Archiv der Kategorie: Orgel-Disposition

St. Michaelis Hamburg mit Monteverdis Marienvesper am 30.10.2010 – und seine sanierten Orgeln


St. Michaelis-Kirche Hamburg

Hamburg mit seiner Hauptkirche St. Michaelis rundet den Monat Oktober 2010 mit einem Highlight ab. Am 30. Oktober 2010 führt der Chor von St. Michaelis, Hamburg – von Claudio Monteverdi die „Vespro della beata Vergine (Marienvesper) auf. Namhafte Gesangs-Solisten konnten für dieses Konzert verpflichtet werden:

Wie u.a.

Emma Kirkby, Sopran, Susanne Rydén, Sopran,

Andreas Post, Tenor, – James Gilchrist, Tenor

Zur Ankündigung:

Chor St. Michaelis

Leitung: Christoph Schoener

Sonnabend, 30. Oktober 2010, 18.00 Uhr

Claudio Monteverdi: Vespro della beata Vergine (Marienvesper)

Emma Kirkby, Sopran Susanne Rydén, Sopran Elisabeth Graf, Alt Gabriele Betty Klein, Alt James Gilchrist, Tenor Andreas Post, Tenor Raimund Nolte, Bass Jens Hamann, Bass

Chor St. Michaelis Concerto con Anima Leitung: Christoph Schoener

PDF zum Konzert St. Michaelis Hamburg Monteverdi Marienvesper

PDF Einführung in die Marienvesper:  H i e r – klicken..!!

14 Gardiner-Videos YouTube Marienvesper

Link:  http://www.youtube.com/view_play_list?p=548494ED4517F7D6

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Kontakt: Michel-Musik-Büro Susanne Lindemann Englische Planke 1 D-20459 Hamburg

Telefon: 040/37 678 143 Fax: 040/37 678 243 info@michel-musik.de http://www.michel-musik.de

Ticket-Online-Link: http://www.ticketonline.com/de/de/production/161610-Claudio+Monteverdi%3A+Marienvesper/

Sitzplan: Link: http://www.michel-musik.de/?id=0cb7909a456224ba18ddf1480c1a14d2

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Zu diesem Beitrag passt die Information über die Sanierung in 2009 von St. Michaelis mit ihren Orgeln, aus diesem Anlass fanden im Jahr 2009 zahlreiche Fest-Konzerte statt. Berühmte Organisten und Komponisten waren in St. Michaelis:

Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms, Gustav Mahler.

+) Die Sanierung der Hauptkirche St. Michaelis ist abgeschlossen, die Orgeln und das Fernwerk sind wieder einsatzbereit. Fast ein Jahr lang hatte die Kirchenmusik in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis Generalpause, denn der Innenraum des „Michels“ wurde umfangreich saniert und restauriert. Nun ist es vollbracht und die alte Pracht des Kirchenraums erstrahlt in neuem Glanz. Die Sanierung des Michels, der mit der Dresdner Frauenkirche zu den bedeutendsten Barockkirchen des Protestantismus zählt, hatte 26 Jahre gedauert und rund 33 Millionen Euro gekostet, davon entfielen mehr als 2 Millionen Euro auf die Orgel-Instandsetzung.

Die Festmusik zur Einweihung des Turmes von St. Michaelis im Jahre 1786 schrieb Carl Philipp Emanuel Bach, Telemanns Nachfolger als Musikdirektor an allen fünf Hauptkirchen und der Gelehrtenschule.

Steinmeyer-Orgel St. Michaelis Hamburg

Die große Steinmeyer-Orgel mit 6674 Pfeifen in 85 Registern, die kleinere Marcussen-Konzertorgel auf der Nordempore, beide gründlich restauriert und von einem zentralen Spieltisch ansteuerbar, das „wiederbelebte“ Fernwerk und demnächst auch noch eine neue Orgel mit barockem Klangbild, die 2010 auf der Südempore errichtet werden soll.

Sie wird Carl Philipp Emanuel Bach gewidmet sein, dessen Grab sich in der Michel-Krypta befindet. Dort steht auch eine kleine „Felix-Mendelssohn-Orgel, die mit ihrem Namen daran erinnert, dass dieser berühmte Hamburger Komponist in unmittelbarer Nachbarschaft des Gotteshauses geboren wurde.

Krypta in St. Michaelis Hamburg Grabstätte von "Carl Philipp Emanuel Bach"(1714 – 1788)

Hauptpastor Alexander Röder ist begeistert: „Wenn in Zukunft Orgelklänge aus dem Schallloch in der Decke erklingen, werden die Besucher das Gefühl haben, die Musik käme direkt aus dem Himmel.“

Dazu gibt es aus Hamburg ein Video von 2009 wo über die Sanierung der Orgeln in St.Michaelis und speziell über „Carl Philipp Emanuel Bach“ (1714 – 1788) – berichtet wird, der in der Krypta von St. Michaelis begraben worden ist.

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Zum Start in das Video unten  k l i c k e n !!

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Inhaltsreiche Angaben zu den Orgeln in St. Michaelis-Hamburg, mit Dispositions-Angaben, Fotos und Geschichte als PDF herunterzuladen:

Link:  St. Michaelis Hamburg Orgeln Disposition Geschichte Bilder

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Grüße
Volker
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+) Textauszüge/Video von: www.marketing.hamburg.de

Weihe der Schuke-Orgel in der Heilig Kreuz Kirche Detmold


 

Kath.Heilig Kreuz-Kirche in Detmold

 

Die neue Orgel der Hochschule für Musik Detmold ist am Dienstag, 5. Oktober 2010,  in der Heilig Kreuz-Kirche in Detmold vorgestellt worden. Mit dem von der Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke gebauten Instrument besitzt die Hochschule nun eine der eindrucksvollsten Orgeln der Region. Nach der Einweihung der Sandtner-Orgel in der Kapelle des Palais im Jahr 2006 und der runderneuerten Klais-Orgel im Konzerthaus im Jahr 2009 erhält die Hochschule nun ihre dritte bedeutende Orgel.

Die Orgel ist mit ihren 62 Registern und mehr als 4.000 Pfeifen auf das Klangideal der deutschen und französischen Romantik gerichtet. Dazu gehört vor allem eine reiche Palette von charakteristischen 8’-Labialregistern, insbesondere im Schwellwerk, von zarten Farben und auch sehr leisen Registern. Ihre Disposition macht jedoch auch die Darstellung barocker Literatur möglich, die einen gravitätischen Klang benötigt, ebenso wie die Interpretation vorbarocker Kompositionen. Die stark ausgebauten Schwellwerke im II. und III. Manual besitzen für die Literatur der symphonischen französischen Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts alle notwendigen Zungenstimmen.

Sowohl für die Interpretation zeitgenössischer Orgelmusik als auch für Orgelimprovisation verfügt das neue Instrument über eine ganze Reihe von bautechnischen Besonderheiten, die in dieser Fülle kaum in einer anderen Orgel zu finden sind, darunter Mixtursetzer für alle Werke, eine Pizzicato-Koppel Hauptwerk / Pedal, eine additive und auslösende Tastenfessel, eine Pedalteilung für das gesamte Pedal (H-c) sowie eine zusätzliche Windabschwächung. Außerdem ist ein Midi-System (mit Replay) vorhanden sowie ein hochmodernes Setzersystem mit einer Ablagemöglichkeit nach Titeln. +)

Link: Disposition der Schuke-Orgel in Heilig Kreuz Detmold

Der Vorverkauf

für den Abschluss und den Höhepunkt der Orgelweihewoche ist eröffnet. Wenn Sie sich für diese außergewöhnliche Veranstaltung mit ca. 150 Ausführenden einen Sitzplatz reservieren wollen (nummerierte Plätze), sollten sollten Sie sich bald um eine Karte kümmern.
Karten für 20,- und 15,- Euro sind im Haus der Musik www.musikalienhandel.de

und auch im Pfarrbüro zu den normalen Öffnungszeiten erhältlich.

Kath. Heilig Kreuz-Kirche, Schubertplatz 10 – 32756 Detmold – Tel. 05231 / 9279-0

Auf dem Programm stehen mit der Orgelsinfonie von Camille Saint-Saens und der Toccata festiva von Samuel Barber zumindest 2 Werke, die in Detmold noch nie zu hören waren. Weitere Infos rund um die Orgel, die Festwoche und das 1. Detmolder OrgelTriduum finden Sie auch unter

www.schukeorgel-detmold.de

Neubau Schuke-Orgel in Heilig Kreuz Detmold / Fotorechte: Heilig Kreuzgemeinde

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Orgelweihewoche 10. bis 17. Oktober 2010 in Heilig Kreuz Detmold

 

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Ein Favorit in der Orgelwoche:

Dienstag, 12.10.2010

Kath. Pfarrkirche Heilig Kreuz, 19:30 Uhr

Orgelkonzert

Sonderveranstaltung anlässlich der Festwoche zur Einweihung der Schuke-Orgel in Heilig Kreuz

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Toccata und Fuge F-Dur BWV 540 – Gerhard Weinberger (Orgel) / Kleines Lob der Orgel I – Landessuperintendent i.R. Dr. h.c. Gerrit Noltensmeier / Franz Liszt (1811-1886): Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ aus der Oper „Der Prophet“ von Giacomo Meyerbeer – Tomasz Adam Nowak (Orgel) / Kleines Lob der Orgel II – Landessuperintendent i.R. Dr. h.c. Gerrit Noltensmeier / Max Reger (1873-1916): Phantasie über den Choral
„Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern“ op. 40/1 – Gerhard Weinberger (Orgel)

Eintritt frei

Artikel der LLZ-Detmold über die Weihe der Schuke-Orgel am 10.10.2010

Link:

http://www.lz-online.de/kultur/kultur_in_lippe/3836276_Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde_feiert_neue_Orgel.html

Nach der Weihe der Paschen-Orgel in der Luther Kirche Detmold wird wieder die Orgellandschaft in OWL mit einem vorzüglichen Neubau der Schuke-Orgel  in Heilig Kreuz eine Bereicherung finden..!!

Schöne Orgel-Grüße Volker

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+) Nach Angaben der HfM Detmold

Leipzig Bachfest 2010 Orgelmusik im Gewandhaus Bach-Brahms-Schumann


Nun hatte das Warten nach neun Monaten Kartenbestellung ein Ende  das „Bachfest Leipzig 2010“ stand bevor und wir machten uns bei schönem Wetter auf den Weg uns mit Bach-Freunden dort zu treffen. Eine herzliches Wiedersehen gab es zum ersten Konzert vor dem Gewandhaus, erwartungsvoll betraten wir das riesige Foyer und waren gespannt auf das Orgelprogramm mit dem Gewandhaus-Organisten „Michael Schönheit“. Ein ähnlich gelagertes Programm fand zur gleichen Zeit in der Nikolaikirche Leipzig statt, darum wohl der geringe Zuspruch im Gewandhaus es war nur zu einem drittel gefüllt, das war schon eine Enttäuschung. Hätten wir das im Vorfeld geahnt, hätten wir vorzugshalber das Orgelkonzert in der Nikolaikirche gebucht, aber dazu später mehr.

Gewandhaus Leipzig

Orgelmusik im Gewandhaus zum Bachfest 2010 in Leipzig

Samstag, 19.06.2010 | 17:00 | Gewandhaus, Großer Saal

Schuke-Orgel im Großen Saal vom Gewandhaus Leipzig


Programm:

Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge c-Moll, BWV 546 • Mit Fried und Freud ich fahr dahin,

BWV 616 • Wenn wir in höchsten Nöten sein, BWV 641 • Jesu, meine Freude,

BWV 610 • Wer nur den lieben Gott läßt walten, BWV 642 •

Robert Schumann: Sechs Fugen über den Namen Bach, op. 60 •

Johannes Brahms: 11 Choralvorspiele, op. 122

Gewandhausorganist Michael Schönheit
Eine Veranstaltung des Gewandhauses

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»… drei sich übereinander aufbauende Gedanken«

J.S. Bach – Robert Schumann – Johannes Brahms –

Es ist als Überschrift zum Orgelkonzert kreeiert worden und entsprach genau dem obigen Leitgedanken, diese drei Komponisten als aufbauende Gedanken – ( B A C H ) – vorzustellen. Robert Schumann, ein inniger Befürworter von J.S. Bach und seiner Werke und auf der gleichen Linie Johannes Brahms zu nennen, war ein gelungener Einfall, der durch den Orgel-Interpreten gekonnt und einfühlsam zur jeweiligen Sichtweise und Kompositions-Technik zu Gehör gebracht wurde. J.S. Bach (1675-1750) der Orgel-Großmeister des Spätbarock, Robert Schumann (1810-1856) und Johannes Brahms (1833-1897) jeweils Orgel-Komponisten der Romantik-Zeit wurde zu einer Lehrstunde für Orgelfreunde, die die einzelnen Epochen der Orgel-Literatur erkennen und nachvollziehen konnten.

Foto: Organist Michael Schönheit an der Schuke-Orgel im Gewandhaus Leipzig.

Von den bedeutenden Komponisten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigten nur wenige schöpferisches Interesse für die Orgel; seit dem Tod J.S. Bach’s hatte die Königin der Instrumente wenn auch nicht an Respekt, so doch beträchtlich an Bedeutung eingebüßt. Im Bereich der konzertanten Orgelmusik suchte man durch Übernahme von Formtypen anderer Gattungen, z.B. der Sonate, den Anschluss an die Strömungen der Zeit zu gewinnen. Daneben wurde aber schon bald erkennbar, sich wieder stärker auf die Eigengesetzlichkeiten des Instruments zu orientieren. Kontrapunktische Satztechniken und romantische Klangvorstellungen gingen eine Verbindung ein, die der Orgelmusik neue Perspektiven eröffnete. Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) leitete eine neue Epoche ein. Seine Orgelwerke sind vor allem vom Erlebnis der Musik J.S. Bach’s geprägt, die ihm immer wieder schöpferische Anregungen gab.

Ähnliches gilt für Robert Schumann, für den Bach’s Polyphonie und Fugen einen unerschöpflichen Gegenstand des Studiums darstellte. Schumanns Hinwendung zu Bach war durch die Bach-Pflege beeinflusst, die Felix Mendelssohn Bartholdy als Gewandhauskapellmeister in Leipzig begründet hatte, er spielte u.a. sämtliche Orgelwerke von J.S. Bach. Robert Schumann hat vermutlich keinen Orgelunterricht genossen. Er bewunderte die Orgel als ein Instrument, das mit der Aura des Altehrwürdigen umgeben war. 1845 verzog Schumann nach Dresden und komponierte die drei genannten Opera 56, 58 und 60, wobei B-A-C-H – Fugen sein einziges explizit für die Orgel bestimmtes Werk darstellen.

Als neuer Messias der Tonkunst gilt Johannes Brahms, im Rahmen seines Gesamtschaffens haben die wenigen Orgelwerke von ihm nur Episodencharakter. Keines davon erhielt vom Komponisten ein Opuszahl; die nachgelassenen „Elf Choral-Vorspiele wurden erst fünf Jahre nach seinem Tod als op. 122 veröffentlicht. Brahms nahm die Orgelmusik durchaus ernst und begann ihr in der Auseinandersetzung mit Scheidt und J.S. Bach neue Wege zu bahnen. Zwischen 1854 und 1857 trieb er intensive Kontrapunktstudien in den Werken von J.S. Bach. Anfang 1896 war ein Choral-Büchlein fertig, wobei der am 20. Mai erfolgte Tod Clara Schumanns nicht ohne Einfluss auf die Auswahl der Choräle geblieben sein soll. Brahms hatte eine größere Sammlung nach dem Muster von Bach’s „Orgel-Büchlein“ vorgeschwebt, an dessen Ausführung ihn Krankheit und Tod hinderten. +)

Von YouTube aus op. 56 (B-A-C-H) Auszug von Robert Schumann:

»… drei sich übereinander aufbauende Gedanken«

– siehe obige Ausführungen dazu – entsprach genial diesem Leitgedanken. Organist Michael Schönheit konnte dem mehr als gerecht werden und gab uns eine Lehrstunde an der Schuke-Orgel, wie die einzelnen Orgel-Epochen und Werke der drei Komponisten zu interpretieren sind.

Viel zu selten werden die Werke von Robert Schumann als Orgel-Literatur angeboten, sie entpuppten sich als wunderbar anzuhörende Orgel-Kompositionen und waren ein Highlight des Konzertes. Bewundernswert, wie Michael Schönheit, pardon, der Hausname sagt schon einiges aus – diese Werke in Schönheit erstrahlen liess, wunderbar registriert und in feinen Klangnuancen verpackt, berührte mich diese Orgelmusik über B-A-C-H ungemein..!!

Einziger Wermutstropfen: mir fehlte die Halligkeit eine Kirche für diese grossartigen Orgel-Werke, Raum und Klang waren in der staubtrockenen Akustik im Gewandhaus nicht vorhanden und schmälerte somit den Gesamteindruck, wie mögen diese Werke an der größten Orgel Sachsens – (Ladegast-Eule-Orgel) – als eine Parallelveranstaltung zum gleichen Zeitpunkt – in der Nikolaikirche Leipzig und dort mit dem entsprechenden Kirchenraum-Hall geklungen haben…?

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Disposition

der Schuke-Orgel Gewandhaus Leipzig:

Schuke-Orgel Neubau 1981, Generalüberholung 2002
Das Konzertinstrument verfügt über 89 Register, verteilt auf vier Manuale und Pedal. Es ist mit allen komfortablen Spielhilfen sowie einem zweiten fahrbaren Spieltisch auf dem Orchesterpodium ausgestattet.

Disposition der Schuke-Orgel Gewandhaus Leipzig

+) Textpassagen: Renate Herklotz

Schuke-Orgel Gewandhaus-Leipzig mit einem zweiten fahrbaren Spieltisch auf dem Orchesterpodium

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Grüsse an alle Bach-Fest-Teilnehmer und Blog-Freunde

Volker



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Die neue Woehl-Orgel St. Michaelis-Kirche Hildesheim


Hallo Orgelfreunde,
heute möchte ich eine weitere gelungene neue Orgel vorstellen wo Raum und Klang sich zu einer vortrefflichen Synthese verbinden.

St. Michaelis Kirche Hildesheim

Ein ganz besonderes Werk der Architekturgeschichte wird 1000 Jahre alt – die St. Michaelis Kirche in Hildesheim. Im Jahr 1010 begann Bischof Bernward von Hildesheim den Bau der romanischen Kirche mit dem einzigartigen Deckengemälde. Seit 1985 gehört das Werk zum UNESCO-Welterbe. Nach fünfjähriger Sanierungszeit präsentiert sich die Kirche in neuer Erscheinung.

Das Deckenbild der Michaelis Kirche

Das Deckenbild der Michaeliskirche ist nach neueren Forschungen zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstanden, auf Eichenbretter gemalt, 27,6 X 8,7 m. Es handelt sich um eine Darstellung des „Jesse-Baumes“ (Jesse = Isai ist der Vater Davids, aus dessen Stamm der Messias geboren werden soll) in Verbindung mit den biblischen Stammbäumen Jesu (Mt 1, 1-17 und Lk 3,23-38).  Schon in der Alten Kirche war dieser genealogische Aspekt mit der Vorstellung vom Lebensbaum aus dem Paradies (Gen 3) verbunden worden.

Im Zuge der Sanierung erhielt die St. Michaelis Kirche eine neue Orgel. Den Auftrag dazu erhielt die Orgelbaufimra Gerald Woehl aus Marburg und wurde im Jahr 1999 geweiht.

Gerald Woehl entstammt einer Musikerfamilie in der 3. Generation und gründete in den 1960-er Jahren seine Orgelbaufirma in Marburg. Er erhielt u.a. den Auftrag zum Bau der großen „Bach-Orgel“ für die Thomaskirche zu Leipzig im Jahr 2000.

Die großen Dome und Basiliken der mitteldeutschen Kulturlandschaft von Hildesheim – Braunschweig – Magdeburg – Halberstadt – Halle – Dresden hatten seit dem Mittelalter ihre eigene Musikkultur und damit ihren ganz speziellen Orgeltyp, der sich ganz wesentlich von der norddeutschen Orgel unterscheidet. Die prächtigen Orgeln im Norden hatten mehr die Aufgabe, die großen Räume als „Großinstrumente“ zu beschallen. Ihre Principale und Flöten sind starkwandig, aus Blei und von enormer Tragweite, ihre Mixturen vielchörig und von entsprechender Schärfe, die Zungenstimmen zahlreich und prachtvoll.

Woehl-Orgel (1999) St. Michaelis Hildesheim

Ganz anders die mitteldeutschen Orgeln. Sie hatten mit Chor und Orchester die langen lutherischen Gottesdienste musikalisch konzertant mit auszugestalten. Neben der reinen Orgelmusik galt es die Kantaten zu begleiten und für die kunstvoll vorgetragenen Choralvorspiele die nötigen Klangfarben bereitzustellen. Ihre klanglichen Stärken liegen deshalb neben den farbenreichen Plena mehr im Feinen, Delikaten, im Piano und Mezzofortebereich.

Johann Sebastian Bach folgte in seinen Dispositionsentwürfen dieser mitteldeutschen Linie, legte aber auch besonderen Wert auf klangliche Größe und Gravität, wie er sie an norddeutschen Instrumenten bewunderte. So forderte er auch für kleinere Instrumente immer eine Posaune 32′ im Pedal. Sein Leben lang wünschte er sich eine „recht große und recht schöne Orgel zu seinem ständigen Gebrauch“. Hier setzten die musikalischen Überlegungen für die neue Michaelis-Orgel an: Die feinen, delikaten, vielfarbigen Klänge der mitteldeutschen Orgel stehen bereit, jedoch kommen die von Bach geschätzten großen, gravitätische Stimmen hinzu und solche, die das Instrument auch für die orchestral gedachte symphonische Musik der deutschen und französischen Romantik geeignet machen. Bei der Registerzahl der neuen Michaelis-Orgel ergeben sich daraus ausgesprochen gute Möglichkeiten für das Orgelliteraturspiel und das Improvisieren.

Diesem klanglichen Anspruch wird das Instrument gerecht durch strenge instrumentenbauliche Disziplin (etwa durch Verwendung von handgehobelten Pfeifen, die spezielle Bauweise der Zungenregister, die in der Kirche ausgearbeitet werden, die klassische Pfeifenaufstellung oder die sensible mechanische Spieltraktur), andererseits aber auch durch Inanspruchnahme aller notwendigen künstlerischen Freiräume.
Die äußere Form dieser Orgel ist frei, plastisch gestaltet. Das Instrument steht nicht in der Mittelachse, es ist zur Seite getreten, ohne sich zu verstecken, und möchte von dort aus auf seine Weise in Zwiesprache kommen mit den Engelgestalten gegenüber an der Chorschranke, mit dem so klaren, aber doch unüberblickbaren Kirchenraum und den Hörenden in Gottesdienst, geistlicher Musik und Konzert. 1)

3 Manuale Woehl-Orgel St. Michaelis Hildesheim

Disposition der Woehl-Orgel von 1999 in St. Michaelis, Hildesheim

I. ManualHauptwerk  Principal 16
Bordun 16
Principal 8
Rohrflöte 8
Flûte harmonique 8
Gambe 8
Oktave 4
Spitzflöte 4
Quinte 2 2/3
Oktave 2
Sesquialter 2f.
Cornet 5f.
Großmixtur 5f.
Mixtur 7f.
Fagott 16
Trompete 8
Clarine 4
Tuba 8
II. ManualOberwerk Gambe 16
Principal 8
Salicional 8
Hohlflöte 8
Unda maris 8
Gedackt 8
Prestant 4
Flaute douce 4
Nasard 2 2/3
Oktave 2
Flöte 2
Terz 1 3/5
Flageolet 1
Mixtur 5f
Trompete 8
Krummhorn 8
Tremulant schwach
Cornett 5f
Carillon 3f
III. ManuaISchwellwerk Quintade 16
Diapason 8
Cor de Nuit 8
Flûte traversière 8
Viole de Gambe 8
Voix céleste 8
Flûte octaviante 4
Dulciana 4
Quinte 2 2/3
Octavin 2
Bombarde 16
Trompette harmonique 8
Clairon harmonique 4
Basson Hautbois 8
Voix humaine 8
Klarinette 8
Grand Cornet 7f.
Tremulant stark
PedalGroßbordun 32
Principal 16
Subbass 16
Violon 16
Bordun 16
Oktavbaß 8
Cello 8
Bordun 8
Octave 4
Mixtur
Posaune 32
Posaune 16
Trompete 8
Tuba 8
Clarine 4
Glocken
II-I
I Baß-Oktavkoppel
III-I
III-I Baß-Oktavkoppel
III-II
I Baß-Oktavkoppel
III-I
III-I Baß-Oktavkoppel
I-P
II-P
III-P

1) Textauszüge + Disposition von St. Michaelis Hildesheim

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Die nächsten Orgel-Konzert-Termine in St. Michaelis, Hildesheim:

18. Juni 2010 Orgelkonzert – Lorenzo Ghielmi -> Info
2. Juli 2010 Orgelkonzert – Daniel Roth -> Info
3. September 2010 Orgelkonzert – Olivier Latry -> Info
29. Oktober 2010 ORGELmusik von 8 bis mitterNACHT -> Info

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Ein schönes und sonniges Wochenende wünscht

Volker

Orgelweihe in der Martin-Luther-Kirche in Detmold


Hallo Orgelbegeisterte in OWL,

eine neue Orgelweihe findet in der Martin-Luther-Kirche in Detmold statt vom 4. Oktober 2009 bis zum 10. Oktober 2009.

Martin-Luther-Kirche in Detmold

Martin-Luther-Kirche in Detmold

Text-Auszüge von der Martin-Luther-Kirchengemeinde, Detmold:

Die jetzige Ott-Orgel, im Jahr 1953 aus Material minderer Qualität gebaut, ist trotz einer Überholung im Jahr 1988 auch mit erheblichem Aufwand nicht mehr dauerhaft zu erhalten. Der Kirchenvorstand hat sich bereits 1998 für einen Orgelneubau entschieden. Mit der neuen Orgel soll das traditionell hohe kirchenmusikalische Niveau erhalten und erweitert werden.

Mit der Kieler Orgelbauwerkstatt Paschen ist es uns gelungen, einen kunsthandwerklich hochstehenden Orgelbauer zu finden, dessen Kompetenz ein klanglich und handwerklich hochstehendes Instrument erwarten lassen. Diese Orgel, in historischer Bauweise errichtet, soll ihren Dienst über Jahrhunderte versehen können. Die Pfeifen mit ihren unterschiedlichen Klangfarben und -höhen (u. a. Querflöte, Geige, Waldflöte, Piccolo, Trompete) verdienen darin besondere Beachtung.

Flyer Orgelwoche in Detmold zur Orgelweihe Ev.luther.Kirchengemeinde

Flyer Orgelwoche in Detmold zur Orgelweihe in der Martin-Luther-Kirche in Detmold

Sicht auf den Neubau der Orgel in der Ev. luther. Kirche Detmold

(Fotorechte: Martin-Luther-Kirche Detmold) Sicht auf die im Aufbau befindliche

Paschen-Orgel in der Ev. lutherischen Kirche in Detmold

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Zur Orgelfestwoche der Ev. lutherischen Kirchengemeinde das Programm:

So, 4. Oktober 2009
10 Uhr Festgottesdienst: unsere Orgel erklingt zum ersten Mal Werke von Bach, Reger, Dvorak und Rheinberger
Martin-Luther-Kantorei, Jörg-Peter Mittmann, Oboe, Christoph Kuppler, Orgel
Orgelführungen im Anschluss an den Gottesdienst
19.30 Uhr Einweihungskonzert:
Werke von Bach, Liszt (B-A-C-H), Schumann, Brahms und Reger („Wachet auf, ruft uns die Stimme“) Christoph Kuppler, Orgel
Eintritt frei

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Di, 6. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Konzert für Sopran, Chor und Orgel: Werke von Dvorak, Mendelssohn, Fauré u.a. Cosima Henseler, Sopran, Jan Crooenenbroek, Orgel, Martin-Luther-Kantorei
Eintritt 8/ 5 €

Cosima Henseler; Sopran (Foto: V. Hege)

Cosima Henseler; Sopran (Foto: V. Hege)

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Mi, 7. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Konzert „Romantische Klangwelten“
Prof. Tomasz Adam Nowak spielt Kompositionen und Improvisationen über Themen aus dem Publikum*
Eintritt 8/ 5 €
Themen aus den Bereichen Kirchenlied, Volkslied, gregorianische Melodien sowie Tonfolgen, die für stilgebundene Improvisationen geeignet sind, können bei Kantor Kuppler eingereicht oder an der Abendkasse abgegeben werden

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Do, 8. Oktober 2009, 18 Uhr
Orgelvesper
Werke von Bach, Reger und Schumann Alexander Toepper, Orgel
Eintritt frei

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Fr, 9. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Konzert Orgel plus
Werke von Reger, Rheinberger, Dvorak, Saint-Saens und Mendelssohn
Christiane Muntschick, Violine, Gottfried Meyer, Bass, Christoph Kuppler, Orgel
Eintritt 8/ 5 €

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Karten für die Konzerte mit Eintritt sind im Vorverkauf während der Öffnungszeiten des Gemeindebüros und an der Abendkasse erhältlich.
Weitere Informationen bei Kantor Christoph Kuppler, Tel. 05231/301 69 04
cdkuppler@web.de oder EMail Kantorat@detmold-lutherisch.de

Link:: http://www.detmold-lutherisch.de/

Die Anschrift der Martin-Luther-Kirchengemeinde ist:

Ev.-Luth.Kirchengemeinde Detmold
Schülerstr. 14
32756 Detmold.

Im Gemeindehaus befindet sich auch das Gemeindeamt.

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Disposition der neuen Paschenorgel in der

Martin-Luther-Kirche in Detmold

Baubeginn: Ostern 2009

I. Manual HW C-a’’’

1       Gedackt                  16’
2       Principal                    8’
3       Flûte harmonique     8’
4       Gamba                      8’
5       Octave                      4’
6       Flauto dolce             4’
7       Quinte                       3’
8       Octave                      2’
9       Mixtur IV-V        2 2/3’
10     Scharff III           1 1/3’
11     Trompete              16’
12     Trompete                 8’

II Manual SW 1 C-a’’’

13  Bourdon                  16’
14     Montre                      8’
15     Flûte traverse          8’
16     Salicional                 8’
17     Voix céleste             8’
18     Flûte octaviante       4’
19     Nazart                       3’
20     Octavin                     2’
21     Tierce                 1 3/5’
22     Trompette harm.      8’
23     Hautbois                   8’
24     Clairon                      4’

III Manual SW 2 C-a’’’

25     Gamba                    16’ 
26     Geigenprincipal       8’
27     Rohrflöte                   8’
28     Flauto amabile         8’
29     Fugara                      4’
30     Waldflöte                  2’
31     Harm. aetheae III-IV 2’
32     Klarinette                  8’

Pedal C-f’

33     Subbass                  16’
34     Principal                  16’
35     Quinte               10 2/3’
36     Octave                      8’
37     Gedeckt                    8’
38     Octave                      4’
39     Posaune                  16’
40     Trompete                  8’

Koppeln: I/P  ;  II/P  ;  III/P  ;  II /I  ;  III/I  ;  III/II  ;  I/4’  ;  II/16’  ;  III/16’  III/4’  ;  II16’/I  ;  III16’/I  ;  III4’/I

Spielhilfen: Tremulant für II und für III, elektrische Registertraktur mit Setzer, Koppel elektrisch.

– Ende der Dispositions-Angaben –

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Alle Orgelfreunde aus OWL sollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, die Orgellandschaft von OWL wird durch diese neue Paschen-Orgel bereichert.

Schönes Wochenende und Grüße
Volker

Links zu Orgel-Webseiten



„Eine der ältesten bespielbaren Gotischen-Orgel der Welt“ von 1425/1431 in Ostoennen-Westfalen


Auf den Orgelspuren von J.S. Bach mit Bild und Textfassung

Fotos von Orgeln in meinem Web-Album

Orgelmagazin Deutschland

Orgelforum – Deutschland

Informationsportal rund um die Orgel Deutschland

Orgelspiegel – Orgelneubauten

Orgel-Atlas Ostwestfalen-Lippe

Ausführliche Informationen zur Historischen Orgel in Ostönnen-Westfalen

Verlag Klaus-Jürgen Kamprad

Ambiente.Orgelporträit

Gesellschaft der Orgelfreunde e .V.

FAGOTT Orgelverlag

Niederländisches Orgelmagazin mit Orgel-Datenbank und Orgel-Links

1. Internationaler Orgelwettbewerb an der „Collon Orgel“ St. Marien in Herford


Herford, 05.11.2006

1. Internationaler Orgelwettbewerb an der „Collon Orgel“ St. Marien in Herford wurde nach einem großartigen Finale am 5.11.2006 die Sieger gekürt.

Die Collon-Orgel der Kirche St. Marien zu Herford ist ein Vermächtnis des Unternehmers Dieter Ernstmeier (1939 – 2002). Auf ihn geht auch die „Dieter-Ernstmeier-Stiftung“ zurück, die Träger des Internationalen Orgelwettbewerbs in der Kirche St. Marien zu Herford ist.


St. Marienkirche Stift Berg, Herford / OWL

Foto: Collon-Orgel in St. Marien, Herford (Foto: Collon)

Der Wettbewerb ist offen für Organisten aller Nationalitäten, die nach dem 1. Januar 1972 geboren sind.

Von 54 Mitbewerbern aus 16 Nationen – ab Jahrgang 1972 – wurden in einer Vorauswahl die letzten 18 Finalisten aus 10 Nationen von einer Jury mit Michael Radulescu; Vorsitzender der Jury; (Wien), Jacques van Oortmerssen (Amsterdam), dem Schweden Hans-Ola EricssonMartin Böcker (Stade), Professor Bernhard KlapprottJörg-Neithardt KellerProfessor Dr. Helmut Fleinghaus (beide Herford) ausgewählt worden. (Professor in Bremen) sowie den deutschen (Weimar), und

Alle Beteiligten waren voll des Lobes über den überragenden Besucherzuspruch ( ausgebuchte Kirche an 3 Tagen !!!!), die überdurchschnittliche Qualität der Bewerber und einer grandiosen Collon Orgel mit ihren klangtechnischen Möglichkeiten – eine adäquate Interpretation der Orgelmusik Italiens, Spaniens, Frankreichs, Flanderns, Süddeutschlands sowie der mitteldeutschen Schule, ausgehend von J. S. Bach – hierauf wiedergeben zu können. Eine absolute Meisterleistung des heutigen Orgelbaus gelang Collon aus Brüssel, Raum und Klang vereinen sich zu einer Symbiose, die großartiger nicht ausfallen kann. Erstmals wurde ein Extra-Preis durch das Votum der Besucher vergeben, was der Veranstaltung seinen besonderen Reiz verlieh.

Grussworte des Jury – Vorsitzenden Michael Radulescu:
An dieser Orgel hätten die jungen Musiker nicht gegeneinander gekämpft, sondern miteinander musiziert, stellte der Vorsitzende der Jury dankbar fest: „In diesem prächtigen Raum war das Niveau der Darbietungen erstaunlich hoch.“ Die Organisten hätten sich intensiv mit der Vielfalt europäischer Musik auseinander gesetzt.

„Seit Jahren hatte ich von einem solchen Wettbewerb geträumt“, bekannte Radulescu: „Nun ist der Traum Wirklichkeit geworden.“

Die drei Finalisten für das Abschluss-Konzert der Preisträger am 3. Tag: Sonntag, 05.11.2006 wie folgt:

Philippe Oliver Salandini / Frankreich

Der Franzose Olivier Salandini studiert wie Gritter in Amsterdam. Er gewann im vergangenen Jahr den Internationalen Cembalo-Wettbewerb in Bologna und tritt häufig als Cembalist hervor.

Seine vorgetragenes Orgelwerk: Nicolas de Grigny (1672-1703) – franz. Orgelkomponist in Paris und Reims – mit dem Werk: Hymnus „Veni creator“ En Taille – Fugue – Duo – Recit de Cromorne – Dialogue sur les Grands Jeux.

In diesem französischen Orgelwerk gelang ihm eine ausgezeichnete Wiedergabe, technisch profund und in der Registrierung wunderbar wiedergegeben, doch ohne Pedalbenutzung disqualifizierte er sich selbsttätig für eine bessere Platzierung?

Mit dem BWV 655 von J.S. Bach (1685-1750) Choraltrio „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“ gelang ihm eine Wiedergabe im Pedal vortrefflich, sowie in der Registrierung fein ausnuanciert und einem beseelten Spiel, so muss Bach klingen, ergriffen lauschten die Zuhörer seines Spiels und spendeten einen wohlwollenden Begeisterungsapplaus für seinen vorzüglichen Bachvortrag. Wegen des vorgenannten Mankos (ohne Pedalspiel?) reichte es für die Jury nur für den dritten Platz, das Publikum wählte ihn auf Platz zwei.

Gerben Gritter / Holland

Gerben Gritter (geboren 1979) studiert Orgel bei Jacques van Oortmerssen am Conservatorium Amsterdam sowie Musikwissenschaft an der Universität Utrecht.

Oortmerssen war ebenfalls einer der Juroren beim Herforder Wettbewerb. Gerben Gritter nahm an Meisterkursen von Jean Boyer, dem Juror Hans-Ola Ericsson, Andrea Marcon, Jan Raas, Stef Tuinstra und Harald Vogel teil.

Er errang beim Internationalen Schnitger-Orgelwettbewerb 2003 Alkmaar den 2. Preis. Im vergangenen Jahr gehörte er zu den Finalisten des Internationalen Sweelinck-Orgelwettbewerbes in Amsterdam. Gerben Gritter ist Organist an der Nederlands Hervormde Kerk zu Westerbork und Assistent-Organist an der Waalse Kerk in Amsterdam.

Seine vorgetragenen Orgelwerke: J.S. Bach; BWV 541 „Präludium und Fuge“ G-Dur; und BWV 659 Choralbearbeitung über „Nun komm, der Heiden Heiland.“

Groß in der Statur so entpuppte sich auch ein großartiger Bachkenner. Es wurde fein registriert und ein wohlfeiles mitteltöniges Klangvolumen von ihm vorgetragen. Hier wächst ein großartiger Bachinterpret der jungen Orgelgeneration heran, dem alle Türen der Konzertsäle und Kirchen weit geöffnet scheinen. Ein Manko muss er ablegen, sein Spiel wirkt ein wenig zu pastoral vorgetragen, wenn er das ablegt, wird er ein ganz „Großer“ in der Orgelszene als Bachinterpret. Die Jury platzierte ihn auf Platz zwei, die Besucher auf Platz drei.

Magdalena Hasibeder / Österreich

Magdalena Hasibeder, geboren 1982 in Linz, erhielt ihren ersten musikalischen Unterricht in Klavier an der Landesmusikschule St. Georgen bei Frau Kathan und ihren ersten Orgelunterricht mit 12 Jahren. Sie besuchte das Linzer Musikgymnasium und absolvierte gleichzeitig ein künstlerisches Basis-Studi­um am Linzer Bruckner-Konservatorium bei Prof. Mitterschiffthaler. Im Jahr 2000 erhielt sie den 1. Preis beim Wettbewerb „Prima la Musica“ in Feldkirch. Sie besuchte mehrere Meisterkurse, u.a. bei Wolfgang Zehrer, Ludger Lohmann, Tini Mathot u.a. und studiert seit 4 Jahren an der Wiener Musikuniversität (Cembalo bei Wolfgang Glüxam, Orgel bei Michael Radulescu). Sie konzertiert und ist mehrfache Preisträgerin von „Prima la musica“.

Ihre vorgetragenen Orgelwerke: Francisco Correa de Arauxo (Araujo) (1575?-1654) – spanischer Orgelkomponist in San Salvador und Segovia – mit dem Werk; „Tiento de septimo tono“ Nr. 27;
sowie von Jacques Boyvin (1649-1706) – französischer Orgelkomponist in Paris und Rouen – mit dem Werk: „Suite du Troisieme ton Plein jeu“ – Fugue – Dessus de tierce – Cromhorne en taille – Grand Dialogue.

Magdalena Hasibeder klein in der Statur aber als eine überragende Könnerin an der Orgel erwies sich von Anbeginn ihres Vortrages diese famose Organistin aus Österreich. Hier spürte man sofort, da ist eine gewiefte Künstlerin am Werkeln, die ihr Orgelhandwerk versteht. Für diesen Wettbewerb großartig disputiert in ihrer Werksauswahl und schöpfend aus ihren Erfahrungen aus zahlreichen Konzerttätigkeiten, konnte sie dieses Wissen und Können entsprechend mit einbringen und umsetzen. Ob spanische oder französische Orgelliteratur, sie verstand es geradezu meisterlich, in ihrem Vortrag alle zu berücksichtigenden Facetten gewinnbringend darzustellen.

Berauschend ihre virtuose Spielweise ob Pedal, Klaviatur oder Registrierung, alles gelang ihr an diesem Abend vor einer riesigen Zuhörerschaft aufs Allerprächtigste. Was für ein Organistinnen-Juwel bildet sich hier heran, unterstützt von einem großartigen Musik-Professor „Michael Radulescu“ aus Wien, der ihr das gewisse Rüstzeug für die Zukunft mitgeben wird. Zu Recht von der Jury und den Besuchern mit überwältigender Mehrheit auf Platz eins gestimmt, ist sie als die vortrefflichste Siegerin gekürt worden.

Magdalena Hasibeder konnte als Mitgift: 1. Preis der Jury: 8.000,00 € – 1. Preis durch das Besuchervotum: 1.500,00 € – als ein vortreffliches Honorar mit nach Österreich überführen. Mit diesem Preisgeld erhielt eine großartige Nachwuchs-Organistin eine entsprechende Würdigung.


Foto: Magdalena Hasibeder 1.Preisträgerin im Collon-Orgelwettbewerb Herford (Quelle: NW)

Riesiger, nicht endend wollender Applaus galt allen Beteiligten für einen großartigen Orgelabend. In OWL (Ostwestfalen-Lippe) ist durch diesen 1. Internationalen Orgelwettbewerb eine neue Orgel-Ära angebrochen, die positive Spuren hinterlassen wird.


(Foto NW) „Die drei Preisträger“ von links:

Magdalena Hasibeder / Österreich, Gerben Gritter / Holland, Philippe Oliver Salandini / Frankreich


1. Preis 8.000,-€
2. Preis 5.500,- €
3. Preis 3.000,-€
Improvisations-Preis 3.000,- €
Publikums-Preis 1.500,- €

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Die Disposition der Collon-Orgel

Hauptwerk: Bourdon 16′ Unterwerk: Gedeckt 8′ Pedal: Subbass 16′

Prinzipal 8′
Traversflöte 8′
Principalbass 8′

Gedeckt 8′
Principal 4′
Gedecktbass 8′

Salicional 8′
Fugara 4′
Oktavbass 4′

Oktave 4′
Nasat 2 2/3′
Posaunenbass 16′

Flöte 4′
Oktave 2′
Trompetenbass 8′

Quinte 2 2/3′
Flageolet 2′


Oktave 2′
Terz 1 1/3′
Manualkoppel

Terz 1 3/5′
Larigot 11/3′
Kurze Oktavkoppel HW

Quinte 1 1/3′
Mixtur III
Pedalkoppel HW

Mixtur IV
Cromorne 8′
Pedalkoppel UW

Cornet V
Vox Humana 8′
Tremulant

Trompete 8′




Chamade 4’/8′



Quelle: Musikschule Herford