Archiv der Kategorie: Bach-Kantate

Live MDR-Figaro – Abschlusskonzert – Bach und seine Städte aus Leipzig am 28. Juli 2009


Hallo,

für alle Interessierten an dem Programm des MDR „Bach und seine Städte.“

Das finale Konzert der Reihe „Johann Sebastian Bach und seine Städte“ am  259. Todestag von J.S. Bach in der Thomaskirche zu Leipzig ist alljährlich ein Höhepunkt des MDR MUSIKSOMMERS. Am Dienstag, 28. Juli 2009, 20 Uhr, wird der Abend live innerhalb des ARD-Radiofestivals und im Radiosommer der Europäischen Rundfunkunion (EBU) aus Bachs langjähriger Wirkungsstätte übertragen.

Die Umgebung der Thomaskirche im Modell

Die Umgebung der Thomaskirche im Modell

Das Abschlusskonzert wird live vom MDR-Figaro am Dienstag, 28. Juli 2009 um 20:00 Uhr aus der Thomaskirche Leipzig übertragen.

Johann Sebastian Bach:


– „Vor deinen Thron tret´ ich hiermit“, Orgel-Choralvorspiel BWV 668
– „Ärgre dich, o Seele, nicht“, Kantate BWV 186
– „Es wartet alles auf dich“, Kantate BWV 187
– „Was willst du dich betrüben“, Kantate BWV 107

Ulrike Fulde, Sopran
Bettina Denner, Alt
Nico Eckert, Tenor
Markus Krause, Bariton


Leipziger Vocalensemble
La Stravaganza Köln
Leitung: Georg Christoph Biller
(Aufzeichnung vom 28. Juli 2009, Thomaskirche Leipzig – MDR MUSIKSOMMER)

Link zum MDR-Figaro im Internet-Radio nachstehend:

MDR FIGARO hören im RealPlayer (128 kbit/s)

Eingangs erklingt traditionell das Choralvorspiel „Vor deinen Thron tret‘ ich hiermit“ für Orgel – auf seinem Sterbebett 1750 wünschte Bach selbst dieses Kirchenlied noch einmal zu hören, mit dem er während seiner 27-jährigen Amtszeit die Beerdigungen vieler Leipziger Bürger begleitet hatte.

Dass Johann Sebastian Bach auch heute Geist und Seele zu berühren vermag, zeigt das auf historischem Instrumentarium spielende Barockorchester „La Stravaganza Köln“ gemeinsam mit dem Leipziger Vocalensemble.

Ich wünsche viel Freude mit diesem Abschlusskonzert aus der Thomaskirche im Rahmen des MDR-Musiksommers 2009: „Bach und seine Städte.“

Schönes Wochenende und Gruss

Volker

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Besuch bei Herrn Bach 11.-14.06.09


Claudia sagt:

Kleines Bachfest-Tagebuch (Leider gibts keine Fotos dazu, weil ich den Apparat vergessen habe)

Die Initialzündung zu diesem Besuch hatte mein Mann gegeben, der sich entschloss mit 3 Klempner-Kumpels an diesem Wochenende zum 24h Rennen nach Le Mans zu fahren. Das Hirn und jegliche Attribute der Zivilisation sollten also zuhause bleiben. Inshallah.

Volker-sei-Dank bin ich beim Surfen auf den Bachfesttermin gestoßen, da dachte ich, das wäre doch zum Zuhause-Rumsitzen eine echte Alternative. Nach dem Studium des Programms habe ich mich dann für 2 Konzerte entschieden, die ich auf jeden Fall im Vorfeld buchen wollte, den Rest würde ich vor Ort entscheiden. Noch schnell eine akzeptable Absteige gebucht (die erlebe ich sowieso nur in geistiger Abwesenheit…) – und vorgefreut!

Der ICE ist pünktlich und bringt mich fix nach L.E.. Im Zug gibt es auf Kanal 1 Haydns Schöpfung und Händels Alcina sowie eine Jazzplatte. Es läuft natürlich die Jazzplatte, ich hätte jetzt doch mehr Lust auf Händel. Ich setze die Kopfhörer wieder ab und schmökere in meinem Leipzig-Führer. Wehmütig denke ich an meine Konzerte in Leipzig und Umgebung mit unserem Vokalensemble in den 90er Jahren zurück. Mein Chorleiter selbst war noch in den letzten Atemzügen der alten DDR während einer Konzertreise  in den Westen geflohen und wir durften dann mit ihm nach der Wende des öfteren Leipzig in musikalischer Angelegenheit besuchen. Damals war es jedoch noch nicht so wirklich schön, das war mir aber auch egal. Ich wollte zumindest Herrn Bach besuchen. So wie jetzt.

Der renovierte Hauptbahnhof empfängt mich mit einem hellen, modernen Flair, wobei es ein bisschen provinzieller zugeht und nicht so hektisch wie in Berlin. Eine grandiose Synthese aus Moderne und Eklektizismus. Das ist schon was anderes als Wuppertal (das ist übrigens der Bahnhof, den ich mit Abstand als den Häßlichsten in ganz Deutschland küre) oder Essen! Das Bachfest ist mit Plakaten auch hier schon allgegenwärtig. Dekadenterweise lasse ich mich mit einem Taxi ins Hotel bringen. Es empfängt mich ein sozialistisches Rudiment mit Segelohren und Ganzkörperbrille. Schnell eingecheckt, die Klamotten abgeladen und ab in die Straßenbahn wieder in die City zurück, schliesslich ist es schon 17.00 Uhr, in einer Stunde beginnt der „Elias“! Als ich an der Haltestelle „Thomaskirche“ aussteige, packt mich schon leichtes Gänsehautfeeling, schliesslich stehe ich auf dem Arbeitsplatz des Meisters! Ich lasse mich auf das Vabanque-Spielchen mit Restkarten für einen Zehner ein und tröste mich damit, an dem Wandelkonzert in diversen Einkaufszentren teilzunehmen,-wenn es nicht klappt. Aber es klappt. Der Platz ist sogar gar nicht so schlecht. Meine Nachbarn haben 57,-Euro gezahlt.

11.06.09 / 18.00 Uhr ELIAS Thomaskirche+Wandelkonzert

Nach ein paar Reden und der Bekanntmachung wieviel Prominenz zugegen ist, gehts dann endlich los. Elias von Hanns Müller-Brachmann gesungen, hat eine kräftige, voluminöse Stimme wie es sich für den Propheten geziemt. Diese merkwürdige Akustik der Thomaskirche ist für jeden Sänger eine absolute Herausforderung. Zwar läßt der Hall bei vollbesetztem Haus nach, dafür ergibt sich ein anderes Problem, es wird total trocken und man muss die Töne in den Raum „hineinspucken“. Einige Tempi sind sehr flott, sind aber im Gesamteindruck durchaus stimmig. Bei Mendelssohn ist halt auch vieles unmissverständlich auskomponiert, so dass grobe Interpretationsabgründe fast ausgeschlossen sind. Die Frauen IngerDam Jenser und Anna Grevelius singen makellos, sind aber nicht so charismatisch, dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der TenorJames Taylor ist weltklasse, die widrigen Umstände mit dem schwierigen Raum merkt man ihm nicht an. Immer wieder herrlich ist diese ironische Art von Mendelssohn, wie er sich über die Baal-Propheten lustig macht (hinkt um den Altar, den ihr gemacht), wie man allerdings die Feinde „mit dem Schwert erwürgt“ , hat sich mir noch nicht ganz erschlossen. Ich tauche völlig in die Musik ab und lasse mich mitnehmen, alles scheint vergessen, sogar mein Hintern, der auf diesen folterähnlichen Sitzen eingeschlafen ist. Nach ergiebigem, verdienten Applaus verlasse ich das Heiligtum und schwebe -nun 10cm-vom Boden- desorientiert in die Stadt. Der Strom trägt mich in den letzten Rest des Wandelkonzertes in „Specks Hof“. Leider höre ich nur noch von Händel „Meine Seele hört im Sehen“, gesungen von der zierlichen Christine Mothes mit dem Ensemble Litencia.  Die Stimme ist dicht und warm und man nimmt ihr den pantheistischen Geist dieses Stückes 100% ig ab. Diese Einkaufspassage ist schon ein recht interessanter Ort für eine solche Aufführung, leider sind die anderen Stationen des Wandelkonzertes bereits verwaist, so dass ich mich auf den Weg zu einer gastronomischen Lokalität aufmache. Das hatte ich über die Musik völlig vergessen.

12.06.09 / 9.30 Uhr METTE Ev. reformierte Kirche

Als allererstes leihe ich mir ein Fahrrad am Bahnhof, damit ich noch effizienter alle Konzertstationen abfahren kann und nebenbei vielleicht mir einige perfekt restaurierte Bürgerhäuser ansehen kann. Petrus ist heute eher auf Seite der Natur als auf der, der Bachfestbesucher und es schüttet phasenweise. Vor der Kirche treffe ich ein holländisches Ehepaar, die auch nach Bach-Fans aussehen. Ich quatsche sie spontan an. Die Glücklichen verbringen allerdings das ganze Bachfest in Leipzig.

Zu Gehör kommen geistliche a-cappella-Gesänge von ebenfalls mit Leipzig dicht verbundenen Komponisten, Felix Mendelssohn, Max Reger und H. Schütz. Das Ensemble Vocalphonie besteht aus 6  jungen Leuten, die mit großer Leichtigkeit und ohne viel Pathos die Meilensteine des Chorgesangs interpretieren. Ich nenne hier einfach mal die größten Knaller: Morgensang / Führe mich auf dem Pfad Deiner Gebote / Nachtlied -Reger, Herr, auf Dich traue ich / Die Himmel erzählen die Ehre Gottes – Schütz, Hebe Deine Augen auf -Mendelssohn. Das „Hebe Deine Augen auf“ hat mir noch viel besser gefallen als gestern, wobei der Rahmen hier natürlich auch viel intimer ist mit nur 2 m Abstand zu den Künstlern. Der glockenreine, unaufdringliche Sopran von Franziska Misch schwebt stets engelgleich über dem Klanggepflecht.

Der dicke Leipzigführer, den ich immer in die Seitentasche der Jeansjacke stopfen muss, nervt mich. Ich fahre zum Thomasshop und erstehe eine Umhängetasche mit dem Bach-Aufdruck und noch einen Kugelschreiber. Wenn ich schon etwas kaufen muss, möchte ich schliesslich die richtigen Stellen damit unterstützen. Ausserdem schreibt es sich mit einem Bach-Kuli eindeutig besser.

11.30 Uhr Ausgezeichnet! J.S.Bach-Preisträgerin 2008 Marie Friederike Schöder – Sopran

Das ist für mich ein absoluter Höhepunkt bei diesem Bachfest, schon der Aufführungsort, die alte Handelsbörse, ist ein der Kunst würdiger Ort. Ich pflanze mich in Reihe 3 und sitze neben Ehepaar Hering aus Kassel, mit denen ich ein nettes Gespräch führe. Also Kontaktprobleme hat man hier wirklich nicht.

Als erstes hören wir vom Leipziger Barockorchester ein Telemann Concerto D-Dur, dann kommen aus Händels „9 deutschen Arien“ 4 Stücke (meine Seele hört im Sehen, Die ihr aus dunklen Grüften, Süße Stille-sanfte Quelle, Singe Seele Gott zum Preise), die schon äußerst virtuos und im Ausdruck sehr vielschichtig sind. Der Oberknaller ist allerdings BWV 51 Jauchzet Gott in allen Landen, die von allen Ausführenden gleichermaßen hohe Kunstfertigkeit verlangt. Aber Frau Schöder ist Profi und es klingt einfach nur super, mühelos meistert ihre Stimme die Höhe, und auch im Tempo wirkt sie nie gehetzt oder überfordert. Auch Ute Hartwich als Trompeterin steht ihr in nichts nach und rundet den Gesamteindruck positiv ab.

Es ist 13.00 Uhr und es ist tatsächlich erst mal bis 17.00 Uhr Pause. Ich esse einen schlechten, aber preiswerten Salat bei einer Fastfoodkette und fahre ein wenig durch die Innenstadt. Helmut Kohl mit seinem Zitat, dass im Osten „blühende Landschaften entstehen werden“ kommt mir in den Sinn. Selbst der fiese Unibau der früheren Karl-Marx-Uni weicht einem nagelneuen Gebäude. Der „steile Zahn“ heisst jetzt Cityhochhaus (wie langweilig) und beheimatet den MDR. Es zieht mich allerdings immer wieder in den Thomaskirchhof. Ich fühle mich trotz der -zig Besucher dort wie in einem Refugium über das Bach selbst schützend seine Hände ausbreitet.

17.00 Uhr Thomaskirche Motette-Das Bach Revival von Mendelssohn.

Langsam füllt sich der Vorplatz aber keiner weiss so recht, ob das Konzert jetzt hier draußen startet. Christoph, ein Kantor aus dem Hessischen spricht mich an. Ob ich wisse, ob man hier anstehen müsse. Nee… Offensichtlich werden die Besucher in die Kirche gebeten. Da es unten schon ziemlich voll ist, nehmen wir den Klo-Durchgang durch die Katakomben zur Empore. Das ist mal ein echter Geheimweg. Wir setzen uns direkt vor den Chor auf der gegenüberliegenden Empore.

Man hat das Repertoire dieses Best-Of-Konzertes nach bestem Wissen wieder rekonstruiert, Felix hat ein buntes Pottpourrie aus echten Bach´schen Zutaten gemixt. Nach 2 Chorälen (Ein feste Burg ist unser Gott / Nun lob mein Seel den Herren) singen die Thomaner die Motette „Singet dem Herrn“Ebenso sind „Ich will bei meinem Jesu wachen“ aus der Matthäus Passion und auch das „Sanctus“ aus der H-Moll Messe vertreten. Was mir besonders gut gefällt, ist die Motette „Ich lasse Dich nicht BWV Anh. III 159“ die in ihrer schlichten Anmut von dem Super-Chor von Gotthold Schwarz etwas archaisches hat und mich ein wenig an BWV 4 erinnert. Kannte ich vorher nicht. Ein ungewöhnliches Abenteuer sind auch die Orchesterstücke wo in romantischer Manier ein frisch restaurierter Wieck-Flügel erklingt. Das sieht in einer Kirche auf der Empore etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber genau den gleichen Eindruck hat vielleicht Mendelssohns schwärmerische Musikauswahl hinterlassen, die bearbeitet und gekürzt auf ein verständliches und zumutbares Maß von romantischem Barockverständnis einem breiten Publikum zugeführt werden sollte. Um mit den Worten von Georg Christoph Biller zu sprechen, „es ist wichtig, dass auch wir wie Mendelssohn sind, wir müssen für unsere Musik brennen“. Die Rede hat mich sehr bewegt.

20.00 Uhr Nicolaikirche-Kantatenkonzert

Das Konzert beginnt gleich mit einem Hammer, die Kantate „Ich habe genug (oder genung)“. Matthias Görnes voluminöser Bass lässt keine Wünsche offen, auch wenn die Raumakustik hier wieder ihren Tribut fordert. Aber das tut der glanzvollen Aufführung und diesem wunderschönen Stück keinen Abbruch. Er ringt seinem Zwerchfell die Töne mit Hilfe tänzerischer Hilfsbewegungen ab,  die -wie ich finde- Rückschlüsse auf seine sexuelle Gesinnung zulassen, ebenso die Theatralik mit der er sich in den Gesangspausen die Augenbrauen zusammenschiebt („Griff ans Diadem“). Er ist schon von sich sehr überzeugt, Christoph tituliert das hinterher etwas abfällig mit „Lackaffigkeit“. Das ist nicht unzutreffend! Nicht zu vergessen sei an dieser Stelle sei Susanne Wettemanns Oboenspiel, das in ständiger Zwiesprache mit dem Bass steht. Bei der abschliessenden Arie „Ich freue mich auf meinen Tod“ schmelze ich total dahin. So ein geiler Groove und so ein Tempo. Mein Mann und ich sind selbständig und manchmal leide ich unter dem existenziellen Druck, dass ich mir in ganz dunklen Momenten wünsche, dass alles vorbei ist, es ist einfach genug. Und mit der Gewißheit, dass es aber irgendwie weitergeht und man aufgehoben ist, kann man sich auch auf den „Tod“, egal welcher Art, freuen. Die Ouvertüre in H-Moll, die danach kommt, habe ich schon ewig nicht mehr gehört, sie war so etwas wie eine „Einstiegsdroge“, ich bin wieder aufs neue beeindruckt, auch von dem rasanten Tempo Cornelia Grohmanns Flöte. Leider reisst dem Konzertmeister Albrecht Winter dann die E-Seite seiner Geige, aber fast unmerklich tauscht er mit der 2. Geige das Instrument, das nenne ich Profis.

Nach „Der Friede sei mit Euch“ und der „Kreuzstabkantate“ endet das Konzert mit dem düsteren Choral „Komm o Tod, Du Schlafes Bruder“, wobei ich mich frage, was der Interpretationsansatz für diese von Fermaten zuschnittene eher abgehackte Darbietung sein soll? Das ist eines meiner klassischen Gänsehaut-Stücke, ich spüre jedesmal durch die Musik wie die Hand des Todes nach einem zu greifen scheint, schade, dass der Zusammenhang der Worte so jäh auseinander gerissen wurde. Ansonsten war es einfach nur geil und hätte stundenlang so weitergehen können (die nächsten Stunden hätte ich dann aber nur mit einem Sitzkissen überstehen können, liebe Merchandising-Experten, wie wäre es mit einem handlichen Bach-Sitzkissen, das in jeden Stoffbeutel passt?)Langanhaltender Applaus belohnt die Ausführenden. Mein Banknachbar hat eine totale Fahne (Herrscher des Himmels erhöre das Lallen…), wir geben Standing Ovations und er raunt mir etwas von sauberer Intonation ins Ohr. Jawohl, da stimme ich ihm nüchtern zu!
Nachdem ich mit Christoph noch einen Absacker getrunken habe und wir unseren vernachlässigten Magen noch zu später Stunde bedient haben, mache ich mich mit meiner Fietze auf ins Hotel. Ganz schön schattig in Leipzig.
13.06.09 / 9.30 Nicolaikirche Mette
Leider habe ich das Programm irgendwo vergessen, dass ich die Eindrücke irgendwie aus dem Gedächtnis rekonstruiren muss. Die Stücke versetzen mich in die Anfänge meines aktiven Chorgesangs, Mendelssohns geistliche Gesänge für Alt/Sopran + Chor (Herr wir trauen auf Deine Güte, Hör mein Bitten), die ich mir damals schon fast leidgesungen hatte. Bei „Deines Kinds Gebet erhöre“ fängt hinter mir eine Frau hemmungslos zu weinen an. Was sie wohl gerade erlebt hat? Ja, es gibt in dieser manchmal kalten Welt ein Bedürfnis nach tiefer Sinnlichkeit, aber man muss es auch geschehen lassen, dass das Gefühl über einen hereinbricht.
„Singet dem Herrn“, Bachs Motette wird vom Altar vorgetragen, witzig ist, die Reaktionen der Chorsänger nach den Läufen der „Kinder Zion“ oder „Lobet den Herrn“ zu beobachten… Da wird aufgeatmet, die Hände werden ausgeschüttelt, die Augen gerollt. Ja, ja, einfach kann halt jeder!
Bis zur Motette um 3 ist es noch ein bisschen hin, das Wetter ist super, aber zu einem Einkaufsbummel habe ich auch keine Lust, schliesslich muss man dann den ganzen Tag die ollen Taschen mit sich rumschleppen. Nahrungsaufnahme? Unnötig. Also frage ich im Foyer der alten Handelsbörse, ob es noch Karten für den Cello – J.S.Bach Preisträger 2008 gibt. Ich schwatze der Dame eine Rentnerkarte ab, obwohl diese Berechtigung für mich noch in 30 jähriger (oder längerer) Ferne liegt. Wenn ich mich nicht recht täusche sitze ich auf dem selben Platz wie gestern. Von Cello-Musik muss ich ja gestehen, habe ich wirklich keinen Durchblick. Es fällt mir lediglich die Doktorarbeit von unserer Freundin Sabrina ein, die sie über Berufskrankheiten von Musikern geschrieben hat. Die Berufskrankheit der Cellisten sei Impotenz. Ich überlege, dass Bach höchstwarscheinlich nur selten Cello gespielt hat.
Neben mir sitzt Werner aus Münster, ein netter End-Fuffziger, der wie ich in einem guten Chor gesungen hat, da stimmt die Wellenlänge. Da das Konzert beginnt, verabreden wir uns hinterher auf einen Kaffee.
13.06.09 / 11.30 Ausgezeichnet! Philip Higham / Cello
Das erste Stück ist von Bach die G-Moll Sonate, ein Stück in Form des 3-sätzigen ital. Concertos aufgebaut und verlangt vom Solisten schon einiges ab. Verzückt schliesst Higham an besonders genussvollen Stellen die Augen.
Das B. Britten Stück OP72 würde ich jetzt spontan nicht zu meinen Lieblingsstücken küren, zeigt es aber doch in recht virtuoser Weise, was auf dem Cello möglich ist. Es ist aus der Freundschaft Britten mit M. Rostropowitsch hervorgegangen, der hohe Schwierigkeitsgrad dieses Stückes wird gebührend beklatscht.
Weiterhin kommen 2 Mendelssöhne zu Gehör, Variations concertantes D-Dur und Sonate D-Dur, das liegt mir etwas näher. Komponiert in Berlin sowohl für seinen ambitionierten Bruder Paul, als auch für die geistige Elite, die sich im Salon seines Vaters Abrahams zu den sog. Sonntagsmusiken einfanden. Rasant, sanglich, virtuos präsentiert sich diese Musik. Also an die Cellomusik lohnt es sich garantiert heranzutasten.
Ohne die künstlerische Leistung zu schmälern,  lasse ich jetzt die Motette um 15.00 Uhr, das Orgelkonzert im Gewandhaus um 17.00 Uhr und das MDR Konzert 20.00 Uhr mit Liedern von Schumann und Wolf, sowie Haydn Quartetten unrezensiert, obwohl mir letzteres vom Aufführungsort im alten Rathaus, diesem intimen Rahmen, sehr gut gefallen hat. Hinterher habe ich mich mit Werner und seinem Ex-Sänger-Kollegen aus Münster, Roland, ein Wahl-Dresdner, auf dem Augustusplatz zu Nigel Kennedy getroffen. Der Augustusplatz ist brechend voll und ohne Handy hätte ich die beiden nie gefunden. Roland ist eine ziemliche Sahneschnitte, warscheinlich Anfang 40 (ich frage ja nicht nach dem Alter)und es ist ein wirklich netter Abend mit den beiden. Kennedy hat warscheinlich auch schon ein paar bekiffte Jahre hinter sich, die Musik ist aber sehr vielseitig, wobei manchmal das Genre schlecht rauszuhören ist. Manchmal ist es jazzig, dann mal wieder Klassik, oder auch Folk, als ich noch nicht da war, hätte er tatsächlich gesagt, alles wäre original Kennedy, no fucking Bach. Selbst wenn ich dieses Adjektiv unehrenhaft und überflüssig finde, ist es mir egal  für Bach bin ich ja nicht zu Mr. Kennedy gekommen.
Sonntag, 14.06.09 / 09.30 Gottesdienst Thomaskirche
Ich sitze mit Werner wieder auf der Empore, neben mir sitzt leibhaftig Rudi Carrell, erfahrener Bachfestbesucher mit eigenem Sitzkissen! Und auf los gehts los.
Im Zentrum des Gottesdienst zum 1. Sonntag nach Trinitatis (Lukasevangelium von Lazarus)steht Bachs grandiose Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ und eine tief berührende Predigt von Pfarrer Chr. Wolff.
Schroff und verwirrend wird von Bach die Ewigkeit, in der der einst Reiche Mann umherzuirren scheint, dargestellt. In diesem Stück gibt es keine Erlösung. Grandios das Leipziger Barockorchester unter Philipp Amelung und Susanne Krumbiegel als wirklich kräftiger und Thomaskirchentauglicher Alt (das ergreifendste Stück ist für mich „O Mensch errette Deine Seele“).
In der Predigt gelingt es Herrn Wolff einen sehr nahen Realitätsbezug zu Lazarus damals und heute herzustellen. Er verknüpft die Geschichte mit der aktuellen Wirtschaftskrise, den Bankenbossen und den Verlierern unserer Gesellschaft. Leider muss ich nach dem 2. Teil der Kantate fluchtartig die Kirche verlassen, da mein Zug warscheinlich nicht auf mich wartet.
Hinter mir liegt ein Wochenende, das mich hat den Alltag völlig vergessen lassen. Obwohl ich noch nie eine derartige Reise alleine angetreten habe, würde ich es immer wieder so machen. Man lernt spontan so viele Leute kennen, die man in anderen Konzerten oder in Leipzig immer wieder trifft. Vielleicht ist der Bericht zu lang geworden. Aber dieser Besuch hat mit seinen Menschen und seinen Erlebnissen eine derartige Dynamik angenommen, dass es sich nicht bloss auf die Musik reduzieren ließ.
Aufwiedersehen Leipzig, Sebastian, bis nächstes Jahr, à Dieu.

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DVD J.S. Bach Festkonzert aus der Gethsemanekirche veröffentlicht


Hallo,

nach meiner Rezension zu der SDG 150 – Veröffentlichung aus der Gethsemanekirche Berlin – möchte ich auf eine bemerkenswerte DVD-Neuerscheinung von dem gleichen Veranstaltungsort hinweisen:

Cover Motetten von BachCover: DVD J.S. Bach Motetten Gethsemanekirche Berlin

DVD-Informationen:

Rias Kammerchor; Stephanie Petitlaurent (Sopran); Waltraud Heinrich (Alt); Susanne Langner (Alt); Volker Arndt (Tenor); Christian Mücke (Tenor); Johannes D. Schendel (Bass) Akademie für alte Musik Berlin
Leitung: Hans-Christoph Rademann

Dieses Festkonzert in der Berliner Gethsemanekirche zum Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung markiert gleichzeitig das 60-jährige Bestehen des RIAS Kammerchors. Der 1948 gegründete Chor genießt weltweit den Ruf eines der besten Ensembles seiner Art. Unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Hans-Christoph Rademann und begleitet von der Akademie für Alte Musik Berlin singt der RIAS Kammerchor berühmte Motetten von Johann Sebastian Bach. Aufgelockert wird das Programm mit herrlichen Instrumentalsätzen aus Kantaten des Thomaskantors.

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Thrailer nachstehend anklicken !

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Bestellung der DVD Preis: 24,99 €

bei http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B001XTLASS

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DVD Motetten BWV Anh. 159, 225-228

  • DVD
  • Erscheinungstermin: 18.05.2009
  • Verfügbarkeit: Artikel am Lager

Detailinformationen

+ Sinfonias aus den Kantaten BWV 146, 169, 188;

Concerto aus der Kantate BWV 35

Sound: stereo/DSS 5.1/DTS 5.1
Bild: WS (NTSC)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Laufzeit:93 Min.

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Meiner Ansicht nach legt Rademann in den Motetten ein Gardiner-Spezial-Tempo an und scheint ihm sehr nahe zu kommen. In dem Trailer oben kann man in etwa einen Eindruck seiner Interpretation bekommen.

Wünsche viel Spass beim Trailern..!!

Gruß

Volker

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Klassik in OWL – Bach-Werke in einem Konzert der Barockakademie Detmold


Hallo,

für OWL wieder ein Klassik-Highlight mit Professor Gerhard Weinberger und seiner Barockakademie Detmold – sie führen am 30. Mai 2009 um 19:30 Uhr – im Konzerthaus der Hochschule für Musik Detmold – Bachwerke auf.

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http://www.klassik-in-owl.de

Die Veranstaltung im Rahmen der Klangraum-Festwochen zur Eröffnung des Konzerthauses wird geleitet von Ulrike-Anima Mathé (Leitung des Instrumentalsolisten-Ensembles) – sowie Gerhard Weinberger (Gesamtleitung). 

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Foto: Professor Gerhard Weinberger, HfM Detmold

Hier das genaue Programm sowie die Ausführenden auf einen Blick:

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Missa F-Dur BWV 233 – Jessica Jans (Sopran), Benno Schachtner (Altus), Christopher Jung a. G. (Bass)
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048 ohne Tempoangabe
Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 172 „Erschallet ihr Lieder” – Cosima Henseler (Sopran), Anna Bineta Diouf (Alt), Henning Klocke a. G. (Tenor), Christopher Jung (Bass)
Johann Sebastian Bach: Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden” BWV 230 für vierstimmigen Chor und Continuo
Johann Sebastian Bach: Konzert E-Dur BWV 1042 für Violine und Orchester – Ulrike-Anima Mathé (Violine)
Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 34 „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe” (am Pfingstfest) – Sophia Bockholdt (Alt), Henning Klocke a. G. (Tenor), Christopher Jung (Bass)

Foto Saniertes Konzerthaus HfM Detmold

Fotorechte: NW- umgebautes Konzerthaus mit Wellenfeldsynthese der HfM Detmold

Buchung

Bitte bestellen Sie Tickets für die Veranstaltung „Bach-Werke in einem Konzert der Barockakademie“ direkt beim Veranstalter.

Veranstalter: Hochschule für Musik Detmold Telefon: 05231-975-5

Karten – Online Bestellung  – h i e r  – 

Nähere Angaben zum sanierten Konzerthaus mit Wellenfeldsynthese der HfM Detmold kann als PDF auf den eigenen Rechner geladen werden.

pdf    Konzerthaus der HfM Detmold.pdf

 

WFS2009-Konferenz in Detmold

Vom 12. bis 14. Juni 2009 findet im neu eröffneten Konzerthaus und dem Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold (HfM) ein Kongress zu neuen Wiedergabeverfahren für Musik statt. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, die Grundlagen und Besonderheiten räumlicher Wiedergabeverfahren zu erfahren, die Wellenfeldsysteme an der HfM kennen zu lernen, verschiedene Wiedergabeverfahren im direkten Vergleich zu bewerten und selbst in Workshops Klänge zu erzeugen.

In mehreren Konzerten kann der Einsatz der WFS im musikalischen Kontext erlebt werden. 

Bei Interesse an einer Teilnahme schicken Sie bitte eine Email an eti@hfm-detmold.de.

Weitere Informationen über diesen Termin…

Grüße
Volker

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NEW RELEASE – SDG 156 vom Label Soli Deo Gloria


Hallo an alle Gardiner-Fans,

die nächste Veröffentlichung von SDG 156, Vol. 4 –  steht ab 6. Juli 2009 an.

Cover: Neuveröffentlichung von SDG 156 ab 6. Juli 2009 vom Label SDG

Cover: Neuveröffentlichung von SDG 156 ab 6. Juli 2009 vom Label SDG

Inhaltsangaben:

SDG 156 Volume 4 (2 cds) contains:

Cantatas for the Sixth Sunday after Trinity

BWV 9 – Es ist das Heil uns kommen her

BWV 170 – Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust

Motette: Der Gerechte kommt um *)

(recorded: St Gumbertus, Ansbach)

Soloists: Joanne Lunn | Michael Chance

James Gilchrist | Stephen Varcoe

Cantatas for the Seventh Sunday after Trinity

BWV 186 – Ärgre dich, o Seele, nicht

BWV 107 – Was willst du dich betrüben

BWV 187 – Es wartet alles auf dich

(recorded: St Mary’s, Haddington)

Soloists: Katharine Fuge | Richard Wyn Roberts

Kobie van Rensburg | Stephan Loges

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

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Hörproben von SDG 156 Vo. 4


SDG 156 disc 1 –

1.  Es ist das Heil uns kommen her BWV 9
– no. 1 Coro (Choral)

Stream Audio

13.  Motet: Der Gerechte kommt um

Stream Audio
SDG 156 disc 2 –
1.  Ärgre dich, o Seele, nicht BWV 186
– no. 1 Coro

Stream Audio

10.  Laß, Seele, kein Leiden BWV 186
– no. 10 Aria (duetto): Soprano, Alto
soloists: Katharine Fuge, Richard Wyn Roberts

Stream Audio


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CD-Bestellung über amazon Deutschland

Link: http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B002AHJTIA

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  • CD-Bestellung über amazon.co.uk (Partner-Seite) nachstehend:

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Link: CDs der SDG-Reihe sind zu beziehen – h i e r – klicken !

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Anmerkung zu: (*Motette: „Der Gerechte kommt um“

Bearbeitung der Johann Kuhnau zugeschriebenen Motette „Tristis est anima mea“ Die Motette „Der Gerechte kommt um“ ist innerhalb der Passionskantate „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ von Carl Heinrich Graun überliefert, in die später auch Sätze verschiedener anderer Komponisten, darunter Bachs und Telemanns, interpoliert wurden. Nach den Untersuchungen von Diethard Hellmann, dem Herausgeber der vorliegenden Ausgabe, handelt es sich bei der Motette ursprünglich um eine A-cappella-Komposition Johann Kuhnaus auf den Text „Tristis est anima mea“, die dann – höchstwahrscheinlich von Bach – durch Neutextierung und Hinzufügung eines Instrumentalsatzes umgearbeitet wurde.

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Freuen wir uns auf diese Neuveröffentlichung – von  Aufnahmen, die u.a. während der Ansbacher Bachwoche in 2000 aufgenommen wurden.

Schönes Wochenende und Grüße

Volker

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Radiotipps für die Karwoche 2009


Hallo zusammen,

Die Karwoche bietet ein schier unübersehbare Fülle interessanter Radio- und Fernsehsendungen. Die diversen Passionen von Bach habe ich diesmal nicht herausgesucht. Fast jeder Sender bringt in der kommenden Woche eine Matthäus- oder Johannes-Passion. Bis hin zu BBC, die am Karfreitag noch einmal die Gardiner-Bach-Johannes-Passion von den PROMS im letzten Jahr senden. Schaut selbst einmal, oder fragt an, in meiner Zeitung ist alles angkringelt, das Herausschreiben wird mir auf blauen Dunst hin zuviel. Da sich Händels Todestag nähert, gibt es in meinen Tipps – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – sehr viel Händel. Bei mir wird wahrscheinlich ein Rechner zum Aufnehmen in der nächsten Woche nicht ausreichen…

Viel Freude an der Musik – für die Osterwoche gibt es dann noch mehr.
Viele Grüße
Barbara

Sa 4.4.2009

NDR
20-22 Uhr
Prisma Musik
Händel, der Europäer (1/3)

Niemand repräsentiert jene musikalische Epoche, die man etwas ungenau auch das „Barockzeitalter“ nennt, besser als Bach und Händel. Ihre Geburtsdaten liegen nur wenige Wochen, ihre Geburtsorte nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Und doch hätten die beiden Musiker unterschiedlicher kaum sein können, selbst wenn sie in unserer Vorstellung einen durchaus ähnlichen Musikertypus verkörpern. Im Gegensatz zu Bach, der bekanntlich in seiner thüringischen und sächsischen Heimat wirkte, zog es Händel in die Fremde.
Während aus dem genialen Thomaskantor der Großmeister der protestantischen Kirchenmusik wurde, der ungezählte Kantaten, aber keine einzige Oper schrieb, avancierte Händel in Deutschland, Italien und vor allem England zum bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit. Die Musikhistoriker Silke Leopold, Matthew Gardner und Peter Wollny zeichnen in drei Folgen der Sendereihe „Prisma Musik“ diese stilistische Entwicklung nach. Im ersten Teil beschäftigt sich Peter Wollny, der Leiter des Leipziger Bacharchivs, mit Händels deutschen Wurzeln.
22-24 Uhr
Variationen zum Thema
Händel in Halle und Hamburg
Friedrich Wilhelm Zachow:
Jesu, meine Freude, Choralbearbeitung
Helmut Gleim, Orgel
Reinhard Keiser:
Singspiel „Der geliebte Adonis“ (Ausschnitt)
Ralf Popken, Altus / Marietta Zumbült, Sopran
Capella Orlandi Bremen
Johann Mattheson:
„Cleopatra“, daraus: „Geh, geh, Verräter, geh!“
Duett Mandane – Ptolemäus
Rossana Bertini, Sopran / Jean Nirouet, Countertenor
Ensemble Baroque de Nice / Ltg.: Gilbert Bezzina
Georg Friedrich Händel: „Almira, Königin von
Kastilien“ (Ausschnitt) / Ann Monoyios, Sopran
Fiori Musicali / Ltg.: Andrew Lawrence-King

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So., 5.4.2009
BR4
19-23 Uhr
Georg Friedrich Händel: „Agrippina“

Dramma per musica in drei Akten
In italienischer Sprache
Claudio – Alastair Miles
Agrippina – Della Jones
Nerone – Derek Lee Ragin
Poppea – Donna Brown
Ottone – Michael Chance
Giunone – Anne Sofie von Otter
Narciso – Jonathan Peter Kenny
Lesbo – Julian Clarkson
Pallante – George Mosley
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner
Aufnahme von 1992

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5.4.2009 DomRadio Köln, 20:00 h bis 22:00 Uhr und ab 22:33 Uhr

Beethoven „Christus am Ölberge“

Musik zu Palmsonntag von Ludwig van Beethoven und Dietrich Buxtehude

Der Palmsonntag gilt als Tor zur Karwoche, zur Heiligen Woche, in der Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi gefeiert wird. Den Namen Palmsonntag hat der Tag von der Palmprozession zum Auftakt des Gottesdienstes, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. An diesem besonderen Tag gibt es zwei Werke in der Sendung „Musica“. Zunächst von Ludwig van Beethoven „Christus am Ölberge“, das ist ein Oratorium für drei Solostimmen, Chor und Orchester op. 85. Dann erklingt von Dieterich Buxtehude der Kantatenzyklus „Membra Jesu Christi“.

Dieser Text ist eine mittelalterliche Meditation über die Wundmale Jesu Christi, die er bei seinem Kreuzestod erlitten hat. Aus den Meditationen und einigen Bibelzitaten fügte Buxtehude einen siebenteiligen Kantatenzyklus, wobei jede Kantate ein Körperteil meditiert.

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J.S. Bach ab 22:33 Uhr Kantate

BWV 182 – Palmsonntag

Kantate: BWV 182 „Himmelskönig, sei willkommen“

Tölzer Knabenchor, Concentus musicus Wien, Leitung: Nikolaus Harnoncourt.

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Link: http://www.domradio.de/musica/artikel_52009.html

Di, 7.4.2009
BR4
19:05 Uhr
Georg Friedrich Händel: „Partenope“
Dramma per musica in drei Akten
In italienischer Sprache
Partenope – Christine Schäfer
Emilio – Kurt Streit
Arsace – David Daniels
Rosmira – Patricia Bardon
Ormonte – Florian Boesch
Armindo – Matthias Rexroth
Les Talens Lyriques
Leitung: Christophe Rousset
Aufnahme vom 1. März 2009 im Theater an der Wien

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Mi, 8.4.2009
NDR
20-21
Möglichkeiten einer Sternstunde

Hörspiel von Paul Barz
Regie: Heinz-Wilhelm Schwarz
Mitwirkende: Martin Benrath, Rolf Boysen und Karl Lieffen
Produktion: WDR | BR 1985, 58 Minuten
Beide sind im Jahr 1685 geboren, fast am gleichen Tag und Ort. Sie haben gleiche Freunde, der eine bedient sich recht kräftig beim Werk des anderen. Sie enden beide gleich: alt, blind und einsam. Aber sie sind sich nie begegnet: Leipzigs Thomas-Kantor Johann Sebastian Bach und Londons Superstar Georg Friedrich Händel, meist unverstandener Provinzkomponist der eine, Karajan und Bernstein in einer Person der andere.
Hätten sie sich, wären sie sich begegnet, etwas zu sagen gehabt? Wären sie Freunde oder Feinde gewesen und vielleicht hätte sich auch darauf eine Antwort ergeben: Warum Bach die Begegnung mit dem ungleich berühmteren und erfolgreicheren Händel, der am 14.4.1759 in London starb, stets gesucht, Händel sie stets vermieden hat.
„Möglichkeiten einer Sternstunde“, die so nie stattfand und vielleicht auch so nicht hätte stattfinden können: ein Spiel mit der Wahrscheinlichkeit, mit Verhaltensmustern, mit einer Utopie.
Der Autor
Paul Barz, 1943 geboren, lebt als freier Publizist in Wentorf bei Hamburg. Neben Biografien, Sachbüchern und Theaterstücken schrieb er über 30 Hörspiele, für den NDR zuletzt

HR2
20-21:30
Notenschlüssel

Georg Friedrich Händel: „Judas Makkabäus“ oder „Wie wird man Nationalheld?“
Aufgeschlüsselt von Paul Bartholomäi
Zum Schluss wird es geradezu weihnachtlich. Im dritten Teil von Händels „Judas Makkabäus“ erklingt plötzlich „Tochter Zion“, eines der bekanntesten deutschen Weihnachtslieder, gesungen von Knaben und Mädchen. Im englischen Original heißt das Lied „See, the conquering hero comes“ und begrüßt wird der siegreiche jüdische Freiheitskämpfer Judas Makkabäus, der mit seinem Heer das der seleukidischen Besatzer niedergerungen hat. Das Ganze spielte sich im 2. Jahrhundert vor Christus in Palästina ab, ist aber auf die Situation im England des 18. Jahrhunderts übertragbar. Hier hatte es der schottische Thronprätendent Charles Edward Stuart gewagt, mit seinen Truppen in Schottland und England einzumarschieren, um sich beider Throne anzueignen. Doch bevor er Großbritannien unter seiner Herrschaft einigen konnte, wurde seine Armee im April 1746 durch den Herzog von Cumberland vernichtend geschlagen, dem Sohn König Georgs II. Den Bezug zur Befreiung von der Stuart-Bedrohung verstand jeder im Publikum, und so wurde „Judas Makkabäus“ eines der populärsten Werke Händels in England bis heute. „See, the conquering hero comes“ gehört auf der Insel fest ins Repertoire patriotischer Gesänge und wird regelmäßig – fahnenschwenkend – vom Publikum bei der „Last Night of the Proms“ gesungen.

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Do. 9.4.2009
BR4
18-20:40 Uhr

Georg Friedrich Händel: „Brockes-Passion“
Solisten: Mária Zádori, Katalin Farkas, Éva Bártfai-Barta, Sopran; Eva Lax, Alt; Drew Minter, Péter Baján, Tamás Csányi, Countertenor; Martin Klietmann, Guy de Mey, János Bándi, Tenor; István Gáti, Gunther Burzynski, Bariton
Stadtsingerchor zu Halle
Capella Savaria
Leitung: Nicholas McGeagan

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10.4.2009
SWR2
9-10 Uhr
Musik-Feature
Bachs Johannespassion
(1) „Herr, unser Herrscher“ -Die Kunst der musikalischen Textausdeutung im Eingangschor, den Rezitativen und Chorälen
Von Wieland Schmid
(Produktion: BR 1995)

Johann Sebastian Bachs Johannespassion steht im Zentrum dieses Karfreitags: Vor unserer Live-Übertragung der Passion mit dem Windsbacher Knabenchor um 17.00 Uhr beleuchten wir in einem mehrteiligen Musik-Feature die Hintergründe dieses Werkes. Im ersten Teil (ab 9.03 Uhr) geht es um den groß angelegten Eingangschor, um Bachs expressive Rezitative und um seine kunstvolle Textausdeutung in den Chorälen. Teil 2 des Features (ab 16.05 Uhr) untersucht, mit welchen musikalischen Mitteln Bach die Ereignisse der Kreuzigung und der Grablegung Christi darstellt. Neben längeren Passagen aus dem Werk sind immer wieder einzelne Stimmen aus dem Chor- und Orchestersatz zu hören, dazu Ausschnitte aus Passionsoratorien von Bachs Zeitgenossen. Kommentare zu den theologischen und historischen Zusammenhängen ergänzen das Panorama. Im Pausenbeitrag der Live-Übertragung (gegen 17.40 Uhr) geht es dann um die musikalische Gestaltung der Gerichtsszene.

16-17 Uhr
Musik-Feature
Bachs Johannespassion (2)
„Es ist vollbracht“ Die Kreuzigung und Grablegung Jesu
Von Wieland Schmid

17-20 Uhr
Musik zum Karfreitag – LIVE
Im Pausenbeitrag der Live-Übertragung (gegen 17.40 Uhr) geht es dann um die musikalische Gestaltung der Gerichtsszene.

Johann Sebastian Bach:
Johannespassion BWV 245
Jutta Böhnert (Sopran)
Rebecca Martin (Alt)
Thomas Cooley (Evangelist)
Thomas Laske (Christus)
Detlef Roth (Arien)
Windsbacher Knabenchor
Münchner Kammerorchester
Leitung: Karl-Friedrich Beringer
(Direktübertragung aus dem Festspielhaus in Baden-Baden)

Das evangelische Pendant zu den Regensburger Domspatzen ist der Windsbacher Knabenchor. Was Qualität und Renommee anbelangt, passt allerdings kein Blatt Papier zwischen die beiden Ensembles. Der Windsbacher Knabenchor wurde 1946 in dem kleinen fränkischen Städtchen Windsbach unweit von Ansbach gegründet und zählt längst zu den weltweit besten Ensembles seiner Art. Die Werke Johann Sebastian Bachs bilden das Fundament seines Repertoires. Im Baden-Badener Festspielhaus singen die Knaben unter Leitung ihres langjährigen Dirigenten Karl-Friedrich Beringer die „Johannespassion“. Sie ist feierlicher, wuchtiger, elementarer als die häufiger gespielte
„Matthäus-Passion“ und wird eingerahmt von dem gewaltigen Eingangschor mit dreimaliger Anrufung des Herrn und dem nicht minder beeindruckenden Schlusschor – ein anrührender Grabgesang zur Passion des Gottessohnes.

NDR
13-14 Uhr
Händel – Abenteuer eines Titanen
Teil1: Ein Sachse erobert die Europas Musikwelt
Die dreiteilige Sendung erzählt Händels Lebensgeschichte anhand der schönsten, amüsantesten und spannendsten Händel-Anekdoten, wie sie in den einschlägigen Biografien und zeitgenössischen Quellen überliefert sind. Musiker und Händel-Kenner wie Alan Curtis, René Jacobs und Simone Young kommen ebenso zu Wort wie die Bestseller-Autorin und Händel-Enthusiastin Donna Leon. Der Autor Ralf Pleger, der auch eine Fernsehdokumentation für die die ARD über Händel erobert hat, widmet sich im ersten Teil der Kindheit und Jugend des Komponistenin Halle sowie seinen Wanderjahren in Norddeutschland und Italien bis zum ersten Karrierehöhepunkt in London 1710.

HR2
20-23 Uhr
Telemann: Brockes-Passion

„Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesu“

Dominique Labelle, Geraldine McGreevy, Hilde van Ruymbeke, Marjon Strijk und Dorothea Jakob, Sopran
Tim Mead, Countertenor
Jörg Dürmüller und Andrew Tortise, Tenor
Matthew Brook, Matthew Baker und Donald Bentvelsen, Bass
Niederländische Bach-Gesellschaft
Leitung: Jos van Veldhoven
(Aufnahme vom 25. Oktober 2008 aus dem Concertgebouw in Amsterdam)

Der zu Lebzeiten berühmte und hochgeschätzte Hamburger Dichter Barthold Hinrich Brockes (1680-1747) ist heute nur noch Spezialisten bekannt. Neben seiner kunstvollen Naturlyrik hat vor allem der eindrucksvolle Oratoriumstext „Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus“ das Interesse auf sich gezogen. Dieser Text ist als Passions-Oratorium unter anderem von Georg Friedrich Händel, Reinhard Keiser und Georg Philipp Telemann vertont worden, und er diente auch Johann Sebastian Bach als Anregung für seine beiden Passionen. Uraufgeführt wurde Telemanns „Brockes-Passion“ am 2. April 1716 in Frankfurt am Main in der Barfüßer-Kirche, der einstigen lutherischen Hauptkirche der Stadt, dem Vorgängerbau der heutigen Paulskirche. Überliefert ist, dass zu dieser Premiere wegen des großen künstlerischen Aufwands vermutlich zum ersten Mal Eintrittsgeld für ein Kirchenkonzert verlangt wurde. Obwohl Telemanns dramatische und musikalisch eindrucksvolle Brockes-Passion vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurde, verlor sie danach an Bedeutung gegenüber den alles überstrahlenden beiden Bach-Passionen, die fortan das biblische Passionsgeschehen musikalisch prägten. So ist die Aufführung von Telemanns Brockes-Passion regelrecht eine Neuentdeckung. hr2-kultur sendet eine Aufnahme aus dem Concertgebouw in Amsterdam unter der musikalischen Leitung von Jos van Veldhoven

OE1
19:30-22:00 Uhr
Georg Friedrich Händel: „Der für die Sünden der Welt gemarterte und sterbende Jesus“, HWV 48, „Brockes Passion“.
Akademie für Alte Musik Berlin, Leitung: Marcus Creed;
Collegium Vocale Gent;
Hans Jörg Mammel, Sebastian Noack, Svetlana Doneva, Sophie Klussmann, Alexander Schneider und Colin Balzer
(Übertragung aus der Philharmonie in Warschau).
Präsentation: Bernhard Trebuch

TV – ZDF
12:23 Uhr
Rolando Villazon – Händel-Arien
Am 14. April ist es soweit. Dann jährt sich der Todestag von Georg Friedrich Händel zum 250. Mal. Aus diesem Grund, und auch weil er mit viel Stolz eben sein erstes Album „Handel“ mit Aufnahmen des barocken Meisters präsentiert hat, lädt Rolando Villazón am kommenden Karfreitag, 10. April, zu einem großen Konzert zu dessen Ehren. Schauplatz des Ereignisses ist die Londoner St.Pauls Church im Stadtteil Deptford, und das ZDF wird das Konzert von 12:35 Uhr an im Fernsehen übertragen.

Begleitet wird der mexikanische Startenor von einem herausragenden Barockensemble, das sich bereits um die Klanggestaltung seines Albums verdient gemacht hat. Denn kein Geringerer als der Dirigent und Musikforscher Paul McCreesh steht ihm gemeinsam mit den Gabrieli Players zur Seite, damit das anspruchsvolle Programm die bestmögliche Umsetzung erfährt.

TV – ZDF
23:00 – 0:35 Uhr
„Klang der Stille“
Das Porträt eines großen Künstlers, platonische Liebesgeschichte und opulentes Historiendrama
Künstlerporträt und Geschlechterdrama um das angespannte Verhältnis zwischen dem nahezu tauben Komponisten Ludwig van Beethoven und seiner Kopistin Anna Holtz, die dem Genie trotz aller ihr entgegengebrachter Frauenverachtung stets die Treue hält.

http://spielfilm.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,1020923_idDispatch:8528990,00.html?dr=1

Bach Cantata Pilgrimage 2000 Gardiner-Konzert in Velbert-Neviges am 30.09.2000


Ein Konzertbesuch von Martin in Velbert-Neviges im Mariendom am 30.9.2000 während der Bach Cantata Pilgrimage 2000.

Autor: Martin

Erstmal vielen Dank und herzlichen Glückwunsch an Volker für die Idee und Mühe!

Ich bin leider erst im Jahr 2000 wirklich auf Gardiner und sein Projekt aufmerksam geworden und habe das Konzert in Velbert-Neviges am 30.09.00 mit den Kantaten zum Michaelistag besucht. Außerdem wurde das Violinen-Doppelkonzert BWV 1048 (?) gespielt.



Foto: Mariendom Velbert-Neviges

Es war eine unglaublich gespannte und euphorische Stimmung von Anfang an. Man hatte das Gefühl, dass der komplett aus Beton gebaute Mariendom in Neviges aus allen Nähten platzte. Jedoch ist der Dom sehr hoch erbaut und bietet eine fantastische Akustik mit ordentlich Hall, von der Gardiner nach dem Konzert richtig schwärmte.

Im Gegensatz zur veröffentlichten CD (Vol 7) kam BWV 50 als “Fetzer” zum Schluss und es schien, als hätten Chor und Orchester noch extra große Energiereserven für diese Prachtkantate übrig behalten. Während des Applauses für “Man singet mit Freuden zum Sieg” teilte sich der Chor auf der Bühne und die Oboen und (wenn ich mich richtig erinnere) die Trompeten standen dazwischen. Der erste Chor, der ja auch zuerst einsetzt, beinhaltete auch alle vorherigen Solisten (Hatelius, Wyn Roberts, Gilchrist, Harvey).
Es wurden gute drei Minuten hellstes Bach-Feuerwerk!

Wie Gardiner selbst in seinem Tagebuch schreibt, war der Applaus mit dem eines Rockkonzerts vergleichbar. So war es wirklich. Es standen alle 2000 Leute und etliche (wir auch) drängelten sich in den Zwischengängen nach vorn. Und das zahlte sich aus, als BWV 50 nochmal wiederholt wurde und wir quasi neben dem Orchester standen. Danach folgte nochmal ein nicht endender tosender Beifall.

Beim Verlassen der Bühne nahmen sich alle Solisten und Gardiner ausgiebig Zeit, zahlreiche Autogrammwünsche zu erfüllen. Das hatte wieder was von einem Rockkonzert (nur, dass sie wahrscheinlich weder Hotelzimmer zertrümmert haben, noch bis in die Puppen gesoffen haben..:-)). Das hätte man dem alten Bach gewünscht!

Hat noch jemand Konzerte der BCP besucht?

Grüße,
Martin

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Hier ein Ergänzungs-Beitrag mit Fotos Gardiner-Konzert im Mariendom Neviges

Bach Cantata Pilgrimage 2000 Konzert in Velbert-Neviges am 30.09.2000

23.1.2007 von Martin.

Hallo,

Habe noch ein paar Innenfotos vom Mariendom. Wie kann ich die hier einfügen? Am besten, ich schicke sie Dir, oder?

Auf Wunsch von Martin stelle ich drei weitere Bilder vom Mariendom Innenansicht in Neviges hier vor!! Die Bilder musste ich erst auf meiner Homepage hochladen um eine Internetverbindung für die Bilder zu schaffen. (Ziemlich umständlich im Blog).

Habe eine neue Möglichkeit im Internet gefunden, größere Fotos zu publizieren!

Foto: Neviges Mariendom Blick nach hinten


Foto: Neviges Mariendom Blick nach vorn


Foto: Neviges Mariendom Stuhlreihen

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Dazu gegebene Kommentare:

1. Volker /admin sagt:
23.1.2007 bei 01:00

Hallo Martin,

Herzlich willkommen im Gardiner-Blog.
Mit einem großartigen Konzerteindruck von Velbert-Neviges am 30.09.2000 während der Pilgerreise von 2000 hast Du dich zu Wort gemeldet und uns Deine Eindrücke geschildert.

Ich bin heute einmal auf die dortige Internetseite gegangen und bin von dem Kirchen-Neubau von 1966 schwer beeindruckt. Ich werde das Foto der Wallfahrtskirche in Deinem Beitrag linken, damit alle Besucher einen Eindruck von diesen großartigen Räumlichkeiten bekommen können.

Für mich war es Neuland und habe den Internetauftritt von Neviges mit Interesse verfolgt.

Mich freut es für Gardiner, dass er dort nach Deinen Schilderungen ein euphorisches Publikum angetroffen hat.

Wer ebenfalls Eindrücke von diesem großartigen Wallfahrtsort beisteuern möchte soll es tun.

Grüße
Volker

Verfasst am Jan 17, 11:59 PM |
2. Alexmusician sagt:
2.2.2007 bei 13:00

Hallo Martin,

ja, ich war bei einigen Konzerten der BCP. So auch in dem in Neviges. Etwas Vergleichbares habe ich weder davor noch danach erlebt. Es war schier unglaublich, was an diesem Abend für eine Stimmung durch die riesige Kirche ging. Ein schönes Erlebnis für mich war folgendes: ich hatte einen Sitzplatz ziemlich weit an der Seite und bin zwischenzeitlich mal aufgestanden um mehr sehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt spielten die EBS gerade das Violinkonzert d-moll. Gardiner stand an der anderen Seite und wir schauten uns an und mußten beide grinsen, weil wir beide im selben Rhythmus “mitswingten”´. Es war einfach nur genial.
Beim “Nun ist das Heil” stockte mir dann nur der Atem. Die erste Version war ja schon gut, aber die Zugabe war der Hammer. Vor allem die Tatsache, daß es mitten im Schlußapplaus noch einmal von vorne losging, machte eine Wahnsinnsstimmung.
Diese Reise werde ich nie vergessen.
Grüße,
Alex
3. Martin sagt:
2.2.2007 bei 14:00

Hallo Alex!

Stimmt, ich erinnere mich auch gerade, dass wir beim Applaudieren regelrecht unterbrochen wurden. Ich würde einiges dafür geben, das Konzert nochmal erleben zu dürfen oder eine DVD davon.
Wie ich Tage später gehört habe, haben sie BWV 50 auch als Zugabe in Bonn (einen Tag später) gespielt und damit alle von den Sitzen gerissen.

Auf welchen Konzerten warst Du denn noch?

Grüße,
Martin
4. Volker /admin sagt:
2.2.2007 bei 15:00

Hallo Alex,

bin gerade mit der Mail an Dich fertig geworden und sehe schon Deinen Beitrag, toll! Nochmal ein herzliches Willkommen im Forum unter netten Gleichgesinnten.

Die überschäumende Freude des Konzertes von Neviges scheint in die Gardiner-Analen einzugehen, er berichtet ja auch darüber in seinem Pilgrimage-Reisetagebuch, welches Du aus diesem Blog heraus aufrufen kannst.
Wie Martin es bereits erwähnt hatte, ist das gegebene Konzert in der St. Martinikirche in Bremen nur ein Abklatsch gewesen zu dem, was in Neviges los war. So ein Traumkonzert erlebte ich im März 2005 mit der Matthäus-Passion in Königslutter bei über 1000 Besuchern in dieser schönen alten Kirche.
Viele Besucher, darunter auch ich und meine Frau verließen ganz ergriffen und erfüllt diese Veranstaltung.

Aber auf dieses Konzert werde ich in einem eigenen Beitrag noch ausführlich zurückkommen.

Herzliche Grüsse
Volker
5. meinhardo sagt:
2.2.2007 bei 18:00

Hallo,

da habe ich ja so richtig was verpasst wenn Ihr sagt, es war ein Traumkonzert, möchte so etwas auch mal mitbekommen.
Neidisch bin ich schon……..

Gruss
meinhardo
6. Alexmusician sagt:
2.2.2007 bei 20:00

Hallo,
wie schön, sich hier unter Gleich-Begeisterten austoben zu dürfen:). Ich hatte 2000 das Glück, ab Sommer so ziemlich im 2Wochen Rhythmus die Deutschland Konzerte zu erleben. Angefangen hat es in Mühlhausen im Sommer, danach Rendsburg, Braunschweig, Köthen, Neviges, Leipzig (ich glaub, ich hab noch nie so geheult wie da… obwohl doch: in Wittenberg), Berlin, Potsdam, Wittenberg, Köln und Lüneburg. Ich glaube, das waren sie… Aber dieses halbe Jahr mit dem Meister war so unglaublich, zumal ich da noch zu der großen Ehre gekommen bin, an seinen Proben vor Konzertbeginn teilhaben zu dürfen. Was für eine wunderschöne Zeit. Von mir aus könnte er das jedes Jahr machen.

Wittenberg am Reformationstag war auch so ein Highlight. Zuvor hatte er einen Teil von Wittenberg/Potsdam in Berlin in der Philharmonie gemacht, aber “Gott der Herr ist Sonn und Schild” BWV 79 in der Schloßkirche mit dieser Hörnerfanfare zu Beginn… Mir läuft’s grad schon wieder heiß und kalt den Rücken runter. In der Mitte der Kantate das wunderschöne “Nun danket alle Gott” mit den Hörnern und der Abschluß mit “Erhalt uns in der Wahrheit”. Das ganze mit der überwältigenden Kraft des Monteverdi – Choir. Einfach unglaublich. Was John Eliot für Bach tut, ist einfach nicht zu bezahlen!
Das letzte Highlight, was ich mit ihm hatte, war Ende letzten Jahres das Eröffnungskonzert für Soli Deo Gloria in Braunschweig. Dieses Jahr werden wir ihn ja Gott sei Dank sehr viel erleben. Ich zähle jetzt schon Tage! Wer von euch wird in Leipzig sein?

Grüße,
Alex
7. Volker /admin sagt:
3.2.2007 bei 00:00

Hallo Alex,

Dein Bericht und Besuch über die deutschen Aufführungsstätten während der Pilgertour 2000 ist schon beieindruckend. So viele Orte live mitzuerlebt haben ist ein Traum, was nicht vielen gegönnt war.

Das Trauma in Wittenberg zum Reformationsfest mit der Klangwiedergabe während der Probe zum BWV 80 muss für Gardiner ein Alptraum gewesen sein ich zietiere einmal seine
eigenständige Beschreibung aus dem Reisetagebuch:

“Wir probten zunächst die Kantate BWV 80, der Bach Luthers trutzigen Choral (1528/29) zugrunde gelegt hat. Die von den Streichern verdoppelten Stimmen klangen recht eindrucksvoll, aber es gab ein Problem.

Der mächtige instrumentale Kanon, den Bach als Rahmen für den Kontrapunkt des Chors bestimmt hatte, klang ungleichgewichtig: alle Stimmen oben (drei Oboen unisono) und keine unten (Violone und Orgel). Das ist immerhin die einzige Kantate Bachs, die zwischen Continuostimmen unterscheidet: violoncello cembalo zur Unterstützung der vierstimmigen Choralfantasie, violone et organo als Cantus firmus im Bass.

Auch nachdem wir den Streichbass nach vorn auf die Bühne geholt hatten, blieb das Problem bestehen. Das schöne Jennings-Harmonium, das uns in diesem Jahr überallhin begleitet und uns so gute Dienste geleistet hatte, besitzt keine Pedale und auch nicht das Posaunenregister 16′, das in einer der Quellen genannt wird.

Daher haben wir in der letzten Minute versucht, einen Bassposaunisten aufzutreiben, der imstande wäre, das notwendige Gewicht zu liefern. Dieser Musiker namens Fernando Gunter kam flugs aus Leipzig angereist und brachte die Dinge mit seinen donnernden tiefen Ds, die durch das Kirchengewölbe hallten, wieder in Ordnung

Die optische Wirkung der prächtigen Messingstürze und des voll ausgezogenen Stimmzugs gaben der Musik etwas Prahlerisches und erinnerten an Breughel. Konkurrierende Klänge des Chorals, der in gewisser Weise Kultsymbolcharakter hatte,……..”
– Zitatende. –

Weiterhin warst Du Ende letzten Jahres im SDG-Konzert in Braunschweig, meinst Du den 15.Dezember 2006 in der St.Martinikirche das Konzert? Dann kannst Du als Kommentar in der bestehenden Konzertrezension hier im Blog einmal Deine Eindrücke wiedergeben, wäre schön. Gehe über diesen Link: dann gelangst Du automatisch an die Konzertrezension aus Braunschweig Dezember 2006!

Also ich werde mit meiner Frau alle zwei Tage (14. und 15. Juni)zum Bachfest 2007 in Leipzig sein. (Thomaskirche und Nikolaikirche). Das gleiche hat wohl auch Martin schon gebucht. Nimmst Du auch am Bachfest Leipzig teil, wäre ja wunderbar, da könnten wir uns ja abstimmen zu einem gemütlichen Beisammensein.

Herzliche Grüsse
Volker
8. Alexmusician sagt:
3.2.2007 bei 16:00

Hallo Volker,

ja, ich werde im Juni beim Bachfest sein und freue mich riesig darauf, diese herrliche Musik wieder zu hören. Wir sollten uns da wirklich treffen, ich bin sofort dabei!
Doch, das halbe Jahr ab Sommer 2000 war für mich vom Gefühl, wie ein riesig langer Urlaub. Immer, wenn ich am Sonntag sehr spät am Abend nach Hause fuhr, war ich energie-geladen, wie sonst kaum. Man weiß einfach nicht, wie man diese Zeit in Worte fassen soll. Ehrlich gesagt, zehre ich vielfach heute noch davon, v.a. jetzt, wo die vielen tollen Aufnahmen nach und nach herauskommen.

Zu Neviges ist mir gestern Abend noch etwas eingefallen. Bei “Es erhub sich ein Streit” BWV 19 kommt die unglaublich bewegende Tenor-Arie “Bleibt, ihr Englel, bleibt bei mir”. Im Vergleich zu den anderen “Krachern” des Konzerts, geriet diese Arie für mich zum emotionalen Höhepunkt des Konzerts. Besonders beim Einsatz der Trompete mit dem Choral “Ach Herr, laß dein lieb Engelein” lief mir ein Schauer nach dem nächsten über den Rücken. Dem Trompeter Niklas Eklund gelang hier eine Glanzleistung, zumal die Trompeten ja das gnaze Konzert über gut beschäftigt waren.

 

Auch bei deiner Vermutung zum Thema Wittenberg liegst du richtig. Die klangliche Unausgewogenheit sorgte in der Probe durchaus für einige Hektik. Aber die Posaune brachte wirklich ein hervorragendes Gleichgewicht.

Viele Grüße,
Alex
9. Martin sagt:
3.2.2007 bei 17:00

Hallo zusammen,

also bei einem Treffen bin ich auf jeden Fall dabei. Wer ist denn wie lange da? Ich komme Donnerstag morgen an und fliege Samstag morgen.

An Alex: Absolut beneidenswert, so viele Konzerte mitgemacht zu haben!! Wie war denn das in Leipzig? Warst Du da auch bei der Probe? Ich habe später gehört, dass wohl nahezu alle Proben zwangsläufig öffentlich waren, weil man die Kirchen nicht einfach für ein paar Stunden absperren konnte. Wenn das in Leipzig genauso war und diesmal so ist, sollten wir uns auch die Proben nicht entgehen lassen…

Grüße,
Martin
10. Volker /admin sagt:
3.2.2007 bei 17:00

Hallo Alex,

die Veröffentlichung der CD “SDG 124″ Vol.7 von Bremen, identisch mit dem gegebenen Konzert anschließend in Velbert-Neviges, habe ich mir jetzt wieder in den Player gelegt und berausche mich an den fantastischen Kantaten.

Schon der Anfang des BWV 50 “Nun ist das Heil und die Kraft” lässt mich erschauern, dann anschließend die Trompeten, die meine heimliche Liebe darstellen, zumal der schwedische Trompeter Niklas Eklund mich als ein ganz Großer in der Trompeter-Gilde immer zu begeistern weiß, – Michael Harrison und Paul Sharp als Partner ergeben ein Trompeten-Ensemble erster Qualität -, einfach herrliche Kantaten die zum St. Michaelis-Tag hier eingespielt wurden.

Trompeter Niklas Eklund Trompeter Paul Sharp

Dieses Konzert wird von Bremen und Neviges als gleiches Programm zum Bachfest 2007 in Leipzig u hören sein, die Vorfeude meinerseits darauf ist riesig, ich stelle das Programm von Leipzig noch einmal hier vor:

Freitag, 15. Juni 2007; 20:00 Uhr Nikolaikirche No 60 »Soli Deo Gloria« 20.00 h | Nikolaikirche

J. S. Bach: Nun ist das Heil und die Kraft (BWV 50), Herr Gott, dich loben wir (BWV 130), Es erhub sich ein Streit (BWV 19), Man singet mit Freuden vom Sieg (BWV 149);

Herzliche Grüsse
Volker
11. Volker /admin sagt:
3.2.2007 bei 18:00

Hallo Martin und Alex,

ich sehe gerade beim Verfassen des obigen Kommentars, dass Martin sich zwischenzeitlich geäußert hat zm Bachfest Leipzig.

Ich habe unsere Ankunft für Donnerstag, 14.6.2007 auf ca. 16 Uhr gelegt. Unsere Abreise ist für Samstag, 16.6.2007 gegen Mittag vorgesehen.

Hier werden wir uns noch genau abstimmen, wo und wann das Beisammensien stattfinden soll, es bietet sich evtl.das Brauhaus gegenüber dem Rathaus an, nähe Thomaskirche, aber das soll nur ein Vorschlag sein, andere Vorschläge sind herzlich willkommen.

Die Konzert-Einführungen eine Stunde vor dem Konzert möchten wir am 14. und 15. wahrnehmen. Es sind hochrangige Referenten vom Bach-Archiv vorgesehen.

Grüsse
Volker.
12. Alexmusician sagt:
3.2.2007 bei 18:00

Hallo Martin, hallo Volker,

das hört sich doch alles schon sehr gut an.
An Volker: An das Brauhaus hatte ich zwecks Treffen auch schon gedacht. Bin aber falls gewünscht auch allen anderen Örtlichkeiten gegenüber offen. Es sollte nur wirklich recht kirchennah sein, die Einführungen versprechen doch einiges!
Bei mir wird es so aussehen, daß ich morgen erst einmal Karten ordern muß. Das ging bisher nicht, weil ich nicht wußte, wie das bei mir klausurtechnisch im Sommer aussieht. Ja ja, das Studentenleben… Dann möchte ich eigentlich Donnerstag gegen Mittag eintrudeln und bis Samstag morgen bleiben. Dann soll es nach Potsdam weitergehen, weil ich die Michaelis – Knaller zweimal haben muß! Kommt da von euch auch jemand hin?

An Martin: Ja, auch Leipzig konnte ich schon in den Proben erleben. Da war ich einen Tag vorher angereist und habe das ganze Wochenende in der Nähe des Meisters und seiner Leute verbringen können und jede Minute förmlich aufgesogen!
Sehr lustig war es insofern, weil er und seine Helfer irgendwann die Idee hatten, als Probenbesucher könnte man auch ein bißchen mit zufassen und so fand ich mich dann an der Seite der Techniker wieder und half dabei, Pulte etc aufzubauen. Der Meister quittierte dies mit seinem typischen “von einem Ohr zum anderen” – Grinsen. Außerhalb der BSP soll es aber sehr schwer sein, in die Proben zu kommen. Er hat sich da wohl etwas…
Ansonsten ist er aber wirklich ein fantastischer Mensch. Wenn man die Gelegenheit hat, sich mit ihm zu unterhalten, sollte man die Ohren gaaaaaanz weit aufmachen. Man lernt wirklich aus jedem Satz etwas!
Noch einaml zu Neviges: Nach dem Konzert dort sagte Gardiner mir, er sei mit derselben Aufführung in Bremen nicht zufrieden gewesen. Es sei alles sehr zerhackt gewesen und die Stimmung paßte überhaupt nicht. Zum Teil kann ich ihm nach der CD durchaus recht geben. Da finde ich, daß “Nun ist das Heil” überhaupt nicht den Drive hat, wie in Neviges.
Nach dem Neviges Konzert war Gardiners abschließender Kommentar: “This is really great music. Your ears are banging and blowing but that’s fantastic”. Sprach’s, grinste breit und endschwand:).
Viele Grüße,
Alex
13. meinhardo sagt:
4.2.2007 bei 12:00

Hallo,

auch ich höre in einer stillen Stunde mir die CD SDG 124 an.
Überragend für mich auch als Frakment das BWV 50, “Nun ist das Heil und die Kraft.”

Das einsätzige Werk ist umstritten ob es überhaupt von Bach ist. Aber wer soll schon sonst solche Genialität besitzen,solche Kompositionstechnik seinerzeits zu besitzen, das kann nur unser “Großer Bach” ihm ordne ich das Frakment umunwunden zu.

Wie seht Ihr das?

Grüße
meinhardo
14. Alexmusician sagt:
4.2.2007 bei 12:00

Hallo Meinhardo,
beszüglich der Echtheit von BWV 50 scheiden sich ja wirklich die Geister. Aber ich stimme dir völlig zu: wer außer dem alten Bach sollte so etwas schreiben können. Ich muß mal sehen, ob ich an einen sehr interessanten Artikel aus dem Bach-Jahrbuch zu dieser Kantate rankomme. Da steht so einiges zur Echtheit drin. Kann den ja ggf. posten.
Grüße,
Alex
15. meinhardo sagt:
4.2.2007 bei 13:00

Hallo Alex,

dir kann ich folgendes veröffentlichtes Buch von “Alfred Dürr”, erschienen im Bärenreiter-Verlag, Kassel, empfehlen. In dieser Lektüre beschreibt er ausführlich die Kantaten von J.S. Bach. Es kostet ca. 27 bis 28 €, ein Tipp von mir, es lohnt sich.

Hier geht er auch sehr ausführlich auf das BWV 50 ein.

Grüße
meinhardo
16. Alexmusician sagt:
4.2.2007 bei 14:00

Hallo Meinhardo,

ja super! Danke dir ganz herzlich für den Tip. Da werde ich wohl morgen gleich mal in den Buchhandel gehen müssen;). Den Dürr habe ich nämlich in Uraltfassung und hatte das gar nicht mitgekriegt, daß es da Eine Neuauflage gibt.

Grüße,
Alex
17. Volker /admin sagt:
7.2.2007 bei 01:00

Hallo Alex,

ich komme noch einmal auf Dein Zitat wegen Leipzig zurück, es lautete:

“Bei mir wird es so aussehen, daß ich morgen erst einmal Karten ordern muß. Das ging bisher nicht, weil ich nicht wußte, wie das bei mir klausurtechnisch im Sommer aussieht.”

Als Erinnerung, hast Du zwischenzeitlich eine Kartenbestellung geordert?

Gruss
Volker
18. Alexmusician sagt:
7.2.2007 bei 08:00

Hallo Volker,

besten Dank für die Erinnerung, hatte Montag und gestern Consort-Proben, heute ist der große Tag der Bestellung:).
Grüße,
Alex

20. Alexmusician sagt:
8.2.2007 bei 14:00

Hallo,
die Neuauflage vom Dürr habe ich seit Montag nun auch in meinem Besitz und bin hingerissen. Ich glaube, den Teil zu Michaelis habe ich schon ein paarmal rauf und runter gelesen:). Man muß ja wissen, was einen erwartet. Nun steht die Kantate 198 an.
Einen schönen Nachmittag,
Alex

.
21. meinhardo sagt:
8.2.2007 bei 15:00

Hallo Alex,

freut mich dass Du die Neuauflage von Dürr erworben hast, diese Lektüre ist für mich unentbehrlich geworden, als Nachschlagewerk unverzichtbar!

Zitat: Nun steht die Kantate 198 an.

Mach ich auch, höre sie einmal gerne!!!

Grüsse
meinhardo

– Ende des Beitrages von Neviges –
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Bach-Cantata Pilgrimage Konzert Leipzig 22.10.2000


Hallo,

mit dieser Rezension möchte ich mich einem weiteren Höhepunkt der Pilgrimage widmen, dem Konzert in der Leipziger Thomaskirche am 22.10.2000 (18. Sonntag nach Trinitatis). An diesem Abend kamen die Kantaten “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ” BWV 116, “Gott soll allein mein Herze haben” BWV 169 für Alt-Solo, “Herr Christ, der ein’ge Gottessohn” BWV 96, die Motette “Der Gerechte kommt um” sowie der Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” BWV 668a zur Aufführung.



Foto: Thomaskirche in Leipzig

Bei diesem Konzert hatte ich die Möglichkeit, bereits am Samstag anzureisen und das ganze Wochenende in der Nähe des Meisters zu verbringen und Bach’s Musik an “ihrem Ort” zu hören. Schon in den Proben spürte man Bach’s Geist am Ort und die Musiker waren merklich von Beginn an damit erfüllt und infiziert.

Das Konzert selbst geriet zu einer emotionalen Sternstunde. Allerdings machten sich auch Spuren der Leipziger Geistlichkeit bemerkbar, mit denen Bach sicherlich auch zu kämpfen hatte. Zunächst einmal gab es große Auseinandersetzungen und Diskussionen über die Probenzeit, in denen die Kirche geschlossen blieb. Im Konzert erschien dann zu Beginn der örtliche Pfarrer und mahnte, daß man bitteschön nicht klatschen dürfte, es sei schließlich geistliche Musik. Die treuen Gardinerfans, die sich flugs als des deutschen nicht mächtige Engländer ausgaben, ignorierten dies standhaft:). Allerdings gab es auch ein paar Sturköpfe, die sich strikt an den Befehl der angestaubten Geistlichkeit hielten…

Gardiner hatte das Programm so zusammengestellt, daß es schwungvoll begann und andächtig und anrührend enden sollte. Wiederum war die Kirche zum bersten gefüllt, als Chor und Orchester die Bühne betraten. Der Meister trat auf und es begann die hinreißende Orchestereinleitung zur Kantate 116. Wie immer bestach der Chor durch Kraft und unglaubliche Prägnanz in Sprache und Gesangskunst. Die Solisten waren Katherine Fuge, Natalie Stutzman, Christoph Genz und Gotthold Schwarz. Bis auf Nathalie Stutzman ließen auch diese keine Wünsche offen. Nathalie Stutzman jedoch war für meine Ohren zu opernhaft mit großem Vibrato, daß einfach nicht zu Bachs Musik paßt. Die Kantate endete mit dem schlichten Choral “Erleucht auch unser Sinn und Herz”.

Es folgte die Kantate 169 mit einer großangelegten Sinfonia, die eine Umbearbeitung des 1. Satzes vom E-Dur Cembalokonzert BWV 1053 darstellt. Hier gelang Organist Silas Standage eine Meisterleistung. Gekonnt und schwungvoll spielte er den z. T. haarsträubend schweren Orgelpart. Auch in dieser Kantate konnte Nathalie Stutzman nicht überzeugen, sie erwies sich leider auch hier als vibratoreiche Opernsängerin und wußte nicht zu überzeugen. Der Schlußchoral “Du süße Liebe, schenk uns deine Gunst” wurde andächtig un voller Überzeugungskraft vom Monteverdi Choir gesungen.

Die nun folgende Kantate 96 war für mich die schönste des Abends. Der Eingangschor beginnt hier mit einem großangelegten Orchesterpart über dem als Krönung eine Sopranino-Blockflöte in himmlischen Sphären spielt. Außerdem liegt der cantus firmus nicht, wie sonst eher üblich, im Sopran, sondern wird monumental vom Alt vorgetragen. Diese ganze Choralfantasie birgt so eine himmlische Ruhe aber auch einen solch wunderbaren Fluß, wie sie Christus als “Morgenstern” beschreibt. Mir gegenüber saß im ganzen Konzert ein älterer Herr aus England, der sich zuvor als guter Freund von John Eliot vorgestellt hatte und gerade bei dieser Kantate hatte ich den Eindruck er stand einem Zusammenbruch nah. Es war aber auch wirklich hart: Diese fantastische Musik an Bachs Arbeitsstätte… ich glaube, jeder hatte da ein bißchen mit seiner Fassung zu kämpfen. Besonders schlimm wurde dies dann bei den beiden letzten Werken des Konzertes “Der Gerechte kommt um” und Bach’s eigenem Sterbechoral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” BWV 668a. “Der Gerechte kommt um” ist eine Bearbeitung der Kuhnau’schen Motette “Tristis est anima mea”. Es scheiden sich hier zwar die Geister, ob die Bearbeitung wirklich von Bach ist, aber die Motette ist auf so zauberhafte Weise instrumentiert, daß dies eigentlich nur aus der Hand Bach’s kommen kann.

Nach dieser Motette trat das Orchester ab und der Chor ging mit Gardiner hinter das Podium und versammelte sich um Bach’s Grab. Bei dem Gedanken daran wird mir jetzt beim Schreiben noch anders. Als Abschluß erklang dann von diesem Ort der Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit”. Es kann sich glaube ich niemand vorstellen, wie unser aller Gefühlswelt in diesem Augenblick aussah. Nach dem Choral stand Gardiner allein minutenlang an Bach’s Grab und betete und auch wir Zuschauer waren zum Großteil völlig fertig. Ich glaube ich habe noch nie so viele heulende Gäste und v.a. auch Musiker gesehen. Es war so unglaublich, was an dem Abend natürlich unter Einfluß der sehr anrührenden Musik passierte. Hinterher spielten sich sehr schöne menschliche Szenen ab, bei denen man Gardiner als “Patriarch” und Vater für seine Musiker erleben konnte.

Wiederum war ein unvergeßlich schönes Konzert zu Ende gegangen.

Viele Grüße,

Alex

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Bereits abgegebene Kommentare nachstehend:

Empfehlenswerte DVD’s der Bach Cantata Pilgrimage 2000 von SDG-Monteverdi


Foto:
Beginn der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 am 23.12.1999 (1.-3.Teil) und am 27.12.1999 (4.-6. Teil) in der Herder-Kirche, Weimar, mit dem Weihnachts-Oratorium, von J.S. Bach. Im Vordergrund rechts ist der großartige belgische Oboist Marcel Ponseele zu erkennen.

Hallo,

Zum Anfang meiner Rezension und Beschreibung der Bach-Pilgrimage 2000, stelle ich empfehlenswerte DVD’s vor !

Die Einspielung des Weihnachts-Oratoriums von J.S. Bach, 1-6 Teil, von J. E. Gardiner, als DVD , im Dezember 1999 zum Anfang seiner Bach Cantata Pilgrimage, aufgenommen in der Herder Kirche zu Weimar, ist absolut empfehlenswert.

 


DVD: Weihnachtsoratorium, J.S. Bach 1 bis 6 Teil, Herder Kirche, Weimar

Rezension: Ein Hörgenuss per excellence. The English Baroque Soloists brillieren mit einem wunderschönen barocken Glanz. Über die Musikalität, das Können und berauschend schönen Stimmen des Monteverdi Choirs braucht eingentlich nicht mehr disskutiert werden. Die Gesangssolisten reihen sich in den Chor mit ein, was ein wenig ungewöhnlich erscheint, hebt dadurch aber das stimmliche Volumen.

Kritisiert wurde das hetzen des Chores durch die Bach’schen Choräle. Für mich empfand ich es nicht als unangenehm, da Gardiner ein zügiges Tempi vorgibt…. eine Geschmacksfrage eben…..

Erwähnen möchte ich noch das Blech…

Foto: Das Blech-Ensemble mit historischen Instrumenten

auf alten historischen Instrumenten…. ein absoluter Hörgenuss….. die Oboe mit dem barocken belgischen Weltstar Marcel Ponseele besetzt…sein Spiel und Klangfarbe des Instrumentes. vom Feinsten….ein Traum… ebenso die 1. Geige. mit Alison Bury besetzt,….. ein herrlicher Seh- und Hörgenuss !

Die Aufnahme- und Bildqualität kann als sehr gut bis gut bezeichnet werden. In dieser DVD kommt Gardiner selbst zu Wort und gibt eine Einführung in das Werk und seinen Proben, sowie seiner anschließenden Tour durch Sachsen und Thüringen, wo er historische Stätten von Bach aufsuchte.

Für die Bach-Freunde ein unwahrscheinlich schönes Dokument der Neuzeit mit einer herrlichen Musik und einen in den Bachwerken total beseelten und inspizierten Gardiner…. ein hervorragender Bach-Interpret der Gegenwart.

Link: DVD Bestellung bei amazon-aStore

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Weimar, Dezember 1999

Zu Beginn der Pilgrimage wurde ebenfalls in der Herderkirche in Weimar die festlich prächtige Kantate zum 1. Weihnachtstag, BWV 63, „Christen ätzet diesen Tag“ aufgeführt. Diese Aufführung liegt als DVD vor. Inhaltsauszüge aus dem Booklet: Sie vermittelt einen Einblick in die intensive und unvergleichlich konzentrierte Probenarbeit. Ungewöhnlich stellt der Dirigent seine Probenarbeit dar, schonungslos auf die bestmögliche Ausführung der ihm vorschwebenen Interpretation.

 

DVD Probe von Gardiner zur Bach-Kantate: "Christen ätzet diesen Tag"

DVD Probe von Gardiner zur Bach-Kantate: "Christen ätzet diesen Tag"

Quelle: Arthaus;

Informationen und Inhalt der DVD: JOHN ELIOT GARDINER IN REHEARSAL Johann Sebastian Bach – Cantata BWV 63 Genre: Documentary Dirigent: John Eliot Gardiner Aufnahmedatum: 1999 Aufnahmeort: Various Laufzeit: 59 min Bildformat: 4:3 Soundformat: PCM Stereo Region Code: 2, 5 Veröffentlichung: 2002 Menü Sprachen PAL: D, GB, F, SP Untertitel Sprachen PAL: D, GB, F, SP Katalognummer PAL: 100 292

 

Unter dem Titel „The Bach Cantata Pilgrimage“ („Die Bach-Kantaten auf Pilgerfahrt“) stellten sich der Monteverdi Choir und die English Barock Soloists unter der Leitung von John Eliot Gardiner im Jahre 2000 ihrer bis dato größten Herausforderung: der Präsentation aller vorhandenen Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach zu Ehren des zweihundertfünfzigsten Todestages des Thomaskantors.

Einen Einblick in die intensive und unvergleichlich konzentrierte Probenarbeit des englischen Barockspezialisten vermittelt die vorliegende Dokumentation, in der er sich mit der musikalischen Erarbeitung der Kantate BWV 63 befasst. Ungewöhnlich offen stellt der Dirigent seine Arbeit dar, schonungslos auf die bestmögliche Ausführung der ihm vorschwebenden Interpretation bedacht.

Die Solisten: Ann Monoyion (Sopran), Sara Mingardo (Alt), Rufus Müller (Tenor) und Stephan Loges (Bass) äußern sich ebenso vorbehaltlos über ihren musikalischen Leiter und seine Probenarbeit. Dabei kommt der Einblick in das großartige Musikwerk ebenfalls nicht zu kurz. The English Baroque Soloists & Monteverdi Choir, Leitung: Sir John Eliot Gardiner

Rezension: Wünschenswert wäre es gewesen, wenn in der DVD die Kantate BWV 63 in voller Länge zu sehen und zu hören wäre.

Link: DVD- Bestellung bei amazon-aStore

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Eine weitere empfehlenswerte DVD im Rahmen seines 40. Pilgrimage-Konzertes:

 

DVD mit Bach-Kantaten + einer anschließenden Dokumentation durch J.E.Gardiner

DVD mit Bach-Kantaten + einer anschließenden Dokumentation durch J.E.Gardiner

DVD mit den Bach-Kantaten:

BWV 113 „Herr Jesu Christ, du höchstes Gut“; BWV 179 „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“; BWV 199 „Mein Herze schwimmet im Blut“

Solisten: Magdalena Kozena (Sopran), William Towers (Counter-Alto), Mark Padmore (Tenor), Stephan Loges (Bass). The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Gardiner

(127 Min.) Sound:DSS4.0;Bild:WS; Besondere Beiträge als Specials: von Gardiners „Pilgrimage-Tour“ mit Aufführungsbeiträge in Weimar, Leipzig, Hamburg, Eisenach, Arnstadt, Blythburgh, Kirkwall, Iona, Köln, New York . „Fernsehregie“ Rhodri Huw Aufnahmen in 2000. Man hätte Bach zur 250. Wiederkehr seines Todesjahres wohl kaum phantasievoller feiern können als durch die Tournee, die der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists im Jahr 2000 mit ihrem Dirigenten John Eliot Gardiner unter dem Titel „Bach Cantata Pilgrimage“ unternahmen. Diese „Pilgerfahrt“ wurde nicht nur zur meistbeachteten Hommage an den Thomaskantor, sondern auch zu einer einzigartigen Aufführungsreihe. In Abteien, Kathedralen, Kirchen und Kapellen in ganz Europa und weit darüber hinaus brachten die Musiker im Laufe eines einzigen Jahres die überlieferten Kantatenwerk Bachs – 186 Werke – zum Vortrag.

Rezension: Diese DVD ist in der Wiedergabe von Bach-Kantaten sehr zu empfehlen zumal besetzt mit einer überragenden Sopranistin „Magdalena Kozena“ die ein sehr bewegenden und überzeugenden Gesangspart auf allerhöstem Niveau zelebriert.

 

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