Ein Großteil der Bach-Werke sind noch unentdeckt. Versteckt, verlegt oder verloren. So bleibt J.S.Bach immer wieder für Überraschungen offen. Man denke an den letzten Fund von BWV 1127 ‘Alles mit Gott’.
Mein überraschender Bach-Fund, den ich dem/der Bach-FreundIN weitergeben möchte, spielt sich allerdings als literarische Fiktion ab. Wer sich von meinen 2 Fragen anregen läßt, befindet sich schon mittendrin im neuen Buch von Robert Schneider, Die Offenbarung.
1. Ist es denkbar, dass ein ‘missing link’ zwischen H-Moll-Messe und Bach’s letztem Werk der Kunst der Fuge auftaucht? Denn warum besteht Bach’s H-Moll-Messe überwiegend aus Parodien? War es nur Zeitmangel? Sind Bach die Ideen ausgegangen? Oder war Bach’s schöpferische Kraft in Anspruch genommen von einem großartig bedeutendem Werk, an dem er noch arbeitete?
2. Ist es vorstellbar, dass Bach’s Musik den menschlichen Geist so beflügelt, dass ein Mensch sein Leben vorausschauen kann-, er sich seiner Schuld bewußt wird und er selbst vergeben kann? Im Roman möglich durch das Hören von
Apocalypsis Beati Ioannis Apostoli – Oratorio – Poesia per Domina Ziegler dictus Romanus – Music di J.S.Bach – Lipsiae ao 1746
Vielleicht aber auch in anderen Bach-Werken möglich.
Wolfgang Adam
P.S. von Volker /admin
Ich habe eine neue Kategorie über Literatur geöffnet und den Beitrag von @Wolfgang hier veröffentlicht, Dank an Wolfgang für diesen interessanten Beitrag, nun erwarte ich Eure Kommentare dazu….., ich melde mich später..!!
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Anmerkung:
Es existiert ein weiterer Haupteintrag zu der Buchveröffentlichung im Forum seit dem 28.04.2008
nun ist es soweit, zum 100. Geburtstag von Herbert von Karajan im Kalenderjahr 2008, veröffentlicht die Ehefrau: Eliette von Karajan ihre Autobiographie.
Ein Klappentext dazu von amazon:
Eliette Mouet ist achtzehn, als sie Herbert von Karajan kennenlernt. Nach ihrer Hochzeit übernimmt er die künstlerische Leitung der Wiener Staatsoper, zudem ist er bereits Leiter der Salzburger Festspiele und Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Die beiden treffen sich zum ersten Mal auf einer Yacht in Saint-Tropez. Ein Jahr später sehen sie sich in London wieder. Gemeinsam mit einem Freund besucht sie dort ein Konzert, das Karajan dirigiert. Als er zum Dirigentenpult geht, erkennt er die junge Frau in der ersten Reihe. Von da an bis zu seinem Tod 1989 ist sie seine große Liebe. An seiner Seite taucht sie ein in die Welt der Musik. Sie begleitet ihn rund um den Globus, erlebt das Jet-Set-Leben im Kreis seiner Bewunderer und schirmt ihn ab, damit er die nötige Ruhe zum Arbeiten hat. Eliette von Karajan ist heute eine angesehene Kunstmäzenin und Förderin der Musik.
Wer solche Geschichten mag, ist mit dem Buch gut bedient, es ist eine persönliche Einstellung und Geschmacksfrage, sich damit auseinanderzusetzen und das Buch zu erwerben…!!
———————————————– Dazu passend ist eine DVD erschienen:
Küstlerische Streiflichter einer unvergleichlichen Karriere. Zu hören und zu sehen sind u. a.Ausschnitte aus dem legendären Neujahrskonzert 1987 mit den Wiener Philharmonikern und aus den Silvesterkonzerten 1983 und 1985 mit den Berliner Philharmonikern. Rossini:Wilhelm Tell-Ouvertüre +Weber:Der Freischütz-Ouvertüre +Prokofieff:Symphonie Nr. 1 +Tschaikowsky:Klavierkonzert Nr. 1 +Dvorak:Symphonie Nr. 9 +J. Strauss II:An der schönen blauen Donau;Frühlingsstimmen +Ravel:Bolero +Josef Strauss:Sphärenklänge Evgeny Kissin, Kathleen Battle, Berlin PO, Wien PO, Herbert von Karajan
hier ist meine Rezension zu der CD-SDG 137; Vol. 16, veröffentlicht im Oktober 2007, zu dem letzten Aufführungsort der Pilgerreise: „St. Bartholomew in New York.“
Bach Cantata Series:
J. E. Gardiners Aussage in seinem Reisetagebuch spiegelt die Besonderheit dieses Konzertes treffend wieder.
Zu dieser mit persönlichen Emontionen behafteten CD zitiere ich wie folgt:
„Die Stimmung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St. Bartholomew, New York, war einzigartig, das Publikum hingerissen und glücklicherweise ohne störende Huster. Chor und Orchester wirkten fragil und euphorisch in einer merkwürdigen Mischung, so als hätte die riesige Anstrengung, zur letzten Station der Reise – (Bach-Cantata-Pilgrimage 2000) – zu gelangen, alle aufgestauten Gefühle an die Oberfläche gebracht. Die Spannung löste sich, als die munteren, fröhlichen äußeren Abschnitte – (von der Motette, BWV 225) – „Singet dem Herrn“ gesungen wurden.“
Howard Moody (Cembalo), schreibt dazu in seinen Meinungsäußerungen zur Pilgrimage 2000 -Tour ebenso emontionell zu dem letzten Konzert in St. Bartholomew, New York.
Den Link zu den Meinungsäußerungen der Künstler und Solisten zu der Bach Cantata Pilgrimage 2000 füge ich nachstehend bei:
Sopran: Katharine Fuge, Gillian Keith, Joanne Lunn, Altus: Daniel Taylor,
Tenor: James Gilchrist, Bass: Peter Harvey.
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Die Motette BWV 225 „Singet dem Herrn ein neues Lied“
ist eine Komposition von Worten des 149. Und 150. Psalms aus dem Jahre 1726; die Stimmung des Jubels und der begeisterten Danksagung wird hier zu einer erregenden Musik.
Gardiner versteht es genial, alles bis zum Äußersten auszureizen und den 8-stimmigen Doppelchor in ungeahnten Sphären singen zu lassen, man kann sich als Hörer an der Gesangskultur des Monteverdi Choirs berauschen, unübertrefflich die Akzentuierung und Phrasierungen im Gesang, das kann eben nur ein Weltklasse-Chor, eine vortreffliche Wiedergabe, die zu beglücken weiß.
BWV 152 „Tritt auf die Glaubensbahn“
Diese Kantate entstand in Weimar zum 3. Dezember 1714. Sie gehört mit ihren betont kammermusikalischen Instrumenten von Blockflöte, Oboe, Viola d’amore, Viola da Gamba und Continuo zu den innigsten Bach-Kantaten. Diese außergewöhnliche Besetzung macht die Kantate so liebenswert.
Hervorheben möchte ich den Engelsgesang von Katharine Fuge im 4. Satz und im Duett für Bass und Sopran im 6. Satz, was sie für ein Timbre an den Tag legt, Glocken können nicht schöner klingen, im Schlusssatz erklingt ein ideales Paar mit Peter Harvey als Bassbariton und der Sopranistin, die Traversflöte, Oboen und Continuo als Begleitung untermalen mit ihrem famosen musizierenden Spiel einen rührigen und innigen Gesang, einfach genial und vortrefflich gelungen. Der 4. und 6. Satz sind einfach betörend zu hören, da ist bei mir ein „Da Capo“ mehrmals gefällig……*)
*) Die gleiche Kantate wurde in 2007 mit Thomas Quasthoff, (Bass-Bariton); Dorothea Röschmann, (Sopran); Mitglieder des RIAS-Kammerchors und Berliner Barock Solisten unter der Leitung von Rainer Kussmaul, eingespielt. Einen Vergleich beider Aufnahmen vollziehe ich im Nachgang unter „Kommentare.“
BWV 122 „Das neugeborene Kindelein“
Die Kantate entstand zu einem Weihnachtszyklus im 2. Amtsjahr von Bach 1724 in Leipzig. Ich finde gerade die Schlichtheit des Eingangssatzes mit den Violinen, BC und dem Chorsatz: “Das neugeborene Kindelein“ sehr beeindruckend musiziert und gesungen. Das Rezitativ im 3. Satz für Sopran (Katharine Fuge), „Die Engel…“ ist ein Engelsgesang pur, sie besitzt eine Stimme, die zu beglücken weiß. Ebenso gespickt mit Köstlichkeiten ist der 4. Satz für Sopran, Alt, Tenor, mit dem „Ist Gott versöhnt und unser Freund.“ Der Chor und die Gesangs-Solisten lassen köstliche Musik erklingen, hier wird man von der Dramaturgie Gardiners mehr als gefesselt, eine beseelende Wiedergabe, das sich im Schlusschoral mit dem Choralsatz: „Es bringt das rechte Jubeljahr“ einen würdigen Jubel-Abschluss findet.
BWV 28 „Gottlob! Nun geht das Jahr zu Ende“
Diese Kantate lenkt den Gedanken auf den Jahreswechsel, und zeichnet sich durch reichen Formenreichtum aus. Erstmals erklang die Kantate am 30. Dezember 1725. —————————— Ich zitiere dazu aus Gardiner seiner Reisebeschreibung zu dieser Kantate, die ich mehr als bemerkenswert halte, wie folgt: „Die Kantate beginnt als beschwingter konzertartiger Satz im Wechsel zwischen Oboen und hohen Streichern, die zu den tanzartigen Aufruf des Soprans „ein frohes Danklied“ anzustimmen, die Kulisse liefern.
Dieses „Danklied“ ist jene Motette „Nun lob, mein Seel, den Herren“, die ich als siebenjähriger Knabensopran in einer deutschen Sommerschule kennen gelernt hatte, die von Georg Götsch,*) einem einst berühmten, damals sehr gebrechlichen Chordirigenten geleitet wurde.
Wir sangen das Lied eine Woche lang jeden Tag, und ich glaube, es hat mich entsetzlich gelangweilt; doch jetzt, ein halbes Jahrhundert später, war ich schlagartig fasziniert von der Nüchternheit und Komplexität seines „stile antico“, seinen verborgenen Schätzen und Subtilitäten, vor allem in den letzten fünfzig Takten, wo sich das Gefühl einstellt, dort werde ein riesiger kosmischer Kampf ausgetragen.“
*) Anmerkung zu Georg Götsch aus Wikipedia:
„Georg Götsch (* 1. März 1895 in Berlin, † 26. September 1956 in Friedrichshafen) war ein deutscher Musikpädagoge. Georg Götsch ist eine wichtige Persönlichkeit der deutschen Jugendbewegung und der Jugendmusikbewegung. Auch einige bis heute gepflegte Traditionen wie der „Fürstenecker Morgenkreis“ und die Pflege der englischen Kontratänze nach John Playford gehen auf Georg Götsch zurück.
Die von Gardiner angesprochene Nüchternheit des Choralgesangs „Nun lob, mein Seel, den Herren“ im 2. Satz der Kantate erlebt der Hörer sehr schön ausnuanciert im Gesangs-Vortrag des Monteverdo Choirs in gewohnter Gesangs-Qualität. Wunderbar gelingt der Schluss-Choral „All solch dein Güt wir preisen“, im 6. Satz.
BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“
Bachs erste Leipziger Neujahrskantate – zum 1. Januar 1724 – ist unvollständig überliefert. Die beiden Anfangssätze sind nur in den Singstimmen und Violinen erhalten und müssen in den übrigen Partien rekonstruiert werden. Bach hat das Werk mit verändertem Text im Jahre 1730 zur 200-Jahrfeier der Augsburgischen Konfession wieder verwendet, doch ist die Musik zu dieser Fassung nicht erhalten geblieben. ————————- Hierauf nimmt Gardiner in seinem Reisetagebuch wie folgt Bezug: „ Alle übrigen Orchesterstimmen müssen rekonstruiert werden. Verschiedene Vorschläge wurden veröffentlicht, keiner ist völlig überzeugend, manche sind nicht sehr idiomatisch. Immerhin besteht die Möglichkeit, die Instrumentierung, die Bach für den Kopfsatz vorgesehen hatte, aus der noch vorhandenen Partitur des abschließenden Chorals zu erschließen.“
Alle machten sich an die Arbeit, dem Beispiel unserer beiden brillanten Cembalo- und Orgelspieler folgend, Howard Moody und Silas Standage, die mit möglichst geringem Aufwand die bezifferten Basslinien einfügten. In den Proben passten wir bis zum allerletzten Augenblick neue Parts für die drei Oboen, drei Trompeten und Pauken ein.
Hätten wir mehr Zeit gehabt und wären wir geschickter gewesen, wäre uns das sicher besser gelungen, aber als es dann zur Aufführung kam, schienen alle Sänger und Spieler darauf bedacht, das Publikum an der Freude und Festlichkeit dieses übersprudelnden Neujahrsstückes teilhaben zu lassen.
Und der Psalmtext, der mit dem Text der Motette, die wir zu Beginn unseres Programms gesungen hatten, nahezu identisch war, gab ihm eine weitere Würze.
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Hier fällt in der Kantate BWV 190, schon der prächtige Eingangs-Satz mit Pauken und Trompeten auf. Ich habe das Gefühl, hier lassen alle Beteiligten ihre Emotionen freien Lauf, im Bewusstsein, das ist die letzte Wiedergabe einer Bach-Kantate auf der Pilger-Reise 2000.
Dementsprechend zieht sich wie ein roter Faden dieses Mitteilungsbedürfnis durch das ganze Kantatenwerk, selten habe ich als Hörer so eine Kantatenwiedergabe vernommen, die alles vorher gewesene zu sprengen scheint……., schwungvolle, jubilierende Pauken und Trompeten, ein Orchester in Spitzenform, der einsetzende Jubel-Chor mit den Worten: „Singet dem Herrn ein neues Lied“ wurde so akzentuiert und ergreifend gesungen, dass einem der Atem stockt, das ist Lobgesang pur.
Auf die einzelnen Sätze möchte ich nicht weiter eingehen, die Kantate erklingt mitreißend wie aus einem Guss und lässt den Mithörer erahnen, wie den Beteiligten zumute gewesen sein mag, ein letzter Auftritt und dann ist wörtlich nach dem Textlaut gesprochen von den Pilgertour-Beteiligten erschütternd zu vernehmen: „Laß uns das (Bach-) Jahr vollbringen zu Lob dem Namen dein“,…… ergriffen und berührt hörte ich die letzten Klänge von diesem Kantaten-Fragment, ich kann Gardiner zu dieser Wiedergabe nur meinen höchsten Respekt zollen, was er hier an künstlerischem Gehalt und an Emontionen an den Tag legt, sprengt die Normalität…………, Da Capo!!
29. Oktober 2006 / Kantaten für den dritten Tag an Weihnachten:
Kantatenwerke: BWV 64 “Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget” (Kantate zum 3.Weihnachtstag);
BWV 151 “Süßer Trost, mein Jesus kömmt” (Kantate zum 3. Weihnachtstag);
BWV 57 “Selig ist der Mann” (Kantate zum 2. Weihnachtstag);
BWV 133 “Ich freue mich in dir” (Kantate zum 3. Weihnachtstag).
Gesangs-Solisten: Gillian Keith (Sopran; BWV 64 + 151); Katharine Fuge (Sopran; BWV 133);Joanne Lunn (Sopran BWV 57); Robin Tyson (Counter-Alto BWV 64 + 133); William Towers (Counter-Alto BWV 151); James Gilchrist (Tenor); Peter Harvey (Bass). Trompete-Horn: Gabriele Cassone; Paul Sharp; Mauro Bernasconi; Orgel; Howard Moody. The Monteverdi Chor, The English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner.
Aufführungsort: New York / USA, Str. Bartholomews Kirche, am 27.12.2000;
3. Weinachtsfeiertag.
Rezension:
Kantate: BWV 64; „Sehet, welch ein Liebe hat uns der Vater erzeiget“, wurde am 27.Dezember 1723 in Leipzig erstmals aufgeführt. Bach hat hier eine vierstimmige Motettenform gewählt, Streicher und Posaunen geben dem 1. Satz eine gewisse Strenge und nehmen keinen Bezug aufs weihnachtliche Geschehen. In der Diktion und Artikulation unübertrefflich der Monteverdi Choir. Ebenso erklingt der Choral im 2. Satz: „Das hat er alles uns getan“, erhaben und getragen vorzüglich gesungen.
3. Satz: Rezitativ für Alt; „Geh, Welt! Behalte nur das Deine“, wird vom Counter-Alto: (Robin Tyson); gesungen.
Im 4. Satz: Choral: „Was frag ich nach der Welt“, wird sehr ausgewogen gesungen.
5. Satz: Arie für Sopran, (Gillian Keith); „Was die Welt in sich hält“, erklingt mit einem leichten Stimmentimbre wohlgefällig. Schön erklingen die Violinen und das Bc im Vor- und Nachsatz sowie in der Begleitung, herrlich!
6. Satz: Rezitativ für Bass: (Peter Harvey); “Der Himmel bleibet mir gewiss“ erklingt voluminös und prächtig vorgetragen durch einen hervorragenden Bassisten.
Foto: Peter Harvey; Bass-Bariton
7. Satz: Arie für Alt, (Counter-Alto: Robin Tyson); „Von der Welt verlang ich nichts“ erklingen Anfangs in herrlichen barocken Klangfarben Oboe und das Bc. Abstriche wiederum beim Counter-Alto; was für eine schöne Alt-Arie…..
8. Satz: Choral: „Gute Nacht, o Wesen“; wird vom Monteverdi Choir perfekt wiedergegeben. In der tonalen und wörtlichen Ausdrucksform einfach großartig, wie der Text:“ Gute Nacht, du Stolz und Pracht“, wirklich mit Stolz und Pracht gesungen wird, ist ein absolutes Prädikat des Könnens!
Kantate: BWV 151; “ Süßer Trost, mein Jesus kömmt“ (Kantate zum 3. Weihnachtstag); entstand im Jahr 1725. Hier überwiegt eine kammermusikalische Besetzung, der Chor wird nicht sehr in Anspruch genommen und erklingt nur als Schlusschoral.
Die Eingangs-Arie für Sopran; (Gillian Keith): „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“, der bekannteste Satz der Kantate, gehört zu den glücklichsten Kompositionen Bachs. Einzigartig die weit gespannten Melodiebögen, begleitet durch die Oboen und Streicher, erklingt h i m m l i s c h e Musik! Hier läuft einem ein Schauer über den Rücken, ob so einer innigen Musik!
Im Format dieser Arie präsentiert sich eine Sopranistin von „Gottes Gnaden“, die fast übernatürlich im Format der textlichen und tonalen Wiedergabe mehr als gewachsen ist, ein vorzüglicher Part von ihr, der ein absoluter Glanzpunkt in der Kantateneinspielung darstellt. Glücklich für den Hörer, eine Dacapowiedergabe lässt noch einmal eine Wunder-Arie erklingen. Nach so einer prachtvollen Kantaten-Arie tritt alles Folgende zurück.
Foto: Junge kanadische Nachwuchs-Sopranistin Gillian Keith
2. Satz: Rezitativ für Bass; (Peter Harvey); „Erfreue dich, mein Herz“; ein prachtvolles Rezitativ von Harvey.
3. Satz; Arie für Alt: (William Towers als Counter-Alto); „In Jesu Demut kann ich Trost“; agiert er etwas glücklicher als der Counter: R. Tyson in seinem Part. Prächtig erklingt als Begleit-Musik das Barockorchester.
4. Satz: Rezitativ für Tenor: (James Gilchrist); „Du teurer Gottessohn“; erwärmend sein Gesang nach dem 3. Satz.
Foto: James Gilchrist; Tenor
5. Satz: Schlusschoral: „Heut schleußt er wieder auf die Tür“ erklingt vom Chor in weihnachtlicher Pracht und zum Mitsingen wird der Hörer ob so eines schönen vorgetragenen Chorals direkt animiert!
Kantate: BWV 57; „Selig ist der Mann“ (Kantate zum 2. Weihnachtstag); ist eigentlich keine Weihnachtskantate weil sie keinen Bezug zu Christi Geburt herleitet. Die Besetzung der Kantate beschränkt sich auf 2 Solosänger >Sopran und Bass
Absolut erwähnenswert ist der 5. Satz mit dem Bass-Rezitativ:“ Ja, Ja, ich kann die Feinde schlagen“ gelingt in ihrer Stakkato-Form dem Orchester famos mit einem glänzend aufgelegten Peter Harvey. Diese Kantate lebt von einer ungeheuren Vielfalt an musikalischen Themen und ihrer perfekten Umsetzung durch ein großartiges Orchesters.
Kantate: BWV 133; „Ich freue mich in dir“ (Kantate zum 3. Weihnachtstag). In 1724 entstanden trägt sie Züge der Rücksichtnahme für alle Beteiligten nach vorherigen konzertierten Werksaufführungen an den vorangegangenen Weihnachtsfesttagen. Das Orchester ist mit 2 Oben, sowie Streichern und Continuo auf eine normale Besetzung reduziert. In der Beschränkung und Schlichtheit erweist sich Bach wieder als ein großartiger Komponist.
Der Chor singt – im vorangestellten virtuos konzertant gespielten Orchester-Eingangssatz – den Choral: „Ich freue mich in dir“ einen schlichten vierstimmigen Satz. Im 2. Satz: „Getrost! es fasst ein heilger Leib“ > Arie für Alt
Der 4. Satz: „Wie lieblich singt es in den Ohren“ > Arie für Sopran < (Katharine Fuge); ist im waren Sinne des Wortes von allen Beteiligten “lieblich“ gelungen. Virtuose Streicher, lieblich melodisch klingend werden sie von einer großartigen singenden Koloratur-Sopranistin (Katharine Fuge) komplettiert. Diese Sopran-Arie ist in ihrer Einfachheit – aber gespickt mit musikalischen Leckerbissen – ein Herzstück dieser Kantate.
Foto: Engl. Sopranistin Katharine Fuge
Im 5. Satz; Rezitativ für Bass: „Wohlan! Des Todes Furcht und Schmerz“ entpuppt sich hier einmal mehr, welch ein großartiger Oratoriensänger – Peter Harvey – aufgrund seiner Ausdrucksstärke und seines Gesangsvolumen ist. Als eine ganz starke Top-Besetzung in der Garde der Gesangssolisten ist er hier gesondert zu benennen.
Der 6. Satz mit dem Schlusschoral: „Wohlan, so will ich mich“ erklingt in einem vortrefflich konzertant gesungenen Choral-Stil, der nicht schöner zu Gehör gebracht werden kann. Ein Abschluss, der in der zu hörenden Schlichtheit entsprechend dieser Kantate nochmals lobend zu erwähnen ist.
Eine CD, die durchaus als weihnachtliche Überraschung für den Gabentisch angedacht erscheint. Diese Kantateneinspielungen besitzen Perlen an Chorälen, Rezitativen, Arien sowie Instrumentales, die durchaus das Prädikat der gewohnt sehr guten Einspielungen vom Label: SDG erreichen!
SDG 113 (Vol.14) Veröffentlicht im Oktober 2005, Inhalt: 1 CD
Weihnachtskantaten: BWV 91 “Gelobet seist du, Jesu Christ”; BWV 121 ” Christum wir sollen loben schon”; BWV 40 “Dazu ist erschienen der Sohn Gottes”; BWV 110 “Unser Mund sei voll Lachens”,
Gesangssolisten: Katharine Fuge, (Sopran; BWV 91 + 121); Joanne Lunn, (Sopran, BWV 110); Robin Tyosn, (Counter-Alto, BWV 91 + 40); William Towers, (Counter-Alto, BWV 121 + 110); James Gilchrist, (Tenor); Peter Harvey; (Bass); The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Leitung: John Eliot Gardiner ,
Aufführungsort: St. Bartholomew’s, New York / USA, am 25.12.2000.
Rezension:
BWV 91, „Gelobet seist du, Jesus Christ“, der Einganssatz mit den Waldhörnern und dem Chor ist schön ausmusiziert und verbreitet eine festliche Stimmung, das anschließende Sopran-Rezitativ von Katharine Fuge erstrahlt nicht minder überzeugend. Der Tenorpart im 3. Satz mit James Gilchrist besetzt ist gelungen anzusehen.. Im 5. Satz ein Höhepunkt dieser Kantate das Duett für Sopran und Alt, (mit Robin Tyson besetzt) „Die Armut, so Gott auf sich nimmt“, prächtige Gesangssolisten in Verbindung mit dem Orchester grandios gespielt und anzuhören.
BWV 121, „Christum wir sollen loben schon“, gelingt dem Eingangschor in gwohnter Manier eine perfekte gesangliche Qualität. Die Tenor-Arie im 2.Satz gelingt mit den Oboen, im swingenden Spiel, vortrefflich. Ein perfekter 4. Satz gelingt mit der Bass-Arie „Johannis freudenvolles Springen“ mit Unterstützung des hervorragend disponierten English Baroque Soloists. Dieser Klang kann nur von ihnen erzeugt werden und ist von allererster Güte. Der Schlusschor wird überzeugend ausgesungen.
BWV 40, „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“, wie hier vom Monteverdi-Chor textlich die Worte …. „die Werke des Teufels zerstöre“….., stimmlich umgesetzt werden bekommt man den Atem des Satans förmlich zu spüren, eine tolle Interpretation mit gesanglicher absoluter Qualität behaftet. In einen wahren Hörerrausch wird man im 4. Satz mit der Bass-Arie „Höllische Schlangen“, versetzt. Im 5.Satz wird grandios der Choral „Schüttle deinen Kopf und sprich“, zu Gehör gebracht, in der Ausführung nicht mehr zu toppen. Ebenso gelingt es dem Chor den Schlusschoral perfekt artikuliert und bewegend schön ausgesungen vorzutragen.
BWV 110, „Unser Mund sei voll Lachens“, ein Glanzpunkt als Kantatenkomposition von Bach. Der Eingangssatz bestückt mit festlichen Trompeten entspricht der Ouvertüre zur 4. Suite BWV 1069. Hier ist eine ganz andere Kompositionsform entstanden, weg von der steifen ernsten Art hin zu lebendigen Formen gepaart mit unerwarteten Klängen und einer musikalisch perfekt inszenierten Form des Heiteren. Auf die einzelnen Sätze dieser Kantate intensiver einzugehen verzichte ich. Die gesamte Kantate in sich strotzt nur so von musikalischer Grandiosität, hier wird von Satz zu Satz ein Höhepunkt nach dem anderen geboten, ob von den Gesangssolisten, Orchester oder Chor, hier erfährt der Hörer ein unausweichliches Miterlebnis einer grandiosen Komposition und Aufführungspraxis durch Gardiner, die seinesgleichen sucht.
Diese Einspielung des BWV 110 gehört zur absoluten Spitze der neuerlichen Bach-Interpretation und wird unangefochten ihren Stellenwert in der Musikgeschichte einnehmen.
mit neuen oder alten Veröffentlichungen am Themen-Ende angeführt.
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8.12.2007 von Volker /admin.
Hallo zusammen,
Weihnachten steht vor der Tür, da frage ich mich, welche CD soll es heute sein, die ich mir anhören möchte, greife ich zur Nostalgie oder doch lieber zur “Historischen Aufführungspraxis.” Die Auswahl an Einspielungen ist überwältigend, teilweise befinden sie sich in meinem Besitz, manche CD könnte der Sammlung noch hinzugefügt werden.
Über Befindlichkeiten und Empfindungen zu den Einspielungen, die ich nachstehend aufführe, sollten wir sprechen, was wird abgelehnt und was sind Eure Favoriten zum Hören?
Ich beginne mit der “Nostalgie”
In den Jahren 1723 bis 1750 war Johann Sebastian Bach Thomaskantor.
Es folgten u.a. Friedrich Doles, Johann Adam Hiller, Gottfried Schicht, Karl Straube und Günther Ramin in der Neuzeit. Beide zuletzt genannten Kantoren waren entscheidend prägend für die Entwicklung und auch für die Vervielfachung der Bekanntheit des Thomaner-Chores in aller Welt. Ihnen ist es zu verdanken, daß sich Leipzig zu einem Zentrum der Kirchenmusikpflege auf höchstem künstlerischem Niveau herausbilden konnte.
Die unter Karl Straube begonnenen regelmäßigen Aufführungen der Bachschen Passionen, des Weihnachtsoratoriums und der h-Moll-Messe wurden unter Günther Ramin, Kurt Thomas, Erhard Mauersberger und Hans-Joachim Rotzsch stets zu einem nachhaltigem Erlebnis für alle Hörer.
Günter Ramin ist gewissermaßen der Vater der nachfolgenden Thomaskantoren, denn er hat ihren Stil stark geprägt und auch den des Thomaner Chors.
“Weihnachtliche Chormusik” aus Leipzig, Doppel-CD Mauersberger + Rotzsch
Weitere Aufnahmen mit Ramin und Mauersberger, sind ebenfalls ohne dem WO erhältlich, es sind 10 CD’s
im Vertrieb von amazon zum Preis von 39,95 €. Die ersten beiden CDs enthalten die Johannes-Passion in einer Aufnahme mit Günther Ramin als Leiter. Die drei folgenden CDs enthalten Magnificat, Kantaten und Motetten unter der Leitung von Kurt Thomas.
CD 6 und 7 enthalten Kantaten mit Erhard Mauersberger Leitung. CD 8, 9 und 10 enthalten Kantaten unter Leitung vonHans Joachim Rotzsch.
Von Karl Straube, Günter Ramin, Erhard Mauersberger, bin ich auf keine CD-Wiederveröffentlichung des WO im Internet gestoßen, weiß jemand eine Bezugsquelle oder bleiben sie für immer verschollen oder als Neueinspielung wird davon Abstand genommen, weil sie für die Neuzeit als nicht anhörbar einzustufen sind?
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WO “Historische Einspielung” von Kurt Thomas 1958
Die obige CD ist eine Historische Einspielung von 1958 mit Kurt Thomas aus der Thomas Kirche in Leipzig, sie wurde als erste Stereo-Aufnahme berühmt, neu aufgelegt am 15.11.2006, 1-3. Teil
Wiederveröffentlichung der legendären Aufnahme aus dem Jahre 1958 am “authentischen Aufnahmeort” – der Leipziger Thomaskirche. Diese erste Stereo-Aufnahme des Weihnachts-Oratorium mit hochkarätigen Solisten gilt als “Jahrhundert-Produktion”.
Mitwirkende: Agnes Giebel, Marga Höffgen, Josef Traxel, Dietrich Fischer-Dieskau, Thomaner Chor, Leipziger Gewandhaus-Orchester. Für unsere heutigen Hörgewohnheiten sehr gewöhnungsbedürftig eine Einspielung, wo die Choräle sehr ausgesungen werden, kein Tempo sondern noch “Sächsisches Traditionssingen.”
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Die nun folgende CD war die Top-Einspielung des WO in den 60-er bis 70-er Jahren, sie gehörte einfach auf den Gabentisch, eine legendäre Einspielung zu der Zeit von Karl Richter.
Karl Richter wuchs in der sächsischen Kantorentradition auf, übte auf Silbermanns Freiberger Domorgel, wurde noch von Karl Straube als Schüler angenommen und als ganz junger Mann Organist an der Leipziger Thomas Kirche bis zu seinem Wechsel nach München . Mit Top-Gesangs-Solisten, bis auf den Massen-Laien-Chor besitzt die CD ihre Feinheiten mit den hervorragenden Gesangs-Solisten wie: Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich und Franz Crass.
Karl Richter, Münchener Bach-Chor und Bach Orchester, 3 CD’s
Die Aufnahme wird sehr oft verfehmt und gemieden, als eine Oper-Aufnahme abqualifiziert trotzdem besitzt sie bei mir einen hohen Stellenwert, sie ist meine ARCHIV-Aufnahme des Jahrhunderts, wer von den heutigen Interpreten ist noch in der Lage, solche Qualitäts-Gesangs-Solistinnen / Solisten aufzubieten? (Gundula Jowanowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich, Franz Crass), einfach ein Genuss!!
Karl Münchinger ging es ähnlich wie Karl Richter. Sie waren zentrale Mitstreiter der sechziger Jahre, als Harnoncourt noch Aussenseiter war. Elly Ameling, eine wunderbare Bach-Sängerin, warmer, klarer Sopran. Helen Watts, höchst erfahrene Oratoriums-Sängerin mit sehr angenehm dunklem Timbre.
Elly Ameling, Helen Watts, Tom Krause, diese herrliche Solisten lohnen allemal, diese Aufnahme zu kennen. Bei heutigen Aufnahmen wird dieses Niveau der Sänger selten erreicht.
Diese Aufnahme ist im Bestand meines Altarchivs als LP, sie höre ich immer wieder gerne und besitzt den gleichen künstlerischen Wert, wie die obige Karl Richter-Einspielung. Diese Aufnahmen waren in den 60-er Jahren die Tops und besitzen bei mir persönlich einen hohen Stellenwert.
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Die ersten und weitere neuzeitliche Einspielungen der “Historischen Aufführungspraxis”
Als LP; Weihnachts-Oratorium BWV 248 Leitung: Gerhard Schmidt Gaden, Tölzer Knabenchor, Collegium Aureum, Theo Altmeyer Tenor, Barry Mc.Daniel Bariton, Andrea Stein Alt, Hans Buchhierl Sopran, auf Originalinstumenten aus dem Jahr 1973, wurde im tiefen Kammerton der Leipziger Zeit Bachs eingespielt, gibt es ebenfalls neuerdings als 3-CD’s von: Deutsche Harmonia Mundi zu beziehen.
als LP / Gerhard Schmidt Gaaden und Tölzer Knabenchor
Die hier genannte Aufnahme bekommt einen neuen Stellenwert, abseits der gewohnten Interpretation durch Karl Richter…. durch Verzicht auf die voluminösen und sinnlicheren Frauenstimmen und modernen Instrumenten und vergrößerten Klangkörper. Gerhard Schmidt Gaden, (Mitstreiter von Harnoncourt, der als der Urvater der “Historischen Aufführungspraxis gilt), versucht hier den Begriff des Authentischen zu vermitteln mit dem Willen, zum historischen Befund des Werkes zurückzukehren.
Die Streichinstrumente sind vorwiegend italienische Instrumente des 17. und 18. Jahrhunderts, mit Darmseiten bespannt in kurzer Mensur und leichtem Bogen gespielt.
Eine für die 70er Jahre revolutionäre Aufnahme, die für damalige Verhältnisse als gelungen betrachtet werden kann. Diese Einspielung ist als LP in meinem Besitz und werde sie mir aus nostalgischer Sicht einmal wieder anhören.
Hierüber kann ich keine weiteren Angaben dazu machen, diese Aufnahme ist nicht in meinem Besitz.
Dazu Angaben von Sony BMG:
Der große Dirigent Nikolaus Harnoncourt hat sich mit dem brillanten Concentus Musicus, dem großartigen Arnold Schönberg Chor und einer fantastischen Solistenriege einer neuen Einspielung von Bachs Weihnachtsoratorium angenommen. Christine Schäfer, die durch ihre Auftritte bei den diesjährigen Salzburger Festspielen Kritiker aus aller Welt begeisterte, führt die Riege der hochklassigen Solisten an, bestens ergänzt durch den Bariton Christian Gerhaher, Bernada Fink als Mezzosopran und den Bass Gerald Finley.
Die Aufnahme entstand begleitend zu Konzerten im Wiener Musikverein, die von der Wiener Presse euphorisch gefeiert wurden. Die herausragende Interpretation und der einzigartige Klang des Wiener Musikvereins wurden in optimaler Weise aufgenommen.
Diese Aufnahme besitze ich nicht, es liegen Stellungnahmen vor von langweilig bis sehr ordentlich gelungen eben eine persönliche Geschmacksfrage, Koopman scheint unbeteiligt und der Barockchor singt langweilig…, das Amsterdamer Barockorchester macht seine Sache insgesamt gut, vieles bleibt aber undeutlich…., vortrefflich die Gesangs-Solisten wie Pregardien und Mertens….!!
WO von Helmuth Rilling, Gächinger Kantorei, Mitschnitt des SWF zum Jahreswechsel 1999-2000; mit Müller-Brachmann, Ingeborg Danz, James Taylor. Drei CD’s.
Diese Aufnahme ist ebenfalls nicht in meinem Besitz. Eine Bewertung dieser oder einer vorangegangener Einspielung von Rilling überlasse ich den Blog-Teilnehmern unter Kommentare…!!
Hervorragende Solisten geben sich hier ein Stelldichein: von Dorothea Röschmann und Klaus Häger hin zu dem hier wirklich hervorragenden Werner Güra, der einen Evangelisten abgibt, wie es heute wohl wenige gibt, Andreas Scholl in einer überzeugenden Altpartie wissen hier zu glänzen.
Zusammen mit der Akademie für Alte Musik Berlin – mit exzellente Trompeten besetzt – unter dem überzeugenden Dirigat von Jacobs gelang hier eine Einspielung, die für Furore gesorgt hat, eine wirklich empfehlenswerte Einspielung der Neuzeit, die das Prädikat “absolut empfehlenswert” besitzt.
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Nun mein ganz persönlicher Favorit der “Historischen Aufführungspraxis”
DVD Aufnahme von Dezember 1999 in der Herder-Kirche in Weimar.
Leitung: J.E. Gardiner, English Baroque Soloists, Monteverdi Choir !
Diese DVD-Einspielung zum Beginn der “Bach Cantata Pilgrimage 2000″ aufgenommen begeistert mich immer wieder, das ist Hören und sehen in exellenter Qualität.
Ein Hör- und Sehgenuss per excellence. The English Baroque Soloists brillieren mit einem wunderschönen barocken Glanz. Über die Musikalität, das Können und berauschend schönen Stimmen des Monteverdi Choirs braucht eingentlich nicht mehr diskutiert werden.
Erwähnen möchte ich noch das Blech, auf alten historischen Instrumenten spielend erklingen Trompeten der Extra-Klasse als ein vortrefflicher Hörgenuss, die Oboe mit dem barocken belgischen Weltstar Marcel Ponseele besetzt…, sein Spiel und Klangfarbe des Instrumentes vom Feinsten, ein Traum, ebenso die 1. Geige. mit Alison Bury besetzt sowie das gesamte Barock-Orchester ist unübertroffen im Schwung und Drive, in herrlichen Barockklangfarben musizierend zu hören, bleiben sie in dieser Art unübertrefflich.
Die Gesangs-Solisten: Claron McFadden (Sopran), Bernarda Fink (Alt), Christoph Genz (Tenor), Dietrich Henschel (Bass). Die Besetzungsliste kann als geglückt bezeichnet werden, leichte Probleme habe ich mit dem Sopran von Claron McFadden, hier ist die Wortverständlichkeit nicht sehr glücklich und hätte mir eine kraftvollere Stimme gewünscht.
Die Aufnahme- und Bildqualität kann als sehr gut bezeichnet werden. In dieser DVD kommt Gardiner selbst zu Wort und gibt eine Einführung in das Werk und seinen Proben, sowie berichtet er über seine anschließenden Tour durch Sachsen und Thüringen, wo er historische Stätten von Bach aufsuchte.
Für die Bach-Freunde ein sehr schönes Dokument der Neuzeit mit einer herrlichen Musik und einen in den Bachwerken total beseelten und inspizierten Gardiner, ein hervorragender Bach-Interpret der Gegenwart gibt sich hier ein Stelldichein.
Eine Alternative zur DVD-Einspielung!
WO mit J.E. Gardiner als CD, veröffentlicht in 1987 als Doppel-CD.
Das war meine erste CD von Gardiner überhaupt, gekauft Anfang der neunziger Jahre, für meine Hörgewohnheiten sehr gewöhnungsbedürftig, hier begann meine eigentliche Auseinandersetzung mit der “Historischen Aufführungspraxis” der ich mich stellen wollte. Nun kann ich nicht mehr anders, er hat mich mit seinem Interpretations-Stil total inspiriert, ich mag kaum andere Interpreten mir anhören, seinen Schwung und Drive, die künstlerische Bach-Auslegung, sowie seine filigrane Ausarbeitung, Umsetzung und die Durchhörbarkeit fesseln mich ungemein, dass ist für mich Musikerlebnis vom Feinsten und kann kaum noch getoppt werden…..!!
Nun möchte ich etwas von Euch dazu hören, dieser Beitrag hat mir zwar viel Arbeit gemacht, aber viel Freude dabei erfahren dürfen.
Ein schönes Advent-Wochenende wünsche ich allen zusammen,
herzliche Grüße
Volker
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P.S.Hier werde ich noch weitere WO-Einspielungen aufführen, die erwähnenswert mir erscheinen !! (Letzte Aktualisierung; 13.12.2007)
Eine weitere WO-Einspielung von 2007 die heute von jpc im Angebot erschien:
WO; Capella Amsterdam, Leitung: Jan Willem de Vriend
Angaben von jpc, der Preis wurde von 27,99 € auf 19,99 € neu festgelegt!
Deluxe-Edition in Buchformat, 72 Seiten.
Mit einem Essay über die Rhetorik der wortgebundenen Musik Bachs von Boris Kehrmann und einem Aufsatz über den liturgischen Kontext der sechs Kantaten von dem renommierten Bach-Forscher Robin A. Leaver. Die Fotos des reich illustrierten Bandes stammen von Eddy Posthuma de Boer und gehen dem Thema Mutter und Kind rund um den Erdball nach.)
Solisten: Malin Hartelius, Kristina Hammarström, Jörg Dürmüller, Detlef Roth, Capella Amsterdam, Combattimento Consort Amsterdam, Leitung: Jan Willem de Vriend
Zur Ergänzung und Information füge ich die von @Alex, erwähnte und vorgestellte WO-Einspielung von Diego Fasolis, Coro della Radio Svizzera hier mit ein.
WO; 2 CD’s Neueinspielung von 2005, Diego Fasolis
Gesangs-Solisten:
Lynn Dawson, Bernhard Landauer, Charles Daniels, Klaus Mertens
Vorstellungs-Thread über Diego Fasolis von @Alex, hier über den nachstehenden Link :
Aktualisierung mit neuen oder älteren Veröffentlichungen am: 26.11.2008
Heute stolperte ich über eine ältere Einspielung des WO vom „Dresdener Kreuzchor“ unter der Leitung von Martin Flämig aus dem Jahre 1984, als eine historische Juwel-Einspielung.
Viele Versionen des Weihnachtsoratoriums habe ich bereits gehört – die hier vorliegende Aufnahme empfinde ich als unerreicht. Sie ist die 1984 von der VEB aufgenommene Einspielung mit der exzellenten Besetzung Augér (Sopran), Burmeister (Alt), Schreier (Tenor) und Adam (Bass), die sowohl perfekt singen als auch unter Martin Flämigs Leitung eine Interpretation dieser Musik erreichen, die die Tiefe der Bach’schen Komposition unvergleichlich auslotet.
Diese Aufnahme war erstmals als LP erschienen, wurde im Jahr 2004 als Audio-CD neu aufgelegt und wird in höchsten Tönen gelobt, allein wegen den hervorragenden Gesangs-Solisten…!!
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Eine weitere WO-Einspielung aus Fernost von Masaaki Suzuki, zwei CD’s.
Bei dieser Einspielung handelt es sich um eine Veröffentlichung aus 1998 die ebenfalls gut Kritiken bekam.
Die Musik hat ihren natürlichen Fluss. Sie wirkt feierlich – aber nie pathetisch. Die Aufnahme hat eine perfekte Klarheit und wirkt in jedem Detail durchdacht und nuanciert.
Termin- Tourenplan der Konzerte im Bachjahr 2000 durchgeführt von Sir John Eliot Gardiner, Leitung / The Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists
2.2.2007 von Martin.
Hallo zusammen!
Nachfolgend findet Ihr den Ablauf der Bach Cantata Pilgrimage 2000. Ich habe diverse Quellen angezapft und trotzdem fehlen gerade im Frühjahr noch einige Konzertdaten und über das Jahr verteilt noch etliche Solistennamen. Dennoch erkennt man, was für ein Mammutprojekt hier veranstaltet wurde.
Die Vorbereitung hat drei Jahre in Anspruch genommen. Ein Großteil der Planung hat neben John Eliot Gardiner selbst mit seiner Frau Isabella de Sabata (inzwischen Isabella Gardiner) durchgeführt. Hierzu wurden unzählige Kirchen besucht und nach verschiedenen Gesichtspunkten ausgewählt (Ort mit Verbindung zu Bach, Pilgerorte, architektonisch besonders interessante Kirchen).
Während der Tour mussten immer wieder Kurzfristige Änderungen vorgenommen werden, so dass es sein kann, dass einige der nachfolgenden Daten überholt werden müssen, wenn die CDs erscheinen. Im Grunde hat es im Jahr 2000 an fast jedem Wochenende 2 Konzerte (oder sogar mehr) gegeben. Eines am Samstag und dann eines am Sonntag, für den die jeweiligen Werke komponiert waren.
Es gibt auch Besonderheiten, die aufhorchen lassen. So fand am Ostersonntag in der Georgenkirche Eisenach der Hauptgottesdienst in wohl nie da gewesener musikalischer Qualität statt: Die musikalische Leitung hatte John Eliot Gardiner. Abends um 19.30Uhr folgte dann das Konzert. Über das ganze Osterfest waren die Ensembles in Eisenach zu Gast.
Nicht wenige Konzerte wurden von Radiostationen (MDR, NDR, BBC, Deutsche Welle) mitgeschnitten und teilweise noch im Jahr 2000 gesendet. Das Konzert in St Jacobi Hamburg am 26. August wurde für NDR TV aufgenommen und einige Wochen später gesendet. Dies ließ natürlich zuerst hoffen, dass dieses Konzert evtl als DVD veröffentlicht werden könnte. Monteverdiproductions hat mir jedoch mitgeteilt, dass es keine weiteren DVD der BCP geben wird, da es kein weiteres eigenes Bildmaterial gibt. Hier scheinen also die Rechte für den TV Mitschnitt unwiderruflich beim NDR zu liegen.
Entgegen der ursprünglichen Planung war fand die BCP nicht ausschließlich (wenn auch hauptsächlich) in Kirchen statt. Es gibt einige Konzerte, die in Konzerthallen stattfanden, z.B. in der Royal Albert Hall.
Ich habe neben das Datum für das Sonntagskonzert (bzw Festtagskonzert) den Anlass geschrieben. Wenn mindestens ein Konzert im Ablauf fehlt, seht Ihr ein (…).
Tour – Übersicht der Konzerte im Bachjahr 2000 von der
Bach Cantata Pilgrimage 2000
Ausführende:
The Monteverdi Choir
The English Baroque Soloists
Leitung:
Sir John Eliot Gardiner
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23. Dezember 1999 Herderkirche Weimar
(Auftaktkonzert)
BWV 248 Weihnachtsoratorium Kantaten 1-3
Sopran: Claron McFaddon ; Alt:Bernarda Fink;
Tenor:Christoph Genz; Bass: Dietrich Henschel
27.Dezember 1999 Herderkirche Weimar
BWV 248 Weihnachtsoratorium Kantaten 4-6
Sopran: Claron McFadden ; Alt:Bernarda Fink ;
Tenor:Christoph Genz ;Bass: Dietrich Hensche
01. Januar 2000 (Neujahr) Gethsemanekirche, Berlin
BWV 16 Herr Gott, dich loben wir BWV 41 Jesu, nun sei geprieset BWV 143 Lobe den Herrn, meine Seele BWV 171 Gott, wie dein Name
Ruth Holton; Sopran, Lucy Ballard; Altus, Charles Humphries; Altus,
James Gilchrist; Tenor, Peter Harvey; Bass
02. Januar 2000 (Sonntag nach Neujahr) Gethsemanekirche, Berlin
BWV 153 – Schau, lieber Gott, wie meine Feind
BWV 58 – Ach Gott, wie manches Herzeleid II
Ruth Holton; Sopran, SallyBruce-Payne; Altus,
James Gilchrist; Tenor, Peter Harvey; Bass
06. Januar 2000 (Epiphanias) Nicolaikirche Leipzig
BWV 248 / 5 Ehre sei Dir Gott gesungen BWV 123 Liebster Immanuel, Herzog der Frommen BWV 65 Sie werden aus Saba alle kommen BWV 248 / 6 Herr wenn die stolzen Feinde Sopran: Magdalena Kozena
Tenor: James Gilchrist
Bass: Peter Harvey
09. Januar 2000 (1. Sonntag nach Epiphanias) St Jacobi Hamburg
BWV 217 Gedenke, Herr, wie es uns gehet BWV 154 Mein liebster Jesus ist verloren BWV 32 Liebster Jesu, mein Verlangen BWV 124 Meinen Jesum lass ich nicht Sopran: Claron McFadden
Alt: Michael Chance
Tenor: James Gilchrist
Bass: Peter Harvey
16. + 17. Januar 2000 (2. Sonntag nach Epiphanias) Old Royal Naval College Chapel, Greenwich
BWV 155 Mein Gott, wie lang, ach lange? BWV 3 Ach Gott, wie manches Herzeleid I BWV 13 Meine Seufzer, meine Tränen Sopran: Joanne Lunn
Alt: Richard Wyn Roberts
Tenor: Julian Podger
Bass: Gerald Finley
22. – 24. Januar 2000 (3. Sonntag nach Epiphanias) Chiesa di San Marco, Milan
BWV 72 Alles nur nach Gottes Willen BWV 73 Herr, wie du willt, so schicks mit mir BWV 111 Was mein Gott will, das g´scheh allzeit BWV 156 Ich steh mit einem Fuß im Grabe Sopran: Joanne Lunn
Alt: Sara Mingardo
Tenor: Julian Podger
Bass: Stephen Varcoe
30. Januar 2000 ( 4. Sonntag nach Epiphanias)
Romsey Abbey, Hampshire
BWV 81 Jesus schläft, was soll ich hoffen
BWV 14 Wär Gott nicht mit uns diese Zeit
BWV 26 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig
BWV 227 Motette: Jesu, meine Freude Sopran: Joanne Lunn; Katharine Fuge; Alt: William Towers; Tenor: Paul Agnew; Bass: Peter Harvey
2. Februar 2000 (St Mariä Reinigung) Christchurch, Priority Church, Dorset
BWV 83 Erfreute Zeit im neuen Bunde BWV 82 Ich habe genug BWV 125 Mit Fried und Freud fahr ich dahin BWV 200 Bekennen will ich seinen Namen Alt: Robin Tyson
Tenor: Paul Agnew
Bass: Peter Harvey
20. Februar 2000 (Septuagesimae) Naarden
BWV 144 Nimm, was dein ist und gehe hin BWV 227 Jesu, meine Freude BWV 84 Ich bin vergnügt in meinem Glücke BWV 92 Ich hab in Gottes Herz und Sinn Sopran: Miah Persson
Alt: Wilke te Brummelstroete
Tenor: James Oxley
Bass: John Bowley
5. März 2000 (Estomihi) King´s College Chapel, Cambridge
BWV 22 Jesus nahm zu sich die Zwölfe BWV 23 Du wahrer Gott und Davids Sohn BWV 127 Herr Jesu Christ, wahr´Mensch und Gott BWV 159 Sehet! Wir gehen hinauf nach Jerusalem Sopran: Ruth Holton
Alt: Claudia Schubert
Tenor: James Oxley
Bass: Peter Harvey
26. März 2000 (Palmsonntag) Walpole St Peter, Norfolk
BWV 182 Himmelskönig, sei willkommen BWV 54 Wiederstehe doch der Sünde BWV 1 Wie schön leuchtet der Morgenstern Sopran: Malin Hartelius
Alt: Claudia Schubert
Tenor: James Gilchrist
Bass: Peter Harvey
23. April 2000 (1. Ostertag) Georgenkirche, Eisenach
10 Uhr Kantatengottesdienst Liturgie und Musikalische Leitung: John Eliot Gardiner
23. April 2000 (1. Ostertag) Georgenkirche, Eisenach
BWV 4 Christ lag in Todesbanden BWV 1009 Cello Suite Nr. 3 BWV 6 Bleib bei uns, denn es will Abend werden BWV 31 Der Himmel lacht Sopran: Angharad Gruffydd Jones Alt: Daniel Taylor Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe Cello: David Watkin
24. April 2000 (2. Ostertag) Georgenkirche Eisenach
BWV 66 Erfreut Euch, ihr Herzen BWV 1008 Cello Suite Nr. 2 BWV 6 Bleib bei uns, denn es will Abend werden BWV 145 Ich lebe, mein Herze Sopran: Angharad Gruffydd Jones Alt: Daniel Taylor Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe Cello: David Watkin
25. April 2000 (3. Ostertag) Georgenkirche, Eisenach
BWV 134 Ein Herz, das seinen Jesum BWV 1010 Cello Suite Nr. 4 BWV 158 Der Friede sei mit dir BWV 4 Christ lag in Todesbanden BWV 145 Ich lebe, mein Herze Sopran: Angharad Gruffydd Jones Alt: Daniel Taylor Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe Cello: David Watkin
29. April 2000 Bachkirche Arnstadt
BWV 67 Halt im Gedächtnis Jesum Christ Präludium und Fuge in C major BWV 158 Der Friede sei mit dir Fantasie und Fuge in C minor Schütz: Motette: Verleih uns Frieden Schütz: Motette: Gib unsern Fürsten BWV 42 Am Abend aber desselbigen Sabats Alt: Daniel Taylor Bass: Stephen Varcoe Orgelsolist: KMD Gottfried Preller (an der Bach- Orgel)
30. April 2000 (Quasimodogeniti) Bachkirche Arnstadt
BWV 150 Nach dir, Herr verlanget mich BWV 4 Christ lag in Todesbanden BWV 67 Halt im Gedächtnis Jesum Christ BWV 42 Am Abend aber desselbigen Sabbats Alt: Daniel Taylor Bass: Stephen Varcoe Alt: Daniel Taylor; Bass: Stephen Varcoe
7. Mai 2000 (Misericordias Domini) Basilique St. Willibrord, Echternach, Luxembourg
BWV 104 Du Hirte Israel höre BWV 85 Ich bin ein guter Hirte BWV 112 Der Herr ist mein getreuer Hirt BWV 1060 Konzert für Oboe und Violine Sopran: Katharine Fuge; Alt: William Towers, Tenor: Norbert Meyn; Bass: Stephen Varcoe
13. Mai 2000 Peterskirche Görlitz
BWV 12 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 103 Ihr werdet weinen und heulen BWV 146 Wir müssen durch viel Trübsal Sopran: Brigitte Geller Alt: William Towers Tenor: Mark Padmore Bass: Julian Clarkson Orgel: Silas Standage
14. Mai 2000 (Jubilate) Schlosskirche Altenburg
BWV 12 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 103 Ihr werdet weinen und heulen BWV 146 Wir müssen durch viel Trübsal Sopran: Brigitte Geller Alt: William Towers Tenor: Mark Padmore Bass: Julian Clarkson Orgel: Silas Standage (bei der Sinfonia in BWV 146 an der Trost- Orgel)
20. Mai 2000 St Paul´s Birmingham
BWV 166 Wo gehest du hin BWV 108 Es ist euch gut, dass ich hingehe BWV 117 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut BWV 230 Motette: Lobet den Herrn Alt: Robin Tyson Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe
21. Mai 2000 (Cantate) St Mary´s Warwick
BWV 166 Wo gehest du hin BWV 108 Es ist euch gut, dass ich hingehe BWV 117 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut BWV 230 Motette: Lobet den Herrn Alt: Robin Tyson Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe Alt: Robin Tyson Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe
27. Mai 2000 Annenkirche Dresden
BWV 86 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch BWV 87 Bisher habt ihr nichts gebeten BWV 97 In allen meinen Taten BWV 227 Jesu meine Freude
Solisten ?
28. Mai 2000 (Rogate) Annenkirche, Dresden
BWV 86 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch BWV 87 Bisher habt ihr nichts gebeten BWV 97 In allen meinen Taten BWV 227 Jesu meine Freude
Solsiten ?
1. Juni 2000 (Himmelfahrt) Salisbury Cathedral, Salisbury
BWV 37 Wer da gläubet und getauft wird BWV 128 Auf Christi Himmelfahrt allein BWV 43 Gott fähret auf mit Jauchzen BWV 11 Lobet Gott in seinen Reichen
Solisten ?
4. Juni 2000 (Exaudi) Sherborne Abbey, Sherborne
BWV 44 Sie werden euch in den Bann tun BWV 183 Sie werden euch in den Bann tun BWV 150 Nach dir Herr verlanget mich J.C. Bach Motette: Fürchte dich nicht
Solisten ?
11. Juni 2000 (1. Pfingsttag) Holy Trinity, Long Melford
BWV 172 Erschallet ihr Lieder BWV 59 Wer mich liebet, der wird mein Wort halten BWV 74 Wer mich liebet, der wird mein Wort halten BWV 34 O ewiges Feuer, O Ursprung der Liebe Sopran: Lisa Larsson Alt: Derek Lee Ragin, Nathalie Stutzmann Tenor: Christoph Genz Bass: Panajotis Iconomou
Datum ? Holy Trinity, Long Melford
BWV 1048 Brandenburgisches Konzert Nr 3 BWV 173 Erhöhtes Fleisch und Blut BWV 68 Also hat Gott die Welt geliebt BWV 174 Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte Sopran: Lisa Larsson Alt: Nathalie Stutzmann Tenor: Cristoph Genz Bass: Panajotis Iconomou
13. Juni 2000 (3. Pfingsttag) Holy Trinity, Blythburg
BWV 1048 Brandenburgisches Konzert Nr 3 BWV 184 Erwünschtes Freudenlicht BWV 175 Er rufet seine Schafe mit Namen BWV 227 Jesu, meine Freude Sopran: Lisa Larsson Alt: Nathalie Stutzmann Bass: Stephan Loges
18. Juni 2000 (Trinitatisfest) St Magnus Cathedral, Kirkwall
BWV 165 O heilges Geist- und Wasserbad BWV 176 Es ist ein trotzig und verzagt Ding BWV 129 Gelobt sei der Herr BWV 194 Höchsterwünschtes Freudenfest Sopran: Ruth Holton Alt: Daniel Taylor Tenor: Paul Agnew Bass: Peter Harvey
23. Juni 2000 St Giles, Cripplegate, London
BWV 167 Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe BWV 7 Christ unser Herr zum Jordan kam BWV 30 Freue dich, erlöste Schar Sopran: Joanne Lunn Alt: Wilke te Brumelstroete Tenor: Paul Agnew Bass: Dietrich Henschel
24. Juni 2000 (Johannisfest) St Giles, Cripplegate, London
BWV 167 Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe BWV 7 Christ unser Herr zum Jordan kam BWV 30 Freue dich, erlöste Schar Sopran: Joanne Lunn Alt: Wilke te Brumelstroete Tenor: Paul Agnew Bass: Dietrich Henschel
25. Juni 2000 (1. Sonntag nach Trinitatis) St Giles, Cripplegate, London
BWV 75 Die Elenden sollen essen BWV 39 Brich dem Hungrigen dein Brot BWV 20 O Ewigkeit, du Donnerwort I Sopran: Gilian Keith Alt: Wilke te Brummelstroete Tenor: Paul Agnew Bass: Dietrich Henschel
26. Juni 2000 St Giles, Cripplegate, London
BWV 75 Die Elenden sollen essen BWV 39 Brich dem Hungrigen dein Brot BWV 20 O Ewigkeit, du Donnerwort I Sopran: Gilian Keith Alt: Wilke te Brummelstroete Tenor: Paul Agnew Bass: Dietrich Henschel
1. Juli 2000 (2. Sonntag nach Trinitatis) Strasbourg, St Guillaume
BWV 2 Ach Gott, vom Himmel sieh darein BWV 10 Meine Seele erhebt den Herrn Schütz Motette: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes BWV 76 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
Solisten ?
15. Juli 2000 Royal Albert Hall, London
BWV 1069 Suite Nr. 4 BWV 24 Ein ungefärbt Gemüte Brandenburgisches Konzert Nr 1 BWV 185 Barmherziges Herze der ewigen Liebe BWV 243 Magnificat Sopran: Miah Persson Mezzo Sopran: Magdalena Kozena Alt: Nathalie Stutzmann Tenor: Paul Agnew Bass: Nicholas Teste
23. Juli 2000 (5. Sonntag nach Trinitatis) Divi Blasii, Mühlhausen
BWV 131 Aus der Tiefen rufe ich BWV 93 Wer nur den lieben Gott lässt walten BWV 88 Siehe, ich will viel Fischer aussenden BWV 71 Gott ist mein König Sopran: Joanne Lunn Alt: William Towers Tenor: Kobie van Rensburg Bass: Peter Harvey
27.- 28. Juli 2000 Iona Abbey, Iona
BWV 161 Komm du süße Todesstunde BWV 106 Actus Tragicus BWV 131 Aus der Tiefen rufe ich BWV 53 Schlage doch gewünschte Stunde BWV 118 O Jesu Christ, meins Leben Licht Sopran: N.N. Alt: Daniel Taylor Tenor: James Gilchrist Bass: Stephen Varcoe
30. Juli 2000 / 11 Uhr und 16 Uhr (6. Sonntag nach Trinitatis) St. Gumbertus, Ansbach
BWV 170 Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust BWV 9 Es ist das Heil uns kommen her BWV 131 Aus der Tiefen rufe ich
Solisten ?
5. – 6. August 2000 (7. Sonntag nach Trinitatis) St. Mary´s Parish Church, Haddington, East Lothian
BWV 186 Ärgre dich, O Seele nicht Motette: Lobet den Herrn alle Heiden BWV 107 Was willst du dich betrüben Motette: Der Gerechte kommt um BWV 187 Es wartet alles auf dich
Solisten ?
12. August 2000 St Marien, Lübeck
BWV 136 Erforsche mich Gott BWV 178 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält BWV 228 Fürchte dich nicht BWV 45 Es ist dir gesagt, Mensch Motette: Der Gerechte kommt um
Solisten ?
13. August 2000 (8. Sonntag nach Trinitatis) Christkirche, Rendsburg
BWV 136 Erforsche mich, Gott BWV 178 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält BWV 228 Fürchte dich nicht BWV 45 Es ist dir gesagt, Mensch
Solisten ?
19. August 2000 (9. Sonntag nach Trinitatis) Pfarrkirche St Nikolaus, Merano
BWV 94 Was frag ich nach der Welt BWV 168 Tue Rechnung! Donnerwort BWV 105 Herr, gehe nicht ins Gericht Sopran: Katharine Fuge Alt: Daniel Taylor Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
26. August 2000 St. Jacobi, Hamburg
BWV 46 Schauet doch und sehet
BWV 101 Nimm von uns, Herr, du treuer Gott
Brandenburgisches Konzert Nr 3 BWV 113 Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben Sopran: Joanne Lunn Alt: Daniel Taylor Tenor: Christoph Genz Bass: Gotthold Schwarz
27. August 2000 (10. Sonntag nach Trinitatis) Dom zu Braunschweig
BWV 46 Schauet doch und sehet BWV 101 Nimm von uns, Herr, du treuer Gott BWV 113 Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben Zugabe: „Vor deinen Thron tret ich hiermit“ Sopran: Joanne Lunn Alt: Daniel Taylor Tenor: Christoph Genz Bass: Gotthold Schwarz
3. September 2000 (11. Sonntag nach Trinitatis) St David´s Catedral, Wales
BWV 179 Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei ist BWV 199 Mein Herze schwimt im Blut BWV 113 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut Sopran: Magdalena Kozena Alt: William Towers Tenor: Mark Padmore Bass: Stephan Loges
9. September 2000 Marktkirche, Halle
BWV 35 Geist und Seele wird verwirret BWV 69a Lobe den Herrn, meine Seele BWV 137 Lobe den Herren Sopran: Joanne Lunn Alt: Robin Tyson Tenor: Christoph Genz Bass: Peter Harvey
-.– 10. September 2000 (12. Sonntag nach Trinitatis) St Jakobskirche, Köthen
BWV 35 Geist und Seele wird verwirret BWV 69a Lobe den Herrn, meine Seele BWV 137 Lobe den Herren Sopran: Kathaeine Fuge Alt: Robin Tyson
Tenor: Christoph Genz
Bass: Peter Harvey
17. September 2000 (13. Sonntag nach Trinitatis) Dreikönigskirche, Frankfurt
BWV 77 Du sollt Gott, deinen Herren, lieben BWV 33 Allein zu dir, Herr Jesu Christ BWV 164 Ihr, die ihr euch von Christo nennet Sopran: Gillian Keith Alt: Nathalie Stutzmann Tenor: Christoph Genz Bass: Jonathan Brown
19. September 2000 Palais des Beaux Arts, Brüssel
BWV 77 Du sollt Gott, deinen Herren, lieben BWV 33 Allein zu dir, Herr Jesu Christ BWV 164 Ihr, die ihr euch von Christo nennet
Solisten ?
24. September 2000 (14. Sonntag nach Trinitatis) Abbey d´Ambronay, Ambronay
BWV 25 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe BWV 78 Jesu, der du meine Seele BWV 17 Wer Dank opfert, der preiset mich Sopran: Malin Hartelius Alt: Robin Tyson Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
28. September 2000 Unser Lieben Frauen, Bremen
BWV 138 Warum betrübst du dich, mein Herz? BWV 99 Was Gott tut, das ist wohlgetan II BWV 51 Jauchzet Gott in allen Landen BWV 100 Was Gott tut, das ist wohlgetan III Sopran: Malin Hartelius Alt: Robin Tyson Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
29. September 2000 (Michaelisfest) Unser Lieben Frauen, Bremen
BWV 50 Nun ist das Heil und die Kraft BWV 130 Herr Gott, dich loben alle wir BWV 19 Es erhub sich ein Streit BWV 1043 Konzert für 2 Violinen und Orchester BWV 149 Man singet mit Freuden vom Sieg Sopran: Malin Hartelius Alt: Richard Wyn Roberts Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
30. September 2000 Mariendom, Velbert- Neviges
BWV 130 Herr Gott, dich loben alle wir BWV 19 Es erhub sich ein Streit BWV 1043 Konzert für 2 Violinen und Orchester BWV 149 Man singet mit Freuden vom Sieg BWV 50 Nun ist das Heil und die Kraft Sopran: Malin Hartelius Alt: Richard Wyn Roberts Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
1. Oktober 2000 (15. Sonntag nach Trinitatis) Münsterbasilika, Bonn
BWV 138 Warum betrübst du dich, mein Herz? BWV 99 Was Gott tut, das ist wohlgetan II BWV 51 Jauchzet Gott in allen Landen BWV 100 Was Gott tut, das ist wohlgetan III Sopran: Malin Hartelius Alt: Robin Tyson Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
7. Oktober 2000 Kathedrale, Santiago de Compostela
BWV 161 Komm, du süße Todesstunde BWV 27 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende BWV 8 Liebster Gott, wann werd ich sterben BWV 95 Christus, der ist mein Leben Sopran: Katharine Fuge Alt: Robin Tyson Tenor: Mark Padmore Bass: Thomas Guthrie
8. Oktober 2000 (16. Sonntag nach Trinitatis) Lapa Church, Oporto
BWV 161 Komm, du süße Todesstunde BWV 27 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende BWV 8 Liebster Gott, wann werd ich sterben BWV 95 Christus, der ist mein Leben Sopran: Katharine Fuge Alt: Robin Tyson Tenor: Mark Padmore Bass: Thomas Guthrie
14. Oktober 2000 (17. Sonntag nach Trinitatis)
Ort ? LundBWV 148 Bringet dem Herrn Ehre seines Namens BWV 114 Ach, lieben Christen seid getrost BWV 47 Wer sich selbst erhöhet
Solisten ?
15. Oktober 2000 (17. Sonntag nach Trinitatis)
Ort ?
BWV 148 Bringet dem Herrn Ehre seines Namens BWV 114 Ach, lieben Christen seid getrost BWV 47 Wer sich selbst erhöhet
Solisten ?
22. Oktober 2000 (18. Sonntag nach Trinitatis) Thomaskirche, Leipzig
BWV 96 Herr Christ, der einge Gottessohn BWV 169 Gott soll allein mein Herze haben BWV 116 Du Friedefürst, Herr Jesu Christ
Solisten ?
29. Oktober 2000 (19. Sonntag nach Trinitatis) Erlöserkirche, Potsdam
BWV 48 Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen BWV 5 Wo soll ich fliehen hin BWV 90 Es reißet euch ein schrecklich Ende BWV 56 Ich will den Kreuzstab gerne tragen Sopran: Joanne Lunn Alt: William Towers Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
31. Oktober 2000 (Reformationstag) Schlosskirche, Wittenberg
BWV 79 Gott der Herr ist Sonn und Schild BWV 192 Nun danket alle Gott BWV 80 Ein feste Burg ist unser Gott Sopran: Joanne Lunn Alt: William Towers Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
4. November 2000 Genua
BWV 162 Ach, ich sehe itzt BWV 180 Schmücke dich, o liebe Seele BWV 49 Ich geh und suche mit Verlangen
Solisten ?
5. November 2000 (20. Sonntag nach Trinitatis) Santa Maria spora, Minvera, Rom
BWV 162 Ach, ich sehe itzt, da ich zur Hochzeit gehe BWV 180 Schmücke dich, o liebe Seele BWV 49 Ich geh und suche mit Verlangen
Solisten ?
10. November 2000 St John, Riga
BWV 109 Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben BWV 38 Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 98 Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 188 Ich habe meine Zuversicht
Solisten ?
12. November 2000 (21. Sonntag nach Trinitatis) St Oleviste
BWV 109 Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben BWV 38 Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 98 Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 188 Ich habe meine Zuversicht
Solisten ?
18. November 2000 Abbey, Bath
BWV 89 Was soll ich aus dir machen, Ephraim BWV 115 Mache dich, mein Geist bereit BWV 55 Ich armer Mensch, ich Sündenknecht BWV 60 O Ewigkeit, du Donnerwort
Solisten ?
19. November 2000 (22. Sonntag nach Trinitatis) Eton College Chapel, Windsor
BWV 89 Was soll ich aus dir machen, Ephraim BWV 115 Mache dich, mein Geist bereit BWV 55 Ich armer Mensch, ich Sündenknecht BWV 60 O Ewigkeit, du Donnerwort
Solisten ?
25. November 2000 Cantebury Cathedral
BWV 163 Nur jedem das Seine BWV 139 Wohl dem, der sich auf seinen Gott BWV 52 Falsche Welt, ich trau dir nicht BWV 140 Wachet auf, ruft uns die Stimme
Solisten ?
26. November 2000 (23. Sonntag nach Trinitatis) Winchester Cathedral
BWV 163 Nur jedem das Seine BWV 139 Wohl dem, der sich auf seinen Gott BWV 52 Falsche Welt, ich trau dir nicht BWV 140 Wachet auf, ruft uns die Stimme
Solisten ?
3. Dezember 2000 (1. Advent) St Maria im Kapitol, Köln
BWV 61 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 63 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 36 Schwingt freudig euch empor Sopran: Joanne Lunn Alt: Robin Tyson Tenor: James Oxley Bass: Dietrich Henschel
4. Dezember 2000 Arsenal Concert Hall, Metz
BWV 61 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 63 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 36 Schwingt freudig euch empor Sopran: Joanne Lunn Alt: Robin Tyson Tenor: James Oxley Bass: Dietrich Henschel
5. Dezember 2000 Auditorium, Dijon
BWV 61 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 63 Nun komm, der Heiden Heiland BWV 36 Schwingt freudig euch empor Sopran: Joanne Lunn Alt: Robin Tyson Tenor: James Oxley Bass: Dietrich Henschel
9. Dezember 2000 St. Michaelis, Lüneburg
BWV 70a Wachet! Betet! Wachet! BWV 132 Bereitet die Wege, bereitet die Bahn BWV 147 Herz und Mund und Tat und Leben Motette: Der Gerechte kommt um Sopran: Brigitte Geller Alt: Michael Chance Tenor: Jan Kobow Bass: Dietrich Henschel
25. Dezember 2000 (1. Weihnachtstag) St Batholomew´s Church, New York
BWV 91 Gelobet seist du, Jesu Christ BWV 121 Christum wir sollen loben schon BWV 40 Dazu ist erschienen der Sohn Gottes BWV 110 Unser Mund sei voll Lachens Sopran: Katharine Fuge, Joanne Lunn Alt: Robin Tyson, William Towers Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
27. Dezember 2000 (3. Weihnachtstag) St Batholomew´s Church, New York
BWV 64 Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget BWV 151 Süßer Trost, mein Jesus kömmt BWV 57 Selig ist der Mann BWV 133 Ich freue mich in dir Sopran: Katharine Fuge, Gillian Keith, Joanne Lunn Alt: Robin Tyson, William Towers Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
31. Dezember 2000 (1. Sonntag nach Weihnachten) St Batholomew´s Church, New York
(Abschlusskonzert)
BWV 152 Tritt auf die Glaubensbahn BWV 225 Singet dem Herrn ein neues Lied! BWV 122 Das neugeborne Kindelein Sanctus aus BWV 232 BWV 28 Gottlob! Nun geht das Jahr zu Ende BWV 190 Singet dem Herrn ein neues Lied! Sopran: Katharine Fuge, Gillian Keith, Joanne Lunn Alt: Daniel Taylor Tenor: James Gilchrist Bass: Peter Harvey
Dies ist mein erster Testeintrag im neuen Blog. Ich wünsche uns allen eine anregende Diskussion und eine Fortsetzung des Niveaus, das wir bei dem alten Gastgeber hatten. Wenn meine Kinder größer sind, werde ich mich an eine deutsche Gardiner-Fan-Seite machen. Mit ordentlichen enzyklopädischen Informationen (die kein Wikianer verkorksen kanm!!!), vollständiger Diskographie, Tourneekalender und einem Gästebuch. Mir schwebt etwas in dem Niveau der deutschen King’s-Singers-Website von Gundemarie Scholz vor, auch wenn da die Latte sehr hoch liegt. Alex
Ich veröffentliche hier eine Anlistung der SDG-CDs vom “Label Monteverdi.co.uk” nach Datum der Veröffentlichung ! Weitere Link-Angaben zum Reisetagebuch von Sir John Eliot Gardiner und Meinungsäußerungen der Künstler und Solisten, sowie zum “Cantatafinder.” Eine Verlinkung zu den Hörproben ist ebenfalls hinterlegt!
Cantatas for the Twelfth Sunday Trinity
BWV 69a – Lobe den Herrn, meine Seele
BWV 137 – Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren
BWV 35 – Geist und Seele wird verwirret
Cantata for the Thirteenth Sunday Trinity
BWV 77 – Du sollt Gott, deinen Herren, lieben
BWV 164 – Ihr, die ihr euch von Christo nennet
BWV 33 – Allein zu dir, Herr Jesu Christ
BWV 24 – Ein ungefärbt Gemüte
BWV 185 – Barmherziges Herze der ewigen Liebe
BWV 177 – Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
(recorded: Tewkesbury Abbey)
Soloists: Magdalena Kozená | Nathalie Stutzmann
Paul Agnew | Nicolas Teste
Cantatas for the Fifth Sunday after Trinity
BWV 71 – Gott ist mein König
BWV 131 – Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir
BWV 93 – Wer nur den lieben Gott lässt walten
BWV 88 – Siehe, ich will viel Fischer aussenden
(recorded: Blasiuskirche, Mühlhausen)
Soloists: Joanne Lunn | William Towers
Kobie van Rensburg | Peter Harvey
The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner
Click hereReisetagebuch for a German Translation of the sleeve notes.
BWV 184 – Erwünschtes Freudenlicht
BWV 175 – Er rufet seinen Schafen mit Namen
(recorded: Holy Trinity, Blythburgh)
Soloists: Lisa Larsson | Nathalie Stutzmann
Christoph Genz | Stephen Loges
Cantatas for Trinity Sunday
BWV 194 – Höchsterwünschtes Freudenfest
BWV 176 – Es ist ein trotzig und verzagt Ding
BWV 165 – O heil’ges Geist- und Wasserbad
BWV 129 – Gelobet sei der Herr, mein Gott
(recorded: St Magnus Cathedral, Kirkwall)
Soloists: Ruth Holton | Daniel Taylor
Paul Agnew | Peter Harvey
The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner
Click hereReisetagebuchfor a German Translation of the sleeve notes.
BWV 86 – Wahrlich, wahrlich, ich sage euch
BWV 87 – Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen
BWV 97 – In allen meinen Taten
(recorded: Dresden)
Soloists: Katharine Fuge | Robin Tyson
Steve Davislim | Stephen Loges
Cantatas for the Sunday after Ascension Day
BWV 44 – Sie werden euch in den Bann tun I
BWV 150 – Nach dir, Herr, verlanget mich
BWV 183 – Sie werden euch in den Bann tun II
Fürchte dich nicht – Johann Christoph Bach
(recorded: Sherborne)
Soloists: Joanne Lunn | Daniel Taylor
Paul Agnew | Panajotis Iconomou
The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner
BWV 178 – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
BWV 136 – Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz
BWV 45 – Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist
(recorded: 13/08/2000 Christkirche, Rendsburg)
Soloists: Robin Tyson
Christoph Genz | Brindley Sherratt
Cantatas for the Tenth Sunday after Trinity
BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
BWV 101 – Nimm von uns Herr, du treuer Gott
BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!
(recorded: 27/08/2000 Braunschweig Cathedral)
Soloists: Joanne Lunn | Daniel Taylor
Christoph Genz | Gotthold Schwarz
The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner
BWV 143 – Lobe den Herrn, meine Seele II
BWV 41 – Jesu, nun sei gepreiset
BWV 16 – Herr Gott, dich loben wir
BWV 171 – Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm
(recorded: 1 & 2 January 2000 – Gethsemanekirche, Berlin)
Soloists: Ruth Holton | Lucy Ballard
Charles Humphries | James Gilchrist | Peter Harvey
Cantatas for the Sunday after New Year
BWV 153 – Schau, lieber Gott, wie meine Feind
BWV 58 – Ach Gott, wie manches Herzeleid II
(recorded: 1 & 2 January 2000 Gethsemanekirche, Berlin)
Soloists: Sally Bruce Payne
James Gilchrist | Peter Harvey
The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner
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Die neue Woehl-Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig
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Hier stelle ich bemerkenswerte Orgel-Besuche und Orgel-Abnahmen im Leben von J. S. Bach vor
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Gemälde: J.S. Bach
Thema: ” Meine Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ” seine
Wirkungsstätten, Orgelabnahmen und dazugehörende CD-Einspielungen.
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Lüneburg, im Mai 2006
“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”
“Lüneburg St. Michaeliskloster”
(Mein zweiter Besuch von Lüneburg ! )
Der erneute Besuch Lüneburgs galt der St. Michaelis-Kirche und der ehemals angeschlossenen Partikularschule des St. Michaelis-Klosters, in der J.S. Bach fast 15-jährig in der Zeit von März 1700 bis August 1702 eine humanistische-theologische Ausbildung sowie Unterricht in alten Sprachen, Geschichte, Theologie, klassischer Literatur u.a. erhielt. Seine musikalische Ausbildung wurde durch die Mitwirkung im Mettenchor von St. Michaelis sowie durch Orgelstudien bei dem an St. Johannis tätigen berühmten Organisten Georg Böhm (1661-1733) gefördert.
Foto: St. Michaeliskirche in Lüneburg (Bach war dort als Chorknabe tätig)
Foto: St. Michaelis Kirche in Lüneburg
Foto: Bach-Inschrift an der St. Michaeliskirche in Lüneburg
An der Partikularschule des St. Michaelis-Klosters befand sich damals eine der größten Chor-Bibliotheken Deutschlands. Hier konnte Bach die besten und modernsten deutschen und italienischen Komponisten kennen lernen.
Die Lateinschule stand in ihrem akademischen Anspruch auf hohem Niveau. Schließlich konnte J.S. Bach später bei seiner Bewerbung um das Thomaskantorat in Leipzig das Entscheidungsgremium davon überzeugen, ausnahmsweise diese Schulausbildung mit einem sonst üblichen und erwarteten Universitätsstudium gleichzusetzen.
J.S. Bach lernte die französische Hofmusik kennen, die der Landesfürst direkt aus Paris importierte. Die Hofkapelle in Celle bestand zum größten Teil aus Franzosen. An der Ritterakademie St. Michaelis wurden regelmäßig französische Schauspiele und Singspiele abgehalten.
Foto: Partikularschule des St. Michaelis-Klosters Lüneburg
Bach lernte ebenso die großen norddeutschen Kirchen mit ihren großen (allerdings damals in schlechtem Zustand befindlichen) Orgeln und ihrer musikalisch anspruchsvollen Gottesdienstgestaltung kennen.
Während seiner Ausbildung in Lüneburg lernte Bach einen renommierten Orgelbauer seiner Zeit kennen, Johann Balthasar Held, ehemals langjähriger Mitarbeiter von Arp Schnittger, (der einen Vertrag für die Orgeln mit dem Kloster St. Michaelis hatte) und die Chor-Orgel” in 1701 grundlegend umgestaltete. Hierbei konnte sich Bach weitere Kenntnisse des Orgelbaus aneignen.
Von der Chor-Orgel verlieren sich die Spuren dieses Instrumentes ab 1800. Es ist aber aus Aufzeichnungen folgendes bekannt, der Kostenvoranschlag Helds, die Disposition und ein paar Einzelheiten über die verwendeten Materialien dieser Orgel, so dass die Rekonstruktion in 2000 gewagt werden konnte.
Mit der jungen Orgelbaufirma ter Haseborg wurde im Jahr 2000 ein Unternehmen gewählt, das sich der hohen Qualität eines Arp-Schnittger verpflichtet weiß. Die Chor-Orgel, deren Vorbild der junge Bach, der täglich auf dem Hochchor in der Michaeliskirche musizierte, und kennengelernt hat, ist auch ein für heutige Bedürfnisse vielseitig verwendbares Instrument.
Foto: Neubau der Chor-Orgel von Haseborg in 2000
Die Chororgel hat die Stimmtonhöhe a = 415 Hz mit einer zweifachen Transponiereinrichtung auf 440 und 465 Hz. Alle Register sind mit geteilten Schleifen versehen (zwischen h° und c’). Zwei Keilbälge können per Hand bedient werden, falls der Motor nicht zur Hilfe genommen werden soll.
“Furtwängler & Hammer-Orgel” in der Unterkirche von St. Michaelis.
Im Jahr 1899 kam in die Unterkirche St. Michaelis eine neue Orgel der Firma “Furtwängler & Hammer”. Das neogotische Gehäuse steht bis heute an der Stelle, an der schon mindestens seit dem 17. Jahrhundert eine Orgel stand, nämlich an der Westwand.
Diese Orgel wurde von der gleichen Firma, die inzwischen den Namen “Emil Hammer” trug, 1942 durch eine neue ersetzt. Hammer übernahm außer dem Gehäuse etwa ein Viertel der Pfeifen aus der Vorgängerorgel.
Die Besonderheit dieser Orgel besteht nicht nur darin, dass sie mitten im Weltkrieg gebaut wurde, sondern auch darin, dass sie zu den ersten Orgeln gehört, die wieder mit mechanischer Traktur angelegt wurden. Aus heutiger Sicht sind Orgeln aus dieser Zeit mit einigen technischen und klanglichen Mängeln behaftet. Im Herbst 1998 wurden diese Mängel durch die Firma Schuke / Berlin beseitigt, oder zumindest abgeschwächt. Zwei Jahre später wurde die Trompete 8′, die bei der Sanierung der großen Orgel übrig geblieben war, hier ins Pedal an die Stelle gesetzt, an der ursprünglich ein Nachthorn 2′ gestanden hatte.
Foto der “Furtwängler & Hammer-Orgel” in der Unterkirche
Hier nun Angaben über die neue “Grosse Orgel in St. Michaelis” :
Bis zu der Zeit, als Bach an St. Michaelis lernte und sang (1700-1702), befand sich die Orgel am hinteren Teil der Nordwand. Diese Orgel entsprach damals mit ihrem nicht selbständigen Pedal und dem spärlich besetzten Brustwerk (Oberwerk) nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Im Jahre 1708 baute der Schnittgerschüler Matthias Dropa eine neue Orgel über dem Westeingang. Von dieser Orgel steht heute noch der vollständige Prospekt (d. h. die von außen sichtbaren Pfeifen in dem originalen Gehäuse).
1931 erfolgrte der Umbau der Orgel durch die Firma Furtwängler & Hammer. Es wurde eine große Orgel in das alte Gehäuse gebaut, die alle damals erhaltenen Pfeifen von Dropa und alle brauchbaren von 1871 verwendete. Die Gesamtanlage der Orgel hat sich seitdem nicht mehr verändert:
Die rein pneumatische Spielanlage (Taschenladen) ist ganz der Romantik verpflichtet, weist aber − unter der Regie von Christhard Mahrenholz − einige deutliche Kennzeichen der damals jungen “Orgelbewegung” mit neobarocker Zielsetzung auf: Furtwängler verteilt die Pfeifen der vorromantischen Praxis entsprechend symmetrisch auf zwei Seiten auf die sogenannte C− bzw. Cis−Lade. Dadurch wird ein einheitlicher Klang mit einer guten Abstrahlung in den Raum erreicht.. Insgesamt darf gesagt werden, dass die Arbeit von Furtwängler auf hohem handwerklichen Niveau steht.
Der besondere Reiz der Orgel in St. Michaelis besteht in ihrer Verbindung von barocker Aufstellung und Gehäuse mit einer soliden romantischen Spielanlage. Die wertvollen Bestandteile der Bauzustände von 1708 und 1931 wieder voll zum Erklingen zu bringen, war das Ziel der Renovierungsarbeiten im Jahre 1999.
Die Firma Scheffler aus Sieversdorf bei Frankfurt/Oder unternahm 1999 die Renovierung. Es ist eine Orgelbaufirma, die insbesondere auf dem Gebiet der Sanierung von Orgeln aus der deutschen Romantik als eine der führensten gilt. Das Ergebnis ist nun eine Orgel, die die Klarheit und Brillanz der Barockorgel mit der Weichheit und Wandlungsfähigkeit eines romantischen Instrumentes verbindet − ein besonders in Deutschland seltener Glücksfall. Die Orgel verfügt nun über 48 Stimmen, die sich auf drei Manuale und Pedal verteilen.
Foto die neue “Grosse Orgel“ Dropa-Orgel in St. Michaelis in Lüneburg
Pedal: Prinzipal 16′ 1870 Subbaß 16′ 1870 Gedackt 16′ (Transmission) aus dem Oberwerk Quintadena 16′ (Transmission) aus dem Hauptwerk Oktav 8′ 1870 Gedackt 8′ 1870 Quinte 10 2/3’ 1999 Oktav 4′ 1870 Nachthorn 2′ 1931 Rauschpfeife 3f. 1931 Posaune 16′ 1931 Trompete 8′ 1931 Trompete 4′ (Transmission) aus dem Oberwerk
Spielanlage: Tonumfang der Manuale: C−g”’. Tonumfang des Pedals: C−f”. Taschenlade mit pneumatischer Register- und Spieltraktur. Ein Magazinbalg für die ganze Orgel und Einzelbälge für jedes Werk. Tremulanten für Rückpositiv und Schwellwerk
Dortige Inhaltswiedergabe der CD:
Die vorliegende Aufnahme bietet ein stilistisch weit gefächertes Repertoire. Sie stellt die Vielseitigkeit der Orgel dar, die sich aus der bewegten Baugeschichte ergibt. Bei der Programmauswahl stand “Johann Sebastian Bach” als der berühmte Mettenschüler an St. Michaelis im Mittelpunkt. Mit zwei Lüneburger Kompositionen und Bachs Passacaglia werden barocke norddeutsche und französische Klangmöglichkeiten dargestellt. Mit Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert, die in direkter Beziehung zu Bach stehen, kommen die romantischen Register und Spielhilfen der Orgel zum Klingen.
Eine sehr zu empfehlende CD-Einspielung dieser grossartigen neuen Gross-Orgel.
Als ein Fazit der zwei Besuche von Lüneburg lässt sich folgendes feststellen, zu Recht erhebt die Stadt Lüneburg den Anspruch als eine “Stadt der Orgeln” zu gelten, den Beweis liefert schon allein die St. Michaelis-Kirche mit ihren 3 prägnanten Orgeln, der Besuch dieser Stadt mit hren weiteren Kirchen und grossartigen Orgeln (St. Johanniskirche, St. Nicolai, etc.) ist allen Interessierten sehr zu empfehlen!
(Teilweise entnommene Text-Angaben von der St. Michaelis-Kirchengemeinde):
Ein Kurz-Video von der Dropa-Orgel in der St. Michaeliskirche, Lüneburg
J.S. Bach Orgelabnahme in der St. Martinskirche, Kassel, am 28.09.1732
J.S. Bach spielte am 28. September 1732 auf Einladung des Erbprinzen Friedrich von Hessen-Cassel in der St. Martinskirche in Kassel.
Die Martinskirche (auch St. Martin) in Kassel, ist eine evangelische Pfarrkirche und die Predigtstätte des Bischofs der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die gotische Kirche wurde vor 1364 begonnen und 1462 geweiht. Seit 1524, mit dem Übertritt zum protestantischen Glauben von Landgraf Philipp, ist die Kirche evangelisch. Vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die hessischen Landgrafen beigesetzt.
Foto: St.Martinskirche in Kassel
In Kassel erhielt der große protestantische Kirchenmusiker Heinrich Schütz, ab 1598 eine humanistische Ausbildung im Collegium Mauritianum, danach ein Jurastudium an der dortigen Universität. Von 1613 bis 1615 Hof-Kappelmeister beim Landgrafen Moritz von Hessen-Cassel, der Schütz als Förderer eine musikalische Ausbildung zuvor in Venedig bei Giovanni Gabrieli finanzierte.
Gemälde des Komponisten: Heinrich Schütz
Zu dieser Zeit erlebte Kassel seine kulturelle Blütezeit.
Kirchliche Musik hat in St. Martin eine lange Tradition, schon Ende des 14. Jahrhunderts besaß die Kirche eine Orgel.
In den Jahren 1610 bis 1614 erfolgte der Neubau der Orgel durch die berühmte Orgelbaufirma Hans Scherer, der Jüngere, aus Hamburg mit drei Manuale und 33 Register.
Die in den Jahren von 1610-1614 erbaute Scherer-Orgel, wurde um 1730 bis 1732 von Nikolaus Becker aus Mühlhausen umgebaut. Im September 1732 wurde Johann Sebastian Bach durch den Erbprinzen Friedrich von Hessen nach Kassel eingeladen, um die umgebaute und erweiterte Scherer-Becker-Orgel der Martinskirche abzunehmen.
Am 21. September 1732 reiste J.S. Bach mit Anna Magdalena nach Kassel. Nach der Orgelprüfung erfolgte am 28. September 1732 durch J.S. Bach das Einweihungskonzert in der St. Martins-Kirche. Es erklang höchst-wahrscheinlich J.S. Bachs „Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538, ein ungemein virtuoses Stück aus seiner Weimarer Zeit.
Foto: Bach-Inschrift an der St. Martinskirche Kassel
Der zwölfjährige Erbprinz Friedrich von Hessen-Cassel schenkte Bach aus Begeisterung einen edelsteingeschmückten Ring, da er die Kunst der Füße Bachs bewunderte, die so beflügelt über die Pedale eilten, dass die wuchtigsten Klänge wie Blitz und Donner in den Ohren der Hörer widerhallten.
Foto: Ansicht der zerstörten Bach-Orgel in der St.Martinskirche in Kassel
Am 22. Oktober 1943 wurde die Martinskirche durch Fliegerbomben zerstört und brannte bis auf die Grundmauern aus. Von 1954 bis 1958 wurde sie in stark veränderter Form rekonstruiert wiederaufgebaut. Es ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem zweitürmigen Westbau. Es entsteht eine kleine Gemeindekirche im Chorraum mit der Kleinen Hammer-Chor-Orgel von 1958, die von dem Mittelschiff der Großkirche durch einen verglasten Lettner abgetrennt wird.
Beim Wiederaufbau 1954-1958 erhielt die Martinskirche für beide Räume eine neue Orgel. Die Fa. Hammer aus Hannover baute für die Chorkirche das einmanualige Instrument mit 10 Registern, die Fa. Bosch aus Kassel baute 1964 eine dreimanualige Orgel mit 37 Registern und weit über 5000 Pfeifen.
Am 1.Juni 1958 wurde die Martinskirche eingeweiht.
Die Kantorei an St. Martin führt Oratorien und Kirchenkonzerte auf. Die Martins-Kirche bildet den Rahmen für die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung “neue Musik in der Kirche” unter der Leitung von KMD Hans Darmstadt.
Die Wochen „neue musik in der kirche“ wurden von Klaus Martin Ziegler in Zusammenarbeit mit Klaus Röhring begründet und in den Jahren 1965 – 1985 zehnmal veranstaltet.
Hans Darmstadt hat in der Zeit seiner Tätigkeit (1994 – 2006) an St. Martin die Wochen als „Interdisziplinäre Tage für Neue Musik und Theologie“ in den Jahren 1998, 2000, 2002 und 2004 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Corinna Dahlgrün viermal veranstaltet.
Hans Darmstadt ist mit eigenen Orgelkompositionen bekannt geworden. Geboren 1943 in Halle/Saale. Studium Erziehungswissenschaften, Theologie, Kirchenmusik und Komposition (Konrad Lechner und Günther Becker). 1967 Kantor und Organist in Griesheim bei Darmstadt. 1973 Kantor und Organist in Hamburg-Blankenese. 1982 Sabbatical in Kalifornien / USA. (University of California Riverside) 1988 Kirchenmusikdirektor. Seit 1976 Lehrauftrag Musikhochschule Lübeck (Musiktheorie/Komposition). Seit 1992 Professor und ab 1994 als Kirchenmusikdirektor an St. Martin Kassel angestellt.
Bis 2010 soll das Orgelkonzept in St. Martin vollendet sein, das einerseits auf der Grundlage des traditionellen europäischen Orgelbaus beruht, auf der anderen Seite neueste technische Möglichkeiten integriert, die so bisher noch an keiner anderen Stelle verwirklicht worden sind. Von diesem Zeitpunkt an wird St. Martin auch auf dem Gebiet neuer Orgelmusik der zentrale Ort in Deutschland und Europa sein.
ORGELMUSIK-Kompositionen von Hans Darmstadt:
Improvisation für Orgel (1966), Dauer: 4:30 Meinem Lehrer Konrad Lechner in großer Dankbarkeit gewidmet Breitkopf & Härtel BG 800 •Blankeneser Orgelheft I Sechs Choralbearbeitungen und zwei Orgelstücke (1968 – 73) für Horst und Renate Steffen Breitkopf & Härtel BG 1065 •Blankeneser Orgelheft II Vier Choralbearbeitungen und ein Improvisationsmodell (1974 – 76) Breitkopf & Härtel BG 1253 •Ante Portas Fünf Meditationen für Violoncello und Orgel (1978) für Gerhart Breitkopf & Härtel BG 1360 •Sonate aus h’ – Hommage à Igor Strawinsky für Orgel (1984), Dauer: 18:00 1. Psalm (Psalm 18,2.3.5-7) 2. Chaconne en rondeau (Psalm 8,8.10.15) 3. Pedalsolo (Psalm 18,29.30) 4. Improvisata (Psalm 18,17.20.37a) Zsigmond Szathmáry in Freundschaft zugeeignet Breitkopf & Härtel 8465 – Anhang: Ein feste Burg ist unser Gott lbständiger Orgelchoral, Studie zur Sonate (1983)
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Information & Bestellung:
(Selbstverlag, Druckvorlagen zum Kopieren erhältlich) Kantorei an St. Martin Kassel,
Heinrich-Wimmer-Straße 4, 34131 Kassel.
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Foto der Großen Bosch-Orgel von 1964
Foto der neuerbauten kleinen Chororgel in der Martinskirche
Die Angaben entsprechen der Registeranordnung auf der rechten Seite des Spieltischs (Setzeranlage). Setzergruppen 1 – 8 mit je acht Speicherplätzen (A B C D E F G H), zweifach zu belegen. Von den insgesamt 128 Speicherplätzen ist die Hälfte (64) abschließbar. Setzer und Sequenzschalter sind auch als Pistons in Wechselwirkung mit der Handregisteranlage zu benutzen. An der linken Seite des Spieltischs befindet sich die alte Registeranlage mit 6 freien Kombinationen. Das alte System kann in Wechselwirkung mit der Setzeranlage benutzt werden. Von der Orgelbank aus kann eine separate stufenlose Windabschwächung bedient werden.
Disposition und Mensuren: Helmut Bornefeld Erbauer: Werner Bosch, Kassel, op. 350, 1964 Setzeranlage: 1991
* ursprünglich Siebenquart 1 1/7′ 16/19′
Von YouTube die Dorische Toccata und Fuge in d-moll“, BWV 538 erklang zur Weihe durch J.S. Bach
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Lüneburg, 07.02.2006
“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach”
Lüneburg, Johannis-Kirche
1. Anreise nach Lüneburg!
Foto: St. Johannis in Lüneburg
Die Brabant-Orgel der St. Johannis-Kirche in Lüneburg:
Im Jahr 1700 zu Ostern treffen als Schüler im Lüneburger Michaeliskloster (Lateinschule) Johann Sebastian Bach und Georg Erdmann ein. Das Michaeliskloster wird streng lutherisch geführt.
Ab der Prima wird neben Latein, Griechisch, Theologie, Logik, Rhetorik und Philosophie auch die Kunst des Versedichtens vermittelt. Ob Bach während seines Aufenthaltes in Lüneburg je nach Celle gereist ist, um die französisch beeinflusste Musik am Hofe von Herzog Georg Wilhelm von Celle-Lüneburg zu studieren, ist nicht als gesichert anzusehen.
In Lüneburg wirkte zu Bachs Schulzeit in der Johanniskirche der Organist Georg Böhm (1661-1733). Der aus Thüringen (Hohenkirchen nahe Ohrdruf) stammende Georg Böhm ist ein Schüler des berühmten Hamburger Organisten Johann Adam Reinken (1623-1722) und führte seit 1698 das Organisten-Amt an der Johanniskirche aus. Bach war sehr beeindruckt von der Größe der Orgel und dem Raumklang, ob er hier ebenfalls die Brabant-Orgel gespielt hat ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, da sein Förderer und Freund “Georg Böhm”, ob seines Spiels mehr als angetan war.
Von YouTube Orgelmusik: Die Brabant Orgel in St Johannis Lüneburg J.S. Bach BWV 653 “An Wasserflüssen Babylon”
Aus Überlieferungen ist bekannt, dass Böhm einen großen Einfluss auf Bach besaß und er wichtige Impulse an Bach weitergeben konnte, daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft zwischen Böhm und Bach. Die Grundausbildung des Orgelspiels erlernte Bach im Michaeliskloster in Lüneburg, die weitere Entwicklung dazu vermittelte ihm Böhm, des weiteren eignete sich Bach durch Reisen nach Hamburg – zu dem berühmten Organisten Johann Adam Reinken, an der dortigen Katharinen-Kirche mit der berühmten Orgel angestellt – weitere Kenntnisse im Orgelspiel und Orgelbau an. In der Hamburger Katharinen-Kirche hört Bach den bereits 77jährigen Reinken über den Choral “An den Wasserflüssen Babylon” improvisieren und ist von seinem Orgelspiel zutiefst beeindruckt. Hierüber verfasste Bach später eine Eigenkomposition.
Hier gebe ich Auszüge aus der Chronik der Brabant-Orgel wieder, entnommen aus den Hinweisen der Johannis-Kirchengemeinde:
Foto: Brabant-Orgel der St. Johannis-Kirche in Lüneburg
1551-53 Bau einer großen Renaissance-Orgel durch Hendrik Niehoff in Hertogenbosch 1652 Überholung und Vergrößerung der Orgel durch Friedrich Stellwagen aus Lübeck 1712-15 Umbau und Erweiterung durch Matthias Dropa 1852 Umbau durch Eduard Meyer 1922 pneumatische Traktur durch Oskar Walcker 1953 Restaurierung durch Rudolf von Beckerath
Die Orgel füllt die Westwand des Mittelschiffes. Sie baut sich in barocker Schönheit bis an den Scheitel des Gewölbes auf, der hier mehr als 22 m über dem Fußboden liegt.
Der überwältigenden äußeren Erscheinung entspricht ihre Klangfülle (51 Register auf 3 Manualen mit Pedal). Ihre Baugeschichte geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Als man sich 1551 zur Erbauung einer neuen Orgel entschloß, wandte sich die Hansestadt nach Brabant. 1553 hatten dann Hendrik Niehoff (um 1495-1560) und Jasper Johannsen aus ‘Hertogenbosch die Orgel fertiggestellt, vom heutigen Prospekt der mittlere Teil.
1619 zählte Michael Prätorius in seiner “Organographia” (Syntagma musicum) die Johannis-Kirchenorgel zu den bedeutendsten in Deutschland.
Die Einflüsse der Orgelbewegung führten schließlich Anfang der fünfziger Jahre zu einer Umorientierung in der Betrachtung der St. Johannisorgel: Man erkannte, dass die Umbauten Walckers und auch Meyers der Orgel ihren Charakter genommen hatten, und versuchte zu retten, was zu retten war. Rudolf von Beckerath gehörte damals zu den renommiertesten und profiliertesten Orgelbauern bei Neubau und Restaurierung historischer Instrumente, und er gab der Orgel ihre auch heute noch existierende Fassung: Er ging in der Disposition (im Wesentlichen) auf Dropa zurück und stellte mit einer neuen mechanischen Spiel- und Registertraktur den ursprünglichen Zustand wieder her, allerdings unter Beibehaltung des durch Meyer erweiterten Tonumfanges, Ergänzung von Pedalkoppeln und Hinzufügung einiger Register, die die Disposition nun auf 51 Register erweiterte.
Seit 2003 ist als Organist an der Johanniskirche Joachim Vogelsänger angestellt, geb. in Soest, Kirchen-Musikstudium in Köln, Orgelstudium in Wien, Kapellmeister in Detmold.
Bild des Kantors: Joachim Vogelsänger
Weitere persönliche Angaben über Joachim Vogelsänger sind
Seine erste CD-Einspielung veröffentlichte er mit Werken von Böhm und „Der junge Bach und seine Vorgänger“. CD: 450 Jahre Orgelmusik aus St. Johannis, Lüneburg
.
Die CD ist bei der Johannis-Kirchengemeinde in Lüneburg erhältlich,
Mezzoforte, Forte, Tutti, Rohrwerke
Piano-, Mezzoforte-, Forte- und Tuttipedal mit Absteller Handregister ab drei frei einstellbare Kombinationen Rollschweller mit Absteller Jalousieschweller fuer Manual III
Röhrenpneumatik (Spiel- und Registertraktur) Stimmungsart: gleichstufig temperiert
Stimmtonhöhe a1 = ca. 440 Hz. Tonumfänge Manual: C–a3
Pedal: C–f1
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Informationen über die neue Woehl-Bach-Orgel in der Thomaskirche in Leipig.
Die Scheibe-Orgel der zerstörten Pauliner- und Universitätskirche Leipzig wurde von J.S.Bach getestet und bekam das Gütesiegel des Thomaskantors. Auf ihr wurde optisch das Orgelprospekt fussend – die neue Woehl-Orgel der Thomaskirche nachgebaut. Eine Vorgabe für den Neubau war die von Bach bekannte Sterzing-Orgel aus der Georgenkirche in Eisenach, dass Bachs Toccaten, Präludien, Fugen, Choralvorspiele und Trios in möglichst authentischer Gestalt erklingen können und nach den Prinzipien des mitteldeutschen Orgelbaus im 18. Jahrhundert erbaut wird.
Historisches zur ehemaligen Sterzing-Orgel in der Georgen Kirche in Eisenach:
Auf Betreiben Johann Christoph Bachs kam es nach 1696 zu einem Neubau durch den aus Ohrdruf stammenden Orgelbauer Georg Christoph Sterzing. Das Ringen um den Bau und die Disposition dieser Orgel hat möglicherweise das Wissen des jungen Johann Sebastian Bach um das Wesen der Orgel sowie sein Klangideal wesentlich beeinflusst. Die 1707 fertiggestellte Sterzing-Orgel hatte 58 Stimmen.
Wie alle Leipziger-Orgeln der Bach-Zeit ist die neue Orgel im Chorton gestimmt. (465 Hz.) Als eine Besonderheit besitzt sie eine Kammerkoppel, die das ganze Werk um zwei Halbtöne nach unten transponiert.Die tiefe Kammertonstimmung (415 Hz) ermöglicht das Zusammenspiel mit barocken Streich- und Blasinstrumenten. Die Bauausführung der neuen Bachorgel lag in den Händen von der Orgelwerkstatt Gerald Woehl aus Marburg.
Foto: Neue Woehl-Orgel in der Thomaskirche Leipzig
Etwa 5000 Pfeifen sind in die Woehlorgel eingebaut worden. Die Disposition umfasst 60 Register auf vier Manualen und Pedal. Spielanlage: viermanualig, mittig unter dem Brustwerk I. Manual: Brustwerk II. Manual: Hauptwerk III. Manual: Oberwerk IV. Manual: Unterwerk (Echo) Normalkoppeln: als mechanische Trakturkoppeln Kammertonkoppeln: als mechanische Trakturkoppeln, sie werden für das ganze Werk zusammen eingeschaltet die Normalkoppeln können dann je nach Bedarf dazugeschaltet werden Spieltraktur: mechanisch, angehängte Traktur mit sehr direktem Spielgefühl Registertraktur: mechanisch Windanlage: zentrale Anlage mit Keilbälgen unter den Emporenpodesten alle Werke Manualwerke mit gleichem Winddruck der Pedalwind ist von den Manualwerken getrennt mit dem Registerzug “Plenumwind” kann der Wind in den Manualwerken mehr stabilisiert werden.
Auszug aus der Orgelbaufirma Woehl, Marburg:
Zur adäquaten Wiedergabe Bachscher Orgelwerke bedarf es in besonderer Weise der vielfältigen Einzelklangfarben, einer sensiblen, alles übermittelnden Spieltraktur und eines immer richtig reagierenden Orgelwindes. Erst durch das musikalische Ineinandergreifen dieser drei Bereiche kann Bachsche Orgelmusik ihren vollendeten Ausdruck finden – die innige Zwiesprache zwischen der Seele und dem Geistigen. Das im Chorton gestimmte Instrument kann Bachs Orgelmusik in ihrer ganzen Monumentalität und Klangpracht erlebbar machen.
Die Bach-Orgel kann aber je nach Anforderung, zum Beispiel bei Aufführungen von Kantaten, vollständig mit ihrem ganzen Registerfundus von der Farbigkeit eines Kantatenorchesters einen ganzen Ton tiefer im Kammerton gespielt werden. Für die zukünftige Musik in der Thomaskirche werden so Möglichkeiten geschaffen, die einzigartig in der Welt sind.
Vom althergebrachten bezeugt der Klang ebenso die Registernamen: wie z.B. ein Gemßhörnlein, eine Rohrflöth. Eine Trombetta, eine Plockflöth, ein Barem-Register, Pfeifen namens Octävlein, Trombet und Schweitzerflöth klingen aus dem schönen Orgelprospekt. Zimbelsterne, zwei 32′ Pedal- Register und “Vogestimmen-Imitation ” ergeben einen vielfältigen Klangkörper dieser neuen Bach-Orgel.
Disposition der Woehl-Bach-Orgel
Brustwerk I
Grob Gedackt 8fuß
Klein Gedackt 4fuß
Principal 2fuß
Super Gemßhörnlein 2fach
Quint-Sexta 2fach
Sieflit 1fuß
Copul Oberwerk- Hauptwerk (III-II)
Copul-Echo-Hauptwerk (IV-II)
Copul Hauptwerk-Pedal
Copul Oberwerk-Pedal
Tremulant für das ganze Werk
Glockenspiel
2 Zimbelsterne
Vogell Geschrey
4 Keilbälge
Stimmtonhöhe: Chorton (ca. 465 Hz)
Stimmung: ungleichstufig, System Neidhardt.
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CD-Cover: Woehl-Bach-Orgel der Thomaskirche Leipzig
Mit dem Thomasorganisten Ulrich Böhme gewinnt diese CD an Format, hier hört man einen profunden Techniker und Kenner Bachscher Orgelwerke an den Manualen, einen Organisten, der in seinen Registrierungen ein klangschönes Orgel-Portrait dieser neuen Woehl-Orgel abliefert.
Thomas-Organist Ullrich Böhme wurde im sächsischen Vogtland geboren. Die wertvolle Barockorgel seines Heimatortes Rothenkirchen, an der er bereits 13jährig den Organistendienst versah, weckte in ihm Begeisterung für die „Königin der Instrumente“. Deshalb studierte er von 1972 bis 1979 an der Kirchenmusikschule Dresden bei Hans Otto und an der Hochschule für Musik Leipzig bei Wolfgang Schetelich. Im Bachjahr 1985 wurde Ullrich Böhme unter vielen Bewerbern zum Leipziger Thomasorganisten gewählt. Er gab den Anstoß zur Restaurierung der großen Sauer-Orgel der Thomaskirche und entwarf das Konzept der neuen Bach-Orgel der Thomaskirche.
Die CD der neuen Bach-Orgel in der Thomaskirche Leipzig enthält Einspielungen von der Familie Bach.
Im Auftakt Präldium und Fuge in C BWV 545 des J.S. Bach strahlt die Orgel in berauschend schönen Klang-Mixturen. Eine herrlich ausgespielte Fuge folgt, und wurde vom Organisten grandios interpretiert. Seine Interpretation in der relativ freien Ornamentik angelehnt sowie an historischer Aufführungspraxis anknüpfend, machen das Orgelwerk wieder ungemein interessant.
Mit den 14 Variationen über eine Aria in a-Moll des Johann Christoph Bach (1642-1703) bietet der Organist ein wunderbares Portrait der Woehl-Orgel. J. Chr. Bach verfügte in Eisenach über eine vergleichsweise hervorragende und mächtige Orgel, zu deren Präsentation er auch die kompositorisch -vielschichtigen und musikalisch sehr berückenden Variationen schrieb. Dieses Orgelstück wurde detaillierte und in präzise überlegten Phrasierungen interpretieren.
Dass der J.S. Bach in der Orgelkompositionskunst seinen Söhen durchaus nicht nachstand, wird unter anderem durch seine Bearbeitungen Vivaldischer Konzerte für Orgel solo bewiesen.
Das Concerto in d-Moll BWV 596, als eine seltene Ausnahme in Bachs Orgelwerken gilt das Original mit 2 Violinen, Violoncello, Streicher und Basso continuo: hier wird dem Organisten unüblicherweise von Bach an Manual und Pedal klare Vorgaben in Sachen Registrierung vorgegeben. Das Werk, gespielt auf der Woehl-Orgel erklingt nuancierter und farbenprächtiger als an sonstigen Neuorgeln der heutigen Zeit. Das “Vivaldi-Werk” erklingt in barocker Klangpracht aufgrund vieler Manual- und Stimmenwechsel.
Ganz anders gelagert und zu sehen sind die Werke des Bach – Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach (1714-178 . Hier wurde eine ganz andere Tonsprache entwickelt, dem Ulrich Böhme gekonnt registrierend nachkam und in der “Sonata in a-Moll” (Wq 704, H85) entsprechend vortrefflich umzusetzten wusste.
Mit dem “Pièce d’Orgue” BWV 572, gelingt es Bach eindrucksvoll , drei völlig unterschiedliche Teile zu einer Einheit zu formen. Den sehr freien und improvisatorisch-virtuos daherkommenden Figuren zu Eingang und Ende und dem beeindrucken majestätischen Mittelteil, erklingt die neue Leipziger Bach-CD in ihrer – fulminanten – Klangpracht in der Passacaglia c-Moll (BW 582).
In der Choralbearbeitung “Nun danket alle Gott” BWV 657 schon wunderbar klanglich durchhörbar gestaltet , steigert er im Werk der Passacaglia und Fuge das Portrait seiner neuen Woehl-Orgel in ein geschmackvolles und brillantes Finale.
Die neue Bach-Orgel der Thomaskirche besitzt alle Möglichkeiten Bachsche Orgelwerke hörbar in einer barocken Klang-Vielfalt dem Publikum zu präsentieren und besitzt derzeit mit dem Organisten Ullrich Böhme einen sicheren und virtuosen Orgelkünstler in seinen Diensten.
Eine äußerst bemerkenswerte und sehr zu empfehlende CD zu bestellen unter diesem
Ein Video von der Woehl-Bach-Orgel Thomaskirche Leipzig
Thomasorganist Ullrich Böhme spielt die Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542
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“Orgel-Tour auf den Spuren von J.S. Bach ”
“Dresden, Frauenkirche”
Die neue Frauenkirche, Dresden
Vorstellung der neuen Kern-Orgel in der Frauenkirche zu Dresden !
Foto: Die neue Kern-Orgel der Frauenkirche Dresden
Auszugszitat vom Carus-Label:
Nach 12 Jahren Bauzeit wird am 30. Oktober 2005 die neuaufgebaute Dresdner Frauenkirche feierlich geweiht. Wenige Orgelbauprojekte wurden mit so viel Interesse und Spannung von der Öffentlichkeit begleitet, wie der Neubau der 1945 komplett zerstörten Orgel. Beim Wiederaufbau wurde der von George Bähr geschaffene Orgelprospekt detailgetreu rekonstruiert. Das Orgelwerk selbst ist keine Rekonstruktion der Gottfried-Silbermann-Orgel von 1736: Der Straßburger Orgelbauer Daniel Kern hat dem „klassischen“, eng an Silbermann orientierten Teil der Disposition ein zusätzliches Manualwerk im französisch-romantischen Stil hinzugefügt. Er knüpft so an die historischen Verbindungen zwischen Gottfried Silbermann, Straßburg und dem französisch-elsässischen Orgelbau an. Die Kern-Orgel vereinigt zahlreiche Vorzüge einer historischen Orgel mit den technischen Errungenschaften eines modernen Konzertinstruments.
Die Orgel wurde im heute gültigen Kammerton (a = 440 Hz) (15 Grad Celsius) und nicht im historischen tiefen Kammerton (a = ca. 415 Hz) eingestimmt.
Durch die Erhöhung der Zahl der Manuale von drei auf vier sowie der Register von 43 auf 67, 97 Ranks, 4876 Pfeifen, sei jetzt auch die Orgelliteratur nach Bach spielbar.
Weitere Angaben des Orgelbaus erstelle ich nachstehend nach Angaben der Orgelbaufirma Kern aus Straßburg:
Das neue Werk hat 4 Manuale bekommen. Das erste Manual ist das Hauptwerk das eweite das Oberwerk, das dritte das Récit Expressif nach Cavaillé-Coll und das vierte das Brustwerk. Die Aufstellung der Werke im Gehäuse (das treu nach dem original Entwurf von Bähr durch die Firma Puschner nachgebaut ist) ist der Aufstellung von Gottfried Silbermann sehr nah. Das Brustwerk sowie das klein und gross Pedal befinden sich im Unterteil, das Hauptwerk in der Höhe von der Prospektpfeifen, das Oberwerk über dem Hauptwerk, das Recit Expressif in der gleiche Höhe wie das Oberwerk direkt dahinter mit einem Abstand von 60 cm.
Die Spielmechanik für alle 4 Manualwerke ist mit einer hängende Traktur im klassischer Stil gebaut und lediglich aus klassischem Materialen hergestellt (Holzwinckel, Holzwellen usw…) Das Récit Expressif hat Eisenwellen. Die Koppeln können alle mechanisch gespielt werden aber es gibt auch die Möglichkeit einige Koppeln mit einer Spielhilfe zu benützen, hauptsätzlich bei den grossoen romantischen Stücke die sehr viele Koppeln und Register benötigen. Für das Brustwerk haben wir eine mechaische Umschlaltung gebaut die erlaubt dieses Werk im 415 Hz zu benützen bei Begleitung von alter Musik.
Die Registerbetätigung ist rein elektrisch mit einer Setzeranlage mit sehr viele Möglichkeit. Die Windladen sind als Schleifladen mit Tonkanzellen in der klassische Bauart mit Eichenholz hergestellt. Die Schleifen sind ebenso aus Eichenholz. Die Windanlage ist in der Art von Gottfried Silbermann gebaut das heisst ein grosser Turm mit 6 Keilbälge hinter der Orgel. Die ganze Orgel hat einen gleichen Winddruck (ca 90 mm w/s).
Das Pfeifenwerk ist nach dem klassichen Vorbild hergestellt für das Hauptwerk, Brustwerk, Oberwerk und Pedal. Die Principale und die Zungenregister sind aus hochprozentigem Zinn 87,5 % und die Flöten und Gedackten sind mehr bleihaltig.
Alle Kerne sind aus Blei.
Für die Herstellung der Pfeifen vom Récit haben wir die Mensuren und die Legierungen von Cavaillé-Coll verwendet . Die Principale und Zungen sind aus Zinn 75 % die Bourdon und Flöten aus 33 %. Für das Schwellwerk haben wir als Vorbild die Orgel von St-Sernin in Toulouse genommen. Für die klassichen Register haben wir die Mensuren Gottfried Silbermann und Andreas Silbermann verwendet. Die Stimmung wird gleichschwebend 442 Herz bei 18°
Intonation
Mit Hauptwerk, Brustwerk, Oberwerk und Pedal einschliesslich genannter Adaptation ist erreichbar, was der repräsentative Kuppelraum fordert :
Klassische Brillanz der Mixturen im Pleno, singende Kraft der Prinzipale Gravität der Zungen und Grundregister, Farben und Poesie der Aliquoten und Zungen, Weichheit und Deutlichkeit von Flöten und Steichern.
Für das Repertoire der Romantik und des 20. Jahr lässt sich ohne Schaden für die klassisch orientierte Substanz ein grosses Schwellwerk integrieren.
Prinzipale, überblasende Flöten, enge Streicher un Schwebungen verleihen dem Orgelwerk insgesamt ohne zu dominieren die Möglichkeit stilisticher Weite in Richtung Romantik und Symphonik, nicht nur bezogen auf dieses Manual sondern auf Basis unserer diesbezüglichen Erfahrung mit Mensuren und intonation unter Verwendung der Koppeln für das gesamte Klangspektrum. Unsere vielfach gelobten Erfahrungen im Bau sowohl deutscher als französicher Zungenstimmemn gewährleistet zudem angesischts der hohen Anzahl der Zungenstimmen auch grosse Unterschiede in Farbe, Dynamik und Mischfähigkeit.
Disposition der neuen Kern-Orgel
Hauptwerk 58 Töne C – a’’’ Montre 16’ Bourdon 16’ Octave 8’ Viole de Gambe 8’ Rohrflöte 8’ Octave 4’ Spitzflöte 4’ Quinte 2 2/3’Octave 2’ Terz 1 3/5’ Cornet V Mixtur V Cymbel IV Fagott 16’ Trompette 8’ Clarine 4’
Pedal 32 Töne C – g’ Untersatz 32’ Principal 16’ Subbass 16’ Octave 8’ Bassflöte 8’ Octave 4’
Mixture VI Basson 32’ Posaune 16’ Trompette 8’ Clarine 4’
Anhand des stilistisch kontrastreichen Programms der CD-Einspielung mit Orgelmusik von J.S. Bach und Duruflé macht der Organist der Frauenkirche, Samuel Kummer, die erstaunliche klangliche Vielseitigkeit dieser Orgel hörbar.
Meine Amerkung:
Eine bemerkenswerte Orgel-CD die auf der neuen Kern-Orgel in der Frauenkirche eingespielt von Samuel Kummer worden ist. Sie ist als eine grandiose Konzert-Orgel für die eingespielten Werke von Bach und Durufle anzuerkennen. Welch Potential steckt in ihr an Klangfülle. So ist eine Orgel entstanden, das den neuen und großen kirchenmusikalischen Anforderungen in der Frauenkirche gewachsen ist.
Samuel Kummer, seit Dezember 2004 Organist an der Frauenkirche zu Dresden angestellt, überzeugt durch eine ausgewogene Registrierung und einem gekonnten Spiel.
Booklet-CD Kern-Orgel
Diese CD kann uneingeschränkt jedem Orgelliebhaber wärmstens empfohlen werden.
nach wunderschönen Tagen in Thüringen, auf den Spuren von J.S. Bach folgend, besuchte ich die historischen Orte wie Arnstadt, Mühlhausen, Erfurt und Weimar.
Bachkirche in Arnstadt Thüringen
Bachkirche Arnstadt / Thüringen
Altarraum Bachkirche Arnstadt
Der erste Besuch galt der Bachkirche in Arnstadt mit der Wender Orgel von 1703, die in den Jahren 1998 bis Anfang 2000 durch die Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim/Rhön, nach einer Rekonstruktion der Wender-Orgel, umfassend restauriert wurde.
Foto: In 2000 restaurierte Wender-Orgel in der Bach-Kirche in Arnstadt/Thüringen
Hier traf Bach auf den Orgelbaufachmann Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen, und nahm seine neuerbaute Orgel als Orgelsachverständiger mit 18 Jahren ab. Daraufhin bekam Bach dort seine erste Anstellung als Organist. Wender muss nach neuesten Erkenntnissen ihm dann nach seinem Weggang aus Arnstadt, die Organistenstelle in Mühlhausen vermittelt haben.
Hier wurde eine Wender-Orgel wieder zu 99 % rekonstruiert, die Bachs Klangvorstellungen einer Orgel entsprechen müsste. Ein warmer wunderschöner Klang, der den Räumlichkeiten der Bachkirche voll entspricht. Liveübertragungen von Orgelkonzerten, gespielt auf dieser restaurierten Wender-Orgel, liess die Fachwelt aufhorchen, das Echo auf diese neue wunderschönen Orgel ist überwältigend, die Fachwelt spricht von einer Neugeburt einer Bachorgel.
Seit 1913 besaß die Bachkirche eine romantische Steinmeyer-Orgel aus Öttingen/Bayern. Die neue Steinmeyer-Orgel wurde mit pneumatischer Ton- und Registertraktur erbaut. Der Wender-Prospekt wurde wieder verwendet, mußte allerdings noch einmal verändert werden. Der Tonumfang erweitert sich auf Manual C-a 3 und Pedal C-f 1. Von den gewesenen 59 Registern der vorgehenden Orgel werden 7 nicht wieder benutzt und 3 neu hinzugefügt. Die neue Steinmeyer-Orgel erhält 55 Register.
Alle romantischen Spielhilfen sind vorhanden. In dem Orgelbauvertrag von 1997 mit der Orgelbaufirma Otto Hoffmann, Ostheim/Rhön, wurde vereinbart, dass beide Projekte, die Rekonstruktion der Wender-Orgel und die Restaurierung der Steinmeyer-Orgel bis Ende 1999 auszuführen ist. September 1997 wurde die Steinmeyer-Orgel abgetragen, die auf der 2. Empore gestanden hatte. Die ursprüngliche 3. Empore wurde wiedererstellt, so daß man den historischen Standort wieder nach dort verlegen konnte. Zur Rekonstruktion der Wender-Orgel wurden in Arnstadt alle bekannten Quellen und historischen Orgelteile studiert. Vorhanden waren 320 Pfeifen aus dem Jahr 1703, der veränderte Orgelprospekt, Pfeifenstöcke im Prospekt mit Rissen vom Umfang der Prospektpfeifen, originale Klaviaturen, Registerzüge, der Orgelbauvertrag von Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen von 1699.
Einzelheiten zur Konstruktion des Tragwerkes für die Windladen wurden aus den Wender-Orgeln in Dörna und Erfurt, Severi-Kirche, entnommen. Profile an den Balken, Maße derselben, Verbindungen, Füllungen, Schließeinrichtungen, Metallnägel, Holzdübel und vieles Andere mehr wurden nach den historischen Vorlagen dieser Kirchen nachgefertigt. Die originalen Windladen von Dörna wurden vermessen und in jedem Detail für die Arnstädter-Orgel nachgebaut. In gleicher Weise verfuhr man mit allen Trakturdetails. Man arbeitete mit Fuß-, Zoll- und Strichmaßen, statt mit dem metrischen Maß. Die Balganlage wurde über der Orgel und der Tonne der Kirche im Dachbereich mit 4 Keilbälgen rekonstruiert und angebracht. Als Vorlage diente eine in Dörna vorhandene historische Balgplatte.
Die Blasebälge sind mechanisch zu betätigen. Für den Übprozeß und Gebrauch der Orgel im Gottesdienst wurden die Bälge mit einem elektrischen Winderzeuger versehen. Der Winddruck ist mit 72 mm/Ws fixiert. Von den reichlich original vorhandenen Pfeifen wurden alle fehlenden Pfeifen und Register berechnet und rekonstruiert. Die Tonhöhe ergab sich aus den historischen Pfeifen und wurde mit 465 Hz bei 18 = C festgelegt. Man einigte sich mit dem thüringischen Amt für Denkmalpflege bei der Stimmungsfrage daraufhin, eine um 1700 in Thüringen übliche Stimmung nachzuempfinden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, daß man die von J.S. Bach in Arnstadt komponierten Werke problemlos darstellen kann. Die Orgelstimmung wurde der Wender-Orgel von 1703 nachempfunden. So ist es quasi möglich, in dieser Kirche barocke und romantische/moderne Werke “authentisch” darzustellen.
Weitere Angaben zur Disposition und Renovierung durch die Fa. Hoffmann, Orgelbau: Restaurierung der Steinmeyer-Orgel von 1913 durch die Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim / Rhön 1997-1999 Die pneumatische Taschenladenorgel (Opus 1185) wurde von Steinmeyer als “Bach-Orgel” im Jahr 1913 erbaut. Die 6 Wender- Register wurden erhalten und die Mensur im Baß erweitert. Fugara 4′, Vox coelestis 8′ und Violoncello 8′ wurden neu gefertigt. Die restlichen Register wurden von Hesse bzw. Meißner übernommen. Die Prospektfront wurde erneut verändert. Die Orgel wurde auf der 2. Empore aufgestellt.
Im Jahre 1938 versetzte der Gothaer Orgelbauer Wiegand Helfenbein die Orgel auf die erhöhte 1. Empore und barockisiert die Disposition. Im September 1997 wurde die Orgel ausgebaut und in der Oberen Kirche eingelagert. Im Jahr 1998 begannen die Restaurierungsarbeiten an der Orgel mit dem Transport der Teile in unsere Werkstatt. Da im Rahmen der Kirchenrenovierung die 3. Empore für die Rekonstruktion der Wender-Orgel wieder eingebaut wird, muß das Instrument wird im Bereich zwischen der 1. und 3. Empore aufgestellt werden. Auf eine Prospektfront wird verzichtet. Die Spieltraktur mußte aus baulichen Gründen bis zum ersten Relais elektrifiziert werden. Der Spieltisch erhält seinen Platz an der Emporenbrüstung und wird mit einer modernen Setzeranlage ausgestattet. Die später eingebauten Zinkpfeifen werden durch Zinnpfeifen ersetzt. Die Disposition wird auf den Bestand von 1913 zurückgeführt.
Disposition:
I. Manual C-a³ 1)Bordun16′ 2)Principal8′C-cs’ neu 60% 3)Viola di Gamba8′C-H neu 60% 4)Gemshorn8′W C-cs° neu 60%, d°-c³ eu 60% 5)Schweizerflöte8′C-H neu 60% 6)Bordun8′ 7)Rohrflöte8′ 8)Hohlflöte8′ 9)Quintflöte5 1/3′ 10)Octave4′ 11)Fugara4′ 12)Rohrflöte4′ 13)Quinte2 2/3′ 14)Octave2′ 15)Cornett 5 f.8′ 16)Mixtur 5 f.2′ 17)Cymbel 3 f.1′ 18)Trompete8′C-a³ neu 60%
II. Manual C-a³ 19)Quintatön16′W c°-c³ neu 60% 20)Principal8′C-H neu 60% 21)Spitzflöte8′C-H neu 60% 22)Quintatön8′ 23)Viola d’amour8′W C-H neu 60%, c°-c³ neu 60% 24)Gedeckt8′W C-c³ neu 60% 25)Flauto traverso8′C-H aus Steinmeyerbestand 26)Octave4′W C-c³ neu 60% 27)Spitzflöte4′ 28)Viola4′C-a³ neu 60% 29)Rauschquinte 2f.2 2/3′ 30)Mixtur 5f.2′ 31)Klarinette8′C-a³ neu 60%
III. Manual C-a³ (Schwellwerk) 32)Liebl. Gedackt16′ 33)Geigenprincipal8′C-H neu Kiefer 34)Liebl. Gedackt8′ 35)Flauto piano8′C-cs° neu 60% 36)Hessiana8′ 37)Salicional8′C-H neu 60% 38)Vox coelestis8′c°-a³ neu 60% 39)Geigenprincipal4′ 40)Nachthorn4′W C-c³ neu 60% 41)Flauto dolce4′ 42)Geigenprincipal2′C-a³ neu 60% 43)Sesquialter 2f.22/3′ 44)Progressivharm.3-6f.2′ 45)Oboe8′C-a³ neu 60% 46)Tremulant neu
Pedalwerk C-f’ 47)Principalbaß16′ 48)Violon16′ 49)Subbaß16′ 50)Quintbaß10 2/3′ 51)Principal8′ 52)Violoncello8′C-f’ neu 60% 53)Gedackt8′ 54)Octave4′ 55)Posaune16′ 56)Trompete8′C-f’ neu 60%
Die Windladen wurden grundlegend restauriert, sämtliche Taschenventile wurden neu beledert. Die Relais wurden in allen Teilen überarbeitet und in der 1. Station mit Wippmagneten ausgestattet. Das Pfeifenwerk wurde gründlich überarbeitet, die Wender- Register wurden erneuert, die veränderten Steinmeyer-Register rekonstruiert. Der große Magazinbalg wurde überarbeitet und die Windladen mit Holzkanälen angeschlossen. Die Stoßfänger an den Kanälen wurden funktionsgerecht eingefügt. Das Schwellwerk wurde mit einem Tremulanten ausgestattet
Nach der Restaurierung aller Orgelteile in der Werkstatt und der Fertigung des neuen elektrischen Spieltisches mit einer elektronischen Setzerkombination mit 4.000 Speicherplätzen sowie der neuen Gebläseanlage wurde die Orgel im Mai 1999 in die Bachkirche transportiert und dort auf der 1. Westempore aufgestellt. Die Unterseite der 3. Empore wurde mit Schallreflektionsplatten verkleidet, um eine optimale Klangabstrahlung in den Kirchenraum zu erreichen. Der Spieltisch wurde in der Emporenmitte direkt hinter der Emporenbrüstung aufgestellt.
Die pneumatischen Relais wurden mit den originalen Bleirohren mit den Windladen verbunden. Anschließend wurde das Gehäuse gefertigt, das aus 4 Seitenrahmen mit Füllungen und einen Frontrahmen mit stoffbespannten Gitterfüllungen besteht. Aus architektonischen Gründen wurde in den Frontrahmen die Struktur der 2. Emporenbrüstung aufgenommen, so daß jetzt auch im Bereich der 2. Empore das Brüstungsbild auf der Westseite sichtbar geschlossen ist.
Der Emporenbereich wurde für die Chorarbeit neu gestaltet. Nach Abschluß der Malerarbeiten erfolgte die Intonation des Instrumentes. Bei einem Winddruck von 82 mm wurde die Grundintonation der Register nicht verändert, es erfolgte ein behutsamer Ausgleich von Lautstärke und Ansprache. Die rekonstruierten Register wurden in das Klangbild des Instrumentes eingefügt. Das Instrument wurde gleichschwebend bei 440 Hz/18° gestimmt. Das Klangvolumen des Instrumentes reicht vom zartesten Pianissimo bis zum raumfüllenden Forte und hat durch den Umbau und die klangdurchlässige Front an Volumen gewonnen.
Die nachstehende CD aus der Bachkirche zu Arnstadt wurde vom Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller im April 2000 an der Wender-Orgel eingespielt.
CD: Werke von J.S. Bach
„Johann Sebastian Bach in Arnstadt“:
Gottfried Preller spielt an der Wender-Hoffmann-Orgel Werke von Johann Sebastian Bach
Präludium und Fuge in G-Dur, BWV 541
Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 654
Wo soll ich fliehen hin oder Auf meinen lieben Gott, BWV 646
Passacaglia, BWV 568
Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 647
Meine Seele erhebt den Herrn, BWV 648
Präludium und Fuge in C-Dur, BWV 547
Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, BWV 649
Komm Du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden, BWV 650
Piece d‘ Orgie, BWV 572
Präludium und Fuge C-Dur, BWV 545; Herr Gott nun schleuß den Himmel auf, BWV 1092; Wir Christenleut, BWV 1090; Allein zu dir Herr Jesu Christ, BWV 1100 ; Praeludium G-Dur, BWV 568 ; O Jesu wie ist dein Gestalt, BWV 1094; O Lamm Gottes unschuldig, BWV 1095; Toccata und Fuge d-moll, BWV 565; Wir glauben all an einen Gott, BWV 1098; Ach Herr mich armen Sünder, BWV 742; Präludium und Fuge e-moll, BWV 533; Du Friedefürst Herr Jesu Christ, BWV 1102; Christ der du bist der helle Tag, BWV 1120; Was Gott tut das ist wohlgetan, BWV 1116; Präludium und Fuge E-dur, BWV 566.
Die CD-Einspielung kann als gelungen betrachtet werden, doch stören mich leider einige Nebengeräusche, die das Hörempfinden ein wenig trüben, schade um diese sonst so herrliche Einspielung Bach’scher Orgelwerke.
die nächste Station war die ” Divi Blasii Kirche” in Mühlhausen, in der Bach ein Jahr als Organist von 1707 bis 1708 angestellt war.
Divi Blasii Kirche in Mühlhausen (Thüringen)
Die gebaute Ursprungsorgel dort war die 1560 von der Orgelbaufirma Jost Pape aus Göttingen. 1603 zerstörte ein Blitzschlag den Kirchturm und die Orgel.
Eine Restaurierung erfolgte 1689 bis 1691 durch den Mühlhausener Orgelbaumeister Johann Friedrich Wender, der auch die Bachorgel in Arnstadt gebaut hatte. Bach wurde nach seinem Weggang aus Mühlhausen mit der Abnahme der Wender-Orgel beauftragt und sie dann auch abnahm.
Er verfasste ein Gutachten, das heute als wichtiges Dokument über Bachs Vorstellungen vom Orgelbau seiner Zeit angesehen wird. Sie liegt als gedrucktes Dokument in Mühlhausen vor. Die Wender-Orgel existierte 100 Jahre. 1821 bis 1823 erfolgte ein Neubau der Firma Johann Friedrich Schulze aus Milbitz bei Rudolstadt.
Im Jahre 1953 nahm die Kirchengemeinde zwecks Restaurierung der Orgel Kontakt mit Albert Schweitzer in Lambarene/Afrika auf. Schweitzer drängte darauf, die Orgel nach den vorliegenden Dokumenten in Mühlhausen – über die Abnahme der Wender-Orgel von Bach verfasst -, zu berücksichtigen und sie so zu restaurieren. Schweitzers Aussage: denn das wünscht sich der Bachfreund, eine Orgel vorzufinden, die nach Bachs Vorgaben gebaut worden ist.
Foto: Blick auf die 1959 restaurierte Schuke-Orgel der Divi Blasii Kirche
Den Auftrag zum Bau der Orgel erhielt die Firma Schuke in Potsdam, die das Werk auf der Basis des Bachschen Entwurfes unter Ergänzung von fünf zusätzlichen Orgelregistern konzipierte. 1959 wurde die Schuke-Orgel fertiggestellt. Sie gilt seit dieser Zeit als Zeitzeuge der Orgelkunst unseres Jahrhunderts.
Koppeln: BW/HW, RP/HW, HW/P, RP/P (Tritte) Tremulant RP u. BW
Klaviaturumfänge: C´- d´´´ (Manual), C – f´ (Pedal) * = Register, die zu Bachs Disposition hinzugefügt wurden.
CD-Einspielung mit folgenden Bachwerken:
J. S. Bach: Piece d’ Orgue (Präludium) und Fuge D-Dur BWV 532 ; Choralbearbeitungen: „Ein feste Burg ist unser Gott“ à 2 claviers et pédale BWV 720; „Nun freut euch, lieben Christen gmein“ choralis in tenore manualit, BWV 734; Präludium und Fuge g-Moll, BWV 535; Piece d’Orgue (Fantasie) G-Du, BWV 572; Très vitement /Gravement /Lentement; Choralbearbeitung: „Christ lag in Todesbanden“ à 2 claviers et pédale, BWV 718, Fantasia con imitazione h-Mol,l BWV 563; Passacaglia c-Moll, BWV 582.
Zu meiner eigenen Überraschung muss ich gestehen, dass mir diese eingespielte CD von der Klangfülle, Registrierung und virtuosem Spiel von Felix Friedrich besser gefällt, als die Einspielung aus der Bachkirche aus Arnstadt. Sehr schön gelungen und virtuos gespielt: Einspielung Nr.2 “Nun freut euch lieben Christen gmein”, BWV 734. sowie die Einspielung Nr. 7 “Fantasia con imitazione h-moll”, BWV 563.
Diese Bachorgel und CD-Einspielung von Felix Friedrich besitzt absolute Präverenz!
nach dem Besuch in Mühlhausen folgte die Besichtigung des Erfurter Domes mit der Schuke-Orgel.
Foto: Ansicht des Domberges mit Dom und St. Severi-Kirche
(Hauptorgel) Schleifladen, mechanische Tastenstruktur, 64 Setzerkombinationen 4 Setzer für Rollschwellereinstellungen, Register an Walze, Registerfessel, Tastenfessel im HW, Tutti, Gesamt- und Einzelabsteller für Zungenregister.
Foto: Blick auf die große Schuke-Orgel im Erfurter Dom!
Foto: Ansicht der Schuke-Chor-Orgel im Dom St. Marien!
Dazugehörend eine zusätzliche Chororgel. Hauptorgel und Chororgel sind vom Hauptspieltisch gemeinsam und getrennt anspielbar. Sequenzschalter für Setzerkombinationen (vor- und rückwärts)
Domglocke Gloriosa, Vollgeläute Erfurter Dom, Wilhelm Kümpel , Orgel, Dietrich Buxtehude: Toccata F-Dur ; J.S Bach: 5 Choralvorspiele: Der Tag ist so freudenreich, BWV 605, (auf der Chororgel) O Mensch bewein dei Sünden groß, BWV 622 (auf der Hauptorgel) Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 642 (auf der Chororgel) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 639 (auf der Hauptorgel) Herzlich tut mich verlangen, BWV 727 (auf der Hauptorgel) François Couperin: Auszüge aus “Messe solenelle à l’usage des Paroisses” Felix Mendelssohn Bartholdy: Sonate Nr. 2 c-moll op. 65,2 Joseph Ahrens: Partita “Regina coeli”, Partita “Verleih uns Frieden gnädiglich”
Die Disposition und Registrierung der eingespielten Werke gelingen dem Dom-Organisten Wilhelm Kümpel virtuos auf dieser wunderschönen klangfarbenen Schuke-Orgel (Hauptorgel) und den Choraleinspielungen von J.S. Bach auf der kleineren Chororgel. Einmal eine CD, bei der nichts auszusezten gibt, einfach gekonnt eingespielt…….
Weimar, Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche)
Die weitere Orgel-Tour, sie führte in die Stadtkirche “Zu St.Peter und Paul” (Herder-Kirche *) in Weimar.
Foto: Stadtkirche St. Peter und Paul, genannt Herder-Kirche in Weimar
*) Von 1776 bis 1803 wirkte in St. Peter und Paul der Humanist Johann Gottfried Herder (1744-1803), somit erhielt die Kirche diese Namensnennung!
Im Februar 1945 wurde die Kirche zur Ruine, die Orgel erlitt schwerste Schäden. 1997 begann der Abbau der alten Orgel. Der inzwischen wiedererstanden Orgelbaufirma Wilhelm Sauer in Frankfurt/Oder wurde der Neubau übertragen und 1999 fertig erstellt. Die Orgel hat drei Manuale (Schwellwerk, Hauptwerk, Rückpositiv) und Pedal, ca. 3700 Pfeifen, eine mechanische Spieltraktur, Elektrik und Elektronik nur zur Unterstützung der künstlerischen Möglichkeiten.
Foto: Die renovierte Sauer-Orgel in den 90er Jahren in der Herder-Kirche, Weimar
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Zu den Dispositions-Angaben der Sauer-Orgel, Herder-Kirche,Weimar:
Schleifladen mechanische Tontraktur, Koppeln elektrisch, elektrische Registertraktur, 128 Setzerkombinationen elektronisch Koppeln : I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P, Sub III/P, Sub III, Super III, Sub III/II, Super III/II Crescendotritt, Crescendowalze, Tremulanten regulierbar,
Zungeneinzelabsteller, Pleno, Tutti Hauptgehäuse von 1812 wiederverwendet, Rückpositiv Neubau 2000
(Angaben von Sauer Orgelbau Frankfurt / Oder)
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Als Stadtkantor-Organisten waren an der Stadtkirche angestellt wie: entfernter Verwandter und Freund von J.S.Bach; Johann Gottfried Walther (1684-174 aus Erfurt gebürtig, Johann Gottlob Töpfer (1791-1870) Im vergangenen Jahrhundert: Hermann Keller, Arno Landmann, sowie Michael Schneider (1909-1994), geb. in Weimar. Michael Schneider studierte von 1927-30 an der Weimarer Musikhochschule die Fächer Klavier, Orgel und Komposition und besuchte anschließend das kirchenmusikalische Institut in Leipzig, wo Karl Straube, Robert Teichmüller und Kurt Thomas seine Lehrer waren. 1945 wurde er Kirchenmusikdirektor an St. Markus in München, bevor Schneider dem Ruf als Professor an die Musikhochschule in Detmold folgte und zugleich zum Dirigenten des Bielefelder Musikvereins ernannt wurde. Unvergessen in Bielefeld seine grandiosen und virtuosen Orgelkonzerte.
Aus besondere Anlässen als Konzert-Organisten sind zu benennen: J.S.Bach während seiner Weimarer Zeit, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz List, ebenfalls in Weimar tätig, sowie Max Reger.
Auf nachstehender CD wurden folgende Werke im Jahr 2003 eingespielt:
Orgel: Stadtkantorin Hannelore Köhler,
geb. in Erfurt, Studium Franz-List-Hochschule in Weimar bei den Professoren Cilensek, Köhler, Mauersberger. Meisterkurse bei Prof. Reinberger in Prag. Als ein Highlight in Weimar ihre tägliche Stunde der Orgelmusik.
Melchior Franck 01. Deutscher Tanz Valentin Haußmann; 02. Deutscher Tanz Johann Sebastian Bach – aus dem “Weimarer Orgelbüchlein” ADVENT 03. “Nun komm, der Heiden Heiland” WEIHNACHTEN 04. “Gelobet seist du, Jesus Christ” 05. “Christum wir sollen loben schon” 06. “Der Tag, der ist so freudenreich” 07. “Vom Himmel hoch da komm ich her” 08. “Gelobet seist du, Jesus Christ” PASSION 09. “Christus, der uns seelig macht” 10. “Da Jesus an dem Kreuz stand” 11. “O Mensch, beweis dein Sünde groß” OSTERN 12. “Christ lag in Todesbanden” 13. “Entstanden ist der heilig Christ” 14. “Jesus Christ, unser Heiland” PFINGSTEN 15. “Komm, Gott Schöfer, Heiliger Geist” Johann Gottfried Walther 16. Präludium und Fuge d-moll 17. Choral und Variation “Was Gott tut, das ist wohlgetan” Théodore Dubois 18. Piéce canonique 19. Evocation (Anrufung) 20. Imploration (Flehen) 21. Entrée Max Reger 22. Präsludium und Fuge G-Dur CHORALBEARBEITUNGEN 23. “Ach Gott, verlaß mich nicht” 24. “Morgenglanz der Ewigkeit” 25. Te deum ops 59. Nr. 12 “Herr Gott, dich loben wir”
Die neue Sauer-Orgel besticht als klanglich wunderschöner Klangkörper.
Die Interpretation, Registrierung und Disposition der eingespielten Werke ( bis auf die Bachschen-Werke) sind für mich etwas ungewöhnlich gewählt, hier muss sich der Orgelfreund persönlich reinhören, eben eine persönliche Geschmacksfrage und Empfinden.
Mai bis Oktober
jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag, (auch an Feiertagen) 12.00 Uhr – Stadtkirche „St. Wenzel“
Unsere Orgelmusik dauert 30 Minuten.
Schenken Sie sich die Zeit.
Naumburg, Stadtkirche St. Wenzel
Hildebrandt-Orgel
Ohne Zweifel gehört die Hildebrandt-Orgel zu St. Wenzel zu den bedeutendsten Schöpfungen auf dem Gebiet spätbarocken Orgelbaus. Nicht nur an Zahl, sondern auch an Vielfalt der Register übertrifft sie alle Silbermannorgeln.
Ihre Disposition weist gleichzeitig konservative, im deutschen Orgelbau des Barock wurzelnde Elemente wie auch Eigentümlichkeiten auf, die dem neuen Klangempfinden entsprechen, das sich im 18. Jahrhundert entwickelt, und läßt französische Charaktermerkmale in den Hintergrund treten.
So ist dieses einmalige Werk aus der Universalität Bachschen Geistes heraus entstanden, aus der kosmischen Vielfalt seines Schaffens, das ebenfalls aus der Tradition Entwickeltes und in die Zukunft Weisendes in genialer Synthese in sich vereint.
Tremulant [Hauptwerk und Rückpositiv]
Schwebung ins Oberwerk
Sperventill ins Oberwerk
Sperventill ins Manual
Cymbelstern
Koppel Oberwerk an Hauptwerk [Schiebekoppel]
Koppel Rückpositiv an Hauptwerk [Schiebekoppel]
Pedalcoppel [Windkoppel Hauptwerk an Pedal]
Calcant
Winddruck: Manuale 74 mm WS (31½°), Pedal 78 mm WS (33°).
Stimmtonhöhe: a¹ = 464 Hz (Chorton).
Temperierung. ungleichstufig nach Neidhardt I (1724).
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In Naumburg ist 1746 eine „recht grosse und recht schöne Orgel“ entstanden, wie sie Bach laut Nekrolog von 1754 „zu seinem beständigen Gebrauche“ gewünscht, aber nie erhalten hat. In dieser Orgel sind sowohl kräftig klingende, gemäß ihrer Stellung in den einzelnen Werken mit unterschiedlichen Mensuren gebaute Principalregister von der 16-Fuß-Lage bis zu den vielchörigen gemischten Stimmen als auch farbgebende Flötenregister in 8-, 4- und 2-Fuß-Lage und eng mensurierte streichende Register in der 16-, 8- und 4-Fuß-Lage sowie die von Bach geschätzten charakteristischen Zungenstimmen, acht an der Zahl, vorhanden. Es handelt sich also um eine zwar vielgestaltige, dabei jedoch sehr ausgewogene Disposition, um eine klar überschaubare Ordnung, um ein rechtes Maß in der Zahl der Manuale, der Register und der Klangfarben.
Die von Bach in seinen Orgelgutachten immer wieder geforderte Gravität ist durch zwölf klanglich differierende, aber auch gemeinsam zu verwendende 8-Fuß-Register, sieben 16-Fuß-Register und eine 32-Fuß-Posaune gewährleistet. Wie Orgelbaumeister Helmut Werner während der Restaurierung festgestellt hat, war wahrscheinlich noch ein labialer 32-Fuß-Untersatz geplant gewesen.
Eisenach / Thüringen, Georgen Kirche (Taufkirche von J.S. Bach)
Foto: Georgen Kirche in Eisenach / Thüringen
Foto: Innenraum der Georgenkirche im Altarraum das Taufbecken von J.S. Bach
Foto: Die in 1982 renovierte Schuke Orgel in der Georgen Kirche in Eisenach
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Die gegenwärtige Orgel hat mindestens vier Vorgängerinnen. Möglicherweise existierte schon in vorreformatorischer Zeit eine Orgel in der alten Landgrafenkirche. Erste gesicherte Überlieferungen beziehen sich auf ein 1576 durch Georg Schauenberg errichtetes Werk, zu dessen Bau Teile der Orgel der nahegelegenen Franziskanerkirche (abgebrochen 1597) verwendet wurden. Johann Pachelbel hat 1677/78 das Werk noch kennen gelernt. Auf Betreiben Johann Christoph Bachs kam es nach 1696 zu einem Neubau durch den aus Ohrdruf stammenden Orgelbauer Georg Christoph Sterzing.
Das Ringen um den Bau und die Disposition dieser Orgel hat möglicherweise das Wissen des jungen Johann Sebastian Bach um das Wesen der Orgel sowie sein Klangideal wesentlich beeinflusst. Die 1707 fertiggestellte Sterzing-Orgel hatte 58 Stimmen. Der mit Schnitzwerk reich verzierte Prospekt (1719 vollendet) ist erhalten geblieben und präsentiert sich in originaler Farbigkeit. Über einen Zeitraum von 132 Jahren haben Mitglieder der Musikerfamilie Bach an dieser Orgel als Organisten gewirkt.
Nach tiefgreifenden Reparaturen unterschiedlicher Orgelbauer folgte 1840 ein Neubau durch die Firma Holland (Schmiedefeld).
Die neue Orgel war mit 40 Stimmen das größte Werk Hollands. In Zusammenhang mit der erwachenden Bach-Renaissance stellte man an die Orgel Anforderungen, die einem Konzert-Instrument entsprachen. So wurde schon nach wenigen Jahrzehnten wiederum ein neues Werk notwendig.
1911 errichtete die Firma Jehmlich (Dresden) eine Orgel mit 77 Stimmen. Max Reger hat mehrfach auf ihr gespielt. Umbauten der Chorempore, Kriegsschäden und neue Erkenntnisse im Orgelbau beschieden auch dieser Orgel nur eine relativ kurze Lebensdauer.
Rege kirchenmusikalische Aktivitäten zeichnen die Eisenacher Georgenkirche nicht erst aus, seit sie Predigtkirche des thüringischen Landesbischofs ist. Die Chor- und Orgelwerke Johann Christoph Bachs erlebten hier ihre Uraufführungen. Johann Ambrosius Bach musizierte zusammen mit den Stadtpfeifern und dem Chorus musicus. Durch Georg Philipp Telemann gingen von hier starke Impulse zur Gestaltfindung der evangelischen Kirchenkantate aus. Die im 19. Jahrhundert einsetzende Bach-Renaissance reicht bis in die Gegenwart hinein. +)
Disposition der 1982 durch den VEB Potsdamer Schuke-Orgelbau errichteten Orgel:
I. Manual (Hauptwerk)
Bordun 16´
Principal 8´
Rohrflöte 8´
Quintadena 8´
Oktave 4´
Spitzflöte 4´
Quinte 2 2/3´
Superoktave 2´
Sesquialtera 3 f.
Groß-Mixtur 6-8 f. 2´
Klein-Mixtur 5 f. 1´
Fagott 16´
Trompete 8´
II. Manual (Oberseitenwerk)
Quintadena 16´
Großoktave 8´
Gedackt 8´
Principal 4´
Traversflöte 4´
Rohrnassat 2 2/3´
Oktave 2´
Nachthorn 2´
Terz 1 3/5´
Quinte 1 1/3´
Jauchzendpfeife 2 f. 1´
Scharff-Mixtur 5 f. 1´
Terz-Cymbel 3 f. 1´
Krummhorn 8´
Vox humana 8´
Tremulant
III. Manual (Schwellwerk)
Koppelflöte 8´
Spitzgedackt 8´
Salicional 8´
Schwebung 8´
Principal 4´
Blockflöte 4´
Dulzflöte 4´
Gemsquinte 2 2/3´
Weitoktave 2´
Tertian 2 f.
Sifflöte 1´
Oberton 2 f.
Mixtur 6 f. 2´
Dulcian 16´
Hautbois 8´
Schalmei 4´
Tremulant
Pedal
Untersatz 32´
Principal 16´
Offenbass 16´
Subbass 16´
Oktave 8´Gemshorn 8´Bass-Aliquote 3 f. Oktave 4´Rohrpommer 4´ Flachflöte 2´Hintersatz 3 f Mixtur5f. Posaune 16´Trompete 8´Dulcian 8´Clairon 4´
Spielhilfen:
8 elektrische Setzerkombinationen, davon 5-8 werkgeteilt, Organum plenum, Setzknopf, Rücksteller, Zungen ab, Einzelausschalter für 11 Zungen, Walze an, HR zur Walze, Jalousieschweller zum III. Manual
seine „Wirkungsstätten in Nord- und Mitteldeutschland“
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Kirchen, Orgeln, Orgelabnahmen, seine persönlichen Aufenthaltsorte stelle ich zur Ansichtmit historischen Quellangaben zur Verfügung. Ein Download der Fotos in meinem “Picasa-Bach-Webalbum” stelle ich zur Verfügung, – die Nennung des Urhebers: Fotorechte V. Hege ist erforderlich ! – das Album unten anklicken…
Inhaltliche Angaben zum “Blog Diskussionsforum J.S. Bach und die Cantata Pilgrimage 2000″
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Diskussionsforum über J.S. Bach und Sir John Eliot Gardiner mit seiner durchgeführten Bach Cantata Pilgrimage im Kalenderjahr 2000 und Klassik-Nebenschauplätze von der Renaissance bis zur Klassik.
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Willkommen zur deutschen Version: “Diskussionsforum J.S. Bach und die durchgeführte Bach Cantata Pilgrimage 2000″ des englischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner. Er führte im Bachjahr 2000 mit seinem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists sämtliche bekannten Kantaten von J.S. Bach in 12 Monaten in Europa und Übersee auf.
Hier habe ich eine deutschsprachige Diskussions-Plattform über J.S. Bach geschaffen, um mit Gleichgesinnten und interessierten Besuchern u.a. über J.S. Bach über Konzerte der durchgeführten Bach Cantata Pilgrimage 2000 von Sir John Eliot Gardiner und zukünftige Konzerte in Beiträgen eine künstlerische Wertstellung dieses großartigen KOMPONISTEN bewerten und darstellen zu können. Ebenso sind als Nebenthemen die Aufführungspraxis anderer Interpreten, DVD, CD-Veröffentlichungen und die Werke von Komponisten der Renaissance, Klassik und Romatik als Besprechungsthemen im Diskussions-Blog erwünscht.
Ausführlich werden hier Bach-Einspielungen von Neuerscheinungen vorgestellt und Meinungen dazu sollten in dem Diskussions-Blog abgegeben werden. Über Nebenschauplätze, wie Fragen allgemeiner Art – (anstehende Konzerttermine) – persönliche Begegnungen mit Dirigenten, Künstlern und Solisten, über Konzertbesuche sowie Aufführungswerke anderer Komponisten können ebenfalls hier ausführlich erörtert und diskutiert werden.
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Ein Einstiegs-Thema: „Die Bach Cantata Pilgrimage 2000 von Sir John Eliot Gardiner
Foto: Englischer Dirigent: Sir John Eliot Gardiner im Konzert
Als Startbeitrag wurde aus Gardiner seiner SDG-Reihe die 1. DVD mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach am 23. Dezember 1999 in der Herderkirche Weimar im Blog vorgestellt.
Foto: Die Herderkirche in Weimar, Start der Bach Cantata Pilgrimage 2000 am 23.12.1999 von Sir J.E. Gardiner mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach
Foto: Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists im Weihnachts-Oratorium am 23.12.1999 in der Herder Kirche in Weimar.
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Ein Kommentar von Sir J.E. Gardiner am Anfang der Bach Cantata Pilgrimage 2000
“Bach Cantata Pilgrimage” heißt das rund 13 Millionen Mark teure, üppig gesponsorte Mammut-Projekt. Das Finale wird an Silvester 2000 in New York sein. Ein Jahr lang jede Woche Bach. Warum?
Gardiner:
Erstens Neugier, zweitens hat es mich gewurmt, dass die Kantaten Bachs noch so unbekannt sind. Drittens gäbe es außer Bach keinen Komponisten, mit dem ich mich ein ganzes Jahr beschäftigen könnte.
Bach ist so vielfältig, so fantasievoll. Sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart über Mendelssohn bis Strawinsky oder Jazzer wie Jacques Loussier. Er ist universal, deswegen glaube ich: Bach ist der Komponist der Zukunft.
Frage:
Nach welchen Kriterien haben Sie die Aufführungsorte Ihrer Pilgertour ausgesucht?
Gardiner:
Wir spielen bis auf eine Ausnahme nur in historisch und architektonisch bedeutenden Kirchen, an Bach Wirkungsstätten – Leipzig, Köthen, Lübeck, Eisenach – aber auch am Rand von Europa, zum Beispiel in der Abtei der schottischen Insel Iona oder im spanischen Santiago de Compostela.
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Auszüge aus einem Interview von KlassikAkzente mit Sir John Eliot Gardiner zum Beginn der Bach Cantata Pilgrimage 2000:
“Wäre Bachs Musik nicht gewesen, wir hätten diese Tour sicher nicht so leicht, so unbeschwert bewältigen können.”
Sir John Eliot Gardiner wird auch nach einem Jahr Pilgerreise mit den Kantaten Johann Sebastian Bachs nicht müde, von der “reinen Schönheit” der Musik zu schwärmen. “Woche um Woche überraschte uns Bach mit einem Meisterwerk nach dem anderen. Es ist eigentlich unbegreiflich.
Am Ende eines jeden Wochenkonzertes sind wir traurig über die Kantaten, die wir hinter uns lassen, und zugleich voller Vorfreude auf das Programm der kommenden Woche.” Seit zehn Monaten sind der Dirigent, die English Baroque Soloists und der Monteverdi Choir unterwegs, reisen als Pilger, wie sie es nennen, quer durch Europa: eine monumentale Konzerttournee mit wöchentlich wechselndem Programm.Mein Jahr mit Bach: Ein Interview mit John Eliot Gardiner
KlassikAkzente:
Sir John Eliot, die zahlreichen Groß-Projekte zum Bach-Jahr sind kaum noch zu zählen, Ihre “Bach-Kantaten-Pilgerreise” ist zweifellos eines der ambitioniertesten Vorhaben zum 250. Todestag des Komponisten. Wie viel Bach vertragen die Zuhörer in diesem Jahr?
John Eliot Gardiner: Endgültig kann ich das natürlich erst im nächsten Jahr sagen. Vielleicht hat die Mehrheit dann erst einmal von Bach genug, ähnlich wie Mozart 1992 weniger gespielt wurde. Vielleicht sorgt das Bachjahr aber auch dafür, dass der Komponist von einigen neu oder wieder entdeckt wird. Ich glaube nicht, dass wir mit unserem Vorhaben, innerhalb eines Jahres alle 198 erhaltenen Bach-Kantaten aufzuführen, die Zuhörer überlasten. Denn immerhin ist es die erste Unternehmung dieser Art. Vor uns hat noch niemand diese Werke in ihrem Kontext präsentiert.
KlassikAkzente:
Sie spielen auf die Ordnung der Kantaten nach dem evangelischen Kirchenjahr an. Brauchen Sie dafür nicht einige Kunstgriffe?
Gardiner:
Ein paar schon. Wir wollen die Werke jeweils an den Sonn- und Feiertagen aufführen, für die Bach sie komponierte. Der Kalender hat jedoch seine Eigenarten: Einen Sonntag nach Weihnachten, für den Bach auch Kantaten schrieb, gab es im Jahr 1999 nicht, dafür aber in diesem Jahr.
Da unsere “Pilgerreise” zu Weihnachten begann und am 31. Dezember diesen Jahres in New York endet, können wir dies ausgleichen und neben den zahlreichen Weihnachtskantaten noch das Weihnachtsoratorium spielen. Zum andern liegt in diesem Jahr Ostern sehr spät, deshalb fehlen ein paar Sonntage. Doch auch diese Kantaten spielen wir, sie werden eingeschoben.–
KlassikAkzente:
Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie die Stationen Ihrer Pilgerfahrt ausgewählt?
Gardiner:
Wichtig war mir vor allem, dass wir ausschließlich in Kirchen gastieren. Denn Bachs Kantaten sind keine Konzertmusik. Ich habe im Vorfeld des Projektes sehr viele Kirchen besucht. Gerade in den ostdeutschen Kleinstädten gibt es wundervolle Gotteshäuser – beispielsweise in Altenburg oder in Arnstadt.
Es ist gut, dass die “Pilgerreise” auch in diesen Orten und nicht nur in den Metropolen Station macht. Nicht alle Orte, die ich herausgesucht habe, können wir jedoch besuchen. Gerne etwa wäre ich nach Freiberg gekommen. Dort gibt es einen Dom mit zwei wundervollen Silbermann-Orgeln. Aber Freiberg ließ sich einfach nicht in den Plan einbringen. Andere Orte, die mit Bach in Verbindung stehen, sind für unsere Unternehmung leider einfach zu klein.
KlassikAkzente:
Mit “Pilgerfahrt” meinen Sie also, auf Bachs Spuren zu wandeln?
Gardiner:
Die Reise führt nicht nur zu Bachs Wirkungsstätten, sondern auch zu Pilgerzentren der christlichen Kultur, die gerade im Jahr 2000 von Bedeutung sind. Wir wollen Bach als Teil dieser europäischen Kultur begreifbar machen. Für die ist die Musik des großen Thomaskantors ein Symbol.
KlassikAkzente:
Obwohl die Reise immer wieder in Ostdeutschland Station macht, überraschen doch die Ausmaße: Die Unternehmung führt durch nahezu alle europäischen Länder …
Gardiner:
… was so zunächst nicht geplant war. Da wir Bachs Kantaten in ihrem Kontext zeigen wollten, war die Pilgerfahrt als Reise durch protestantische Länder geplant. Ausgehend von Bachs Heimat in Thüringen und Sachsen sollte die Pilgerfahrt in immer größer werdenden konzentrischen Kreisen durch Skandinavien und das Baltikum und Länder wie Holland, England und die Schweiz führen.
Doch dann zeigten gerade einige Veranstalter in katholischen Ländern sehr großes Interesse: Frankreich, Italien, Spanien und Portugal sind nun wichtige Stationen unserer Pilgerfahrt. Auf der anderen Seite gastieren wir so auch in Santiago de Compostela und Rom, was immerhin zwei der ältesten Pilgerstätten des christlichen Glaubens sind.
KlassikAkzente:
Wenn Sie sich auf ein solches Unternehmen einlassen, dann müssen Sie zu Bach ein ganz besonderes Verhältnis haben?
Gardiner:
Manchmal sage ich zum Spaß: Wenn Bach nicht im Himmel ist, dann möchte ich da gar nicht hin. Je mehr ich von Bach kennenlerne, um so mehr Fragen stellen sich mir. Bach ist gewissermaßen zeitlos, seine Musik hat über den bloßen kirchlichen Aspekt hinaus eine breite Ausstrahlung.
Diese Musik kann auch Menschen etwas bedeuten, die ihren Glauben verloren haben oder die nie Christen waren: Es gibt so viel Humanistisches in diesen Kantaten.
KlassikAkzente:
Warum rücken Sie dann mit der Ordnung nach dem Kirchenjahr den liturgischen Aspekt so stark in den Vordergrund?
Gardiner:
Wir sollten respektieren, wofür diese Musik geschrieben ist. Bach selbst hat in seinen Bibelkommentar folgendes persönliche Credo geschrieben: “Bey einer andächtigen Musique ist alle Zeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart”. Er meint damit, dass es möglich ist, beim Musizieren Gottes Gnade in uns zu fühlen. Deshalb hat er Woche für Woche eine neue Kantate geschrieben.
KlassikAkzente:
Das Thomaskantorat war also die Krönung von Bachs Leben?
Gardiner:
Nein, die dort vorgefundenen Bedingungen waren alles andere als ideal. In Weimar hatte Bach professionelle Sänger, dort konnte er Neues ausprobieren. In Leipzig hatte er Schüler, von denen viele unbegabt waren.
Das können wir direkt aus den Kantaten ablesen: Zunächst schrieb er schwierige Partien für alle Stimmen. Nach ungefähr einem Jahr gab er den Knaben im Sopran fast nur noch Choral-Melodien, während sich die komplizierten Strukturen auf die anderen Stimmen, also die Männer, beschränkten.
Außerdem geriet Bach in Leipzig zwischen die Fronten zweier Parteien im Stadtrat. Die Zustände in Leipzig waren so katastrophal, dass Bach eine polemische Beschwerde an den Rat der Stadt schrieb.
KlassikAkzente:
Wenn die Zustände in Leipzig so katastrophal waren, was ist dann die Grundlage Ihrer um Authentizität bemühten Interpretationen?
Gardiner:
Der Begriff Authentizität gefällt mir nicht, weil er nicht das umschreibt, was wir wollen. Interessant ist nicht das Klangbild, das Bach bei der Aufführung hörte, sondern das Ideal, das ihm beim Komponieren vorschwebte. Insofern verstehe ich auch die Diskussion um die solistische Besetzung der Leipziger Kantaten nicht. Denn in seiner Eingabe hat der Thomaskantor die vorgefundene Situation genau beschrieben und skizziert, welche Besetzung er gerne hätte. Insofern hilft der Maßstab “Authentizität” bei Bach wenig.
KlassikAkzente:
Wie würden Sie ihn ersetzen?
Gardiner:
Durch den Begriff “Historische Informiertheit”. Denn jede Interpretation ist authentisch, wenn sie ernst gemeint ist und den jeweiligen Stand des Wissens berücksichtigt. Deshalb waren Karl Straubes Bach-Interpretationen auch authentisch, und deshalb wird Gardiner in 20 Jahren wohl altmodisch sein. Wir sind keine besseren Musiker, wir wissen nur etwas mehr.
KlassikAkzente:
Die “Bach-Kantaten Pilgerfahrt” verlangt von Ihnen und von den Ensembles nicht zuletzt auch physische Höchstleistungen. Wie erholen Sie sich vom immer gleichen Ablauf aus Reisen, Proben und Konzerten?
Gardiner:
In jedem Ort gibt es Dinge, die man sich anschauen kann. Von Leipzig aus möchte ich zum Beispiel mit den Musikern zur Dorfkirche Pomßen fahren, wo die älteste Orgel Sachsens steht. Dort wurde die Kantate “Ich lasse dich nicht” bei einer Trauerfeier uraufgeführt.
Es gibt in dieser Kirche sehr viele Holzschnitzereien und Gemälde aus dem 15. und 16. Jahrhundert, da hat sich seit Bachs Zeit wahrscheinlich überhaupt nichts geändert. Für ein Konzert ist diese Kirche natürlich zu klein. Aber wir wollen dort einmal singen – nur so zum Spaß. Und mit Sicherheit auch wieder Bach.
(Text mit freundlicher Genehmigung von KlassikAkzente)
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Eine Schlussanmerkung von Sir John Eliot Gardiner in einem Interviews nach dem Ende der Bach Cantata Pilgrimage 2000:
Wenn Bach also mit der schlichten Anzahl nicht den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde schafft, bleibt dennoch einzigartig, mit welchem musikalischen Einfallsreichtum er seine Kantaten ausgestaltete. “Ich habe noch nicht eine Kantate gehört, die mich gelangweilt hätte”, erklärt John Eliot Gardiner.
“Jede einzelne von ihnen hat etwas, das die Aufmerksamkeit fesselt und die Fantasie anregt. Einmal ist es eine fantastische Kombination von Instrumenten und Singstimme, ein anderes Mal die wunderbare Illustration eines Textes, dann wieder die erstaunliche Fähigkeit, eine musikalische Predigt wirklich eindringlich zu gestalten.” Das ist das Schöne an Musik: Sie kommt ganz ohne Liturgie aus.
“Im Grunde ist es sehr tänzerisch. Ich glaube, die größte Sünde, die man mit Bach begehen kann, ist, ihn schwerfällig zu interpretieren, zu steif oder zu militärisch oder zu dick. Es muss immer diese Lebendigkeit und diesen tänzerischen Rhythmus als Basis haben.” Das Gute bei Gardiner ist, dass er nicht Absichtserklärungen gibt, sondern handelt.
Wir konnten nicht ahnen, wie sehr sich unsere Hoffnungen einlösen würden. Sie kamen in Strömen, die Menschen aus den Kirchengemeinden, Musikliebhaber, die uns von Konzert zu Konzert begleiteten.
Alle ließen sich ein auf ein Geben und Nehmen: Wir machten die Musik, aber das Publikum war mit ungeheurer Aufmerksamkeit bei der Sache, konzentriert und begeisterungsfähig. Und was für eine Freude, wenn die jeweiligen Kirchenchöre in den Schlusschoral einstimmten.”Auch im Gespräch predigt Gardiner für Bachs Musik:
Ja, die Aufführungen stellten die Kantaten wieder in ihren liturgischen Zusammenhang. Aber nein, man müsse nicht gläubig sein, damit Bachs Musik fasziniere, tröste und stärke. “Seine Musik macht die langen Stunden im Bus und die Ermüdungserscheinungen, die eine solche Wahnsinnstour natürlich mit sich bringt, mehr als wett.”
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Meine persönliche Anmerkung:
Hier berichte ich über die am 23. Dezember 1999 in der Herderkirche in Weimar begonnene Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 durch den englischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner mit dem Monteverdi-Choir und The English Baroque Soloist.
Im Rahmen seiner Bach-Pilgrimage 2000 führte J.E. Gardiner ( im Bachjahr 2000 ); innerhalb von 12 Monaten 186 Kantatenwerke von J.S. Bach in 14 Ländern Europas und Übersee auf, am 31.12.2000 endete die Pilgrimage in der St. Bartholomew’s Church in New York / USA.
Kein Musiker hatte sich bisher daran gewagt, sämtliche Kirchenkantaten innerhalb eines Jahres aufzuführen.
Mit welch unsäglichen Schwierigkeiten hatte Gardiner innerhalb der Tour zu rechnen, Austausch der Solisten, kurzfristige Umdisponierung aufgrund von Absagen, Wechsel im Orchester, die räumlichen und akustischen Gegebenheiten innerhalb der verschiedenartigsten Kirchen und Konzertstätten, die großen Strapazen der Anreisewege: Kopenhagen-Neapel-London-Tallinn-New-York).
Kaum Zeit für Einübungsmöglichkeiten der verschiedenen Kantatenwerken für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr.Die Finanzierung der Tour geriet in Gefahr, da sich der Hauptsponsor: ”DG” kurzfristig aus dem Projekt verabschiedete. All diesen Schwierigkeiten zum Trotz, kann auf außergewöhnlich CD-Veröffentlichungen im Rahmen der “SDG-Reihe“ verwiesen werden !!
Live-Mittschnitte aus den Proben der Bach-Kantaten werden im Rahmen von 51 CD-Herausgaben durch
„Festival Soli Deo Gloria gestern in Helmstedt eröffnet“
Das Festival Alter Musik im Braunschweiger Land gleitet mit den hohen christlichen Festen und den entsprechenden Bach-Kantaten durchs Jahr. Der künstlerische Leiter John Eliot Gardiner nimmt aber jeweils noch andere Werke der Zeit dazu.
In diesem Jahr hat er Kantaten rund um St. Michaelis ausgesucht – von Johann Sebastian Bach und seiner Familie. Eröffnung war gestern in der Klosterkirche St. Marienberg in Helmstedt.
Hier stand die Wiederentdeckung von Johann Sebastians Vorfahr Johann Christian (1642-1703) im Mittelpunkt. Groß und rührend ist er besonders im Klagen. Eindringlich gestaltete der Solist mit fast dramatischem Crescendo das Lamento „Wie bist du denn, o Gott“. Atemberaubend die Präzision und weiche Klanglichkeit der schlanken, fast vibratolosen Stimmen des Monteverdi Choirs in der Motette „Mit Weinen hebt sich’s an“: Das war perfekte Harmonie.
Unter Gardiners sanft zelebrierenden Gesten formte sich die Motette „Es ist nun aus“ mit dem Refrain „Welt gute Nacht“ zu einem heiter bewegten Weltabschied.
Von dieser Stimmung mochte Johann Sebastian gelernt haben, als er seinen Actus Tragicus schrieb. Gardiner und die Solisten bestachen auch hier durch eine so schwebend-feine, fast beschwingte Interpretation, dass man wirklich „mit Fried und Freud“ dahinfahren zu können glaubte. Grandios allein schon das Blockflötenduett der ohnehin fabelhaften English Baroque Soloists.
Mit Johann Sebastian Bachs Trauerode „Lass Fürstin“ endete dieses außerordentliche, gleichwohl leider nicht ausverkaufte Konzert. Langer, herzlicher Applaus.
eine interessante Frage an alle Mit-Leser und Mitglieder im Blog stellt sich hier!
In vielen Kantatenwerken von J.S. Bach und anderen Komponisten setzt u.a. Sir John Eliot Gardiner und andere Dirigenten einen Counter-Tenor anstelle einer Altistin ein. Gibt es hierfür eine gezielte Begründung, wann ein Counter-Tenor eingesetzt wird und in anderen Werken die Altistin diesen Part übernimmt.
Diese Frage kann auch von nicht registrierten Mitgliedern in einem Kommentar beantwortet werden.
Über eine eingehende Begründung dieser gestellten Anfrage würde ich mich freuen.
es gibt eine neue CD-Einspielung mit James Gilchrist, Tenor aus dem Sir J. E. Gardiner Ensemble unter der Leitung von Masaaki Suzuki mit dem BWV 6 “Bleib bei uns, denn es will Abend werden; BWV 42 “Am Abend aber desselbigen Sabbats”; BWV 103 “Ihr werdet weinen und heulen”; BWV 108 “Es ist euch gut, dass ich hingehe.”
Eingespielt wurde sie mit dem Bach Collegium Japan und ist
tief beeindruckt hat mich “The King’s Consort” mit der Kantate: “Aus der Tiefe ruf ich” von Johann Schelle (1641-1701), ehemaliger Thomaskantor von 1677 bis 1701 in Leipzig.
Für diesen Tipp bin ich @Barbara zu Dank verpflichtet, ich habe es nicht bereut, meinen Wecker zu stellen und in aller Frühe diese schöne Kantate von Johann Schelle aufzuzeichnen, im Gegenteil.
Was dieses Ensemble an filigraner Musik anzubieten hat, ist mehr als bewundernswert. In der 10 Minuten dauernden Kantate ist das Orchester und die Sängerschar auf einem Niveau, das allen Ansprüchen gerecht wird, überzeugen können wie gewohnt der Tenor James Gilchrist und der Bassist Peter Harvey.
In dieser Kantate erlebte ich eine Gesangs-Solistin von “Gottes Gnaden”, sie habe ich das erste Mal gehört und bin von ihr geradezu fasziniert, was sie an glockenreinen Tönen und Stimmvolumen hervorzuzaubern im Stande ist, hat mich tief berührt.
Die Englische Sopranistin “Carolyn Sampson”, ist als Gesangs-Solistin unter Leonhardt, Herreweghe und Suzuki schon aufgetreten, sie wünschte ich mir auch als Solistin bei Sir John Eliot Gardiner, wäre doch eine absolute Alternative.
Unter dem ehemaligen Leiter Robert King erklingt eine schöne Wiedergabe der Kantate von Johann Schelle. Über den weiteren künstlerischen Werdegang The King’s Consort unter der neuen künstlerischen Leitung von Matthews Halls bin ich gespannt, neben The Baroque Soloists und Monteverdi Choir, habe ich eine neue Liebe entdeckt, (The King’s Consort); dafür möchte ich auch @Montanus für sein Statement zu diesem Thema danken.