kontrastiert er wunderschön die Sechzentel als fugiertes Zwischenspiel und im Schlusssatz gelingt ihm die Harmonik der überschriebenen Kadenz im Tempo und Bewegungswechsel vortrefflich. Eine in sich kaum zu überbietende Wiedergabe dieses grandiosen Orgelwerkes durch einen profunden Bachkenner.

Zum Mozartjahr erklingt die kleine Fantasie f-Moll, KV 594; W .A. Mozart benennt es „Ein Stück für ein Orgelwerk in einer Uhr“. Zur Ehre von Feldmarschall v. Laudon, Sieger von Belgrad in den Türkenkriegen, dürfte dieses Werk als Trauermusik für das Mausoleum in Wien entstanden sein. Das Adagio leitet das Werk ein, im Mittelteil in F-Dur erklingt eine kleine Sonatensatzform. Die beiden Themen werden sehr prägnant durchgeführt sodass ein klangliches Kabinettstück entsteht. Das Anfangs-Adagio beschließt das Werk. Hier erweist die Flüglister-Orgel ihre Vielseitigkeit und wurde durch Gertschen gekonnt und in einer wahren Innigkeit im Klangspiel und einer bewegenden Registrierung zu Gehör gebracht.

Durch einleitende Worte zum Anfang des Konzertes machte Gertschen die Besucher mit dem Werk von

Franz Liszt: Evocation a la Chapelle Sixtine, (mit Zitat „Ave Verum“ KV 618 von W.A. Mozart) vertraut. Folglich soll Mozart während seines Italienaufenthaltes (1770) in Rom in der Sixtinischen Kapelle ein Vokal-Werk eines italienischen. Meisters gehört und abgekupfert haben. Als Hommage an Mozart angedacht, komponierte Liszt dieses Orgelwerk. Im 2. Satz war vortrefflich das „Ave Verum“ von Mozart zu hören. Eine gekonnt historische Wiedergabe in all ihren klanglichen Facetten gelang hier dem Organisten vortrefflich.

Zum Abschluss erklang von Robert Schumann: Zwei Fugen über B-A-C-H op.60;

Nr.3 in G-Moll (mit sanften Stimmen); sowie Nr.2 in B-Dur (Lebhaft).

Das op. 60, besteht aus sechs Fugen über den Namen B A C H. Schon früh setzte sich Schumann mit “Der Kunst der Fuge” von Bach auseinander und bezeichnete sein op.60 als ein wahrhaft poetisches Gebilde. Gertschen spielte aus diesem op.60 – beginnend mit Nr.3 in G-Moll (mit sanften Stimmen) -. In einer andachtsvollen Meditation wurde diese Fuge sehr gekonnt vom Organisten umgesetzt. Die zweite Fuge Nr.2 in B-Dur besticht durch Ihr motorisch-bewegliches und energisches Hauptthema und steht dem Typus einer Toccata nahe. Der Schlussteil entspricht wieder dem beweglichen Motiv des Hauptteiles und setzt so wieder den Glanz der virtuosen Fuge frei. Auch in dieser Interpretation des großen und einzigen komponierten Orgelwerkes von Robert Schumann erweist sich der Organist als ein Kenner der Materie und wusste in der Registrierung und der Klanggestaltung zu gefallen.

Eine gut gefüllte Kirche von Zuhörern – im Gegensatz zum Vorjahr – dankten dem Organisten Hilmar Gertschen mit einem nicht enden wollenden Applaus für eine großartige Orgelstunde.

Evgl. Kirche in Bielefeld-Ummeln, Orgelkonzert mit Elisabeth Roloff, 06.08.2006


Evgl. Kirche in Bielefeld-Ummeln, Orgelkonzert mit Elisabeth Roloff, 06.08.2006


Foto: Ev. Kirche Bielefeld-Ummeln


Elisabeth Roloff
gehört zu den bekanntesten und gefragten Konzertorganistinnen der Welt,geboren am 18.02.1937 in Bielefeld_ Ostwestfalen. Elisabeth Roloff studierte an den Hochschulen für Musik in Berlin und Köln. Im Fach Orgel legte sie die Reifeprüfung ab. Von 1974 bis 1982 war sie „Organiste Titulaire“ an der Deutschen Kirche in Paris und studierte französische Orgelmusik mit Marie-Claire Alain.


Organistin Elisabeth Roloff an der Kleucker-Orgel der Evgl. Kirche Bielefeld-Ummeln (Copyright: V.Hege)

Seit 1982 ist die Kirchenmusikerin Dozentin an der Rubin Academy of Music in Jerusalem. Außerdem wirkt sie als Organistin an der Erlöserkirche in Jerusalem / Israel. Mit ihren Konzerten in den meisten Ländern Europas, den USA und in Südamerika hat sie internationales Renommee und Anerkennung gewonnen. Neben vielen Rundfunkauftritten und Schallplattenaufnahmen hat die Künstlerin mit der bekannten Firma Dabringhaus und Grimm in Detmold zahlreiche CDs herausgebracht.

Link: Für eine CD-Bestellung bei jpc:

Starker Besucherstrom vor der Kirchentür lässt das Konzert verspätet beginnen, das Interesse an diesem Orgelkonzert ob dieser großartigen Künstlerin ist riesengroß. Ein sehr ausgewogenes Konzertprogramm beginnt mit Präludium und Fuge d-Moll (BWV 539) von J.S. Bach das Werk erklingt in schönen Klangfarben auf der schmucken Kleuker-Orgel


Die Kleuker-Orgel in der Evang. Kirche Bielefeld-Ummeln (Foto: Copyright. V.Hege)

Herleitend aus der 1. Violinsonate g-moll, 2. Satz (BWV 1001) aus der Köthener Zeit, (1720) komponiert Bach es als eine Geigenfuge mit reich figurierten, spielerischen Elementen zwischen den drei einzelnen themengebundenen Teilen. Einfühlsam registrierend und als eine profunde Bachinterpretin erweist sich hier die Organistin.

Zum Mozartjahr erklingt die kleine Fantasie f-Moll, KV 594; W .A. Mozart benennt es „Ein Stück für ein Orgelwerk in einer Uhr“. Zur Ehre von Feldmarschall v. Laudon, Sieger von Belgrad in den Türkenkriegen, dürfte dieses Werk als Trauermusik für das Mausoleum in Wien entstanden sein. Das Adagio leitet das Werk ein, im Mittelteil in F-Dur erklingt eine kleine Sonatensatzform. Die beiden Themen werden sehr prägnant durchgeführt sodass ein klangliches Kabinettstück entsteht. Das Anfangs-Adagio beschließt das Werk. Hier erweist sich die Orgel und Organistin geradezu prädestiniert, dieses schöne Orgelwerk zu Gehör zu bringen.

Die Orgelsonate c-Moll, op. 65 Nr .2; von Felix Mendelssohn Bartholdy, wurden in der orgelfeindlichen Zeit zwar geduldet aber als belächeltes Relikt angesehen. Seine Orgel-Werke werden erst seit neuerer Zeit anerkannt und richtungsweisend zwischen Barock und Romantik als großartige Kompositionswerke angesehen. In diesem Werk werden vom Künstler hohe Ansprüche in der Spieltechnik eingefordert. Hier konnte die Organistin virtuos und überzeugend in der Registrierung und Klangfarbe dem Werk mehr als gerecht werden.

Als ein Ohrwurm in mozartischen Charme und Klangfarben wurde die Trio-Sonate Nr. 1, Es-Dur (BWV 525) von J.S. Bach zu Gehör gebracht. Bach komponierte die 6 Triosonaten als musikalische und technische Übungsstücke zu Beginn der Leipziger Zeit für seinen Sohn Wilhelm Friedemann und seinen Schülern. In der Anlage völlig gleich, umschließen zwei schnelle Sätze einen langsamen Mittel-Satz. Man kann von dieser Schönheit an Kompositionsform und Klangfarben nur immer wieder ins Schwärmen kommen. Genial in der klanglichen und technischen Ausführung und Wiedergabe in den einzelnen Satzteilen war hier wirklich eine großartige Organistin als Bachinterpretin zu bewundern.

Anschließend erklang das Adagio und Rondo, c-Moll, C-Dur, KV 617 von W. A. Mozart.

Dies Werk hatte Mozart im Mai 1791 für die damals 21-jährige, seit ihrer Jugend erblindete Glasharmonika-Virtuosin Marianne Kirchgäßner geschrieben. Aufgrund des Glasharmonika- Klanges lassen sich die verschiedenen Farb- und Klangflächen auf einer mehrmanualigen Orgel sehr reizvoll wiedergeben. Was ist uns da leider für ein Orgel-Genie verloren gegangen, wenn er weitere Kompositionen für die Orgel geschrieben hätte, gehörte Mozart mit zu den Größten in der Orgelgeschichte und wäre ein geeigneter und profunder Nachfolger von Bach gewesen. So muss sich die Nachwelt leider fast nur mit Transkriptionen zufrieden geben.

Aber auch in diesem Werk bestach die Organistin durch ihre Interpretation als eine wahrhaft großartige Künstlerin, die in der Registrierung und den Klangnuancen vollends zu überzeugen wusste.

Zum Abschluss erklang die Sonate I, f-Moll, op. 65 I, von Felix Mendelssohn Bartholdy . Im 1. Satz sind Überlagerungen von lauten und leisen Klängen vornehmlich anzutreffen und üben einen gewissen Reiz an diesem großartigen Werk aus. Vielstimmiger Konzertsatz mit akkordischen Einleitungstakten. Erst im Mittelteil ist der Choral „Was mein Gott will“ als Umrahmung zu erkennen. Der 2. Satz “Adagio“ ist ein liedhafter Satz mit Echowirkungen. Im 3. Satz „Andante Recitativo“ ist ein klanglicher Wechsel von einstimmigen zu polyphonen Takten erkennbar. Der 4. Satz „Allegro assai vivace“ ist mit virtuosen Läufen und gebrochenen Akkorden versehen, der diesem Schlussatz ein grandioses Finale beschert. Auch hier überzeugte in der Darbietungsform und Interpretation die Organistin vollendends.

Die riesige Zuhörerschaft in der Kirche bewunderte einen Orgelnachmittag von einer außergewöhnlichen Qualität und dankte mit einem lang anhaltenden Applaus einer Künstlerin, die Orgelmusik auf höchstem Niveau zelebrierte.

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Auf YouTube ist ein Video von Elisabeth Roloff mit dem BWV 654 „Schmücke dich, o liebe Seele“ anzusehen.

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Link: CD-Bestellung bei jpc


Archiv Beitrag: AD FESTUM II "Festkonzert zum Mozartjahr Kloster Corvey


Abtei-Kirche, Schloss Corvey, 14. Mai 2006

AD FESTUM II

Festkonzert zum Mozartjahr 2006 17.00 Uhr


Abteikirche, Schloss Corvey (Copyright: V.Hege)

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Suite Nr. 2 für Violoncello solo in d-Moll, BWV 1008

Suite Nr. 4 für Violoncello solo in Es-Dur, BWV 1010

Wolfgang Amadeus Mozart (1765-1791)

Missa da Requiem in d-Moll, KV 626 (1791) (vervollständigt von Franz Xaver Süßmayr)

Ausführende:

Peter Bruns, Violoncello solo (J.S. Bach)

Detmolder Kammerorchester (W.A. Mozart; Requiem)

Chor und Solisten der Hochschule für Musik, Detmold (W.A. Mozart; Requiem)

Leitung: Prof. Gerhard Weinberger (W.A. Mozart; Requiem)

Auch Ostwestfalen möchte in einem würdigen Rahmen das Mozartjahr mit einem AD-Festum begehen, dass in der alt-ehrwürdigen Abteikirche des Klosters Corvey einen angemessenen Rahmen besitzt und in Folge II – am Sonntag, 14.Mai 2006 – veranstaltet wurde. Für den 1. Programmpunkt, Violincello solo von J.S. Bach, konnte eine Koryphae in der Person von Peter Bruns, Professor und Dozent an der Musikhochschule in Leipzig, verpflichtet werden. Peter Bruns spielt auf einem Cello von Carlo Tononi, Venedig 1730, das sich im Besitz des legendären spanischen Cellisten Pablo Casals befand.

Peter Bruns , Cello (Copyright: V.Hege)

J.S. Bach schrieb 6 Suiten für Violincello solo, es wird vermutet, dass sie in zeitlicher Nähe zu den Sechs Sonaten und Partiten für Violine solo komponiert wurden. Die Entstehungszeit wird auf den Zeitraum der Köthener Jahre von 1717 bis 1720 datiert. In diesen schwierigen solo Werken von J.S. Bach beherrschte ein hochrangiger Künstler sein Instrument mit aller dazugehörenden technischen und künstlerischen Perfektion. Die Akustik war phänomenal und perfekt, der Solist wurde auf einem erhöhten Podest in den Altarraum der Abtei-Kirche platziert. Ohne Partitur diese zwei Solostücke in einem Zeitrahmen von ca. vierzig Minuten den Besuchern zu Gehör zu bringen, ohne einer großen Pausenunterbrechung, bezeugt von einer absoluten Spitzenklasse an Konzentrationsfähigkeit, die nur zu bewundern ist. Das Cello erwies sich in den Resonanzbögen als das „Non plus Ultra“ für eine perfekte und gekonnt erklingende Wiedergabe Bachscher Violincello Solo-Musik. Stürmischer und verdienter Applaus für einen Künstler, der das Publikum zu begeistern wusste.

Der anschließende Höhepunkt wurde mit dem Mozart-Werk „Missa da Requiem in d-moll, KV 626“,(Süßmayr-Fassung) geboten. Hier wurde Spät-Barockmusik in einer feinen und kleinen Besetzung wiedergegeben, die den baulichen Gegebenheiten perfekt angepasst wurden. Das Detmolder Kammer-Orchester (ca. 40 Mitwirkende) sowie der Chor (25 Sängerinnen und Sänger) nebst den vier Gesangssolisten, erfüllten vollends den Erwartungen, die man von dieser hochrangigen Musikhochschule bereits in der Vergangenheit her erleben durfte. Das Kammerorchester wusste zu überzeugen durch ein virtuoses Spiel, und perfekte Ausstrahlung, Sensibilität, Temperament, Beweglichkeit und falls erforderlich die Leichtigkeit und Eleganz als Attribut mit einzubringen.


Die vier Gesang-Solisten (ehemalige Studierte der Hochschule), Sabine Ritterbusch (Sopran), Gerhild Romberger (Alt), Wolfgang Tiemann (Tenor) und Markus Köhler (Bariton), sangen ihren Part gekonnt und perfekt auch in der stimmlichen Artikulation und Wortaussage.

Gesangssolisten: Markus Köhler,Wolfgang Tiemann,Gerhild Romberger,Sabine Ritterbusch, (Foto: NW)

Zu bewundern ist der kleine Hochschul-Vokal-Chor, (bestehend aus 25 Mitgliedern und Studenten der Musik-Hochschule Detmold) der restlos zu überzeugen wusste. In den einzelnen Stimmlagen gut ausgebildete Sängerinnen und Sänger, die diesem Requiem mehr als gewachsen waren. Hier erklang das Mozart-Werk in einer kleinen und feinen Besetzung, wie man sie nicht alle Tage zu Gehör bekommt. Wie wohltuend ist so ein kleiner Besetzungskreis, einmal losgelöst von einer sonstigen Aufführungspraxis des Größenwahns (Orchesterbesetzung von 60-80 Mitstreitern, Chöre von 100 und mehr Mitgliedern), erklingt dieses großartige Werk in ganz anderen Dimensionen.

Das Empfinden für die klangliche Wiedergabe durch das Orchester und Gesangsdarbietung erlebt der Hörer viel intensiver, nuancenreicher und in einer viel innigeren Form.

Auf forciertes Pathos verzichtend, verlieh Weinberger Mozarts so ganz und gar nicht depressiv wirkender, gleichwohl abgründiger Vertonung der Totenliturgie Transparenz. Plastisch formende Führung feuerte zu glühenden Steigerungen an und erzwang mit jähem Piano suggestiv Zartheit. Kraftvoll gelang der Einsatz der gewaltigen Doppelfuge im Kyrie. Erregt wogende Stimmen erweckten die Vorahnung kommender Schrecken, bevor das Jüngste Gericht mit Wucht hereinbrach. Herrlich leuchtete das „lux aeterna“. Diese Aufführungsform ist dem Leiter Prof. Gerhard Weinberger mehr als zu danken, zumal er durch sein umsichtiges und gekonntes Dirigat zu dieser Aufführung das Wesentliche mit beizutragen im Stande war. In Zukunft sollte diese Aufführungspraxis Bestand haben und die Form einer Mammut-Veranstaltung von „Gestern“ sein.

Eine musikmeisterliche Sternstunde in der Abteikirche. Ehrfurchtsvolles verharren der Besucher nach dem Schlussakkord um dann von dem entzückt Erlebten mit einem stürmischen und lang anhaltenden Applaus den Vortragenden für ein Konzert der absoluten Spitzenklasse zu danken.

Detmolder Mitwirkende und Dirigent Gerhard Weinberger (Copyright: V.Hege)

Link für Orgel-CD’s von Prof. Weinberger bei j p c !

Orgelkonzert am 19.02.2006 in der St. Jodokus-Kirche Bielefeld


Bielefeld, 19.02.2006

Orgelkonzert am 19.02.2006 in der St. Jodokus-Kirche Bielefeld

Die ursprünglich 1653 von der Bielefelder Orgelbaufirma Reinking erbaute Orgel wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Das heutige Orgelwerk mit 42 Registern stammt aus den Werkstätten der Fa. Kreienbrink in Osnabrück (1974).

Erweitert im Jahre 1988 von der Orgelbauwerkstatt Fischer & Krämer in Endingen a. K. Mechanische Schleifladen mit elektrischer Registertraktur, sechs Setzerkombinationen, zwei Pedalkombinationen, Pleno, Tutti, Cymbelstern; Koppeln (elektrisch) I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P.Orgelpositiv der Orgelbauwerkstatt Claus Sebastian, Geesthacht, mit der Disposition: Metallgedackt 8‘, Rohrflöte 4‘, Prinzipal 2‘ und Quinte 1 1/3‘.Orgelpositiv der Orgelbauwerkstatt Klop, Garderen, mit der Disposition: Principal 8‘, Gedackt 8‘, Rohrflöte 4‘, Oktave 2‘ und Quinte 2 2/3


Kreienbrink-Orgel, St.Jodukus, Bielefeld von 1973, überholte Reinke-Orgel von 1653

Programm:

Wofgang Amadeus Mozart (1756-1791) Fantasie in f-Moll, KV 608

Jehan Alain (1911-1940) Variations sur un theme, de Clement

Jannequin Giroloma Frescobaldi (1583-1643 Toccata nona, aus dem 2.Buch der Toccaten, Canzonen

Jehan Alain ,Deux danses a Agni Yavishta, Allegro, Pas vite

Samuel Scheidt (1587-1654) Passamezzo, 12 Variationen über einen gleichbl. Tanzbass

Max Reger (1873-1916) 1. Sonate fis-Moll, op.33, Phantasie, Intermezzo, Passacaglia

Organist: Georg Gusia, Bielefeld

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Das von Mozart, in März 1791, in seinem Todesjahr, komponierte Orgelwerk, veranlasste ihn, sich von dem vollen Klang einer großen Orgel inspizieren zu lassen, lediglich im Bass, durch Vermeidung der gesamten untersten Oktave, sich zu beschränken. Es wird angenommen, dass Mozart eine Vorahnung seines Todes besaß, um mit dieser großen Fantasie für Orgel (Orgelwalze) sich ein Denkmal setzen zu wollen. Es ist sein bedeutendste Orgelwerk (für eine Orgelwalze), das immer wieder in der Orgelliteratur zu finden ist, da es zu den größten Orgelwerken, die unmittelbar nach Bach komponiert wurde, zuzurechnen ist. Eine gekonnte Interpretation und vorzügliche Registrierung erfuhr dieses Werk durch den Organisten Gusia, es war ein Highlight des Orgel-Programms.

Moderne Orgelmusik von Jehan Alain, Variations und Deux danses a Agni, erfuhr ebenso eine gekonnte und ansprechende Wiedergabe an dieser prächtigen Kreienbrink-Orgel.

Das Orgelwerk von Samuel Scheidt, Passamezzo, war ein absoluter Höhepunkt. Hier wurde farbenprächtige Barockmusik geboten. Die zwölf Variationen über einem gleich bleibenden Tanzbass, erlaubt einen Einblick in die Klangmöglichkeiten dieser Orgel. Ob in Terzen, colorierter Discant, colorierter Bass, Imitato Violistica, 3-oder 4-Stimmen oder der Dudelsack, dies alles gelang Gusia gleichermaßen erstaunlich gut mit einer feinen Kunstfertigkeit, die Beherrschung des Orgelspiels, die Fähigkeit, diese Vorgaben des Komponisten zu erspüren und dem Hörer nahezubringen, wurde gekonnt gemeistert und interpretiert.

Die 1. Sonate fis-Moll, op.33, im Jahre 1899 von Max Reger komponiert. Reger schrieb 1900 an Rheinberger, dieses Werk ist ein neues Verbrechen gegen Harmonie und Kontrapunkte. Fernab aller Sonatentradition heißt der 1, Satz Fantasie, der formal alles offen lässt. Fugenprinzip und passacagl. Reihungen lassen hier alle Möglichkeiten zu. Der 2.-Satz harmonisch reizvoll aber musikalisch recht zerquält anhörbar. Im Schlusssatz weist die Passacaglia alle Vorzüge und Schwächen des frühen Reger auf, harmonischer Reichtum, originelle Figurationsmuster und gelegentliche Aufhebung der Harmonik lassen dieses Werk nicht gerade als ein Optimum von Reger erklingen. Trotz dieser kompositorischen Unzulänglichkeiten erklang ein modernes Werk, in dem Gusia dieses Werk der Hörerschaft nicht vorenthalten wollte und die Möglichkeiten einer Orgel für das „Moderne“ den Besuchern aufzeigen wollte, was ihm auch zufrieden stellend gelang.

Herzlicher Applaus an den Organisten, für diese ungewöhnliche Werksauswahl, bekundete trotz alledem einen nicht unzufriedenen Besucher.


Link: CD-Einspielung St.Jodukus Bielefeld bei jpc

Archiv Beitrag: Haller Bachtage klingen in der Nicolaikirche Bielefeld aus !


Bielefeld, 12.02.2006

Chorkonzert II; Sonntag 12. Februar 2006; 17:00 Uhr Altstädter Nicolai-Kirche, Bielefeld, im Rahmen der 43. „Haller Bachtage“.

Foto: Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld (Foto: Nicolaigem.)

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750) „Sanctus“ aus der „Messe h-moll“ BWV 242

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) „Lobgesang“ op. 52 Sinfonie-Kantate nach Worten der heiligen Schrift.

Ausführende: Cornelie Isenbürger, Sopran; Victoria Biehal, Sopran; Luca Martin, Tenor; Bach-Orchester Hannover; Christof Pülsch, Orgel; Bach-Chor Halle;

Leitung: KMD Martin Rieker

„Die Haller Bachtage“ 1961 von Prof. KMD Burghard Schloemann gegründet, seit 1988 leitet ihn KMD Martin Rieker. Mit der Einführung der „Haller Bach-Tage“ 1964 wuchs sein Auftrag, den jährlichen Höhepunkt bildet das „Chorkonzert II“. Hier wurden u.a. sämtliche bachschen Oratorien, Mendelssohn Bartholdys „Elias“ und „Das Buch mit sieben Siegeln“ aufgeführt.

Besucherschlangen an der Kasse vor Konzertbeginn ließen den Anfang des Konzertes etwas hinauszögern, die Kirche war randvoll besetzt, zumal das Abschlusskonzert das erste Mal in Bielefeld stattfand.


Foto: Innenansicht der Altstätter Nicolaikirche in Bielefeld

Zu Beginn ertönte das „Sanctus“ aus der „Messe h-moll“ BWV 242 von dem Massenchor (ca.100 Sänger/innen vorgetragen in einer nicht gerade berauschenden Kirchen-Akustik. Wie wohltuender würde hier ein „A-Capella-Chor“ dem Werk gerechter werden, die Artikulation des Chores verhallte in dem Kirchenschiff und war in der Gesamtausführung diesem grandiosen Werk von Bach einfach nicht gewachsen. Jammerschade, aber so manche Interpreten fallen wieder in die Praxis der Richter-Zeit zurück und müssen daraus eine Mammut-Veranstaltung kreieren.

Der nachfolgende Programmpunkt von: Felix Mendelssohn Bartholdy (1808-1847),

Lobgesang. Eine Symphonie-Kantate nach Worten der Hei ligen Schrift für Soli, Chor, Orchester und Orgel op. 52, wurde vortrefflich wiedergegeben. Mendelssohn bemühte sich in seiner Zweiten Sinfonie, die 1840 in Leipzig uraufgeführt wurde, sich von der barocken Kompositionsform loszusagen und seinen eigenen Stil zu finden. Er dachte zunächst an „eine Art von kleinerem Oratorium oder größerem Psalm“. Dann entschloss er sich zu einer ungewöhnlichen Lösung: einer „Symphonie-Kantate nach Worten der Heiligen Schrift.

Herausgekommen ist ein Kompositionsform die zwischen Beethovens Neunter und Mahlers Achter einzuordnen ist. Wohllaut und feinsinnige Lyrik, aber auch eine gewisse Unverbindlichkeit in der melodischen Form, sowie mitreißender, hymnischer Schwung, große, sich kontrapunktisch aufbauende Steigerungen enthalten dieses mitreißende Werk.

Das Bachorchester Hannover bestach durch seine Größe und sein exelentes Spiel in einer großartigen romantischen Klangwiedergabe. Die Gesangssolisten lieferten eine bravoröse Leistung; ob im Sopran-Duett oder im Solopart, mit einer einfühlsamen Stimme verstanden sie es, diese Aufführung zu bereichern.

In diesem großen Opus-Werk ist der „Massige Bachchor“ aus Halle wesentlich angebrachter anzusehen. Die Mendelssohnsche Mischung von Triumphmarsch und sensibler Klangsinnlichkeit wurde von ihnen wirklich hervorragend interpretiert und gesanglich gekonnt dargeboten, die einzelnen Stimmlagen des Chores waren hervorragend besetzt und wussten in diesem Werk makellos zu überzeugen.

KMD Martin Rieker war in diesem Programmteil ein vortrefflicher Leiter und führte das Orchester und den Chor gekonnt durch dieses große Werk. Herzlicher Applaus der Besucher dankten den Ausführenden und hoffen auf ein Wiedersehen in 2007.

Konzert der Prüflinge der Aufbaustudiengänge Kirchenmusik A und künstlerische Ausbildung, Chor- und Orchesterleitung in Herford.


Herford, 22. Januar 2006

Heute erstelle ich einen Bericht über ein Konzert der Prüflinge der Aufbaustudiengänge Kirchenmusik A und künstlerische Ausbildung, Chor- und Orchesterleitung in Herford.

Sonntag, 22. Januar 2006, 20:00 Uhr

Marienkirche Stift Berg Herford

im Rahmen der Aufbaustudiengänge Kirchenmusik A und künstlerische Ausbildung, Chor- und Orchesterleitung.

St. Marienkirche Herford (Foto: V.Hege)

Zum Programm :

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Kantate BWV 65 „Sie werden aus Saba alle kommen“

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“

Bara Grimsdottir, Isländ.Komponistin „Eg vil lofa eina ba“ (geb. 1960)

Wolfgang Amadeus Mozart „Laurentische Litanei KV 195“ (1756-1791)

Ausführende: Jutta Potthoff (Sopran), Wolfgang Tiemann (Tenor), Dorothea Ohly (Alt), Hartmut Ernst (Bass) KMD Jörg-Neithardt (Orgel-Positiv) Kammerorchester (Konzertmeister Burghard Schmilgun) Chor der Hochschule für Kirchenmusik Herford, Leitung: Benjamin Dippel (Bach), Annette Petrick (Mendelssohn) Sonja Lehmann (Grimsdottir, Mozart) Künstlerische Gesamtleitung: Hildebrand Haake

Für das Programm zeichneten die Prüfungskanditaten in Selbstauswahl der aufgeführten Werke. Das Programmheft, mit einleitenden persönlichen Textbeiträgen über die aufgeführten Werke oblag den Prüflingen. Optimale Bedingungen für die Kandidaten erwies sich das professionelle Orchester sowie der halbprofessionelle Chor, gebildet aus Studenten und Gastsängern.

Die Gesangs-Solisten waren aus den Reihen der ehemaligen Studentenschaft verpflichtet worden. Die Prüfungsbedingungen für die A-Examinanten sind so optimal wie sie sicher lange nicht mehr sein werden. Der Alltag eines Kirchenmusikers sieht entsprechend in der rauen Wirklichkeit anders aus.



St. Marienkirche Herford, Innenansicht (Foto: V. Hege)

Das ruhige Dirigat und die Umsetzung der Kantate BWV 65 „Sie werden aus Saba alle kommen“ von Benjamin Dippel geleitet, erfuhr eine schöne Interpretation und Wiedergabe. Im Fugato des Eingangschores mit hervorragend lockeren Unter-und Mittelstimmen des Chores zeigte sich das Problem des Abends – der Konflikt zwischen dem Wunschtempo und dem des Kirchenraumklanges zu meistern – gelang ihm vortrefflich. Die Tenorarie (Satz 6) als Menuett, beginnt mit einer ungewöhnlich langen Orchesterein-leitung, die sehr schön in ihrer Klangpracht umgesetzt wurde, sowie im Dirigat und in der Interpreatation ohne Fehl und Tadel wirkte.

Die Aufführung der Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Mendelssohn-Bartholdy oblag der Kandidatin Annette Petrick. Diese Kantate wurde erst 1970 wieder Entdeckt. Ihr Dirigat schien ganz auf Sicherheit abgestellt zu sein. Ihr stetiger Blick in die Noten ohne grossen Kontakt aufnehmend zum Orchester sonder nur bei den Einsätzen des Chores den Blickkontakt aufzunehmen, erwies sich als Hemmschuh, zumal sie ein großräumiges Dirigat bei einem Mezzoforte bevorzugte. Hier wird sich ihr ein Problem stellen, wenn ein Fortissiomo entsprechend umzusetzen sein wird. Hier trat das Kammerorchester als ein hilfreicher Partner im Tempi und in der Wiedergabe auf. Eine faszinierende Art des Musizierens ergab sich mit einem Chor, der sich klanglich ausgeglichen und strahlend zeigte.

Die weitere Kandidatin Sonja Lehmann suchte losgelöst vom Notentext den Kontakt zum Chor und verstellte das Pult direkt vor ihnen. Bei ihrem A-Capella Stück der isländischen Komponistin Bara Grimsdotti;r „Eg vil lofa eina ba“ erklang im Zweier- und Dreiertakt sowie wechselnden Rhytmen eine sehr moderne Werksfassung der in 1960 geborenen Komponistin. Hier überzeugte sie mit einem gekonnten Dirigat und einer glücklichen Hand in der Chorführung. Sehr gewöhnungsbedürftig diese moderne Art des Musikerklingens nach der Wiedergabe der schönen Kantaten unserer grossen Komponisten wie Bach und Mendelssohn.

Einen schweren Stand hatte sie mit ihrer „Litaniae Lauretanae de Beata Maria Virgine“ KV 195 von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Solisten wechselten ständig ihren Platz, die Musik erklang im Wechsel zwischen den Chor und den einzelnen Solopartien, Solistenpaaren oder Quartett. Und alles in so rasantem Tempo das einige herrliche Streicherfiguren einfach hinwegmusiziert wurden. Die Dirigentin hatte den Chor fest im Griff, weniger den Solotenor, der seine Tonleitern im „Regina angelorum“ nicht immer stimmlich gekonnt ablieferte.

Stimmlich zueinanderpassend waren die Gesangssolisten der Grösse des Werkes nicht immer gewachsen, eine Ausnahme bildete hier die großartige Sopranistin Jutta Potthoff. Die vier Gesangs-Solisten sowie der Chor und Orchester reagierten flexibel und elegant, aber der eigentliche Höhepunkt wurde erst im „Agnus Dei“ erzielt. Hier wurde erfrischend und klanglich von allen Musizierenden ein gekonnter Abschluss gefunden.

Trotz gelegentlicher Schwächen kann den Prüflingen ein gutes handwerkliches Können bescheinigt werden was auch in einem grossen Beifall der Zuhörer zum Ausdruck bekundet wurde. Um unseren kirchlichen musikalischen Nachwuchs braucht uns nicht bange zu werden, das nötige künstlerische Können und Rüstzeug ist vorhanden nur ein anderes Problemfeld tut sich auf, wo werden sie unterkommen und ihr Können zu vervollständigen suchen, ob der rigiden Sparpolitik in der Kirche und den unzulänglichen Verdienstmöglichkeiten dort?


Erstklassiger Interpret gab ein Orgelkonzert in der " Zionskirche Bielefeld-Bethel" im November 2005


Bielefeld-Bethel, 25.11.2005

Rezension über ein Orgelkonzert in der “ Zionskirche Bielefeld-Bethel“ im November 2005

mit dem französich-Libanesischen Star-Organisten Naji Hakim,

1998/99 wurde die Zionskirche zuletzt umfassend renoviert und wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.


Foto: Zionskirche Bielefeld-Bethel

Sie erhielt zugleich eine große Schuke-Orgel mit drei Manualen und 45 Registern und 3.268 Pfeiffen.


Foto:
Schuke-Orgel, der Zionskirche Bielefeld-Bethel

Ein Orgel – Standort profiliert sich. So jung die Konzertreihe an der neuen Schuke – Orgel in der Zionskirche ist, so hervorragend präsentierte sie sich, als am Sonntag der liebenswürdige französisch- libanesische Star-Organist: Naji Hakim, zu einem Gastkonzert verpflichtet werden konnte.



Foto: Najim Hakin, Organist

Seit nunmehr 20 Jahren ist Naji Hakim einer der bedeutendsten Repräsentanten der großen französischen Tradition von Organisten, Komponisten und Improvisatoren. Geboren wurde er 1955 in Beirut (Libanon). Er studierte Orgel und Improvisation bei Jean Langlais und absolvierte ein Examen für Orgelunterricht am Trinity College of Music in London. Anschließend studierte er am Conservatoire National Supérieur in Paris in den Klassen von Roger Boutry, Jean-Claude Henry, Marcel Bitsch, Rolande Falcinelli, Jaques Castérède und Serge Nigg und erzielte dort sieben Erste Preise in den Kategorien Harmonielehre, Kontrapunkt, Fuge, Orgel, Improvisation, Analyse, Instrumentation und Orchestration.

Darüber hinaus erhielt er Preise bei internationalen Orgelwettbewerben in Haarlem, Beauvais, Lyon, Nürnberg, St. Albans, Straßburg und Rennes. Von 1985 bis 1993 war Naji Hakim Organist der Basilika Sacre Coeur in Paris, bevor er Olivier Messiaen als Organist der Église de la Trinité nachfolgte. Er ist sehr gefragt als Solokünstler, Improvisator und Lehrer; seine Engagements für Konzerte und Meisterklassen führen ihn rund um den Globus.

Vom Orgelwettbewerb 2005 in Bochum kommend, als Jurymitglied bestellt, gab Hakim ein grandioses Orgelkonzert auf der in 1999 neuerbauten Schuke-Orgel in der Zionskirche.

Sein Programm enthielt folgende Werke:

Naji Hakim: Le Bien-Alme (Eigenkomposition);

Naji Hakim: Salve Regina (Eigenkomposition);

J.S.Bach: Toccata und Fuge in F;

Cesar Franck: Priere;

Naji Hakim: Bach’orama-Improvisation (Eigenkomposition über Bachs-Orgelwerke);

Naji Hakim: Freie Improvisation über den Choral: „Ein feste Burg ist unser Gott“

Mit der Eigenkomposition „Le Bien-Alme“ beginnend, wurde eine mächtige neue französische Orgelmusik von Hakim an der Schuke-Orgel geboten. Nicht nur in der Interpretation, sondern auch beim Registrieren war deutlich spürbar, daß die Schuke-Orgel der Zionskirche trotz ihrer Klangkraft den interpretatorischen Ansprüchen eines an französische Kathedralenorgeln gewöhnten Organisten nicht gerecht wurde. Trotz dieser technischen Mängel wurde eine beeindruckende und virtuose Vorstellung durch einen großen Organisten geboten, der durch seine technischen und künstlerischen Fähigkeiten seines Spiels dieses Manko mehr als nur auszugleichen wusste. Eine grandiose Eigenkomposition, die er uns zu Gehör brachte; verspielt, fröhlich, leicht, bis hin zu gewaltig und das gesamte Klangreservoir der Orgel ausnutzend, bot er einen souveränen Umgang mit diesem wohl anspruchsvollsten „aller Musikinstrumente.“

Seine folgende Eigenkomposition „Salve Regina“ wurde in zarten pastellfarbenen und einer dezenten barocken Klangfülle ausgeführt. Hier konnte die Schuke-Orgel ihre barocke Klangpracht einmal ungehindert zur Geltung bringen.

In der Toccata und Fuge in F von J.S. Bach, sowie in dem Orgelstück von Cesar Franck „Priere“ gelang Hakim ein sehr ausgewogenes, wunderschön registrierendes in ein farbenprächtiges Klangbild verpackter Vortrag. Hier beherrscht Naji Hakim neben den eigenen Kompositionen selbstverständlich auch die Klassiker der Orgelmusik wie die mächtige Toccata und Fuge von Bach. Sie präsentierte er in Bielefeld mehr als nur perfekt, hier stellte sich ein absoluter Spitzenorganist vor, der seine künstlerische und ungemein virtose Art mehr als beweisen konnte.

Seine anschließende Eigenkomposition: „Bach’orama-Improvisation“, mit musikalischen Themen von J.S.Bach – wie u.a. aus der H-moll Messe; den Brandenburgischen Konzerten verpackt; – nicht allzu modern, aber in der Improvisation und der Harmonik ein unübertroffendes Orgelstück. Hier gibt sich der große Meister des Improvisierens zu erkennen, zumal sein virtuoses, künstlerisch auf hohem Niveau stehendes Spiel und seine Registrierung unübertroffen ist.

Das gleiche Kunststück gelang ihm in der freien Improvisation über den Choral: „Ein feste Burg ist unser Gott.“ Wunderschön ausnuanciert und facettiert im Thema; einmal in barocker Klangvielfalt, dann etwas moderner, aber im Klangbild entsprechend zurücknehmend, dann wiederum dem Wortlaut des Chorals entsprechend: Ein feste Burg“ mit wuchtigen Klangfarben untermauert, gelang ihm hier eine beispielhafte Interpretation- und Improvisationskunst der allersten Qualität. Hakim entwickelt hier seine ganz eigene musikalische und klangliche Sprache und formte aus dem Stegreif ein ausdrucksstarkes und geschlossenes Klanggemälde.

Die Zuhörer waren hingerissen, ob seines grandiosen Spiels, mit Standing Ovatione entließen sie diesen großartigen und liebenswürdigen Künstler in einen glückseligen Abend.

Link: Homepage von Najim Hakim, Einsicht in persönl. eingespielte Orgelwerke


Orgelkonzert des polnischen Organisten Witold Zalewski in Brig / Walls


Brig / Wallis-Schweiz, im August 2005

nach erlebnisreichen Urlaubstagen im Wallis/Schweiz, besuchte ich ein Orgelkonzert in der Kollegiumskirche Brig/Wallis.



Kollegiumskirche in Brig / Wallis-Schweiz! (Copyright: V.Hege)


Die neue Barockorgel entstand aus der schweizer Orgelwerkstatt Hans-J. Füglister, Grimisuat, im Jahre 1994. Das Gehäuse der Orgel wurde bewusst im Stil und in der Tradition alter Walliser Orgelprospekte nachgebaut. Für die klangliche Seite des Instrumentes stand die französische Orgelbaukunst Pate. Orgelklänge aus der „Periode dassique“ und der romantischen Epoche in Frankreich wurden in der Orgel vereint. Der hallige Kirchenraum tut ein weiteres dazu, französische Kathedralakustik in der Kollegiumskirche erleben zu können.


Füglister-Orgel, Kollegiumskirche Brig – Wallis – Schweiz (Copyright: V.Hege)

Durch die Disposition mit 40 Registern auf drei Manualen und Pedal (2960 Pfeiffen) wurde so eingerichtet, dass französische Orgelmusik der Romantik getreu den Registerangaben realisiert werden kann. Zur vielseitigen Verwendbarkeit wurden gegenüber dem franz. Stil einige Kompromisse eingegangen. Die Zungenpfeiffen des Pedals sind weicher und zurückhaltender in der Lautstärke, ebenso die Trompeten des Positivs. Die Register und das Positiv haben einen leichten

barocken und silberne Klangfarbe.

Das Konzert wurde durch den polnischen Organisten Witold Zalewski aus Krakau veranstaltet. Seit 1996 ist er an der Wawel-Kathredale als Organist angestellt. Gleichzeitig unterrichtet er an der Erzdiözesan- schule für Organisten und der Päpstlichen Theologischen Akademi in Krakau. Er ist Urheber und Direktor des Internationalen Festivals der Orgelmusik in Zakopane und des Festivals der Orgelmusik in Rabka Zdroj und wurde mehrmals ausgezeichnet für die Verbreitung der Orgelmusik mit Orgelwerken von Buxtehude, Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Vierne.

Folgende Orgelkompositionen wurden zu Gehör gebracht:

Mieczyslaw Surzynski (polnischer Organist, 1866-1924) Swiety Boze op.38 (Improvisation über ein altes polnisches Kirchenlied „Heiliger Gott“)

Surzynski war Polens bedeutenster Orgelvirtuose und Komponist in den des späten 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhundertes. Witold Zalewski verstand es hier ausgezeichnet, diese schöne polnische Kirchenkomposition gekonnt registrierend und virtuos klanglich umgesetzt den Besuchern vorzuführen.

Cesar Auguste Franck (belgisch-franz. Organist, 1822-1890) Prelude, Fugue et Variation op.18

Der absolute Höhepunkt des Orgelkonzertes war die Darbietung des op. 18. Zalewski verstand es hier ausgezeichnet, die französisch romantische Orgelkomposition gekonnt an der für fanz. Orgelmusik konzipierte Füglister-Orgel umzusetzen. Grandios klangfarblich registrierend dargeboten dieses schöne Orgelstück zu Gehör zu bringen. Die dynamischen Möglichkeiten, die Eigenschaften des Einsetzens, die akkustischen Effekte in den Stimmlagen wurden hervorragend interpretiert und umgesetzt. Hier erwies er sich als großer Könner und Interpret der franz. Orgelmusik.

Felix Alexandre Guilmant (französischer Orgelkomponist (1837-1911) Orgelsonate in d-moll op.42

So wie Zalewski es in dem Orgelstück op.18 von Franck verstand erweist er sich hier ebenfals als ein hervorragender Registrator und schafft mit unauffälliger Virtuosität die für diesen Komponisten typische Atmosphäre eines warmtönigen Klanges der allerersten Güte. Ein grossartiger polnischer Organist verstand es, den zahlreichen Zuhörern die polnische und französiche Orgelmusik näher zu bringen und sie bedankten sich mit langanhaltendem Applaus.

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Disposition der Füglister-Orgel

Orgel der Kollegiumskirche in Brig

Orgelbau Hans-J. Füglister, Grimisuat ob Sion 1994


Grand-orgue I C – a‘‘‘

Montre 16‘
Montre 8‘
Flûte harmonique 8‘
Bourdon 8‘
Gambe 8‘
Prestant* 4‘
Doublette* 2‘
Fourniture* 5 rgs 22/3‘
Cornet* 5 rgs 8‘
Trompette* 8‘
Clairon 4‘

Récit expressif III C – a‘‘‘
Flûte harmonique 8‘
Viole de gambe 8‘
Voix céleste 8‘
Flûte octaviante 4‘
Octavin* 2‘
Trompette harmonique* 8‘
Basson-Hautbois 8‘
Voix humaine 8‘
Clairon harmonique* 4‘
Tremblant fort

Positif II C – a‘‘‘
Bourdon 16‘
Montre 8‘
Cor de nuit 8‘
Salicional 8‘
Prestant 4‘
Flûte 4‘
Nasard* 22/3‘
Doublette* 2‘
Tierce* 13/5‘
Plein-jeu 4 rgs* 11/3‘
Cromorne* 8‘
Trompette* 8‘
Tremblant doux

Pédale C – f‘
Flûte ouverte 32‘
Flûte 16‘
Soubasse 16‘
Basse 8‘

Octave 4‘
Bombarde* 16‘
Trompette* 8‘
*=jeux de combinaison


Koppeln:
II/I, III/I, III/II; I/P, II/P, III/P

(Angaben von Vox_07_11_2000.pdf)

Klagenfurter Dom ein Orgelkonzert des Sommerzyklus 2005 am 23.7.2005.


Klagenfurt, 23. Juli 2005

Aufgrund meiner Urlaubstage in Kärnten besuchte ich im Klagenfurter Dom ein Orgelkonzert des Sommerzyklus 2005 am 23.7.2005.


Foto: Dom in Klagenfurt / Österreich (Foto: Domgemeinde Klagenfurt)

Der Klagenfurter-Dom besitzt eine Mathis-Orgel (Schweizer Orgelbaufirma) erbaut im Jahr 1986 mit 45 Register und 9 eingebaute Zungenstimmen nach französischer Bauart.

Dom in Klagenfurt mit Sicht auf die Mathis-Orgel (Foto: Domgemeinde Klagenfurt)

Das Programm des Konzertes wurde sommerlich zusammengestellt: Organist Konstantin Reymaier, Trompete: Gerald Zaminer.

Foto: Organist: Konstantin Reymaier

Programm:

Claude Gervaise (italien.Meister um 1550) Renaissance-Tänze; Pavane, Galliarde, Branie de Bourgogne, Branle Gai, Allemande

Charles Marie Widor (franz.Meister 1844 – 1937) Aus Symphonie Nr. 5 in f – Moll, Allegro – Vivace

Arcangelo Corelli (italien.Meister 1653 – 1713) Sonate in e-Moll; Prelude – Largo, Allemande – Allegro, Sarabande – Largo, Gigue – Allegro

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) Präludium in a – Moll, BWV 551

Georg Friedrich Kauffmann (1679 – 1735) Choralvorspiele: Herr Christ, der einnig Gottssohn, Herr Gott, dich loben wir

Konstantin Reymaier (geb. 1967 österr. Organist) Improvisation über einen vom Publikum genannten Choral

Leopold Mozart (1719 – 1787) Concerto in D-Dur, Andante, Allegro

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In den einzelnen Programmpunkten entwickelte der Organist Konstantin Reymaier spezifische persönliche Empfindsamkeiten die Werke entsprechend den Komponisten und ihrer Zeitepoche künstlerisch und in der Registrierung klangfarblich umzusetzen. Hier erweist er sich als ein wahrer Könner die Orgelkomponisten der Renaissance bis zum Barock fundiert umgesetzt zu Gehör zu bringen. Grandios gelang es ihm von Charles Marie Widor die Symphonie Nr. 5 in f – Moll, Allegro – Vivace, absolut meisterlich in der Registrierung und Klangfülle diese Werk virtuos umsusetzen. Ungewöhnlich im Konzert, hierauf erfolgte langanhaltender Beifall für einen Organisten, der dieses großartige Werk vortrefflich vortagen konnte.

Ebenso ist seine Improvisationskunst über einen genannten Choral (benannt aus dem Besucherkreis, der mir leider aber entfallen ist) zu bewundern. Diese Improvisationskunst von Reymaier entspricht einer allerersten Qualität, so wie er sie vollendet vorgeführt hat. Ob feinfühlig, brutal, alle Register gezogen, oder stimmlich wieder zurückhaltend, die Umsetzung war als Grossartig zu benennen.

Hier erweist sich die Mathis-Orgel als ein herrliches Instrument, die entsprechend der Raumfülle des Domes als gekonnt erbaut und stimmlich angepasst worden ist. Hier ist ein Meister seines Faches zu bewundern.

Als nicht ganz so geglückt ist die Trompetenbegleitung in den Stücken von Arangelo Corelli zu bewerten, da die Akustik des Domes eine strahlende Trompete nicht zulässt. Nach schwachem Beginn merkte der Trompeter, Gerald Zaminer, mit welchen Tücken er zu kämpfen hat, und nahm seinen Ton entsprechend zurück, so dass das Zusammenspiel mit der Orgel feiner abgestimmt umgesetzt wurde.

Als Programmabschlusspunkt von Leopold Mozart das Concerto in D-Dur. Diese Leichtigkeit des Stückes und wiederum stimmlich und gekonnt registrierend vom Organisten Reymaier umgesetzt, entließ den Besucher beschwingt in den Sommerabend mit dem Empfinden, ein wunderbares zusammengestelltes Orgelprogramm mit einem großartigen Künstler an der Orgel erlebt zu haben.

DISPOSITION

der Mathis-Orgel im Dom zu St. Peter und Paul/Klagenfurt Baujahr: 1986

Schwellwerk: 45 Diapason 8′ 44 Gambe 8′ 55 Flûte 8′ 54 Voix célèste ab c° 8′ 43 Principal 4′ 53 Flute traversière 4′ 52 Nasard 2 2/3′ 42 Cor de nuit 2′ 51 Tierce 1 3/5′ 41 Plein jeu 5 fach 2′ 65 Basson 16′ 64 Trompette harmonique 8′ 63 Hautbois 8′ 62 Clairon 4′ 75

Tremulant Pedal: 38 Principalbaß 16′ 28 Subbaß 16′ 18 Quinte 10 2/3′ 37 Octave 8′ 27 Gedacktflöte 8′ 36 Choralbaß 4′ 26 Mixtur 4 fach 2 2/3′ 17 Posaune 16′ 16 Zink 8′

Hauptwerk: 25 Bourdon 16′ 35 Principal ab c1 doppelt 8′ 24 Flauto 8′ 14 Viola 8′ 13 Voce umana ab g° 8′ 34 Octave 4′ 23 Spitzflöte 4′ 22 Quinte 2 2/3′ 33 Octave 2′ 32 Mixtur 5 fach 2′ 31 Cymbel 3 fach 1′ 12 Cornet 5 fach ab fo 8′ 15 Trompete 8′

Rückpositiv : 58 Gedackt 8′ 48 Praestant 4′ 75 Rohrflöte 4′ 47 Octave 2′ 57 Larigot 1 1/3′ 66 Sesquialtera 2 fach 2 2/3′ + 1 3/5′ 46 Scharff 5 fach 1 1/3′ 68 Krummhorn 8′ 67 Holzregal 8′ 78 Tremulant

Spielhilfen: Koppeln: 3 RP/P , 4 SW/P, 5 HW/P, 6 SW/RP, 7 SW/HW, 8 RP/HW – als Handregister und Fußtritt Plenotritt: AN/AB – je ein Tritt – aktiviert/deaktiviert die Prinzipale de. HW und P (31-38, 26) Registertritte: Trompete 8’ und Posaune 16’ – wird über Fußtritt aktiviert/deaktiviert. Sperrventil: für das Großpedal – wird über Fußtritt aktiviert/deaktiviert (26, 17, 18, 38)

(Quelle: Domgemeinde Klagenfurt)


Empfehlenswerte DVD’s der Bach Cantata Pilgrimage 2000 von SDG-Monteverdi


Foto:
Beginn der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 am 23.12.1999 (1.-3.Teil) und am 27.12.1999 (4.-6. Teil) in der Herder-Kirche, Weimar, mit dem Weihnachts-Oratorium, von J.S. Bach. Im Vordergrund rechts ist der großartige belgische Oboist Marcel Ponseele zu erkennen.

Hallo,

Zum Anfang meiner Rezension und Beschreibung der Bach-Pilgrimage 2000, stelle ich empfehlenswerte DVD’s vor !

Die Einspielung des Weihnachts-Oratoriums von J.S. Bach, 1-6 Teil, von J. E. Gardiner, als DVD , im Dezember 1999 zum Anfang seiner Bach Cantata Pilgrimage, aufgenommen in der Herder Kirche zu Weimar, ist absolut empfehlenswert.

 


DVD: Weihnachtsoratorium, J.S. Bach 1 bis 6 Teil, Herder Kirche, Weimar

Rezension: Ein Hörgenuss per excellence. The English Baroque Soloists brillieren mit einem wunderschönen barocken Glanz. Über die Musikalität, das Können und berauschend schönen Stimmen des Monteverdi Choirs braucht eingentlich nicht mehr disskutiert werden. Die Gesangssolisten reihen sich in den Chor mit ein, was ein wenig ungewöhnlich erscheint, hebt dadurch aber das stimmliche Volumen.

Kritisiert wurde das hetzen des Chores durch die Bach’schen Choräle. Für mich empfand ich es nicht als unangenehm, da Gardiner ein zügiges Tempi vorgibt…. eine Geschmacksfrage eben…..

Erwähnen möchte ich noch das Blech…

Foto: Das Blech-Ensemble mit historischen Instrumenten

auf alten historischen Instrumenten…. ein absoluter Hörgenuss….. die Oboe mit dem barocken belgischen Weltstar Marcel Ponseele besetzt…sein Spiel und Klangfarbe des Instrumentes. vom Feinsten….ein Traum… ebenso die 1. Geige. mit Alison Bury besetzt,….. ein herrlicher Seh- und Hörgenuss !

Die Aufnahme- und Bildqualität kann als sehr gut bis gut bezeichnet werden. In dieser DVD kommt Gardiner selbst zu Wort und gibt eine Einführung in das Werk und seinen Proben, sowie seiner anschließenden Tour durch Sachsen und Thüringen, wo er historische Stätten von Bach aufsuchte.

Für die Bach-Freunde ein unwahrscheinlich schönes Dokument der Neuzeit mit einer herrlichen Musik und einen in den Bachwerken total beseelten und inspizierten Gardiner…. ein hervorragender Bach-Interpret der Gegenwart.

Link: DVD Bestellung bei amazon-aStore

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Weimar, Dezember 1999

Zu Beginn der Pilgrimage wurde ebenfalls in der Herderkirche in Weimar die festlich prächtige Kantate zum 1. Weihnachtstag, BWV 63, „Christen ätzet diesen Tag“ aufgeführt. Diese Aufführung liegt als DVD vor. Inhaltsauszüge aus dem Booklet: Sie vermittelt einen Einblick in die intensive und unvergleichlich konzentrierte Probenarbeit. Ungewöhnlich stellt der Dirigent seine Probenarbeit dar, schonungslos auf die bestmögliche Ausführung der ihm vorschwebenen Interpretation.

 

DVD Probe von Gardiner zur Bach-Kantate: "Christen ätzet diesen Tag"

DVD Probe von Gardiner zur Bach-Kantate: "Christen ätzet diesen Tag"

Quelle: Arthaus;

Informationen und Inhalt der DVD: JOHN ELIOT GARDINER IN REHEARSAL Johann Sebastian Bach – Cantata BWV 63 Genre: Documentary Dirigent: John Eliot Gardiner Aufnahmedatum: 1999 Aufnahmeort: Various Laufzeit: 59 min Bildformat: 4:3 Soundformat: PCM Stereo Region Code: 2, 5 Veröffentlichung: 2002 Menü Sprachen PAL: D, GB, F, SP Untertitel Sprachen PAL: D, GB, F, SP Katalognummer PAL: 100 292

 

Unter dem Titel „The Bach Cantata Pilgrimage“ („Die Bach-Kantaten auf Pilgerfahrt“) stellten sich der Monteverdi Choir und die English Barock Soloists unter der Leitung von John Eliot Gardiner im Jahre 2000 ihrer bis dato größten Herausforderung: der Präsentation aller vorhandenen Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach zu Ehren des zweihundertfünfzigsten Todestages des Thomaskantors.

Einen Einblick in die intensive und unvergleichlich konzentrierte Probenarbeit des englischen Barockspezialisten vermittelt die vorliegende Dokumentation, in der er sich mit der musikalischen Erarbeitung der Kantate BWV 63 befasst. Ungewöhnlich offen stellt der Dirigent seine Arbeit dar, schonungslos auf die bestmögliche Ausführung der ihm vorschwebenden Interpretation bedacht.

Die Solisten: Ann Monoyion (Sopran), Sara Mingardo (Alt), Rufus Müller (Tenor) und Stephan Loges (Bass) äußern sich ebenso vorbehaltlos über ihren musikalischen Leiter und seine Probenarbeit. Dabei kommt der Einblick in das großartige Musikwerk ebenfalls nicht zu kurz. The English Baroque Soloists & Monteverdi Choir, Leitung: Sir John Eliot Gardiner

Rezension: Wünschenswert wäre es gewesen, wenn in der DVD die Kantate BWV 63 in voller Länge zu sehen und zu hören wäre.

Link: DVD- Bestellung bei amazon-aStore

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Eine weitere empfehlenswerte DVD im Rahmen seines 40. Pilgrimage-Konzertes:

 

DVD mit Bach-Kantaten + einer anschließenden Dokumentation durch J.E.Gardiner

DVD mit Bach-Kantaten + einer anschließenden Dokumentation durch J.E.Gardiner

DVD mit den Bach-Kantaten:

BWV 113 „Herr Jesu Christ, du höchstes Gut“; BWV 179 „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“; BWV 199 „Mein Herze schwimmet im Blut“

Solisten: Magdalena Kozena (Sopran), William Towers (Counter-Alto), Mark Padmore (Tenor), Stephan Loges (Bass). The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Gardiner

(127 Min.) Sound:DSS4.0;Bild:WS; Besondere Beiträge als Specials: von Gardiners „Pilgrimage-Tour“ mit Aufführungsbeiträge in Weimar, Leipzig, Hamburg, Eisenach, Arnstadt, Blythburgh, Kirkwall, Iona, Köln, New York . „Fernsehregie“ Rhodri Huw Aufnahmen in 2000. Man hätte Bach zur 250. Wiederkehr seines Todesjahres wohl kaum phantasievoller feiern können als durch die Tournee, die der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists im Jahr 2000 mit ihrem Dirigenten John Eliot Gardiner unter dem Titel „Bach Cantata Pilgrimage“ unternahmen. Diese „Pilgerfahrt“ wurde nicht nur zur meistbeachteten Hommage an den Thomaskantor, sondern auch zu einer einzigartigen Aufführungsreihe. In Abteien, Kathedralen, Kirchen und Kapellen in ganz Europa und weit darüber hinaus brachten die Musiker im Laufe eines einzigen Jahres die überlieferten Kantatenwerk Bachs – 186 Werke – zum Vortrag.

Rezension: Diese DVD ist in der Wiedergabe von Bach-Kantaten sehr zu empfehlen zumal besetzt mit einer überragenden Sopranistin „Magdalena Kozena“ die ein sehr bewegenden und überzeugenden Gesangspart auf allerhöstem Niveau zelebriert.

 

Link: DVD-Bestellung bei amazon-aStor


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