Teil 2, Besuch der Brandenburgische Konzerte I, III, IV, im Johann-Sebastian-Bach-Saal, Köthen am 5.9.2008


Hallo zusammen,

nach dem beeindruckenden Konzert vom Vormittag, das kaum noch zu toppen möglich erscheint, waren wir sehr gespannt, was sich in dem schönen neuen „Johann-Sebastian-Bach-Saal“ am Abend des gleichen Tages ergeben würde.

Flyer mit Programm im Johann-Sebastian-Bach-Saal am Abend

Foto: Der neue Johann-Sebastian-Saal in Köthen (© Copyright V.Hege)

Auch in dieser Veranstaltung wurde wiederum eine Programm-Änderung in der Abfolge vorgenommen. Es erklang zum Anfang das Brandenburgische Konzert Nr. II, F-Dur, BWV 1047. Wie bereits am Vormittag, saß Gardiner am Rand des Podiums und war als Hörer und nicht als Aktiver tätig.

Foto: Johann-Sebastian-Saal, Köthen, Blick auf das Podium vor Konzertbeginn (© Copyright V.Hege)

Dieses Werk lebt von der Spannung mit der Besetzung einer Trompete. Der erste Satz ist lebhaft und man hört sofort die Dominanz der Trompete. Der Satz ist nicht umsonst einer der beliebtesten Sätze der Barockmusik. Auf dieses Werk habe ich mich am meisten gefreut und wurde nicht enttäuscht, Im Gegenteil, es wurde eine Wiedergabe auf allerhöchstem Welt-Niveau, den Trompetenpart meisterte ein Juwel unter der Trompetengilde „Neil Brough“ absolut perfekt, was in seinen Lungen steckt, um diesen virtuosen Part vortragen zu können, grenzt fast ans menschenunmögliche, von der Statur her besitzt er alle Bedingungen um das umsetzen zu können und das meistert er mit Bravour; zumal Gardiner ihm hier ein sehr schnelles Tempi vorgegeben hat. Das gleiche Tempo wurde in den folgenden zwei Sätzen beibehalten und wurde zu einem glanzvollen Festtags-Schmaus.

Orchester und Trompeter bildeten eine perfekt Einheit und haben einen wunderschönen Konzertbeginn hingelegt, der den Besucher auf das Kommende erwartungsfroh einstimmte.
Nach den drei Sätzen brach tosender Jubel und Applaus aus und ein sichtlich erschöpfter Weltklasse-Trompeter und ein perfekt abgestimmtes und aufspielendes Orchester genossen in vollen Zügen den wohlverdienten Lohn. Der Sir stand enthusiastisch applaudierend am Rand des Podiums und grinste freudig über das ganze Gesicht.

Das ist Barock- (Bachmusik) vom Feinsten und bedeutete für mich ein vorweggenommener Höhepunkt des Abends. Schade, das hätte ich gerne als Schlusswerk gehört, – denn dazu komme ich noch, – dass Brandenburgische Konzert Nr. I war nicht der Rausschmeisser, wie es eigentlich angedacht gewesen war..!!


Foto: Frenetischer Jubel nach dem Brandenburgischen Konzert Nr. 2, BWV 1047, mit der überragenden Vorstellung des Trompeten-Virtuosen: „Neil Brough“, im Bild rechts außen. Links daneben Prof. Michael Niesemann, Oboe und Rachel Bekett, Flöte, im Brandenburgischen Konzert Nr. II, BWV 1047 (© Copyright V.Hege)

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Das Folge-Werk, Brandenburgische Konzert Nr. IV, G-Dur, BWV 1049 wurde zu einem Glanzpart für die Violonistin „Kati Debretzeni“ hier ist der Violine hochvirtuose Solo-Läufe zugewiesen. Was sie wunderbar technisch auf höchstem Level vortrug, klanglich habe ich etwas an ihrer Geige zu bemängeln, sie hat nicht den warmen barocken Klang, den ich sonst so bei den Baroque Soloists bewundere,

Foto: Die Streichergruppe, zweite von links: Kati Debretzeni wurde mit ihrem virtuosen Violin-Solo-Part gefeiert.
(© Copyright V.Hege)

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Ein weiterer Höhepunkt erfolgte anschließend mit dem „Lamento“ von Johann Chrisoph Bach (1642-1703), „Ach dass ich Wassers gnug hätte“ mit Clare Wilinson, Alt. Hier nahm der Sir wieder seinen Chefposten ein und spornte mit seinem Dirigat alle Beteiligten wieder zu einer Glanzleistung an.

Johann Christoph Bach, der Eisenacher Organist, Hof-Cembalist und Onkel zweiten Grades von Johann Sebastian, vertont den Propheten Jeremia mit schmerzlich-empfindsamen Lautmalereien. Mit Schlichtheit und mit einer mehr als bewundernswerten Gesangs-Ästhetik, vermag in diesem Lamento Clare Wilkinson restlos zu überzeugen. Das Wühlen von Geige, Bratschen und Continuo in den untersten Registern beim ach so grimmigen Zorn des Herrn – wird überwältigend dargeboten. Leichte Probleme bekommt die Mezzo-Sopranistin in den unteren Lagen, da könnte im Stimmvolumen zugelegt werden, aber die geringe Raumgrösse war hier ihr Vorteil, sie muss in den letzten Reihen mit ihrem Stimmvolumen angekommen sein.
Freudiger, frenetischer Schluss-Applaus bekundete wiederum, dass der Besucher mit dieser Aufführung mehr als zufrieden war.

Foto: Wiederum eine vortreffliche Vorstellung im Lamento durch Clare Wilkinson, Alt (© Copyright V.Hege)

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Das von mir mit Spannung erwartete Schlussspektakel mit dem wunderschönen Brandenburgischen Konzert Nr. I, F-Dur, BWV 1046, in der Besetzung mit Hörnern, wurde fast zum Fiasko. Schon nach dem Wiederbetreten des Podiums nach dem zuvor gehörten Lamento, geriet Sir Gardiner heftig ins Straucheln, er muss eine Stufe des Podiums verfehlt haben und konnte sich glücklicherweise am Cembalo schützend abstützen und einen heftigen Sturz vermeiden. Einmalig in seiner Art, überspielte er diese für ihn glücklich verlaufenen Situation, mit einer fast tänzerischen Schau-Sondereinlage und das Publikum dankte es ihm mit einem Sonderapplaus. Rührend konnte ich sehen, wie der Oboist Michael Niesemann sich sofort um den Sir kümmerte und nach seinem Befinden sich erkundigte.

Das war schon ein heftiger Beginn und setzte sich fort nach dem Einsetzen der ersten Tönen im Brandenburgischen Konzert Nr. I. Ungläubig schüttelte ich den Kopf, die Misstöne der Hörner waren zum Anfang unüberhörbar, was zum Teufel hat den Sir geritten, so eine für mich gesehene wundersame Interpretation der Hörner dem Publikum vorzusetzen? Für mich war die junge Anneke Scott und Gavin Edwards mit dem virtuosen und sensiblen Part für das Horn an diesem Abend überfordert. In dem weiteren Werk wurden sehr laute trompetenhafte Töne – das Orchester wurde schrecklich übertönt -, zum letzten Hallali geblasen, es war fast jazzige Musik. Ich konnte beobachten, dass die Geigerin Kati Debretzeni ob dieses Spektakels ein süss-säuerliches Gesicht bekam und das Publikum vor mir ungläubig darüber den Kopf schüttelten. Das grenzte fast an Jahrmarkts-Töne, leider, gerade dieses Werk bedarf eines sensiblen Spiels des Horns und dann so etwas…!!

Wenn dieses Konzert am Anfang zur Aufführung gestanden hätte, wäre ich dafür dankbar gewesen, es sollte wohl ein Highlight des Abends werden mit der Jazz-Einlage. So ist der sonst so wunderbare Gesamt-Eindruck des Abends ein wenig geschmälert worden und bekam einen faden Beigeschmack. Hier sehnte ich mich als Rausschmeisser-Musik nach dem Brandenburgischen Konzert Nr. II mit dem Star-Trompeter „Neil Brough“, da hätte die Halle Kopf gestanden, aber so..!!??

Foto: Gavin Edwards, Horn, links im Bild (© Copyright V.Hege)

Foto: links im Bild die junge Hornistin: Anneke Scott (© Copyright V.Hege)
Ich stelle hier allen Lesern einen Vidoe-Link von jpc zur Verfügung mit dem Anfang des Brandenburgischen Konzertes Nr. I, gespielt von dem Freiburger Barockorchster im Spiegelsaal Köthen, da hört sich das Waldhorn gediegener an. Zum Starten des Videos muss das seitenverkehrte Dreieck angeklickt werden, die Ladezeit dauert ein wenig, bitte Geduld !!

Link: http://www.jpc.de/jpcng/home/detail/-/hnum/6944511/iampartner/seinfo

Im Anhang füge ich ein Video vom 1. Brandenburgischen Konzert vom Label: solideogloria / monteverdi.co.uk bei, das während des Bachfestes 2008 in Köthen im Bachsaal entstanden ist.

© Videorechte: Label: http://www.solideogloria.co.uk/

Video: 1. Brandenburgische Konzert, Gardiner, Bachfest 2008 Köthen, Bachsaal

Trotz des für mich gesehenen Missgeschick mit dem Werk I, waren es zwei wunderbare Konzerte mit den Baroque Soloists und dem wunderbaren Gesang des Mezzo-Sopran: Clare Wilkinson. Der schönste Rahmen war einfach der Spiegelsaal, die Intimität des Raumes und Nähe zum stehenden Orchester, das umwerfende Zusammenspiel der großartig aufgelegten Instrumentalisten war einmalig und haftet weiterhin, was will man mehr…!!

Grüsse an alle

Volker

P-S. Wenn jeweils in das Foto geklickt wird, erscheint eine gesonderte Vergrößerung des Bildes !!

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Teil 1, Besuch der Brandenburgische Konzerte III, V, VI, im Spiegelsaal-Schloss-Köthen am 5.9.2008


Hallo,

nach dem Bericht von @Barbara, mit dem Besuch der Johannes Passion, welches wir bewusst ausgelassen haben, beginne ich mit Teil 1, den Brandenburgischen Konzerten im Spiegelsaal Köthen.

Nach der Aufführung der Johannes Passion als Eröffnungskonzert in St. Jakob am Mittwoch, 3.9.2008, im Rahmen der 22. Bachwoche Köthen, war für Gardiner ein freier Tag angesetzt, den wir zur Anfahrt genutzt haben.

Flyer vom Programm im Spiegelsaal

Foto: Das Köthener Schloss mit Spiegelsaal (© Copyright V.Hege)

Im Vorfeld war für mich die Splittung der zu hörenden Brandenburgischen Konzerte von Interesse, was mag Gardiner dazu bewogen haben, in seinem 1. Konzert die Werke III, V und VI im Spiegelsaal aufzuführen.

Das dritte und sechste Brandenburgische Konzert folgen der Form einer italienischen Ouvertüre aus Konzertsatz, langsamem Mittelsatz und Tanz, während das fünfte Brandenburgisch Konzert eine kleine Gruppe von Soloinstrumenten einem Streichorchester gegenübergestellt ist und repräsentieren damit die modernere Form eines „Concerto grosso“ hier ist der Schlusssatz ein Fugati mit einer voll ausgebauten Fuge.

Somit kann die Erklärung wohl auf der Hand liegen, das 3. Und 6. Brandenburgische Konzert sind in ihrer Kompositionsart identisch und bilden eine Einheit und wurden in einer Abänderung in der Programmabfolge als Schlusswerke nach der wiedergegebenen Kantate, aufgeführt.

Das 5. Brandenburgische Konzert weicht in der Kompositionsform von den vorgenannten Werken ab und ist als ein Kontrast-Werk in das Programm aufgenommen worden und als erstes Werk aufgeführt worden.

Als eine willkommene Bereicherung und Abrundung des Programms ist als ein „Juwel“ die Kantate, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ für Alt-Solo, in das Programm integriert worden.

Diese drei Brandenburgischen Konzertveranstaltungen von Gardiner, Monteverdi Choir und English Baroque Soloists hatten einen immensen Zuspruch und waren nach kurzer Zeit restlos ausverkauft.

Voller Vorfreude betraten wir den historischen Spiegelsaal und waren glücklich, in der ersten Reihe, hautnah am Orchester unsere Plätze vorzufinden. Die Sicht und das unmittelbare Geschehen spielte sich direkt vor uns ab, etwas störend die Enge des Sitzens in den Bänken aber das wurde durch die optimalen Bedingungen des vorgenannten mehr als wett gemacht.

Foto: Der Spiegelsaal, Schloss Köthen, links die Büste von J.S. Bach (© Copyright V.Hege)

Es erklang Kammermusik der feinsten englischen Art, virtuoses Orchester untereinander anspornend und bestens aufeinander abgestimmt, war es ein fulminantes Erlebnis, diesem Ausnahme-Orchester zuzuhören und das unter den gestrengen Blicken von J.S. Bach als Büste im Hintergrund des Cembalos. Er hätte an der Musizierfreude und das großartige Können aller Beteiligten seine helle Freude gehabt.

Foto: J.S.Bach-Büste, eine Kopie, die 1895 vom Leipziger Bildhauer; Carl Seffner; geschaffen wurde.
(© Copyright V.Hege)


Verwundert nahmen wir zu Kenntnis, dass der Sir die Protagonisten alleine die Brandenburgischen Konzerte vortragen lies, er hatte in der 1. Reihe seinen Sitzplatz eingenommen und verfolgte anhand eines vor ihm stehenden – niedrig eingestellten Pultes mit der darauf liegenden Partitur -, schmunzelnd, den Kopf im Takte wiegend, das Geschehen. Nach dem ersten Schluss-Akkord sprang er überglücklich als erster auf und rief in den Raum: „Bravi“, so entfesselt, beseelt und begeistert habe ich Gardiner noch nie in einem Konzert erlebt.


Foto: Begeisterter Sir Gardiner sitzend und zuhörend..!! (© Copyright V.Hege)


Schon nach dem Einsetzen des ersten Taktes kam die Intimität des Spiegelsaales voll zur Geltung und übertrug sich spontan auf die Zuhörer. Das war überirdische Musik, die nicht mehr zu toppen war, die Hörer waren schier aus dem Häuschen und mehr als begeistert. Das Niveau aller zu Gehör gebrachten Brandenburgischen Konzerte war auf dem gleichen künstlerischen Level und entsprachen einem Kunstgenuss auf höchster Ebene und wusste den Zuhörer mehr als zu begeistern.

Foto: The English Baroque Soloists, am Cello der überragende Danny Yeadon. (© Copyright V.Hege)

Eine ebenso fantastische Wiedergabe erfolgte zwischendurch mit der Kantate, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust.“ Hier lies es sich der Sir nicht nehmen und übernahm sein geliebtes Dirigat.

Das für Alt-Solo gespickte Werk wurde von einer Könnerin ersten Grades, mit Namen Clare Wilkinson, Mezzo-Sopran, vorgetragen. Ihr Stimmvolumen war optimal für diesen prächtigen Spiegelsaal, ihre Ausdrucksform und Gesangsvortrag war erhebend schön, in einem schönen roten langen Kleid war sie nicht zu übersehen und zu überhören, hier war sie der Mittelpunkt und wusste es durch ihre Gesangs-Kultur prächtig zu untermauern. Sie trug eine Perlenkette und so war es dementsprechend bildlich gesehen ein Perlengesang „per Excellence“ ein wunderschöner Kantaten-Vortrag, der sehr zu Herzen ging. Überglücklich nahm Gardiner sie am Ende an die Hand mit dem Bewusstsein, eine großartige Ausnahmesängerin in seinen Reihen zu haben.


Foto: Clare Wilkinson, Mezzo-Sopran, überzeugende Sangeskunst (© Copyright V.Hege)

Es gibt bei YouTube eine wunderbare Altus-Arie vom BWV 170 „Vergnügte Ruh“ von Andreas Scholl gesungen, sie ist unter Herreweghe veröffentlicht worden. Es ist ein fantastischer Altus-Gesang zu hören.

Link: http://de.youtube.com/profile_video_blog?sid=42B00DB5A1191AE6&id=FF04EBF8E01C6987


Der Schlussapplaus nach der Veranstaltung war entsprechend überwältigend, mit Standing Ovatione waren die Besucher überglücklich, es war eine Veranstaltung, die aufgrund der Intimität des Raumes und der Nähe zum grandiosen Orchester alle gepackt hatte. Es war ein Konzerterlebnis, wie man es in diesem Rahmen nur sehr selten erleben kann, so etwas bietet Köthen mit seinem rührigen Spiegelsaal und weiß alle in seinen Bann zu ziehen, hier ist der Geist von J.S. Bach spürbar, und das wurde von den Ausführenden in diesem Sinne entsprechend grandios umgesetzt.
Was will man als Hörer und Konzert-Besucher mehr verlangen…!!

Im Anhang füge ich zwei Videos von Brandenburgischen Konzerten vom Label: solideogloria / monteverdi.co.uk bei, die während des Bachfestes 2008 in Köthen-Spiegelsaal und Bachsaal entstanden sind.

© Videorechte: Label: http://www.solideogloria.co.uk/

Video: 3. Brandenburgische Konzert, Gardiner, Bachfest 2008 Köthen, Spiegelsaal

Video: 6. Brandenburgische Konzert, Gardiner, Bachfest 2008 Köthen, Spiegelsaal


Grüsse

Volker

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Bach Festtage Köthen – Impressionen zur Bach’s Johannes-Passion am 3.9.2008


@Barbara sagt:

Hallo,

Flyer zur Johannes Passion

Foto: Aufführungsstätte: St. Jakob Kirche in Köthen (© Copyright V.Hege)

Bach – Johannes-Passion im September – wie soll das gehen?
Das habe ich mich gefragt, als ich im Zug nach Köthen saß. Aber vielleicht ist es ja eine Chance, dieses Werk einmal nicht als „Gottesdienst“ zu hören, sondern als reines Konzert und die Musik von einer anderen Seite zu begreifen. Dachte ich, dachte ich aber falsch. John Eliot Gardiner hat es geschafft, vom ersten Takt an Chor und Orchester zu einem solch intensiven Musizieren zu motivieren, dass mir manchmal fast der Atem stockte. Ob es die leisen kontemplativen Stellen oder hochdramatische Stücke waren, egal, es war einfach fesselnd. Jedes Mal, wenn ich den Monteverdi Choir höre – und das gilt im selben Maße auch für die English Baroque Soloists -, bin ich verwundert, wie weit gesteckt die Grenzen dieses Chores sind. Sie singen einfach das Unmögliche – und es klingt und berührt.

Foto: Der Monteverdi Choir wartet auf seinen Auftritt. Während des Konzertes in der Jakobskirche galt striktes Fotografier-Verbot. (MZ-Foto: Heiko Rebsch) Genehmigung zur Veröffentlichung von der MZ am 8.9.2008 erteilt !

Es liegt nahe, dieses Konzert mit dem vom Karfreitag in Wolfenbüttel zu vergleichen. Aber das ist m.E. nicht richtig. Karfreitag dachte ich, dass diese Aufführung nicht zu toppen ist. Ich wurde eines besseren belehrt. Wobei ich nicht glaube, dass eines von beiden besser war, das Zweite jetzt habe ich einfach als viel intensiver empfunden. Die Solisten waren fast komplett ausgetauscht.

Einzig Nicholas Mulroy und Matthew Brook als Pilatus sangen in beiden Konzerten. Dieser hat mich wieder dazu gebracht, darüber nachzudenken, wieso ein so selbstbewusst polternder, dominant und aggresiv wirkender Pilatus zum Schluss so den Schwanz einzieht. Es ist halt so, wer am lautesten brüllt (nicht dass Matthew Brook gebrüllt hätte), hat am meisten Schiss. Und die „Eilt“-Arie – meine Güte – dieses Drängen, dieses Getriebensein, diese Verzweiflung waren fast nicht auszuhalten.

Katherine Fuge gelang der Spagat zwischen der tänzerisch leichten und der zweiten, tiefste Not ausdrückenden Arie sehr beeindruckend. Die Alt-Arien wurden von Claire Wilkinson gesungen, die für mich eine der besten Mezzo-Sopranistinnen und auf unnachahmliche Art und Weise Schmerz auszudrücken weiß. Allerdings verstehe ich jetzt unseren Kirchenmusiker, der nur für die Stelle „Der Held aus Juda siegt mit Macht“ für die letzte Johannes-Passion, die ich mitgesungen habe, einen Altus engagiert hatte. Hier war das Orchester doch ein wenig zu stark für ihre sensible Stimme.

Foto: Mezzo-Sopran Claire Wilkinson (© Copyright V.Hege)

Die Tenorarien wurden aufgeteilt. Die 1. Arie sang James Gilchrist – zu ihm komme ich noch – , die Zweite „Erwäge“ Nicholas Mulroy. Einen so schönen, zarten Regenbogen habe ich noch nie gehört. Es war wirklich zum Luftanhalten. Weil – wenn ich geatmet hätte -, wäre der Regenbogen weg gewesen. Die letzte Arie für Tenor sang Jeremy Budd. Die Bass-Arien, wie schon erwähnt, sang Matthew Brook bis auf „Mein teurer Heiland“, wofür Peter Harvey – warum auch immer – von seiner Kanzel stieg, von der aus er den Christus wunderbar warm, sehr menschlich und sehr eindringlich sang. Mit einer solchen Wärme habe ich ihn noch nie singen hören.

Und zum Schluss der, der alles zusammenhielt – der Evangelist James Gilchrist. Er hat diese „Geschichte“ unglaublich persönlich erzählt. Er lebte diese Geschichte, aber es wurde nie theatralisch. Ich hatte das Gefühl, da nimmt mich einer an die Hand, führt mich durch eine unglaublich aufwühlende Geschichte, schont mich nicht, führt mir die ganze Angst und Wut und Dramatik und Brutalität höchst bewegend vor, geht absolut an die Grenzen des Machbaren und Ertragbaren, aber er hält meine Hand fest und lässt mich nicht damit allein. Und wenn jemand noch einmal etwas über blutleere, kraftlose englische Tenöre schreibt, der hat – sagen wir es einmal milde – dieses Konzert nicht gehört. Was ganz klar gemacht hat, dass Verallgemeinerungen schlicht und ergreifend unzutreffend sind. Ich gebe zu – ich kenne dieses Werk praktisch auswendig -, aber wenn die Veranstalter die Besucher nicht so eng in die Reihen gepackt hätten, hätte ich nicht nur einmal auf dem Boden gesessen. So habe ich mich ob der Kraft in der Stimme von James Gilchrist erschrocken.

Ja – dies war wirklich keine Gute-Nacht-Geschichte, ich habe in der Nacht danach kaum geschlafen. Aber es war ein Konzert – mehr als ein Konzert – von dem ich noch lange zehren werde und für das ich allen Mitwirkenden tiefsten Respekt zolle.

Fazit: Johannes-Passion im September geht, aber WO im Juli – das sollte mir lieber keiner anbieten.

Grüsse

Barbara


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Zu den Rezensionen der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 22. Bachfest in Köthen


Hallo zusammen,

für alle, die nicht zum 22. Bachfest in Köthen anwesend sein konnten, stelle ich vorab die Link-Angaben zur „Mitteldeutschen Zeitung“ Köthen, hier bekannt.


Foto: Bannerwerbung am Köthener Schloss für die 22. Bachwoche (Fotorechte: V.Hege)

Aufführung der Johannes Passion von J.S. Bach als Eröffnungskonzert in der St. Jakob Kirche am 3.9.2008 in Köthen zur 22. Bachwoche, Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Leitung Sir John Eliot Gardiner.


Foto: St. Jakob Kirche in Köthen (Fotorechte: V.Hege)

Rezension von Gardiner und dem Monteverdi Choir und English Baroque Soloists von der Johannes Passion in der St. Jakob Kirche, Köthen, als Eröffnungskonzert am 3. September 2008 von der MZ.

Köthen/MZ. Nach dem letzten Ton verharren John Eliot Gardiners Hände in der Luft, als wolle der Dirigent seinen Musikern den Segen spenden. Wie in Zeitlupe sinken sie schließlich herab – und dann nehmen die aus dem Bann entlassenen Zuhörer das Geschehen in die eigene Hand: Applaus für die „Johannes-Passion“ mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir, Jubel zum Auftakt der Bach-Festtage in Köthen.

Es ist der 22. Jahrgang dieses Barockfestes, das einen relativ kurzen Abschnitt im Leben des Komponisten feiert. Mag sein, dass Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer die hier zwischen 1717 und 1723 entstandenen Werke auf die normale menschliche Produktivität umrechnete, als er Bach in seiner Eröffnungsansprache ganze 15 Jahre in Köthen andichtete. Immerhin bewies die Anwesenheit von vier Kabinettsmitgliedern aber das Wohlwollen, das Sachsen-Anhalt dem Festival entgegenbringt – und das es sich mit stetig wachsender Resonanz auch verdient. Bei der Güte der Interpreten sind hingegen naturgemäß Grenzen gesetzt. Denn wie will man ein Fest steigern, bei dem Sir Gardiner Stammgast ist?

Schon in den ersten Sekunden der dramaturgisch heiklen „Johannes-Passion“ war klar, dass hier abermals Außerordentliches geschehen sollte. Wie lose Fäden einer Überlieferung musizierten die britischen Barock-Solisten den Auftakt, der sich im chorischen „Herr“ zur Mischung aus Euphorie und Schrecken verdichtete. Der Monteverdi Choir war fortan Hauptakteur und Mitleidender im Passionsgeschehen, in seiner Mitte fand Gardiner nach bewährter Manier die Solisten, aus ihm schöpfte er szenische Dramatik wie innige Andacht.

Zwei Partien aber sind so wuchtig und wichtig, dass sich ihre Interpreten erst gegen Ende in die relativ kleine, aber mächtige Schar einreihen können. Peter Harvey singt einen gleichermaßen selbstbewussten wie schicksalsergebenen Christus, dessen Entrückung auf die Kanzel der Erniedrigung im Leiden zu widersprechen scheint. Und James Gilchrist ist ein Evangelist, wie man ihn kaum besser wünschen könnte: verlässlich und einfühlsam, ohnmächtig beobachtend und wütend kommentierend.

Da ereignet sich das Karfreitagsgeschehen wirklich Anfang September – und das in allen Farben optimal genutzte Orchester fegt wie ein schneidender Wind über Golgatha, während der Chor verzagt sein irrlichterndes „Wohin?“ flüstert. Es gibt an diesem Abend natürlich keine Erlösung – aber einen Choral wie einen Weckruf, dessen letzte Zeile als Motto über der Lebensreise Bachs wie über der Spurensuche Gardiners stehen könnte: „Ich will dich preisen ewiglich!“

(Die Genehmigung zur Veröffentlichung am 8.9.2008 von der MZ erteilt !)

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Bach strömt durch Köthen

Auftritte der Ensembles von Thomas Hengelbrock und John Eliot Gardiner krönen das Fest

von Ute van der Sanden und Andreas Hillger, 07.09.08, 17:45h, aktualisiert 07.09.08, 20:44h

Bach-Nacht in Köthen

Foto: Auch einheimische Ensembles wie das Schlossconsortium beteiligen sich an der Bach-Nacht. (MZ-Foto: Heiko Rebsch)

Köthen/MZ. Die 22. Köthener Bachfesttage sind am Sonntag mit einem Konzert der Berliner Barocksolisten zu Ende gegangen. Intendant Hans Georg Schäfer sagte zum Abschluss, es seien weit mehr als die erwarteten 5000 Besucher gekommen. Auf dem Programm des Festivals standen 14 Veranstaltungen. Erstmals wurde auch im Bach-Saal gespielt, der in der einstigen Reithalle des Schlosses 450 Plätze bietet.

Vielleicht hätten die englischen Barock-Solisten Johann Christoph Bachs „Ach, dass ich Wassers gnug hätte“ doch nicht so inbrünstig spielen sollen: Bei der Köthener Bach-Nacht erhörte der Himmel die Bitte jedenfalls und überschüttete das Publikum im Vorhof des Schlosses mit schweren Tropfen. Die gute Laune ließ man sich vom Regen freilich nicht vertreiben – und lauschte dem Jazz des König-Trios wie dem Kammerpop des Duos Cappriccio, den a-cappella-Piecen der blutjungen Nobiles und dem Schlossconsortium.

Drama und Andacht

Als Stargast der langen Nacht waren noch einmal jene Gäste angekündigt, die bereits zuvor in der Jakobskirche für Begeisterung gesorgt hatten. Thomas Hengelbrock hatte mit Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble jene beiden Klangkörper nach Köthen gebracht, die untrennbar mit seiner eigenen steilen Karriere in der Alten-Musik-Szene verbunden sind – und aus dem überreichen Kantatenschatz des Johann Sebastian Bach zudem drei Beispiele gewählt, die das Spektrum der Gattung von strenger Reflexion bis zur dramatischen Vergegenwärtigung ausschritten.

Dabei erwies sich Hengelbrock einmal mehr als energischer Durcharbeiter des musikalischen wie geistlichen Gehalts, der die Überblendung von religiöser und erotischer Verzückung in den Duett-Arien von „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ so stilsicher balanciert wie die altväterlich-kuriosen Ermahnungen in „Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“. Zu Gebote stand ihm dafür ein Orchester, das mit federnder Energie und geschmeidigem Volumen akzentuiert – und ein Chor, dessen Virtuosität in der Motette „Jesu, meine Freude“ voll zum Tragen kam. Diese Sänger sind in kunstvollster Verwirrung so sicher wie in einträchtiger Andacht – bravo!

Für das Fest-Kontinuum aber sorgten andere Stars: Nachdem sie die Bachfesttage bereits mit der „Johannespassion“ eröffnet hatten, legten John Eliot Gardiner und sein Orchester mit allen sechs Brandenburgischen Konzerten nach – drei im neuen Bach- und drei im alten Spiegelsaal. In beiden wurde die Luft schnell dick, vom alten Saal darf indes nichts anderes erwartet werden. Im Schloss fand zugleich die intensivere Begegnung der musikalischen wie der menschlichen Art statt. Die Freude war beiderseits: Das Publikum saß so nah am Podium, dass es in ehrfürchtige Dauerstarre fiel, die Musiker genossen den Schwung des Vormittags und die helle, direkte Akustik.

Die kammermusikalischen Dauersitzungen – es gab keine Pausen – strapazierten die Geduld der Zuhörer, musikantische oder aufführungspraktische Offenbarungen standen nicht an. Gleichwohl teilte sich in den kleinstmöglichen Besetzungen eine herrliche Vielfalt des Ausdrucks mit. Manchmal nur sieben, höchstens aber elf English Baroque Soloists intonierten aristokratisch, aber nicht verklemmt, mit sehr weichem Toneinsatz in den hohen Streichern und feuriger Grundierung durch Gamben, Celli und Bass. Sie nahmen die Ecksätze quicklebendig, sprühend virtuos, die langsamen betont verhalten und spirituell enthoben; jeder Satz ähnelte einem Pendel, der einen einzigen Impuls benötigt, um zum Schlussakkord durchzuschwingen.

Bravi vom Meister

Gute Laune verbreiteten die exponierten Hornstimmen im ersten Konzert, darin Jagdmotive mit fetzigen Schleifern über die Tutti-Teile gellten. Nach den Bläsern waren am Sonnabend im fünften, sechsten und dritten Konzert die Streicher dran – und der Finalsatz des letzteren swingte ungemein. Die große Cembalo-Partie: brillant und überraschend dezent. Claire Wilkinson, Altistin beim Monteverdi Choir, sah wunderschön aus und litt ebenso am Text. Nur besitzt ihre Stimme ein ganz flaches Brustregister, womit Johann Christoph Bachs Lamento nicht gedient war.

Das Publikum war dennoch hingerissen. Was sonst passierte: Der Oboist verlor sein Mundstück, die Bratscherin legte eine Ersatzsaite unters Pult. Sir Johns freitäglicher Sturz vom Podest war glimpflich abgegangen, tags darauf dirigierte er nur die Kantate „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ und überließ die Konzerte den sich aufs Vorzüglichste organisierenden Instrumentalisten – offenbar zur Zufriedenheit, denn Gardiner war stets der erste, der Bravi in den Saal warf.

(Die Genehmigung zur Veröffentlichung am 8.9.2008 von der MZ erteilt !)

Eine weitere Rezension von der Akademie für Alte Musik, Berlin, zum 22. Köthener Bachfest, nachstehend:


Zur Vergrößerung in das Bild klicken..!!

(Genehmigung zur Veröffentlichung von MZ am 8.9.2008 erteilt !)

Grüsse an alle

Volker

22. Köthener Bachfest: Abschlusskonzert wird von FIGARO aufgezeichnet


Hallo zusammen,

eine erfreuliche Nachricht erreicht mich vom mdr:

Neu eröffneter Saal im Köthener Schloss als Spielstätte

Zu Gast im neuen Johann-Sebastian-Bach-Saal sind auch die „Akademie für Alte Musik Berlin“ und das „Vocalconsort Berlin“ mit Flötenkonzerten und Kantaten.

Foto: Der neue Johann-Sebastian-Bach-Saal am Schloss Köthen (Fotorechte: V.Hege)

Den Abschluss der 22. Köthener Bachfesttage am Sonntag, 7. September 2008, gestalten im Johann-Sebastian-Bach-Saal die Berliner Barock Solisten mit Albrecht Mayer, Oboe, und Rainer Kussmaul, Violine und Leitung.

Es erklingen folgende Stücke:

  • J. Bernh. Bach – Ouverture (Suite) für Violine, Streicher und B.c. Nr 1 in g-moll
  • J. S. Bach – Konzert für Oboe, Streicher und B.c. d-moll BWV 1059
  • A. Vivaldi – Konzert für 4 Violinen, Streicher und B.c. B-Dur RV 553
  • A. Vivaldi – Konzert für Oboe, Violine, Streicher und B.c. in B-Dur RV 548
  • A. Vivaldi – Concerto für Streicher und B.c. in g – moll RV 156
  • J. S. Bach – Konzert für Oboe, Violine, Streicher und B.c. d-moll BWV 1060

MDR FIGARO zeichnet das Abschlusskonzert der „Berliner Barocksolisten“ am 7. September 2008, 17:00 Uhr auf und sendet es am 14. September 2008, 19:30 Uhr in seinem Programm in Stereo und Dolby digital 5.1.

Diese Aufzeichnung muss ein weiteres Highlight von den 22. Köthener Bachwochen sein mit dem überragenden Oboisten: „Albrecht Mayer.“

Viel Spass beim Hören oder Aufzeichnen..!!

Grüsse

Volker

P.S. Unsere Rezensionen mit Bilder von den Gardiner-Konzerten in Köthen erfolgen schnellstens !!

Neuerscheinung eines Musikbuchs über den Komponist Joseph Haydn


Hallo,

heute habe ich eine Rezension in der Zeitung: DIE ZEIT von Dieter Hildebrandt verfasst, über die Neuveröffentlichung des Musikbuches über den Komponisten Joseph Haydn gelesen. Es scheint eine interessante Neuausgabe zu sein, zumal es sich nicht um eine „Papa-Haydn-Tümelei handelt. Es wurde von dem Musikwissenschaftler und Dirigent Hans-Josef Irmen, ein neues Buch über Joseph Haydn – Leben und Werk vorgelegt.

Link zur ganzen Rezension in „DIE ZEIT“

MUSIKBUCH
Hans-Josef Irmen: Joseph Haydn. Leben und Werk

Hans-Josef Irmen: Joseph Haydn. Leben und Werk;
Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2007; 363 S., 24,90 €
© Böhlau Verlag

Link zum Böhlau-Verlag mit einer Bestellmöglichkeit !

Grüsse

Volker

Vom Label – Soli Deo Gloria – Brahms-Symphonie Nr.1 – CD Neuveröffentlichung


Hallo,

eine erste Neuveröffentlichung für alle Brahms-Freunde gibt es vom Label: „Soli Deo Gloria“ / „monteverdi.uk“ mit Brahms, Symphonie Nr. 1, sie liegt vor als SDG 702 – CD.

1 Brahms-CD als SDG 702 veröffentlicht !

Brahms – Begräbnisgesang, Op. 13

Mendelssohn – Mitten wir in Leben sind Op. 23

Brahms – Schicksalslied, Op. 54

Brahms – Symphony no.1 in c minor, Op. 68

(recorded: London & Paris)

The Monteverdi Choir | Orchestre Révolutionnaire et Romantique | John Eliot Gardiner

Weitere Informationen zu der CD :als PDF-Information in „Deutsch“ herunter zu laden !

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

Zur CD-Bestellung den nachstehenden Link anklicken

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Grüsse

Volker

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Gardiner mit der Johannes Passion am 6.9.2008 im SWR2


Hallo zusammen,

nach sehr schönen Urlaubstagen in der Schweiz melde ich mich mit dieser Neuigkeit von @Barbara, zurück und stelle es in einem Hauptbeitrag allen zur Verfügung:

@Barbara sagt:

Liebe Iris,
danke schön, dass Du das in die Hand genommen hast. Hier kommt der 2. Teil des Textes, den ich an Volker geschickt habe:

Vor dem Konzert gab es eine 45-minütige Einführungsveranstaltung mit John Eliot Gardiner und Mark Padmore. Diese ist auch abrufbar, leider aber nur für in UK Lebende. Falls jemand Beziehungen dorthin hat und diese zum Aufnehmen aktivieren könnte, wäre ich für eine Kopie sehr dankbar.

Hier der Link:
http://www.bbc.co.uk/proms/2008/whatson/plus.shtml#20080824b

SWR2 sendet auch eine Aufzeichnung dieses Konzertes, und zwar am Samstag, dem 6.9.2008:
19.05 Uhr bis 22:00 Uhr von BBC Proms

Link zum SWR2 http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html

oben rechts am Rand der Webseite – Webradio hören – anklicken..!!

Bach-Tag
Orgelwerke
Simon Preston (Orgel)

Johannespassion BWV 245
Mark Padmore – Evangelist (Tenor)
Peter Harvey – Cristus (Bass)
Katherine Fuge (Sopran)
Robin Blaze (Countertenor)
Nicolas Mulroy, Jeremy Budd (Tenor)
Matthew Brook (Bass)
Monteverdi Chor
Englische Barocksolisten
Leitung: John Eliot Gardiner
(Konzerte vom 24. August)

SWR2 hat nur den Nachteil, dass der Livestream in Mono und in einer sehr geringen Qualität gesendet wird.

Und live ist das Ganze, dann mit anderem Evangelisten, ja am 3.9. in Köthen zu hören…

Auf dass ich jetzt Eure Rechner kräftig beschäftigt habe.
Viele Grüße und fröhliches Aufnehmen
Barbara

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P.S. Ebenfalls von mir herzliche Grüße an alle

Volker

Orgel-Konzert und Arien von Bach, Händel, Mozart in der Ev. Petri-Kirche, Herford


Hallo,

ich möchte es nicht versäumen, das gestern gehörte Orgelkonzert mit zusätzlichen Arien von J.S. Bach, G.F. Händel und W.A. Mozart, dem Forum vorzutragen.

Sonntag, 17. August 2008, 18.00 Uhr Ev. reform. Petri-Kirche, Herford, KONZERT für SOPRAN und ORGEL Brigitte und Burkhard Ascherl / Bad Kissingen
im Rahmen des Herforder-Orgelsommers 2008

Foto: Ev. reform. Petri-Kirche, Herford. (Fotorechte: V.Hege)

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Programm:

J. S. Bach BWV 593, 1. Satz aus dem Concerto a-Moll von A. Vivaldi

Sopran-Aria „Gottes Engel weichen nie“
aus der Kantate „Man singet mit Freuden vom Sieg“ BWV 149

G. F. Händel Orgelkonzert F-Dur op. 4, Nr. 4 (Bearbeitung: B. Ascherl)
Allegro – Andante – Adagio – Allegro

Sopran-Aria „O hätt’ ich Jubals Harf’“
aus „Josua“
Sopran-Aria „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“
aus „Messias“

W. A. Mozart Fantasie f-Moll für eine Flötenuhr KV 594
(Adagio – Allegro – Adagio)

Sopran-Arien „Dulcissimum convivium“ und „Agnus Dei“
aus „Litaniae de venerabili altaris sacramento” KV 243

J. S. Bach, BWV 29 / Orgel, Sinfonia aus Satz eins, aus der Ratswahlkantate:
„Wir danken dir, Gott“

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Foto: Steinmeier-Orgel von 1960 in der Ev.ref. Petri-Kirche Herford. (Fotorechte: V.Hege)

Der Besucherzuspruch für dieses ausgewogenen Konzert-Programm war übermächtig, nicht alle Anwesenden konnten einen Sitzplatz einnehmen und mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Bach, Händel, Mozart, ziehen einfach die Besucher in ihren Bann. Die sehr moderne Orgel-Literatur dagegen hat hier Probleme, die Kirchen füllen zu können.

Aus dem vergangenen Orgelsommer-Programm in 2007 ist der Organist: Ewald Kooiman, Amsterdam, noch in sehr guter Erinnerung haften geblieben, mit seinem umfangreichen Bach-Programm, in der St. Marien-Kirche, Stift Berg, die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, konnte er die Besucher mehr als zufrieden stellen, es war eine überragende Veranstaltung.

Link zur Rezension aus 2007 bitte klicken..!!

Hier sollten sich die Veranstalter einmal Gedanken darüber machen, solche Programminhalte für den Orgelsommer 2009 mit zu berücksichtigen, denn nicht jeder Orgel-Freund mag die sehr moderne Orgel-Literatur….!!

Die Kirche wurde im vergangenen Jahr umgebaut und modernisiert, die ehemalige Orgelempore wurde zu einem Veranstaltungsraum umgebaut und zum Kirchenraum verglast. Ihren neuen Standort erhielt die Orgel im ehemaligen Altarraum. Ob diese Lösung als vortrefflich anzusehen ist, darüber kann gezweifelt werden.

Als guter Standort dazu erwies sich der Platz für die gegebenen Sopran-Arien von Brigitte Ascherl, aufgrund ihrer guten und vernehmbaren Akustik.

Einleitend begann das Konzert mit dem Orgelprogramm von J.S. Bach, mit dem BWV 593, 1. Satz aus dem Concerto a-Moll von A. Vivaldi. Sicher, gefühlvoll registrierend, empfahl sich der Organist: Burkhard Ascherl, als ein Könner in dieser Orgel-Literatur an der kleinen Steinmeier-Orgel.

Die darauf folgende Sopran-Arie aus dem BWV 149 – (aus der Kantate: „Man singet mit Freuden vom Sieg) – mit dem 4. Satz: „Gottes Engel weichen nie“ wurde von der Orgel unterstützend, klar und deutlich vernehmbar von der Sopranistin vorgetragen. Leichte Unsicherheiten in den hohen Stimmlagen und gepresste Töne, vermochten dieser schönen Arie nicht den entsprechenden Glanz verleihen. Diese gleichen Schwierigkeiten besass sie in den Arien aus dem Messias von G.F. Händel. Als Nachteil ist die Dominanz der Orgel zu erwähnen, als vortrefflicher würde sich ein Cembalo in der Continuo-Begleitung anhören.


Foto: (Sopran) Brigitte Ascherl und Burkhard Ascherl (Orgel) aus Bad Kissingen. (Fotorechte: V.Hege)

mp3-Hörprobe: BWV 149, Sopran-Arie, 4. Satz: „Gottes Engel weichen nie…!!


Vortrefflich erklangen die Arien von W.A. Mozart, aus dem KV 243, „Dulcissimum convivium“ und dem „Agnus- Dei“ aus Litaniae de venerabili altaris sacramento. Hier erwies sich die Sopranistin „Brigitte Ascherl“ als eine vortreffliche Gesangs-Solistin, die voll zu überzeugen wusste und stimmlich ihren Glanzpart hatte.

Ein absoluter Höhepunkt wurde zum Schluss zu Gehör gebracht. Aus dem BWV 29, „Wir danken dir, Gott“, erklang die Sinfonia aus der Ratswahl-Kantate als Orgel-Solo. Hier kam die ganze Erfahrung des Organisten zur Geltung, fantastisch registriert und in herrlichen Klangfarben, verstand er es virtuos, aus dieser kleinen Orgel ein Klang-Spektrum hervor zu zaubern, dass beispiellos erscheint. Das war Orgelmusik aus anderen Sphären und beglückte die Zuhörer.

Link YouTube: zum Orgel-Solo aus dem BWV 29, bitte klicken !

Lang anhaltender Applaus dankte den Vortragenden für ein ausgewogenes und vielseitiges Konzert-Programm.

Grüsse
Volker

Bach Digital, wer weiss Quellen dazu


@Iris sagt:

Hallo zusammen,

es gibt ja inzwischen „Bach digital“ mit Autographen, die von den Unis Leipzig, Dresden, Berlin, öffentlich zugänglich gemacht worden sind. Ich würde mir diese Autographen von Bach so gern anschauen, aber ich komm nicht dran. Ich war jetzt schon auf soviel verschiedenen Seiten und finde nichts. Wer kann weiterhelfen…!!

Grüsse
Iris

P.S. Ich bemerke gerade, dass die Links im Kommentar nicht aufrufbar sind. Ich füge die Web-Seiten hier noch einmal dazu.

Staatsbibliothek in Berlin, Bach-Digital

Web-Seite von www.Bach-Digital

Sächsische Landesbibliothek

Grüsse
Volker

Besprechung: CD’s von SDG 144 Vol.25 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Mai 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 144, Vol. 25 / – zwei CD’s –

SDG 144, Vol. 25 / zwei CD’s

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Kantaten für den fünften Sonntag nach Ostern (Rogate)

BWV 86 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch
BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen
BWV 97 – In allen meinen Taten

(Aufführungsstätte: Annenkirche Dresden am 27. und 28. Mai 2000)

Soloists: Katharine Fuge | Robin Tyson | Steve Davislim | Stephen Loges


Foto: Aufführungsort Annenkirche, Dresden

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Kantaten für den Sonntag nach Himmelfahrt (Exaudi)

BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun I
BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich
BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun
Fürchte dich nicht – Johann Christoph Bach

(Aufführungsstätte: Sherborne Abbey, Sherborne am 4. Juni 2000)

Soloists: Joanne Lunn | Daniel Taylor | Paul Agnew | Panajotis Iconomou
The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

Foto: Aufführungsort Sherborne Abbey, England (Fotorechte: http://www.dorsets.co.uk)


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Click here „Gardiners-Reisetagebuch“ for a German
Translation of the sleeve notes.

Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von David ‚Watkin; Violoncello,
zur SDG 144 Vol. 25

Hörproben und Bestellung der CD’s über j p c – „

oder bei
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Rezension CD 1

Kantate: BWV 86 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch (für den Sonntag Rogate)

Bach hat diese Kantate in seinem ersten Leipziger Amtsjahr zum 14. Mai 1724 komponiert.
Im Eingangssatz sind alle Stimmen, nicht nur der Bass, sondern auch der Streichersatz, vokal konzipiert.

Gardiner in seinem Reisetagebuch erwähnt dazu:

Bach betont den Optimismus, der im Text der Kantate angelegt ist, indem er eine abwärts gerichteten
modulatorischen Bogen beschreibt, der in E-dur beginnt und endet, einer Tonart, die an der obersten Grenze seines tonalen Spektrums angesiedelt ist und daher positive Assoziationen und Empfindungen
aufblitzen lässt. Die auf der obligaten Violine virtuos vorgetragenen gebrochenen Akkorde in der Alt-Arie (Nr. 2) symbolisieren natürlich die Rosenzweige, die gebrochen werden sollen. Die Arie schildert das
gewagte Unterfangen, die Dornen zu überwinden, um zur Blüte vorzudringen (eine Metapher für spirituelle Freude und Schönheit). Das Brechen der Rose ist hier nicht einfach nur ein Schnitt mit der Gartenschere, sondern eine sich drehende, zerrende Figur bei dem Wort ‚brechen’, und die Dissonanz kennzeichnet die ‚stechenden’
Dornen.

Im 5. Satz ist eine rührige Tenor-Arie ( Steve Davislim ) mit dem „Gott hilft gewiss…“ zu hören, eine wertvolle „da-capo-Stelle.“ Dieser Text und das herrliche Bc gibt einem Trost und Zuversicht für den grauen Alltag, der Tenor:
– Steve Davislim – weiss diesen Text gesanglich vortrefflich vorzutragen. Es scheint, der gesamte Text wird dem Hörer vielfältig zugerufen…!!

Der Schluss-Choral: „Die Hoffnung wart‘ der rechte Zeit“ wird vom Monteverdi Choir in seiner unnachahmlichen Art entsprechend vorgetragen.

Kantate: BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen (für den Sonntag Rogate)

Diese Kantate ist zum 6. Mai 1725 komponiert worden. Der zweite Satz scheint von Bach als Text persönlich hinzugefügt worden zu sein, um den Übergang zum folgenden Trostwort Jesu weniger schroff zu gestalten, wahrscheinlich auch, um die Folge ähnlicher Sätze; Arie – Arioso – Arie – , aufzulockern.

Im 5. Satz überzeugt mich der Tenor ( Steve Davislim ), mit der vortrefflichen Bass-Arie: „In der Welt habt ihr Angst“ entsprechend der Text-Aussage kommt die „Angst“ gesanglich in einer quantiativen Qualität zur Geltung.

Gardiner äußert sich zum 6. Satz: „Ich will leiden, ich will schweigen“

Erst im sechsten Satz, einem ausgedehnten Siciliano in B-dur von unbeschreiblicher Schönheit für Tenor, Streicher und Continuo, wird Bachs Gesamtkonzept deutlich: Er will Sorge und Freude, Moll und Dur so gewichten, dass die Verheißung, der gequälten Seele werde Trost zuteil, nur um den Preis der Passion und Kreuzigung Christi erfüllt werden kann. Die sanfte, lyrische, fast pastorale Stimmung, in der Reue und Akzeptanz geäußert werden, ist daher mit Dornen gespickt, gewürzt mit vereinzelten Dissonanzen bei den Wörtern ‚leiden’, ‚Schmerz’ und ‚verzagen’.

Eine Stelle, die beeindruckend mehrmals gehört werden kann, die Streicher und ein überragender Tenor vermögen dieser Arie den Stellenwert klanglich und interpretatorisch perfekt und berührend zu Gehör zu bringen.

Ein schöner Abschluss der Kantate erklingt mit dem Choral: „Muss ich sein betrübet.“

Kantate: BWV 97 – In allen meinen Taten (Kirchenkantate für verschiedene Bestimmungen)

Über das Entstehungsjahr dieser Kantate, 1734, wird durch Bachs autographe Datumseintragung gesichert.

Gardiner beschreibt in seinem Reisetagebuch dazu:

Sie greift in den Ecksätzen auf die herzrührende Melodie des Liedes ‚Innsbruck, ich muss dich lassen’ von Heinrich Isaac zurück. Einer Theorie zufolge soll sie ebenso wie die drei übrigen späten Choralkantaten (BWV 100, 117 und 192) ursprünglich als Hochzeitskantate komponiert worden sein. Aus der Rückschau betrachtet hätten wir diese wunderbare Kantate eigentlich an den Anfang unserer Pilgerreise stellen sollen, denn Paul Fleming schrieb seinen Text offensichtlich vor Antritt einer langen und gefahrvollen Reise, die er 1633 nach Moskau unternahm.

Bach vertont alle neun Strophen unverändert, vier als Arien, eine als Duett und zwei als Rezitative, und sorgt in der Instrumentierung (anders als sonst verzichtet er auf die Orgel im dritten, vierten und siebten Satz) und in der Stimmung für eine solche Abwechslung, dass die Aufmerksamkeit der ausführenden Musiker wie der Hörer ständig gefordert ist.

Diese Kantate ist mit innigen Köstlichkeiten nur so gespickt, schon der Eingangssatz versprüht ein musikalisches Feuerwerk der Genialität. Die Baroque Soloists spielen die Einleitung in straffen, punktierten Rhythmen in einer beeindruckenden feierlichen Form. Rhythmisch bewegt sich dazu in seiner gesanglichen unübertroffenen Art der Monteverdi Choir mit dem: „In allen meinen Taten.“ Das Orchester und der Chor beeindrucken mit einer fantastischen Ensemble-Leistung von absoluter Grösse, Perfektion und einer homogenen Einheit, die den Hörer mehr als beeindruckt.

Hervorheben möchte ich aus dieser wunderbaren Kantate den 4. Satz mit der Tenor-Arie: „Ich traue seinen Gnaden.“
Ein virtuoser Violonsolo-Part erklingt in inniger und berührender Einmaligkeit und bildet mit dem qualitativ vortrefflichen Tenor eine grandiose Einheit. Eine da-capo Stelle, die zum verinnerlichen dieser herausragenden Komposition einlädt.

Katharine Fuge (Sopran), überzeugt im 8. Satz mit einer schönen Sopran-Arie: „Ihm hab ich mich ergeben.“

Ein schlichter siebenstimmiger Choralsatz: „So sei nun, Seele, deine“ beschliesst ein Kantatenwerk von erhebender Schönheit. Dieses zu unterstreichen vermag der Monteverdi Choir in allen Belangen vortrefflich umzusetzen, eine Freude, diesem vorzüglichen Gesangs-Ensemble zuzuhören, ein Genuss….

Meine Anmerkung zur Rezension von CD 1

Sir J.E. Gadiner findet immer die richtige Nuancierung, Rhythmik und Tempo für jeden einzelnen Satz. Nichts wirkt hektisch, gekünzelt, übereilt, eben ein Interpret und penibler Arbeiter in den Proben, der nichts dem Zufall überlässt und somit ein Gesamt-Kunstwerk mit Bach’scher Musik schafft, dass im Ergebnis vortrefflich ausfällt.

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Rezension CD 2


Kantate: BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun (für Sonntag Exaudi)

Die Kantaten 44 und 183 werden desselben Anfangs wegen oft als 1. Komposition bezeichnet, doch haben beide außer dem Sonntag ihrer Bestimmung nur den Text des einleitenden Bibelworts gemein, weitere textliche oder gar musikalische Beziehungen bestehen nicht.
Das BWV 44 ist in Bachs erstem Leipziger Amtsjahr zum 21. Mai 1724 entstanden.

Dürr sagt zu dieser Kantate folgendes:

Für die Vertonung des einleitenden Bibelworts wählt Bach eine Form, die in seinen Kantaten selten, bei Telemann um so häufiger zu finden ist und einen der zahlreichen Versuche darstellt, die traditionelle Reihungsform der Motette wegen ihrer vorzüglichen Eignung zu musikalischer Ausdeutung mehrgliedriger Prosatexte nicht aufzugeben, sondern mit den konzertanten Formen des Spätbarock zu vereinigen: Der Text wird so aufgeteilt, dass der Beginn von zwei „Concertisten“ gesungen wird, (Satz eins), die Fortsetzung dagegen dem Chor zufällt.

Der konzertierender Eingangssatz ist von besonderer Schönheit, ein ausdrucksvoller Klagegesang. Vortrefflich abgestimmt, eine Offenbarung in der intensiven Musikalität und ein harmonisches Miteinander zeichneten in diesem Arien-Duett für Tenor ( Paul Agnew ) und Bass ( Panajotis Iconomou ) „Sie werden euch in den Bann tun“, als ein ideales Gesangs-Duo aus.

Im zweiten Satz erklingt der Choralsatz: „Es kommt aber die Zeit.“ Was für ein rhythmischer und überirdischer Chorgesang wird hier wieder geboten, das ist Perfektion pur….

Dies setzt sich im Schlusschoral: „So sei nun, Seele deine“ in der gleichen Qualität fort, getragen, sinnlich und von erhabener Schönheit ist dieser Chorgesang, da läuft einem ein Schauer über den Rücken und ist beglückt über eine Sanges-Kunst der Vollkommenheit.


Kantate: BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich (Kirchenkantate für verschiedene Bestimmungen)

Nach Dürr wirkt die Kantate in vielen Teilen unreif und verhält sich zu den frühen Weimarer Kantaten Bachs wie eine Skizze zur Ausführung. Dennoch ist nicht zu verkennen, dass sie die charakteristischen Züge der Bach’schen Satztechnik aufweist, insbesondere Stimmtausch sowohl inakkordliche Blöcken als auch in imitatorischen Abschnitten.
Die Chaconne kehrt als Chorsatz im Jahre 1714 in der Kantate 12 wieder, aber in wesentlich vollendeter Form.
Sollte die Kantate 150 unecht sein, so wäre zu vermuten, dass das Werk von einem früheren Bach-Schülers entstanden sein könnte unter tätiger Mithilfe des Lehrers..!! Diese Kantate hat sich viel Kritik und Echtheitszweifel gefallen lassen müssen. Um 1708 / 1709 könnte sie entstanden sein.

Hierzu kann ich nur folgendes feststellen, auch sie besitzt ihre nuancierten Feinheiten. Bedingt durch ein hervorragend klanglich aufspielendes Orchester und dem bezaubernden Gesang des Monteverdi Chores. Hier erweist sich wieder einmal die vortrefflich Grösse des Interpreten J.E. Gardiner was er aus dieser Kantate heraus kitzelt imstande ist. Piano-Gesang in Perfektion, rhythmische Verflechtungen an richtigen Stellen gesetzt, erweist sich als genial und geben dieser Kantate die entsprechende Würze.

Kantate: BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun (für den Sonntag: Exaudi)

Die Kantate wurde von Bach zum 13. Mai 1725 komponiert.

Dürr sagt dazu: Bachs Komposition fällt durch ihre ungewöhnliche Instrumentenbesetzung auf: Außer Streichern und Continuo werden nicht weniger als 4 Oboen, 2 Oboi d’amore und 2 Oboi da caccia, verlant, ferner in Satz 2 ein Violoncello picollo.

Das Violoncello piccolo wurde erstmals in das Instrumentarium der Kantaten aufgenommen und wurde in dem BWV 180 erstmals verwendet. Es ist ein von J.S. Bach erfundenes Instrument, das einer überdimensionierten Bratsche gleicht, auf dem Arm gehalten wurde und sonderlich zur Darstellung bewegter Partien in Baß- und Tenorlagen zu dienen hatte.


Foto: Violoncello piccolo (Fotorechte: http://www.warrenellison.com)


Diese Kantate hat mich sehr betroffen gemacht, so großartig gelingt hier Bach eine Kantaten-Komposition der Einmaligkeit und in ihrer Aussage in Wort und Musik von unsterblicher Schönheit.

Gardiner in seinem Reisetagebuch sagt zu Satz 1 folgendes:
Der einleitende Spruch, ein fünf Takte umfassendes Accompagnato, wird von vier Oboen (zwei d’amore und zwei da caccia) vorgetragen, was in Bachs Schaffen außerhalb seines Weihnachtsoratoriums einmalig ist. Und als Symbol für den Weg aus der Verzweiflung lässt er die erste Oboe hier sogar in die Höhe klimmen. Diese Passage ist der prägnanteste und dramatischste Auftakt zu einer Kantate, den Bach jemals geschrieben hat,

Im 2. Satz, Tenor-Arie und „Violoncello picollo, solo“: „Ich fürchte nicht des Todes Schrecken“ bleibt einem das Herz stocken, das Cello-Solo berührt mich ungemein und lässt mich tief durchatmen, so schön und himmlisch kann eine Arie sein, ich halte mit meiner Rezension inne und lausche gebannt dem Violoncello-Spiel und dem vortrefflichen Tenor-Gesang von Paul Agnew.

Tröstende und voller Zuversicht beinhaltende Worte und zu Herzen gehende Violoncello-Musik, geben einem die Gewissheit, es wird ein gutes Ende geben können, so man es will.
Hier möchte ich Gardiners Worte zu Satz 1 verwenden und ausrufen: „
Diese Passage ist die prägnanteste und ausdruckvollste Musik zu einer Kantate, die Bach jemals geschrieben hat.“

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David Watkin, Violoncello, sagt dazu in seiner Meinungen zur Cantata Pilgrame Tour: (SDG 144):

Was als Erinnerung an dieses besondere Jahr jedoch vor allem blieb, war trotz dieser drei ereignisreichen Tage (Eisenach) und anderer Konzerte, wo eine Cellosuite auf dem Programm stand (so auch in diesem Konzert in Sherborne), die immer wieder demütig stimmende Aufgabe des Continuo-Instrumentalisten, die Musik am Schweben und Klingen zu halten, Raum für das harmonische Gewebe zu schaffen und eine Antwort zu finden auf die harmonische Verflechtung von Tanz, Text und Melodie, ohne dabei gewollt oder schulmeisterlich zu wirken.

Wirklich gekannt hatte ich bis dahin nur die Standardwerke Bachs, und so glich das Jahr einer Sprache, die mit wachsender Vertrautheit immer mehr Facetten offenbarte. Ein wenig Abwechslung brachten die sieben über das Jahr verteilten Obligati für Violoncello piccolo. Es gelang mir, ein fünfsaitiges Leihinstrument nach einer Amati-Arbeit aus dem Jahr 1600 aufzutreiben. Das Instrument wurde 1995 von Clive Morris gebaut, der auch mein eigenes, in der Pilgrimage verwendetes viersaitiges Barockcello fertigte.

Ursprünglich wollte ich sämtliche Obligati für Violoncello piccolo auf diesem edlen Piccolo spielen, doch bald stellte sich heraus, dass viele der Obligati ohne die C-Saite auskommen und somit nur ein viersaitiges, eine Oktave tiefer als die Violine gestimmtes Violoncello erfordern, was der gängigen Stimmung kleinerer Instrumente vor dem Aufkommen der Saitenumspinnung um 1670 entsprach. Charles Beare lieh mir freundlicherweise ein altes italienisches kleinformatiges Cello, das ich mit seinem höchstwahrscheinlich originalen Bezug versah. Klanglich unterschied sich das so gestimmte viersaitige Instrument tatsächlich von einem fünfsaitigen mit nicht verwendeter C-Saite.

Jene Augenblicke aber, wo ich aus der Continuo-Gruppe heraustrat und in den Violinschlüssel wechselte, erinnerten mich daran, wie untrennbar harmonische Kette und melodischer Schuss im Gewebe Bach’scher Musik sind.

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Bach, selbst Cellospieler, liebte dieses Instrument und schuf mit dieser Arie eine weiteren Meilenstein in seinen Kompositionen für Violoncello.

mp3 Hörprobe: BWV 183, Tenor-Arie: „Ich fürchte nicht des Todes Schrecken“

Der Satz vier als Arie für Sopran, (Joanne Lunn), bezaubert durch ihre musikalische Orchestrierung, Rhythmik und Phrasierung sie ist umwerfend schön, dazu der bezaubernde Sopran ergeben eine Kantaten-Einspielung von allerhöchstem Niveau.

Ein vierstimmiger Schlusschoral: „Du bist ein Geist, der lehret“ wird ruhig, getragen und ohne Hetze, vom Monteverdi Choir in seiner bekannten Schönheit gesungen.

Mit dieser Kantaten-Einspielung vom BWV 183 gelang Gardiner wieder einmal „Grossartiges“, das Gespür dafür, die
entsprechenden Phrasierungen zu setzen, ein umwerfendes Klangbild des Orchesters zu entwickeln und den Chor und die Gesangs-Solisten in das Gesamtbild zu integrieren, gelingt ihm vorbildlich.

Motette: Fürchte dich nicht – Johann Christoph Bach (1642-1703)

Aus Gardiners Reisetagebuch:

Um das Programm abzurunden und als Gegengewicht zu der Kantate BWV 150, die am Anfang stand, habe ich ein Werk von Johann Christoph Bach (1642-1703) ausgewählt. Seine fünfstimmige Motette: „Fürchte dich nicht“ hätte sich von der späteren achtstimmigen Vertonung (BWV 228) seines jüngeren Vetters kaum deutlicher unterscheiden können: vollerWortmuster, die an Schütz erinnern, und fein ausgesponnener polyphoner Linien. In der Tat könnte sich erweisen, dass Johann Christoph das fehlende Bindeglied zwischen Schütz und J.S. Bach ist, das deutsche Musikwissenschaftler suchen, denn er hat bei Fletin studiert, der ein Schüler von Heinrich Schütz war.

Die Frage, ob alle Stücke, die ihm zugeschrieben werden, tatsächlich von ihm stammen und nicht von einem der anderen Bachs gleichen Namens (darunter auch J.S. Bachs ältester Bruder), konnte von der Musikwissenschaft bisher noch nicht geklärt werden. Diese Motette stammt‚ direkt oder letzten Endes aus thüringischen Quellen, deren Kontext [diesenbestimmten] Johann Christoph als Komponisten nahelegt, aber keine Garantie dafür gibt’, meint Daniel Melamed. Die Kenntnis anderer Werke, von denen bekannt ist, dass der Eisenacher Johann Christoph Bach sie komponiert hat, und die direkte Erfahrung mit ihnen beim Dirigieren haben mich überzeugt, dass dieses eindrucksvolle und ergreifende Stück tatsächlich von ihm stammt.

Das Werk kombiniert einen sehr bekannten Text, ‚Fürchte dich nicht, denn ich hab dich erlöst, ich hab dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein’, mit einem Vers aus dem Lukas-Evangelium (23, 43), ‚Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein’. Nach den ersten achtunddreißig Takten, die in zärtlichen Wiederholungen der Worte ‚Du bist mein!’ gipfeln, gesellen sich zu den vier tiefen Stimmen die Soprane mit den Worten ‚O Jesu, du mein Hilf und Ruh’, der sechsten Strophe aus Johann Rists Kirchenlied ‚O Traurigkeit’. Die Wirkung ist überwältigend, und der Wechsel der Perspektive durch die Verwendung des Pronomens ‚du’, erst in Bezug auf den Gläubigen (die vier tieferen Stimmen als kollektive Vox Domini’), dann auf Jesus (durch den Sopran als Gläubigen) ist raffiniert und eindrucksvoll. Das ist Musik, die sich über ihren Text zu erheben scheint und noch lange nachklingt.

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Als ein runder Abschluss zu dieser CD 2 ist eine Perle der Motetten von Gardiner hinzugefügt worden.

Eine Gesangskunst des Monteverdi Chores wird hier auf höchster Qualitätsstufe geboten – allein die Klarheit, feinsinnige Dynamik und der Zusammenklang des Ensembles ist ein Genuss. Ein „Chor a cappella“, der zu begeistern und zu überzeugen weiss. Das ist absolute Weltklasse, wann hört man so ein Spitzen-Ensemble, dass ist einfach grossartig und überzeugend gelungen und sollte Gardiner dazu anspornen, weitere Motetten-Einspielungen vorzunehmen, dazu hat er die Spitzen-Sänger zur Verfügung und würde die Motetten-Freunde damit beglücken.

mp3-Hörprobe: Johann Christoph Bach, Motette: „Fürchte dich nicht“



Mein Gesamt-Fazit zu CD 2 kann nur lauten: Kaufen, anhören, geniessen und entspannt einer grandiosen Ensembleschar zuhören, die Glücksmomente stellen sich dann wie von selbst ein…..!!

Grüsse

Volker


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Pianistin Annika Treutler geb. in Bielefeld Gewinnerin der diesjährigen Förderpreise Musik (GWK)


Hallo,

ein erfreuliche News-Nachricht aus OWL !

nmz-red/leipzig

Die 18-jährige Pianistin Annika Treutler aus Detmold und der peruanische Gitarrist Juan Carlos Arancibia sind die Gewinner der diesjährigen Förderpreise Musik der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit (GWK).

Foto: 1. Preisträgerin Annika Treutler (Fotorechte: GWK)

Gewinner: Pianistin Annika Treutler,rechts im Bild, Gitarrist Juan Carlos Arancibia.

Beim öffentlichen Vorspiel in der Musikhochschule Münster setzten sie sich im Wettbewerb über zwei Runden gegen
die Konkurrenz von 25 jungen Musikstudenten aus ganz Deutschland durch, wie die GWK am Montag in Münster mitteilte.

AnnikaTreutler, 1990 in Bielefeld geboren und in Detmold aufgewachsen, überzeugte Publikum und Jury durch ihren Vortrag von Werken Prokofieffs, Schuberts, Schumanns und Lachenmanns. Die Jury lobte die beeindruckende Technik und das stets natürliche, ungekünstelte Spiel der Pianistin.
Der 1983 in Lima geborene Gitarrist Arancibia, der seit 2006 an der Hochschule für Musik in Detmold lernt, verbindet nach Ansicht der Jury atemberaubende Virtuosität mit tief verwurzelter Musikalität. Er sei ein gereifter Künstler, der die ganze Bandbreite der Gitarrenliteratur – von Villa-Lobos und Albéniz bis zu Roland Dyens – vorgeführt habe, hieß es.
Die zwei GWK-Förderpreise Musik sind in diesem Jahr erstmalig mit jeweils 4000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober im Museum Bochum statt. Die Preisträger werden im kommenden Jahr unter anderem in der Konzertreihe «Junge Meister Konzerte» im Erbdrostenhof Münster sowie bei Konzerten in ganz NRW zu hören sein.
Grüsse
Volker

Besprechung: CD’s von SDG 138 Vol.27 veröffentlicht vom Label: "Monteverdi" im Februar 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 138, Vol. 27 / – zwei CD’s –


SDG 138, Vol. 27 / zwei CD’s

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CD 1 / BWV 1048 – Brandenburg Concerto No.3

Cantatas für den 2. – 3. Pfingsttag

BWV 184 – Erwünschtes Freudenlicht
BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen

(Aufführungsort: Holy Trinity, Blythburgh / England am 13. Juni 2000)

Soloists: Lisa Larsson | Nathalie Stutzmann
Christoph Genz | Stephen Loges


Foto: Aufführungsort „Holy Trinity, Blythburgh (England)

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CD 2 / Cantatas für den Sonntag „Trinitats“

BWV 194 – Höchsterwünschtes Freudenfest

 BWV 176 – Es ist ein trotzig und verzagt Ding
BWV 165 – O heil’ges Geist- und Wasserbad
BWV 129 – Gelobet sei der Herr, mein Gott

(Aufführungsort: St Magnus Cathedral, Kirkwall, am 18. Juni 2000)


Soloists: Ruth Holton | Daniel Taylor
Paul Agnew | Peter Harvey

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

Foto: Aufführungsort St. Magnus Cathedral, Kirkwall (England)

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SDG 138 Volume 27
(2 CD’s) Kantaten für Pfingsten und Trinitatis

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Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von Paul Agnew; Tenor zur SDG 138 Vol. 27

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Rezension CD 1

Brandenburgische Konzert G-Dur; Nr. 3; BWV 1048

Da für Pfingstdienstag nur zwei Kantaten erhalten sind, entschloss sich Gardiner zu der Aufführung des Brandenburgischen Konzertes Nr. 3, G-Dur, BWV 1048.

Die Titel „Sechs Brandenburgische Konzerte“ bezieht sich auf eine Widmung Bachs – datiert vom 24.März 1721 – an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg und entstanden während seiner Zeit in Köthen. (1717-1722).

Im 3. Brandenburgischen Konzert verzichtet Bach hier ganz auf eine Tutti-Solo-Gliederung, neun gleichberechtigte und in drei paritätische Streichergruppen zusammengefaßte Linien werden von je drei Violinen, Bratschen und Violoncelli ausgeführt, gestützt vom Generalbaß mit Kontrabaß und Cembalo.

Den 1. Satz dieses Konzertes formte Bach 1729 zur Sinfonia seiner Kantate „Ich liebe den Höchsten; BWV 174 um, wobei er die reine Streicherbesetzung um je 2 Hörner und Oboen, Oboe da caccia und Fagott erweiterte.

In seiner bekannt forschen Art als Wiedergabe erklingt das Brandenburgische Konzert in prächtigen Klangfarben mit dem großartig inspizierten English Baroque Soloist, diese Interpretation ist mehr als bewundernswert und lässt auf dem Bachfest 2008 in Köthen ein Kunstgenuss der Extraklasse erwarten.

Kantate: BWV 184 – Erwünschtes Freudenlicht (für den 3. Pfingsttag)

Diese Kantate ist offenbar ein Schwesterwerk der Kantate 173 „Erhöhtes Fleisch und Blut.“
Wie diese geht sie auf ein weltliches Werk der Köthener Zeit zurück, wie (vermutlich) diese wurde sie im ersten Leipziger Amtsjahr Bachs zur Pfingstkantate umgearbeitet, und wie diese wurde sie Pfingsten 1731 wiederaufgeführt.
Von Kantate 184 sind nur die Stimmen von 1724 erhalten, es existiert keine originale Partitur.

Hervorheben möchte ich in dieser Kantate den 2. Satz: „Arie für Alt (Nathalie Stutzmann) und Sopran (Lisa Larsson) mit dem „Gesegnete Christen“ erwähnen. Wunderbar instrumentiert und ein herrliches Gesangs-Duett von hervorragender Güte ist zu hören..!!


Zu erwähnen die innige Tenor-Arie (Christph Genz), mit dem:
„Glück und Segen Sind Bereit“ in Satz 4.
mp3 Hörprobe; Satz 4 Tenor-Arie „Glück und Segen sind bereit“



Ein herrlicher Schlusschor mit dem „Guter Hirte, Trost der Deinen“ beschliesst tröstend und beschwingt dieses Kantatenwerk.

Kantate: BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen (für den 3. Pfingsttag)

Bach hat diese Kantate zum 22. Mai 1725 auf einen Text der Christiane Mariane von Ziegler komponiert. Der Gedankengang der Kantate schließt sich inhaltlich eng an die Evangelienlesung an, die vom guten Hirten und seinen Schafen erzählt. Bach Vertonung erhält ihr eigentümliches Kolorit durch die gewählte Instrumentation mit 3 Blockflöten, die in den Sätzen 1 und 2 als das Attribut der guten Hirten erklingen.

Der siebenstimmige Schlußchoral auf die Melodie „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“ entstammt einer früheren Pfingstkantate (BWV 59), wobei die Streicher des Vorbildes gegen Blockflöten ausgetauscht wurden und in einer prachtvollen Vollstimmigkeit ausklingen.

Erwähnenswert ist der 4. Satz mit der herrlichen Tenor-Arie (Christoph Genz), mit dem „Es dünket mich, ich seh dich kommen“ mit dem Basso continuo, wunderbar anzuhören.

Eine weitere Perle ist der 6. Satz mit der Bass-Arie (Stephen Loges) in Verbindung mit den Trompeten, „Öffnet euch, ihr beiden Ohren.“

In prachtvoller Vollstimmigkeit ist der siebenstimmige Schlusschoral „Nun werter Geist, ich folge dir“ ein Highlight dieser Kantate, berauschend schön singt der Monteverdi Choir diesen ergreifenden Choral.

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Rezension CD 2


Kantate: BWV 194 – Höchsterwünschtes Freudenfest (für den Sonntag Trinitatis)

In dieser Form, in der das Werk uns überliefert ist, diente es zunächst nach Erbauung und Prüfung der Orgel in Störmthal bei Leipzig als Orgelweih-Kantate im Rahmen eines öffentlichen Gottesdienstes am 2. November 1723.

Der allgemein gehaltene Inhalt des Textes ermöglichte jedoch die spätere Wiederaufführung des Werkes im Rahmen des Kirchenjahres als Trinitatis-Kantate, erstmals zum 4. Juni 1724.
Bachs Komposition ist ungewöhnlich, weil sie innerhalb seines Schaffens den konsequentesten Versuch darstellt, die Form der Orchestersuite auf die Kantate zu übertragen. Gardiner verwendet in seiner Einspielung die Kantatenfassung (sechs Sätze), aus der letzten Aufführung vom 20. Mai 1731, wo von dieser Aufführung ein Textdruck erhalten geblieben ist.
Hervorheben möchte ich aus den sechs Sätzen bestehenden Kantate den Satz Nr. 3, Arie für Bass (Peter Harvey); mit dem „Was des Höchsten Glanz erfüllet.“
Nach einer wunderbare Einleitung durch die Streicher folgt der Bassist mit einer ausdrucksstarken Arien-Wiedergabe, die im sprichwörtlichen Sinne mit Glanz erfüllt ist.
Ebenso faszinierend gelingt in Satz fünf die Sopran-Arie (Ruth Holton), mit dem „Hilf, Gott, dass es uns gelingt“ eine ausdrucksstarke und herrliche Gesangs-Wiedergabe. Die begleitenden Streicher und das BC swingt in fröhlichen Klangfarben, einfach perfekt gelungen. Dieser Satz steht bei mir auf da capo aufgrund seiner beglückenden
und erfüllenden Musik.
mp3 Hörbeispiel Sopran-Arie, Satz 5 „Hilf Gott, dass es uns gelingt“:
Ein herrlich gesungener vierstimmiger Choral des Monteverdi Chores in Satz sechs: „Heil’ger Geist ins Himmels Throne“ beschliesst ein fantastisches Kantatenwerk.
Kantate: BWV 176 – Es ist ein trotzig und verzagt Ding (für den Sonntag Trinitatis)
Diese Kantate wurde von J.S. Bach am 27. Mai 1725 vertont. 
Der Eingangschor:  „Es ist ein trotzig und verzagt Ding“, ist von knapper Prägnanz. Eine einzige große Chorfuge mit selbständig geführten Streichern – die Oboen gehen mit den Singstimmen – füllt den Satz aus, instrumentale Vor- und Nachspiele fehlen völlig.
Hier kann der Monteverdi Chor wieder großartig punkten, unnachahmlich gelingt ihnen gesanglich die auf und absinkende Chromatik des Trotz dem Hörer bewusst werden zu lassen.

Bemerkenswert in Satz drei wieder die Sopran-Arie: „Dein sonst hell beliebter Schein“, Ruth Holton gelingt diese Arie gesanglich wiederum auf bewundernswerter Weise.
Mit dem schlicht-vierstimmigen Schlusschoral in Satz sechs: „Auf dass wir also allzugleich“ beschliesst dieser Chorsatz eine bemerkenswerte Kantate, hier wieder zu bewundern die gesangliche Fiktion und Perfektion eines großartigen Monteverdi Chores.

Kantate: BWV 165 – O heil’ges Geist- und Wasserbad (für den Sonntag Trinitatis)

Die unsichere Quellenüberlieferung dieser Kantate lässt eine Deutung ihrer Entstehungsgeschichte nur mit Vorbehalt zu; es darf mit einiger Sicherheit angenommen werden, dass die Kantate zum 16. Juni 1715 in Weimar komponiert und im ersten Leipziger Amtsjahr Bachs – zu Trinitatis 1724 – mit geringfügigen Änderungen wiederaufgeführt worden ist.
Die Eingangs-Arie „O heil’ges Geist“ in Satz eins für Sopran ist ausgesprochen polyphon angelegt. Die betonte Verwendung von Symmetrie- und Umkehrungsformen ist höchstwahrscheinlich nicht ohne Absicht geschehen; sie dienen als Symbol für die innere Umkehr des Menschen, seine Wiedergeburt in der Taufe.
Dieses gelingt allen Beteiligten, ob Barockorchester oder von der Sopranistin: Ruth Holton, in einer bewundernswerten Form.
Die Tenor-Arie (Paul Agnew), in Satz fünf  „Jesu, meines Todes Tod“, gelingt vortrefflich und berührend.
Eins kurzer und schlichter Choralsatz beendet die Kantate: mit dem „Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl.“
Kantate: BWV 129 – Gelobet sei der Herr, mein Gott (für den Sonntag Trinitatis) !!

Dieses Werk gehört zu denjenigen Choralkantaten, die Bach nachträglich zum Jahrgang 1724 / 1725 hinzu komponiert hat. 
Die Entstehungszeit der Kantate lässt sich nur annäherungsweise ermitteln; wahrscheinlich schuf Bach sie zu Trinitatis, 16. Juni 1726; doch auch die Möglichkeit einer ursprünglichen Entstehung zu einer anderen Gelegenheit um 1726 lässt sich nicht völlig ausschliessen. Die Kantate eignet sich für das Trinitatisfest wegen seines Inhalts, der ein Lob der göttlichen Dreieinigkeit darstellt: Strophe 1 gilt dem Schöpfer Gott, Strophe 2 dem Sohn, Strophe 3 dem Heiligen Geist, und die Strophen 4 und 5 sind eine inhaltlich zusammenhängende Lobpreisung der Trinität.
Mit einem Orchester von 3 Trompeten, Pauken, Flöte, 2 Oboen, Streichern und Continuo ist die Kantate ausgesprochen festlich ausgestattet.

Was hier im 1. Satz zu hören ist, lässt den Hörer erschauern, genial wie es Sir J.E. Gardiner wiederum versteht, die entsprechende Jubelmusik erklingen zu lassen, ob durch das großartige Barockorchester, den tönenden  überirdisch schönen Trompeten und dem Weltklasse-Chor „Monteverdi“, das ist überirdische Musik.

Meiner Meinung nach ist Gardiner hier eine Kantaten-Wiedergabe der „Einmaligkeit“ gelungen, die seinesgleichen sucht. Er versteht es einfach großartig, dieses „Jubeln“ entsprechend musikalisch und interpretatorisch umzusetzen. Genial, dafür Danke an diesen großartigen Interpreten. Was die Engländer an Klasse-Trompeter (Mark Bennett, Mike Harrison, Paul Sharp), aufzuweisen haben ist einfach mehr als bewundernswert.

mp3 Hörprobe 1. Satz: „Gelobet sei der Herr“

Gardiner beschreibt in seinem Reisetagbuch eine folgende Anmerkung zu Satz 4 
mit der Alt-Arie (Daniel Taylor), „Gelobet sei der Herr“

Zitat:
…………das Beste von allem, ein pastoraler Tanz für Alt und Oboe
d’amore, in seiner Bildersprache vielleicht inspiriert von dem, den alles
lobet, was in allen Lüften schwebet’. Kein Komponist hat je mehr aus
einer Melodie gemacht, sie ist die wunderbarste überhaupt, die Bach
geschrieben hat – und sie hat mich ein Leben lang begleitet, seit ich sie
zum ersten Mal als Kind von meiner Mutter singen hörte.


mp3 Hörprobe BWV 129, Satz 4 Alt-Arie „Gelobet sei der Herr“

Diese Kantaten-Wiedergabe ist eine Perle aus dem Hause „Monteverdi“, wann hört man eine solch geniale Einspielung die mit optimalen Gesangs-Solisten besetzt worden ist. Der Altus (Daniel Taylor), überrascht in der Arie Satz 4 mit dem: „Gelobet sei der Herr“ in einer wunderbaren Gesangs-Kultur und ist ein Volltreffer, ebenso die Sopranistin Rut Holton, eine geniale Besetzung, in gleicher Großartigkeit ist der Bass mit Peter Harvey besetzt worden, hinzu kommt  The English Baroque Soloists mit einer überschäumenden Spielfreude und der Welt-Klasse-Chor: „The Monteverdi Choir.“

Hier gebührt allen Beteiligten ein Sonderlob, als Vater dieser großartigen Umsetzung –  genial in der kleinsten Ausarbeitung und entsprechende Fixpunkte zu setzen – ist Sir J. E. Gardiner zu benennen, ihm gelang musikalisch eine Sternstunde der Unsterblichkeit….!!

Grüsse an alle

Volker

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Neuveröffentlichung einer CD über Louis Vierne Orgelmusik aus der Frauenkirche


Hallo,

ich möchte auf eine Neuerscheinung aus dem Carus-Verlag hinweisen mit einer ausserordentlichen Klangqualität besitzenden CD-Einspielung von Louis Vierne-Werken. Hörproben können angeklickt werden.

Musik aus der Frauenkirche Dresden
Louis Vierne
Symphonies No. 3 and 5

(Samuel Kummer, Orgel)

Louis Vierne gilt als einer der größten spätromantischen Orgelkomponisten. Seine Werke bilden einen wesentlichen Beitrag zum Genre der französischen Orgelsymphonien. Carus eröffnet die Gesamteinspielung der Orgelwerke von Vierne an der neuen Orgel der Frauenkirche Dresden mit den Symphonien Nr. 3 und 5. Diese beiden großartigen Werke sind für jeden Organisten eine Herausforderung.

Samuel Kummer nutzt als Organist der Frauenkirche die Möglichkeiten der neuen französischen Kern-Orgel hervorragend aus, so dass sich die Klangpracht der Musik in der herrlichen Akustik der Frauenkirche überwältigend entfaltet. Nicht nur für Orgelmusik-Liebhaber bietet diese SACD uneingeschränkten Hörgenuss!

Zum Carus-Verlag mit Hörproben hier klicken !

CD-Carus 83.405 (SAC)

Grüsse

Volker

Vorschau auf das Bachfest Leipzig in 2009 mit Programmübersicht


Hallo,

gerade erst Vergangenheit und jetzt den Ausblick auf das neue Bachfest Leipzig in 2009.

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Bachfest Leipzig 2009

11. – 21. Juni 2009

»Bach Mendelssohn Reger«

Felix Mendelssohn Bartholdy und Max Reger markieren Anfang und Ende einer Musikepoche, in der Johann Sebastian Bachs Werke zunehmend in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gelangten und an deren Verbreitung gerade jene Musiker maßgeblichen Anteil hatten. Mendelssohn, dessen Geburtstag sich im Jahre 2009 zum 200. Male jährt, war bereits im Kindesalter mit Kompositionen Bachs vertraut; namentlich seine Jugendwerke sind davon spürbar beeinflusst.

Zusammen mit anderen Persönlichkeiten gehörte er zu den Initiatoren und Wegbereitern der ersten Bach-Gesamtausgabe. Rund ein halbes Jahrhundert später hat sich Reger (wie kaum ein anderer Musiker seiner Generation) mit dem Schaffen des Leipziger Thomaskantors auseinandergesetzt − nicht allein als Tonsetzer, sondern auch als Bearbeiter und Herausgeber. Reger war seit 1907 Musikdirektor an der Leipziger Alma mater. Deren 2009 begangene 600-Jahrfeier nehmen wir zum Anlass, den Blick nicht allein auf die Universitätsmusiken der Bach-Zeit zu richten, sondern auch das Werk jenes Spätromantikers zu würdigen, für den der Thomaskantor „Anfang und Ende aller Musik“ bedeutete.

Das Programm für das Bachfest 2009 kann auf der nachstehenden Web-Seite als PDF heruntergeladen werden.

http://www.bach-leipzig.de/index.php?id=601

Künstlerisches Direktorium:
Georg Christoph Biller, Thomaskantor
Elmar Weingarten, Intendant Tonhalle Zürich
Christoph Wolff, Harvard University und Bach-Archiv Leipzig

Nächste Bachfeste:
Bachfest Leipzig 2010
11. bis 20. Juni 2010

Bachfest Leipzig 2011
10. bis 19. Juni 2011

Flayer-Rechte und alle Angaben von:
www.bach-leipzig.de

Grüsse
Volker

Gesamtausgabe 10 CD’s von Arcangelo Corelli als Spottpreis


muriel sagt:
Lieber Volker, liebe Barockfans,

nein, keine Werbung für Koopmann, er spricht wie der Sir für sich. (Ich habe übrigens noch
Karten für die h-moll-messe in Darmstadt bekommen). 

Ich möchte die Armen unter uns – und wer ist das nicht? – auf eine kleine Sensation hinweisen.

Brillant, wer sonst, hat die Werke
Arcangelo Corellis heraus gegeben. 10 CD für knapp 20€. Ausführende „Musica Amphion“ unter
Pieter-Jan Belder. Aus der illustren Solistenschar möchte ich nur Mike Fentross (Theoreb und
Baroqe Guitar) hinweisen. Einfach mal reinhören bei JPC.

Liebe Grüße
muriel

28. Juli 2008 zum 258. Todestag von J.S. Bach Konzert live aus der Thomaskirche


Hallo,

auf einen Termin möchte ich das Forum Aufmerksam machen, Live aus der Thomaskirche in Leipzig ist das Abschluss-Konzert aus der Reihe: „Johann Sebastian Bach und seine Städte“ auf folgenden Sendern live zu hören:

Foto: Grabstelle J.S. Bach in der Thomaskirche (© Copyright V.Hege)  

SR2 KulturRadio, MDR FIGARO, NDR Kultur, kulturradio vom RBB und WDR 3, wird das Konzert live am Montag, 28. Juli 2008, um 20:00 Uhr aus der Thomaskirche übertragen.

Traditionell wird am Todestag  (258.) des genialen Musikers (1685-1750) in der Thomaskirche Leipzig konzertiert. Hier, an Bachs Grabstätte, ist am Montag, 28. Juli, 20 Uhr, das Barockensemble „Concerto Köln“ unter Leitung von Thomaskantor Georg Christoph Biller mit der „Köthener Trauermusik“ BWV 244a zu erleben.

Auftreten werden außerdem renommierte Solisten wie die Sopranistinnen Gesine Adler und Christine-Maria Rembeck, die Mezzosopranistin Susanne Langer, die Altistin Susanne Krumbiegel, die Tenöre Tobias Hunger und Michael Schaffrath, der Bariton Tobias Berndt, der Bassbariton Markus Flaig und Ute Loeck, Rezitation. Es erklingt die von Hans Grüß im Jahre 2000 rekonstruierte und 2002 wieder aufgeführte Fassung.

Die „Köthener Trauermusik“ war erstmals 1729 anlässlich einer Gedächtnispredigt für Fürst Leopold von Anhalt-Köthen zu hören. Johann Sebastian Bach hatte hierfür große Teile seiner berühmten Matthäus-Passion, die in der Thomaskirche uraufgeführt worden war, mit neuem Text versehen.

Bereits kurz nach seiner Gründung im Jahr 1985 erspielte sich „Concerto Köln“ einen festen Platz in der ersten Reihe der Ensembles für historische Aufführungspraxis. Von Anfang an waren Publikum und Kritik gleichermaßen vom lebendigen Musizierstil und der musikwissenschaftlich fundierten Interpretation mit neuem Schwung begeistert. Das Ensemble kann eine Diskographie von mittlerweile ca. 50 CDs vorweisen. Ein Großteil dieser Aufnahmen wurde mit bedeutenden Musikpreisen wie dem „Echo“, dem „Grammy“ oder dem „Choc du Monde de la Musique“ ausgezeichnet.

Grüsse
Volker

(Textquelle: http://www.mdr.de)

Seh-und Hörprobe Gardiner mit dem Deutschen Requiem von Brahms


Hallo zusammen,

ich möchte auf eine Neuerung im Forum hinweisen, mein Dank an @Martin, der mir den Tipp von YouTube mit dem „Deutschen Requiem“ von Brahms, aufgeführt im Concertbuow Amsterdam von J.E. Gardiner gegeben hat.
Rechts am Rand im Blog sehr Ihr den Bildschirm von YouTube, da muss der schwarze Pfeil in der Mitte angeklickt werden, dann läuft die Videowiedergabe von Part 3 automatisch ab. Wer einen grösseren Bildschirm möchte, dem gebe ich den direkten Link nach YouTube an:

In Zukunft werde ich von verschiedenen Interpreten herausragende Videos von YouTube im Forum hinterlegen, auch Angaben aus dem Forum sollten mich diesbezüglich erreichen.

Ich versuche auch auf dieser Seite den VideoPlayer vom Gardiner-Brahms-Konzert zu hinterlegen..!!

Viel Spass beim hören und sehen…!!

Gruss

Volker

Interview: The Observer mit J. E. Gardiner


Hallo,

nun meine versprochene „Deutsch-Übersetzung“ des Interview vom „The Observer“, von @Alex, dafür herzlichen Dank.
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John Eliot Gardiner, Dirigent

Dirigent und Gründer des Monteverdi Choir. Hat mehr als 250 Alben eingespielt.

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Interview von Ally Carnwath
The Observer,
Sonntag, 29. Juni 2008
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Der fünfundsechzigste Geburtstag hat mich in keiner Weise aus dem Lot gebracht. Ich bin heute zufriedener und in besserer Verfassung als vor zwanzig Jahren. Fünfundsechzig ist für einen Dirigenten noch kein Alter. Es gibt keinen Grund oder Motiv aufzuhören, vorausgesetzt man ist noch im Vollbesitz seiner Kräfte – Sehen, Hören, Denken – und das bin ich hoffentlich. Schließlich ist jetzt die Erfahrung da, die man braucht, um wirklich loszulegen und Geleistetes noch zu übertreffen. Mag sein, dass man zwischen den Projekten etwas längere Verschnaufpausen braucht, meine Frau rät mir dringend zu einer solchen. Auch kann ich nun nicht mehr mit dem Chor und dem Orchester ganze Nächte durchmachen, wie ich es in meinen Zwanzigern getan hatte. Fünf Konzerte in sieben Tagen, das war bei uns normal, und bei den ganzen Feiern zwischendurch kam der Schlaf schon mal zu kurz.

Aber der Hunger nach Musik und das Arbeiten mit verschiedenen Orchestern, das sind Dinge, die nicht einfach nachlassen. Sollte dies dennoch eines Tages passieren, ich wüsste, der Moment fürs Aufhören wäre gekommen.

Manche Dinge fallen mir heute sogar wesentlich leichter. Im Alter gehen die Leute mit einem etwas anders um. Als aufstrebender Dirigent macht man erst einmal die Hölle durch, Orchestermusiker sind – völlig zu Recht – eine sehr kritische Spezies, und diese Skepsis kann auch auf den Dirigenten selbst abfärben. Bei meinem Landgut denke ich an Neubepflanzungen, die sich vielleicht in 50, 60 oder 80 auszahlen werden. Der Himmel weiß, wer dann der Landeigentümer sein wird und davon profitieren wird, aber mein Vater und mein Onkel, die haben unglaublich viel für die Rekultivierung dieser Gegend getan, und mein Herz schlägt jedes Mal höher, wenn ich raus in den Forst trete, es ist so beglückend, die Früchte ihrer harten Arbeit wachsen zu sehen.

Solange die Leute deine Konzerte besuchen und deine Aufnahmen kaufen und von dir lernen wollen, ist die Welt rund, du bist noch nicht marginalisiert. Klar, sollte ich auch nur andeutungsweise dieses Gefühl bekommen, da kann ich Sie beruhigen – ich werde mich auf der Stelle vom Acker machen.

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Interview übersetzt aus dem Englischen
Die Urheber-Rechte bei „Guardian“:
Diese Seite wurde von ©Alexander Behrens für ©“Diskussionsforum J.S. Bach und die Cantata Pilgrimage 2000 und sonstige Klassik-Themen“, übersetzt.
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Grüsse an alle
Volker

Im Radio, Kantaten von J.S. Bach am 20 und 27. Juli 2007


@Barbara sagt:

Lieber Volker,

ich hoffe, ich bin nicht zu spät. 

Aber ich habe für Sonntag noch einen Radiotipp. Diese Kantate, die auf der DG-CD vom Meraner Konzert 2000 enthalten ist, hatte ich schon letzte Woche angekündigt:

Sonntag, 20.7.2008 swr2

8.03 Uhr  SWR2 Kantate
Link: http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html

Johann Sebastian Bach:
”Was frag ich nach der Welt” BWV 94


Katharine Fuge (Sopran)
Daniel Taylor (Altus / Countertenor)
James Gilchrist (Tenor)
Peter Harvey (Bass)
Monteverdi Chor
Englische Barocksolisten
Leitung: John Eliot Gardiner
DG-Aufnahme

Von derselben CD gibt es am selben Morgen noch eine Kantate – gleich 2 mal:

Sonntag, 20. Juli 2008
BR (Bayern4 Klassik)
08:05 Uhr

Die Bach-Kantate
„Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht“
Kantate zum 9. Sonntag nach Trinitatis, BWV 105
Katharine Fuge, Sopran;
Daniel Taylor, Countertenor;
James Gilchrist, Tenor;
Peter Harvey, Bass;
Monteverdi Choir;
English Baroque Soloists:
John Eliot Gardiner)

WDR 3
09:00 Uhr


Johann Sebastian Bach
Herr, gehe nicht ins Gericht, BWV 105,
Kantate am 9. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;
Katharine Fuge, Sopran;
Daniel Taylor, Countertenor;
James Gilchrist, Tenor;
Peter Harvey, Bass; Monteverdi Choir;
English Baroque Soloists,
Leitung: John Eliot Gardiner

Ihr habt die Auswahl.

Für den nächsten Sonntag bietet NDRkultur einen Leckerbissen: Eine Bachkantate, die noch nicht bei SDG erschienen ist:

Link: http://www.ndrkultur.de/service/livestream20.html

Sonntag, 27.7.2008 NDR Kultur
08:00 Kantate

Johann Sebastian Bach: Nimm von uns, Herr,
du treuer Gott, Kantate BWV 101

Joanne Lunn, Sopran / Daniel Taylor, Countertenor
Christoph Genz, Tenor / Gotthold Schwarz, Bass
Monteverdi Choir London / English Baroque
Soloists / Ltg.: John Eliot Gardiner

Ich genieße noch ein paar Tage das norddeutsche Schmuddelwetter, dann geht es für eine Woche in die Sonne – natürlich mit ganz viel Musik im Gepäck.

Fröhliches Aufnehmen – Hören – Genießen
Barbara