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Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantaten-Beschreibung für den 1. Sonntag nach Epiphanias


Altarraum in der Bach-Kirche St. Thomas in Leipzig

                                  Altarraum in der Bach-Kirche St. Thomas in Leipzig

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Liebe Bach-Freunde/innen !

Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:  

Link:  Bach-Kantaten im Kirchenjahr – als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 12.01.2014 begehen wir den 1. Sonntag nach Epiphanias

Am 1. Sonntag nach Epiphanias steht die Taufe Jesu im Mittelpunkt, die früher auch am Epiphaniastag selbst gefeiert wurde. Hiermit wird Jesus aus seinem einfachen Menschsein herausgenommen und von Gott berufen. Es ist Teil des großen Geheimnisses der Gottheit und Menschheit in Jesus Christus, dass diese Berufung und Taufe mach Jesu eigenen Worten notwendig ist. Jedoch ist eigentlich nur das Evangelium dieses Sonntages mit der Taufe Jesu „beschäftigt“. Die anderen Texte haben die Botschaft im Mittelpunkt, die durch Jesus die Welt veränderte: Tut Buße, kehrt um, wendet euch Gott zu, der durch Jesus eure Sünden getilgt hat.

Am 1. Sonntag nach Epiphanias denken wir besonders an die Taufe Jesu, bei der die Herrlichkeit Jesu deutlich wurde durch das Wort Gottes. Angesichts der Gestalt Johannes des Täufers sind wir gehalten, uns selbst in den Dienst Jesu zu stellen mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat. Im Vertrauen auf den, der durch das Kreuz und die Auferstehung unsere Befreiung erwirkt hat, können wir getrost in dieser Welt für ihn Zeugnis ablegen.

Wochenspruch: 

Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)

Wochenlied: 

“O lieber Herre Jesu Christ“ (EG 68)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 1. Sonntag nach „Epiphanias“

BWV  32  – „Liebster Jesu, mein Verlangen
BWV 124 – „Meinen Jesum lass ich nicht
BWV 154 – „Mein liebster Jesus ist verloren“ 

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R a d i o – Programme mit Bach-Kantaten:

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WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 bis 10:00 Uhr.

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein-Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:.

Geistliche Musik – Sonntag: 09:05 bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 32 “Liebster Jesu, mein Verlangen“

Kantate zum 1. Sonntag nach Epiphanias;

Caroline Weynants, Sopran; Lieven Termont, Bariton; Il Gardellino,

Leitung: Marcel Ponseele 

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NDRkultur

Sonntag: 08:03 – 08:40 Uhr

Livestream –Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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NDRkultur – Kantate

Sendung Sonntag: 08:03 – 08:40 Uhr 

Johann Sebastian Bach:

Kantate BWV 32 „Liebster Jesu, mein Verlangen,“

Claron McFadden, Sopran / Peter Harvey, Bariton

Monteverdi Choir / English Baroque Soloists

Leitung: Sir John Eliot Gardiner

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio)

Programm: 

http://www.sr-online.de/sronline/sr2/programmvorschau/index.html

Webradio:  

http://www.sr-online.de/sr2/351/5305.html

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio) 

Auszüge aus dem Programm:.

Sonntag 08:04 – 09:00 Uhr

Bach-Kantate

Kantate BWV 154 „Mein liebster Jesus ist verloren“

Kantate am 1. Sonntag nach Epiphanias

Paul Esswood, Countertenor / Kurt Equiluz, Tenor
Thomas Hampson, Bass
Tölzer Knabenchor
Concentus musicus Wien

Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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SWR2 (Kulturradio)

Sendung: 08:03 bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik am Sonntag um 08031 bis 08:30 Uhr

SWR2 – Kantate

Johann Sebastian Bach

BWV 154 „Mein liebster Jesus ist verloren“

Caroline Weynants (Sopran) Patrick van Goethem (Countertenor)
Marcus Ullmann (Tenor) Lieven Termont (Bariton)

Ausführunde: Il Gardellino

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rbb kulturradio

Sendung Sonntag: 09:30 bis 10:00 Uhr

Programm:

http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream 

http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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rbb-kulturradio  

Auszüge aus dem Programm:

Sendung Sonntag von 09:30 bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 154Mein liebster Jesus ist verloren

Elisabeth Hermans, Sopran / Petra Noskaiová, Alt
Jan Kobow, Tenor / Jan Van der Crabben, Bass

La Petite Bande

Leitung: Sigiswald Kuijken

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mdr – figaro

Sendung Sonntag: 06:30 bis 07:00 Uhr Kantate

Programm:

http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/

mdr-figaro Live:

http://www.mdr.de/mdr-figaro/index.html

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mdr – figaro

Auszüge aus dem Programm:

Sendung Sonntag: um 06:30 bis 07:00 Uhr

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Johann Sebastian Bach:

06:25 Uhr – Einführung zur Kantate

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06:30 Uhr Kantate

Johann Sebastian Bach:

BWV 124 „Meinen Jesum lass‘ ich nicht“ 

Knabensopran und Knabenalt der Thomaner

Nico Eckert, Tenor; / Stephan Heinemann, Bass

Thomanerchor Leipzig, / Gewandhausorchester Leipzig

Leitung: Georg Christoph Biller

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Bayern-Klassik

Sendung Sonntag: 08:05 bis 08:30 Uhr

Programm:

http://www.br.de/radio/br-klassik/programmkalender/br-klassik120.html

Live-Stream:  (Hier ist ein wenig Geduld gefordert bis der Player erscheint..!!)

http://streams.br-online.de/br-klassik_2.m3u

oder

http://www.br.de/radio/br-klassik/index.html

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Bayern-Klassik

Auszüge aus dem Programm:

Sendung: Sonntag um  08:05 Uhr bis 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 32  „Liebster Jesu, mein Verlangen“

Kantate zum 1. Sonntag nach Epiphanias

Emma Kirkby, Sopran;  / Gotthold Schwarz, Bass;

Heinrich Schütz Ensemble München

Monteverdi Orchester

Leitung: Wolfgang Kelber

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Videos mit Bach-Kantaten

für den 1. Sonntag nach „Epiphanias“

BWV  32  – „Liebster Jesu, mein Verlangen
BWV 124 – „Meinen Jesum lass ich nicht
BWV 154 – „Mein liebster Jesus ist verloren

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/ YouTube: BWV 32 –

  „Liebster Jesu, mein Verlangen“   (Interpret: Hermann Scherchen von 1951)

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/ YouTube: BWV 124  –

 Meinen Jesum lass ich nicht –  (Interpret: Koopman)

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/ YouTube: BWV 154  –

 „Mein liebster Jesus ist verloren“  (Interpret: Kuijken)

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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Werke

von J.S. Bach sowie aus der Bach-Familie – u.a. Barock-Komponisten vor..!!

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Christoph Graupner (1683-1760)

war ein deutscher Barock-Komponist

Christoph Graupner (* 13. Januar 1683 in Kirchberg; † 10. Mai 1760 in Darmstadt) war ein deutscher Komponist.

Bei seinem Onkel, dem Organisten Nicolaus Küster, bekam Christoph Graupner seinen ersten Musikunterricht. Er folgte diesem nach Reichenbach im Vogtland. In Leipzig besuchte er die Thomasschule und studierte Jura und danach Musik bei dem Thomaskantor Johann Schelle und unter dessen Nachfolger Johann Kuhnau. 1705 ging er als Cembalist zum Hamburger Opernorchester, das von Reinhard Keiser geleitet wurde. In dieser Zeit komponierte er mehrere Opern, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden.

Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hörte seine Werke und bot ihm 1709 einen Posten an seinem Hof an. Bereits 1711 stieg er zum Hofkapellmeister auf. In diesem Jahr heiratete er die Pfarrerstochter Elisabeth Eckardt.

1722 bewarb er sich auf Empfehlung Telemanns um die bereits durch diesen abgelehnte Stelle des Thomaskantors in Leipzig.

Auf Geheiß seines Herrn musste er die Berufung als Nachfolger von Johann Kuhnau ablehnen, allerdings unter Aufbesserung seines ohnehin bereits hohen Verdienstes. So konnte Johann Sebastian Bach die Stelle erhalten. Graupner blieb bis zu seinem Tod am Hof des Landgrafen. Im Laufe der Zeit holte er eine Reihe von Musikern nach Darmstadt, die er aus seiner Zeit als Leipziger Thomasschüler kannte: den Vizekapellmeister Gottfried Grünewald, seinen späteren Nachfolger Johann Samuel Endler sowie den Kammermusikus Michael Boehm.

Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Werk befindet sich zum größten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in großen Teilen noch unveröffentlicht und harrt der Entdeckung durch Musiker und Musikwissenschaftler. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der erst fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.

(Quelle: Wikipedia)

Ein weiterer Link zu Graupner:

http://www.christoph-graupner-gesellschaft.de/

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Christoph Graupner (1683-1760) Passions-Kantaten

CD Christoph Graupner (1683-1760) Passions-Kantaten

CD bei Amazon zu beziehen

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Passions-Kantaten“ 

Christoph Graupner (1683-1760)

CD-Besprechung:

Christoph Graupner’s umfangreiches Vokalwerk ist diskographisch nach wie vor nur wenig erschlossen, und so macht auch diese Neuproduktion mit Hans Michael Beuerle, dem Anton-Webern-Chor Freiburg sowie dem Ensemble Concerto Grosso mit einfallsreicher barocker Vokalmusik bekannt. Für CARUS wurde aus dem riesigen Kantatenwerk Graupners (insgesamt 1414 überlieferte geistliche Kantaten im Rahmen von 46 Kantatenjahrgängen!) ein Zyklus mit vier Passionskantaten zusammengestellt. Selbstverständlich handelt es sich dabei durchweg um Ersteinspielungen, so dass Liebhaber barocker geistlicher Vokalmusik eine ganze Menge an interessanter Musik entdecken können.

Ausführende:

Gunhild Lang-Alsvik, die Sopranistin aus Norwegen singt nicht nur dies Stück, sondern mit ihrer Einfühlsamen Stimme.

Leitung: Hans Michael BeuerleAnton-Webern-Chor FreiburgEnsemble Concerto Grosso /

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Video von YouTube – eine historische Aufnahme:

Christoph GraupnerPassionskantate „Wie bald hast du gelitten“

Wie bald hast Du gelitten Deel 1, in de Geerteskerk in Kloetinge.

Door Te Deum Laudamus.

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Video II

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YouTube-Video

Cantata von Christoph Graupner (1683- 1760)

Cantate „Ach Gott und Herr“

Performer: Mathieu Lussier,  *) Ingrid Schmithüsen (Sopran), Geneviève Soly, Hélène Plouffe
Conductor: Geneviève Soly
Orchestra/Ensemble: L’Ensemble des Idées Heureuses

Meine persönliche Anmerkung:

Ein faszinierender Gesang einer großartigen Sopranistin: Ingrid Schmithüsen. Diese Kantate „Ach Gott und Herr“ von Christoph Graupner ist ihr wie auf den Leib geschnitten und höre mir den 2. Satz immer wieder an…., ein herrlicher Perlengesang..!!

Kurz-Biographie:

*) Ingrid Schmithüsen (Sopran) ist eine angesehene Liedgestalterin, die sich ebenfalls der Kammermusik, dem Oratorium und der zeitgenössischen Musik widmet. Die gebürtige Aachenerin sang mit 18 Jahren ihren ersten Liederabend, noch ehe sie an der Musikhochschule Köln ihr Gesangsstu-
dium aufnahm. Mit der Stimme zu spielen und zu experimentieren, ihre Eigenarten zu entdecken und neue eigene Wege begehen, darin wurde Ingrid Schmithüsen von ihren Lehrern Gregory Foley und Dietrich Fischer-Dieskau bestärkt……..

YouTube-Video:

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Ein weiteres YouTube-Video:

Cantata von Christoph Graupner (1683- 1760)

„Wo willst du hin betrübte Seele“ Cantata 1709

YouTube-Angaben:

Christof Graupner is remembered these days primarily because he was the second choice in getting the job for Thomaskantor in Leipzig in 1723. First choice Telemann used the offer to get better conditions and salary in Hamburg, and Graupner would have loved to fill the application if it weren’t for his old boss, who would not let him go. The job then went to one JS Bach… In his day Graupner was a very well respected composer, who’s legacy was a cause for many legal battles. therefore virtually nothing was issued of his music after his death. Odd enough, it’s also the reason why almost all of his music is preserved.

Live recording from the 2007 Utrecht festival of old music, august 31th Pieterskerk, Utrecht
Les Ideés Heureuses

Cantata: „Wo willst du hin betrübte Seele“

Hélène Plouffe & Olivier Brault, violin.
Jacques-André Houle, viola.
Karen Kaderavek, cello.
Nicolas Lessard, double bass.
Geneviève Soly, harpsichord and direction
Laurent Richard, bass
Ingrid Schmithüsen, soprano

Zum Video:

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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung

Aufführungsort: St. Jacobi, Hamburg am 09.01.2000

BWV 32 „Liebster Jesu mein Verlangen“

Kantaten für den Ersten Sonntag nach Epiphanias Hauptkirche St. Jacobi, Hamburg

Nach der aufgeheizten Atmosphäre in Leipzig und der Intensität des Dreikönigskonzertes in der Nikolaikirche hatten wir wirklich eine lange Bahnfahrt nötig, um den Geist zu klären und den Körper den Übergang von unserem letzten Bestimmungsort zum nächsten Ziel bewältigen zu lassen. Auf der Reise legten wir noch einmal in Gedanken unsere Wege durch die Berliner Stadtviertel zurück (wo wir das neue Jahrtausend mit zwei Aufführungen von Bachs Neujahrskantaten begrüßt hatten) und kamen schließlich in der feineren Gegend Hamburgs an. Unser Ziel war die Jacobikirche, wo Bach 1720 sehr gut den Posten als Organist hätte bekommen können, wenn er nicht – verständlicherweise – die Bedingungen eines Vertrags abgelehnt hätte, demzufolge der Organist den Kirchenchor aus seiner eigenen Tasche subventionieren sollte.

St. Jacobi, eine der fünf Hauptkirchen der Hansestadt, wurde im 14. Jahrhundert erbaut, die gotische Innenausstattung mit ihrem nüchternen weißen Rippengewölbe und das Mauerwerk aus Backstein hatten die Bomben des Zweiten Weltkriegs zum größten Teil überstanden. Wir fanden den langen Nachhall in der leeren Kirche anfangs ein wenig bedenklich, aber als der Raum mit Publikum gefüllt war, wurde die Akustik klar. Man braucht kein Orgelfan zu sein, um Arp Schnitgers prachtvolles Instrument (1693 errichtet und genau dreihundert Jahre später restauriert) mit seinen sechzig Registern und 4.000 Pfeifen, mit dem Bach bestens vertraut war, zu würdigen. Der amtierende Organist Rudolf Kelber lieferte uns nicht nur den Beweis für die außergewöhnliche Vielfalt an Klangfarben, sondern zeigte auch Sportsgeist, indem er sich bereit erklärte, bei unserer einzigen Chorprobe das Klavier zu spielen und es einen Halbton tiefer auf ‚Barockton’ zu stimmen.

Als Heranwachsender unternahm Bach verschiedene Fußreisen von Lüneburg nach Hamburg, vor allem mit dem Ziel, wie sein erster Biograph Johann Nikolaus Forkel befand, ‚alles zu thun, zu sehen und zu hören, was ihn nach seinen damaligen Begriffen immer weiter darin bringen könnte’. Allgemein wird angenommen, damit sei gemeint, er habe Johann Adam Reinken, dem Nestor der Norddeutschen Orgelschule, zu Füßen gesessen. Doch daraus lässt sich nicht unbedingt schließen, Bach habe seine Besuche in Hamburg auf die Kirchen beschränkt, das neue Theater am Gänsemarkt jedoch bewusst gemieden, wo das stattfand, was ein konservativer Kirchenmann ‚die krumme Operen Schlange’ nannte. Auf einen aufstrebenden Musiker von Bachs Generation wirkte die Hamburger Oper wie ein Lichtsignal der Gelegenheiten und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Für Johann Mattheson war sie eine ‚musikalische Universität’, ein Laboratorium, in dem sich als ausführender Musiker wie als Komponist gut experimentieren ließ. Für Händel war sie ein Sprungbrett zum Ruhm im Ausland, die Basis für beruflichen Aufstieg – riskant, aber mit hohem Gewinn. Da Bach Leute wie Reinken und Georg Böhm gut kannte, die beide enge Verbindungen zur Hamburger Oper unterhielten, können wir mutmaßen, dass ihn seine natürliche Neugier zumindest als Zuhörer in die Nähe dieser Örtlichkeit zog, selbst wenn ihn, so er denn drin war, eine natürliche Schüchternheit davon abhielt, die für einen Erfolg nötigen Kontakte in einer Welt zu knüpfen und auszubauen, die darauf angelegt war, die Eitelkeit einzelner Interpreten zu befriedigen. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, die Dinge zu sehen: Bach stippt seinen Zeh in dieses Gewässer und schreckt zurück, nicht aus irgendeiner lutherischen Prüderie, sondern einfach weil ihn die Musik, die er dort hört, kalt lässt.

Aus diesem Grund zieht er es vor, sich von einer Richtung zu distanzieren, auf die der überwiegende Teil der Komponisten seiner Generation versessen war. Zu keinem Zeitpunkt war er von dem modernen ‚Opernzeug’ isoliert, er nahm es durchaus zur Kenntnis und war keineswegs abgeneigt, in seinen eigenen Werken solche Techniken später immer dann zu einzusetzen, wenn sie seinen Zwecken entsprachen. Bach hatte eine natürliche Neigung zu ‚opernhaftem’ Ausdruck, zu einer dramatischen und kontrastreichen Gestaltung des musikalischen Ablaufs, was nicht nur in den Passionen zum Ausdruck kommt, sondern auch in so vielen Stücken seiner Kantaten, wie wir im Laufe des Jahres entdeckten; Eigenschaften, an denen vielleicht viele seiner ersten Zuhörer Gefallen fanden und die wir heute schätzen, die jedoch von den Klerikern seiner Zeit missbilligt wurden.

Die Vielfalt und die Abstufungen des dramatischen Ausdrucks sind in Bachs Kantaten so groß, dass man den Eindruck gewinnt, die Dinge seien auf einzigartige Weise ausgedrückt, könnten gar nicht anders ausgedrückt werden.

Die am 13. Januar 1726 in Leipzig uraufgeführte Kantate

BWV 32 „Liebster Jesu, mein Verlangen“

zu einem 1711 gedruckten Text von Georg Christian Lehms ist als ein ‚Concerto in Dialogo’ angelegt. Obwohl sich Lehms zu den beiden Personen in diesem Dialog nicht näher äußert, wird bald klar, dass es nicht die besorgten Eltern sind, die Jesus (Bass) suchen, sondern die Seele des Christen (Sopran), mit der wir uns identifizieren sollen. Das Werk beginnt mit einer Arie in e-moll, in der die Sopranstimme gemeinsam mit der Solooboe in der Manier eines der langsamen Konzertsätze Bachs die hinreißendste Kantilene webt. Die hohen Streicher liefern eine fortwährende Begleitung mit Arpeggien aus drei Achtelnoten und der Vortragsbezeichnung piano e staccato, denen das Continuo seinen eigenen taumelnden Rhythmus hinzufügt, ‚als zögen die Christen ständig in der Welt umher, um den Erlöser zu suchen’ (Whittaker).

Hier ist nichts von der Angst vorhanden, der wir in der Tenor-Arie begegneten, mit der die vorherige Kantate begann. Immer darauf bedacht, in aufeinander folgenden Kantaten dem gleichen biblischen Ereignis oder Thema eine neue Sichtweise abzugewinnen, konzentriert sich Bach hier auf das Wort ‚Verlangen’, um auf seine Reserven improvisatorischer Erfindung zurückzugreifen: Die Musik lässt deutlich werden, dass die Seele den Erlöser tatsächlich finden und ihn ‚höchst vergnügt umfangen’ wird. Jesu Antwort (wieder spricht hier ein zwölfjähriges Kind, aber mit der gewichtigen Stimme eines erwachsenen Mannes) ist zunächst knapp – vier Takte eines Rezitativs anstelle der zweiundzwanzig in BWV 154 Nr. 5 –, fährt jedoch in einem viel sanfteren Ton in einer Dacapo-Arie in h-moll (Nr. 3) fort.

Die obligate Violine umgibt die Singstimme mit Triolen und Trillern, durchweg wohlwollend gestimmt, sich dann jedoch verdüsternd, sobald die Stimme bei den Worten ‚ein betrübter Geist’ nach Moll abschwenkt. Einer der eindrucksvollsten Augenblicke in der Kantate ist das Dialog- Rezitativ (Nr. 4): Als Antwort auf Jesu Ermahnung, ‚den Erdentand [zu] verfluchen und nur in diese Wohnung [zu] gehn’, kontert die Seele in einem beziehungsreichen Arioso, von pulsierenden Streichern begleitet, mit einem Zitat aus Psalm 84: ‚Wie lieblich ist doch deine Wohnung’. Stilistisch zeigt dieser Abschnitt Bach hier in der Mitte zwischen Schütz und Brahms, die uns beide denkwürdige Vertonungen dieses Psalms hinterlassen haben.

Bevor die Sache mit einem Choral abgerundet wird, der zwölften Strophe von Paul Gerhardts Lied ‚Weg, mein Herz, mit dein Gedenken’ (1647), Jesus und die Seele sich nun in Freuden vereinen, feiert Bach das Ereignis durch eine Verknüpfung der ihnen jeweils zugeordneten obligaten Instrumente (Oboe und Violine), die bislang nur separat zu hören waren. Es ist eines jener Duette (ein weiteres ist das wunderbare ‚Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten’ aus BWV 78), in denen er offenbar alle Vorsicht in den Wind schlägt und sich zu den lieto fine-Schlüssen der Opern seiner Zeit in Konkurrenz begibt, doch mit mehr Geschick, Substanz und sogar Verve. Das Hamburger Publikum fand daran Vergnügen, so dass es angebracht schien, dieses Duett als Zugabe in der Stadt zu wiederholen, in der die Oper immer eine so große Anziehungskraft hatte.

© John Eliot Gardiner 2010

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für Sonntag nach Epiphanias:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen:  Julian Clarkson, Bass

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CDs vom Label SDG  
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SDG 174 Vol. 18

Cover SDG 174 Vol. 18

CD – Cover SDG 174 Vol. 18

CD zum 1. So. nach Epiphanias

Link:  CD  – z w e i – Inhalt

BWV   32 – „Liebster Jesu, mein Verlangen“ 

BWV 124 – „Meinem Jesum lass ich nicht“ 

BWV 154 – „Mein liebster Jesus ist verloren“
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bachfest-leipzig-2013 

Bachfest Leipzig 2014 – “die wahre Art” vom 13. Juni – 22. JUNI 2014

Das Bachfest Leipzig 2014 findet vom 13. bis 22. Juni 2014 statt und steht unter dem Motto »die wahre Art« – eine Reminiszenz an das 1753 erschienene und bedeutendste Lehr- und Studienwerk »Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen« von Carl Philipp Emanuel Bach. Das Werk des zweitältesten Bach-Sohnes bildet im Jahr seines 300. Geburtstages den inhaltlichen Schwerpunkt im Bachfest Leipzig. Seine Kompositionen erklingen im Kontext des Œuvres von Vater Johann Sebastian und seinem Taufpaten und Hamburger Amtsvorgänger Georg Philipp Telemann.

Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2014 startet am 15. Oktober 2013.

 www.bachfestleipzig.de 

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Bach-Archiv Leipzig

Stiftung bürgerlichen Rechts

Thomaskirchhof 16 04109 Leipzig

Telefon:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 33

Fax:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 35

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Weitere Informationen zum Leipziger Bachfest 2013

nachstehend:

Programm zum Download als PDF –

Programm_Bachfest_Leipzig_2014

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Kartenvorbestellungen:

über Ticket-Online

oder

für die Konzerte innerhalb des Bachfestes über das Bach-Archiv Leipzig:

Bach-Archiv Leipzig
Stiftung bürgerlichen Rechts
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig

Telefon:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 33

Fax:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 35

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Ein  Video vom BachArchiv:

Mitschnitt der Eröffnungskonzertes des Bachfestes Leipzig 2012.
J. S. Bach: Toccata und Fuge F-Dur, BWV 540 · J. S. Bach: Singet dem Herrn ein neues Lied, BWV 225 · H. W. Zimmermann: Te Deum (Uraufführung) · M. Reger. Psalm 100, op. 106
Thomasorganist Ullrich Böhme, Thomanerchor Leipzig, Leipziger Universitätschor, Gewandhausorchester Leipzig · Leitung: Thomaskantor Georg Christoph Biller.

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Herzliche Sonntagsgrüße an alle Besucher

Volker

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Nachbetrachtungen und kritische Anmerkungen zum 84. Bachfest der – Neuen Bachgesellschaft – in Mühlhausen-Thüringen


Hallo,

schon im Vorfeld waren wir ganz neugierig, was unterscheidet ein Leipziger Bachfest mit einem von der „Neuen Bachgesellschaft“ veranstaltetes Bachfest, das jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgerichtet wird. Es war die erste von uns besuchte Veranstaltung dieser Art und hinterliess zwiespältige Eindrücke – aber dazu später etwas mehr.

Flyer_84._Bachfest_M_hlhausen

Flyer vom 84. Bachfest der „Neuen Bachgesellschaft“ in Mühlhausen-Thüringen

Nach einer sommerlichen und schönen Anfahrt aus OWL  empfing uns eine sehr schön erhaltene – gepflegte und freundlich wirkende mittelalterliche Stadt in Thüringen umgeben mit Mauern, Türmen und Stadttoren. Das Banner-Logo prangte an allen Kirchen der Stadt und der optische Hinweis auf das 84. Bachfest war überall unübersehbar zu bemerken. Nach der Wende wurde sehr viel an den Kirchen, Häusern, Straßen und Plätzen renoviert und alles erstrahlte in neuem Glanz und war für den Bachfestbesucher sehr anheimelnd. Die architektonische Vielfalt, ja die gesamte Stadtanlage mit der erhaltenen und begehbaren Stadtmauer zeugen von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der einstigen Freien Reichs- und Hansestadt. Die Freundlichkeit und die Auskunftbereitschaft der Mühlhausener und ihre begeisternde Anteilnahme am Bachfest muss an dieser Stelle einmal lobend erwähnt werden.

Blick auf Mühlhausen-Thüringen mit Stadtmauer und seinen Türmen

Blick auf Mühlhausen-Thüringen mit Stadtmauer und seinen Türmen

Der Anlass, dieses 84. Bachfest vom 7.8.2009 bis 16.8.2009 – ausgerichtet von der „Neuen Bachgesellschaft“ in Mühlhausen-Thüringen zu begehen – ist das 300-jährige Bestehen und das 50-jährige Jubiläum der Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Divi Blasii Kirche nach ihrer Renovierung, welche nach den Vorgaben von Albert Schweitzer und in der Disposition von J.S. Bach als eine Bach-Orgel durch die Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam in 1959 restauriert wurde. J.S. Bach war als Organist in der Divi Blasii Kirche im Jahr 1707 bis 1708 tätig und weihte persönlich im Jahr 1709 – aus Weimar kommend – die neuerbaute Wender-Orgel in Divi Blasii ein.

Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Divi Blasii Kirche

Bach-Wender-Schuke-Orgel in der Divi Blasii Kirche, Mühlhausen-Thüringen

Bachst_tte_Divi_Blasii_Kirche_M_hlhausen_Th_ringen.JPG

Die Bachstätte: Divi Blasii Kirche in Mühlhausen-Thüringen

Unser Besuch am ersten Tag des Bachfestes, 7.8.2009, galt dem Eröffnungskonzert in der Bachkirche Divi Blasii am Abend. Hier wurden Vokal-Werke aus der Schaffensperiode von J.S. Bach während seiner Tätigkeit in Mühlhausen (1708-1709) zur Aufführung gebracht.

Programm

Mühlhauser Kantate: BWV 131 „Aus der Tiefe, rufe ich, Herr, zu dir“

Kantate; BWV 106 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“

Ratswechselkantate: BWV 71 „Gott ist mein König“

Ausführende:

Mühlhausener Bachchor, Dirigent: Oliver Stechbart, Gesangs-Solisten:

Barbara Christina Steude; Sopran, Susanne Krumbiegel; Alt,

Matthias Schubotz; Tenor, Stephan Heinemann; Bass,

Mitglieder des Händel-Festspielorchesters Halle

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Als ein organisatorischer Mangel entpuppte sich beim Aufsuchen unserer Plätze in Divi Blasii der Kategorie „A“ entsprechende Hinweise zu finden, kein Platzanweiser in der näheren Umgebung. Nachdem wir unsere Kategorie gefunden hatten, waren sämtliche Reihen von anderen Besuchern belegt, die viel weniger Eintrittsgeld bezahlt hatten. Es war uns nur möglich, uns zu trennen und mit einem  sehr schlechteren Einzelplatz uns zu begnügen. Hier sollte in Zukunft in der Organisation Hand angelegt werden, hätten wir das gewusst, dass alles durcheinader sitzt, hätten wir viel Eintrittsgeld einsparen können…!!

In der übervollen Divi Blasii Kirche erklang zur Überraschung aller zum Anfang das Orgelwerk BWV 582 „Passacaglia c-Moll“ – welches nicht im Programm vorgesehen war. Es war die große Überraschung vom Kreiskantor Oliver Stechbart, das er sich als ein Highlight für den Eröffnungsabend ausgedacht hatte. Dieses Orgelstück ist ein Wunderwerk an 20 Variationen und wurde entsprechend gekonnt und bis zur grandiosen Fünfstimmigkeit der Abschlussfuge eindrucksvoll wiedergegeben. Für die Orgelliebhaber ein Überraschungsstart des Konzertabends nach Maß, ein erhebender Moment diese großartige Bach-Wender-Schuke-Orgel zu hören, Orgel und Raumklang ein Traumerlebnis. Franz List bemerkte zu diesem Orgelwerk von J.S. Bach: dass eine Kreuzsymbolik erkennbar sei…!!

Die anschließenden Kantatenwerke von J.S. Bach aus seiner Mühlhausener Zeit sind allen hinreichlich bekannt und möchte nicht noch einmal speziell darauf eingehen. Der Mühlhausener Bachchor besteht aus ca. 60 bis 70 Sängerinnen und ist überdurchschnittlich überaltert, junge Sänger/innen konnte ich kaum ausmachen und so entsprach dann auch der Chor den gesanglichen Gegebenheiten und Qualitätsansprüchen. Aufgrund der Chorstärke verhallte vieles im Niemansland, die Akustik in Divi Blasii benötigt keinen Mammut-Chor und sollte künftig in einer kleineren Besetzung auftreten. Wie wohltuhend war hier das Gesangsquartett in den Rezitativen und Arien zu hören, das war ein Gesang- und Hörgenuss. Aber die Hingabe und die Freude am Singen war dem Mühlhausener Bachchor anzumerken und wurde wohlwollend registriert.

Das vorzügliche Solistenquartett: Barbara Christina Steude, Sopran, Susanne Krumbiegel, Alt, Matthias Schubotz, Tenor, und Stephan Heinemann, Bass,

Das vorzügliche Solistenquartett: Barbara Christina Steude, Sopran, Susanne Krumbiegel, Alt, Matthias Schubotz, Tenor, und Stephan Heinemann, Bass, rechts im Bild rechts sitzend: der Vorsitzende der "Neuen Bachgesellschaft" --------------------> Martin Petzoldt, Leipzig.

Das Barockorchester, bestehend aus Mitgliedern der Händelfestspiele Halle überzeugten in gewohnter Manier und gaben dem Ganzen den gewissen Pep und waren das Sahnehäubchen in der Kantatenwiedergabe. Berührend in den Kantaten waren die Flötisten und Gambe und Bc zu benennen, ihr Spiel ging einem unter die Haut, das war gekonnt und vorzüglich vorgetragen. Als ein junger aber überzeugender Leiter und Dirigent entpuppte sich der Kreiskantor Oliver Stechbart als ein Nachfolger von J.S. Bach in Divi Blasii angestellt.

Ein rühriger Leiter: Kreiskantor Oliver Stechbart, der Bachchor Mühlhausen und Mitglieder des Orchesters der Händelfestspiele Halle

Ein rühriger Leiter: Kreiskantor Oliver Stechbart, der Bachchor Mühlhausen und Mitglieder des Orchesters der Händelfestspiele Halle

Weitere Fotoimpressionen des Eröffnungsabends:

Bachchor Mühlhausen und Orchestermitglieder der Händel-Festspiele Halle

Bachchor Mühlhausen und Orchestermitglieder der Händel-Festspiele Halle

Junge französische Barockdamen, verkleidet als Französinnen begleiteten uns durch den Eröffnungsabend, die Eingangsbegrüßung der Besucher erfolgte auf französich...

Junge französische Barockdamen, verkleidet als Französinnen begleiteten uns durch den Eröffnungsabend, die Eingangsbegrüßung der Besucher erfolgte ----------------> in französisch... ein rühriger Gag.

Bekannte Besucher und Mitglieder der NBG aus OWL-Bayern..!!

Ein uns sehr gut bekannter Konzert-Organist und Dozent an der HfM Detmold: Prof. Gerhard Weinberger, Mitglied im Vorstand der "Neuen Bachgesellschaft"

Ein uns sehr gut bekannter Konzert-Organist und Dozent an der HfM Detmold: Prof. Gerhard Weinberger, Mitglied im Vorstand der "Neuen Bachgesellschaft"

Die Ehegattin von Prof.Gerhard Weinberger, Beatice-Maria Weinberger, ebenfalls bekannte Konzert-Organistin

Die Ehegattin von Prof.Gerhard Weinberger, Beatrice-Maria Weinberger, ebenfalls bekannte Konzert-Organistin

Wohlverdienter Applaus begleitete die Aufführenden in eine laue Sommernacht und wir waren gespannt auf den Folgetag mit der Orgelnacht in drei Kirchen. Hier wird als erster Organist in Divi Blasii Prof. Gerhard Weinberger zu hören sein.

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Das Eröffnungskonzert wurde vom MDR-Fernsehen aufgezeichnet, wann es einen Termin der Ausstrahlung gibt, ist mir z.Zt. nicht bekannt.

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Der Folgetag, Samstag, 8. Augsut 2009, mit dem Besuch der Orgel-Nacht..!!

In einer aufregenden Orgelnacht hatten sich zwei große Orgel-Interpreten zu einem besonderen Event zusammengetan. Professor Gerhard Weinberger begann um 20:00 Uhr sein Nachtkonzert an der Bach-Wender-Schuke-Orgel in  der Divi Blasii Kirche. Anschließend wurde um 21:00 Uhr die Orgel-Nacht mit dem bekannten Konzert-Organisten Professor Daniel Roth, Paris, in der Kirche St. Marien (Historische Sauer-Orgel, erbaut 1891) und von Daniel Roth anschließend um 22:00 Uhr in der Kirche St. Josef – (Horst Jemlich-Orgel, Dresden, erbaut 1981) –  fortgesetzt. Es war ein absolutes Highlight so zu Fuß durch Mühlhausens nächtliche Straßen zu ziehen, um zwei der zurzeit großen Organisten erleben zu können.

Programm in Divi Blasii – Gerhard Weinberger um 20:00 Uhr

3 Werke von Johann Ludwig Krebs (1713-1780) Präludium und Fuge C-Dur

Fantasia sopra „Freu dich sehr, o meine Seele

„Wir glauben all‘ an einen Gott“

J.S. Bach (1685-1750) Concerto d-Moll nach A. Marcello, BWV 974 (Originalfassung Prof.G. Weinberger)

Harald Genzmer (1909-2007) Zweite Sonate

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Das Ehepaar Weinberger ist Herausgeber einer vierbändigen Gesamtausgabe der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs. Krebs war einer der fleißigsten Schüler von J.S. Bach und seine Werke werden heute gerne zu Gehör gebracht. So stellt sein Präludium und Fuge C-Dur eine Abwandlung von Motiven dar, die besonders das Präludium zu einem virtuosen Konzertstück machten. Nicht weniger virtuos die „Fantasia sopra“ –  „Freu dich sehr, o meine Seele“. Weinberger nutzt die 42 Register der Schuke-Orgel zu ganz neuen Klangbildern. Der Organist der feinen Töne windet sie wie Perlenschnüre aneinander und entwickelt daraus ein filigranes Klangbild der ruhigen und besonnenen Art. In dieser Formsprache haben wir Krebs noch nie von einem Interpreten an der Orgel gehört und sind begeistert, die Wiedergabe Weinbergers geriet zu einer geistigen Meditation der besonderen Art. Der Hörer schwebte mit seinen Gedanken in unbekannten Sphären und genoss in vollen Zügen die ruhigen Klangbilder von der grandiosen Schuke-Orgel. Ein Dank geht an diesen fantastischen Orgelinterpreten, der das bewirken konnte.

Die Poesie der Orgelminiaturen steckte auch in dem Bachschen „Concerto“, BWV 974, und selbst Harald Genzmers streng geschnittene Sonate vibrierte trotz seiner ernsten Themenvorgabe vital unter den Händen des hervorragenden Interpreten. Schade, die Zeit war zu kurz bemessen denn nach einer 3/4.-stündigen Orgelmusik war der Schlusspunkt gesetzt worden, um den Fußmarsch in Richtung St. Marien zum Konzert von Daniel Roth um 21:00 Uhr –  pünktlich antreten zu können. Das Publikum war begeistert aber der wohlverdiente Applaus geriet aus dem vorgenannten Grund zu kurz. Eine kurzfristige Verbeugung von Weinberger auf der Orgelempore an seine Besucher und er verschwand in der Dunkelheit der Kirche.

Kreiskantor Stechbart dankt Gerhard Weingerger für sein Orgelkonzert

Kreiskantor Stechbart dankt Gerhard Weingerger für sein Orgelkonzert

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Teil zwei der Orgelnacht in der Hauptkirche von Mühlausen-Thüringen die St. Marienkirche, historische Kirche vom Pfarrer Thomas Müntzer (1525) Anführer des Bauernaufstandes im Eichsfeld, ausgehend von Mühlhausen-Thüringen.

Danach Teil drei der Orgelnacht in der Kath. Pfarrkirche St. Josef in Mühlhausen.

Pilgermarsch zum Orgelnachtkonzert in St. Marien Mühlhausen

Pilgermarsch zum 2. + 3. Orgelnachtkonzert in St. Marien Mühlhausen

Hauptkirche von Mühlhausen, St. Marienkirche

Hauptkirche von Mühlhausen, St. Marienkirche

Schuke-Orgel, erbaut 1891 in der St. Marienkirche Mühlhausen-Thüringen

Romantische Sauer-Orgel, erbaut 1891 in der St. Marienkirche Mühlhausen-Thüringen

Besucheransturm in St.Marien zur Orgelnacht mit Daniel Roth

Besucheransturm in St.Marien zur Orgelnacht mit Daniel Roth im Hintergrund der Marien-Altar

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Leichter Regen begleitete uns anschließend zu den letzten Stätten der Orgelnacht. Wir kamen uns vor wie Pilger auf einem unbekannten Pilgerweg, aber das machte die Orgelnacht so spannend. Die anschließenden Orgelwerke in St. Marien und St. Josef waren ausschließlich der französischen Orgelliteratur zugedacht. Aus diesem Grunde wurden die Orgel-Werke in zwei verschiedenen Kirchen veranstaltet, um die entsprechenden Orgeln für diese Werkswiedergaben in Anspruch nehmen zu können. Überrascht wurden wir beim Betreten der St. Marienkirche, dass sie fast schon gefüllt war, wollen die Besucher keine Barock-Orgelwerke mehr hören sondern bevorzugen die Kathedralmusik der Franzosen? Das war für uns ein ungelöstes Rätsel, Divi Blasii mit lichten Reihen und ab St. Marien eine übervolle Kirche, da verstehe einer die Orgelwelt noch…!!

Die Werke von César Francks und Charles Marie Widor erklangen zu den 61 klingenden Registern an der größten historischen Orgel Thüringens (Sauer-Orgel) in der Marienkirche.

Die Orgelwerke von Boélys, Guilmants und Viernes Orgelschöpfungen zum modernen, allen musizierpraktischen Anforderungen gerecht werdenden Instrument – erklangen an der Jemlich-Orgel in St. Josef.

Den ganzen Klangschatz des Symphonieorchesters hat Daniel Roth im von ihm übertragenen Allegretto-Satz aus der d-Moll-Symphonie von Franck aus der Sauer-Orgel „gezogen. Und schließlich Francks letzter Choral Nr. 3, d-Moll: nicht nur doppeldeutig in der Tonart, Daniel Roth spielte auch die historischen Bezüge dieses Werkes aus. Manuell ohne Probleme beherrscht der Pariser Organist auch die Raffinessen eines Widorschen Paradestückes: den dritten Satz seiner 6. Orgelsinfonie. Die in großem Tempo gespielten Staccati gerieten zu einem wahren Ritt der Grazie. Er beherrscht sein Organistenhandwerk bravurös und konnte unmittelbar die großen Franzosen dem Besucher eindrücklich näher bringen.

Riesiger Schlussapplaus für einen genialen Orgelinterpreten der französischen Orgelliteratur brandete auf und wirkte nach lange in uns nach. Was haben wir in dieser Orgelnacht für Gegensätze erlebt, vorab  die feingliedrige  barocke Wiedergabe von Gerhard Weinberger und anschließend fast zwei Stunden erlebt man ein Bombardement mit französischer Kathedralmusik durch den genialen Daniel Roth. Orgelfreund, was willst du mehr – aber,  wir waren danach so aufgewühlt, dass  an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken war…!!

Daniel Roth bedankt sich für den Applaus in St. Marien Mühlhausen

Orgel-VituoseDaniel Roth bedankt sich für den Applaus in St. Marien Mühlhausen

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Der dritte Besuchstag galt der großen Entspannung nach der großartigen und stressigen Orgelnacht. Um Mittag wollten wir unbedingt als Zeitzeuge dabei sein, wenn das Bachdenkmal an der Bachkirche Divi Blasii enthüllt wird . Das war trotzt der lang anhaltenden Reden ein bewegender Moment.

Künsler Klaus Friedrich Messerschmidt vor seinem erstellten Bach-Werk

Künsler Klaus Friedrich Messerschmidt vor seinem erstellten Bach-Werk

Anschließend schlenderten wir über den Untermarkt an der Divi Blasii Kirche.

Die Evangelische Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten, die diakonischen Mühlhäuser Werkstätten und kirchliche Initiativen luden von 11.30 bis 17 Uhr zu diesem Markt auf dem Untermarkt ein. Dort wurde Bachliteratur gelesen, klassische Musik präsentiert, es gab einen Kostümstand und für die Kinder verschiedene Stationen zum Thema Bach. Instrumente konnten gebaut und Speisen wie zu Bachs Zeiten probiert werden. In der Kirche Divi Blasii wurden Tanzaufführungen der Evangelischen Grundschule angeboten (14.30, 15.30 und 16.30 Uhr), und die Schüler des Evangelischen Gymnasiums führten ein Bach-Musical auf.  Neuzeitliche Zeichnungen von dem Künstler Eberhard Vater über die Bachorte von J.S. Bach gab es in Divi Blasii zu bewundern. Diese Möglichkeiten haben wir wahrgenommen und es war Entspannung pur…!!

Bildrechte: Künstler Eberhard Vater - Stammsitz der Bache - Wechmar

Bildrechte: Künstler Eberhard Vater/Stammsitz der Bache-Wechmar

Das Evg. Gymnasium mit dem Bach-Musical in der Divi Blasii Kirche am 9.8.2009

Das Evg. Gymnasium mit dem Bach-Musical in Divi Blasii

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Unser Fazit zu den 84. Bachtagen in Mühlhausen-Thüringen:

Unsere Bewunderung gilt dem uneingeschränkten Zuspruch einer ganzen Stadt, was hier von den Kirchengemeinden, Schulen, Kindergärte, Chören, Orchestern, Musikschulen, etc. und der Stadt auf die Beine gestellt wurde, war sehr beeindruckend. Man fühlte sich richtig in die Atmosphäre der Bachzeit zurückversetzt, alles war dementsprechend darauf ausgerichtet und am Untermarkt an der Divi Blasii Kirche war das Treiben richtig nachvollziehbar. Herrlich gelungen.

Zur Qualität der Werkswiedergaben wurde bereits etwas darüber ausgesagt, zu großer Chor…!! und die leidige Organisiation mit dem Auffinden der Besucherplätze in den Kirchen – ein Manko – aber die Hingabe und Freude war überall unübersehbar, die Qualität der Organisten Weltklasse, sehr schöne restaurierte Orgeln, die Bachwerke uneingeschränkt in einer grandiosen Art wiedergeben können, gute Orchester und Gesangs-Solisten…!!

Wo ergibt sich nun ein gravierenden Unterschied zu den Bachtagen in Leipzig und den 84. Bachtagen – von der NBG ausgerichtet – in Mühlhausen-Thüringen:

In Mühlausen waren alle Örtlichkeiten mit eingebunden worden Jung bis Alt und waren mit ihren Beitragen dabei, da fühlte sich der Besucher sofort mit eingebunden. In Leipzig klappt die Organisation entschieden vorzüglicher und Weltklasse Orchester und Chöre sind zu hören, aber man fühlt sich dort ein wenig Isoliert und die Begeisterung zum Bachfest ist nur in den Veranstaltungsorten spürbar, dagegen in Mühlhausen, alle Kirchen- Vereine – Schulen- Kindergärten- Musikschulen- war auf den Beinen und wollte zu den Bach-Tagen etwas beisteuern und das war das Großartige, was Leipzig einmal überdenken sollte..!!

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Weitere Planung für Bachfeste der NBG (Neuen Bachgesellschaft)

2010 Leipzig (11.06.-20.06)
2011 Bamberg, 2012 Wetzlar, 2013 Detmold, 2014 Weimar, 2015 Leipzig.

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Schönen Sonntag und Grüße

Volker

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