Archiv der Kategorie: Sir John Eliot Gardiner

Sir John Eliot Gardiner – Konzert-Termine 2009 – in Deutschland


Ständige Aktualisierung..!!

Gardiner Konzert-Termine in 2011 in Deutschland:

„Bitte den unten aufgeführten Link anklicken…!!“

Link:  https://meinhardo.wordpress.com/2011/01/25/sir-john-eliot-gardiner-konzerte-im-kalenderjahr-2011-in-deutschland/


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Hallo,

da im Moment so viele Kommentare zu Gardiner-Konzerte in 2009 / 2010 eingegangen sind, sah ich mich genötigt, einen eigenständigen Thread darüber zu erstellen. Die bisher aufgelaufenen Kommentare unter:

Link:  Konzert-Termine in OWL – J.S. Bach Weinhachtsoratorium BWV 248 –

stelle ich hier mit zur Verfügung.

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Gardiner-Termine 2009 in Deutschland mit London Symphony Orchestra –

Beethoven-Programm:

12.02.2009 um 20:00 h in Essen Link: Philharmonie / ehemals Saalbau

13.02.2009 um 20:00 h in Frankfurt Link: Alte Oper

14.02.2009 um 20:00 h in München Link: Philharmonie im Gasteig

15.02.2009 um 20:00 h in Leipzig Link: www.gewandhaus.de

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Gardiner-Konzerte in Deutschland mit Händels: „Israel in Ägypten“ HWV 54

Foto: Partitur Händel „Israel in Ägypten“ (Fotorechte: V. Hege)

Anlass ist Händel’s 250. Todesjahr in 2009, gestorben am 14.04.1759 in London, geboren am 23.02.1685 in Halle / Saale.

Einen besonderen Höhepunkt erhält das Händel-Festjahr mit dem „Special Day“ anlässlich des 250. Todestages am 19. April 2009. Über 40 Rundfunkanstalten innerhalb der European Broadcasting Union (EBU) senden an diesem Tag Konzerte aus ihren Städten. Halle als Geburtsstadt Georg Friedrich Händels wird mit einem Konzert aus der Marktkirche in Halle-Saale – der Taufkirche Händels – den Special Day eröffnen.

Eine enge Zusammenarbeit gehen die Händel-Festspiele mit den Rundfunk- und Fernsehanstalten MDR, ZDF / 3sat und Arte ein. Verschiedene Festspielproduktionen werden aufgezeichnet und – zum Teil live – ausgestrahlt. Halle wird damit auch medial zum Händel-Zentrum 2009.

Weitere Informationen zum Händeljahr 2009 in Halle / Saale:

http://www.haendelfestspiele.halle.de/de/programm/

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Spielplan der Händel-Festspiele 2009

Druckversion des Programmheftes 2009 

[1397KB]

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Eine Einspielung von Sir John Elit Gardiner, The Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists – wird am 27. Februar 2009 bei Amazon wiederveröffentlicht.

Zu erwerben bei Amazon Ende Februar 2009.
Preis: 13,97 EURO.

Über meine Partnerseite, Link: http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2009/09/gardiner-cd-handel-oratorium-israel-in.html

Diese Veröffentlichung ist eine rechtzeitige Einstimmung auf das Händeljahr 2009 und die Gardiner-Konzerte in 2009 mit diesem Oratorium von G.F. Händel.

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Konzert-Termine: Gardiner, Oratorium HWV 54 „Israel in Ägypten“

„Basilika Kloster Eberbach“ (Eltville am Rhein / Rheingau)

So. 23.08.2009 um 19:00 h

  • Monteverdi Choir
  • English Baroque Soloists
  • Sir John Eliot Gardiner (Dirigent)
  • Georg Friedrich Händel:
  • »Israel in Egypt« HWV 54

Tickets/Info: 01805 / 743464 oder Tourist-Information und Kulturamt Eltville am Rhein, Rheingauer Str. 28, 65343 Eltville am Rhein, Tel. +49 (0) 61 23 / 90 98-0,

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24 Aug 2009 – Lübeck, Musik- und Kongresshalle, Lübeck, Schleswig-Holstein-Musik Festival, Germany. Start : 20.00 Uhr

“ Israel in Ägypten „
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
Sir John Eliot Gardiner Dirigent

Lübeck - Kongresshalle

Lübeck - Musik + Kongresshalle

 

 

Musik- und Kongresshalle
Willy-Brandt-Allee 10
23554 Lübeck


Preise:

€ 84,
73,
54,
39,
20,

Tickets und Information: +49 (0) 451 38 95 70

Link für Eintrittskarten Online:

http://www.shmf.de:80/inhalt.asp?id=5433&ProgrammID=22316&Zeit=00:05:47&BesucherID=27316845

Zum Programm des Schleswig-Holstein-Festival nachstehenden Link anklicken:

Link: http://www.shmf.de:80/inhalt.asp?ID=5234&Zeit=23:56:19&BesucherID=27316845

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Bonn, Beethovenfest 2009, Beethovenhalle

SO 13.9.2009, 18 Uhr

Hommage an Händel

Link: Beethovenhalle

  • Monteverdi Choir
  • English Baroque Soloists
  • Sir John Eliot Gardiner (Dirigent)
  • Georg Friedrich Händel:
  • »Israel in Egypt« HWV 54

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Aktualisierte Gardiner – Termine am 22.2.2009 von @Martin

Es gibt einige neue und bestätigte Konzertdaten für den Monteverdi Choir / EBS mit John Eliot Gardiner. Programm ist jeweils “Israel in Egypt” von G.F.Händel.
Ich ärgere mich schon ein wenig, dass man so stückchenweise von den Terminen erfährt. Hätte ich gewusst, dass das gleiche Programm auch in Lübeck (voraussichtlich Mariendom) und Hamburg (Laeiszhalle – für mich 10min mit der U-Bahn) aufgeführt wird, hätte ich mir sicher keine Tickets für die alte Beethovenhalle in Bonn gekauft. Aber egal, bis jetzt hat sich auch der weiteste Weg gelohnt!

23. August 2009 / Rheingau Musikfestival „Basilika Kloster Eberbach“
24. August 2009 / Lübeck
26. August 2009 / Lucerne-Schweiz
3. September 2009 / Edinburgh (programme to include JC and JS Bach as well as Handel)
7. September 2009 / Wroclaw, Poland
13. September 2009 / Bonn, Beethovenhalle
15. September 2009 / Pisa – Italien

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Neue Information vom 2. September 2009

21.11.2009 um 19:00 Uhr in Baden – Baden, Festspielhaus

Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden

Joseph Haydn: Die Schöpfung / Oratorium für Soli, Chor und Orchester Hob. XXI/2

 

Sophie Karthäuser: Sopran
James Gilchrist: Tenor
Tim Mirfin: Bass 

Monteverdi Choir
Orchestre Révolutionnaire et Romantique

 

Sir John Eliot Gardiner: Dirigent

am 5. Dezember 2009 / Hamburg, Laeszhalle, Großer Saal

Orchestre Révolutionnaire et Romantique / Monteverdi Choir
Sir John Eliot Gardiner dirigiert »Die Schöpfung«

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Sa, 20.00 Uhr / Laeiszhalle / Großer Saal
Einführung: Sa, 19.15 Uhr / Laeiszhalle / Kleiner Saal
Veranstalter: Elbphilharmonie Konzerte

Sophie Karthäuser Sopran;  James Gilchrist Tenor; Tim Mirfin Bass; Orchestre Révolutionnaire et Romantique; Monteverdi Choir; Dirigent Sir John Eliot Gardiner

Joseph Haydn: Die Schöpfung / Oratorium für Soli, Chor und Orchester Hob. XXI/2

Ein absoluter Höhepunkt des Haydn-Jahres zum 200. Todestag dieses allerersten Wiener Klassikers: »Die Schöpfung«, neben Händels »Messias« wohl das beliebteste Oratorium des Konzertsaals, ist hier in einer exemplarischen Interpretation zu erleben. Sir John Eliot Gardiner, Großmeister der authentischen Aufführungspraxis, wird mit seinen superben Ensembles wahrhaftig Himmel und Erde in klingende Bewegung setzen, während er von der »Vorstellung des Chaos« zum Jubelgesang im Paradies voranschreitet.

Karten-Link: http://www.elbphilharmonie.de/events/000000e9:00005a60.de

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Weitere Gardiner-Termine in 2009:

7. Dezember 2009 / Copenhagen – Dänemark

8. Dezember 2009 / Oslo – Norwegen
9. Dezember 2009 / Göteburg – Schweden
11. Dezember 2009 / Stockholm – Schweden
14th December / London
15th December / UK – venue tbc

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Voraussichtliche Gardiner-Konzert-Termine in 2010

Gardiner wird voraussichtlich in 2010 folgende Konzerte in Deutschland mi der H-Moll-Messe; BWV 232 oder 232 i ? geben:

07. Mai 2010 im Kaiserdom in Königslutter / Niedersachsen

Kaiser-Dom in Königslutter

Kaiser-Dom in Königslutter

14. Mai 2010 in der Alten Oper Frankfurt; in Frankfurt/Main.

Das nächste Bachfest Leipzig findet vom 11. bis 20. Juni 2010 in Verbindung mit dem 85. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft e. V. statt und steht unter dem Motto „Bach, Schumann und Brahms“.

Erwartet werden unter anderen The Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists, Sir John Eliot Gardiner.

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Das sind die mir zur Zeit bekannten Gardiner-Konzerte 2009-2010 in Deutschland und wird je nach Kenntnisstand von mir laufend aktualisiert.

Grüsse

Volker

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Gardiner-Videos Brandenburgische-Konzerte vom Bachfest Köthen 2008


Hallo,

hier stelle ich die drei Videos von Gardiner und The English Baroque Solists zur Verfügung. Die Konzertausschnitte wurden während der Köthener Bachwoche im September 2008 aufgenommen.

1. Video: 1. Brandenburgisches Konzert, BWV 1046 aus dem Bachsaal in Köthen 2008.

2. Video: 6. Brandenburgische Konzert, BWV 1051 aus dem Spiegelsaal in Köthen 2008.

3. Video: 3. Brandenburgisches Konzert, BWV 1048 aus dem Spiegelsaal in Köthen 2008.


© Videorechte: Label: http://www.monteverdi.co.uk/

CD-Bestellung SDG 153 Vol. 20, in England bereits möglich


Hallo,

in England wird die neuste SDG-CD 153: Vol. 20 – bereits zum Verkauf öffentlich angeboten. Siehe unten stehende Angaben:

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Bach: Cantatas Vol.20

Bach: Cantatas SDG 153; Vol.20
Bach, Jones, Keith, Persson, Tyson, Oxley

List Price:

£11,98


Bach: Cantatas Vol.20
~ Bach (Artist), Jones (Artist), Keith (Artist), Persson (Artist), Tyson (Artist), et al.
Audio CD (2 Mar 2009)
CD-Bestellung bei amazon.co.uk nachstehenden Link anklicken
Link: http://astore.amazon.co.uk/volsklajsbac-21/detail/B001R77GHU
CD-Bestellung bei
amazon-Deutschland Erscheinungstermin: 17.4.2009, 2 CD’s – 29,99 EURO
Link: http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B001R77GHU

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j p c
L i n k : – j p c – Deutschlanf
zu beziehen ab 17.4.2009.
Der Preis beträgt dort 29,99 EURO, Hörproben aller Kantaten vorhanden.
  • Erscheinungstermin: 17.4.2009
  • Verfügbarkeit: Artikel noch nicht erschienen, voraussichtlicher Liefertermin ist der 17.04.2009.
    Sie können den Titel schon jetzt bestellen. Versand an Sie erfolgt gleich nach Verfügbarkeit. i
Detailinformationen
Kantaten für Septuagesima BWV 84 „Ich bin vergnügt mit
meinem Glücke“; BWV 92 „Ich hab in Gottes Herz und Sinn“;
BWV 144 „Nimm, was dein ist, und gehe hin“
+Kantaten für Sexagesima BWV 18 „Gleichwie der Regen und
Schnee vom Himmel fällt“; BWV 126 „Erhalt uns, Herr, bei
deinem Wort“; BWV 181 „Leichtgesinnte Flattergeister“
  • Künstler: Miah Persson, Wilke te Brummelstroete, James Oxley, Jonathan Brown, Gillian Keith, Angharad Gruffydd Jones, Robin Tyson, James Gilchrist, Stephan Loges, Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner

Gruß

Volker

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Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 147 – Vol.5 – CD zwei – veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Oktober 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD z w e i ; Aufführungsort: Dom „St. Blasii“ in Braunschweig


Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD’s Kantaten für den zehnten Sonntag nach Trinitatis

BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
BWV 101 – Nimm von uns Herr, du treuer Gott
BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!

(Aufführungsort: 27 / 08 / 2000 Braunschweig Dom)

Soloists: Joanne Lunn; Sopran | Daniel Taylor; Altus
Christoph Genz; Tenor | Gotthold Schwarz; Bass

Aufführungsort: Braunschweiger Dom St. Blasii

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Click hereGardiners-Reisetagebuchfor a German Translation of the sleeve notes.
von Jane Rogers, Bratsche
zur SDG 147 Vol. 5




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Rezension CD z w e i – SDG 147, Vol. 5 –

Kantate: BWV 46 „Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei“

(Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

1) Bach hat diese Kantate in seinem ersten Leipziger Amtsjahr komponiert und am 1. August 1725 zum ersten Mal aufgeführt. Der Eingangschor ist ein gross angelegtes Klagelied, formal eine Kombination von motettischen und konzertanten Elementen. Motettisch ist daran die enge Beziehung zum gesungenen Text. Dem Satzbau des Bibelwortes entsprechend ist der gesamte Eingangschor in zwei grosse Teile gegliedert, einen freipolyphonen Satz und eine Fuge. Auch die Themenbildung ist in auffallender Weise textbezogen mit ihrer Anhebung betonter Wörter („Schauet“, „sehet“) und ihren dissonanten Halbtonschritten auf „Schmerz“ und „Jammers“. Motettisch ist auch das Prinzip der Chorfuge (zweiter Teil des Satzes), wobei die Instrumente meist mit den Singstimmen zusammengehen, während die Blockflöten als deren gleichberechtigte Partner selbst eine Fugenstimme übernehmen.

Eine einleitende, entzückende Sinfonia im 1. Satz wird durch einen anschließenden ausdrucksstarken Chor des „Jammers“ eindrucksvoll interpretiert.

Beeindruckend ist der 3. Satz: „Dein Wetter zog sich auf“. 1) Dieser Satz ist in ihrer barocken Bildlichkeit der dramatische Höhepunkt der Kantate. Zum Streichorchester tritt die Trompete als Sinnbild göttlicher Hoheit; punktierte Rhythmen markieren das Drohende des aufziehenden Wetters, abwärtsgleitende Skalenfiguren das Einbrechen des Rachstrahls. Der Bassist: Gotthold Schwarz punktet in einer fantastischen Art, dies entsprechend gesanglich umzusetzten.

Im 5. Satz: „Doch Jesus will auch bei der Strafe“ – glänzt der Altus Daniel Taylor. In diesem Satz dominieren die Flöten als Bassstimme, die das Bild eines Rache kündigen Propheten heraufbeschwören.

Satz 6; Schlusschoral: „O großer Gott“ ist nicht wie üblich in schlicht-vierstimmigem Satz gehalten, sondern mit Zeilenzwischenspielen der doppelt besetzten Blockflöten ausgestattet. Ausdrucksstark präsentiert sich hier der Monteverdi Chor mit seiner bewundernswerten Artikulation.

Kantate BWV 101 „Nimm von uns Herr, du treuer Gott“

(Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

1) Das Werk ist eine Choralkantate und wurde am 13. August 1724 erstmals aufgeführt. In seiner Form unterscheidet sich der Eingangschor wenig vom Normaltyp der Choralkantaten. Die Singstimmen werden durch einen Posaunenchor verstärkt, dessen Oberstimme wie üblich vom Zink (Cornetto) gebildet wird; außerdem wird der Cantus firmus durch eine den Sopran oktavierende Querflöte mitgespielt. Der ganze Satz ist im Grunde eine großangelegte Cantus-firmus-Motette, deren Besonderheit im Mitwirken eines eigenthematischen Instrumentalparts besteht.

In dem Eingangssatz agiert der Monteverdi Choir in seiner bekannt gekonnten Art ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass der Tenor und Bass zeitweise zu dominant Auftritt und die Flöten erscheinen etwas unrein und piepsig zu klingen.

Satz 2 ursprünglich mit obligater Flöte geplant, dann aber mit Solovioline besetzt, verhilft nun dem konzertanten Element in dieser Arie zu seinem Recht und wird von Christoph Genz (Tenor) in seiner bekannten Art vorgetragen.

Der Satz 4 ist von ungewöhnlicher Art, die ihre Ursache in Bachs Bestreben hat, eine leidenschaftlich- dramatische, konzertante Arie zu präsentieren. Hier ist Gotthold Schwarz (Bass) diesem Part großartig gewachsen.

Als musikalischer Höhepunkt der Kantate ist wohl in Satz 6 das Duett für Sopran (Joanne Lunn) und Altus (Daniel Taylor) – mit obligater Flöte und Oboe da caccia anzusehen. Traumhaft passen die zwei Gesangs-Solisten zusammnen und lassen ein herrliches Duett erklingen

.Englische Sopranistin Joanne Lunn

Englische Sopranistin Joanne Lunn
Englischer Altus: Daniel Taylor

Englischer Altus: Daniel Taylor

In Satz 7 endet die Kantate mit einer schlichten vierstmimigen Schluss-Strophe des Liedes mit: „Leit uns mit deiner rechten Hand.“ Getragen, ruhig aussingend erklingt fein nuanciert der Monteverdi Choir.

Kantate BWV 102Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben!

(Kantate für den 10. Sonntag nach Trinitatis)

1) Die Kantate, von Bach zum 25. August 1726 komponiert, gehört zu jenen, die demselben Textjahrgang entnommen sind wie die von Bach aufgeführten Kantaten des Johann Ludwig Bach. Auffällig ist dabei, dass Bach diesmal den II. Teil der Kantate mit Satz 5 beginnen lässt. Der Eingangschor gehört zu den grossen Leistungen des reifen Bach und zeigt in seiner formalen Vielgliedrigkeit steten Wechsel zwischen Dominanz des Orchestersatztes bei häufigem Choreinbau und des Chorsatzes mit eigenständiger überaus sprachgerechter, textgezeugter Thematik. Eingeleitet wird der Satz durch eine Instrumentalsinfonie von 2 Oboen, Streichern und Continuo.

Was hier abgeht ist atemberaubend grossartig, die Sopranistin „Joanne Lunn“ brilliert, der Monteverdi Choir in Glanzform – da kann nur angemerkt werden – „Weltklasse“, einmalig, so etwas bekommt man nicht alle Tage geboten, was muss Gardiner da wieder gefeilt haben, das Orchester stimmig, Gesangssolisten ebenbürtig und ein Chor, der wieder einmal brilliert, das ist wieder eine Kantatenstelle, die bei mir auf „da Capo“ gestellt ist und die berühmte Gänsehaut erzeugt….

Dieses Klangerlebnis möchte ich den Besuchern des Forums nicht vorenthalten und stelle den Eingangs-Satz der Kantate – BWV 102 – als Hörprobe zur Verfügung.

Hörprobe: „BWV 102 Satz 1“, den L i n k – nachstehend kräftig anklicken:

2-14-bwv-102-herr-deine-augen-sehen-nach-dem-glauben-part-i-coro1

1) Der Satz 3 ist ein schlichtes Alt-Seccorezetativ – (Daniel Taylor, Altus), deren Gestik an eindringlicher Wirkung wohl nicht zu überbieten ist. Mit einem langanhaltenden, dissonanten „des“ einsetzend, scheint die obligaten Oboe ein „Weh!“ über die unbußfertige Seele auszurufen, und die gesamte Melodik des Satzes mit ihren Querständen und ungewöhnlichen Intervallschritten ist ein einziges, höchst anschauliches Abbild der Seele. Hier ist der Altus Daniel Taylor ein vortrefflicher Gesangs-Solist der dieses Abbild der zerrissenen Seele berührend zu interpretieren weiss.

In Satz 4, Rezetativ für Bass (Gotthold Schwarz), präsentiert sich ein ausdrucksstarker Bassist mit dem „Verachtest du den Reichtum seiner Gnaden.“

Deutscher Bassist: Gotthold Schwarz

Deutscher Bassist: Gotthold Schwarz

1) Mit dem Satz 5 beginnt der zweite Teil der Kantate mit der Alt-Arie: „Erschrecke doch, Du allzu sichere Seele!“ Hier wird versucht, den Sünder wachzurütteln. Die musikalischen Mittel sind weiträumige Melodik – zumal in der obligaten Flöte, aber auch in der Singstimme – und lebhaften Bewegung. Hier punktet der Altus Robin Tysson mit seiner klaren und wortverständlichen Aussage des „Erschreckens..!“ Das Flötenspiel ist ebenso im gleichen Atemzug als vorrtrefflich anzumerken.

Ein zweistrophiger schlichter Choralsatz mit dem „Heut lebst du, heut bekehre dich“ mit der Melodie von: „Vater unser im Himmelreich“ – beschliesst dieser Choral eine wunderschöne Kantate. Mich beeindruckt hier der Monteverdi Chor, wie hinreissend und innig dieser wunderbare Choral vorgetragen wird, ruhig, getragen ein in sich gekehrter Gesang – damit ist die Seele gesanglich gerettet und der Hörer wird davon berührt und eingenommen. Das ist Bachgesang pur und wiederum ein Verdienst von Gardiner, der in diesem Kantatenwerk die gewissen Akzente zum richtigen Zeitpunkt zu setzen weiss, Danke, grandios..!!

Die Kantate BWV 102 ist als das Highlight der gesamten SDG 147 – Einspielung anzusehen, diese Werk hat mich ungemein berührt und wie bereits erwähnt, bei mir das entsprechende Gänsehaut-Erlebnis erzeugt und ich wurde bis zum letzten Schlusston ungemein gefesselt. Und das ist es, was wir immer so an Gardiner, seinem Orchester, seinem Monteverdi-Choir so schätzen und bewundern.

Grüße

Volker

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1) Textauszüge: Alfred Dürr, die Kantaten

Label: Soli Deo Gloria – CD SDG 153 Vol. 20 wird Anfang März 2009 veröffentlicht


Hallo,

noch nicht einmal die Rezensionen der bisherigen SDG-CD’s erstellt und schon kündigt das Label solideogloria die CD „SDG 153, Vol. 20“ für den Anfang März 2009 diese Veröffentlichung an.

 

Cover CD SDG 153 Vol.20 zwei CD's

Cover: CD SDG 153 Vol.20 zwei CD's

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CD-Bestellung über amazon.uk als Partner ab 2. März 2009

Link: http://astore.amazon.co.uk/volsklajsbac-21/detail/B001R77GHU

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Hörproben von SDG 153 Vol.20 nachstehend:

SDG 153 disc 1 –
1. Nimm, was dein ist, und gehe hin BWV 144
– no. 1 Coro
Stream Audio
14. Seht, seht! wie reißt, wie bricht, wie fällt BWV 92
– no. 3 Aria: Tenor soloist: James Oxley
Stream Audio
SDG 153 disc 2 –
1. Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
– BWV 18 no. 1 Sinfonia
Stream Audio
6. Leichtgesinnte Flattergeister BWV 181
– no. 1 Aria: Bass soloist: Stephan Loges
Stream Audio

Play the bit stream tracks with your media player (Real Player).

To get a media player click on the icon below.

Cantatas for Septuagesima

BWV 144 – Nimm, was dein ist, und gehe hin
BWV 84 – Ich bin vergnügt mit meinem Glücke
BWV 92 – Ich hab in Gottes Herz und Sinn

(recorded: Grote Kerk, Naarden)

Soloists: Miah Persson | Wilke te Brummelstroete
James Oxley | Jonathan Brown

Cantatas for Sexagesima

BWV 18 – Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
BWV 181 – Leichtgesinnte Flattergeister
BWV 126 – Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

(recorded: Southwell Minster)

Soloists: Gillian Keith | Angharad Gruffydd Jones
Robin Tyson | James Gilchrist | Stephan Loges

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists
John Eliot Gardiner

Click here for a French Translation of the sleeve notes.

Click here – Gardiner Reisetagebuch in deutscher Fassung

Click here for the English sleeve notes.


© 2009 Soli Deo Gloria, all rights reserved

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Ich freue mich auf diese Neuveröffentlichung – diesmal scheinen ganz neue Gesangs-Solisten in den Kantaten-Werken mitzuwirken und bin ganz gespannt darauf, wie weit es mit ihrer künstlerischen Aussage bestellt ist.

Gruss
Volker

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Rezension: Gardiner mit einem Beethovenkonzert in der Essener Philharmonie


Liebe Musikfans,

allen voran der Sir natürlich, war das London Symphony Orchestra mit den drei Beethovenwerken einsame Spitze.

Blumen für J.E. Gardiner in der Philharmonie Essen

Foto: Blumen für J.E. Gardiner in der Philharmonie Essen

Das LSO ist rund um den Globus erlebbar. LSO Live soll denn auch das erfolgreichste orchestereigene Label der Welt sein, das am meisten auftritt und bei den Klassik-Downloadcharts regelmäßig Platz 1 erreicht.

Auf dem Programm stand Beethoven:

Ouvertüre zur Namensfeier
4. Symphonie in B-Dur
5. Symphonie c-moll

Die „Ouvertüre zur Namensfeier“ ist ein heiteres Stück. Hier brauchte Gardiner nicht zu kleckern, er konnte richtig klotzen. „Beethoven hatte diese Ouvertüre zum Namenstag unseres Kaisers geschrieben“. Fast ausgelassen und fröhlich kommt sie daher. Es war eine Freude, zuzuhören wie die Stimmen sich auf einander zu bewegten und dann mal wieder auseinanderliefen.

Für mich war die 4. Symphonie der eigentliche Höhepunkt. Sie kommt zwischen der 3. und 5. immer ein bißchen zu kurz. Das Adagio war für mich schon überirdisch schön, es war einfach perfekt und die Art und Weise, wie der Sir uns diesen Beethoven rüberbrachte, einfach genial.

Aber die 5. hat uns auch Gänsehaut über den Rücken gejagt. Meisterhaft gespielt, konnten wir kaum noch ruhig auf unseren Plätzen sitzen. So ergreifend habe ich sie noch nie gehört.
Zwei Sachen möchte ich Euch nicht vorenthalten. Ihr dürft ruhig lachen: In den ersten 10 Minuten des Konzerts hab` ich gedacht: irgendwas ist anderes! Was wohl?

Ich musste mich ziemlich mühsam von dem Gedanken lösen, dass Gardiner nicht nur Bach dirigiert.


2. Eine kleine Passage aus dem Textheft von gestern Abend zur Uraufführung der 5. Synphonie. „Bei Eiseskälte und überdimensioniertem Programm – vier Stunden soll es gedauert haben – (wir haben 4 Stunden Fahrt gebraucht) wurde die 5. Symphonie im Theater an der Wien am 22. Dezember 1808 uraufgeführt. Wie überwältigend der Eindruck der Symphonie war, zeigt sich u.a. darin, dass sie trotz der katastrophalen Umstände und der ´in jedem Betracht mangelhaften Exekutierung`, wie es die Allgemeine Musikalische Zeitung berichtete, ihren schnellen Siegeszug durch ganz Europa antreten konnte.

Bis zum nächsten Lebenszeichen alles Liebe und Gute!

Gruss
Iris

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Es existiert ein Blog vom LSO mit einem Artikel über die Beethoven-Tour mit interessanten und köstlichen Anmerkungen, den ich nachstehend einfüge:

Original-Link vom LSO: http://lsoontour.wordpress.com/2009/02/16/there-snow-business

LSO - Blog

LSO - Blog

Its snowing once again. The roads are gritted and clear and life continues as normal in Munich. The pavements have so much salt on them I can feel my blood pressure rising just by walking on them. To be honest there is so much grit that despite the fact that I am walking on snow, it looks like ice cream full of chocolate chunks and has a unnerving grippy surface. Walking back from the restaurant, Chi, Tom and I try to skid along the main platz but are unsuccessful. These clever Germans have managed to take all the fun out of the snow. I think they may have used all of our grit supplies as well. In the main Rathausplatz, there is more of the stuff in a small area than Boris managed to find for the whole of Greater London. Where I live, on a hill in Surrey, the council never salted our roads, so to get to work we had to borrow some Maldon from the neighbours darling.

Anyway, it does look very pretty here; the beautiful buildings in the centre of town look like the icing sugar dusted cakes in the bakery and the warm and inviting cellars with their vaulted ceilings, roaring fires and local food and beer look especially tempting today. However, on this whistlestop tour of Germany, there isn’t enough time today-maybe after the concert…

The hall in Munich is interesting. Although it is quite reverberant, it isn’t always easy to hear what everyone else is doing on the stage-a bit of a problem. They have these plastic discs hanging above our heads which I think can change the acoustic a bit, although to be honest, I can’t hear any difference. JEG really uses these seating calls to try out different seating arrangements. Quite often, he will move the trombones from one side of the hall to the other because it sounds better. Last night he moved the horns closer to my section, and in Beethoven 4, Dave Pyatt was sat right next to me! I enjoy this aspect of working with JEG. He’ll often start the rehearsal with the overture and then jump down off the stage to walk around the hall to listen. Then he’ll jump back up and ask Andrew Haveron to jump down and have a listen. He hasn’t asked me to jump down yet though. When he is happy with the arrangement, we will often just play through a few bits that didn’t go as well as we would have liked and then we go off to get changed.

On this occasion I trot off down the road to the nearest Irish pub with Alan, our Irish stage manager to watch Wales (hopefully) beat the English. Being half Welsh and half English, I can’t really lose, but in all honesty, my shirt is always red. Its incredible how many rugby matches we end up watching abroad, I remember a very memorable match we watched at 2am in Beijing a few years ago. Alan and I have already planned to watch the final match of the 6 nations at midnight in a bar in Chicago-but today we are both singing from the same hymn sheet. Frustratingly, I have to leave 10 minutes into the second half when the outcome is far from decided, but I do really need to be on stage for the overture. I am promised the final score by text message as soon as it happens.

The hall is full, and I spot Anne Sophie Mutter in the audience and also Madge from neighbours, although it could just be her doppelganger. But its definitely Anne Sophie-better play well. After a quick chat with JEG about appogiaturas and stuff we take to the stage and launch into the overture and then No.4. This is one of my favourites although it has a terrifying opening where the woodwind and horns have to hold a unison B flat very quietly for what seems like hours. All goes very well and the audience really enjoy the energy produced in the performance. I really enjoy the text message that confirms the Welsh victory. JEG remarks that I now have a smile on my face and he now doesn’t! I guess the other half of his family doesn’t come from Wales then.

The second half of the show is our last performance of No.5 and the orchestra really goes for it. Next stop Leipzig.

Leipzig, when we arrive on the train still shows a lot of its East German past. The hotel looks like its in the middle of a building site, but the welcome is very warm. Just as well as its snowing again. The Gewandhaus is a modern concert hall with a long tradition and I really like the sound we can make. The concert is sold out and when i walk onto the stage it seems that everyone is wearing a grey suit. It is quite an intimidating hall as the audience is seated all around the orchestra. There are about 10 rows of seats to the side and behind, I feel a little like we are about to be fed to the lions. There is a little light relief however when Alan and Dan have a little trouble with the conductors rostrum. There followed a brief Laural and Hardy homage as they both struggled to get the safety bar from JEG’s box-he’s such a risk taker- and eventually they give up and Alan slams it back down onto the stage. The audience laugh and applaud them both and the tension is broken. There is a slightly tense atmosphere before we start the piano concerto as earlier in th rehearsal we discovered that it had been tuned to 444 which is much higher in pitch than we play. So much hand wringing and handbag bashing ensues and finally the tuner is made to bring it down to pitch! Its not until the end of the long first tutti when she comes in that we discover if he has done it or not. I feel like Han solo waiting to see if Obi Wan has managed to disable the tractor beam in Star Wars.

He did.

Anyway, for us the tour is over. We are now sitting in a very snowy Berlin airport for our plane which is already 2 hours delayed. I don’t know what time I’ll get home and tomorrow I have to be at the US embassy at 8am for my visa appointment and then the concert at the barbican. Maybe I’ll see you there, I hope you enjoy the Beethoven as much as I have.

Ende des Blog-Artikels vom LSO

Ende des Blog-Artikels vom LSO

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Radiotipps KW8


Hallo zusammen,

ich habe wieder ein paar Tipps für Euch:

MO, 16.2.2009

NDRkultur

20-22 Uhr

Felix Mendelssoh Bartholdy
Die Hybriden, Ouverture op. 26

Sinfonie Nr. 5 D-Dur op 107 – Reformations-Sinfonie
Die erste Walpurgisnacht, Ballade für Soli, Chor und Orchester op. 60

Christiane Iven, Mezzosopran

Hans Peter Blochwitz, Tenor

Rodney Gilfry, Bariton

Peter Lika, Bass

NDR Chor / RIAS-Kammerchor

Ltg. John Eliot Gardiner

Aufzeichnung vom 30.8.1992 in der Laeiszhalle Hamburg

Das Highlight für mich in dieser Woche:


20.2.2009

NDR

20-22 Uhr

NDR Das Alte Werk präsentiert das Oratorium „Saul“ zum Auftakt des Händel-Jahres

Vor 250 Jahren, genauer: am 14. April 1759, starb Georg Friedrich Händel in London. Am Beginn eines ereignisreichen Gedenkjahres dirigiert Philipp Ahmann mit dem NDR Chor ein spektakuläres Festkonzert mit der Aufführung des dreiaktigen Oratoriums „Saul“. Ebenso prominente wie profilierte Sänger werden am Mittwoch, 21. Januar, ab 19.00 Uhr in der Hamburger Laeiszhalle die höchst anspruchsvollen Solopartien gestalten: Lisa Milne und Malin Christensson (Sopran), Daniel Taylor (Countertenor), James Gilchrist (Tenor) und Andrew Foster-Williams (Bass). Für instrumentalen Furor und unerhörte Finessen sorgt das wunderbar unkonventionelle Elbipolis Barockorchester, das keine Herausforderung scheut.

Das Konzert wird gnadenlos gekürzt sein, ich hab 2 3/4 Stunden Musik in Erinnerung. Einen Bericht über das Konzert hattet Ihr schon von mir bekommen. Was die Mikros aufgefangen bzw. nicht aufgefangen haben – darauf bin ich sehr gespannt. Ich habe mit einem grandiosen Jephta letztes Jahr schlechte Erfahrungen gemacht. Das Konzert war bis auf wenige Ausnahmen große Klasse, aber was ich dann im Radio davon hörte, ließ mich zweifeln, in diesem Konzert gewesen zu sein. Nun, wir werden sehen.

Auch das Fernsehen hat etwas zu bieten:


ARTE

Montag, 16. Februar 2009 um 23.10 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Oper entdecken – „L’Étoile“ (Der Stern, 1877) von Emmanuel Chabrier (1841-1894).

(Frankreich, 2008, 52mn)
ARTE F
Regie:
Francois Roussillon
Inszenierung: Jerome Deschamps, Macha Makeieff

Vier Folgen von „Oper entdecken“ zeigt ARTE im Februar, jeweils montags ab 22.20 Uhr, darunter drei Folgen in Erstausstrahlung. In Ergänzung zu den Liveübertragungen und Aufzeichnungen von Opern, die ARTE ausstrahlt, behandelt die Sendereihe auf eingängige Weise jeweils eine Oper, liefert Ausschnitte aus einer renommierten Produktion und Hintergrundinformationen zu Werk und Inszenierung. Oper entdecken“ stellt heute die fast völlig unbekannte französische Operette in der Inszenierung von Macha Makeïeff und Jérôme Deschamps an der Pariser „Opéra Comique“ vor: „L’Étoile“ (Der Stern, 1877) von Emmanuel Chabrier (1841-1894).

Im Dezember 2007 wurde die Pariser Opéra Comique unter neuer Leitung wiedereröffnet. Neuer Intendant ist Jérôme Deschamps, bekanntgeworden in den 80er Jahren mit seiner Partnerin Macha Makeïeff durch das Komikerduo „Deschamps“. Auf dem Spielplan stand ein Meisterwerk der komischen Oper „L’Étoile“ (Der Stern, 1877) des französischen Komponisten Emmanuel Chabrier (1841-1894).
Deschamps inszenierte die Neuproduktion zusammen mit Macha Makeïeff, die auch für Dekor und Kostüme verantwortlich zeichnete. Die musikalische Leitung hatte der Engländer Sir John Eliot Gardiner, ein engagierter Verfechter der französischen Musik. Er dirigierte das „Orchestre Romantique et Révolutionnaire“ und den „Monteverdi Choir“.
Das am 28. November 1877 uraufgeführte Werk, eine „Perle der französischen Operette“ , bringt eine fröhliche, fantasievoll ausgeschmückte Welt auf die Bühne: Im Lande des Königs Ouf wird herumspioniert, geschmeichelt, betrogen, gezecht und geliebt. Ganze Musikergenerationen von Duparc bis Strawinsky haben die zarte Melancholie und Virtuosität dieser großartigen Opera buffa bewundert.
Neben Gardiner stellen Jérôme Deschamps, Macha Makeïeff und die Musikhistorikerin Béatrice Collet das Werk in seinen geschichtlichen Zusammenhang, informieren über Chabrier samt seinem Librettisten und umreißen die Opernhandlung. Umfangreiche Auszüge aus der Inszenierung mit den wichtigsten Arien runden das Bild ab.

Bis zur nächsten Woche – da habe ich schon wieder etwas liegen für Euch.

Eine schöne Woche mit viel guter Musik

Barbara

 

Label: Soli Deo Gloria – Neuveröffentlichung SDG 153 Vol. 20 für März 2009 angekündigt


Hallo,

es wurde bereits in einem Kommentar von @Barbara erwähnt, möchte es aber nicht versäumen, einen eigenständigen Thread über die Veröffentlichung von – SDG 153, Vol. 20 – darüber zu verfassen.

Cover von SDG 153 Vol. 20

Cover von SDG 153 Vol. 20

Link: Auf der Monteverdi-Seite wird folgendes angekündigt:

NEW RELEASE AVAILABLE MARCH 2009

The twentieth release from the Bach Cantata Pilgrimage will be here 2nd MARCH 2009- the previous launch issues in the series received phenomenal press coverage and tremendous reviews for performance, sound quality and packaging.

As the solemn Lenten period prior to Easter approaches, Soli Deo Gloria releases the next instalment in its award-winning Bach Cantata series with a double album featuring cantatas for the second and third Sunday before Lent, recorded live in February 2000.

With Lent only a few weeks away – a time of fasting, sackcloth and ashes – we join the Monteverdi Choir and The English Baroque Soloists under the direction of John Eliot Gardiner in Naarden, Holland for a performance of Bach’s cantatas for Septuagesima.

The programme opens with Bach’s first Leipzig cycle, BWV 144 Nimm, was dein ist, und gehe hin – a cantata encapsulated by the moral drawn by Bach’s librettist from the Gospel for the day: accept and be satisfied with your lot, however unfair it may seem at the time. Following the magnificent bold and uncompromising opening, the moral of the cantata is beautifully portrayed in Murre nicht, lieber Christ – an aria set as a minuet for alto over a pulsating string accompaniment to represent the mutterings of dissatisfied Christians.

In contrast, the engaging five-movement work for solo soprano, oboe and strings, BWV 84 Ich bin vergnügt mit meinem Glücke, has no mention of the disgruntled work-force, but only of being ‘content with my good fortune that dear God bestows on me.’ Gardiner stresses this sentiment by making the choir sing the final chorale Ich leb indes in dir vergnüget (‘I live meanwhile content in thee’) a cappella and quietly. ‘I found it very affecting’, writes Gardiner.

The programme ends with the third of Bach’s surviving cantatas for this Sunday, BWV 92 Ich hab in Gottes Herz und Sinn. Unlike the previous two cantatas, the text does not relate specifically to either of the appointed Bible readings, but asks the congregation to surrender to God’s heart and mind and to trust in Him through good and ill.

We then head to Southwell Minster for Bach’s cantatas for Sexagesima, three of his most original and startlingly different pre-Lenten cantatas. Each of these cantatas is characterised by Bach’s vivid pictorial imagination, an arresting sense of drama, and by music of freshness and power that lodges in the memory.

The first two focus upon the Gospel theme of the day – (the parable of the sower (Luke 8: 4-15) – superbly exemplified in BWV 18 Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt where Bach adds two extra viola parts to the score. The magically dark-hued sonority four violas bring stresses the overwhelming power of the Word and forms ‘an ideal seed-bed in which God’s word may germinate and prosper.’ Equally vivid and brilliant is BWV 181 Leichtgesinnte Flattergeister where, in contrast to BWV 18, Bach focuses upon those superficial, fickle people who devour the seed that ‘fell by the wayside’.

We end with BWV 126 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, a cantata that places emphasis upon the wonder and majesty of God’s Word. ‘Erhalt uns, Herr’ (‘Uphold us, Lord’) exalt the trumpet and voices in the opening chorus, reminding the congregation that ‘God’s throne cannot be budged’.

Link: Hörprobe SDG 153 Click to play soundbites.

SDG 153 Volume 20 (2 cds) contains:

SDG153 Cantatas for Septuagesima

BWV 144 – Nimm, was dein ist, und gehe hin
BWV 84 – Ich bin vergnügt mit meinem Glücke
BWV 92 – Ich hab in Gottes Herz und Sinn

(recorded: Grote Kerk, Naarden)

Soloists: Miah Persson | Wilke te Brummelstroete
James Oxley | Jonathan Brown

Cantatas for Sexagesima

BWV 18 – Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
BWV 181 – Leichtgesinnte Flattergeister
BWV 126 – Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort

(recorded: Southwell Minster)

Soloists: Gillian Keith | Anghatad Gruffydd Jones
Robin Tyson | James Gilchrist | Stephen Loges

The Monteverdi Choir | The English Baroque Soloists | John Eliot Gardiner

To sign up for all future releases, click here to visit our online shop.

To join our mailing list and receive advance notice of new releases and special offers,
click here.

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Schöne Kantatenwerke sind in den 2 CDs enthalten, freuen wir uns auf die neue Veröffentlichung.

Gruss

Volker

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Label – Soli Deo Gloria – veröffentlicht 2. CD vom Brahms-Zyklus, Symphonie Nr.2


Hallo,

wie heute bekannt gegeben wurde, ist die 2. Brahms-CD – SDG 703 – im Rahmen des Brahms-Zyklus (Symphonie Nr. 2) vom Label: Soli Deo Gloria – Monteverdi.co.uk – veröffentlicht worden. In der Aufnahme gibt es drei Stücke von Schubert für Männerchor: „Der Gesang der Geister über den Wassern“, eine dunkles und atmosphärisches Stück, in dem der Chor begleitet wird von Bratschen, Celli und Kontrabässe, und zusätzlich zwei Lieder orchestriert von Brahms, aus dem Tartarus „und“ Am Schwager Kronos, die ganz im typischen Stil Schubert’s erklingt.

Soli Deo Gloria - 2. CD vom Brahms-Zyklus - SDG 703 - 2. Symphonie

CD Label: Soli Deo Gloria - 2. CD vom Brahms-Zyklus - SDG 703 - 2. Symphonie

Die CD mit Hörprobe kann beim Label: Soli Deo Gloria – Monteverdi.co.uk eingesehen werden.

CD-Bestellung-Link:

http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B001O8C5FU

http://astore.amazon.co.uk/volsklajsbac-21/detail/B001O8C5FU

Link: Zu den Hörproben der CD: http://www.solideogloria.co.uk/shop/listenbrahms2.asp

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Seh- und Hörporbe bei You Tube Brahms 1 Gardiner

Hier die Originalfassung der englischen Web-Seite:

NEW RELEASE NOW AVAILABLE

SDG 703 – BRAHMS SYMPHONY 2

Following on from the phenomenal worldwide success of the first release in the Brahms series, (recently nominated in the orchestral category of the 2009 BBC Music Awards), SDG continues the series with Brahms’ Symphony 2 which sees John Eliot Gardiner and his Orchestre Révolutionnaire et Romantique explore the music of Johannes Brahms.

Importantly, Gardiner has set Brahms‘ symphonies in the context of his own superb and often neglected choral music, and that of the old masters he particularly cherished (Schütz and Bach especially) and of recent heroes of his (Mendelssohn, Schubert and Schumann).

The recordings from this series are drawn from Gardiner’s two-year Brahms and his Antecedents project which not only celebrated Brahms the composer, but traced the roots from which Brahms drew his creative inspiration. No other composer of the 19th century had such a close and informed relationship to music of the past and for this reason, great choral works by composers as varied as Bach, Schütz and Mendelssohn are performed alongside Brahms’ compositions.

Brahms’ dark, deeply personal and moving Alto Rhapsody for alto solo, male chorus and orchestra is included here alongside three choral works by Franz Schubert. In Schubert’s Gesang der Geister über den Wassern D714 (1821) comparisons between the two composers could not be more clear. Brahms draws on the effective example of his beloved Schubert firstly by composing the rhapsody for male chorus and secondly, basing the work upon a poem by Goethe.

The lyrical beauty of Brahms’s Second symphony makes it perhaps the most popular of the four works he composed in this form. The contrast between this symphony and the heroic First is complete, and it is strikingly analogous to the differences between Beethoven’s Fifth and Sixth symphonies.

Inside the same elegant packaging used for the Bach Cantatas CDs, the booklet notes feature an in-depth conversation between John Eliot Gardiner and composer Hugh Wood.

SDG 703 – Brahms Symphony 2 (1 cd) contains:

Brahms – Alto Rhapsody Op.53

Franz Schubert 1797-1828

Gesang der Geister über den Wassern D714 (1821)
Gruppe aus dem Tartarus D583 (1817, arr. Brahms 1871)
An Schwager Kronos D369 (1816, arr. Brahms 1871)

Brahms – Symphony No.2 in D major Op.73 (1877)

I Allegro non troppo
II Adagio non troppo – L’istesso tempo, ma grazioso
III Allegretto grazioso (quasi andantino) –
Presto ma non assai – Tempo I
IV Allegro con spirito

(Recorded live at the Salle Pleyel, Paris)

The Monteverdi Choir | Orchestre Révolutionnaire et Romantique | John Eliot Gardiner

Click here for a French Translation of the sleeve notes.

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

Click here for the English sleeve notes.

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Gruss

Volker

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Hörproben von den CD’s – Label Soli Deo Gloria – monteverdi


Hallo,

den unten angeführten Link angegeklickt, erfolgt die Verzweigung

zu den Hörproben zur Soli Deo Gloria – Monteverdi-Webseite! Dort die einzelnen CD’s anklicken..!!

Link: http://www.solideogloria.co.uk/shop/index.cfm?CFID=4166904&CFTOKEN=99887542

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Eine CD-Bestellungen über

amazon.uk
Link:
http://astore.amazon.co.uk/volsklajsbac-21?%5Fencoding=UTF8&node=1

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Brahms Series:
Brahms Symphony 2
Brahms Symphony 2

£12.99
Brahms Symphony 1
Brahms Symphony 1

£12.99
Bach Cantata Series:

Bach Cantatas Vol. 20
Bach Cantatas Vol. 20

£19.99
Bach Cantatas Vol. 17
Bach Cantatas Vol. 17

£13.25
Bach Cantatas Vol. 5
Bach Cantatas Vol. 5

£19.99
Bach Cantatas Vol. 25
Bach Cantatas Vol. 25

£19.99
Bach Cantatas Vol. 3
Bach Cantatas Vol. 3

£19.99
Bach Cantatas Vol. 27
Bach Cantatas Vol. 27

£19.99
Bach Cantatas Vol. 16
Bach Cantatas Vol. 16

£13.25
Bach Cantatas Vol. 6
Bach Cantatas Vol. 6

£19.99
Bach Cantatas Vol. 23
Bach Cantatas Vol. 23

£19.99
Bach Cantatas Vol. 22
Bach Cantatas Vol. 22

£19.99
Bach Cantatas Vol. 15
Bach Cantatas Vol. 15

£13.25
Bach Cantatas Vol. 7
Bach Cantatas Vol. 7

£19.99
Bach Cantatas Vol. 26
Bach Cantatas Vol. 26

£19.99
Bach Cantatas Vol. 21
Bach Cantatas Vol. 21

£19.99
Bach Cantatas Vol. 19
Bach Cantatas Vol. 19

£19.99
Bach Cantatas Vol. 14
Bach Cantatas Vol. 14

£13.25
Bach Cantatas Vol. 10
Bach Cantatas Vol. 10

£19.99
Bach Cantatas Vol. 24
Bach Cantatas Vol. 24

£19.99
Bach Cantatas Vol. 8
Bach Cantatas Vol. 8

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Bach Cantatas Vol. 1
Bach Cantatas Vol. 1

£19.99
Other Releases / Other Products:
Pilgrimage to Santiago
Pilgrimage to Santiago

£13.25
SDG On the Night
SDG On the Night

only available here
£10.00
Bach Cantatas - Alles mit Gott
Bach Cantatas – Alles mit Gott

£12.99


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Biographie Sir John Eliot Gardiner


Biographie des Englischen Dirgenten “Sir John Eliot Gardiner”

Foto: Sir John Eliot Gardiner, Engl. Dirigent (Fotorechte: V. Hege)

Der Meisterdirigent, Sir John Elot Gardiner, Chor- und Orchestergründer mit dem Hang zur Barockmusik wurde am 20. April 1943 in Fontmell Magna in der englischen Grafschaft Dorset geboren. Schon zu Studentenzeiten an der Universität von Cambridge nahm er den Taktstock in die Hand und dirigierte die Chöre der Universitäten Cambridge und Oxford, unter anderem auf einer Tournee durch den Nahen Osten im Alter von 15 Jahren, als Nichtgraduierter. Zunächst ging er an das King’s College in Cambridge und schloss sein Studium mit Diplomen in Geschichte und Arabistik ab. Ein Stipendium ermöglichte ihm zwei Jahre intensiven Unterricht bei der großen Nadia Boulanger in Paris, weiterhin studierte Gardiner bei Pfeil Thurston, in London, einem der einflußreichsten Fürsprecher für eine historische Aufführungspraxis der frühen Musik.

Nicht jeder wächst unter den kritischen Augen von Johann Sebastian Bach auf. Sir John Eliot Gardiner schon. Im Haus seiner Eltern hing während der Kriegsjahre das berühmte Bach-Porträt von Haußmann zur sicheren Aufbewahrung – und der kleine John fand, wie er erzählt, Meister Bach “ziemlich gespenstisch. Aber wenn man den Blick von der Nase beginnend nach unten wandern lässt, sieht man einen sehr verständnisvollen, einfühlsamen Mann; ganz anders als Augen, Nase und Perücke des seriösen Thomaskantors vermuten lassen.” In Bachs Musik sieht Gardiner einen ganz ähnlichen Gegensatz: “Zwei unterschiedliche Ebenen durchdringen sich: Eine horizontale aus Melodie und Kontrapunkt und auf der vertikalen Ebene der tanzende Rhythmus von unglaublicher Bewegtheit und Schwung. “Für mich liegt Bachs Seele in den Kantaten, die er jede Woche im Dienst der Kirche schrieb.”

Im Jahr 1964 gründete er mit gleich gesinnten Musikwissenschaftlern und Instrumentalisten den Monteverdi Choir als Interpretationswerkzeug vor allem Alter Musik bis hin zu Bach und Händel, mit dem er zwei Jahre später in der Londoner Wigmore Hall erstmals öffentlich auftrat.

Mit der Aufführung von Mozarts “Die Zauberflöte” gab er 1969 an der English National Opera in London sein Debut als Operndirigent und führte 1973 im Londoner Covent Garden erstmals Christoph Willibald Glucks “Iphigenie auf Tauris” auf.

Vier Jahre darauf spielten Mitglieder des Monteverdi Orchestras in der Formation der English Baroque Soloists erstmals Georg Friedrich Händels “Acis und Galatea” auf Instrumenten der Barockzeit.

Sir John Eliot Gardiner ist einer der vielseitigsten Dirigenten unserer Zeit. Er ist eine der Schlüsselfiguren in der Wiederbelebung der Alten Musik und der Gründer und Künstlerische Leiter des Monteverdi Choir, der English Baroque Soloists und des Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Neben Auftritten als Leiter seiner bles tritt er regelmäßig als Gastdirigent der bedeutendsten europäischen Symphonieorchester auf, darunter die Wiener und Berliner Philharmoniker sowie das London Symphony Orchestra.

1968 gründete John Eliot Gardiner das Monteverdi Orchestra und trat mit dem neuen Ensemble im gleichen Jahr bei den Henry Wood Promenade Concerts in London auf. Knapp zehn Jahre darauf formierten sich aus Mitgliedern des Monteverdi Orchestra die English Baroque Soloists – heute eines der herausragenden Orchester mit historischen Instrumenten -, die 1977 beim Festspiel Alter Musik (Innsbruck) mit Händels Acis und Galatea debütierten. Die Einspielung dieses Werkes wurde 1978 von der englischen Musikzeitschrift Gramophone als “Beste Aufnahme Alter Musik” ausgezeichnet. 1990 gründete John Eliot Gardiner ein neues, auf Originalinstrumenten musizierendes Orchester: das Orchestre Révolutionnaire et Romantique.

J.E. Gardiner und The English Baroque Soloists und Monteverdi Choir

J.E. Gardiner und The English Baroque Soloists und Monteverdi Choir

Als Verfechter der historischen Aufführungspraxis setzte sich Gardiner in der Folgezeit intensiv mit historischer Aufführungspraxis auseinander. Sein Hauptaugenmerk galt schon damals Bach, Händel und Mozarts Opern. Sein Ziel – die Musik dieser Komponisten so wiederzugeben, wie sie in ihrer Entstehungszeit geklungen haben muss. Das Monteverdi Orchestra baute Gardiner in den 1970er Jahren aus. Das Orchester musizierte nun ausschließlich auf historischen Instrumenten und wurde in English Baroque Soloists umbenannt. In den 80ern und 90ern Jahren gelangen Gardiner und seinen Klangkörpern herausragende Aufnahmen. Hervorzuheben sind vor allem die Einspielungen von Bachs großer Vokalwerke wie Matthäuspassion, Johannespassion, Messe h-moll und Weihnachtsoratorium. Viele von ihnen wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre wandte sich Gardiner mehr und mehr dem klassischen und romantischen Repertoire zu. Um auch diese Werke authentisch wiedergeben zu können, gründete der Dirigent 1990 das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, das ebenfalls auf historischen Instrumenten spielt. Neben den zahlreichen Auftritten mit seinen eigenen Ensembles ist John Eliot Gardiner ein gern gesehener Gastdirigent bei vielen bedeutenden Orchestern.

Die Gründung des Monteverdi Choir erfolgte 1964 in Cambridge anlässlich einer Aufführung der »Marienvesper« von Claudio Monteverdi. Ziel war es damals, sich ausgehend von der Musik des Barock ein breit gefächertes Repertoire zu erarbeiten. Das Ensemble wurde bald bekannt für sein leidenschaftliches Musikantentum, gepaart mit rhythmischer Vitalität und der Fähigkeit, Werke ganz unterschiedlicher Komponisten in verschiedenen Sprachen und Ausdrucksformen stilistisch überzeugend zu präsentieren.

Im Jahr des 400. Geburtstages von Claudio Monteverdi gelang John Eliot Gardiner der internationale Durchbruch. Zusammen mit dem von ihm gegründeten Monteverdi Choir führte er 1967 in der “Kathedrale Ely” Monteverdis “Versperae Mariae Virginis” in einer von ihm selbst revidierten Fassung auf und wurde durch den großen Erfolg der Veranstaltung ermutigt, die Arbeit in dieser Richtung fortzusetzen und zu erweitern.

Seit seiner Gründung hat der Monteverdi Choir besonders jungen Nachwuchs-Solisten die Möglichkeit geboten, hochwertige musikalische Erfahrungen zu sammeln sowie Auftrittspraxis zu erwerben, die am Beginn einer Laufbahn besonders wertvoll ist.

Tourneen des Monteverdi Choir:


Foto: The Monteverdi Choir und The Baroque Soloists im Konzert

Der Chor unternahm zahlreiche vielbeachtete Tourneen, unter denen die »Bach-Kantaten-Pilgerfahrt« im Jahr 2000 eine absolute Sonderstellung einnimmt: Anlässlich des 250. Todestages von J. S. Bach führte der Chor gemeinsam mit den English Baroque Soloists 186 geistliche Kantaten in 63 Kirchen in Europa und den USA auf.

Im Sommer 2004 führte der Chor eine weitere »Pilgerfahrt« mit vierzehn Konzerten in Kirchen entlang des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela/ Spanien durch. Die Pilgerfahrt und die Konzerte wurden von der spanischen Zeitung El Pais zu den »Besten Konzerten des Jahres 2004« gewählt.

Eine höchst erfolgreiche Partnerschaft verbindet den Chor mit dem Théâtre du Châtelet in Paris, an dem er in Produktionen von Verdis Falstaff (2001) sowie Webers Oberon (2002) auftrat. 2003 wirkte er an der ersten kompletten Aufführung in Frankreich von Berlioz’ Oper Les Troyens mit, die den Grand Prix des Französischen Journalistenverbandes gewann. Im November und Dezember 2005 unternahm der Chor mit Stücken von Purcell eine höchst erfolgreiche Tournee in Europa und Asien.

Der Chor hat mittlerweile mehr als 100 Einspielungen aufzuweisen, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, darunter mehrere Gramophone-Preise.

The English Baroque Soloists:

The English Baroque Soloists wurden 1978 von Sir John Eliot Gardiner gegründet und haben sich seither als eines der bedeutendsten auf historischen Instrumenten musizierenden Kammerorchester etabliert.

Das Ensemble hat in zahlreichen großen Konzertsälen in aller Welt gespielt, darunter das Teatro della Scala in Mailand, das Amphitheater in Pompeji, die Philharmonie in Berlin, das Théâtre du Châtelet in Paris, das Lincoln Center in New York, das Sydney Opera House, das Amsterdamer Concertgebouw, San Marco in Venedig sowie beim Festival in Salzburg. Anlässlich des 200. Todestages von W. A. Mozart 1991 leitete Sir John Eliot Gardiner eine Aufführung des Requiems mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists im Palau de la Música Catalana, die von der BBC live übertragen wurde.

1990 begann das Ensemble eines seiner bislang größten Vorhaben: die auf sechs Jahre angelegte Aufführung der sieben großen Mozart-Opern. Die Aufnahmen der sieben Opern sind nach ihrem Erscheinen bei der Kritik auf außergewöhnlichen Beifall gestoßen.

John Eliot Gardiner, von Orchestern, Opernhäusern und Festspielen mit wichtigen Positionen betraut, war von 1980 bis 1983 Chefdirigent des Vancouver Orchestra. Während der folgenden fünf Jahre als Musikdirektor der Opéra de Lyon gründete er ein neues Orchester, das heute als eines der besten in Frankreich gilt.

Als künstlerischer Leiter der Göttinger Händel-Festspiele (1981-1990) setzte John Eliot Gardiner mit zahlreichen Aufführungen und Aufnahmen neue Maßstäbe.

1991 wurde er Chefdirigent des NDR-Symphonieorchesters, eine Position, die er bis 1994 innehatte. John Eliot Gardiner hat als Gastdirigent mit großen internationalen Symphonieorchestern, u.a. dem Philharmonia Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Concertgebouw Orkest und den Wiener Philharmonikern erfolgreich zusammengearbeitet.

An der English National Opera debütierte John Eliot Gardiner 1969 mit der Zauberflöte. 1973 folgte sein Covent Garden-Debüt mit Glucks Iphigénie en Tauride. Mit dem Dallas Symphony Orchestra trat er 1979 erstmals in Amerika auf.

Anläßlich des 25jährigen Bestehens des Monteverdi Choir unternahm er 1989 eine Welttournee mit Aufführungen von Monteverdis Vespro della Beata Vergine, die für Film, Video und Aufnahmen der Archiv Produktion dokumentiert wurden.

Bei den Salzburger Festspielen 1990 debütierte er mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists innerhalb eines Orfeo-Zyklus (Monteverdi und Gluck) sowie im Rahmen der Serenaden-Konzerte. John Eliot Gardiner hat bereits zahlreiche Tourneen mit dem Monteverdi Choir und dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique unternommen. 1995 dirigierte er erstmals die Wiener Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen.

1997 fand John Eliot Gardiners Schumann-Festival im Barbican Centre in London und in der Cité de la musique in Paris statt. Nachdem er sich in den letzten Jahren ausführlich mit den Werken Beethovens und der Nach-Beethoven-Ära auseinandergesetzt hat, stehen nun Bachs Kirchenkantaten im Zentrum seiner Arbeit; insbesondere im Jahr 2000 hat er sich ausschließlich mit diesem Thema im Rahmen seiner Bach-Pilgrimage 2000 (anlässlich des 250. Todesjahres von J.S. Bach) befaßt.

Seit seiner ersten Aufnahme mit den English Baroque Soloists für die Archiv Produktion (Acis und Galatea) sind zahlreiche preisgekrönte Einspielungen entstanden: Monteverdis Vespro della Beata Vergine, Orfeo, Buxtehudes Membra Jesu Nostri, Purcells Fairy Queen, Bachs Weihnachtsoratorium, Matthäus-Passion und Haydns Jahreszeiten.

Ein besonderes Projekt war sein Aufnahmezyklus der großen Mozart-Opern: Idomeneo, La clemenza di Tito , Die Entführung aus dem Serail, Così fan tutte, Le nozze di Figaro, Don Giovanni und die Zauberflöte. Für seine vielbeachtete Aufnahmeserie der Mozart-Opern und seine erfolgreichen konzertanten Aufführungen, u.a. beim Holland-Festival, erhielt John Eliot Gardiner den Edison Extraordinaire. Eine weitere Operneinspielung mit den English Baroque Soloists, Monteverdis Poppea, und seine Aufnahme mit Haydns Schöpfung wurden 1996 veröffentlicht.

Orchestre Révolutionnaire et Romantique

Das Orchestre Révolutionnaire et Romantique leitete er in Beethovens Missa solemnis, in einem vollständigen Beethoven-Symphonien-Zyklus, Leonore und einem Beethoven Klavierkonzert-Zyklus mit Robert Levin, den er 1998 mit Veröffentlichung der Aufnahme des Dritten und Vierten Konzertes abschloß, sowie in einem Schumann-Symphonien-Zyklus, der ebenfalls 1998 auf den Markt kam

Neben zahllosen Auszeichnungen für seine Einspielungen wurde John Eliot Gardiner u.a. als “Künstler des Jahres 1994″ (Gramophone Award und Deutsche Schallplattenkritik), “Dirigent des Jahres” (Klassik Echo-Verleihung 1995), “Bester Dirigent” (Cannes Classical Award 1995) und 1995 als erster Dirigent mit dem Dietrich-Buxtehude-Preis geehrt.

John Eliot Gardiner erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität in Lyon (1987), die Ernennung zum “Officier dans l?Ordre des Arts et des Lettres” (1988) und zum “Commander of the British Empire” (1990). Seit 1992 ist er Ehrenmitglied des Londoner King?s College und der Royal Academy of Music.

1998 wurde John Eliot Gardiner von Königin Elisabeth II anläßlich der “June Birthday Honours” in den Adelsstand erhoben.


Foto: Preisübergabe: “Robert Schumann-Preis 2001″

Im Jahr 2001 erhielt er von der Stadt Zwickau den Robert-Schumann-Preise 2001 verliehen.

Unter der Schirmherrschaft des Prinzen von Wales verwirklicht Sir John Eliot Gardiner ein Unternehmen von titanischen Ausmaßen. Am Weihnachtsfest, 23. Dezember 1999 in Weimar, begann er mit einer musikalischen Wallfahrt, (Bach-Pilgrimage 2000); in deren Rahmen er überlieferten Bach-Kantaten aufführte. Sie erklangen an den der Liturgie entsprechenden Tagen, für die Bach sie komponierte. Die Konzertreise führt quer durch Europa und in die USA. Zusammen mit The English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir anlässlich des 250. Todestages von J. S. Bach im Jahr 2000, die die Aufführung von 198 geistlichen Bach-Kantaten in über sechzig Kirchen, in 15 Ländern von Europa und Übersee zum Gegenstand hatte.

Im Mai 2005 wurde ihm zum Bachfest in Leipzig die “Bachmedaille” für sein Lebenswerk verliehen!


Foto: Bach-Medaillenübergabe durch den Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, Leipzig

Am 29.11.2005 wurde Sir John Eliot Gardiner durch den deutschen Botschafter in London, Thomas Matussek , das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse überreicht.


Foto: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse durch den Botschafter in London an Sir John Eliot Gardiner!

Laudatio: (Übersetzung aus dem Englischen)

Eine Konstante in Ihrer Arbeit ist immer die Musik von Bach gewesen. Eines Ihrer Projekte fand ein enthusiastisches Publikum auf der ganzen Erde: Im Jahr 2000 dem Bachjahr, führten Sie jedes einzelne von den Kirchencantatas J.S. Bachs – ca. 200 – mit dem Chor Monteverdi und dem englischen barocken Soloists entsprechend ihren unterschiedlichen Themen und entsprechend dem Kirchekalender durch. Mit dieser “Pilgrimage Bach Cantata”, führten Sie mit Ihren Musikern in über 60 Kirchen und in 14 europäischen Ländern die Kantaten-Werke von Bach auf.

Auf diese Art haben Sie einer weiten Öffentlichkeit die Musik Bachs bekannt gemacht. Sie haben uns eine neue Welt von Musik begründet und eine dauerhafte Tradition gegeben. Einer ausdehnten Nicht-Deutschen Öffentlichkeit haben Sie die großen deutschen barocken Komponisten wie Bach und Händel sowie z.B. den romantischen Komponisten Felix Mendelssohn zugänglich gemacht………

Das Jahr 2004 begann mit einer höchst erfolgreichen Tournee durch die USA mit Werken von Händel, Haydn und Mozart. Am Ende des Jahres stand eine ebenso erfolgreiche Reise nach Asien gemeinsam mit dem Monteverdi Choir und einem Programm mit Werken von Purcell.

Im Jahr 2004 erfolgt die Gründung seines eigenes CD-Labels für seine Veröffentlichungen. Seine Aufnahmen mit dem Monteverdi-Choir, den English Baroque Soloists und dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique werden auf seinem neuen Label, Soli Deo Gloria der Monteverdi Productions, erscheinen. Den Anfang machen die Aufnahmen, die im Zusammenhang mit der ausgedehnten Konzert-Tour “Bach Cantata Pilgrimage ” im Bach-Jahr 2000 entstand, als Gardiner an die 198 Bach-Werke an den Orten ihrer Entstehung aufführte und anschließend auf einer Welttournee aufführte. Die ersten Veröffentlichungen auf dem neuen Label sind seit Anfang Januar 2005 erschienen.

In 2005 hat das Ensemble Bachs Matthäus-Passion aufgeführt, und im Januar und Februar 2006 stehen Mozarts Symphonien Nr. 39, 40 und 41 sowie das Requiem und die c-moll Messe auf dem Konzertkalender.

Sir John Eliot Gardiner ist am 21. Oktober 2006 ein “Doktorat Honoris Causa” in Musicology durch die Universität von Cremona / Italien, dem Geburtsort von Claudio Monteverdi – verliehen worden.

In seiner Freizeit kümmert sich Gardiner um die Pflege einer Öko-Farm, die er von seinem Großonkel, dem Komponisten Henry Balfour Gardiner, geerbt hat. Seit 2001 ist er mit der Musikproduzentin Isabella de Sabata verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit der Violinistin Elizabeth Wilcock (1981 bis 1997), hat er drei Töchter.

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Special – Sir John Eliot Gardiner, Englischer Dirigent


Inhalt: Specials über Sir John Eliot Gardiner

“Die Bach Cantata Pilgrimage 2000″ und sonstige Themen″

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Johann Sebastian Bach

Siegel von J.S. Bach

Inhaltliche Angaben über die „Bach Cantata Pilgrimage 2000″

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Willkommen in “Volkers Klassikseiten J.S. Bach“ und die durchgeführte Bach Cantata Pilgrimage 2000″ des englischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner. Er führte im Bachjahr 2000 mit seinem Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists sämtliche bekannten Kantaten von J.S. Bach in 12 Monaten in Europa und Übersee auf.

Hier habe ich eine deutschsprachige Diskussions-Plattform über J.S. Bach geschaffen, um mit Gleichgesinnten und interessierten Besuchern u.a. über J.S. Bach über Konzerte der durchgeführten Bach Cantata Pilgrimage 2000 von Sir John Eliot Gardiner und zukünftige Konzerte in Beiträgen eine künstlerische Wertstellung dieses großartigen KOMPONISTEN bewerten und darstellen zu können.

Ausführlich werden hier die Einspielungen und Neuerscheinungen von Gardiner vorgestellt und Meinungen dazu sollten in dem Diskussions-Forum abgegeben werden.

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“Die Bach Cantata Pilgrimage 2000″ von Sir John Eliot Gardiner

Foto: Englischer Dirigent: Sir John Eliot Gardiner im Konzert

Als Startbeitrag wurde aus Gardiner seiner SDG-Reihe die 1. DVD mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach am 23. Dezember 1999 in der Herderkirche Weimar im Blog vorgestellt.

Foto: Die Herderkirche in Weimar, Start der Bach Cantata Pilgrimage 2000 am 23.12.1999 von Sir J.E. Gardiner mit dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach

Foto: Monteverdi Choir und The English Baroque Soloists im Weihnachts-Oratorium am 23.12.1999 in der Herder Kirche in Weimar.

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Ein Kommentar von Sir J.E. Gardiner am Anfang der Bach Cantata Pilgrimage 2000

“Bach Cantata Pilgrimage” heißt das rund 13 Millionen Mark teure, üppig gesponsorte Mammut-Projekt. Das Finale wird an Silvester 2000 in New York sein. Ein Jahr lang jede Woche Bach. Warum?

Gardiner:

Erstens Neugier, zweitens hat es mich gewurmt, dass die Kantaten Bachs noch so unbekannt sind. Drittens gäbe es außer Bach keinen Komponisten, mit dem ich mich ein ganzes Jahr beschäftigen könnte.

Bach ist so vielfältig, so fantasievoll. Sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart über Mendelssohn bis Strawinsky oder Jazzer wie Jacques Loussier. Er ist universal, deswegen glaube ich: Bach ist der Komponist der Zukunft.

Frage:

Nach welchen Kriterien haben Sie die Aufführungsorte Ihrer Pilgertour ausgesucht?

Gardiner:

Wir spielen bis auf eine Ausnahme nur in historisch und architektonisch bedeutenden Kirchen, an Bach Wirkungsstätten – Leipzig, Köthen, Lübeck, Eisenach – aber auch am Rand von Europa, zum Beispiel in der Abtei der schottischen Insel Iona oder im spanischen Santiago de Compostela.

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Auszüge aus einem Interview von KlassikAkzente mit Sir John Eliot Gardiner zum Beginn der Bach Cantata Pilgrimage 2000:

 “Wäre Bachs Musik nicht gewesen, wir hätten diese Tour sicher nicht so leicht, so unbeschwert bewältigen können.”

Sir John Eliot Gardiner wird auch nach einem Jahr Pilgerreise mit den Kantaten Johann Sebastian Bachs nicht müde, von der “reinen Schönheit” der Musik zu schwärmen. “Woche um Woche überraschte uns Bach mit einem Meisterwerk nach dem anderen. Es ist eigentlich unbegreiflich.

Am Ende eines jeden Wochenkonzertes sind wir traurig über die Kantaten, die wir hinter uns lassen, und zugleich voller Vorfreude auf das Programm der kommenden Woche.” Seit zehn Monaten sind der Dirigent, die English Baroque Soloists und der Monteverdi Choir unterwegs, reisen als Pilger, wie sie es nennen, quer durch Europa: eine monumentale Konzerttournee mit wöchentlich wechselndem Programm. Mein Jahr mit Bach: Ein Interview mit John Eliot Gardiner

 KlassikAkzente:

Sir John Eliot, die zahlreichen Groß-Projekte zum Bach-Jahr sind kaum noch zu zählen, Ihre “Bach-Kantaten-Pilgerreise” ist zweifellos eines der ambitioniertesten Vorhaben zum 250. Todestag des Komponisten. Wie viel Bach vertragen die Zuhörer in diesem Jahr?

John Eliot Gardiner: Endgültig kann ich das natürlich erst im nächsten Jahr sagen. Vielleicht hat die Mehrheit dann erst einmal von Bach genug, ähnlich wie Mozart 1992 weniger gespielt wurde. Vielleicht sorgt das Bachjahr aber auch dafür, dass der Komponist von einigen neu oder wieder entdeckt wird. Ich glaube nicht, dass wir mit unserem Vorhaben, innerhalb eines Jahres alle 198 erhaltenen Bach-Kantaten aufzuführen, die Zuhörer überlasten. Denn immerhin ist es die erste Unternehmung dieser Art. Vor uns hat noch niemand diese Werke in ihrem Kontext präsentiert.

KlassikAkzente:

Sie spielen auf die Ordnung der Kantaten nach dem evangelischen Kirchenjahr an. Brauchen Sie dafür nicht einige Kunstgriffe?

Gardiner:

Ein paar schon. Wir wollen die Werke jeweils an den Sonn- und Feiertagen aufführen, für die Bach sie komponierte. Der Kalender hat jedoch seine Eigenarten: Einen Sonntag nach Weihnachten, für den Bach auch Kantaten schrieb, gab es im Jahr 1999 nicht, dafür aber in diesem Jahr.

Da unsere “Pilgerreise” zu Weihnachten begann und am 31. Dezember diesen Jahres in New York endet, können wir dies ausgleichen und neben den zahlreichen Weihnachtskantaten noch das Weihnachtsoratorium spielen. Zum andern liegt in diesem Jahr Ostern sehr spät, deshalb fehlen ein paar Sonntage. Doch auch diese Kantaten spielen wir, sie werden eingeschoben.-

KlassikAkzente:

Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie die Stationen Ihrer Pilgerfahrt ausgewählt?

Gardiner:

Wichtig war mir vor allem, dass wir ausschließlich in Kirchen gastieren. Denn Bachs Kantaten sind keine Konzertmusik. Ich habe im Vorfeld des Projektes sehr viele Kirchen besucht. Gerade in den ostdeutschen Kleinstädten gibt es wundervolle Gotteshäuser – beispielsweise in Altenburg oder in Arnstadt.

Es ist gut, dass die “Pilgerreise” auch in diesen Orten und nicht nur in den Metropolen Station macht. Nicht alle Orte, die ich herausgesucht habe, können wir jedoch besuchen. Gerne etwa wäre ich nach Freiberg gekommen. Dort gibt es einen Dom mit zwei wundervollen Silbermann-Orgeln. Aber Freiberg ließ sich einfach nicht in den Plan einbringen. Andere Orte, die mit Bach in Verbindung stehen, sind für unsere Unternehmung leider einfach zu klein.

KlassikAkzente:

Mit “Pilgerfahrt” meinen Sie also, auf Bachs Spuren zu wandeln?

Gardiner:

Die Reise führt nicht nur zu Bachs Wirkungsstätten, sondern auch zu Pilgerzentren der christlichen Kultur, die gerade im Jahr 2000 von Bedeutung sind. Wir wollen Bach als Teil dieser europäischen Kultur begreifbar machen. Für die ist die Musik des großen Thomaskantors ein Symbol.

KlassikAkzente:

Obwohl die Reise immer wieder in Ostdeutschland Station macht, überraschen doch die Ausmaße: Die Unternehmung führt durch nahezu alle europäischen Länder …

Gardiner:

… was so zunächst nicht geplant war. Da wir Bachs Kantaten in ihrem Kontext zeigen wollten, war die Pilgerfahrt als Reise durch protestantische Länder geplant. Ausgehend von Bachs Heimat in Thüringen und Sachsen sollte die Pilgerfahrt in immer größer werdenden konzentrischen Kreisen durch Skandinavien und das Baltikum und Länder wie Holland, England und die Schweiz führen.

Doch dann zeigten gerade einige Veranstalter in katholischen Ländern sehr großes Interesse: Frankreich, Italien, Spanien und Portugal sind nun wichtige Stationen unserer Pilgerfahrt. Auf der anderen Seite gastieren wir so auch in Santiago de Compostela und Rom, was immerhin zwei der ältesten Pilgerstätten des christlichen Glaubens sind.

KlassikAkzente:

Wenn Sie sich auf ein solches Unternehmen einlassen, dann müssen Sie zu Bach ein ganz besonderes Verhältnis haben?

Gardiner:

Manchmal sage ich zum Spaß: Wenn Bach nicht im Himmel ist, dann möchte ich da gar nicht hin. Je mehr ich von Bach kennenlerne, um so mehr Fragen stellen sich mir. Bach ist gewissermaßen zeitlos, seine Musik hat über den bloßen kirchlichen Aspekt hinaus eine breite Ausstrahlung.

Diese Musik kann auch Menschen etwas bedeuten, die ihren Glauben verloren haben oder die nie Christen waren: Es gibt so viel Humanistisches in diesen Kantaten.

KlassikAkzente:

Warum rücken Sie dann mit der Ordnung nach dem Kirchenjahr den liturgischen Aspekt so stark in den Vordergrund?

Gardiner:

Wir sollten respektieren, wofür diese Musik geschrieben ist. Bach selbst hat in seinen Bibelkommentar folgendes persönliche Credo geschrieben: “Bey einer andächtigen Musique ist alle Zeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart”. Er meint damit, dass es möglich ist, beim Musizieren Gottes Gnade in uns zu fühlen. Deshalb hat er Woche für Woche eine neue Kantate geschrieben.

KlassikAkzente:

Das Thomaskantorat war also die Krönung von Bachs Leben?

Gardiner:

Nein, die dort vorgefundenen Bedingungen waren alles andere als ideal. In Weimar hatte Bach professionelle Sänger, dort konnte er Neues ausprobieren. In Leipzig hatte er Schüler, von denen viele unbegabt waren.

Das können wir direkt aus den Kantaten ablesen: Zunächst schrieb er schwierige Partien für alle Stimmen. Nach ungefähr einem Jahr gab er den Knaben im Sopran fast nur noch Choral-Melodien, während sich die komplizierten Strukturen auf die anderen Stimmen, also die Männer, beschränkten.

Außerdem geriet Bach in Leipzig zwischen die Fronten zweier Parteien im Stadtrat. Die Zustände in Leipzig waren so katastrophal, dass Bach eine polemische Beschwerde an den Rat der Stadt schrieb.

KlassikAkzente:

Wenn die Zustände in Leipzig so katastrophal waren, was ist dann die Grundlage Ihrer um Authentizität bemühten Interpretationen?

Gardiner:

Der Begriff Authentizität gefällt mir nicht, weil er nicht das umschreibt, was wir wollen. Interessant ist nicht das Klangbild, das Bach bei der Aufführung hörte, sondern das Ideal, das ihm beim Komponieren vorschwebte. Insofern verstehe ich auch die Diskussion um die solistische Besetzung der Leipziger Kantaten nicht. Denn in seiner Eingabe hat der Thomaskantor die vorgefundene Situation genau beschrieben und skizziert, welche Besetzung er gerne hätte. Insofern hilft der Maßstab “Authentizität” bei Bach wenig.

KlassikAkzente:

Wie würden Sie ihn ersetzen?

Gardiner:

Durch den Begriff “Historische Informiertheit”. Denn jede Interpretation ist authentisch, wenn sie ernst gemeint ist und den jeweiligen Stand des Wissens berücksichtigt. Deshalb waren Karl Straubes Bach-Interpretationen auch authentisch, und deshalb wird Gardiner in 20 Jahren wohl altmodisch sein. Wir sind keine besseren Musiker, wir wissen nur etwas mehr.

KlassikAkzente:

Die “Bach-Kantaten Pilgerfahrt” verlangt von Ihnen und von den Ensembles nicht zuletzt auch physische Höchstleistungen. Wie erholen Sie sich vom immer gleichen Ablauf aus Reisen, Proben und Konzerten?

Gardiner:

In jedem Ort gibt es Dinge, die man sich anschauen kann. Von Leipzig aus möchte ich zum Beispiel mit den Musikern zur Dorfkirche Pomßen fahren, wo die älteste Orgel Sachsens steht. Dort wurde die Kantate “Ich lasse dich nicht” bei einer Trauerfeier uraufgeführt.

Es gibt in dieser Kirche sehr viele Holzschnitzereien und Gemälde aus dem 15. und 16. Jahrhundert, da hat sich seit Bachs Zeit wahrscheinlich überhaupt nichts geändert. Für ein Konzert ist diese Kirche natürlich zu klein. Aber wir wollen dort einmal singen – nur so zum Spaß. Und mit Sicherheit auch wieder Bach.

(Text mit freundlicher Genehmigung von KlassikAkzente)

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Eine Schlussanmerkung von Sir John Eliot Gardiner in einem Interviews nach dem Ende der Bach Cantata Pilgrimage 2000:

Wenn Bach also mit der schlichten Anzahl nicht den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde schafft, bleibt dennoch einzigartig, mit welchem musikalischen Einfallsreichtum er seine Kantaten ausgestaltete. “Ich habe noch nicht eine Kantate gehört, die mich gelangweilt hätte”, erklärt John Eliot Gardiner.

“Jede einzelne von ihnen hat etwas, das die Aufmerksamkeit fesselt und die Fantasie anregt. Einmal ist es eine fantastische Kombination von Instrumenten und Singstimme, ein anderes Mal die wunderbare Illustration eines Textes, dann wieder die erstaunliche Fähigkeit, eine musikalische Predigt wirklich eindringlich zu gestalten.” Das ist das Schöne an Musik: Sie kommt ganz ohne Liturgie aus.

“Im Grunde ist es sehr tänzerisch. Ich glaube, die größte Sünde, die man mit Bach begehen kann, ist, ihn schwerfällig zu interpretieren, zu steif oder zu militärisch oder zu dick. Es muss immer diese Lebendigkeit und diesen tänzerischen Rhythmus als Basis haben.” Das Gute bei Gardiner ist, dass er nicht Absichtserklärungen gibt, sondern handelt.

Wir konnten nicht ahnen, wie sehr sich unsere Hoffnungen einlösen würden. Sie kamen in Strömen, die Menschen aus den Kirchengemeinden, Musikliebhaber, die uns von Konzert zu Konzert begleiteten.

Alle ließen sich ein auf ein Geben und Nehmen: Wir machten die Musik, aber das Publikum war mit ungeheurer Aufmerksamkeit bei der Sache, konzentriert und begeisterungsfähig. Und was für eine Freude, wenn die jeweiligen Kirchenchöre in den Schlusschoral einstimmten.” Auch im Gespräch predigt Gardiner für Bachs Musik:

Ja, die Aufführungen stellten die Kantaten wieder in ihren liturgischen Zusammenhang. Aber nein, man müsse nicht gläubig sein, damit Bachs Musik fasziniere, tröste und stärke. “Seine Musik macht die langen Stunden im Bus und die Ermüdungserscheinungen, die eine solche Wahnsinnstour natürlich mit sich bringt, mehr als wett.”

Alle ließen sich ein auf ein Geben und Nehmen: Wir machten die Musik, aber das Publikum war mit ungeheurer Aufmerksamkeit bei der Sache, konzentriert und begeisterungsfähig. Und was für eine Freude, wenn die jeweiligen Kirchenchöre in den Schlusschoral einstimmten.”

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Meine persönliche Anmerkung:

Hier berichte ich über die am 23. Dezember 1999 in der Herderkirche in Weimar begonnene Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 durch den englischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner mit dem Monteverdi-Choir und The English Baroque Soloist.

Im Rahmen seiner Bach-Pilgrimage 2000 führte J.E. Gardiner ( im Bachjahr 2000 ); innerhalb von 12 Monaten 186 Kantatenwerke von J.S. Bach in 14 Ländern Europas und Übersee auf, am 31.12.2000 endete die Pilgrimage in der St. Bartholomew’s Church in New York / USA.

Kein Musiker hatte sich bisher daran gewagt, sämtliche Kirchenkantaten innerhalb eines Jahres aufzuführen.

Mit welch unsäglichen Schwierigkeiten hatte Gardiner innerhalb der Tour zu rechnen, Austausch der Solisten, kurzfristige Umdisponierung aufgrund von Absagen, Wechsel im Orchester, die räumlichen und akustischen Gegebenheiten innerhalb der verschiedenartigsten Kirchen und Konzertstätten, die großen Strapazen der Anreisewege: Kopenhagen-Neapel-London-Tallinn-New-York).

Kaum Zeit für Einübungsmöglichkeiten der verschiedenen Kantatenwerken für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr. Die Finanzierung der Tour geriet in Gefahr, da sich der Hauptsponsor: ”DG” kurzfristig aus dem Projekt verabschiedete. All diesen Schwierigkeiten zum Trotz, kann auf außergewöhnlich CD-Veröffentlichungen im Rahmen der “SDG-Reihe“ verwiesen werden !!

Live-Mittschnitte aus den Proben der Bach-Kantaten werden im Rahmen von 51 CD-Herausgaben durch

http://www.monteverdiproductions.co.uk/ veröffentlicht.

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Link: zur Biographie von Sir John Eliot Gardiner !!

(Copyright © V. Hege)

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Rezension-Besprechung: CD’s von SDG 147 – Vol.5 veröffentlicht vom Label: SDG – Monteverdi im Oktober 2008


Hallo,

meine Rezension von SDG 147, Vol. 5 / CD eins; Aufführungsort: Christkirche in Rendsburg

Cover: SDG 147, Vol. 5 / zwei CD’s

Kantaten für den achten Sonntag nach Trinitatis

BWV 178 – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
BWV 136 – Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz
BWV 45 – Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist

(Aufführungsort: 13/08/2000 Christkirche, Rendsburg)

Soloists: Robin Tyson; Altus
Christoph Genz; Tenor | Brindley Sherratt; Bass


Aufführungsort: Christkirche Rendsburg (Fotorechte: http://www.die-netzwerkstatt.de)

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Click here Gardiners-Reisetagebuch

for a German Translation of the sleeve notes.

Hier klicken zur „Meinungsäußerung“ von Jane Rogers, Bratsche
zur SDG 147 Vol. 5


oder bei amazon.de“

und amazon.uk (England)

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Rezension
CD eins SDG 147, Vol. 5

Kantate: BWV 178„Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

Das Werk ist eine Choral-Kantate und erfuhr am 20. Juli 1724 seine erste Aufführung. Das zugrunde gelegte Kirchenlied ist eine Nachgliederung des 124. Psalms durch Justus Jonas (1524).

Der Eingangschor: „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ des 1. Satzes verkörpert den von Bach bevorzugten Typus des eröffnenden Choralchorsatzes: In einen thematisch selbständigen Orchestersatz ist der vom Chor vorgetragene Choral zeilenweise eingefügt. Die Liedweise liegt im Sopran verstärkt durch ein Horn.

Ein kontropunktisches Meisterwerk ist der Choral, Satz 2, „Was Menschenkraft und -witz anfäht“, dieses gelingt dem Monteverdi Choir entsprechend umzusetzten.

Der 3. Satz lebt von dem beschwingt herrlich anzuhörenden BC und Violinen – der Bassist Brindley Sherratt glänzt durch ein starkes Stimmvolumen mit der Bass-Arie: „Gleichwie die wilden Meereswellen“ ein vortrefflicher Bass, der die Wellenbewegung gesanglich vortrefflich umzusetzen weiß.


Bass: Brindley Sherratt (Fotorechte Staatsoper Hamburg)

Gut anzuhören ist das Orchester im 6. Satz für Tenor als Arie: „Schweig, schweig nur, taumelnde Vernunft!“ ebenso präsentiert sich der Tenor: Christoph Genz.


Nuanciert gesungen wird der schlichte vierstimmige Schluss-Choral im 7. Satz: „Die Feind sind in all in deiner Hand.“


Kantate:
BWV 136 – „Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

In der überlieferten Fassung entstammt dieses Werk dem ersten Leipziger Kantatenjahrgang Bachs und wurde am 18. Juli 1725 erstmals aufgeführt. Verschiedene Anzeichen des Quellenbefundes lassen jedoch vermuten, dass Bach dabei auf früher Komponiertes zurückgegriffen hat.

Der Eingangschor „Erforsche mich Gott“ hat die Form einer weitläufigen Fuge. Zwei gleichthematische Chorfugenkomplexe werden durch Instrumentalpartien umrahmt und voneinander abgegrenzt. Ein Horn präsentiert zu Beginn des Ritornells das Hauptthema und ist auch im weiteren Verlauf des Satzes selbständig geführt. Beschwingt in seiner unnachahmlicher Art singt der Monteverdi Choir den 1. Satz.

Der 3. Satz mit der Alt-Arie „Es kommt ein Tag“, gesungen von Robin Tyson, wird mit obligater Oboe d’amore begleitet, und besitzt eine ausdrucksvolle Figuration, die mich sehr angesprochen hat.

Der 5. Satz „Uns treffen zwar der Sünden Flecken“ mit dem Arien-Duett für Tenor: (Christoph Genz); und Bass: (Brindley Sherratt); überzeugen in dem Duett mit einem harmonischen Gesang und werden durch ein beeindruckendes Violinspiel unterstützt.

Im 6. Satz „Dein Blut der edle Saft“, ein schlichter vierstimmiger Schlußchoral nach der Melodie „Auf meinen lieben Gott“, beschließt dieses Kantatenwerk.

Kantate: BWV 45 – „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“ (für den 8. Sonntag nach Trinitatis)

Diese Prunk-Kantate wurde für den 11. August 1726 geschrieben und gehört zu jenen Werken, deren Texte demselben Jahrgang entstammen wie die Kantaten des Vetters von J.S. Bach, dem Meininger Kapellmeister „Johann Ludwig Bach.“

Der großartige Eingangs-Choral – „Es ist dir gesagt, Mensch“, ist wieder eines jener Beispiele, wie Bach vielgestaltig und beeindruckend aus einem einzigen Thema ein gewaltiges Klangvolumen entwickeln hat. Es ist für mich das Herzstück dieser Kantate und wird von dem fantastischen Monteverdi Choir entsprechend umgesetzt, die Beschwingtheit und Freude des Musizierens und Singens überträgt sich spontan auf den Zuhörer, das ist reine Bach-Kultur vom Feinsten..!!

Diese überschwengliche Musizierform setzt sich im 3. Satz mit der Arie für Tenor: (Christoph Genz) – „Weiß ich Gottes Rechte“, entsprechend fort. Ein vortreffliches Orchester weiß klanglich zu überzeugen und hat in dem Tenor einen vorzüglichen Vortragenden.

Ein orchestrales Feuerwerk wird am Anfang von Satz 4„Es werden viel zu mir sagen“ – zu Gehör gebracht, spritzig, beschwingt phrasierend, präsentiert sich das Spitzenorchester und finden mit dem Bass-Vortrag – ((Brindley Sherratt); einen genialen Partner.

Es folgt ein inniger 5. Satz – Arie für Alt: (Robin Tyson) „Wer Gott bekennt aus wahrem Herzensgrund“ wird in Begleitung der Flöte und BC zu einem weiteren Prunkstück. Der Altus-Gesang gelingt entsprechend der trostvollen Text-Aussage in bewundernswerter Weise – perfekt.

Der gelöst klingende Schlusschoral im 7. Satz: – „Gib dass ich tu mit Fleiß“ – beendet ein großartig zu bennendes Kantatenwerk. Ruhig und getragen singt der Monteverdi-Choir in bewegender Manier diesen wunderbaren Choral.

Fazit:
Die Kantate BWV 45 ist der Höhepunkt dieser SDG-Veröffentlichung von CD eins. Wieder zu bewundern, wie Gardiner in diesem Bach-Werk die entsprechenden Akzente zu setzen weiß, Orchester, Sänger und Gesangs-Solisten werden von ihm dementsprechend herausgefordert und erzielen so gemeinsam eine vortreffliche Werks-Wiedergabe.

Grüsse
Volker

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Teil 2, Besuch der Brandenburgische Konzerte I, III, IV, im Johann-Sebastian-Bach-Saal, Köthen am 5.9.2008


Hallo zusammen,

nach dem beeindruckenden Konzert vom Vormittag, das kaum noch zu toppen möglich erscheint, waren wir sehr gespannt, was sich in dem schönen neuen „Johann-Sebastian-Bach-Saal“ am Abend des gleichen Tages ergeben würde.

Flyer mit Programm im Johann-Sebastian-Bach-Saal am Abend

Foto: Der neue Johann-Sebastian-Saal in Köthen (© Copyright V.Hege)

Auch in dieser Veranstaltung wurde wiederum eine Programm-Änderung in der Abfolge vorgenommen. Es erklang zum Anfang das Brandenburgische Konzert Nr. II, F-Dur, BWV 1047. Wie bereits am Vormittag, saß Gardiner am Rand des Podiums und war als Hörer und nicht als Aktiver tätig.

Foto: Johann-Sebastian-Saal, Köthen, Blick auf das Podium vor Konzertbeginn (© Copyright V.Hege)

Dieses Werk lebt von der Spannung mit der Besetzung einer Trompete. Der erste Satz ist lebhaft und man hört sofort die Dominanz der Trompete. Der Satz ist nicht umsonst einer der beliebtesten Sätze der Barockmusik. Auf dieses Werk habe ich mich am meisten gefreut und wurde nicht enttäuscht, Im Gegenteil, es wurde eine Wiedergabe auf allerhöchstem Welt-Niveau, den Trompetenpart meisterte ein Juwel unter der Trompetengilde „Neil Brough“ absolut perfekt, was in seinen Lungen steckt, um diesen virtuosen Part vortragen zu können, grenzt fast ans menschenunmögliche, von der Statur her besitzt er alle Bedingungen um das umsetzen zu können und das meistert er mit Bravour; zumal Gardiner ihm hier ein sehr schnelles Tempi vorgegeben hat. Das gleiche Tempo wurde in den folgenden zwei Sätzen beibehalten und wurde zu einem glanzvollen Festtags-Schmaus.

Orchester und Trompeter bildeten eine perfekt Einheit und haben einen wunderschönen Konzertbeginn hingelegt, der den Besucher auf das Kommende erwartungsfroh einstimmte.
Nach den drei Sätzen brach tosender Jubel und Applaus aus und ein sichtlich erschöpfter Weltklasse-Trompeter und ein perfekt abgestimmtes und aufspielendes Orchester genossen in vollen Zügen den wohlverdienten Lohn. Der Sir stand enthusiastisch applaudierend am Rand des Podiums und grinste freudig über das ganze Gesicht.

Das ist Barock- (Bachmusik) vom Feinsten und bedeutete für mich ein vorweggenommener Höhepunkt des Abends. Schade, das hätte ich gerne als Schlusswerk gehört, – denn dazu komme ich noch, – dass Brandenburgische Konzert Nr. I war nicht der Rausschmeisser, wie es eigentlich angedacht gewesen war..!!


Foto: Frenetischer Jubel nach dem Brandenburgischen Konzert Nr. 2, BWV 1047, mit der überragenden Vorstellung des Trompeten-Virtuosen: „Neil Brough“, im Bild rechts außen. Links daneben Prof. Michael Niesemann, Oboe und Rachel Bekett, Flöte, im Brandenburgischen Konzert Nr. II, BWV 1047 (© Copyright V.Hege)

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Das Folge-Werk, Brandenburgische Konzert Nr. IV, G-Dur, BWV 1049 wurde zu einem Glanzpart für die Violonistin „Kati Debretzeni“ hier ist der Violine hochvirtuose Solo-Läufe zugewiesen. Was sie wunderbar technisch auf höchstem Level vortrug, klanglich habe ich etwas an ihrer Geige zu bemängeln, sie hat nicht den warmen barocken Klang, den ich sonst so bei den Baroque Soloists bewundere,

Foto: Die Streichergruppe, zweite von links: Kati Debretzeni wurde mit ihrem virtuosen Violin-Solo-Part gefeiert.
(© Copyright V.Hege)

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Ein weiterer Höhepunkt erfolgte anschließend mit dem „Lamento“ von Johann Chrisoph Bach (1642-1703), „Ach dass ich Wassers gnug hätte“ mit Clare Wilinson, Alt. Hier nahm der Sir wieder seinen Chefposten ein und spornte mit seinem Dirigat alle Beteiligten wieder zu einer Glanzleistung an.

Johann Christoph Bach, der Eisenacher Organist, Hof-Cembalist und Onkel zweiten Grades von Johann Sebastian, vertont den Propheten Jeremia mit schmerzlich-empfindsamen Lautmalereien. Mit Schlichtheit und mit einer mehr als bewundernswerten Gesangs-Ästhetik, vermag in diesem Lamento Clare Wilkinson restlos zu überzeugen. Das Wühlen von Geige, Bratschen und Continuo in den untersten Registern beim ach so grimmigen Zorn des Herrn – wird überwältigend dargeboten. Leichte Probleme bekommt die Mezzo-Sopranistin in den unteren Lagen, da könnte im Stimmvolumen zugelegt werden, aber die geringe Raumgrösse war hier ihr Vorteil, sie muss in den letzten Reihen mit ihrem Stimmvolumen angekommen sein.
Freudiger, frenetischer Schluss-Applaus bekundete wiederum, dass der Besucher mit dieser Aufführung mehr als zufrieden war.

Foto: Wiederum eine vortreffliche Vorstellung im Lamento durch Clare Wilkinson, Alt (© Copyright V.Hege)

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Das von mir mit Spannung erwartete Schlussspektakel mit dem wunderschönen Brandenburgischen Konzert Nr. I, F-Dur, BWV 1046, in der Besetzung mit Hörnern, wurde fast zum Fiasko. Schon nach dem Wiederbetreten des Podiums nach dem zuvor gehörten Lamento, geriet Sir Gardiner heftig ins Straucheln, er muss eine Stufe des Podiums verfehlt haben und konnte sich glücklicherweise am Cembalo schützend abstützen und einen heftigen Sturz vermeiden. Einmalig in seiner Art, überspielte er diese für ihn glücklich verlaufenen Situation, mit einer fast tänzerischen Schau-Sondereinlage und das Publikum dankte es ihm mit einem Sonderapplaus. Rührend konnte ich sehen, wie der Oboist Michael Niesemann sich sofort um den Sir kümmerte und nach seinem Befinden sich erkundigte.

Das war schon ein heftiger Beginn und setzte sich fort nach dem Einsetzen der ersten Tönen im Brandenburgischen Konzert Nr. I. Ungläubig schüttelte ich den Kopf, die Misstöne der Hörner waren zum Anfang unüberhörbar, was zum Teufel hat den Sir geritten, so eine für mich gesehene wundersame Interpretation der Hörner dem Publikum vorzusetzen? Für mich war die junge Anneke Scott und Gavin Edwards mit dem virtuosen und sensiblen Part für das Horn an diesem Abend überfordert. In dem weiteren Werk wurden sehr laute trompetenhafte Töne – das Orchester wurde schrecklich übertönt -, zum letzten Hallali geblasen, es war fast jazzige Musik. Ich konnte beobachten, dass die Geigerin Kati Debretzeni ob dieses Spektakels ein süss-säuerliches Gesicht bekam und das Publikum vor mir ungläubig darüber den Kopf schüttelten. Das grenzte fast an Jahrmarkts-Töne, leider, gerade dieses Werk bedarf eines sensiblen Spiels des Horns und dann so etwas…!!

Wenn dieses Konzert am Anfang zur Aufführung gestanden hätte, wäre ich dafür dankbar gewesen, es sollte wohl ein Highlight des Abends werden mit der Jazz-Einlage. So ist der sonst so wunderbare Gesamt-Eindruck des Abends ein wenig geschmälert worden und bekam einen faden Beigeschmack. Hier sehnte ich mich als Rausschmeisser-Musik nach dem Brandenburgischen Konzert Nr. II mit dem Star-Trompeter „Neil Brough“, da hätte die Halle Kopf gestanden, aber so..!!??

Foto: Gavin Edwards, Horn, links im Bild (© Copyright V.Hege)

Foto: links im Bild die junge Hornistin: Anneke Scott (© Copyright V.Hege)
Ich stelle hier allen Lesern einen Vidoe-Link von jpc zur Verfügung mit dem Anfang des Brandenburgischen Konzertes Nr. I, gespielt von dem Freiburger Barockorchster im Spiegelsaal Köthen, da hört sich das Waldhorn gediegener an. Zum Starten des Videos muss das seitenverkehrte Dreieck angeklickt werden, die Ladezeit dauert ein wenig, bitte Geduld !!

Link: http://www.jpc.de/jpcng/home/detail/-/hnum/6944511/iampartner/seinfo

Im Anhang füge ich ein Video vom 1. Brandenburgischen Konzert vom Label: solideogloria / monteverdi.co.uk bei, das während des Bachfestes 2008 in Köthen im Bachsaal entstanden ist.

© Videorechte: Label: http://www.solideogloria.co.uk/

Video: 1. Brandenburgische Konzert, Gardiner, Bachfest 2008 Köthen, Bachsaal

Trotz des für mich gesehenen Missgeschick mit dem Werk I, waren es zwei wunderbare Konzerte mit den Baroque Soloists und dem wunderbaren Gesang des Mezzo-Sopran: Clare Wilkinson. Der schönste Rahmen war einfach der Spiegelsaal, die Intimität des Raumes und Nähe zum stehenden Orchester, das umwerfende Zusammenspiel der großartig aufgelegten Instrumentalisten war einmalig und haftet weiterhin, was will man mehr…!!

Grüsse an alle

Volker

P-S. Wenn jeweils in das Foto geklickt wird, erscheint eine gesonderte Vergrößerung des Bildes !!

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Teil 1, Besuch der Brandenburgische Konzerte III, V, VI, im Spiegelsaal-Schloss-Köthen am 5.9.2008


Hallo,

nach dem Bericht von @Barbara, mit dem Besuch der Johannes Passion, welches wir bewusst ausgelassen haben, beginne ich mit Teil 1, den Brandenburgischen Konzerten im Spiegelsaal Köthen.

Nach der Aufführung der Johannes Passion als Eröffnungskonzert in St. Jakob am Mittwoch, 3.9.2008, im Rahmen der 22. Bachwoche Köthen, war für Gardiner ein freier Tag angesetzt, den wir zur Anfahrt genutzt haben.

Flyer vom Programm im Spiegelsaal

Foto: Das Köthener Schloss mit Spiegelsaal (© Copyright V.Hege)

Im Vorfeld war für mich die Splittung der zu hörenden Brandenburgischen Konzerte von Interesse, was mag Gardiner dazu bewogen haben, in seinem 1. Konzert die Werke III, V und VI im Spiegelsaal aufzuführen.

Das dritte und sechste Brandenburgische Konzert folgen der Form einer italienischen Ouvertüre aus Konzertsatz, langsamem Mittelsatz und Tanz, während das fünfte Brandenburgisch Konzert eine kleine Gruppe von Soloinstrumenten einem Streichorchester gegenübergestellt ist und repräsentieren damit die modernere Form eines „Concerto grosso“ hier ist der Schlusssatz ein Fugati mit einer voll ausgebauten Fuge.

Somit kann die Erklärung wohl auf der Hand liegen, das 3. Und 6. Brandenburgische Konzert sind in ihrer Kompositionsart identisch und bilden eine Einheit und wurden in einer Abänderung in der Programmabfolge als Schlusswerke nach der wiedergegebenen Kantate, aufgeführt.

Das 5. Brandenburgische Konzert weicht in der Kompositionsform von den vorgenannten Werken ab und ist als ein Kontrast-Werk in das Programm aufgenommen worden und als erstes Werk aufgeführt worden.

Als eine willkommene Bereicherung und Abrundung des Programms ist als ein „Juwel“ die Kantate, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ für Alt-Solo, in das Programm integriert worden.

Diese drei Brandenburgischen Konzertveranstaltungen von Gardiner, Monteverdi Choir und English Baroque Soloists hatten einen immensen Zuspruch und waren nach kurzer Zeit restlos ausverkauft.

Voller Vorfreude betraten wir den historischen Spiegelsaal und waren glücklich, in der ersten Reihe, hautnah am Orchester unsere Plätze vorzufinden. Die Sicht und das unmittelbare Geschehen spielte sich direkt vor uns ab, etwas störend die Enge des Sitzens in den Bänken aber das wurde durch die optimalen Bedingungen des vorgenannten mehr als wett gemacht.

Foto: Der Spiegelsaal, Schloss Köthen, links die Büste von J.S. Bach (© Copyright V.Hege)

Es erklang Kammermusik der feinsten englischen Art, virtuoses Orchester untereinander anspornend und bestens aufeinander abgestimmt, war es ein fulminantes Erlebnis, diesem Ausnahme-Orchester zuzuhören und das unter den gestrengen Blicken von J.S. Bach als Büste im Hintergrund des Cembalos. Er hätte an der Musizierfreude und das großartige Können aller Beteiligten seine helle Freude gehabt.

Foto: J.S.Bach-Büste, eine Kopie, die 1895 vom Leipziger Bildhauer; Carl Seffner; geschaffen wurde.
(© Copyright V.Hege)


Verwundert nahmen wir zu Kenntnis, dass der Sir die Protagonisten alleine die Brandenburgischen Konzerte vortragen lies, er hatte in der 1. Reihe seinen Sitzplatz eingenommen und verfolgte anhand eines vor ihm stehenden – niedrig eingestellten Pultes mit der darauf liegenden Partitur -, schmunzelnd, den Kopf im Takte wiegend, das Geschehen. Nach dem ersten Schluss-Akkord sprang er überglücklich als erster auf und rief in den Raum: „Bravi“, so entfesselt, beseelt und begeistert habe ich Gardiner noch nie in einem Konzert erlebt.


Foto: Begeisterter Sir Gardiner sitzend und zuhörend..!! (© Copyright V.Hege)


Schon nach dem Einsetzen des ersten Taktes kam die Intimität des Spiegelsaales voll zur Geltung und übertrug sich spontan auf die Zuhörer. Das war überirdische Musik, die nicht mehr zu toppen war, die Hörer waren schier aus dem Häuschen und mehr als begeistert. Das Niveau aller zu Gehör gebrachten Brandenburgischen Konzerte war auf dem gleichen künstlerischen Level und entsprachen einem Kunstgenuss auf höchster Ebene und wusste den Zuhörer mehr als zu begeistern.

Foto: The English Baroque Soloists, am Cello der überragende Danny Yeadon. (© Copyright V.Hege)

Eine ebenso fantastische Wiedergabe erfolgte zwischendurch mit der Kantate, BWV 170 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust.“ Hier lies es sich der Sir nicht nehmen und übernahm sein geliebtes Dirigat.

Das für Alt-Solo gespickte Werk wurde von einer Könnerin ersten Grades, mit Namen Clare Wilkinson, Mezzo-Sopran, vorgetragen. Ihr Stimmvolumen war optimal für diesen prächtigen Spiegelsaal, ihre Ausdrucksform und Gesangsvortrag war erhebend schön, in einem schönen roten langen Kleid war sie nicht zu übersehen und zu überhören, hier war sie der Mittelpunkt und wusste es durch ihre Gesangs-Kultur prächtig zu untermauern. Sie trug eine Perlenkette und so war es dementsprechend bildlich gesehen ein Perlengesang „per Excellence“ ein wunderschöner Kantaten-Vortrag, der sehr zu Herzen ging. Überglücklich nahm Gardiner sie am Ende an die Hand mit dem Bewusstsein, eine großartige Ausnahmesängerin in seinen Reihen zu haben.


Foto: Clare Wilkinson, Mezzo-Sopran, überzeugende Sangeskunst (© Copyright V.Hege)

Es gibt bei YouTube eine wunderbare Altus-Arie vom BWV 170 „Vergnügte Ruh“ von Andreas Scholl gesungen, sie ist unter Herreweghe veröffentlicht worden. Es ist ein fantastischer Altus-Gesang zu hören.

Link: http://de.youtube.com/profile_video_blog?sid=42B00DB5A1191AE6&id=FF04EBF8E01C6987


Der Schlussapplaus nach der Veranstaltung war entsprechend überwältigend, mit Standing Ovatione waren die Besucher überglücklich, es war eine Veranstaltung, die aufgrund der Intimität des Raumes und der Nähe zum grandiosen Orchester alle gepackt hatte. Es war ein Konzerterlebnis, wie man es in diesem Rahmen nur sehr selten erleben kann, so etwas bietet Köthen mit seinem rührigen Spiegelsaal und weiß alle in seinen Bann zu ziehen, hier ist der Geist von J.S. Bach spürbar, und das wurde von den Ausführenden in diesem Sinne entsprechend grandios umgesetzt.
Was will man als Hörer und Konzert-Besucher mehr verlangen…!!

Im Anhang füge ich zwei Videos von Brandenburgischen Konzerten vom Label: solideogloria / monteverdi.co.uk bei, die während des Bachfestes 2008 in Köthen-Spiegelsaal und Bachsaal entstanden sind.

© Videorechte: Label: http://www.solideogloria.co.uk/

Video: 3. Brandenburgische Konzert, Gardiner, Bachfest 2008 Köthen, Spiegelsaal

Video: 6. Brandenburgische Konzert, Gardiner, Bachfest 2008 Köthen, Spiegelsaal


Grüsse

Volker

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Vom Label – Soli Deo Gloria – Brahms-Symphonie Nr.1 – CD Neuveröffentlichung


Hallo,

eine erste Neuveröffentlichung für alle Brahms-Freunde gibt es vom Label: „Soli Deo Gloria“ / „monteverdi.uk“ mit Brahms, Symphonie Nr. 1, sie liegt vor als SDG 702 – CD.

1 Brahms-CD als SDG 702 veröffentlicht !

Brahms – Begräbnisgesang, Op. 13

Mendelssohn – Mitten wir in Leben sind Op. 23

Brahms – Schicksalslied, Op. 54

Brahms – Symphony no.1 in c minor, Op. 68

(recorded: London & Paris)

The Monteverdi Choir | Orchestre Révolutionnaire et Romantique | John Eliot Gardiner

Weitere Informationen zu der CD :als PDF-Information in „Deutsch“ herunter zu laden !

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

Zur CD-Bestellung den nachstehenden Link anklicken

Link: amazon-Partner-Seite

Hör- und Sehprobe von You Tube nachstehend:

Grüsse

Volker

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Weitere Web-Seiten-Links zu Sir J.E. Gardiner


Blog-Monteverdi

England: Bach-Cantatas com / John Eliot Gardiner

Konzert-Termine in 2008 von J. E. Gardiner und Monteverdi-Chor etc.

Label mit Gardiner-Einspielungen, Englische-Web-Seite

News-Klick.de Braunschweiger Zeitung (Stichwort-Gardiner)

Wikipedia / Deutschland  „John Eloit Gardiner“

Bach Cantata Pilgrimage 2000 Gardiner-Konzert in Velbert-Neviges am 30.09.2000


Ein Konzertbesuch von Martin in Velbert-Neviges im Mariendom am 30.9.2000 während der Bach Cantata Pilgrimage 2000.

Autor: Martin

Erstmal vielen Dank und herzlichen Glückwunsch an Volker für die Idee und Mühe!

Ich bin leider erst im Jahr 2000 wirklich auf Gardiner und sein Projekt aufmerksam geworden und habe das Konzert in Velbert-Neviges am 30.09.00 mit den Kantaten zum Michaelistag besucht. Außerdem wurde das Violinen-Doppelkonzert BWV 1048 (?) gespielt.



Foto: Mariendom Velbert-Neviges

Es war eine unglaublich gespannte und euphorische Stimmung von Anfang an. Man hatte das Gefühl, dass der komplett aus Beton gebaute Mariendom in Neviges aus allen Nähten platzte. Jedoch ist der Dom sehr hoch erbaut und bietet eine fantastische Akustik mit ordentlich Hall, von der Gardiner nach dem Konzert richtig schwärmte.

Im Gegensatz zur veröffentlichten CD (Vol 7) kam BWV 50 als “Fetzer” zum Schluss und es schien, als hätten Chor und Orchester noch extra große Energiereserven für diese Prachtkantate übrig behalten. Während des Applauses für “Man singet mit Freuden zum Sieg” teilte sich der Chor auf der Bühne und die Oboen und (wenn ich mich richtig erinnere) die Trompeten standen dazwischen. Der erste Chor, der ja auch zuerst einsetzt, beinhaltete auch alle vorherigen Solisten (Hatelius, Wyn Roberts, Gilchrist, Harvey).
Es wurden gute drei Minuten hellstes Bach-Feuerwerk!

Wie Gardiner selbst in seinem Tagebuch schreibt, war der Applaus mit dem eines Rockkonzerts vergleichbar. So war es wirklich. Es standen alle 2000 Leute und etliche (wir auch) drängelten sich in den Zwischengängen nach vorn. Und das zahlte sich aus, als BWV 50 nochmal wiederholt wurde und wir quasi neben dem Orchester standen. Danach folgte nochmal ein nicht endender tosender Beifall.

Beim Verlassen der Bühne nahmen sich alle Solisten und Gardiner ausgiebig Zeit, zahlreiche Autogrammwünsche zu erfüllen. Das hatte wieder was von einem Rockkonzert (nur, dass sie wahrscheinlich weder Hotelzimmer zertrümmert haben, noch bis in die Puppen gesoffen haben..:-)). Das hätte man dem alten Bach gewünscht!

Hat noch jemand Konzerte der BCP besucht?

Grüße,
Martin

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Hier ein Ergänzungs-Beitrag mit Fotos Gardiner-Konzert im Mariendom Neviges

Bach Cantata Pilgrimage 2000 Konzert in Velbert-Neviges am 30.09.2000

23.1.2007 von Martin.

Hallo,

Habe noch ein paar Innenfotos vom Mariendom. Wie kann ich die hier einfügen? Am besten, ich schicke sie Dir, oder?

Auf Wunsch von Martin stelle ich drei weitere Bilder vom Mariendom Innenansicht in Neviges hier vor!! Die Bilder musste ich erst auf meiner Homepage hochladen um eine Internetverbindung für die Bilder zu schaffen. (Ziemlich umständlich im Blog).

Habe eine neue Möglichkeit im Internet gefunden, größere Fotos zu publizieren!

Foto: Neviges Mariendom Blick nach hinten


Foto: Neviges Mariendom Blick nach vorn


Foto: Neviges Mariendom Stuhlreihen

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Dazu gegebene Kommentare:

1. Volker /admin sagt:
23.1.2007 bei 01:00

Hallo Martin,

Herzlich willkommen im Gardiner-Blog.
Mit einem großartigen Konzerteindruck von Velbert-Neviges am 30.09.2000 während der Pilgerreise von 2000 hast Du dich zu Wort gemeldet und uns Deine Eindrücke geschildert.

Ich bin heute einmal auf die dortige Internetseite gegangen und bin von dem Kirchen-Neubau von 1966 schwer beeindruckt. Ich werde das Foto der Wallfahrtskirche in Deinem Beitrag linken, damit alle Besucher einen Eindruck von diesen großartigen Räumlichkeiten bekommen können.

Für mich war es Neuland und habe den Internetauftritt von Neviges mit Interesse verfolgt.

Mich freut es für Gardiner, dass er dort nach Deinen Schilderungen ein euphorisches Publikum angetroffen hat.

Wer ebenfalls Eindrücke von diesem großartigen Wallfahrtsort beisteuern möchte soll es tun.

Grüße
Volker

Verfasst am Jan 17, 11:59 PM |
2. Alexmusician sagt:
2.2.2007 bei 13:00

Hallo Martin,

ja, ich war bei einigen Konzerten der BCP. So auch in dem in Neviges. Etwas Vergleichbares habe ich weder davor noch danach erlebt. Es war schier unglaublich, was an diesem Abend für eine Stimmung durch die riesige Kirche ging. Ein schönes Erlebnis für mich war folgendes: ich hatte einen Sitzplatz ziemlich weit an der Seite und bin zwischenzeitlich mal aufgestanden um mehr sehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt spielten die EBS gerade das Violinkonzert d-moll. Gardiner stand an der anderen Seite und wir schauten uns an und mußten beide grinsen, weil wir beide im selben Rhythmus “mitswingten”´. Es war einfach nur genial.
Beim “Nun ist das Heil” stockte mir dann nur der Atem. Die erste Version war ja schon gut, aber die Zugabe war der Hammer. Vor allem die Tatsache, daß es mitten im Schlußapplaus noch einmal von vorne losging, machte eine Wahnsinnsstimmung.
Diese Reise werde ich nie vergessen.
Grüße,
Alex
3. Martin sagt:
2.2.2007 bei 14:00

Hallo Alex!

Stimmt, ich erinnere mich auch gerade, dass wir beim Applaudieren regelrecht unterbrochen wurden. Ich würde einiges dafür geben, das Konzert nochmal erleben zu dürfen oder eine DVD davon.
Wie ich Tage später gehört habe, haben sie BWV 50 auch als Zugabe in Bonn (einen Tag später) gespielt und damit alle von den Sitzen gerissen.

Auf welchen Konzerten warst Du denn noch?

Grüße,
Martin
4. Volker /admin sagt:
2.2.2007 bei 15:00

Hallo Alex,

bin gerade mit der Mail an Dich fertig geworden und sehe schon Deinen Beitrag, toll! Nochmal ein herzliches Willkommen im Forum unter netten Gleichgesinnten.

Die überschäumende Freude des Konzertes von Neviges scheint in die Gardiner-Analen einzugehen, er berichtet ja auch darüber in seinem Pilgrimage-Reisetagebuch, welches Du aus diesem Blog heraus aufrufen kannst.
Wie Martin es bereits erwähnt hatte, ist das gegebene Konzert in der St. Martinikirche in Bremen nur ein Abklatsch gewesen zu dem, was in Neviges los war. So ein Traumkonzert erlebte ich im März 2005 mit der Matthäus-Passion in Königslutter bei über 1000 Besuchern in dieser schönen alten Kirche.
Viele Besucher, darunter auch ich und meine Frau verließen ganz ergriffen und erfüllt diese Veranstaltung.

Aber auf dieses Konzert werde ich in einem eigenen Beitrag noch ausführlich zurückkommen.

Herzliche Grüsse
Volker
5. meinhardo sagt:
2.2.2007 bei 18:00

Hallo,

da habe ich ja so richtig was verpasst wenn Ihr sagt, es war ein Traumkonzert, möchte so etwas auch mal mitbekommen.
Neidisch bin ich schon……..

Gruss
meinhardo
6. Alexmusician sagt:
2.2.2007 bei 20:00

Hallo,
wie schön, sich hier unter Gleich-Begeisterten austoben zu dürfen:). Ich hatte 2000 das Glück, ab Sommer so ziemlich im 2Wochen Rhythmus die Deutschland Konzerte zu erleben. Angefangen hat es in Mühlhausen im Sommer, danach Rendsburg, Braunschweig, Köthen, Neviges, Leipzig (ich glaub, ich hab noch nie so geheult wie da… obwohl doch: in Wittenberg), Berlin, Potsdam, Wittenberg, Köln und Lüneburg. Ich glaube, das waren sie… Aber dieses halbe Jahr mit dem Meister war so unglaublich, zumal ich da noch zu der großen Ehre gekommen bin, an seinen Proben vor Konzertbeginn teilhaben zu dürfen. Was für eine wunderschöne Zeit. Von mir aus könnte er das jedes Jahr machen.

Wittenberg am Reformationstag war auch so ein Highlight. Zuvor hatte er einen Teil von Wittenberg/Potsdam in Berlin in der Philharmonie gemacht, aber “Gott der Herr ist Sonn und Schild” BWV 79 in der Schloßkirche mit dieser Hörnerfanfare zu Beginn… Mir läuft’s grad schon wieder heiß und kalt den Rücken runter. In der Mitte der Kantate das wunderschöne “Nun danket alle Gott” mit den Hörnern und der Abschluß mit “Erhalt uns in der Wahrheit”. Das ganze mit der überwältigenden Kraft des Monteverdi – Choir. Einfach unglaublich. Was John Eliot für Bach tut, ist einfach nicht zu bezahlen!
Das letzte Highlight, was ich mit ihm hatte, war Ende letzten Jahres das Eröffnungskonzert für Soli Deo Gloria in Braunschweig. Dieses Jahr werden wir ihn ja Gott sei Dank sehr viel erleben. Ich zähle jetzt schon Tage! Wer von euch wird in Leipzig sein?

Grüße,
Alex
7. Volker /admin sagt:
3.2.2007 bei 00:00

Hallo Alex,

Dein Bericht und Besuch über die deutschen Aufführungsstätten während der Pilgertour 2000 ist schon beieindruckend. So viele Orte live mitzuerlebt haben ist ein Traum, was nicht vielen gegönnt war.

Das Trauma in Wittenberg zum Reformationsfest mit der Klangwiedergabe während der Probe zum BWV 80 muss für Gardiner ein Alptraum gewesen sein ich zietiere einmal seine
eigenständige Beschreibung aus dem Reisetagebuch:

“Wir probten zunächst die Kantate BWV 80, der Bach Luthers trutzigen Choral (1528/29) zugrunde gelegt hat. Die von den Streichern verdoppelten Stimmen klangen recht eindrucksvoll, aber es gab ein Problem.

Der mächtige instrumentale Kanon, den Bach als Rahmen für den Kontrapunkt des Chors bestimmt hatte, klang ungleichgewichtig: alle Stimmen oben (drei Oboen unisono) und keine unten (Violone und Orgel). Das ist immerhin die einzige Kantate Bachs, die zwischen Continuostimmen unterscheidet: violoncello cembalo zur Unterstützung der vierstimmigen Choralfantasie, violone et organo als Cantus firmus im Bass.

Auch nachdem wir den Streichbass nach vorn auf die Bühne geholt hatten, blieb das Problem bestehen. Das schöne Jennings-Harmonium, das uns in diesem Jahr überallhin begleitet und uns so gute Dienste geleistet hatte, besitzt keine Pedale und auch nicht das Posaunenregister 16′, das in einer der Quellen genannt wird.

Daher haben wir in der letzten Minute versucht, einen Bassposaunisten aufzutreiben, der imstande wäre, das notwendige Gewicht zu liefern. Dieser Musiker namens Fernando Gunter kam flugs aus Leipzig angereist und brachte die Dinge mit seinen donnernden tiefen Ds, die durch das Kirchengewölbe hallten, wieder in Ordnung

Die optische Wirkung der prächtigen Messingstürze und des voll ausgezogenen Stimmzugs gaben der Musik etwas Prahlerisches und erinnerten an Breughel. Konkurrierende Klänge des Chorals, der in gewisser Weise Kultsymbolcharakter hatte,……..”
– Zitatende. –

Weiterhin warst Du Ende letzten Jahres im SDG-Konzert in Braunschweig, meinst Du den 15.Dezember 2006 in der St.Martinikirche das Konzert? Dann kannst Du als Kommentar in der bestehenden Konzertrezension hier im Blog einmal Deine Eindrücke wiedergeben, wäre schön. Gehe über diesen Link: dann gelangst Du automatisch an die Konzertrezension aus Braunschweig Dezember 2006!

Also ich werde mit meiner Frau alle zwei Tage (14. und 15. Juni)zum Bachfest 2007 in Leipzig sein. (Thomaskirche und Nikolaikirche). Das gleiche hat wohl auch Martin schon gebucht. Nimmst Du auch am Bachfest Leipzig teil, wäre ja wunderbar, da könnten wir uns ja abstimmen zu einem gemütlichen Beisammensein.

Herzliche Grüsse
Volker
8. Alexmusician sagt:
3.2.2007 bei 16:00

Hallo Volker,

ja, ich werde im Juni beim Bachfest sein und freue mich riesig darauf, diese herrliche Musik wieder zu hören. Wir sollten uns da wirklich treffen, ich bin sofort dabei!
Doch, das halbe Jahr ab Sommer 2000 war für mich vom Gefühl, wie ein riesig langer Urlaub. Immer, wenn ich am Sonntag sehr spät am Abend nach Hause fuhr, war ich energie-geladen, wie sonst kaum. Man weiß einfach nicht, wie man diese Zeit in Worte fassen soll. Ehrlich gesagt, zehre ich vielfach heute noch davon, v.a. jetzt, wo die vielen tollen Aufnahmen nach und nach herauskommen.

Zu Neviges ist mir gestern Abend noch etwas eingefallen. Bei “Es erhub sich ein Streit” BWV 19 kommt die unglaublich bewegende Tenor-Arie “Bleibt, ihr Englel, bleibt bei mir”. Im Vergleich zu den anderen “Krachern” des Konzerts, geriet diese Arie für mich zum emotionalen Höhepunkt des Konzerts. Besonders beim Einsatz der Trompete mit dem Choral “Ach Herr, laß dein lieb Engelein” lief mir ein Schauer nach dem nächsten über den Rücken. Dem Trompeter Niklas Eklund gelang hier eine Glanzleistung, zumal die Trompeten ja das gnaze Konzert über gut beschäftigt waren.

 

Auch bei deiner Vermutung zum Thema Wittenberg liegst du richtig. Die klangliche Unausgewogenheit sorgte in der Probe durchaus für einige Hektik. Aber die Posaune brachte wirklich ein hervorragendes Gleichgewicht.

Viele Grüße,
Alex
9. Martin sagt:
3.2.2007 bei 17:00

Hallo zusammen,

also bei einem Treffen bin ich auf jeden Fall dabei. Wer ist denn wie lange da? Ich komme Donnerstag morgen an und fliege Samstag morgen.

An Alex: Absolut beneidenswert, so viele Konzerte mitgemacht zu haben!! Wie war denn das in Leipzig? Warst Du da auch bei der Probe? Ich habe später gehört, dass wohl nahezu alle Proben zwangsläufig öffentlich waren, weil man die Kirchen nicht einfach für ein paar Stunden absperren konnte. Wenn das in Leipzig genauso war und diesmal so ist, sollten wir uns auch die Proben nicht entgehen lassen…

Grüße,
Martin
10. Volker /admin sagt:
3.2.2007 bei 17:00

Hallo Alex,

die Veröffentlichung der CD “SDG 124″ Vol.7 von Bremen, identisch mit dem gegebenen Konzert anschließend in Velbert-Neviges, habe ich mir jetzt wieder in den Player gelegt und berausche mich an den fantastischen Kantaten.

Schon der Anfang des BWV 50 “Nun ist das Heil und die Kraft” lässt mich erschauern, dann anschließend die Trompeten, die meine heimliche Liebe darstellen, zumal der schwedische Trompeter Niklas Eklund mich als ein ganz Großer in der Trompeter-Gilde immer zu begeistern weiß, – Michael Harrison und Paul Sharp als Partner ergeben ein Trompeten-Ensemble erster Qualität -, einfach herrliche Kantaten die zum St. Michaelis-Tag hier eingespielt wurden.

Trompeter Niklas Eklund Trompeter Paul Sharp

Dieses Konzert wird von Bremen und Neviges als gleiches Programm zum Bachfest 2007 in Leipzig u hören sein, die Vorfeude meinerseits darauf ist riesig, ich stelle das Programm von Leipzig noch einmal hier vor:

Freitag, 15. Juni 2007; 20:00 Uhr Nikolaikirche No 60 »Soli Deo Gloria« 20.00 h | Nikolaikirche

J. S. Bach: Nun ist das Heil und die Kraft (BWV 50), Herr Gott, dich loben wir (BWV 130), Es erhub sich ein Streit (BWV 19), Man singet mit Freuden vom Sieg (BWV 149);

Herzliche Grüsse
Volker
11. Volker /admin sagt:
3.2.2007 bei 18:00

Hallo Martin und Alex,

ich sehe gerade beim Verfassen des obigen Kommentars, dass Martin sich zwischenzeitlich geäußert hat zm Bachfest Leipzig.

Ich habe unsere Ankunft für Donnerstag, 14.6.2007 auf ca. 16 Uhr gelegt. Unsere Abreise ist für Samstag, 16.6.2007 gegen Mittag vorgesehen.

Hier werden wir uns noch genau abstimmen, wo und wann das Beisammensien stattfinden soll, es bietet sich evtl.das Brauhaus gegenüber dem Rathaus an, nähe Thomaskirche, aber das soll nur ein Vorschlag sein, andere Vorschläge sind herzlich willkommen.

Die Konzert-Einführungen eine Stunde vor dem Konzert möchten wir am 14. und 15. wahrnehmen. Es sind hochrangige Referenten vom Bach-Archiv vorgesehen.

Grüsse
Volker.
12. Alexmusician sagt:
3.2.2007 bei 18:00

Hallo Martin, hallo Volker,

das hört sich doch alles schon sehr gut an.
An Volker: An das Brauhaus hatte ich zwecks Treffen auch schon gedacht. Bin aber falls gewünscht auch allen anderen Örtlichkeiten gegenüber offen. Es sollte nur wirklich recht kirchennah sein, die Einführungen versprechen doch einiges!
Bei mir wird es so aussehen, daß ich morgen erst einmal Karten ordern muß. Das ging bisher nicht, weil ich nicht wußte, wie das bei mir klausurtechnisch im Sommer aussieht. Ja ja, das Studentenleben… Dann möchte ich eigentlich Donnerstag gegen Mittag eintrudeln und bis Samstag morgen bleiben. Dann soll es nach Potsdam weitergehen, weil ich die Michaelis – Knaller zweimal haben muß! Kommt da von euch auch jemand hin?

An Martin: Ja, auch Leipzig konnte ich schon in den Proben erleben. Da war ich einen Tag vorher angereist und habe das ganze Wochenende in der Nähe des Meisters und seiner Leute verbringen können und jede Minute förmlich aufgesogen!
Sehr lustig war es insofern, weil er und seine Helfer irgendwann die Idee hatten, als Probenbesucher könnte man auch ein bißchen mit zufassen und so fand ich mich dann an der Seite der Techniker wieder und half dabei, Pulte etc aufzubauen. Der Meister quittierte dies mit seinem typischen “von einem Ohr zum anderen” – Grinsen. Außerhalb der BSP soll es aber sehr schwer sein, in die Proben zu kommen. Er hat sich da wohl etwas…
Ansonsten ist er aber wirklich ein fantastischer Mensch. Wenn man die Gelegenheit hat, sich mit ihm zu unterhalten, sollte man die Ohren gaaaaaanz weit aufmachen. Man lernt wirklich aus jedem Satz etwas!
Noch einaml zu Neviges: Nach dem Konzert dort sagte Gardiner mir, er sei mit derselben Aufführung in Bremen nicht zufrieden gewesen. Es sei alles sehr zerhackt gewesen und die Stimmung paßte überhaupt nicht. Zum Teil kann ich ihm nach der CD durchaus recht geben. Da finde ich, daß “Nun ist das Heil” überhaupt nicht den Drive hat, wie in Neviges.
Nach dem Neviges Konzert war Gardiners abschließender Kommentar: “This is really great music. Your ears are banging and blowing but that’s fantastic”. Sprach’s, grinste breit und endschwand:).
Viele Grüße,
Alex
13. meinhardo sagt:
4.2.2007 bei 12:00

Hallo,

auch ich höre in einer stillen Stunde mir die CD SDG 124 an.
Überragend für mich auch als Frakment das BWV 50, “Nun ist das Heil und die Kraft.”

Das einsätzige Werk ist umstritten ob es überhaupt von Bach ist. Aber wer soll schon sonst solche Genialität besitzen,solche Kompositionstechnik seinerzeits zu besitzen, das kann nur unser “Großer Bach” ihm ordne ich das Frakment umunwunden zu.

Wie seht Ihr das?

Grüße
meinhardo
14. Alexmusician sagt:
4.2.2007 bei 12:00

Hallo Meinhardo,
beszüglich der Echtheit von BWV 50 scheiden sich ja wirklich die Geister. Aber ich stimme dir völlig zu: wer außer dem alten Bach sollte so etwas schreiben können. Ich muß mal sehen, ob ich an einen sehr interessanten Artikel aus dem Bach-Jahrbuch zu dieser Kantate rankomme. Da steht so einiges zur Echtheit drin. Kann den ja ggf. posten.
Grüße,
Alex
15. meinhardo sagt:
4.2.2007 bei 13:00

Hallo Alex,

dir kann ich folgendes veröffentlichtes Buch von “Alfred Dürr”, erschienen im Bärenreiter-Verlag, Kassel, empfehlen. In dieser Lektüre beschreibt er ausführlich die Kantaten von J.S. Bach. Es kostet ca. 27 bis 28 €, ein Tipp von mir, es lohnt sich.

Hier geht er auch sehr ausführlich auf das BWV 50 ein.

Grüße
meinhardo
16. Alexmusician sagt:
4.2.2007 bei 14:00

Hallo Meinhardo,

ja super! Danke dir ganz herzlich für den Tip. Da werde ich wohl morgen gleich mal in den Buchhandel gehen müssen;). Den Dürr habe ich nämlich in Uraltfassung und hatte das gar nicht mitgekriegt, daß es da Eine Neuauflage gibt.

Grüße,
Alex
17. Volker /admin sagt:
7.2.2007 bei 01:00

Hallo Alex,

ich komme noch einmal auf Dein Zitat wegen Leipzig zurück, es lautete:

“Bei mir wird es so aussehen, daß ich morgen erst einmal Karten ordern muß. Das ging bisher nicht, weil ich nicht wußte, wie das bei mir klausurtechnisch im Sommer aussieht.”

Als Erinnerung, hast Du zwischenzeitlich eine Kartenbestellung geordert?

Gruss
Volker
18. Alexmusician sagt:
7.2.2007 bei 08:00

Hallo Volker,

besten Dank für die Erinnerung, hatte Montag und gestern Consort-Proben, heute ist der große Tag der Bestellung:).
Grüße,
Alex

20. Alexmusician sagt:
8.2.2007 bei 14:00

Hallo,
die Neuauflage vom Dürr habe ich seit Montag nun auch in meinem Besitz und bin hingerissen. Ich glaube, den Teil zu Michaelis habe ich schon ein paarmal rauf und runter gelesen:). Man muß ja wissen, was einen erwartet. Nun steht die Kantate 198 an.
Einen schönen Nachmittag,
Alex

.
21. meinhardo sagt:
8.2.2007 bei 15:00

Hallo Alex,

freut mich dass Du die Neuauflage von Dürr erworben hast, diese Lektüre ist für mich unentbehrlich geworden, als Nachschlagewerk unverzichtbar!

Zitat: Nun steht die Kantate 198 an.

Mach ich auch, höre sie einmal gerne!!!

Grüsse
meinhardo

– Ende des Beitrages von Neviges –
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Bach-Cantata Pilgrimage Konzert Leipzig 22.10.2000


Hallo,

mit dieser Rezension möchte ich mich einem weiteren Höhepunkt der Pilgrimage widmen, dem Konzert in der Leipziger Thomaskirche am 22.10.2000 (18. Sonntag nach Trinitatis). An diesem Abend kamen die Kantaten “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ” BWV 116, “Gott soll allein mein Herze haben” BWV 169 für Alt-Solo, “Herr Christ, der ein’ge Gottessohn” BWV 96, die Motette “Der Gerechte kommt um” sowie der Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” BWV 668a zur Aufführung.



Foto: Thomaskirche in Leipzig

Bei diesem Konzert hatte ich die Möglichkeit, bereits am Samstag anzureisen und das ganze Wochenende in der Nähe des Meisters zu verbringen und Bach’s Musik an “ihrem Ort” zu hören. Schon in den Proben spürte man Bach’s Geist am Ort und die Musiker waren merklich von Beginn an damit erfüllt und infiziert.

Das Konzert selbst geriet zu einer emotionalen Sternstunde. Allerdings machten sich auch Spuren der Leipziger Geistlichkeit bemerkbar, mit denen Bach sicherlich auch zu kämpfen hatte. Zunächst einmal gab es große Auseinandersetzungen und Diskussionen über die Probenzeit, in denen die Kirche geschlossen blieb. Im Konzert erschien dann zu Beginn der örtliche Pfarrer und mahnte, daß man bitteschön nicht klatschen dürfte, es sei schließlich geistliche Musik. Die treuen Gardinerfans, die sich flugs als des deutschen nicht mächtige Engländer ausgaben, ignorierten dies standhaft:). Allerdings gab es auch ein paar Sturköpfe, die sich strikt an den Befehl der angestaubten Geistlichkeit hielten…

Gardiner hatte das Programm so zusammengestellt, daß es schwungvoll begann und andächtig und anrührend enden sollte. Wiederum war die Kirche zum bersten gefüllt, als Chor und Orchester die Bühne betraten. Der Meister trat auf und es begann die hinreißende Orchestereinleitung zur Kantate 116. Wie immer bestach der Chor durch Kraft und unglaubliche Prägnanz in Sprache und Gesangskunst. Die Solisten waren Katherine Fuge, Natalie Stutzman, Christoph Genz und Gotthold Schwarz. Bis auf Nathalie Stutzman ließen auch diese keine Wünsche offen. Nathalie Stutzman jedoch war für meine Ohren zu opernhaft mit großem Vibrato, daß einfach nicht zu Bachs Musik paßt. Die Kantate endete mit dem schlichten Choral “Erleucht auch unser Sinn und Herz”.

Es folgte die Kantate 169 mit einer großangelegten Sinfonia, die eine Umbearbeitung des 1. Satzes vom E-Dur Cembalokonzert BWV 1053 darstellt. Hier gelang Organist Silas Standage eine Meisterleistung. Gekonnt und schwungvoll spielte er den z. T. haarsträubend schweren Orgelpart. Auch in dieser Kantate konnte Nathalie Stutzman nicht überzeugen, sie erwies sich leider auch hier als vibratoreiche Opernsängerin und wußte nicht zu überzeugen. Der Schlußchoral “Du süße Liebe, schenk uns deine Gunst” wurde andächtig un voller Überzeugungskraft vom Monteverdi Choir gesungen.

Die nun folgende Kantate 96 war für mich die schönste des Abends. Der Eingangschor beginnt hier mit einem großangelegten Orchesterpart über dem als Krönung eine Sopranino-Blockflöte in himmlischen Sphären spielt. Außerdem liegt der cantus firmus nicht, wie sonst eher üblich, im Sopran, sondern wird monumental vom Alt vorgetragen. Diese ganze Choralfantasie birgt so eine himmlische Ruhe aber auch einen solch wunderbaren Fluß, wie sie Christus als “Morgenstern” beschreibt. Mir gegenüber saß im ganzen Konzert ein älterer Herr aus England, der sich zuvor als guter Freund von John Eliot vorgestellt hatte und gerade bei dieser Kantate hatte ich den Eindruck er stand einem Zusammenbruch nah. Es war aber auch wirklich hart: Diese fantastische Musik an Bachs Arbeitsstätte… ich glaube, jeder hatte da ein bißchen mit seiner Fassung zu kämpfen. Besonders schlimm wurde dies dann bei den beiden letzten Werken des Konzertes “Der Gerechte kommt um” und Bach’s eigenem Sterbechoral “Vor deinen Thron tret ich hiermit” BWV 668a. “Der Gerechte kommt um” ist eine Bearbeitung der Kuhnau’schen Motette “Tristis est anima mea”. Es scheiden sich hier zwar die Geister, ob die Bearbeitung wirklich von Bach ist, aber die Motette ist auf so zauberhafte Weise instrumentiert, daß dies eigentlich nur aus der Hand Bach’s kommen kann.

Nach dieser Motette trat das Orchester ab und der Chor ging mit Gardiner hinter das Podium und versammelte sich um Bach’s Grab. Bei dem Gedanken daran wird mir jetzt beim Schreiben noch anders. Als Abschluß erklang dann von diesem Ort der Choral “Vor deinen Thron tret ich hiermit”. Es kann sich glaube ich niemand vorstellen, wie unser aller Gefühlswelt in diesem Augenblick aussah. Nach dem Choral stand Gardiner allein minutenlang an Bach’s Grab und betete und auch wir Zuschauer waren zum Großteil völlig fertig. Ich glaube ich habe noch nie so viele heulende Gäste und v.a. auch Musiker gesehen. Es war so unglaublich, was an dem Abend natürlich unter Einfluß der sehr anrührenden Musik passierte. Hinterher spielten sich sehr schöne menschliche Szenen ab, bei denen man Gardiner als “Patriarch” und Vater für seine Musiker erleben konnte.

Wiederum war ein unvergeßlich schönes Konzert zu Ende gegangen.

Viele Grüße,

Alex

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Bereits abgegebene Kommentare nachstehend:

Ab sofort im Internet Blog Gardiner-Monteverdi “themonteverdi.blogspot” und im Blog aufrufbar!


9.11.2007 von Volker /admin.

Hallo,

@Martin, sei gedankt für diese aktuelle Neuigkeit, seit Oktober 2007 ist unter diesem nachstehenden Link http://themonteverdi.blogspot.com/ der Monteverdi-Blog aufrufbar !!

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Here you can find out what is going on on tour from members of the ensembles.

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Dieser Gardiner-Monteverdi-Blog ist von mir im Blog auf der rechten Seite unter der Rubrik:

J.E. Gardiner, Links, Beiträge und das Reisetagebuch + Meinungen zur Bach Cantata Pilgrimage 2000 angegeben worden.

einmal in einer Deutschen Fassung (Google-Übersetzung)

und als Originalseite in Englisch hinterlegt worden.

Viel Spaß beim Lesen…….

Grüße

Volker

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