Deutschlandradio Kultur Sendung am 28.02.2015 um 19:05 Uhr
J.S. Bach MATTHÄUSPASSION AUS JERUSALEM
Ganz nah bei Golgatha
Andres Mustonen beim Jerusalem Symphonie Orchester
Brisant und ergreifend – Johann Sebastian Bachs Opus Summum – die Matthäuspassion – am authentischen Ort, wenige Kilometer von Golgatha entfernt. In einer estnisch-israelischen Koproduktion singen Solisten aus beiden Ländern, es spielen Mitglieder des Jerusalemer Sinfonieorchesters, es singen Chöre aus Tallinn – der Dirigent ist der estnische Alte-Musik-Spezialist Andres Mustonen.
Die Grabeskirche in Jerusalem / dpa / picture alliance Marius Becke
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Matthäuspassion aus Jerusalem – Ganz nah bei Golgatha
Brisant und ergreifend – Bachs Matthäuspassion am authentischen Ort, unweit von…
DEUTSCHLANDRADIOKULTUR.DE
Es hat durchaus eine lange Tradition – die Passionsoratorien der europäischen Musik erklingen immer mal wieder in der Stadt, in der sich alles vor knapp zweitausend Jahren zugetragen haben soll: Leben und Sterben des Predigers Jesus von Nazareth. Der von einem seiner Jünger verraten, von dem anderen verleugnet worden war und letztlich von den Römern hingerichtet wurde, weil er Unruhe gestiftet und das religiöse Establishment der Juden provoziert haben soll.
Nicht unumstritten ist heutzutage in der Heiligen Stadt, die mit anderen Problemen kämpft als mit denen einer musikalischen Aufführung, der Rahmen: Konzert mit den Passionen Johann Sebastian Bachs wurden, wenn sie nicht im geschützten Raum einer Kirche stattfanden, mehrfach gestört, weil der Inhalt dieser Werke den Haredim, den orthodoxen Juden, nicht gefiel, die in der Stadt, die ein Zentrum für alle drei Buch-Religionen ist, immer stärker den Ton angeben.
Mit dem Wissen wiederum um das, was zwischen 1933 und 1945 in Europa geschah, lassen sich manche Passagen der Passionen nur dann ohne Skrupel hören, wenn man sich vorher einige Gedanken um Sinn und Inhalt und musikalische Umsetzung gemacht hat. Der Karfreitag war für die europäischen Juden Jahrhunderte lang ein Tag der Angst – nicht wenige Christen beteten in der Kirche ihren Heiland an, weinten um ihn bittere Tränen, um anschließend hinaus zu gehen und ein quasi-Pogrom zu begehen. Dass manche Szenen aus der Passion, wie Bach und andere sie vertont haben, missverständlich oder zweideutig sind, liegt in der Natur der Sache, dieser Geschichte, die so oft erzählt und häufig verdreht und missbraucht wurde.
Spätestens seit die aufgeklärte jüdische Berliner Familie Levy-Mendelssohn die sakrale Musik des Thomaskantors Johann Sebastian Bach für die Nachwelt gerettet und aufbereitet hat, kann insbesondere die Matthäuspassion (die weniger ideologisch und römerfreundlich ist als die Johannespassion) als ein Kunstwerk gelten, das losgelöst von religiöser Rechthaberei und Suche nach Schuldigen am Tod des Heilands alle Ausführenden und Zuhörenden gleichermaßen ergreifen und letztlich beglücken kann. Bach geht es „um meine Schuld“ am Leiden Jesu, also um das allgemein menschliche Versagen, wenn Unschuldige erniedrigt, geschlagen und getötet werden.
Wohin passt das große Kunstwerk Bachs besser als in diese Stadt Jerusalem? Nicht so sehr wegen der authentischen Nähe zum alten Geschehen, sondern wegen der Aktualität der vom Komponisten kongenial behandelten Fragen: Die hier auf Deutsch gesungen werden in der Jerusalemer Henry-Crown-Hall von israelischen (jüdischen) und estnischen (protestantischen) Künstlerinnen und Künstlern: Wie heißt es dort mit den Worten Paul Gerhardts? „Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Missetaten weißt du nicht.“ Wir alle verschließen die Augen vor Hass, Gewalt, Unterdrückung und Krieg. Der Nahe Osten hat sich nicht geändert in den letzten zweitausend Jahren, und die Menschheit insgesamt wohl auch nicht, seit Bach seine Noten aufgeschrieben hat...
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 09.11.2014 begehen wir den 21. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 21. Sonntag nach Trinitatis wird von der Epistel her bestimmt. Es ist dort die Rede von der „Waffenrüstung Gottes“ – Paulus vergleicht die Instrumente des Krieges mit denen des Glaubens. Dem ist das Evangelium von der Feindesliebe entgegengestellt – es handelt sich bei diesem Text allerdings nur um die Zusammenfassung der längeren Liste aus Epheser 6. Der alttestamentliche Text scheint nicht viel mit „geistlicher Waffenrüstung“ zu tun zu haben, es sei denn, man betrachtet den Vers 7 als Hinweis auf die Waffe, mit der das jüdische Volk sich im Exil am Leben erhalten hat. Von einer Waffenrüstung zu reden – gleich ob geistlich oder nicht – trifft heute normalerweise auf Befremden. Diese Bilder gehören in eine extremistische Welt, nicht aber in die friedvolle Welt der Kirche. Dabei übersehen wir oft, dass es auch in der Kirche menschlich zugeht und auch dort Waffen benutzt werden – diese sind dann allerdings oft nicht die, von denen Paulus redet.
Die Rede Jesu von der Feindesliebe zeigt uns am 21. Sonntag nach Trinitatis, welche Waffen wir gegen unsere Feinde einsetzen können und sollen. Die Waffe der Liebe hat die Verheißung, dass Gott durch sie wirkt; darum können wir uns getrost auf sie verlassen, auch dann, wenn uns diese Waffe als wirkungslos erscheint. oder Auch Christen benutzen Waffen, aber ihre Waffen verletzen nicht – zumindest nicht in der Regel – denn es sind geistliche Waffen, die uns sicher und fest machen und zugleich dazu dienen, Menschen, denen wir begegnen, die Liebe Gottes spürbar zu vermitteln. So rüsten wir uns in diesem Gottesdienst, um für die Herausforderungen des Alltags gewappnet zu sein.
Wochenspruch:
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12, 21)
Vom 1. Januar 1718 bis zum 30. September 1719 übernahm er die Position des Kapellmeisters am Hof in Gera, mit der umfangreiche Verpflichtungen verbunden waren. Dazu gehörte die Tätigkeit als Musiklehrer am Gymnasium. 1719 nahm er Christiane Dorothea (1694–1750), die Tochter des Hofdiakonus Magister Johann Knauer, zur Frau. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor. Noch 1719 zog das Paar nach Gotha, wo Gottfried Heinrich von Herzog Friedrich II. zum Hofkapellmeister ernannt worden war. Er war außerdem als Musiklehrer tätig, verfasste mehrere musiktheoretische Schriften und betätigte sich außerdem als Schriftsteller. Stölzel pflegte alle musikalischen Gattungen seiner Zeit und führte die Hofkapelle zu einer neuen Blüte. Er schuf Werke für die Höfe in Gera,Sondershausen und Zerbst. 1739 wurde er Mitglied der Correspondierenden Societät der musicalischen Wissenschaften.
Als letztes Werk (und das letzte, das Bach komponierte) stand BWV 188“Ich habe meine Zuversicht”, von 1728/29, auf unserem Programm. Die einleitende Sinfonia geht auf den dritten Satz des Cembalokonzertes in d-moll BWV 1052 zurück, von dem im Autograph nur die letzten 45 Takte vorhanden sind. Robert Levin hat daher die verlorenen 248 Takte rekonstruiert, und er tat es mit dem ihm eigenen exzellenten Stilgefühl. Das Ergebnis ist eine wahre Freude. Die Eingangsarie gehört zu den gelungensten Arien, die Bach für Tenor geschrieben hat: im ‚A’-Teil, wo die Betonung auf der Hoffnung liegt, die Zuversicht erst noch erstrebt, nicht schon behauptet wird, pastoral in ihrer Stimmung; im ‚B’-Teil heftig und dramatisch.
Sie ist auch sängerfreundlich, bei Bachs Tenor-Arien eine Seltenheit. Ein langes und vorzügliches Bass-Rezitativ, mit einem Arioso im 6/8-Takt endend, trennt die beiden Arien von der Alt-Arie, vermutlich ein Instrumentalsatz für obligate Orgel, der durch eine Singstimme ergänzt wurde. Dem abschließenden Choral ‚Auf meinen lieben Gott’ liegt eine Melodie weltlichen Ursprungs zugrunde, die sich auf Venus, die Göttin der Liebe, bezieht. In Bachs Harmonisierung verströmt sie Zuversicht, Vertrauen und Kraft.
Die Old Royal Naval College Chapel bot eine der Stimmung dieser Kantaten förderliche Atmosphäre. Allerdings hatten seit Januar, als wir zuletzt hier waren, die Leute vom Arbeitsschutz ihre Hand im Spiel und unnötige bürokratische und konkrete Hindernisse geschaffen (zum Beispiel ‚Fluchtwege’, denen wir ausweichen sollten). Unsere Zuhörer waren wirklich ernsthaft interessiert, aber ach so englisch, zu zurückhaltend oder zu ehrerbietig, um irgendeine spontane Regung der Begeisterung zu zeigen – im Gegensatz zu unserem Publikum auf dem Kontinent. Ihr Applaus verhallte gleich wieder wie bei einem Ballon, dem die Luft entweicht.
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Fünfter Satz (aria duetto, alto e tenore, Solisten: Alex Potter, alto; Julius Pfeifer, tenor) aus der
Kantate BWV 66 „Erfreut euch, ihr Herzen“
aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Musikalischer Leiter: Rudolf Lutz. Weitere Informationen zur Bachstiftung unter http://www.bachstiftung.ch. Die DVD mit der gesamten Kantate und Einführungsworkshop sowie Reflexion ist hier erhältlich:
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
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eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 02.11.2014 begehen wir den 20. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 20. Sonntag nach Trinitatis widmet sich der Frage nach dem Sinn von Ordnungen. Dabei werden auch die unumstößlichen Zusagen Gottes berücksichtigt, die uns den Rahmen geben, in dem wir uns bewegen können. Vom Evangelium her klingt deutlich die Prämisse durch: Der Mensch ist nicht um des Gesetzes willen, sondern das Gesetz um des Menschen willen gemacht.
Am 20. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Rede Jesu über die Ehe und Ehescheidung und erfahren, dass Gottes Ordnungen auch unseren persönlichen Lebensbereich durchdringen und zum Schutz allen Lebens eingesetzt sind. Diese Ordnungen werden von Jesus Christus bestätigt und erneut eingesetzt, und es ist gut, dass uns Gott auf diese Weise hilft, die Verantwortung anderen Menschen und der Kreatur gegenüber wahrzunehmen. – oder:
An diesem Sonntag geht es um die Ordnungen Gottes und die Frage, wie wir uns zu solchen Ordnungen stellen gerade angesichts der Freiheit, in die wir durch durch Christus gestellt sind. Haben die Ordnungen, so wie sie in der Bibel dargelegt sind, überhaupt noch eine Bedeutung? Oder sollten wir sie als gute Christen gerade besonders ernst nehmen? Gibt es für uns etwa eine neue Ordnung? Diesen Fragen wollen wir heute in Lied, Wort und Gebet nachgehen. – oder:
Um die Ordnungen Gottes geht es heute, um den Lebensrahmen, um das, was wir tun und lassen sollen. Schon immer haben diese Ordnungen in Spannung gestanden zu dem Drang des Menschen, frei zu sein und seinen Lebensrahmen selbst zu bestimmen. Wie lässt sich das Leben so gestalten, dass Freiheit und Ordnung einander ergänzen und nicht einander ausschließen? Das wollen wir heute im Hören auf Gottes Wort, im gemeinsamen Gesang und Gebet bedenken.
Wochenspruch:
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6, 8)
Ein neuer Schwerpunkt beinhaltet BachFestivals im Ausland
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Johann Hermann Schein * 20. Januar 1586 in Grünhain; † 19. November 1630 in Leipzig war ein deutscher Dichter und Komponist des Barock. Er war Thomaskantor von 1616 bis 1630.
Einer der Vorgänger von Johann Sebastian Bach als Thomas-Kantor war Johann Hermann Schein ( 1586-1630). In seiner kurzen Lebenszeit entfaltete Schein eine rege Kompositionstätigkeit.Obwohl Schein, anders als sein Freund Heinrich Schütz, niemals in Italien war, nahm er das “ moderne“ italienische Repertoire begeistert auf. So war der Untertitel dieser Sammlung Fontana Israel auf “ italian-madrigalische Manier“. Die Sammlung geistlicher Madrigale, ein Pendant zur Geistlichen Chormusik 1648 von Schütz. Eine kompositorische Gipfelleistung der deutschen Musik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 26 Madrigale auf deutsche geistliche Texte.
Johann Hermann Schein (1586 – 1630)
La Capella Ducale
Musica Fiata Köln
Roland Wilson
Cantata „Psalm 150: „Halleluja! Lobet den Herrn“
Video:
Cantata ‚Halleluja! Lobet den Herrn‘
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Johann Hermann Schein (1586 – 1630)
„Israelis Brünnlein“
Gli Angeli Genève weet als geen ander raad met de schitterende 17de-eeuwse motettenbundel Israelis Brünnlein. Johann Hermann Schein omarmde de muzikale vernieuwingen van beneden de Alpen en vertaalde ze in krasse staaltjes van expressieve Duitse woordschildering.
Uitvoerenden:
Hana Blazikova, sopraan
Aleksandra Lewandowska, sopraan
Robert Getchell, tenor
Jan Kobow, tenor
Stephan MacLeod, bas & artistiek leider
François Guerrier, orgel
Hager Hanana, cello
Giovanna Pessi, harp
Cattedrale di San Lorenzo, Genua am 04. November 2000
und Basilika Santa Maria sopra Minerva, Rom am 5. November 2000
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Kantaten-Beschreibung: BWV 180 “Schmücke dich, o liebe Seele”,
Choralkantate BWV 180 “Schmücke dich, o liebe Seele”,
obwohl ihr Kopfsatz recht lang ist – einer jener im 12/8- Takt gleich einer Prozession gemessen voranschreitenden Sätze, in denen Bach so großartig ist. Hier kombiniert er verhaltene Abschnitte der Bläser (zwei Blockflöten, zwei Oboen, eine davon da caccia) mit einem Thema für die unisono geführten hohen Streicher, dann teilt er die Bläser in Paare auf, zwischen denen über einer fragmentarischen (immer noch unisono gespielten) Streicherfigur ein kreuzrhythmischer Austausch stattfindet. Die Choralfantasie, die mit einer heiteren Cantus-firmus-Melodie in den Sopranstimmen über den verzierten Gesangslinien der drei tiefen Stimmen beginnt, ist geradezu maßgeschneidert für die Seele, die sich für ihre Hochzeit herausputzt. Das Stück schildert anfangs eine Atmosphäre der Zärtlichkeit und Erwartung: das Ankleiden und den Gang zum Hochzeitsfest. Plötzlich (bei Takt 71) steigert sich die Spannung: die Braut ist angekommen (in den getragenen Streicherakkorden wird sogar ihre lange Schleppe angedeutet) – ein Verweis auf die sich in ähnlicher Weise steigernde Spannung in Wachet auf (BWV 140, Nr. 1).
Die folgende Arie für Tenor und obligate Flöte (Nr. 2), mit deutlichen Anklängen an die Badinerie aus der Orchestersuite in h-moll (BWV 1067), nur in langsamerem Tempo, lässt an eine Mittelfest-Darbietung oder einen Tanz für Einhandflöte und Trommel denken. Doch statt tanzender Mädchen kommt als Antwort auf Jesu Klopfen (in den wiederholten Achteln im Continuo zu hören) die Aufforderung: ‚Ach, öffne bald die Herzenspforte’. Diese Arie ist frisch, unbeschwert und mitreißend. Vor allem in dem Konzert in Rom inspirierte sie unsere beiden Klavieristen zu einer Darbietung spontanen Überschwangs – mit Boogierhythmen, flippigen Gegenthemen, Skalen, synkopierten Akkorden –, für mich der Stimmung des Stückes und den Gegebenheiten durchaus angemessen, aber für die ortsansässigen Stilwächter Anlass zu grimmigem Stirnrunzeln.
Die auf das Hochzeitsfest bezogene Symbolik ist auch im dritten Satz vorhanden, wo der Sopran mit einer verzierten Version der Choralmelodie, abgesetzt gegen ein sanft arpeggiertes Moto perpetuo für Cello piccolo, die Worte ausdeutet: ‚Ach, wie hungert mein Gemüte! Ach, wie pfleg ich mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten!’ Die zweite Arie für Sopran (Nr. 5) ist als Polonaise angelegt, unterteilt in Einheiten zu vier und sechs Takten, in denen eine der beiden Oboen und beide Blockflöten gemeinsam mit den ersten Violinen die strahlende Melodie vortragen. Was sich Bach dabei dachte, diese zauberhafte, in sich abgerundete Musik durch die Sopranstimme zu ergänzen, ist rätselhaft. Sie singt nur immer und immer wieder denselben Text (was hätte Johann Mattheson dazu wohl zu sagen gehabt?), über zwanzig Takte lang: ‚Lebens Sonne, Licht der Sinnen, Herr, der du mein Alles bist!’ Dieses Stück ist eines der wenigen Beispiele für einen Kantatensatz, den Bach offenbar wie im Schlaf komponiert hat, auf jeden Fall hat er sich um den Text wenig geschert.
Der abschließende Choral, ein Musterbeispiel seiner Art, führt alle Fäden der früheren Sätze zusammen – die Thematik des himmlischen Hochzeitsfestes, der Nahrung für die Seele und der Vereinigung mit Gott. Johann Francks eucharistischer Choral ist in Bachs vierstimmiger Harmonisierung unbeschreiblich zärtlich. So sagt Whittaker über diese Kantate: ‚Sie ist in dieser Reihe diejenige, deren Glückseligkeit ungetrübt bleibt; da gibt es keine Kriege oder Gerüchte von Kriegen, keine beunruhigenden Dämonen oder falschen Propheten, keine Seelenfolter, keine Gedanken an vergangene Sünden, keine Furcht vor dem Jenseits; die Seele gibt sich voller Verzückung ihrem Bräutigam hin, und alles andere ist vergessen.’
Es fügte sich sehr gut, dass wir diese Kantaten mit ihrer weltlichen Symbolik in zwei so farbenprächtigen italienischen Kirchen aufführten: San Lorenzo in Genua ist eine herrliche gotische Kathedrale mit Streifen in polychromem Marmor, der sie aussehen lässt wie ein heiliges Zebra. Die Mischung aus sakralen und profanen Elementen kann kaum deutlicher zutage treten als in der Basilika Santa Maria sopra Minerva in Rom, jener prächtigen gotischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die der Überlieferung zufolge auf den Fundamenten dreier heidnischer Tempel ruht – für Isis, Serapis und für Minerva, deren Heiligtum Pompeius der Große um 50 v. Chr. errichtete. Sie ist eine wunderbare Schatzkammer mit einer Mischung unterschiedlichster Stile. Mein besonderer Favorit ist die Grabstätte Giovanni Alberinis aus dem 15. Jahrhundert, wo auf einem schönen griechischem Sarkophag aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert dargestellt ist, wie Herkules mit dem nemeischen Löwen kämpft, zwei Renaissance-Engel ihm zur Seite und darüber in voller Länge die liegende Figur des Kardinals. Dieses Grabdenkmal bringt die stilistische Heterogenität dieser zauberhaften Kirche auf den Punkt.
Schätzungsweise viertausend Zuhörer fanden sich zu unserer Aufführung dreier wenig bekannter Bach-Kantaten ein. Sie saßen auf Balustraden, drängten sich in die Seitenkapellen, standen in allen drei Schiffen. Ich kam mir ein bisschen wie ein Gladiator vor, als ich mir einen Weg zum Orchester zu bahnen suchte. Die Temperatur stieg beträchtlich. Die Gegenwart so vieler Menschen, die so lange still ausharrten, so aufmerksam und voller Wertschätzung waren, überwältigte uns alle. Ich fand es erhebend und war mir ständig der einander überlagernden Schichten heidnischer und christlicher Gottesverehrung und der strahlenden Farben bewusst, die Händel so beeindruckt hatten, als er Rom besuchte. Der für Kultur aus dem Vatikan zuständige französische Kardinal saß unmittelbar hinter mir auf seinem herrlichen Thron, von Publikum umgeben. Als ich irgendwann ein paar Schritte zurücktrat, geriet ich versehentlich ein Stück näher an ihn heran, als ich wollte, doch ihn schien das nicht weiter zu stören. Mir war gesagt worden, ich würde schon merken, wenn das Konzert zu Ende sei, weil sich der Kardinal dann erheben und an mich ein paar Worte richten würde. Das tat er denn auch in gemessenem Französisch: ‚Vous avez evoqué les anges par votre musique: ils sont venus avec leur bénédiction. Merci!’ [Sie haben mit Ihrer Musik die Engel herbeigerufen. Sie sind gekommen und haben ihren Segen gegeben. Danke!’].
Hinterher fragte mich jemand, warum ich seinen Ring nicht geküsst hätte. Nun ja, was hätte darauf wohl der lutherische Pfarrer in Wittenberg erwidert?
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
Thomanerchor – J.S.Bach Kantate BWV 79 „Gott der Herr ist Sonn und Schild“ – Festgottesdienst in der Thomaskirche Leipzig am Reformationsfest – 800 Jahre Thomaner am 31. Oktober 2012
Ausführende:
Thomanerchor
Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Georg Christoph Biller
Aufnahme zum Reformationsfest am Mittwoch 31. Oktober 2012 in der Thomaskirche Leipzig.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
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BWV 180 „Erfreut euch, ihr Herzen“ zum 20. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor und Bass Vokalensemble, Flauto dolce I+II, Flauto traverso, Oboe, Oboe da caccia, Fagott, Streicher und Continuo
Fünfter Satz (aria soprano, Solistin: Maria Cristina Kiehr) aus der Kantate BWV 180 „Erfreut euch, ihr Herzen“, aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 180 – Fünfter Satz (aria soprano, Solistin: Maria Cristina Kiehr) aus der Kantate BWV 180(„Erfreut euch, ihr Herzen“, aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele“.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 26.10.2014 begehen wir den 19. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 19. Sonntag nach Trinitatis hat die ganzheitliche Heilung zum Thema. „Ganzheitlich“ ist ein Schlagwort unserer Zeit, und es wäre hilfreich, wenn eine Verbindung zum heutigen Verständnis von den Predigttexten her abgeleitet werden könnte.
Die Erzählung von der Heilung des Gichtbrüchigen macht uns am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis deutlich, dass der Mensch nicht allein aus dem Leib besteht, der krank werden und sterben kann. Wenn Jesus heilt, so heilt er immer den ganzen Menschen, so dass auch die Seele wieder gesund wird. oder: Krankheit zeigt uns unsere Grenzen. Sie macht uns bewusst, dass wir unseren Körper nicht unendlich belasten können. Zuletzt bereitet sie uns auch auf den Tod vor. Insofern ist Krankheit etwas Gutes. Sie hilft uns, unsere Ziele neu zu stecken und an unsere Grenzen, die uns von Gott gesetzt sind, anzupassen. Sie gibt uns die Möglichkeit, auszuruhen und uns auf das Wesentliche zu besinnen.
Auch die Seele kann nicht unbegrenzt belastet werden. Auch sie braucht Phasen der Ruhe und Entspannung; einer hat es mal so formuliert: die Seele baumeln lassen, das ist es, was wir brauchen. Wenn Gott sich uns mit seiner heilenden Kraft zuwendet, dann immer so, dass er beides meint, unseren Leib und unsere Seele. Das Heil, das er uns schenkt, seine Heilung ist vollkommen und lässt nichts aus.
Wochenspruch:
Heile du mich, Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jer 17, 14)
Wochenlied:
„Nun lasst uns Gott, dem Herren, Dank sagen“ (EG 320)
Ein neuer Schwerpunkt beinhaltet BachFestivals im Ausland
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Johann Hermann Schein * 20. Januar 1586 in Grünhain; † 19. November 1630 in Leipzig war ein deutscher Dichter und Komponist des Barock. Er war Thomaskantor von 1616 bis 1630.
Einer der Vorgänger von Johann Sebastian Bach als Thomas-Kantor war Johann Hermann Schein ( 1586-1630). In seiner kurzen Lebenszeit entfaltete Schein eine rege Kompositionstätigkeit.Obwohl Schein, anders als sein Freund Heinrich Schütz, niemals in Italien war, nahm er das “ moderne“ italienische Repertoire begeistert auf. So war der Untertitel dieser Sammlung Fontana Israel auf “ italian-madrigalische Manier“. Die Sammlung geistlicher Madrigale, ein Pendant zur Geistlichen Chormusik 1648 von Schütz. Eine kompositorische Gipfelleistung der deutschen Musik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 26 Madrigale auf deutsche geistliche Texte.
Schein deutet den Text tief aus,dem Wort des Bibeltextes wird bis in die Nuancen gefolgt. Die Satztechnik mit Generalbass folgt dem italienischen Vorbild. Prima le parole- im Vordergrund steht die musikalische Zeichnung des Textes. Diese Sammlung ist ein grosses Denkmal des deutschen Frühbarock.
Herreweghe steht ein excellentes Profi-Ensemble zur Verfügung ( man nenne nur Elisabeth Scholl oder Mark Padmore).
Kantaten-Beschreibung: BWV 5 „Wo soll ich fliehen hin.“
Ein ganz anderer, doch ebenfalls im Dresdner Gesangbuch für diesen Sonntag bestimmter Choral liefert den Bezugspunkt wie auch den Titel für Bachs Kantate für das folgende Jahr,
BWV 5 „Wo soll ich fliehen hin.“
Auszulegen ist sie zunächst nach dem Muster von BWV 48 ‚Ich elender Mensch’: Zwischen dem Gelähmten und der von Sünde beladenen Seele wird in den ersten drei Sätzen eine Verbindung geschaffen, während die letzten vier Nummern schildern, wie Christus seine Vergebung den Gläubigen zuteil werden lässt. Doch damit enden die Parallelen. Heermanns Text ‚Auf meinen lieben Gott’ und die dazu gehörige Melodie beherrschen die Form und die musikalische Substanz der einleitenden Fantasie; sogar das instrumentale Vorspiel, ein imitierender Dialog für paarige Oboen und Violinen, basieren auf der diminuierten Choralmelodie, und das gilt auch für die Melodielinien der drei tieferen Stimmen. Die einzelnen Phrasen der klobigen Melodie heben sich von der instrumentalen Kulisse ab, die aus kleinen Stimmtauschfragmenten besteht und die furchtsame Seele andeutet.
Während sich Bach in der Kantate des vergangenen Jahres mit körperlicher Pein und dem Gift der Sünde befasste, widmet er sich hier 5 der heilenden, reinigenden Kraft des heiligen Blutes, das ‚so große Wunder tut’ und ‚mich von meinen Flecken leer macht’ (Nr. 2). (Das erinnerte mich auf Anhieb an jene wundersamen Präparate, die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft verwendet werden: Eine Konzentration von fünf Gramm auf sechzig Liter Wasser kann einen Hektar Feldfrüchte düngen.) Lebendigen Ausdruck findet diese spirituelle Alchimie in der hinreißenden Tenor-Arie mit obligater Bratsche, in der die heilende Wirkung der sich ‚reichlich ergießenden göttlichen Quelle’ geschildert wird. Jede der Stimmen entnimmt das Stichwort für ihren Einsatz den schleudernden, fließenden Gesten der Bratsche – den reinigenden Bewegungen des Prototyps einer barocken Waschmaschine.
In dem zentralen vierten Satz greift Bach noch einmal auf die Melodie von Heermans Choral zurück und setzt sie kontrapunktisch gegen die gemessene Rezitation der Alt. Sie ist für eine Oboe bestimmt; doch wie in dem einleitenden Chor von BWV 48 wäre kein Text nötig gewesen, um bei den Hörern zu Bachs Zeit die geeignete Assoziation auszulösen, so dass zum Beispiel die Behauptung des Sängers, dass ‚Angst und Pein nicht mehr gefährlich sein’ müssen, wahrgenommen werden konnte als Gegenpart zu dem Trostspruch des Chorals ‚Er kann mich allzeit retten / aus Trübsal, Angst und Nöten’. Diese Versicherung, dass Befreiung und Triumph in Aussicht stehen, ist das Stichwort für eine der kraftvollsten Bass-Arien Bachs im deklamatorischen Stil (Nr. 5), in der die Trompete (ein ungemein anspruchsvolles Obligato) gegen das übrige Orchester gesetzt ist, um dem ‚Höllenheer’ zu trotzen. Doch wenn, wie es offensichtlich häufig der Fall war, die vornehmeren Mitglieder der Gemeinde vorzogen, während des vierstündigen Gottesdienstes in diesem Augenblick zu erscheinen, gerade noch rechtzeitig, um die Predigt zu hören, so mögen die wiederholten Rufe ‚Verstumme! Verstumme!’ sie beim Aufsuchen ihrer Plätze auf der Kirchenbank und Begrüßen von Bekannten und 6 Verwandten für eine Weile im Schach gehalten haben.
Aufführungsorte:Kantaten für den “19. Sonntag nach Trinitatis
und das „Reformationsfest”
Veranstaltungsorte:
CD 1 – Erlöserkirche, Potsdam am 20. Oktober 2000
CD 2– Schlosskirche, Wittenberg am 31. Oktober 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den “19. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 5 “Wo soll ich fliehen hin“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 1
BWV 48 “Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 1
BWV 56 “Ich will den Kreuzstab gern tragen“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 1
BWV 90 “Es reißet euch ein schrecklich Ende” – (Für den 25. Sonntag nach Trinitatis)
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 1
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CD – z w e i – Inhalte:Kantaten für das “Reformationsfest”
BWV 79 – “Gott der Herr ist Sonn und Schild”
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 2
BWV 80 – “Ein feste Burg ist unser Gott”
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 2
BWV 192 – “Nun danket alle Gott” (Kantate für verschiedene Bestimmungen, wahrscheinlich für das Reformationsfest ?)
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 110 – Vol. 10 – CD 2
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Bachfest Leipzig vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
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Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:
J.S. Bach Cantata BWV 99 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate BWV 99 zum 15. Sonntag nach Trinitatis
Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solisten wirken Julia Neumann und Claude Eichenberger.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 99 – J. S. Bach Cantata -Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Es handelt sich um ein Projekt der „NEDERLANDSE Bach-Vereinigung!“
Jeden Freitag, werden Sie eine neue Aufnahme hier von einem von Johann Sebastian Bach’s komponierten 1080 Werke, die von den Niederlanden Bach-Gesellschaft und von vielen Gastmusikern gespielt werden – veröffentlicht.
Video: BWV 120 „Gott, man lobet dich in der Stille“
Gott, man lobet dich in der Stille (BWV 120) ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für die Ratswahl. Bach benutzte Teile der Kantate für eine Hochzeitskantate (BWV 120a) und bearbeitete sie 1730 als eine Kantate zur Feier der Augsburger Konfession (BWV 120b). Er arbeitete später den Beginn des Chorsatzes für das „Et resurrexit“ im Credo seiner h-Moll-Messe um.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 19.10.2014 begehen wir den 18. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das „höchste Gebot“, das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt uns erneut Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das „höchste Gebot“ im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. Der alttestamentliche Text ist die Perikope mit den „10 Geboten“.
Am 18. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Antwort Jesu auf die Frage, was das höchste Gebot sei, als das Gebot, nach dem wir unser Leben ausrichten sollen. Es ist nicht leicht, diesem Gebot in jeder Situation zu folgen, und wir erfahren oft, dass wir an Gott und unserem Nächsten schuldig werden. Um so wichtiger ist für uns, dass einer dieses Gebot vollständig erfüllt hat: Jesus Christus.
Wochenspruch:
Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. (1. Joh 4, 21)
Kantaten-Beschreibung: BWV 169“Gott soll allein mein Herze haben“
Dann folgte BWV 169 “Gott soll allein mein Herze haben”, die letzte und, meiner Meinung nach, in sich stimmigste und schönste Arie von Bachs Kantaten für Alt solo. Wie BWV 35, sechs Wochen zuvor aufgeführt, enthält sie Sätze aus einem früheren Instrumentalkonzert, das für obligate Orgel eingerichtet wurde. Hier sind es das Präludium und die zweite Arie (Nr. 5), die ihren Ursprung in dem verloren gegangenen Werk hatten, das möglicherweise für Oboe, Flöte oder Oboe d’amore bestimmt war und das Bach später zu dem bekannten Cembalokonzert E-dur, BWV 1053 umarbeitete. (Es kann auch als echtes Orgelkonzert, das Bach für die Einweihung der neuen Silbermannorgel 1725 in der Dresdener Sophienkirche geschrieben hatte und bei dieser Gelegenheit selbst spielte, wieder aufgetaucht sein.) Die umfangreiche Sinfonia, die das Werk einleitet und drei neue, teilweise unabhängige Stimmen für Oboen enthält, gibt der Kantate zusätzliches Gewicht. Der Satz für obligate Orgel ist hier sehr viel sicherer und überzeugender als zum Beispiel in Vergnügte Ruh BWV 170. Bach-Forscher haben sich bisher noch nicht mit der Frage befasst, ob Bach für die sechs Kantaten für Solostimme, die er im Vorfeld des Advents 1726 komponierte, die Libretti selbst unter dem Aspekt ausgesucht hat, ob sie sich für eine vokalsolistische Verarbeitung eignen, in welchem Maß er in ihren Aufbau eingegriffen haben könnte oder ob ihm die Texte von den Geistlichen vorgeschrieben wurden und ihm, da sie die Frömmigkeit des einzelnen Menschen behandeln, keine andere Wahl ließen, als sie als Solowerke zu verarbeiten.
In seiner andächtigen Klarheit und äußeren Schlichtheit dürfte das erste vokale Arioso auch den im armseligsten Büßerhemd wandelnden Pietisten in Leipzig zugesagt haben. Es beginnt mit einem Motto im Basso continuo, das dann zur Altstimme weitergereicht wird und sich wie ein Rondomotiv verhält, indem es den unterschwelligen Bezug des anonymen Librettos auf das Sonntagsevangelium umrahmt, das Gottes Liebe zum Thema hat, und in freier Umkehrung am Anfang der ersten Arie (Nr. 3) erscheint, während das verzierte Orgelobligato im Menuettrhythmus fortfährt und vorwiegend diatonisch bleibt. Eine enge Zusammenarbeit Bachs mit seinem Librettisten bei der Formulierung dieses Mottos, so meint Dürr, sei die Voraussetzung gewesen, um eine übergreifende Einheit zu schaffen, die von einem einzelnen rhetorisch abgeleiteten Gedanken (propositio) herrührt, der einen implizierten Dialog zwischen dieser Figur – dem wiederholten Textabschnitt ‚Gott soll allein mein Herze haben’ – und ihrer Ausdeutung (confirmatio) erlaube, die sie im Rezitativ erfährt. Es ist ein hervorragendes Beispiel für Bachs Geschick, den Ermahnungen zeitgenössischer Musiktheoretiker nachzukommen – so Mauritius Vogt, der dafür plädierte, den ‚Text an sich zu reißen’ (1719), damit ein textbezogener musikalischer Ausdruck erreicht werden könne, der laut Johann David Heinichen (1711) das ‚wahre Ziel der Musik’ sei. Die sanfte Stimmung beharrlicher Frömmigkeit, die auf der Beachtung des doppelten Gebotes Christi basiert, steht in äußersten Gegensatz zu der Strenge und unvergesslichen Eindringlichkeit, mit der Bach diese Gebote drei Jahre früher in Du sollt Gott, deinen Herren, lieben BWV 77 verkündet hatte.
Außerordentlich eindrucksvoll ist auch, wie Bach dem bereits vorhandenen Siciliano für Streicher (Nr. 5), dem langsamen Satz seines früheren Konzertes für Oboe oder Orgel oder Cembalo, eine völlig neue Gesangslinie hinzufügt. Mit ihrem Thema des Abschieds vom weltlichen Leben, ihrem unregelmäßigen Satzrhythmus und Reimschema gibt sie David Schulenbergs Behauptung Gewicht, der Text müsse zur Verwendung in dem vorhandenen Contrafactum eigens geschrieben oder zumindest adaptiert worden sein. Sie ist ebenso kunstfertig gestaltet und mit jeder Note ebenso gelungen wie in seinem Cembalokonzert in Wir müssen durch viel Trübsal BWV 146, dessen Grundstock er um vier neue Gesangslinien erweitert hat. Dieser ausgedehnten Zurückweisung weltlicher Versuchungen zugunsten der Liebe Gottes folgt im Rezitativ (Nr. 6) eine kurze Erinnerung an das zweite Gebot (‚Doch meint es auch dabei mit eurem Nächsten treu’), das gewissermaßen als nachträgliche Betrachtung eingeschoben ist und als Präludium dient zu einem Gebet der Gemeinde, der dritten Strophe von Luthers Choral ‚Nun bitten wir den Heiligen Geist’ (1524).
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Zu Bachs Zeit bestimmte der lutherische Kirchenkalender mit den beiden großen Festen Ostern (beweglich) und Weihnachten (unbeweglich) über Anlage und Inhalt der Kantatensammlungen. Die Trinitatiszeit musste deutlich vier Wochen vor Weihnachten enden, so dass in einem Jahr wie 1724, als Ostern spät fiel, von den siebenundzwanzig möglichen Sonntagen nach Trinitatis vor Beginn des Tempus clausum, der ‚geschlossenen Zeit’ zwischen dem ersten Adventssonntag und Heiligabend, in der keine Kantaten oder Konzerte aufgeführt werden durften, nur fünfundzwanzig Sonntage übrig blieben.
Das bedeutete im Jahr 2000, dass wir die Kantaten, die von Bach für das Ende der Trinitatiszeit erhalten sind, irgendwo in unseren früheren Programmen unterbringen mussten.
So ergab sich bei unserem Konzert in Leipzig die Möglichkeit, die herrliche Choralkantate:
BWV 116 “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ”
einzufügen, die am 26. November 1724 als letzte Kantate der Trinitatiszeit in Bachs zweitem Jahrgang aufgeführt worden war………………
(weitere Angaben dazu in Gardiners – Reisetagebuch)
Aufführungsorte:Kantaten für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis”
CD 1 – Allhelgonakyrkan, Lund am 14. Oktober 2000
CD 2 – Thomaskirche, Leipzig am 22. Oktober 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den “17. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 47 “Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol. 9 – CD 1
BWV 114 “Ach, lieben Christen, seid getrost“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol. 9 – CD 1
BWV 148 “Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol. 8 – CD 9
BWV 226 Motet: Der Geist hilft unser Schwachheit auf
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Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159– Vol. 9 – CD 1
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CD – z w e i – Inhalte:Kantaten für den “18. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 96 – “Herr Christ, der ein’ge Gottessohn”
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
BWV 116 – “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ”
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
BWV 169 – “Gott soll allein mein Herze haben”
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
BWV 668 – Chorale: Vor deinen Thron tret’ ich hiermit
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
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Bachfest Leipzig vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
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Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:
J.S. Bach Cantata BWV 99 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate BWV 99 zum 15. Sonntag nach Trinitatis
Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solisten wirken Julia Neumann und Claude Eichenberger.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 99 – J. S. Bach Cantata -Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 12.10.2014 begehen wir den 17. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum „Erfolg“ führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden von nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt.
Am 17. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Geschichte von der kanaanäischen Frau, deren Glaube Jesus zu Handeln bewegt, obgleich sie nicht zu den Schafen Israels gehört. Solcher Glaube macht uns gewiß, dass Jesus auch in unserem Leben grundlegende Veränderungen bewirkt, so dass wir dankbar seinen Namen verkündigen.
Wochenspruch:
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh 5, 4c)
Johann Sebastian Bach Messe H moll Mass B minor BWV 232 Ensemble Instrumental de Lausanne conducted by Michael Corboz
Kyrie
Gloria
Credo
Sanctus
Agnus Dei
Santo Domingo de Bonaval, Santiago de Compostela, am 07. Oktober 2000.
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Kantaten-Beschreibung: BWV 47 “Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“
Die in sich stimmigste und schönste dieser Kantaten ist BWV 47 “Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden”, und dies ungeachtet der Tatsache, dass ihre drei Mittelsätze auf einem belanglosen Text aus einer Sammlung von Johann Friedrich Helbig stammen, der Regierungssekretär am Eisenacher Hof war. Die Reime sind manchmal so holprig, dass es kein Wunder ist, wenn Bach Texte von Helbig (im Gegensatz zu Telemann) nur einmal vertont hat. Das Werk wurde am 13. Oktober 1726 aufgeführt. Es beginnt mit einem Zitat aus dem Lukas-Evangelium, dem Spruch im zweiten Teil des Evangelientextes, mit der Jesus seine Predigt über den Stolz beschließt: ‚Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht’. Whittaker ist der Auffassung, Bach habe wenige Chöre geschrieben, die so ‚mächtig und monumental’ wie dieser Anfangssatz seien, und man wird ihn kaum widerlegen können.
Er beginnt als beschleunigte und eine Quinte nach oben transponierte Variante des Orgelpräludiums in c-moll (BWV 546) und einem kurzen antiphonischen Austausch zwischen den Streichern und dem Oboenpaar, aber erst in Takt 186, wenn diese Variante mit Blockharmonien vom Chor vorgetragen wird, begreift man, wie sehr ihre ursprüngliche Form die natürlichen Akzente des Spruchs berücksichtigt und dass ihre Fortsetzung (durch die Oboen bei Takt 12) das Zentrum eines Fugenthemas ist, das aufsteigt, um die aufgeblasene Brust dessen zu füllen, der ‚sich selbst erhöht’, und später wieder absteigt, wenn er seine wohlverdiente Strafe erhält. Der zweite Halbsatz (der sich mit dem Demütigen befasst) fungiert als Gegenthema und schließt mit einer eigenen sanft aufsteigenden Phrase (‚wird erhöht’). Eindrucksvolle Episoden sind hier vorhanden, Umkehrungen der stimmlichen Einsätze in den doppelten Expositionen, homophone ‚Resumees’ und eine abschließende Rückkehr zu dem ausgefeilten Eingangsritornell mit zusätzlichem Chor, der noch einmal den gesamten Text wiederholt. Das mag nicht die attraktivste oder eine leicht zugängliche der Choralfugen sein, mit der Bach seine Kantaten eröffnet, doch sie gewinnt, je vertrauter man mit ihr wird, und bei der Wiederholung im zweiten Konzert hatte sie ihre beträchtliche Macht auf alle Mitwirkenden und, so hatten wir den Eindruck, auch auf die Zuhörer ausgedehnt.
Der zweite Satz ist eine Da-capo-Arie für Sopran in d-moll mit Orgel oder, bei einer späteren Wiederaufnahme, obligater Violine, und letztere Version war es, mit ihrer äußerst kontrastreichen poetischen Lyrik im ersten und Bravour im zweiten Teil, die wir aufzuführen beschlossen. Das Thema ist ein einfacher Gegensatz zwischen christlicher Demut und teuflischem Hochmut. Es ist nicht sicher, ob Bach diese Arie bei der ersten Aufführung des Werkes 1726 einbezogen hatte. Vielleicht hatte er es versucht und dann im allerletzten Augenblick verzichtet, weil die Interpreten den hohen Ansprüchen nicht gewachsen waren. Das mag auch eine Erklärung dafür sein, warum die folgenden Sätze offensichtlich das gleiche Material verwenden. In der Tat könnte man diese Arie weglassen, und die narrative Entwicklung der Kantate bliebe trotzdem unangetastet. Doch welch ein Verlust wäre das! Der Violine ist im ersten Abschnitt eine vibrierende, wie ein Papierdrachen schwebende Figur zugewiesen, die zunächst rein dekorativ zu sein scheint, doch bei näherer Bekanntschaft die schwer zu fassenden Attribute der Demut erlangt, der sich Christen befleißigen sollen. Im B-Teil lässt Bach dann in den Staccato-Doppelgriffen der Violine die ‚Hoffart’ und den ‚Stolz’ des Teufels anklingen. Mit diesen rüden, widerborstigen gebrochenen Akkorden (v – –) scheinen wir uns plötzlich in der Nähe der Violinkonzerte Bartóks oder Chatschaturjans zu befinden. Unterdessen sitzt der Sopran in einem wütenden imitierenden Austausch mit der Basslinie gefangen (‚Gott pflegt alle die zu hassen / die den Stolz nicht fahren lassen’).
Es ist eine lebendige und theatralische Schilderung der schlimmsten der Todsünden, und sie bietet die Garantie dafür, so möchte man meinen, dass der selbstgefällige Hörer von seinem Stuhl hochschreckt. Die Arie ist in ihrer Da-capo-Form äußerst sinnreich angelegt – der lange A-Teil legt dar, warum Demut so unabdingbar nötig sei, während die Schimpfkanonade des B-Teils das Laster des Hochmuts brandmarkt. Dann folgt zielstrebig die Rückkehr zum A-Teil, dessen Thema der ‚Demut’ auf all die selbstverleugnerischen Eigenschaften verweist, die einen guten Kammermusiker kennzeichnen. Die abschließende Endausscheidung gibt die eloquenteste Schilderung der Demut, die man sich vorstellen kann – Harmonie und Figuration in schöpferischer Symbiose. Wie sollte ein Prediger damit konkurrieren können?
Nun ja, er – besser gesagt Bach in seinem Namen – versucht es, behindert nicht durch die überwältigende Eloquenz der vorherigen Nummer, sondern durch die Banalität eines Textes, der mit den Worten beginnt: ‚Der Mensch ist Kot, Stank, Asch und Erde’. Gleichwohl ist dieses stimmgewaltige Accompagnato für Bass eines der kunstreichsten und feinsinnigsten Stücke musikalischer Moralpredigten Bachs, in einem Maße, dass man leicht über den ungeschliffenen Text hinwegsehen kann und die Sorgfalt bewundert, die er der kleinsten Veränderung im Tonfall angedeihen lässt: Das Autograph der Partitur zeigt zum Beispiel, wie er den Rhythmus des Wortes ‚Teufelsbrut’ verschärfte, um es schroffer und roher wirken zu lassen. Diesem Rezitativ folgt eine Arie in Es, in welcher derselbe Sänger, nun von obligater Violine und Oboe begleitet, um die Demut bittet, ‚dass ich nicht mein Heil verscherze wie der erste Höllenbrand’. Man bekommt den Eindruck, dass dieses wiederkehrende Ringen mit dem Stolz durch das instrumentale Duo gedämpft – gar entschärft – wird, die drei Stellen ausgenommen, wo die Instrumente seinen Abscheu vor dem Stolz teilen.
Whittaker ermahnt uns, Bach nicht übereilt zu tadeln, weil er so ‚ausfällige’ Texte vertont habe. ‚Der Kampf, den Luther gegen gewissenlose Feinde aufnahm, diente ihm selbst und seinen Anhängern als Richtschnur für den Umgang mit den widerstreitenden Kräften in ihrem eigenen Herzen, und in gleicher Weise werden die negativen Kräfte in dieser Mischung aus Gut und Böse, die in jedem von uns vorhanden sind, als feindliche Mächte behandelt, geistlicher oder weltlicher Natur.’ Aber ist das wirklich der Punkt? Was mich interessiert, ist die Wirkung, die Bachs Musik haben kann – sein Geschick, der absoluten Hässlichkeit eines Textes Herr zu werden, indem er sein musikalisches Material so gestaltet, dass es den emotionalen Inhalt (den man zwar analysieren kann, der dabei aber wie Sand zwischen den Händen zerrinnt) zum Ausdruck bringt.
Er scheint auch Nicht- Lutheraner in seinen Wirkungskreis einladen und sie zu einer teilnahmsvollen Reaktion auf die zugrunde liegende Predigt bewegen zu wollen, auf die Nuance, die seine Musik ihr gibt: dass übermäßiger Stolz unter keinerlei Umständen zu akzeptieren sei, dass Demut Würde besitze, nicht nur Wert. Hegel schrieb der Musik eine ‚gegenstandslose Innerlichkeit’ zu, Mendelssohn hingegen (der Hegel kannte) kam zu dem Schluss: ‚Die Ideen, die durch die Musik […] ausgedrückt werden, sind nicht zu vage, um in Worte übersetzt zu werden, sondern im Gegenteil zu präzise’. Bach ist Mendelssohns Auffassung, Musik könne die Kernbedeutung zum Vorschein bringen, die von Worten so häufig verschleiert wird, offensichtlich zuvorgekommen und hat ihr konkrete Gestalt gegeben.
Aufführungsorte:Kantaten für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis”
CD 1 – Allhelgonakyrkan, Lund am 14. Oktober 2000
CD 2 – Thomaskirche, Leipzig am 22. Oktober 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den “17. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 47 “Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol. 9 – CD 1
BWV 114 “Ach, lieben Christen, seid getrost“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol. 9 – CD 1
BWV 148 “Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol. 8 – CD 9
BWV 226 Motet: Der Geist hilft unser Schwachheit auf
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Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159– Vol. 9 – CD 1
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CD – z w e i – Inhalte:Kantaten für den “18. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 96 – “Herr Christ, der ein’ge Gottessohn”
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
BWV 116 – “Du Friedefürst, Herr Jesu Christ”
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
BWV 169 – “Gott soll allein mein Herze haben”
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
BWV 668 – Chorale: Vor deinen Thron tret’ ich hiermit
Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2
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Bachfest Leipzig vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
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Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:
J.S. Bach Cantata BWV 99 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate BWV 99 zum 15. Sonntag nach Trinitatis
Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solisten wirken Julia Neumann und Claude Eichenberger.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 99 – J. S. Bach Cantata -Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 05.10.2014 begehen wir den 16. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 16. Sonntag nach Trinitatis ist geprägt vom Evangelium von der Auferweckung des Lazarus. In dieser Geschichte sowie in den Epistellesungen wird deutlich, dass mit Jesus weit mehr gekommen ist als nur ein großer Prediger. Er hat das Leben in diese Welt gebracht und den Tod besiegt. Dieser Sieg wird schon durch sein Handeln auf Erden sichtbar.
Am 16. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus und wir staunen über die Worte Jesu. Diese Worte sprechen in keine alltägliche Situation, sondern sind Trauernden und bedrückten zugesprochen. Wir können getrost sein darüber, dass Gott alles Geschehen in userem Leben kennt und weiß, wann wir seiner besonderen tröstenden Hilfe bedürfen. Es ist gut zu wissen, dass nichts ohne seinen Willen geschieht.
Wochenspruch:
Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. (2. Tim 1, 10b)
Santo Domingo de Bonaval, Santiago de Compostela, am 07. Oktober 2000.
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Kantaten für den 16. Sonntag nach Trinitatis
Kantaten-Beschreibung: BWV 95 “Christus, der ist mein Leben“
Ich habe mich so gefreut, endlich BWV 95 “Christus, der ist mein Leben” aufführen zu können, eine Kantate, die ich zum ersten Mal Ende der sechziger Jahre in einer Aufführung mit Karl Richter gehört hatte. Ich war damals erstaunt und staune immer noch über die ausgesprochen originelle Kombination des ‚Corno’ (das einigen Musikwissenschaftlern zufolge ‚Cornetto’ bedeuten könnte) mit Oboen. Im zweiten Teil des Anfangschors verbindet Bach diese Instrumente in einem kampflustigen Gerangel, das Luthers Paraphrase des Nunc dimittis einleitet. Jazztrompeten, hatte ich damals gedacht, und diese Passage hat tatsächlich Ähnlichkeiten mit einer Jamsession, aber in Wahrheit haben wir keine genaue Vorstellung davon, welches Instrument Bach hier gemeint hat. Wenn auf dem altertümlichen Cornetto oder Zink gespielt wird, müsste sich der Spieler, um den gewünschten Klang zu erzielen, mit zahlreichen verzwickten Doppelgriffen auseinandersetzen.
Mike Harrison war jedoch mutig genug, als alternative, wenn auch anachronistische Lösung seine deutsche Ventiltrompete in C vorzuschlagen. Es klang phantastisch. Letzten Endes ist es nicht die Form, Bauart oder Entstehungszeit des Instrumentes, die es überzeugend klingen lässt, sondern die Fertigkeit und Vorstellungskraft des Spielers, und Mike ist es gelungen, seiner Trompete einen täuschenden echten zinkenartigen Klang zu geben. Ein Schaudern durchlief in der Aufführung in Santiago sein Zwiegespräch mit den Oboen, das den letzten Kampf zwischen den Kräften des Lebens und des Todes spüren ließ, bis die Seele endlich zu ihrem ersehnten Ziel gelangte. Es erinnerte mich an den Höhepunkt von John Bunyan’s Pilgrim’s Progress, als der Christ ‚verschied und auf der anderen Seite für ihn die Trompeten erklangen’.
Man muss einfach beeindruckt sein von dieser Kantate, in der Bach auf sehr ungewöhnliche Weise vier Trauerchoräle als formstützende Pfeiler aneinanderfügt und den Gläubigen (Tenor), während dieser über seinen Tod sinniert, Mut fassen lässt. Die recht fest im christlichen Glauben verwurzelten synkopierten Dialoge zwischen paarigen Oboen und Violinen, die das Werk einleiten, strotzen vor Vitalität und ebnen den Weg zu dem ersten Choral im Dreiertakt, der bei dem Wort ‚sterben’ verlischt, die nacheinander einsetzenden Stimmen einen verminderten Septakkord aufbauen lässt, zur Ruhe kommt und sich schließlich bei den Worten ‚…ist mein Gewinn’ noch einmal voller Kraft entlädt. Den Höhepunkt bildet die Zeile ‚mit Fried und Freud ich fahr dahin’ als Bindeglied zu nächsten Choral, Luthers Paraphrase des Nunc dimittis.
Die Aussagen der beiden Choräle sind durch ein Arioso für Tenor im Dreiertakt verbunden, ‚Mit Freuden, ja, mit Herzenslust will ich von hinnen scheiden’. Diese löst sich in Abschnitte mit freiem Rhythmus auf – und hier ist Bach ausgesprochen experimentierfreudig, indem er sie mit Einfügungen aus dem synkopierten Anfangsmotiv in Schach hält. Wir gewinnen den Eindruck, es handle sich um eine Abfolge von 7/4-Takten.
Auf dem Höhepunkt singt der Tenor unbegleitet ‚Mein Sterbelied ist schon gemacht…’ – Stille – ‚…ach, dürft ich’s (von Mark Padmore mit erstaunlichem Pathos vorgetragen), ach, dürft ich’s heute singen!’. Bruchlos leitet der zwischen ‚Corno’ und Oboen erwähnte Dialog den zweiten Choral ein, Luthers überschäumendes ‚Mit Fried und Freud ich fahr dahin’. Daraufhin lässt sich der Solosopran mit dem Ruf vernehmen: ‚Nun, falsche Welt! nun hab ich weiter nichts mit dir zu tun’, der seinerseits bruchlos in eine bezaubernde bogenförmig geführte Melodie überleitet: ‚Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt’, und dann, auf dem Weg über ein Seccorezitativ, zu der einzigen wirklichen Arie in dieser Kantate führt, ‚Ach, schlage doch bald’, deren ‚Leichenglocken’-Pizzicati faszinierend sind.
Nach dem Konzert gab es in der Hotelbar eine bewegte Diskussion über die Bedeutung und Symbolik der ‚Leichenglocken’. Einige vertraten die Meinung, die hohen wiederholten Achtel auf der Flöte in BWV 161 (Nr. 4) und BWV 8 (Nr. 1) symbolisierten die hellen Totenglocken, die beim Begräbnis eines Kindes läuten.
Ein Mitglied aus unserem Team war überzeugt, die Musik in BWV 95 (Nr. 5) stelle ein laufendes Uhrwerk dar, der Tenor warte darauf, dass seine letzte Stunde schlage, während die Streicher das mechanische Ticken der Uhr nachahmen. Die Oboen imitieren den Mechanismus des Rades, das Schlag zwölf schleifend zum Stillstand kommt – so wie die Zeit es zu tun scheint, wenn man ungeduldig ist. Das Echo der zweiten Oboe (in Takt 4) stößt die Uhr sanft an, indem sie am Gewicht auf der Gegenseite zieht, und setzt sie damit wieder in Gang. Raffiniert und plausibel…
Man kann nicht umhin, sich die Frage zu stellen, ob nicht die lebhafte Erinnerung an einen Todesfall unlängst in der Familie bei der Komposition dieser Stücke Bach die Hand geführt habe. War es vielleicht die innere Auseinandersetzung mit dem drohenden Tod eines schwächlichen Kindes, die ihn zu dieser Folge von Kompositionen inspiriert hat, in denen es um Glauben und Vertrauen geht und die in ihrer Schlichtheit so kindhaft sind? Seine Tochter Christiane Sophia (*1723) kränkelte tatsächlich und starb am 29. Juni 1726 – ein paar Monate bevor er mit der Komposition von BWV 27 begann.
Anmerkung zur Kantate BWV 95:
1. Auf Iona haben wir die Kantate in ihrer ursprünglichen Weimarer Fassung von 1715/6 aufgeführt, in der die Streicher in C spielen, aber mit dem Stimmton A=466 (fast einen Ton höher als der übliche Leipziger Stimmton A=415); die Blockflöten haben Es mit tiefem französischen Kammerton, damit sie wie C auf dem hohen Weimarer
Chorton klingen. Da das Werk hier in Santiago Seite an Seite mit vier Leipziger Kantaten aufgeführt wurde, haben wir beschlossen, Bachs Leipziger Fassung (aus der Zeit zwischen 1937 und 1746) zu rekonstruieren und sie in D-dur mit A=415 zu spielen.
2. Obwohl Bach die Kantate bei ihrer Wiederaufführung 1746/47 einen Ton tiefer nach D transponiert hat, einen Bereich, den die Traversflöte immer noch gut bewältigen kann, waren wir der Meinung, in dieser früheren Fassung sei eine ‚sechste Flöte’ das wahrscheinlichere und geeignete Instrument – eine Blockflöte, die in D notiert ist, aber wie E klingt.
Aufführungsorte:Kantaten für den “15. und 16. Sonntag nach Trinitatis”
CD 1 – Unser Lieben Frauen, Bremen am 29. September 2000
CD 2 – Santo Domingo de Bonaval, Santiago de Compostela am 07. Oktober 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den “15. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 51 “Jauchzet Gott in allen Landen“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104 – Vol. 8 – CD 1
BWV 99 “Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104 – Vol. 8 – CD 1
BWV 100 “Was Gott tut, das ist wohlgetan II“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104 – Vol. 8 – CD 1
BWV 138 “Warum betrübst du dich, mein Herz“
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Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104– Vol. 8 – CD 1
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CD – z w e i – Inhalte:Kantaten für den “16. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 8 – “Liebster Gott, wann werd ich sterben?”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
BWV 27 – “Wer weiß, wie nahe mir mien Ende?”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
BWV 95 – “Christus, der ist mein Leben”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
BWV 161 – “Komm, du süße Todesstunde”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
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Bachfest Leipzig vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
The title Notebook for Anna Magdalena Bach refers to either of two manuscript notebooks that the German Baroque composer Johann Sebastian Bach presented to his second wife Anna Magdalena. Keyboard music (minuets, rondeaux, polonaises, chorales, sonatas, preludes, musettes, marches, gavottes) makes up most of both notebooks, and a few pieces for voice (songs, and arias) are included. The two notebooks are known by their title page dates of 1722 and 1725. The title “Anna Magdalena notebook” is commonly used to refer to the latter. The primary difference between the two collections is that the 1722 notebook contains works only by Johann Sebastian Bach (including most of the French Suites), while the 1725 notebook is a compilation of music by both Bach and other composers of the era. It provides a nearly unparalleled glimpse into the domestic music of the 18th century and the musical tastes of the Bach family.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
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Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:
J.S. Bach Cantata BWV 99 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate BWV 99 zum 15. Sonntag nach Trinitatis
Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solisten wirken Julia Neumann und Claude Eichenberger.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 99 – J. S. Bach Cantata -Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Congratulations Ton Koopman his 70. birthday 02.10.2014
Video-Tracklist:
«Dir, dir, Jehova, will ich singen», BWV 452 [1.26]
Toccata in G major, BWV 916 [2.30]
«Willst du dein Herz mir schenken», BWV 518 [1.17]
«Vater unser im Himmelreich», BWV 683 [1.32]
«So oft ich meine Tobackspfeife», BWV 515a [2.23]
Amore traditore, BWV 203 [ 12.18]
«Wer nur ben lieben Gott lasst walten», BWV 691 [2.20]
«Ich habe genug», BWV 82 (отрывок) [8.14]
Toccata in G major, BWV 916 [3.14]
«Schaff’s mit mir, Gott», BWV 514 [1.43]
«Bist du bei mir», BWV 508 [3.03]
Minuet in G major BWV Anh. II 1165 [1.31]
«Brunnquell aller Guter», BWV 445 [ 2.01]
«Ihr Gestirn, ihr hohen Lufte», BWV 476 [1.40]
Toccata in G major, BWV 916 [3.29]
«Jesus, unser Trost und Leben», BWV 475 [1.40]
Minuet in G major (attributed to Christian Petzold) BWV ANH II 114 [1.19]
«Ich freue mich in dir», BWV 465 [1.26]
«Komm, su?er Tod», BWV 478 [3.29]
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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag !
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 28.09.2014 begehen wir den 15. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 15. Sonntag nach Trinitatis hat „Irdische Güter“ zum Thema. Es geht ums Sorgen, die Angst um die Zukunft, um das, was morgen kommt, die Sorge um das leibliche Wohl, um das Dach über dem Kopf. Mancher Predigttext legt eine gewisse Leibfeindlichkeit nahe, etwas, das einzuüben heute gewiss nicht ganz verkehrt ist. Dabei sollte man sich allerdings davor hüten, die Gaben Gottes, von denen wir leben, zu verteufeln.
Am 15. Sonntag nach Trinitatis wird unser Blick fortgelenkt von den irdischen Gütern. Sie sollen nicht unsere erste und alleinige Sorge sein. So werden wir frei zu einem Leben in der Nachfolge Jesu.oder Oft haben wir uns durch mühsame Arbeit einen Lebensstandard geschaffen, der uns ein Gefühl der Behaglichkeit und des Wohlstandes vermittelt. Diesen Lebensstandard zu erhalten, wird jedoch immer schwieriger, und Sorge um die Zukunft bestimmt unser Leben zusehends. Heute, am 15. Sonntag nach Trinitatis, werden wir durch die Lesungen daran erinnert, dass alles, was wir hier schaffen, vergänglich ist. Es ist tröstlich zu wissen, dass Gott uns nicht im Stich lassen wird, selbst wenn das, was wir haben, verloren geht.
Wochenspruch:
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petr 5, 7)
Der Name des Festivals deutet bereits, dass Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist die zentrale Figur von ihm. Die klassische Musik von Bach ist eine unerschöpfliche Quelle, aus der nach seinem Tod viele haben aufgefrischt.
Hunderte von Kantaten, Sonaten und Konzerte von JS Bach eine Quelle der Inspiration für neue Werke noch immer. Auch, dass die Musik im Bereich der Bach-Festival. Eine bunte Auswahl aus der breiten Palette von Bach und die damit verbundenen Arbeiten in dieser dritten Bach Festival Dordrecht präsentieren wir – Dordrecht in der Stadt und schöne Orte in der anderen Drechtsteden. Diese Website ist das Tor zu den zehn gut gefüllten Festtagen von 19 bis 28 September 2014. Die Termine von Johann Sebastian Bach wird es von 1685 bis 2014 gestreckt werden.
Festivalthema „Große Vater, großen Söhne ‚
Die 3. Ausgabe des Bach Festival, dem großen Familie Bach und dem zentralen Platz, der Johann Sebastian hatte es. Johann Sebastian Bach war ein Universalgenie, wie ein glücklicher Zufallstreffer aufgetreten, oder war seine Beherrschung das Ergebnis von Generationen von Musikern in der Familie? Was war die Rolle der Inspirationen seiner Zeit, Komponisten vor ihm, auf dem Bach Blüte könnte? Die dicke Humusschicht musikalischen
Bachs Einfluss ist, seine Kinder, Komponisten und Künstler nach ihm zu folgen, bis zum heutigen Tag. Gibt es vielleicht so etwas wie eine musikalische BachDNA, die Generation zu Generation ist – buchstäblich und im übertragenen Sinne?
Großväter, großen Söhne auch mit der Dreihundertjahrfeier der Geburt von Carl Philipp Emanuel Bach, einer der großen Bach-Söhne. Das Festival zahlt viel Aufmerksamkeit auf diesen Nachwuchs!
Der Titel des Festivals Großväter wird großer Söhne von einem der Bachs Kompositionen in der Regel mit der Musik verbunden genommen, wie in Bach Familienkreis kam, gehört zu werden BWV 524.
Das Quodlibet oder Hochzeits-Quodlibet , BWV 524, ist eine unbekannte Komposition von Johann Sebastian Bach , die heute nur noch fragmentarisch vorhanden ist.
Video BWV 524J.S.BACH : Quodlibet : CLEMATIS Leonardo GARCIA-ALARCON
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Weitere Video-Impressionen:
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Ein Porträt von Marcel Ponseele, nach Philippe Herreweghe „besten Barock-Oboist in der Welt.“ Ponseele ist für seine samtige Klang und tiefen Bach-Interpretationen bekannt.
Unser Lieben Frauen, Bremen am 29. September 2000.
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Kantaten für den 15. Sonntag nach Trinitatis
Kantaten-Beschreibung: BWV 99 (100)“Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Da im Jahr 2000 zwei Feiertage so dicht aufeinander folgten – Erzengel Michael (29. September) und der 15. Sonntag nach Trinitatis (1. Oktober) – und die Finanzlage unserer ‚Cantata-Pilgrimage’-Projektes angespannter denn je war, machten wir von dem Angebot Gebrauch, beim Musikfest Bremen zwei Konzerte aufzuführen. Die einst wohlhabende Hafenstadt Bremen war im 16. Jahrhundert Schauplatz einer langen blutigen und ausweglosen Auseinandersetzung zwischen den missgestimmten Anhängern beider Ausprägungen des Protestantismus – den Kalvinisten, die vorwiegend dem Kaufmannsstand angehörten, und den Lutheranern unter der Führung des Adels. Für uns bedeutete das Angebot, dass wir unsere beiden Konzerte an einem einzigen Ort (in der Kirche Unser Lieben Frauen) aufführen (und einspielen) und beide Programme dann in der Franziskanerabtei Neviges und – am 15. Sonntag nach Trinitatis – in der Bonner Münsterbasilika wiederholen konnten.
Obwohl Bachs Vertonungen des Choraltextes Was Gott tut, das ist wohlgetan von Samuel Rodigast aufeinander folgende BWV- Nummern haben, liegen zwischen ihnen mindestens zehn Jahre, und ihre Unterschiede sind ebenso verblüffend wie ihre Gemeinsamkeiten (zum Beispiel die beiden Corni da caccia und Pauken in BWV 100 zusätzlich zu den Streichern mit Flöte und Oboe d’amore in BWV 99). In der früheren Fassung liefert Bach nur eine einzelne Aria (Nr. 3), für Tenor mit obligater Flöte. Sie beschreibt den bitteren Geschmack des Kreuzeskelches und weist darauf hin, dass Gott ‚dir kein tödlich Gift einschenken kann, obgleich die Süßigkeit verborgen steckt’. Chromatisch aufsteigende Noten in der Flöte wie in der Singstimme lassen den bitteren Trank schmecken (wir können fast fühlen, wie er durch die Adern rinnt) und schließlich die Labsal kosten, die Gott als ‚weiser Arzt’ gewährt. Das folgende Quintett (Nr. 5) für Sopran und Alt mit Flöte, Oboe d’amore und Continuo schildert den beschwerlichen Gang nach Golgatha. In der Aufführung wirkte es wie eine Rückkehr zu den leidvollen Themen Epiphanias und Fastenzeit – ‚des Kreuzes Bitterkeiten’ im Streit mit der Schwachheit des Fleisches. Wir spüren nicht nur das ‚unerträgliche’ Gewicht des Kreuzes, auch der eitle Sieg jener, die auf halbem Wege aufgeben, wird uns deutlich vor Augen geführt. Auf heilsame Weise predigt hier die Musik, doch zwischen den frohgemuten Ermahnungen des Anfangschores und dem abschließenden Choral ist eine bittere Pille zu schlucken.
In seiner dritten FassungBWV 100, “Was Gott tut, das ist wohlgetan II” die 1734 in Leipzig uraufgeführt wurde, führt Bach den Text des Anfangschorals unverändert durch alle sechs Strophen, wobei es ihm gelingt, sich weder musikalisch zu wiederholen noch die Liedmelodie langweilig werden zu lassen. Wir spüren, dass sich Bach entweder mit den Fragen seiner Kritiker auseinandersetzt, warum er seine Kantaten so kompliziert gestalte und ob er sie nicht auf ein einziges theologisches
Thema beschränken könne, oder sich der neuen Herausforderung stellt, innerhalb der Einschränkungen, die ihm die Versform auferlegt, eine möglichst große Abwechslung zu bieten. Die vier Mittelsätze, die kein einziges Rezitativ enthalten, das den Fluss stören könnte, sind im höchsten Maße fesselnd und faszinierend. Auf ein Duett zwischen Alt und Tenor (Nr. 2), das einen riesigen Atem und eine sichere Beherrschung der Koloratur verlangt, folgt ein Siciliano für Sopran und obligate Flöte (Nr. 3) – mit seinen Rouladen aus vierundzwanzig Zweiunddreißigsteln je Takt sicher das anspruchsvollste aller Flötenobligati Bachs. Dann folgt nach einer munteren Bassarie, die von den gesamten Streichern mit kecken Synkopierungen begleitet wird (Nr. 4), eine herrliche Aria im 12/8-Takt für Alt und Oboe d’amore (Nr. 5) – lyrisch und trostreich. Bach beschließt die Kantate mit einer Wiederholung (Nr. 6) der Fassung, die wir zum ersten Mal am 1. Sonntag nach Trinitatis (BWV 75) aufgeführt haben, diesmal jedoch mit zusätzlichen Hörnern und Pauken.
Aufführungsorte:Kantaten für den “15. und 16. Sonntag nach Trinitatis”
CD 1 – Unser Lieben Frauen, Bremen am 29. September 2000
CD 2 – Santo Domingo de Bonaval, Santiago de Compostela am 07. Oktober 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den “15. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 51 “Jauchzet Gott in allen Landen“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104 – Vol. 8 – CD 1
BWV 99 “Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104 – Vol. 8 – CD 1
BWV 100 “Was Gott tut, das ist wohlgetan II“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104 – Vol. 8 – CD 1
BWV 138 “Warum betrübst du dich, mein Herz“
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Gardiner Pilgrimage CD – SDG 104– Vol. 8 – CD 1
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CD – z w e i – Inhalte:Kantaten für den “16. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 8 – “Liebster Gott, wann werd ich sterben?”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
BWV 27 – “Wer weiß, wie nahe mir mien Ende?”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
BWV 95 – “Christus, der ist mein Leben”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
BWV 161 – “Komm, du süße Todesstunde”
Gardiner Pilgrimage CD 104 Vol. 8 – CD 2
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Bachfest Leipzig vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
The title Notebook for Anna Magdalena Bach refers to either of two manuscript notebooks that the German Baroque composer Johann Sebastian Bach presented to his second wife Anna Magdalena. Keyboard music (minuets, rondeaux, polonaises, chorales, sonatas, preludes, musettes, marches, gavottes) makes up most of both notebooks, and a few pieces for voice (songs, and arias) are included. The two notebooks are known by their title page dates of 1722 and 1725. The title „Anna Magdalena notebook“ is commonly used to refer to the latter. The primary difference between the two collections is that the 1722 notebook contains works only by Johann Sebastian Bach (including most of the French Suites), while the 1725 notebook is a compilation of music by both Bach and other composers of the era. It provides a nearly unparalleled glimpse into the domestic music of the 18th century and the musical tastes of the Bach family.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)
J.S. Bach Cantata BWV 99 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Kantate BWV 99 zum 15. Sonntag nach Trinitatis
Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solisten wirken Julia Neumann und Claude Eichenberger.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 99 – J. S. Bach Cantata -Fünfter Satz (Arie, duett sopran, alt) aus der Kantate BWV 99 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 21.09.2014 begehen wir den 14. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 14. Sonntag nach Trinitatis redet von der heilenden Kraft Gottes. Das Thema dieses Sonntags ist diesmal von der Epistel her abgeleitet. Die anderen Texte haben wenig mit dem Thema zu tun. Es wird schwierig sein, die Thematik durchzuziehen, man sollte es aber versuchen. Von daher ist eine Vertiefung in die Epistel bei der Studie des aktuellen Predigttextes ratsam.
Wir hören am 14. Sonntag nach Trinitatis die Erzählung von der Heilung der zehn Aussätzigen. Wir erfahren die Kraft Gottes, durch die Menschen, die Außenseiter waren, wieder zu Gliedern der Gemeinde werden. Die lebendige Kraft des Geistes Gottes hat auch uns zur Gemeinde hinzugetan; in ihr bringen wir unseren Dank gegen Gott zum Ausdruck dafür, dass wir seine Kinder sein dürfen, indem wir einander achten und lieben.
Wochenspruch:
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat. (Ps 103, 2)
Johann Kuhnau (* 6. April 1660 in Geising; † 5. Juni 1722 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Schriftsteller des Barock.
Der Sohn eines Tischlers besuchte als Stipendiat die berühmte Kreuzschule in Dresden und studierte anschließend Philosophie und Rechtswissenschaft in Leipzig, bevor er eine Stelle als Kantor in Zittau antrat. Damit entsprach er dem seit der Reformationszeit üblichen Typus des akademisch gebildeten Kantors. Nach einem zeitgenössischen Urteil galt er als Universalgelehrter unter den Musikern. Von Johann Christoph Adelung heißt es über Kuhnau: „Ich weiss nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht. Er war gelehrt in der Gottesgelahrtheit, in den Rechten, Beredsamkeit, Dichtkunst, Mathematik, fremden Sprachen und Musik.“
1682 kehrte er wieder nach Leipzig zurück und wurde zwei Jahre darauf Organist an der Thomaskirche. Ab 1701 bis zu seinem Tode war er Thomaskantor als Nachfolger von Johann Schelle und unmittelbarer Vorgänger von Johann Sebastian Bach. Außerdem bekleidete er ab 1701 auch das Amt des Universitätsmusikdirektors.
Kantaten-Beschreibung: BWV 78“Jesu, der du meine Seele“
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Der Star unter den Kantaten für diesen Sonntag ist zweifellos die Choralkantate BWV 78 “Jesu, der du meine Seele” in der alle Sätze hindurch ein ungewöhnliches Niveau an Inspiration beibehalten wird. Sie ist eine der wenigen Kantaten, von der ich noch weiß, dass ich sie als Kind kennenlernte und sogar als Sopran den wunderbaren zweiten Satz sang, das Duett ‚Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten’. BWV 78 beginnt mit einer gewaltigen Klage des Chors in g- moll, einem musikalischen Fries, der den Präludien zu den beiden erhaltenen Passionen hinsichtlich Umfang, Intensität und Ausdruckskraft durchaus ebenbürtig ist. Er ist als Passacaglia über ein chromatisch absteigendes Ostinato gesetzt. Wie typisch ist es für Bach, eine Tanzform wie die Passacaglia zu verwenden – die in der Musik heroische und tragische Konnotationen hat, wie wir es wissen, er aber vermutlich nicht wusste, zum Beispiel in der Musik von Purcell (Dido’s Lament) und Rameau, um nur einige große Exponenten zu nennen – und für theologische/rhetorische Zwecke zu nutzen. Wir sind ihr bereits zweimal in diesem Jahr begegnet, in der frühen Osterkantate Christ lag in Todesbanden BWV 4 und zwei Sonntage später in Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 12. Hier ist die Beharrlichkeit der chromatischen Grundierung noch weit ausgeprägter, die Bässe singen sie, sobald der Chor auftaucht.
Eines der unzähligen, doch unaufdringlichen Kennzeichen ist das Gegengewicht, dass der Grundbass zum Cantus firmus bildet, der sich traditionell an den Choral von Johann Rist aus dem Jahre 1641 knüpft. Er webt alle möglichen kontrapunktischen Linien um ihn herum und in ihn hinein und verleiht der Zeile, in der geschildert wird, wie Jesus die Seele des Christien ‚aus des Teufels finstern Höhle / und der schweren Seelennot / kräftiglich herausgerissen’ hat, kräftigen Nachdruck. Dort, wo man erwarten könnte, dass die drei tieferen Stimmen den Cantus firmus respektvoll begleiten, lässt sie Bach auf ungewöhnliche Weise in den Vordergrund treten: Er vermittelt zwischen Passacaglia und Choral, bereitet auf den Choraltext vor und interpretiert ihn so, wie es der Pfarrer in der Predigt tun würde. In der Tat ist die Exegese hier so gewaltig, dass man sich fragt, ob Bach nicht wieder einmal (unabsichtlich?) durch die Brillanz seiner musikalischen Rhetorik dem Prediger die Schau gestohlen hat. Auf jeden Fall ist das einer jener Eröffnungssätze einer Kantate, in denen man sich in einem konzentrierten, fast verzweifelten Versuch, aus den sich entfaltenden Noten das allerletzte Häppchen ihres musikalischen Wertes ans Tageslicht zu fördern, an jede Zählzeit jedes einzelnen Taktes klammert.
In seinen kühnsten Träumen könnte man sich einen schrofferen Gegensatz wie diesen zwischen dem erhabenen Anfangschor und dem sich anschließenden köstlichen, fast pietätlos frivolen Duett von Sopran und Alt nicht vorstellen. Das Perpetuum mobile des obligaten Cellos erinnert an Purcell (‚Hark the echoing air’) und verweist bereits auf Rossini. Bachs Zauberkunst nötigt uns, die Bitte ‚Es sei uns dein gnädiges Antlitz erfreulich!’ mit einem zustimmenden Kopfnicken oder Aufstampfen des Fußes zu kommentieren. Er hat nie Musik geschrieben, die mehr zum Lächeln reizt!
Die Atempause ist nur vorübergehend. Mit dem Rezitativ des Tenors, das ungewohnterweise zu Beginn die Vortragsanweisung piano trägt, kehren wir zu der metaphorischen Beziehung zwischen Aussatz und Sünde zurück. Die Gesangslinie ist kantig, der Ausdruck gequält und die Vertonung des Textes meisterhaft: fast eine Erweiterung der Gewissensbisse des Apostels Petrus in der Johannespassion, die Bach seinem Publikum sechs Monate zuvor vorgestellt hatte. Erlösung wird durch das Blut bewirkt, das Christus vergossen hat, und in der Arie mit obligater Flöte (Nr. 4) erklärt der Tenor voller Zuversicht: ‚Ruft mich der Höllen Heer zum Streite, / so stehet Jesus mir zur Seite, / dass ich beherzt und sieghaft sei’. Wir erwarten vielleicht eine Trompete oder zumindest eine vollbesetzte Streichergruppe, die diesen Kampf mit der Hölle anklingen lässt, aber Bach schlägt hier zartere Töne an. Was ihn mehr interessiert, ist die Fähigkeit der Flöte, mit graziösen Figurationen die Schuld des Menschen ‚durchzustreichen’ und mit einer eingängigen tanzartigen Melodie aufzuzeigen, wie der Glaube die Seele reinigen und ‚das Herze wieder leicht’ zu machen vermag.
Die letzten beiden Sätze, vor dem Choralfinale, sind für Bass bestimmt. Sie beginnen mit einem Accompagnato, das über die Qualen Christi am Kreuz und, während allmählich das Tempo wechselt, über die Unterwerfung unter den Willen Christi meditiert, die sich als Konsequenz aus seinem erlösenden Opfer ergibt. Im Vivace-Teil (‚Wenn ein erschreckliches Gericht / den Fluch vor die Verdammten spricht’) erhält der Bass die Anweisung, con ardore – mit Passion – zu singen. (Denn es ist Passionsmusik im doppelten Sinne, in Technik, Stimmung und Ausdruckskraft der Johannespassion und jener anderen unnachahmlichen Vertonung der Worte ‚Es ist vollbracht’ aus der Kantate 159 auffallend ähnlich). Passion in einer Bach-Aufführung ist ein seltenes Gut in unserem heutigen Klima respektvoller, von der Musikwissenschaft geforderter Texttreue und Reinheit, doch wenn sie fehlt, ergibt sich eine Dissonanz zu dem Wunder, wie Bach seine ganze technische Meisterschaft, seine Beherrschung von Struktur, Harmonie und Kontrapunkt, einsetzt und ihr eine solche Vehemenz, Bedeutung und – genau das – Passion gibt.
Die abschließende Arie in c-moll wirkt wie ein Satz aus einem Oboenkonzert, doch ihr gelingt es, Stimme und Oboe hervorragend zu integrieren, um das Wort Christi zu feiern, das dem unsteten Gewissen Hoffnung schenkt. Es ist faszinierend, wie Bachs Wechsel von Tutti und Solo und ein wiederkehrendes Muster aus unregelmäßigen Taktformen – 1–21/2–1–21/2–1 – immer noch die vorgeschriebenen acht ergeben! Die schlichte Harmonisierung von Rists Choral als Abschluss der Kantate macht uns auf doppelte Weise die einzigartige Kombination aus handwerklichem Können, Phantasie und intellektueller Einfühlung bewusst, mit der er ihn im Anfangssatz behandelt hat.
CD 2 – Unser Lieben Frauen, Bremen am 29. September 2000
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CD – e i n s – Inhalte:Kantaten für den “14. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 25 “Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“
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Gardiner Pilgrimage CD – SDG 124 – Vol. 7 – CD 1
BWV 78 “Jesu, der du meine Seele“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 124 – Vol. 7 – CD 1
BWV 17 “Wer Dank opfert, der preiset mich“
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 124– Vol. 7 – CD 1
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CD – z w e i – Inhalte: Kantaten für das “Michaelisfest”
BWV 50 – “Nun ist das Heil und die Kraft”
Gardiner Pilgrimage CD 124 Vol. 7 – CD 2
BWV 130 – “Herr Gott, dich loben alle wir”
Gardiner Pilgrimage CD 124 Vol. 7 – CD 2
BWV 19 – “Es erhub sich ein Streit”
Gardiner Pilgrimage CD 124 Vol. 7 – CD 2
BWV 149 – “Man singet mit Freuden vom Sieg”
Gardiner Pilgrimage CD 124 Vol. 7 – CD 2
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Bachfest Leipzig vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF – Programm Bachfest Leipzig 2015
Die Sopranistin Dorothee Mields erläutert im Interview, wie sie zu Bach kam, wie sie an die Interpretation seiner Werke herangeht und was sie mit Leipzig verbindet.
Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
J.S. Bach Cantata BWV 78 „Jesu, der du meine Seele“
Kantate BWV 78 zum 14. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Flauto Traverso, Oboe I+II, Corno, Fagott, Streicher und Continuo
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 78 – J. S. Bach Cantata – „Jesu, der du meine Seele“
Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf.
Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“)
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 14.09.2014 begehen wir den 13. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 13. Sonntag nach Trinitatis redet von der Liebe zu Gott und ihren Ausdrucksformen. Die Liebe zu Gott kann so wie jede menschliche Liebe zur Eifersucht führen, die vor dem Verbrechen nicht zurückschreckt (Kain und Abel), sie kann aber auch zur barmherzigen Tat veranlassen (das Evangelium). Wer seine Liebe zu Gott zur Schau stellt und damit zum Selbstzweck verkommen lässt, braucht von Gott nichts mehr erwarten.
Am 13. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Erzählung vom barmherzigen Samariter und werden zur Liebe untereinander aufgerufen. Aber wir wären nicht fähig zu aufrichtiger Liebe, wenn nicht die Liebe Gottes offenbar geworden wäre in seinem Sohn. Diese Liebe befähigt uns, auch die Armen und Außenseiter in unserer Gemeinde zu sorgen.
Wochenspruch:
Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 40)
Ein neuer Schwerpunkt beinhaltet BachFestivals im Ausland
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Neu – BachFestivals im Ausland 2014
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Bach-Wochen Thun (Schweiz) seit 1987
Bach-Woche in Thun am Thunersee (Schweiz(
Die Bachwochen Thun wurden vor 26 Jahren von der amerikanischen Flötistin Besse Welsh in Amsoldingen gegründet. 2004 bis 2007 standen sie unter der Leitung des bekannten Sängers Prof. Jakob Stämpfli. Gründungsort ist die über tausendjährige Kirche in Amsoldingen, die für ihre stimmungsvolle Atmosphäre und einzigartige Akustik bekannt und als Ort der Kraft legendär ist.
Die Konzerte finden ausserdem in der Stadtkirche Thun, in der romanischen Scherzligkirche Thun, im Rittersaal Schloss Thun, der Kirche Hilterfingen sowie im Schadausaal des Kongress- und Kulturzentrums KKThun statt.
Die Bachwochen finden jährlich Mitte August bis Mitte September statt und bieten Konzerte mit erlesenen nationalen und internationalen Solisten und Ensembles. Im Gesamtprogramm der Bachwochen Thun werden Werke aller Epochen in einen Dialog mit Werken Johann Sebastian Bachs und der Bach-Familie gestellt. Viele verschiedene Interpretations- und Spielweisen werden dabei aufgezeigt. Alte Musik ist sowohl in spezialisierten Barockensembles als auch auf modernen Instrumenten zu hören, in Interpretationen, die Erkenntnisse historischer Spielweisen integrieren.
Eröffnungskonzert im vollbesetzten Berner Münster in Bern im August 2014 – mit Nuria Rial (Sopran) und Christian Immer (Bariton)
Johann Sebastian Bach über den Zeiten und Kontinenten
Weltweit gibt es Festivals und Konzertzyklen, die Johann Sebastian Bach, dem wohl bedeutendsten Komponisten aller Zeiten, gewidmet sind. Bachs Schaffen, sein Wirken und Nachwirken, ist in der Musikgeschichte einzigartig.
Warum bewegt viele Menschen die Musik Johann Sebastian Bachs –
vielleicht weil sie Himmlisches mit Irdischem zu verbinden vermag, Göttliches mit menschlicher Existenz?
„Die Kirchen sind leer, es sei denn, es gibt Musik von Johann Sebastian Bach. Warum? Weil seine Werke vollkommen sind,“ sagt Nikolaus Harnoncourt. Die Aktualität der Musik Bachs, die bereits mehr als zweieinhalb Jahrhunderte anhält, ist unumstritten. Auch wenn der Stoff aus alten Quellen stammt, so sind seine Thematiken zeitlos und beschäftigen den Menschen seit jeher. Der Mensch ist auf der Suche nach Hoffnung, Kraft, Spiritualiät. In Bachs Werken empfinden wir das Wunder der Musik besonders stark, die Magie des nicht Fassbaren, des nicht Weltlichen aber zugleich zutiefst Irdischen und Menschlichen: himmelhoch – erdenschön.
Warum bewegt uns Musik im Allgemeinen?
Der Zauber liegt offenbar in der Ähnlichkeit der Klänge mit der menschlichen Sprache, vermuten Wissenschaftler. So reagiert unser Gehirn auf Sprache und auf Tonfolgen mit fast identischen Aktivitätsmustern, wie etwa Studien des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig belegen. Das menschliche Gehirn, so berichten die Wissenschaftler, scheint keinen wesentlichen Unterschied zwischen musikalischer und sprachlicher Information zu machen. Und schliesslich ist auch in der Sprache der „Ton, der die Musik macht.“ Es ist die Sprachmelodie, die uns ermöglicht, eine Aussage einzuordnen. So haben schon vor etwas 35.000 Jahren die Steinzeitmenschen in Europa Musik gemacht, denn schon sie hatten erkannt, dass Musik eine Form der Kommunikation ist und Gemeinschaft fördert.
Jordi Savall, Kulturbotschafter der UNESCO und Artist for the peace, hebt immer wieder den Aspekt der Musik als universelle Sprache der Völkerverständigung hervor. Musik macht Emotionen erlebbar, weckt kreative Kraft und Energien.
Dreikönigskirche, Frankfurt am Main am 17. September 2000
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Kantaten für den 13. Sonntag nach Trinitatis
Kantaten-Beschreibung: BWV 33“Allein zu dir, Herr Jesu Christ”“
Nach den unbeschwerten Freuden der jubelnden Festklänge in der vergangenen Woche – ein kurzes Verschnaufen – kam selbstverständlich ganz schnell die Ernüchterung, dass sich unser Komponist nun wieder dem Ernst musikalischer Exegese zu widmen hatte. Für Bach war das wesentliche Ziel seiner Kirchenmusik eine zum Nachdenken anregende Darlegung der Schrift, und zu diesem Zweck musste er im Ohr seiner Hörer vor allem Verbindungen schaffen zwischen den ‚historischen’ (‚was im Gesetz geschrieben steht’) und den spirituellen Attributen der zu vertonenden Texte. Hier, am dreizehnten Sonntag nach Trinitatis, hat er es mit einem Text aus dem Lukas-Evangelium (10, 23–37) zu tun, der das Gleichnis vom barmherzigen Samariter beinhaltet, die findige Art des Menschen, seiner Pflicht gegenüber dem Nächsten aus dem Wege zu gehen, sowie mit einer Lesung aus dem Galaterbrief (3, 15–22), wo Paulus eine bewusste Entscheidung zwischen Glaube und Gesetz postuliert.
Diese Forderung wurde von Luther übernommen, der in seinem zwölfstrophigen Choral die zehn Gebote paraphrasiert – ‚Dies sind die heil’gen zehn Gebot’ – und erklärt, der erste Schritt des Gläubigen zu ihrem Verständnis sei, ‚dass du dein’ Sünd, o Menschenkind, / erkennen sollst und lernen wohl, / wie man vor Gott leben soll’, ein Thema, das Bach bereits zu Beginn seines ersten Leipziger Kantatenjahrganges beschäftigt hatte.
Wenn wir das ganze Jahr hindurch die Kantaten absichtlich nach Festtagen geordnet vorgestellt haben, um mit diesem Längsschnitt durch die Jahre ihrer Entstehung Bachs unterschiedliche Reaktionen auf den gleichen Text miteinander vergleichen zu können, war uns doch, während uns das Programm der jeweils vergangenen Woche immer noch in den Ohren klang, das stützende Gewebe bewusst, das die Kantaten innerhalb eines Jahrgangs von einer Woche zur anderen verbindet.
Bach stellte sich seinen beiden Gemeinden in Leipzig mit zwei monumentalen, jeweils vierzehn Sätze umfassenden Kantaten (BWV 75 und 76) vor, in denen er sein kompositorisches Arsenal zur Schau stellte. Seine Absicht scheint dabei gewesen zu sein, den Dualismus zwischen der Liebe Gottes und der Liebe zum Nächsten mit einer Vision der Ewigkeit als eschatologischem Ziel des Menschen zu verknüpfen. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass er diese thematischen Verknüpfungen zumindest über die ersten vier Wochen der Trinitatiszeit ausdehnen wollte, zuerst in BWV 75 und 76 und dann, als er zu zwei in Weimar komponierten Werken zurückkehrte, BWV 21 und 185. Nun war uns in den vergangenen sechs Wochen, vom achtzehnten bis zum dreizehnten Sonntag nach Trinitatis, eine Folge von Werken begegnet, die er alle auf theologisch miteinander verbundene Texte in Leipzig neu komponiert hatte. Sie alle basieren auf dem Prinzip, dass ein Diktum des Alten Testaments mit den Worten des Tagesevangeliums aus dem Neuen Testament neu interpretiert und auf die Lebensumstände der Gläubigen seiner Zeit zugeschnitten wird. All dies geschah in einem poetischen Stil, der vermuten lässt, die Texte stammten von einem einzigen Librettisten.
Bach scheint nach der unermesslichen Größe seiner Darbietungen aus dem vergangenen Jahr nicht entmutigt gewesen zu sein, als er im September 1724 – BWV 33 “Allein zu dir, Herr Jesu Christ” zu komponieren begann. Das Werk ist eine würdige Fortsetzung, wenngleich es sich ein anderes Ziel setzt. Es beginnt mit einer Choralfantasie, die in der Manier eines alten Rings gearbeitet ist. Der fein gearbeitete Edelstein, der Vortrag des neunzeiligen Chorals von Konrad Hubert, läuft ständig Gefahr, in den Hintergrund zu geraten angesichts der Schönheit des reich verzierten, energisch vorwärts drängenden Orchestersatzes mit seinen motivischen Einfällen und einer Durchführung, die in ihren neun instrumentalen, fünf bis vierundzwanzig Takte umfassenden Ritornellen bereits auf die Symphonie verweist.
Später gibt es zwei reuevolle Rezitative mit harmonischen Streifzügen in fernere Regionen und einen Satz für doppelte Oboen und Stimmen (Nr. 5), der den einzigen auffindbaren Bezug auf den Text des Evangeliums und das Gebot des Neuen Testamentes enthält und in seiner diatonischen Euphonie und Besetzung auf die Sopran-Arie von BWV 77 verweist.
Ebenso enthalten ist wohl eine der schönsten Alt-Arien Bachs, mit gedämpften ersten Violinen und von Streicherpizzicati begleitet, Nr. 3, die in ihrer Stimmung, ihrem Thema (der furchteinflößenden Last der Sünde) und sogar in ihrer melodischen Kontur eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Sopran-Arie von BWV 105 für den neunten Sonntag nach Trinitatis des vergangenen Jahres aufweist. Musikalisch am überzeugendsten ist jedoch sicher der letzte Satz der Kantate: eine flüssige, transparente Harmonisierung von Huberts letzter Strophe, in der Bach an den Kadenzpunkten aus allen vier Gesangslinien ein wunderbares melismatisches Geflecht schafft.
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF – Programm Bachfest Leipzig 2015
Mit dem Programm »Ein musikalischer Polterabend« stellten sich am 18. Mai 2014 das Barockensemble Camerata Aurora und Studierende der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig im Sommersaal des Bach-Musem vor. In einer Werkstattaufführung von G. F. Händels früher Serenata »Aci, Galatea e Polifemo« wurden dem Publikum erste Einblicke in die Arbeit des Ensembles und bereits erarbeitete Szenen der Inszenierung »Aci, Galatea e Polifemo. Ein Hochzeitsspektakel«, die Pfingsten 2014 mit drei Vorstellungen im Gohliser Schlösschen zu sehen war, gewährt.
Wir haben das Team und die Darsteller auf dem konzeptionellen Weg des Projekts begleitet. Unter anderem war ihr erstes Konzert »Von Nymphen und Zyklopen« (16. Feb. 2014) im Sommersaal zu hören und auch die Konzeptionsprobe fand am 1. Mai 2014 in unseren Hallen statt.
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News vom Thomanerchor:
Den Thomanern steht ein spannendes Jahr bevor, unter anderem sind zwei Reiseprojekte geplant, zunächst nach Südkorea im Oktober und Anfang Dezember nach Süddeutschland und Österreich. Der Geschäftsführer des Thomanerchors Dr. Stefan Altner freut sich aber natürlich auch auf zahlreiche Höhepunkte in Leipzig. Der Thomanerchor wird jedes Jahr neu zusammengestellt, damit ändert sich gleichzeitig auch das Klangbild des Knabenchors. Jede Besetzung hat ihren ganz eigenen Charakter.
Nach einer längeren Krankheitsphase kann nun auch Prof. Georg Christoph Biller seit letzter Woche seiner Rolle als Thomaskantor wieder aufnehmen.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 33 – J. S. Bach Cantata – „Allein zu Dir, Herr Jesu Christ“
„Mein Gott, wie lang, ach lange“ – Werkeinführung BWV 155 mit Rudolf Lutz und Karl Graf
Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer rund dreiviertelstündigen Werkeinführung, dem Einführungsworkshop, eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung Rudolf Lutz gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf.
Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 155 („Mein Gott, wie lang, ach lange“).
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 07.09.2014 begehen wir den 12. Sonntag nach „Trinitatis“
Am 12. Sonntag nach Trinitatis denken wir nach über die Veränderungen,die mit Jesus in diese Welt gekommen sind. Es wird uns deutlich, dass eine neue Zeit angebrochen ist, die aber noch nicht ihre Erfüllung gefunden hat. Darum leben wir in einer Spannung, die uns antreibt, alles zu tun, was dem Kommen des Reiches Gottes dient.
Am 12. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Geschichten von der Heilung eines Taubstummen und von der Bekehrung des Paulus. Beides macht uns deutlich, dass mit dem Kommen Jesu eine grundlegende Verwandlung geschehen ist, deren Früchte wir aber nur begrenzt erfahren; denn der Tag, an dem der Herr kommen und alles ans Licht bringen wird, ist noch nicht angebrochen. Solange wir auf diesen Tag warten, bauen wir aber mit am Reich Gottes mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat.
Wochenspruch:
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.(Jes 42, 3)
ältester Sohn von Johann Sebastian Bach und seiner zweiten Frau Anna Magdalena litt unter einer Nervenkrankheit, die von den Zeitgenossen leider nur als eine nicht näher bestimmte geistige Behinderung beschrieben wurde. Er starb 1763 im Alter von nur 39 Jahren.
Gottfried Heinrich Bach (* 26. Februar 1724 in Leipzig; † 12. Februar 1763 in Naumburg) war der erstgeborene Sohn aus der zweiten Ehe Johann Sebastian Bachs mit Anna Magdalena geb. Wilcke. Er war geistig behindert und lebte nach dem Tod seines Vaters bei seiner Schwester Elisabeth und seinem Schwager Johann Christoph Altnikol. Möglicherweise stammt von ihm ein kleines Klavierstück sowie die Melodie der
Aria ·”So oft ich meine Tobackspfeife” aus dem Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach.
Erwähnt wird er auch in der Chronik der Bach-Familie, die Johann Sebastian Bach verfasst hatte: „…inclinirt gleichfalls zur Musik, inspecie zum Clavier.“ Carl Philipp Emanuel Bach ergänzt: „War ein großes Genie, welches aber nicht entwickelt wurde.“
Video:
Sooft ich meine Tobackspfeife,
Mit gutem Knaster angefüllt,
Zur Lust und Zeitvertreib ergreife,
So gibt sie mir ein Trauerbild –
Und füget diese Lehre bei,
Dass ich derselben ähnlich sei.
Die Pfeife pflegt man nicht zu färben,
Sie bleibet weiß. Also der Schluss,
Dass ich auch dermaleinst im Sterben
Dem Leibe nach erblassen muss.
Im Grabe wird der Körper auch
So schwarz wie sie nach langem Brauch.
Ich kann bei so gestalten Sachen
Mir bei dem Toback jederzeit
Erbauliche Gedanken machen.
Drum schmauch ich voll Zufriedenheit
Zu Land, zu Wasser und zu Haus
Mein Pfeifchen stets in Andacht aus.
Für den 11. Sonntag nach Trinitatis liegt ein Reisetagebuch von Sir Gardiner nicht vor, die Kantaten für den 11. So. nach Trinitatis wurden von der DGG (Deutschen Gramophon Gesellschaft) eingespielt und veröffentlicht.
Kantaten für den 12. Sonntag nach Trinitatis
Jakobskirche, Köthen am 10. September 2000
Kantaten-Beschreibung: “Lobe den Herrn, meine Seele“ – BWV 69 a
Als Bach 1717 in Köthen ankam, um als Kapellmeister und ‚Director derer Cammer-Musiquen’ in den Dienst des jungen Fürsten Leopold zu treten, dürfte ihm klar gewesen sein, was man von ihm erwarten würde und dass er keine neue Kirchenmusik zu liefern hätte. Fürst Leopold war, wie sein Vater vor ihm, streng reformierten Glaubens, und die in der Jakobskirche, der am Marktplatz gelegenen Hauptkirche der Stadt, praktizierte kalvinistische Liturgie bot – bis auf ganz besondere Gelegenheiten – keinen Platz für figurierte Musik. Als wir das herrliche spätgotische Bauwerk betraten, um dort zu proben, versuchte ich mir vorzustellen, wie diese Kirche im März 1729 ausgesehen haben mochte, ‚schön erleuchtet, doch ganz mit Schwarz ausgeschlagen’, als Leopold zu später Stunde in der Fürstengruft beigesetzt wurde.
War Bach unbehaglich zumute, oder fühlte er sich gar ein bisschen bestätigt, als er, diesmal mit Anna Magdalena und seinem ältesten Sohn Friedemann an seiner Seite, seinem geliebten ehemaligen Dienstherrn die letzte Ehre erwies? Während seiner fünfeinhalbjährigen Amtszeit war ihm und seiner Familie, ebenso wie Leopolds verwitweter Mutter, der Gottesdienstbesuch nur in der lutherischen Agnuskirche gestattet gewesen, und zwischen den Pfarrern der beiden Kirchen bestand offene Feindschaft, wie er es in Mühlhausen erlebt hatte, als er Anfang zwanzig war. Ungefähr sechs Jahre nach seiner Abreise nach Leipzig kehrte nun Bach mit einem umfangreichen Werk zurück, das Arien und Chöre aus der Trauerode BWV 198 und der Matthäus-Passion parodierte. Für die Trauergemeinde und die aus Leipzig, Halle und verschiedenen Nachbarstädten aufgebotenen Musiker muss das Erleben dieser Musik im Rahmen einer neuen Trauerfeier außerordentlich bewegend gewesen sein.
Wir hingegen waren mit einer Rarität nach Köthen gekommen – einem der fröhlichsten Programme der ganzen Trinitatiszeit. Nach so vielen Wochen voller Feuer und Schwefel, furchteinflößenden Warnungen vor teuflischen Verführungen, Doppelzüngigkeit, falschen Propheten und ähnlich schrecklichen Dingen war es eine Wohltat, heiteren, festlichen Stücken zu begegnen, das eine mit obligater Orgel und zwei mit Pauken und Trompeten, Instrumente, die für Bach zum Talisman geworden waren. Die Sorge, diese Pauken-und-Trompeten-Eingangschöre in C- oder D-dur könnten recht formelhaft oder ewig gleich wirken, ist unbegründet: Sie weisen in Stimmung, Textur und Affekt subtile Unterschiede auf.
Der Eingangschor von BWV 69a “Lobe den Herrn, meine Seele”, später für die Ratswahl umgearbeitet, ist eine freie Komposition erhabenster Größe. Bach jubiliert und frohlockt, er zieht aus den Farbkontrasten zwischen den drei Instrumentengruppen in seinem Orchester (Blechbläser, Holzbläser und Streicher) und den Unterteilungen innerhalb jeder Gruppe den größten Nutzen. Das Markenzeichen dieser Fantasie ist die Art, wie zwei harmlos klingende Takte mit trillerartig aufsteigendem Figuren einem frohlockenden, zwerchfellerschüttenden Motiv aus zwei kurzen Noten weichen, die auf der zweiten Zählzeit aufeinanderfolgender 3/4-Takte wiederholt werden – euphorisch, bukolisch, doch dem Text aus Psalm 103 durchaus angemessen: ‚Lobe den Herrn, meine Seele’. Ein solcher Chor lässt erkennen, wie unscharf die Trennung ist (wenn sie überhaupt existiert) zwischen Bachs geistlicher Festmusik und seiner Musik für weltliche Feiern – den Geburtstagsoden oder auch den Quodlibets, die seine Familie bei ihren jährlichen Zusammenkünften sang.
Der Hauptteil des Chorfugatos beginnt mit einer kreiselnden Variante der trillerartigen Eröffnung, die sich zu einer lyrischen Schlusswendung glättet. Der zweite Teil ist insgesamt lyrischer, enthält längere Noten mit Vorhalten und verweist voller Pathos auf die Worte ‚Vergiss nicht’. Doch wie vorauszusehen ist, wird das Beste erst noch kommen: Bach führt die beiden Fugen zusammen, und die Musik feuert plötzlich aus allen Rohren. Die erste Trompete schmettert das erste Fugenthema, fast wie eine Generalprobe für den widersinnigen Lick, der in den letzten sieben Takten von ‚Cum sancto Spirito’ aus der h-moll-Messe auftaucht, über Fanfareneinwürfe der tiefen Blechbläser und ein aufstrebendes Thema für Sopran- und Tenorstimmen gelagert und mit der Garantie, wie nur Bach sie zu liefern vermag, dass alle Emotionen angesprochen werden, dass allein ihre Begeisterung, ihr rhythmischer Schwung die Stimmung hebt. Keine Segmentierung der Bauelemente in der Verarbeitung dieser Fuge – alle führen auf Motive zurück, die im Orchestervorspiel und in der Verteilung auf die verschiedenen Gruppen (Chor und dreigeteiltes Orchester) zum ersten Mal zu hören waren – vermag Bachs Erfindungsgabe, seine Art, dem Hörer ständig neue Überraschungen zu bieten und doch alle Bauelemente nahtlos ineinander zu verweben, auch nur ansatzweise zu bestimmen, geschweige denn auf das Wesentliche zu reduzieren.
Wer auch immer Bach den Text zu dieser Kantate geliefert haben mag, er übernahm, mit geringfügigen Änderungen, einen Text für diesen Sonntag, den Johann Knauer drei Jahre zuvor in Gotha veröffentlicht hatte. Dieser verwendet Markus’ Bericht, wie Jesus einen Taubstummen heilt, als Metapher für Gottes ‚Hut und Wacht’ und liefert dem Psalmisten den Vorwand, zum Lobpreis Gottes aufzurufen. Die Verweise auf das Wunder sind zahlreich; ‚Ach, dass ich tausend Zungen hätte… zu Gottes Lob…’ im Eingangsrezitativ des Soprans, die Verwendung des Wortes ‚hephata’ (aramäisch für ‚öffne dich’), mit dem Jesus den Tauben geheilt hat, im Alt- Rezitativ (Nr. 4), und eine Verknüpfung zwischen dem Wunder und dem Psalmtext, ‚alsdenn singt mein Mund mit Freuden’, in der Bass-Arie (Nr. 5).
Diese weist, wie zuvor die Tenor-Arie, einen Dreiertakt auf, erstere eindrucksvoll in der Verflechtung klanglich differenzierter Holzblasinstrumente (Blockflöte, Oboe da caccia und Fagott), letztere in der Natürlichkeit der Textausdeutung. Wenn man die ersten beiden Zeilen, ‚Mein Erlöser und Erhalter, nimm mich stets in Hut und Wacht’, laut spricht, wird man sofort verstehen, warum sich Bach für einen schwungvollen 3/4- oder 9/8-Takt entschieden hat, dessen rhythmisches Muster der Sarabande mit ihren punktierten französischen Rhythmen entspricht: triolisierte Melismen über einem langsamen chromatischen Abstieg im Continuo bei dem Gebet ‚Steh mir bei in Kreuz und Leiden’, blumiger Überschwang bei dem Versprechen ‚alsdenn singt mein Mund mit Freuden’. Diese Gegensätze rhythmischer Deklamation und Stimmung unterstreicht Bach, wie es gar nicht seine Art ist und sehr ausgiebig, mit akribischen Angaben zur Dynamik im Solopart der Oboe und den begleitenden Streichern, von forte über poco forte bis piano und pianissimo, die alle dazu dienen, die Stimmen deutlich herauszuarbeiten und die Ausdrucksbewegung dieser herrlichen Arie genau festzulegen. Der abschließende Choral stammt aus der Weimarer Kantate BWV 12 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, verzichtet jedoch merkwürdigerweise auf ihre ausdrucksvolle Oberstimme.
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF – Programm Bachfest Leipzig 2015
Mit dem Programm »Ein musikalischer Polterabend« stellten sich am 18. Mai 2014 das Barockensemble Camerata Aurora und Studierende der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig im Sommersaal des Bach-Musem vor. In einer Werkstattaufführung von G. F. Händels früher Serenata »Aci, Galatea e Polifemo« wurden dem Publikum erste Einblicke in die Arbeit des Ensembles und bereits erarbeitete Szenen der Inszenierung »Aci, Galatea e Polifemo. Ein Hochzeitsspektakel«, die Pfingsten 2014 mit drei Vorstellungen im Gohliser Schlösschen zu sehen war, gewährt.
Wir haben das Team und die Darsteller auf dem konzeptionellen Weg des Projekts begleitet. Unter anderem war ihr erstes Konzert »Von Nymphen und Zyklopen« (16. Feb. 2014) im Sommersaal zu hören und auch die Konzeptionsprobe fand am 1. Mai 2014 in unseren Hallen statt.
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News vom Thomanerchor:
Den Thomanern steht ein spannendes Jahr bevor, unter anderem sind zwei Reiseprojekte geplant, zunächst nach Südkorea im Oktober und Anfang Dezember nach Süddeutschland und Österreich. Der Geschäftsführer des Thomanerchors Dr. Stefan Altner freut sich aber natürlich auch auf zahlreiche Höhepunkte in Leipzig. Der Thomanerchor wird jedes Jahr neu zusammengestellt, damit ändert sich gleichzeitig auch das Klangbild des Knabenchors. Jede Besetzung hat ihren ganz eigenen Charakter.
Nach einer längeren Krankheitsphase kann nun auch Prof. Georg Christoph Biller seit letzter Woche seiner Rolle als Thomaskantor wieder aufnehmen.
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 33 – J. S. Bach Cantata – „Allein zu Dir, Herr Jesu Christ“
Für die Reformatoren war es wichtig, dass Singen auch eine Begegnung mit der biblischen Botschaft ermöglicht.
Rudolf Lutz gibt mit Musikbeispielen Einblick in die Entwicklung der protestantischen Kirchenmusik und zeigt deren Funktion im Gottesdienst und im Kirchenjahr. Er sprach Im Rahmen des Vortragszyklus «Heiliger Sound» am 10. Februar 2014 in der St.Galler Kirche St.Mangen. Rudolf Lutz ist Organist, Chorleiter, Lehrer für Improvisation und künstlerischer Leiter der J. S. Bach-Stiftung.
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Jede Kantatenaufführung der J. S. Bach-Stiftung wird mit einer dreiviertelstündigen Werkeinführung („Workshop“) eingeleitet. Der musikalische Leiter der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 31.08.2014 begehen wir den 11. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 11. Sonntag nach Trinitatis widmet sich unserer Einstellung zu Gott und zu seinem Gnadenhandeln. Dafür werden im Evangelium die zwei völlig unterschiedlichen Charaktere des Pharisäers und des Zöllners einander gegenüber gestellt. Die übrigen Texte weisen mehr in die Richtung des „Seligwerdens aus Gnade“ und nicht aus Werken. Unsere Einstellung zu der Gnade Gottes ist entscheidend dafür, ob wir sie auch empfangen werden.
Am 11. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Erzählung vom Pharisäer und Zöllner und erfahren, dass unser Glaube nicht unser Verdienst, sondern die Gabe Gottes ist. Wir freuen uns an dieser Gabe, aber wir erkennen auch, dass wir dennoch fähig sind, gegen den Willen Gottes zu handeln. Darum sind wir froh und dankbar, dass Gott uns immer wieder die Möglichkeit zur Buße, zur Umkehr schenkt.
Wochenspruch:
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr 5, 5)
Ein neuer Schwerpunkt beinhaltet BachFestivals im Ausland
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Neu – BachFestivals im Ausland 2014
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Appenzeller Bachtage 2014 der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen vom 13.8. bis 17.8.2014
Bach trifft Appenzell – unter dieses Motto könnte man das gesamte Festival stellen. Wie klingt es jedoch tatsächlich, wenn Motive und Vorlagen Bachs im Gewand und Instrumentarium der Appenzeller Volksmusik daherkommen? Lutherchoral meets Hackbrett: Der Geiger, Komponist und Arrangeur Noldi Alder und seine «Klangkombi» laden im stimmungsvollen Ambiente des Volkskunde-Museums Stein zu einer einzigartigen musikalischen Begegnung ein.
Helena Winkelman, Violine; Adrian Häusler, Violine und Viola; Nici Romano, Cello; André Ott, Kontrabass; Markus Lauterburg, Percussion; Noldi Alder, Violine, Hackbrett und Stimme.
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J.S. Bach war nicht nur Komponist und Musiker, sondern auch inspirierendes Vorbild für Generationen von Schülern. Viele seiner Werke entstanden direkt aus der Unterrichtspraxis heraus. Als Kantor an der Leipziger Thomasschule wohnte Bach jahrzehntelang in einem Schulhaus. Er teilte den turbulenten Alltag und die strapaziösen Verpflichtungen seiner Sängerknaben und Lehrerkollegen.
In einem speziell für das Festival konzipierten Programm erkunden Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oberaargau (Langenthal) die Potentiale des Bachschen Werkes für den Musikunterricht heute. Dabei dient die Musik als Medium, um den Geist und die Lebenswelt des Barocks zwischen Sinnenfreude und Daseinsangst einfühlsam vermitteln zu können.
Für den 11. Sonntag nach Trinitatis liegt ein Reisetagebuch von Sir Gardiner nicht vor, die Kantaten für den 11. So. nach Trinitatis wurden von der DGG (Deutschen Gramophon Gesellschaft) eingespielt und veröffentlicht.
Kantaten für den 12. Sonntag nach Trinitatis
Jakobskirche, Köthen am 10. September 2000
Kantaten-Beschreibung: “Lobe den Herrn, meine Seele“ – BWV 69 a
Als Bach 1717 in Köthen ankam, um als Kapellmeister und ‚Director derer Cammer-Musiquen’ in den Dienst des jungen Fürsten Leopold zu treten, dürfte ihm klar gewesen sein, was man von ihm erwarten würde und dass er keine neue Kirchenmusik zu liefern hätte. Fürst Leopold war, wie sein Vater vor ihm, streng reformierten Glaubens, und die in der Jakobskirche, der am Marktplatz gelegenen Hauptkirche der Stadt, praktizierte kalvinistische Liturgie bot – bis auf ganz besondere Gelegenheiten – keinen Platz für figurierte Musik. Als wir das herrliche spätgotische Bauwerk betraten, um dort zu proben, versuchte ich mir vorzustellen, wie diese Kirche im März 1729 ausgesehen haben mochte, ‚schön erleuchtet, doch ganz mit Schwarz ausgeschlagen’, als Leopold zu später Stunde in der Fürstengruft beigesetzt wurde.
War Bach unbehaglich zumute, oder fühlte er sich gar ein bisschen bestätigt, als er, diesmal mit Anna Magdalena und seinem ältesten Sohn Friedemann an seiner Seite, seinem geliebten ehemaligen Dienstherrn die letzte Ehre erwies? Während seiner fünfeinhalbjährigen Amtszeit war ihm und seiner Familie, ebenso wie Leopolds verwitweter Mutter, der Gottesdienstbesuch nur in der lutherischen Agnuskirche gestattet gewesen, und zwischen den Pfarrern der beiden Kirchen bestand offene Feindschaft, wie er es in Mühlhausen erlebt hatte, als er Anfang zwanzig war. Ungefähr sechs Jahre nach seiner Abreise nach Leipzig kehrte nun Bach mit einem umfangreichen Werk zurück, das Arien und Chöre aus der Trauerode BWV 198 und der Matthäus-Passion parodierte. Für die Trauergemeinde und die aus Leipzig, Halle und verschiedenen Nachbarstädten aufgebotenen Musiker muss das Erleben dieser Musik im Rahmen einer neuen Trauerfeier außerordentlich bewegend gewesen sein.
Wir hingegen waren mit einer Rarität nach Köthen gekommen – einem der fröhlichsten Programme der ganzen Trinitatiszeit. Nach so vielen Wochen voller Feuer und Schwefel, furchteinflößenden Warnungen vor teuflischen Verführungen, Doppelzüngigkeit, falschen Propheten und ähnlich schrecklichen Dingen war es eine Wohltat, heiteren, festlichen Stücken zu begegnen, das eine mit obligater Orgel und zwei mit Pauken und Trompeten, Instrumente, die für Bach zum Talisman geworden waren. Die Sorge, diese Pauken-und-Trompeten-Eingangschöre in C- oder D-dur könnten recht formelhaft oder ewig gleich wirken, ist unbegründet: Sie weisen in Stimmung, Textur und Affekt subtile Unterschiede auf.
Der Eingangschor von BWV 69a “Lobe den Herrn, meine Seele”, später für die Ratswahl umgearbeitet, ist eine freie Komposition erhabenster Größe. Bach jubiliert und frohlockt, er zieht aus den Farbkontrasten zwischen den drei Instrumentengruppen in seinem Orchester (Blechbläser, Holzbläser und Streicher) und den Unterteilungen innerhalb jeder Gruppe den größten Nutzen. Das Markenzeichen dieser Fantasie ist die Art, wie zwei harmlos klingende Takte mit trillerartig aufsteigendem Figuren einem frohlockenden, zwerchfellerschüttenden Motiv aus zwei kurzen Noten weichen, die auf der zweiten Zählzeit aufeinanderfolgender 3/4-Takte wiederholt werden – euphorisch, bukolisch, doch dem Text aus Psalm 103 durchaus angemessen: ‚Lobe den Herrn, meine Seele’. Ein solcher Chor lässt erkennen, wie unscharf die Trennung ist (wenn sie überhaupt existiert) zwischen Bachs geistlicher Festmusik und seiner Musik für weltliche Feiern – den Geburtstagsoden oder auch den Quodlibets, die seine Familie bei ihren jährlichen Zusammenkünften sang.
Der Hauptteil des Chorfugatos beginnt mit einer kreiselnden Variante der trillerartigen Eröffnung, die sich zu einer lyrischen Schlusswendung glättet. Der zweite Teil ist insgesamt lyrischer, enthält längere Noten mit Vorhalten und verweist voller Pathos auf die Worte ‚Vergiss nicht’. Doch wie vorauszusehen ist, wird das Beste erst noch kommen: Bach führt die beiden Fugen zusammen, und die Musik feuert plötzlich aus allen Rohren. Die erste Trompete schmettert das erste Fugenthema, fast wie eine Generalprobe für den widersinnigen Lick, der in den letzten sieben Takten von ‚Cum sancto Spirito’ aus der h-moll-Messe auftaucht, über Fanfareneinwürfe der tiefen Blechbläser und ein aufstrebendes Thema für Sopran- und Tenorstimmen gelagert und mit der Garantie, wie nur Bach sie zu liefern vermag, dass alle Emotionen angesprochen werden, dass allein ihre Begeisterung, ihr rhythmischer Schwung die Stimmung hebt. Keine Segmentierung der Bauelemente in der Verarbeitung dieser Fuge – alle führen auf Motive zurück, die im Orchestervorspiel und in der Verteilung auf die verschiedenen Gruppen (Chor und dreigeteiltes Orchester) zum ersten Mal zu hören waren – vermag Bachs Erfindungsgabe, seine Art, dem Hörer ständig neue Überraschungen zu bieten und doch alle Bauelemente nahtlos ineinander zu verweben, auch nur ansatzweise zu bestimmen, geschweige denn auf das Wesentliche zu reduzieren.
Wer auch immer Bach den Text zu dieser Kantate geliefert haben mag, er übernahm, mit geringfügigen Änderungen, einen Text für diesen Sonntag, den Johann Knauer drei Jahre zuvor in Gotha veröffentlicht hatte. Dieser verwendet Markus’ Bericht, wie Jesus einen Taubstummen heilt, als Metapher für Gottes ‚Hut und Wacht’ und liefert dem Psalmisten den Vorwand, zum Lobpreis Gottes aufzurufen. Die Verweise auf das Wunder sind zahlreich; ‚Ach, dass ich tausend Zungen hätte… zu Gottes Lob…’ im Eingangsrezitativ des Soprans, die Verwendung des Wortes ‚hephata’ (aramäisch für ‚öffne dich’), mit dem Jesus den Tauben geheilt hat, im Alt- Rezitativ (Nr. 4), und eine Verknüpfung zwischen dem Wunder und dem Psalmtext, ‚alsdenn singt mein Mund mit Freuden’, in der Bass-Arie (Nr. 5).
Diese weist, wie zuvor die Tenor-Arie, einen Dreiertakt auf, erstere eindrucksvoll in der Verflechtung klanglich differenzierter Holzblasinstrumente (Blockflöte, Oboe da caccia und Fagott), letztere in der Natürlichkeit der Textausdeutung. Wenn man die ersten beiden Zeilen, ‚Mein Erlöser und Erhalter, nimm mich stets in Hut und Wacht’, laut spricht, wird man sofort verstehen, warum sich Bach für einen schwungvollen 3/4- oder 9/8-Takt entschieden hat, dessen rhythmisches Muster der Sarabande mit ihren punktierten französischen Rhythmen entspricht: triolisierte Melismen über einem langsamen chromatischen Abstieg im Continuo bei dem Gebet ‚Steh mir bei in Kreuz und Leiden’, blumiger Überschwang bei dem Versprechen ‚alsdenn singt mein Mund mit Freuden’. Diese Gegensätze rhythmischer Deklamation und Stimmung unterstreicht Bach, wie es gar nicht seine Art ist und sehr ausgiebig, mit akribischen Angaben zur Dynamik im Solopart der Oboe und den begleitenden Streichern, von forte über poco forte bis piano und pianissimo, die alle dazu dienen, die Stimmen deutlich herauszuarbeiten und die Ausdrucksbewegung dieser herrlichen Arie genau festzulegen. Der abschließende Choral stammt aus der Weimarer Kantate BWV 12 Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, verzichtet jedoch merkwürdigerweise auf ihre ausdrucksvolle Oberstimme.
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF – Programm Bachfest Leipzig 2015
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 33 – J. S. Bach Cantata – „Allein zu Dir, Herr Jesu Christ“
Für die Reformatoren war es wichtig, dass Singen auch eine Begegnung mit der biblischen Botschaft ermöglicht.
Rudolf Lutzgibt mit Musikbeispielen Einblick in die Entwicklung der protestantischen Kirchenmusik und zeigt deren Funktion im Gottesdienst und im Kirchenjahr. Er sprach Im Rahmen des Vortragszyklus «Heiliger Sound» am 10. Februar 2014 in der St.Galler Kirche St.Mangen. Rudolf Lutz ist Organist, Chorleiter, Lehrer für Improvisation und künstlerischer Leiter der J. S. Bach-Stiftung.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 24.08.2014 begehen wir den 10. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 10. Sonntag nach Trinitatis bildet den ungefähren Mittelpunkt der Trinitatiszeit und hat daher eine besondere Stellung. Dies wird dadurch unterstrichen, dass er sich dem Verhältnis der Kirche zum Volk Israel widmet, ein Thema, das von großer Bedeutung für die christliche Kirche ist. Die Überlegungen dazu werden selbstverständlich auch den Holocaust und die neonazistischen Strömungen in unserer Gesellschaft beinhalten müssen. Auf der anderen Seite dürfen die Unterschiede nicht übersehen werden. Allerdings ist es wichtig, dass wir erkennen, dass unsere Wurzeln im Volk Israel, dem Volk Gottes, verankert sind, und nicht ins Leere greifen. Die Erkenntnis des Paulus, dass das Volk Israel nicht verworfen ist (Röm 11, 25-31), muss maßgeblich sein für unser Reden über und vor allem mit diesem Volk.
Am 10. Sonntag nach Trinitatis denkt die Kirche besonders an das Volk Israel und daran, dass Jesus selbst diesem Volk angehört. Das Leid, das Jesus um sein Volk trug, weil es sich nicht bekehren wollte, gibt uns kein Recht, Israel als das verworfene Volk zu bezeichnen. Vielmehr hören wir von Paulus, dass Israel um unseretwillen mit Blindheit geschlagen ist, damit wir selig werden; danach aber auch das Volk Israel als das wahre Volk Gottes.
Wochenspruch:
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat. (Ps 33, 12)
Ein neuer Schwerpunkt beinhaltet BachFestivals im Ausland
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Neu – BachFestivals im Ausland 2013
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Zum zweiten mal fand in Barcelona, Spanien Mitte Juli 2014 ein Bachfestival statt. Hauptanliegen ist es, Bach’s Musik eine breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich habe das Projekt in Barcelona mit großem Interesse besucht und habe großen Respekt für die hervorragenden Leistungen und voll besetzten Veranstaltungen in Barcelona.
BZM – Bach Zum Mitsingen Bachcelona 2014
Eine geniale Marketing-Strategie der Veranstalter, den Ortsnamen Barcelona in BachCelona umzubenennen. Alle Beteiligten waren mit großem Einsatz und Freude dabei, das Festival zu einem kulturellen Glanzpunkt in Barcelona zu führen.
BACHCELONA Bach Festival in Barcelona
vom 20. bis 27. 2014 juliol www.bachcelona.com
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Ein wunderschönes Video BachFetival Bachcelona 2014 zur Einstimmung.
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Projektbeschreibung:
BACH CELONA , eine neue Initiative in Barcelona mit dem Ziel, eine Reihe von Aktivitäten und Konzerte im Zusammenhang mit dem Komponisten J.S. Bach, war im Juli 2013 geplant weoden. Wie ? – Das Festival wurde in symbolträchtigen Stätten der Stadt veranstaltet. Kathedrale von Barcelona und der Basilika Santa Maria del Mar
Bachfest 2014 Bachcelona Abschlussveranstaltung am 2014.07.27 in der „Basilika von Santa Maria del Mar“ BZM bin 27 Juli 2014 – Die „Bach-zum-Mitsingen“ im liturgischen Gottesdienst Integriert. Es erklang Das BWV 9 „Es IST Das Heil mit ihr über Kommen“
Die Aktivitäten, die wir vorschlagen, im Rahmen der BACHCELONA wollen wir über das Konzert Forum geben. Unser Ziel ist es, immer die Erfahrung-Seite, die Interaktion, die Verbreitung und die meisten unerwartet und spielerische Aspekte J.S. Bach’s Musik in jedem von diesen Aktivitäten zu fördern.
Video von BZM aus 2012
„Wachet auf ruft uns die Stimme“
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Video:BachCelona, „J.S. Bach’s Musik zwischen Umgebungsgeräuschen einer U-Bahn“
Die Stille vor Bach.
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BACHCELONA Festival ursprünglichen Ziel ist es, weiter zu bereichern, ein bereits bestehendes Projekt in Barcelona, BACH ZUM Mitsingen, die J.S. Bach Kantaten bietet in partizipativen Sharing-Sitzungen. Die Kantate BWV 9, die das Festival in der Basilica de Santa Maria del Mar am 27. Juli schließt, ist tatsächlich eine der Produktionen in diesem Projekt enthalten. Für weitere Informationen über „BZM – Bach Zum Mitsingen“, besuchen Sie bitte die Website unter www.bachzummitsingen.com . Dort finden Sie alle Informationen über das Projekt sowie alle geplanten Kantaten für 2014.
Kantaten-Beschreibung:“Nimm von uns Herr, du treuer Gott“BWV 101
Die Antithese zwischen Gottes Zorn und Barmherzigkeit tritt noch einmal in den beiden späteren Kantaten Bachs für diesen Sonntag zutage, doch ohne direkten Bezug auf den Bericht des Evangeliums, Jesus habe über das Schicksal Jerusalems geweint. In seiner zweiten Kantate für Leipzig, BWV 101 “Nimm von uns Herr, du treuer Gott”, gelang es Bach und seinem Librettisten, einen einzelnen beiläufigen Hinweis auf die Stadt (Nr. 2) einzufügen, aber sonst entspricht der Text dem des Hauptchorals für diesen Sonntag, den Martin Moller (immer noch auf das Evangelium bezogen) 1584, geschrieben hatte, in einer Zeit, in der die Pest tobte, und der zur Melodie des Luther-Liedes ‚Vater unser im Himmelreich’ gesungen wurde. Parallel zu der unerbittlichen Direktheit, die Luthers ‚Vater unser’ kennzeichnet, und der unüberhörbaren Präsenz, die der Choral in so gut wie allen Sätzen der Kantate erhält, einschließlich der Rezitative, verwendet Bach im Anfangssatz als thematische Basis für seine Choralfantasie einen weiteren Luther-Choral, das Lied ‚Dies sind die heil’gen zehn Gebot’. Klar ist, dass der Lohn der Sünde und die überwältigende Macht der Vergeltung, mit der alle zu rechnen hatten, die sich vom Weg des Herrn entfernten, Bach veranlassten, seine ersten Hörer mit einer doppelten Ladung Munition zu befeuern und das zu komponieren, was mir Robert Levin als ‚das vernichtendste Werk in Bachs Schaffen überhaupt’ beschrieben hat.
Es macht sich grüblerisch mit einer unabhängigen Basslinie auf den Weg, die ein Oboentrio stützt, das im Wechsel mit den hohen Streichern das ‚Zehn Gebote’-Thema vorträgt. Doch bald werden uns über einem Orgelpunkt der Dominante scharf akzentuierte Dissonanzen geliefert, die ersten in einer Folge von Hammerschlägen, die der ‚schweren Straf und großen Not’ des Textes Nachdruck verleihen. Sie tragen zu der beunruhigenden Stimmung dieser ungewöhnlichen Tondichtung bei, die in der Verdopplung der Gesangsstimmen durch den altmodischen Zinken und Posaunen auf Anhieb so altertümlich wirkt, dass der Eindruck entsteht, Bach wolle in Luthers Zeit zurückkehren, und dabei gleichzeitig so modern in der Weise, wie zum Beispiel die schmerzenden Harmonien als vorübergehende Ereignisse eingebunden in den Kontrapunkt erst bei einem bestimmten Tempo einen Sinn ergeben oder wie Bach die siebenstimmige Orchestertextur schließlich auf elf tatsächliche Stimmen ausdehnt. Ein weiteres merkwürdiges, ständig vorhandenes Merkmal ist die ‚Seufzer’-Figur aus drei Noten, die zwischen den Instrumenten ausgetauscht wird, Appoggiaturen, die sich auf normale Weise auflösen, denen sich jedoch von oben und unten verschiedene zunächst vorbereitende Intervalle nähern, die immer größer zu werden scheinen. Soll damit angedeutet werden, dass wir unserer Strafe nicht entgehen können, dem Schicksal, das wir ‚mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal’ (das Stichwort, das bei den tiefen Stimmen heftige Proteste auslöst)? Über dem abschließenden Orgelpunkt auf der Tonika errichtet Bach beunruhigend verdichtete Harmonien und gibt den Worten ‚für Seuchen, Feur und großem Leid’ besonderes Gewicht. In einem Satz wie diesem gewinnen wir den Eindruck, dass er seine Motive so gründlich verwertet, wie er nur kann – was wir sonst nur bei Beethoven und Brahms finden… aber es dürfte nicht schwer zu erraten sein, von wem sie das haben!
Von den Arien ist die faszinierendste die ‚Zorn’-Arie für den Bass (Nr. 4), mit drei Oboen (drei erboste Enten, die sich in ein modernes Saxophontrio verwandeln), drei vorgeschriebenen Tempi (vivace – andante – adagio) und unterwegs einem Augenblick, der allein schon ausreicht, den Hörer erschaudern zu lassen, wenn Bach bei dem Wort ‚warum’ [willst du so zornig sein?] auf Mahler’sche Art unvermittelt von e-moll nach c-moll ausweicht. Nicht einmal Henry Purcell mit seiner Neigung, Dissonanzen gezielt ins Zentrum zu rücken, war imstande, hier etwas Gleichwertiges zu bieten, als er den gleichen Text in seinem Anthem ‚Lord, how long wilt Thou be angry?’ vertonte. Bachs einzige Arie, die keinen Choral zugrunde legt (Nr. 2), liefert sehr starke Gegensätze – der Tenor äußert seine Furcht vor dem Richterspruch, eine konzertierende Flöte kontert mit der aufblitzenden Hoffnung auf Gnade und Vergebung. Deutlicher kommt die Eloquenz der Flöte in dem Duett für Sopran und Alt (Nr. 6) zum Ausdruck, wo ihre flehenden Gesten im Siciliano-Rhythmus als Kontrapunkt zu der Choralmelodie gesetzt sind, die zunächst von der Oboe da caccia vorgetragen und dann mit ihr im Wechsel gespielt wird. War es diese (besonders) ergreifende Kombination obligater Instrumente und ihre Assoziation mit der Liebe des Erlösers und dessen Erbarmen mit dem Sünder im Augenblick seines ‚bitteren Todes’, der das Samenkorn legte zu Bachs großer Sopran-Arie ‚Aus Liebe will mein Heiland sterben’ in der Matthäus-Passion? In den beiden Rezitativen (Nr. 3 und 5) gibt Bach den einzelnen Sängern ausgiebig verzierte Versionen der Choralmelodie, und diese unterbrechen ihren eigenen Linien mit ‚Tropen’ eingestreuter Kommentare aus entsprechenden Bibelstellen.
BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
BWV 101 – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
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Bachfest Leipzig vom 12.06. Helix 2015.06.21
“So herrlich stehst du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF – Programm Bachfest Leipzig 2015
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 103 – J. S. Bach Cantata – „Ihr werdet weinen und heulen“
Video von dem Bach-Festival der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen im August 2014..!!
Geschrieben am 2014.08.15
Bach war nicht nur Komponist und Musiker, sondern auch inspirierendes Vorbild für Generationen von Schülern. Viele seiner Werke entstanden direkt aus der Unterrichtspraxis heraus. Als Kantor an der Leipziger Thomasschule wohnte Bach jahrzehntelang in einem Schulhaus. Er teilte den turbulenten Alltag und die strapaziösen Verpflichtungen seiner Sängerknaben und Lehrerkollegen.
In einem speziell für das Festival konzipierten Programm erkunden Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oberaargau (Langenthal) die Potentiale des Bachschen Werkes für den Musikunterricht heute. Dabei dient die Musik als Medium, um den Geist und die Lebenswelt des Barocks zwischen Sinnenfreude und Daseinsangst einfühlsam vermitteln zu können.
Bach in der Schule I: «Weltfreude – Weltangst»
Die Produktion der Klasse nähert sich der Epoche des Barocks in einer szenisch-musikalischen Collage. Im Zentrum stehen dabei Instrumental und Gesangswerke Johann Sebastian Bachs, die von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Oberaargau aufgeführt werden. Bachs Stücke werden dabei teils in Bearbeitungen gespielt, die speziell für diesen Anlass und mit Blick auf die Möglichkeiten der Klasse konzipiert wurden.
Ergründet werden Spannungsfelder wie «diesseits und jenseits», «Weltfreude und Weltflucht», «damals und heute» sowie «Zeit und Ewigkeit». Musik, Sprache, Bilder, Tanz, Rhythmus und Bewegung werden dabei als Mittel genutzt, um diese gegensätzlichen Aspekte des barocken Weltverständnisses heute sinnlich erfahrbar zu machen. – Gymnasium Oberaargau
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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag !
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
In 17. 08.2014 begehen wir den neunten Sonntag nach „Trinitatis“
Der 9. Sonntag nach Trinitatis wird durch das Evangelium von den anvertrauten Zentnern bestimmt. Gott hat uns etwas gegeben, das zu vermehren durch unseren eigenen Einsatz möglich ist. Wir werden daran gemessen werden, wie wir diese “Gaben” fruchtbar einsetzen. Der Sonntag soll uns auch daran erinnern, dass was wir sind und haben, wir unserem himmlischen Vater zu verdanken haben.Die Zusage Jesu: Ihr seid das Licht der Welt – läßt uns fragen, wodurch diese Zusage gerechtfertigt ist. Wir erkennen, dass es nicht unser Handeln ist, sondern der Glaube an den, der selber das Licht dieser Welt ist. Dieser Glaube läßt uns teilhaben an der Liebe Gottes, die sich uns in Jesus Christus erwiesen hat, und indem wir von dieser Liebe durch unser Leben zeugen, tragen wir das Licht in diese Welt.
Am 9. Sonntag nach Trinitatis hören wir das Gleichnis von den anvertrauten Talenten und erfahren, dass Gott selbst uns mit Gaben beschenkt, die wir einsetzen können und sogar sollen. Dabei brauchen wir nicht zu sorgen, etwas zu verlieren, denn Gottes Gaben können nicht verloren gehen.
Wochenspruch:
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. (Lk 12, 48 b)
Johann Kuhnau (* 6. April 1660 in Geising; † 5. Juni 1722 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Schriftsteller des Barock.
Der Sohn eines Tischlers besuchte als Stipendiat die berühmte Kreuzschule in Dresden und studierte anschließend Philosophie und Rechtswissenschaft in Leipzig, bevor er eine Stelle als Kantor in Zittau antrat. Damit entsprach er dem seit der Reformationszeit üblichen Typus des akademisch gebildeten Kantors. Nach einem zeitgenössischen Urteil galt er als Universalgelehrter unter den Musikern. VonJohann Christoph Adelung heißt es über Kuhnau: „Ich weiss nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht. Er war gelehrt in der Gottesgelahrtheit, in den Rechten, Beredsamkeit, Dichtkunst, Mathematik, fremden Sprachen und Musik.“
1682 kehrte er wieder nach Leipzig zurück und wurde zwei Jahre darauf Organist an der Thomaskirche. Ab 1701 bis zu seinem Tode war er Thomaskantor als Nachfolger von Johann Schelle und unmittelbarer Vorgänger von Johann Sebastian Bach. Außerdem bekleidete er ab 1701 auch das Amt des Universitätsmusikdirektors.
Kantaten-Beschreibung: BWV 136 “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz“
Anmerkung:
Für den 9. Sonntag nach Trinitatis liegt ein Reisetagebuch von Sir Gardiner nicht vor, die Kantaten für den 9. So. nach Trinitatis wurden von der DGG (Deutschen Gramophon Gesellschaft) eingespielt und veröffentlicht.
Kantaten-Beschreibung: “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz“ BWV 136
Ein Jahr zuvor und gerade einmal acht Wochen, nachdem er sein Amt als Kantor in Leipzig angetreten hatte, stellte Bach seine Kantate BWV 136 “Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz” vor. Die Fassung, in der sie uns überliefert ist, wirft einige Fragen auf. Da wäre zum Beispiel die ausgedehnte Choralfuge zu Beginn. In der heiteren Tonart A-dur wirkt sie einerseits festlich – ein Hornruf kündigt das Hauptthema an –, mit ihrer gefälligen Figuration aus Sechzehnteln im 12/8-Takt hingegen gibt sie sich pastoral. Doch was hat das mit dem ernsten, bußfertigen Ton von Psalm 139 zu tun, dessen Text sie zitiert? Selbst der schön gearbeiteten Phrase ‚prüfe mich’ und den Abschnitten aufwühlender Polyphonie gelingt es kaum, die sanfte Drehbewegung dieser Gebetsmühle zu behindern und ihre Musik in Umlauf zu bringen, erst recht nicht, ‚das Bild eines allmächtigen, doch barmherzigen Gottes zu malen, der sich um den einzelnen Menschen kümmert’ (Chafe).
Was ist die Aufgabe des isoliert eingesetzten vokalen Kopfmotivs, auf das anderthalb Takte weiterer Instrumentalmusik folgen, bevor die Fuge in Gang kommt? Lässt die Tatsache, dass das Fugenthema häufiger den Außenstimmen statt den Mittelstimmen zugewiesen wird, darauf schließen, dass es eine (verlorene) frühere Originalfassung gegeben haben muss, eine Version für weniger Gesangsstimmen und (eher spekulativ) auf einen anderen, möglicherweise weltlichen Text, vielleicht sogar in einer anderen Tonart und wohl auch in einer etwas anderen Orchestrierung? Wenn Bach nur zwei Oboen einsetzte, pflegte er normalerweise nicht die eine als ‚d’amore’, die andere als normale Oboe auszuweisen, auch wenn ihre Musik enorme Höhen erklimmt oder in der Tiefe die Grenze ihres natürlichen Tonbereichs überschreitet. Und doch schätzte er immerhin diesen Anfangssatz so sehr, dass er ihn später zum ‚Cum Sancto Spirito’ für seine kurze Messe in A-dur (BWV 234) umarbeitete. Dann hätte es wiederum sein können, dass er den Anstoß zu diesem Satz aus dem jahreszeitlichen Kontext der Ernte bezog, genau wie bei der Alt-Arie der letzten Woche aus BWV 157, als er sich der Metapher der ‚guten Früchte’ bediente, die sich ihren Weg zur Reife durch ‚Sündendornen’ und ‚Lasterdisteln’ erkämpfen – der Albtraum jedes Weinbauern.
Die Altstimme verkündet nun den Tag, ‚vor dem die Heuchelei erzittern mag’, in einer Arie für obligate Oboe d’amore und mit einem Presto-Mittelteil im 12/8-Takt, der das tobende Strafgericht schildert. Das Duett in h-moll zwischen Tenor und Bass mit unisono geführten Violinen im 12/8-Takt erinnert an ‚der Sünden Flecken, so Adams Fall auf uns gebracht’, die durch den ‚großen Strom voll Blut’ aus Jesu Wunden ‚wieder rein gemacht’ werden können, durch den ‚edlen Saft’, auf den noch einmal der abschließende Choral mit einem aufstrebenden Fauxbourdon der Violine verweist. Das ließ mich an die Johannes- und die Matthäus-Passion denken, in denen so häufig auf das Blut des Erlösers Bezug genommen wird, das sich als Strom der Gnade und Barmherzigkeit über die Menschen ergießt, und auch an den Ursprung dieser Symbolik in den mittelalterlichen Legenden vom Heiligen Gral. ‚Blut ist ein ganz besonderer Saft’, ließ Goethe später Mephistopheles zu Faust sagen, der ihren Pakt mit einem Tropfen Blut unterzeichnen sollte, um auf diese Weise von religiösen und moralischen Zwängen befreit zu werden.
BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
BWV 101 – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
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Bachfest Leipzig 2015
„So herrlich stehst du, liebe Stadt!“
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF – Programm Bachfest Leipzig 2015
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 139 – J. S. Bach Cantata – “Wohl dem, der sich auf seinen Gott”
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Zwei Videos BWV 244 – Matthäus Passion
J. S. Bach Foundation – St Matthew Passion – „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“
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J.S. Bach – Erbarme Dich aus der Matthäus-Passion (J.S. Bach-Stiftung)
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Veröffentlicht am 08.04.2014
Aufnahmen aus der neuenDreifach-CD mit der Matthäus-Passion, von derJ.S. Bach-Stiftung St. Gallen unter der Leitung von Rudolf Lutz.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 10.08.2014 begehen wir den 8. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 8. Sonntag nach Trinitatis fragt nach der Antwort des Menschen auf das Handeln Gottes in seinem Leben. Diese Antwort erfordert nicht viel; es ist eigentlich ein schlichtes „Nichtverbergen“ dessen, was man bekommen hat. Schwerpunkt der Texte ist aber auch das Licht, das von denen, die dem Volk Gottes angehören, ausgeht, oder an dem sie teilhaben.
Die Zusage Jesu: Ihr seid das Licht der Welt – läßt uns fragen, wodurch diese Zusage gerechtfertigt ist. Wir erkennen, dass es nicht unser Handeln ist, sondern der Glaube an den, der selber das Licht dieser Welt ist. Dieser Glaube läßt uns teilhaben an der Liebe Gottes, die sich uns in Jesus Christus erwiesen hat, und indem wir von dieser Liebe durch unser Leben zeugen, tragen wir das Licht in diese Welt.
Wochenspruch:
Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5, 8b-9)
Im 2. Satz ist eine sehr bewegende Arie für Tenor zu hören mit BC (Violoncello)
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2. Aria Tenor:
Violoncello piccolo, Continuo
Ich fürchte nicht des Todes Schrecken, Ich scheue ganz kein Ungemach. Denn Jesus‘ Schutzarm wird mich decken, Ich folge gern und willig nach; Wollt ihr nicht meines Lebens schonen Und glaubt, Gott einen Dienst zu tun, Er soll euch selber noch belohnen, Wohlan, es mag dabei beruhn.
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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Werke
Johann Kuhnau (* 6. April 1660 in Geising; † 5. Juni 1722 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Schriftsteller des Barock.
Der Sohn eines Tischlers besuchte als Stipendiat die berühmte Kreuzschule in Dresden und studierte anschließend Philosophie und Rechtswissenschaft in Leipzig, bevor er eine Stelle als Kantor in Zittau antrat. Damit entsprach er dem seit der Reformationszeit üblichen Typus des akademisch gebildeten Kantors. Nach einem zeitgenössischen Urteil galt er als Universalgelehrter unter den Musikern. VonJohann Christoph Adelung heißt es über Kuhnau: „Ich weiss nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht. Er war gelehrt in der Gottesgelahrtheit, in den Rechten, Beredsamkeit, Dichtkunst, Mathematik, fremden Sprachen und Musik.“
1682 kehrte er wieder nach Leipzig zurück und wurde zwei Jahre darauf Organist an der Thomaskirche. Ab 1701 bis zu seinem Tode war er Thomaskantor als Nachfolger vonJohann Schelle und unmittelbarer Vorgänger von Johann Sebastian Bach. Außerdem bekleidete er ab 1701 auch das Amt des Universitätsmusikdirektors.
Kantaten-Beschreibung: BWV 136 “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz“
Anmerkung:
Für den 9. Sonntag nach Trinitatis liegt ein Reisetagebuch von Sir Gardiner nicht vor, die Kantaten für den 9. So. nach Trinitatis wurden von der DGG (Deutschen Gramophon Gesellschaft) eingespielt und veröffentlicht.
Kantaten-Beschreibung: “Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz“ BWV 136
Ein Jahr zuvor und gerade einmal acht Wochen, nachdem er sein Amt als Kantor in Leipzig angetreten hatte, stellte Bach seine Kantate BWV 136 “Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz” vor. Die Fassung, in der sie uns überliefert ist, wirft einige Fragen auf. Da wäre zum Beispiel die ausgedehnte Choralfuge zu Beginn. In der heiteren Tonart A-dur wirkt sie einerseits festlich – ein Hornruf kündigt das Hauptthema an –, mit ihrer gefälligen Figuration aus Sechzehnteln im 12/8-Takt hingegen gibt sie sich pastoral. Doch was hat das mit dem ernsten, bußfertigen Ton von Psalm 139 zu tun, dessen Text sie zitiert? Selbst der schön gearbeiteten Phrase ‚prüfe mich’ und den Abschnitten aufwühlender Polyphonie gelingt es kaum, die sanfte Drehbewegung dieser Gebetsmühle zu behindern und ihre Musik in Umlauf zu bringen, erst recht nicht, ‚das Bild eines allmächtigen, doch barmherzigen Gottes zu malen, der sich um den einzelnen Menschen kümmert’ (Chafe).
Was ist die Aufgabe des isoliert eingesetzten vokalen Kopfmotivs, auf das anderthalb Takte weiterer Instrumentalmusik folgen, bevor die Fuge in Gang kommt? Lässt die Tatsache, dass das Fugenthema häufiger den Außenstimmen statt den Mittelstimmen zugewiesen wird, darauf schließen, dass es eine (verlorene) frühere Originalfassung gegeben haben muss, eine Version für weniger Gesangsstimmen und (eher spekulativ) auf einen anderen, möglicherweise weltlichen Text, vielleicht sogar in einer anderen Tonart und wohl auch in einer etwas anderen Orchestrierung? Wenn Bach nur zwei Oboen einsetzte, pflegte er normalerweise nicht die eine als ‚d’amore’, die andere als normale Oboe auszuweisen, auch wenn ihre Musik enorme Höhen erklimmt oder in der Tiefe die Grenze ihres natürlichen Tonbereichs überschreitet. Und doch schätzte er immerhin diesen Anfangssatz so sehr, dass er ihn später zum ‚Cum Sancto Spirito’ für seine kurze Messe in A-dur (BWV 234) umarbeitete. Dann hätte es wiederum sein können, dass er den Anstoß zu diesem Satz aus dem jahreszeitlichen Kontext der Ernte bezog, genau wie bei der Alt-Arie der letzten Woche aus BWV 157, als er sich der Metapher der ‚guten Früchte’ bediente, die sich ihren Weg zur Reife durch ‚Sündendornen’ und ‚Lasterdisteln’ erkämpfen – der Albtraum jedes Weinbauern.
Die Altstimme verkündet nun den Tag, ‚vor dem die Heuchelei erzittern mag’, in einer Arie für obligate Oboe d’amore und mit einem Presto-Mittelteil im 12/8-Takt, der das tobende Strafgericht schildert. Das Duett in h-moll zwischen Tenor und Bass mit unisono geführten Violinen im 12/8-Takt erinnert an ‚der Sünden Flecken, so Adams Fall auf uns gebracht’, die durch den ‚großen Strom voll Blut’ aus Jesu Wunden ‚wieder rein gemacht’ werden können, durch den ‚edlen Saft’, auf den noch einmal der abschließende Choral mit einem aufstrebenden Fauxbourdon der Violine verweist. Das ließ mich an die Johannes- und die Matthäus-Passion denken, in denen so häufig auf das Blut des Erlösers Bezug genommen wird, das sich als Strom der Gnade und Barmherzigkeit über die Menschen ergießt, und auch an den Ursprung dieser Symbolik in den mittelalterlichen Legenden vom Heiligen Gral. ‚Blut ist ein ganz besonderer Saft’, ließ Goethe später Mephistopheles zu Faust sagen, der ihren Pakt mit einem Tropfen Blut unterzeichnen sollte, um auf diese Weise von religiösen und moralischen Zwängen befreit zu werden.
BWV 46 – Schauet doch und sehet, ob irgendein Schmerz sei
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
BWV 101 – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
BWV 102 – Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben
Gardiner Pilgrimage CD 147 Vol. 5
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Bachfest Leipzig 2015 –vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF ->>> Programm Bachfest Leipzig 2015 <<<
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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YouTube – Video
BWV 54 – J.S. Bach Cantata BWV 54 – „Widerstehe doch der Sünden“
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 03.08.2014 begehen wir den 7. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 7. Sonntag nach Trinitatis geht nun auch auf die körperlichen Bedürfnisse des Menschen ein, wobei die Symbolhandlung des Abendmahls allerdings auch eine wichtige Rolle spielt. Jesu Handeln in unserem Leben macht uns frei von irdischen Bedürfnissen dadurch, dass wir sie immer erfüllt bekommen, indem wir teilhaben am Brot des Lebens. Der 6. und der 7. Sonntag nach Trinitatis könnten auch als „Sakramentssonntage“ bezeichnet werden, denn an ihnen wird der Taufe und des Abendmahls in ihrer Bedeutung für das Leben des Christen gedacht.
Durch die Erzählung von der Speisung der 5000 erfahren wir am 7. Sonntag nach Trinitatis, wie wunderbar Gott für uns Menschen durch die Gaben seiner Schöpfung sorgt. So können wir auch getrost darauf sehen, dass unser Nächster genug zu essen hat, und von unserem Reichtum abgeben, weil wir wissen, dass der Herr uns speisen wird, wenn wir selbst einmal Not leiden.
Wochenspruch:
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Eph. 2, 19)
Johann Kuhnau (* 6. April 1660 in Geising; † 5. Juni 1722 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Schriftsteller des Barock.
Der Sohn eines Tischlers besuchte als Stipendiat die berühmte Kreuzschule in Dresden und studierte anschließend Philosophie und Rechtswissenschaft in Leipzig, bevor er eine Stelle als Kantor in Zittau antrat. Damit entsprach er dem seit der Reformationszeit üblichen Typus des akademisch gebildeten Kantors. Nach einem zeitgenössischen Urteil galt er als Universalgelehrter unter den Musikern. Von Johann Christoph Adelung heißt es über Kuhnau: „Ich weiss nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht. Er war gelehrt in der Gottesgelahrtheit, in den Rechten, Beredsamkeit, Dichtkunst, Mathematik, fremden Sprachen und Musik.“
1682 kehrte er wieder nach Leipzig zurück und wurde zwei Jahre darauf Organist an der Thomaskirche. Ab 1701 bis zu seinem Tode war er Thomaskantor als Nachfolger vonJohann Schelle und unmittelbarer Vorgänger von Johann Sebastian Bach. Außerdem bekleidete er ab 1701 auch das Amt des Universitätsmusikdirektors.
Kantaten-Beschreibung: BWV 186 “Ärgre dich, o Seele, nicht“
Zurückgekehrt aus Ansbach und wieder in Schottland eine Woche nach dem Gedächtniskonzert auf Iona, machten wir uns nun auf nach Haddington, einem bescheidenen Marktflecken in East Lothian, ungefähr dreißig Kilometer östlich von Edinburgh. Die Stiftskirche St Mary ist die längste und laut Pevsner, einem englischsprachigen Standardwerk der Architekturgeschichte, ‚die eindrucksvollste spätmittelalterliche piktische Kirche’ in Schottland. Anfang der 1970er Jahre wurde ein Projekt in Angriff genommen, das den zerstörten, dachlosen Altarraum der im 14. Jahrhundert erbauten Franziskanerkirche durch Abriss der falschen Wand am Ende des Schiffes unter der Vierung wieder eingliedern sollte. Das blassrosa gefärbte Mauerwerk des Chors und Altarraums hatte in den Regen- und Hagelstürmen von über drei Jahrhunderten eine beachtliche Patina angesetzt. Jetzt ist es von einem modernen Fiberglasdach umschlossen, welches das ursprüngliche Steingewölbe ersetzt. Die Organisatoren der Lamp of Lothian-Konzerte hatten für unsere Aufführung den Bereich unter der Vierung vorgesehen, wo ein rundes, mit dickem Teppich ausgelegtes Podium aufgestellt war. Selbst mit einem Holzfußboden bedeckt, glaubte ich, würde sich nie ein für das Publikum befriedigender Klang ergeben, und daher ging ich mit einer kleinen Gruppe ans östliche Ende, um dort die Akustik zu testen. Traumhaft! Wir zogen also um – Chor, Orchester, Orgel und Cembalo – , während die Toningenieure, ohne zu maulen, ihre Mikrophone neu ausrichteten.
Alle drei Bach-Kantaten für diesen Tag (BWV 186, 187 und 107) haben meisterhafte Anfangssätze. Keiner ist besonders bombastisch oder festlich, doch jeder auf seine ganz eigene Weise ausdrucksvoll. Diesmal verwendet Bach Pastelltöne statt Grundfarben. Kernstück von
BWV 186 “Ärgre dich, o Seele, nicht” ist die Anweisung an die Seele, nicht ärgerlich zu sein, wenn sie sieht, dass das ‚allerhöchste Licht (…) sich in Knechtsgestalt verhüllt’. Das war im 18. Jahrhundert der Kernpunkt in der Kritik der Rationalisten am Christentum: Die Vorstellung von einem Christus als Schöpfer und einem Christus in majestätischem Glanz konnte man tolerieren, doch Christus gedemütigt und erniedrigt durch Armut und Leid – das war für sie offenbar unbefriedigend und in Wahrheit ja auch lächerlich. Das mag uns heute merkwürdig erscheinen, aber zu Bachs Zeiten war es eine lebenswichtige Frage. Bach vertrat natürlich die lutherische Richtung, und schon in den einleitenden Worten des Chors geht er daran, uns durch eine Reihe sich steigernder Dissonanzen einen Eindruck davon zu vermitteln, auf welche Weise die verärgerte Christenseele mit sich zu Rate geht. Doch wie so oft in den Kantaten, die wir bisher aufgeführt haben, gewinnt man den Eindruck, dass das zusätzliche Verständnis, das uns Bachs Musik von den Texten verschafft, ein ganzes Stück über das verbal Geäußerte hinausgreift und seinen eigenen Weg geht. Nehmen wir zum Beispiel, wie er dieses einleitende Motto des Chores fortführt, wie er abwechselnd jede Stimme zu demselben Text durch einen einfachen Kunstgriff, drei aufsteigende Noten im Sprechrhythmus, deren dritte ein Vorhalt auf dem Dominantakkord ist, mit einem Fugenthema in Führung gehen lässt. Das gibt der Musik die genau richtige, vorwärts treibende Kraft, wobei die harmonische Spannung des dreinotigen Incipits innerhalb eines längeren achttaktigen Absatzes hin und her wogt.
Es lässt sich schwer sagen, was der tröstenden Stimmung mehr Eloquenz gibt, die instrumentalen Linien (Streicher durch Rohrblattinstrumente verdoppelt) oder die Chorstimmen. Formal gesehen ist dieser Satz unkonventionell – in der Weise, wie zum Beispiel die Verschachtelung der fugierten Abschnitte des Chors wie ein Gegenthema zu dem teilweise wiederkehrenden Hauptthema wirkt, das stets vom Orchester gespielt wird. In einem ABABA-Schema weist Bach den zweiten Teil (B) seinem Chor zu (‚Gottes Glanz und Ebenbild, sich in Knechtsgestalt verhüllt’), wobei den zuerst einsetzenden Sopranstimmen die drei übrigen, homophon geführten Stimmen antworten, die als Stütze nur ein Continuo haben – der erste deutliche Hinweis darauf, dass diese Musik als eines der früheren Werke in Bachs Weimarer Jahren entstanden ist.
Es bedarf nicht sehr großer Phantasie, hier das Flehen der Viertausend in der Wüste zu entdecken, die nach körperlicher und geistlicher Nahrung verlangen, was das Thema des hier vertonten Textes aus dem Evangelium ist (Markus 8, 1–9). Diese flehenden Gesten finden erneut Ausdruck in dem Arioso, mit dem das erste Bass- Rezitativ endet: ‚Ach Herr, wie lange willst du mein vergessen?’ Es könnte fast ein Entwurf sein für eine der großen Vertonungen der Passion. Der Bass erweitert diesen Hilfeschrei in seiner Arie mit Continuo (Nr. 3), wo er die zweifelnde Seele auffordert, sich nicht von der Vernunft ‚bestricken’ zu lassen, denn: ‚Deinen Helfer, Jakobs Licht, kannst du in der Schrift erblicken’. Wiederum in einem Rezitativ, das einem Arioso Raum gibt, verbreitet sich der Tenor über den Wert des heiligen Mannas: ‚Drum, wenn der Kummer gleich das Herze nagt und frisst, so schmeckt und sehet doch, wie freundlich Jesus ist’.
Es erweitert sich zu einer Arie, in der von den ‚Gnadenwerken’ des Heilands die Rede ist, die kraftvoll genug sind, ‚den schwachen Geist zu lehren’, und ‚dies sättigt Leib und Geist’. Wir haben Beweise, dass diese Kantate tatsächlich als sechssätziges Werk (BWV 186a) für den Dritten Adventssonntag 1716, auf einen Text von Salomo Franck, in Weimar entstanden ist. Da Bach sie wegen des Tempus clausum, der Zeit vom zweiten bis vierten Adventssonntag, in der nicht gesungen werden durfte, nicht verwenden konnte, beschloss er, sie früh in seinen ersten Leipziger Kantatenjahrgang aufzunehmen, und zwar als zweiteilige Kantate in elf Sätzen für den Siebenten Sonntag nach Trinitatis. Das bedeutete, dass wegen der veränderten Position des Werkes in der Liturgie des Kirchenjahres im Hinblick auf die Form einige wesentliche Änderungen notwendig wurden: Anpassungen der Arientexte und drei neue Rezitative (die vier Arien folgten vorher direkt aufeinander). Außerdem beschloss Bach, beide Teile mit jeweils einem Chor zu beenden, bei deren Komposition er auf die Verse 12 und 11 des Chorals ‚Es ist das Heil uns kommen her’ von Paul Speratus aus dem Jahr 1523 zurückgriff, die er bereits einer der Kantaten der letzten Woche zugrunde gelegt hatte (BWV 9).
Wenn Teil I dieser Kantate betont, dass die wahre Quelle des Glaubens in der Schrift zu finden sei, so wird in Teil II, wie Eric Chafe sagt, ‚der Gedanke der Glaubensbahn um die Vorstellung ergänzt, wie der Glauben zu leben sei – als Leben unter dem Kreuz gewissermaßen’. Wie in BWV 170 Nr. 3 in der vergangenen Woche beginnen wir unseren Weg in einer Welt, in der alles auf den Kopf gestellt ist, diesmal mit einem mächtigen Bass-Accompagnato, das die Welt als ‚große Wüstenei’ beschreibt (‚der Himmel wird zu Erz, die Erde wird zu Eisen’). Dieser Welt wird als scharfer Kontrast ‚Christi Wort’ entgegengestellt, das ‚ihr [der Christen] größter Reichtum’ ist (Salomo Franck war in Weimar Leiter des herzöglichen Münzkabinetts und Numismatiker, was eine Erklärung für seine Vorliebe für Vergleiche mit Münzen und Metallen ist).
Bach hält, in Anlehnung an Franck, diese Antithese den ganzen zweiten Teil hindurch aufrecht, zwischen dem ‚Jammertal’ des gegenwärtigen Lebens und der Freude und Erfüllung im Leben ‚nach vollbrachtem Lauf’. Das bringt er in einer Reihe lebhafter musikalischer Gesten zum Ausdruck – zum Beispiel den absteigenden Tetrachord-Arpeggien des Continuos in der Sopran-Arie (Nr. 8), stellvertretend für ‚die Armen’, die Gott ‚umarmen’ will, während die Violinen einen ausgedehnten chromatischen Aufstieg bewältigen. Eine in verschiedene Richtungen verlaufende Bewegung kennzeichnet auch die instrumentalen Linien in den identischen Chorälen, die beide Teile beschließen (Nr. 6 und 11), mit aufsteigenden Oboen und absteigenden Violinen in plänkelndem Wechselspiel, ein musikalisches Äquivalent zu der Antithese zwischen Drangsal und Hoffnung, die im Text zum Ausdruck kommt. Wie so oft spielt sich sehr viel mehr unter der Oberfläche der Musik ab, als es auf den ersten Blick scheinen mag – eine (absichtliche?) Spannung zwischen musikalischen Figuren und dem zugrunde liegenden ‚Affekt’ und, ebenfalls ohne Zweifel, auch ein numerologischer Aspekt, wie zum Beispiel die merkwürdige dreizehntaktige Form des Duetts für Sopran und Alt (Nr. 10) zeigt, eine Gigue in c-moll mit vollständiger Oboen- und Violinengruppe, in der die entscheidende Anweisung (‚Sei, Seele, getreu!’) bis zu den letzten beiden Takten aufgespart wird.
Da die neuen Leipziger Stimmen (seit 1906) dieser überarbeiteten Kantate verloren sind, ergeben sich verschiedene Probleme, zum Beispiel was die tiefen B in der Continuobegleitung von Nr. 9 betrifft: War das ursprünglich der Part eines basse de violon, dessen tiefe Saite auf B gestimmt war? Dann die Tonlage und Instrumentierung der Tenor-Arie (Nr. 5) – Oboe da caccia in der Weimarer Version, doch in der autographen Partitur für die Leipziger Wiederaufführung als ‚Oboe und Violinen I & II’ ausgewiesen. Dürr und Kubik empfahlen beide eine Transposition um eine Oktave nach oben, was unwahrscheinlich und unbefriedigend erscheint: Sie schiebt die Oboe an ihre Obergrenze (Es) und trennt Singstimme (Tenor) und Obligato durch eine sehr viel größere Folge von Intervallen, als sie uns bisher begegnet sind. Daher haben wir die ursprüngliche Tonlage beibehalten und die Oboe da caccia mit Violinen und Bratschen verdoppelt, und das Ergebnis war recht schön.
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF ->>> Programm Bachfest Leipzig 2015 <<<
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
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BWV 54 – J.S. Bach Cantata BWV 54 – „Widerstehe doch der Sünden“
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
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eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 27.07.2014 begehen wir den 6. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 6. Sonntag nach Trinitatis konzentriert sich diesmal auf die Taufe als dem Beginn eines neuen Lebens. In diesem Zusammenhang wird auch der Gedanke eines „lebenslangen Bundes“ aufgenommen. Der 6. und der 7. Sonntag nach Trinitatis könnten auch als „Sakramentssonntage“ bezeichnet werden, denn an ihnen wird der Taufe und des Abendmahls in seiner Bedeutung für das Leben des Christen gedacht.
Am 6. Sonntag nach Trinitatis hören wir von der Taufe, dass wir durch sie zu Gottes Volk hinzuberufen sind. Die Taufe läßt uns teilhaben an dem Tod und der Auferstehung Jesu, und so haben wir auch Teil an dem wunderbaren Licht, das mit Jesus in diese Welt leuchtet.
Wochenspruch:
So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein. (Jes 43, 1)
*)BWV 7 Kantate zum Johannistag. Der Johannistag (auch Johanni, Johannestag) ist der Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni.
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BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona BACHCELONA 2014
Info über das Bachfest “BACHCELONA” 2014 in Barcelona:
BACHCELONA 2014 findet vom 20. bis 27. Juli 2014 in Barcelona statt.
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Ton Koopman beim 2. Bachfest in Barcelona
Ein Presse-Artikel von Google-Übersetzer nach Deutsch von einer Pressekonferenz vom 17.6.2014 Barcelona (Reuters) -.
Musiker und niederländische Regisseur Tom Koopman spielen die “Kunst der Fuge” von Johann Sebastian Bach am 20. Juli im Palau de la Música, bei der Eröffnung der zweiten Ausgabe des Festivals Barcelona .Bachcelona im Jahr 2013 geboren, mit dem Wunsch, die Figur des deutschen Komponisten und Musiker, offen zu legen, und drei Tage lang mehr als 5.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr in zahlreichen Aktivitäten und Figur Bach Konzerte verknüpft.Nach dem Erfolg der vorherigen Ausgabe, das diesjährige Festival, erklärte einer seiner beiden Co-Direktoren, Pau Jorquera “, kehrt mit einem weiteren Programmierung einer Woche, die vom 20. bis 27. Juli in symbolischen Räumen stattfinden wird Stadt, die Kathedrale oder die Basilika von Santa Maria del Mar “.Es wird mehr Festtage, mehr Aktivitäten, mehr Konzerte, von zehn auf mehr als zwanzig und mehr Künstler mit internationaler Anlass.
Die Bachcelona Festival wurde als Erweiterung eines bestehenden Projekts in Barcelona, der Bach Zum Mitsingen (BZM) Angebot seit 2011 Bach-Kantaten partizipative Format geboren.Die Organisatoren haben gesagt, dass die Bachcelona “erstreckt sich über die traditionellen Konzertformat Festival und dafür sind alternative Möglichkeiten, um über Bach durch Vorträge, Tanzaufführungen oder Kunstausstellungen, wie die Anzahl der zu sprechen gesucht Drucke von Chillida “Hommage an Bach”, der in der Sant Lluc Art Circle angezeigt werden.Tom Koopman, der große Interpret der Cembalo, wird im Palau de la Música und seine Frau Tini Mathot führen Cembali mit der Zeit für den Anlass aus seinem Haus in Holland gemacht.
Nach dem Erfolg der Eröffnung der ersten Ausgabe, die valencianische Organist Juan de la Rubia wiederholt in diesem Jahr in der Kathedrale von Barcelona am 23. Juli seine Show “Bach Improvisator”, in dem der Musiker improvisiert von Anfragen Öffentlichkeit.Drei Tage später Garnati Ensemble, von Brüdern Paul und Alberto Martos und Geiger Yuval Gotlibovich komponiert, interpretiert in der Kirche von Pi seine Version der “Goldberg-Variationen”.
Die intimsten Bach kann am gleichen Tag in der Kapelle der Hoffnung des deutschen Andreas Martin, der die Arbeit des deutschen Komponisten für Laute präsentieren zu hören.Die Kirchen von Pi und begrüßen Santos Justo y Pastor 24. und 25. Juli, die Ausstellung “Bach & Love”, in dem Sébastien Perrin und Katy Elkin eine beispiellose Vorschlag, der auf dem Thema der Liebe in die Arbeit der Bach spiegelt offen .
Die kubanische violagambista Lixsania Fernández Bachcelona Anruf bei 21. und 22. Juli am Lyceum und im Kloster Sant Pau del Camp, um das Integral der Bach-Suiten für dieses Instrument zu interpretieren, begleitet von Juan de la Rubia.Clara Pouvreau, Sieger der Interpretation Festival Leipzig, zusammen mit Flötistin Joan Vives-Konzert Konferenz bot dargestellt, wie Pau Casals wiederentdeckt, die Cello-Suiten Bachs.
Das Festival wird am 26. mit den üblichen partizipativen Konzert in der Basilika von Santa Maria del Mar zu schließen, die diese Zeit wird die BWV 9 zu spielen.Nach dem Festival vom 30. Juli bis 3. August wurde von einer Route Bach großen deutschen Städten, in denen Bach lebte und arbeitete organisiert worden “, konzipiert mehr als Pilger als Urlaubsvergnügen”.
Das Festival hat in diesem Jahr ihr Budget verdoppelt, in Höhe von 29.000 € durch Ticketverkauf, einen Zuschuss aus dem Stadtrat von $ 3.000, und die sehr BZN-Stiftung zur Verfügung gestellt.
J. S. Bach – The Art of Fugue, BWV 1080 – T. Koopman and T. Mathot
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Andreas Martin (Laute)
Andreas Martin (Theorbe) spielt Werke von J.S. Bach und Frohberger in der “Capilla de la Esperanza”am 26. Juli 2014 um 19 Uhr.
Der gebürtige Frankfurter Andreas Martin, aufgewachsen in einer Familie von Musikern und Malern, begann seinen musikalischen Werdegang mit der Laute bei Prof. Dr. Mario Sicca an der Musikhochschule Stuttgart und bei Ruggero Chiesa am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Mailand….
Über die weiteren Konzerte zum Festival „BACHCELONA“ wird es von mir einen gesonderten Bericht in den nächsten Tagen geben. Der Besucher-Zuspruch ist großartig und lässt das 2. Bach-Festival zu einem großartigen Erlebnis werden.
Ein Erlebnis 1. Ranges war das Orgel-Konzert mit Bach-Werken gestern Abend in der sehr gut besuchten Kathedrale Barcelona. Der junge Organist „Juan de la Rubia“ bezauberte sein Publikum mit einem großartigen Können.
Denkwürdiges Konzert von Juan De La Rubia in die Kathedrale von Barcelona, von der Öffentlichkeit vorgeschlagenen improvisieren im barocken Stil über melodischen Gründen!
Auf seiner Web-Seite sind Musik-Häppchen zu hören..!!
Johann Kuhnau (* 6. April 1660 in Geising; † 5. Juni 1722 in Leipzig) war ein deutscher Komponist und Schriftsteller des Barock.
Der Sohn eines Tischlers besuchte als Stipendiat die berühmte Kreuzschule in Dresden und studierte anschließend Philosophie und Rechtswissenschaft in Leipzig, bevor er eine Stelle als Kantor in Zittau antrat. Damit entsprach er dem seit der Reformationszeit üblichen Typus des akademisch gebildeten Kantors. Nach einem zeitgenössischen Urteil galt er als Universalgelehrter unter den Musikern. VonJohann Christoph Adelung heißt es über Kuhnau: „Ich weiss nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht. Er war gelehrt in der Gottesgelahrtheit, in den Rechten, Beredsamkeit, Dichtkunst, Mathematik, fremden Sprachen und Musik.“
1682 kehrte er wieder nach Leipzig zurück und wurde zwei Jahre darauf Organist an der Thomaskirche. Ab 1701 bis zu seinem Tode war er Thomaskantor als Nachfolger vonJohann Schelle und unmittelbarer Vorgänger von Johann Sebastian Bach. Außerdem bekleidete er ab 1701 auch das Amt des Universitätsmusikdirektors.
……Bedürfte es allein einer behutsamen Instrumentierung der Motette–Johann Ludwig Bach’s, um den gattungsmäßigen Charakter zu verändern, so wurde dieser Weg im Falle der Passionsmotette „Der Gerechte kömmt um“ tatsächlich beschritten. Zugleich handelt es sich bei diesem Stück um eines der rätselhaftesten Puzzleteile der gesamten Bach-Überlieferung – lassen sich doch weder der Komponist der lateinischen Vorlage noch der Bearbeiter der deutschen orchestrierten Version mit letzter Sicherheit bestimmen.
Der Wechsel von der zauberhaften schottischen Insel Iona, wo einige von uns aus Anlass des 250. Todestages Bachs aufgetreten waren, auf direktem Wege nach Ansbach in Franken war zwangsläufig unangenehm krass. Für die Feier in der alten Iona Abbey hatten wir ein Programm zusammengestellt, das einige der intimsten und bewegendsten Stücke enthielt und das wir an einem milden Sonnentag aufführten, mit den Schreien der Seemöwen und dem Blöken der Schafe im Hintergrund. Unser Programm für die Bach-Woche in Ansbach enthielt, neben der Wiederholung der Kantate Aus der Tiefen vom vergangenen Wochenende in Mühlhausen und zwei Motetten, die beiden Kantaten Bachs, die für den Sechsten Sonntag nach Trinitatis erhalten sind: BWV 170 Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust, eine Kantate für Alt und obligate Orgel, Oboe d’amore und Streicher, und BWV 9 “Es ist das Heil uns kommen her”, eine Choralkantate aus der Zeit um 1732.
BWV 170 “Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust”ist die erste der beiden Solokantanten für Alt, die Bach im Sommer 1726 auf fünfzehn Jahre vorher veröffentlichte Texte des Darmstädter Hofbibliothekars Georg Christian Lehms schrieb. In diesem Jahr hatte Bach offenbar einen hervorragenden Sänger zur Verfügung, vielleicht Carl Gotthelf Gerlach, der damals an der Universität studierte und unter Johann Kuhnau bei den Thomanern gesungen hatte, und war begierig, aus seinem Talent einen möglichst großen Nutzen zu ziehen. Oberflächlich gesehen vertonte Bach einen kernigen, wenn auch ausgesprochen altmodischen, an barocker Symbolik reichen Text zu einer Zeit, als der galante Stil in Mode kam und sich sogar schon auf seine eigene Kirchenmusik auszuwirken begann. Faszinierend ist, auf welche Weise es ihm gelingt, aus diesen völlig konträren Ausdrucksformen eine überzeugende Synthese zu schaffen.
Die Anfangsarie ist reines Entzücken, ein warmer, üppiger Tanz im 6/8-Takt in D-dur. Man fühlt förmlich Bachs liebevolles Lächeln über dieser Musik schweben, die uns den Weg zur ‚Himmelseintracht’ weist. Eine jener unbeschreiblich schönen Melodien des Komponisten, die sich in unserem Hörgedächtnis einnisten, sie braucht einen ganzen Takt, um in Gang zu kommen, doch sobald das geschafft ist, erweckt sie den Anschein, als würde sie nie aufhören können (sie ist zwar nur acht Takte lang, wirkt jedoch endlos). Doch erhält diese ausladende, der Oboe d’amore und der ersten Violine anvertraute Melodie ihre Schönheit und heitere pastorale Stimmung erst durch ihr harmonisches Gerüst. Die sanft plätschernden Achtel in den tiefen Streichern werden zu Dreiergruppen verschleift und erinnern an das ‚Bogenvibrato’ oder was die Franzosen balancement nannten, während die abwärts gerichtete Basslinie klingt, als deute sich hier ein Ostinato an – mit anderen Worten der Beginn eines Musters, das sich schleifenartig wiederholen wird. Nun ja, es kommt tatsächlich wieder, aber nicht konsequent oder so, dass es in irgendeiner Weise vorhersagbar wäre. Mit Lehms’ Text vor Augen sucht Bach nach Möglichkeiten, wie er als Lebensziel den Frieden der Seele herausarbeiten kann, und nach Mustern, die ihm gestatten, hin und wieder auf die Sünde und die Schwäche des Fleisches zu verweisen.
Lehms, ein wortgewaltiger und leidenschaftlicher Verseschmied, kommt schon von Nr. 2 an (einem Rezitativ) richtig in Fahrt, wo er das Tagesevangelium (aus der Bergpredigt in Matthäus 5, 20–26) und die Epistel (Paulus an die Römer, 6, 3–11) paraphrasiert und zusammenfasst. Demnach, erklärt er, sei die Welt ein ‚Sündenhaus’, deren Mund ‚voller Ottergift’ den unschuldigen Nächsten als Dummkopf und Narr beschimpfe. Bach liefert erwartungsgemäß die entsprechenden deklamatorischen Gesten und Ausdrucksnuancen und wechselt bei dieser Gelegenheit zu der entfernten Tonart fis-moll. In dieser Welt, in der das Unterste zuoberst gekehrt ist, folgt nun eine ungewöhnliche, recht umfangreiche Arie in A-dur, die für eine zweimanualige obligate Orgel vorgesehen ist. Allerdings haben wir, wie es Bach offenbar bei der Uraufführung der Kantate gehandhabt hatte, zwei Orgeln verwendet, eine für jedes Manual, die eine im Chorton notiert, die andere im Kammerton. Diesen Stimmen fügt Bach in der mittleren Lage nur eine Linie mit unisono geführten Violinen und Bratschen hinzu.
Dieser besonderen, ‚Bassettchen’ genannten Verfahrensweise sind wir in diesem Jahr schon verschiedentlich immer dann begegnet, wenn Bach der Meinung ist, eine besondere Stimmung müsse geschaffen werden, und auf die übliche Stütze durch den Basso continuo verzichtet. Er verwendet sie symbolisch mit Bezug auf Jesus (der keine ‚Stütze’ braucht), der die Gläubigen vor den Folgen der Sünde beschützt (wie in der Sopran-Arie ‚Aus Liebe’ in der Matthäus- Passion), und, am anderen Ende, auf die Menschen, die immer wieder in Sünde verfallen, wie in jener wunderbaren Sopran-Arie ‚Wir zittern und wanken’ aus BWV 105, oder (so wie hier) bezogen auf die ‚verkehrten Herzen’, die (im wahrsten Sinne des Wortes) den Boden unter den Füßen verloren haben, weil sie sich von Gott abwenden.
Die Arie ist aus der Warte eines passiven Zeugen aufgezeichnet, der sieht, wie die rückfälligen Sünder ‚mit rechten Satansränken’ Gottes Strafgericht verlachen und ‚sich nur an Rach und Hass erfreun’, und das Unbehagen des Sängers auf seinem Beobachtungsposten ist im zerklüfteten Rhythmus der Bassettchen-Linie zu spüren. Bach weicht an zwei Stellen von der chromatischen, fugierten Verflechtung der beiden Orgellinien ab und liefert stattdessen einen schnelleren, diatonischen Austausch zwischen den Stimmen, der so angelegt ist, dass er im A- Teil mit der in Lehms’ Text erwähnten ‚Rach und Hass’ und im B-Teil mit den Worten ‚frech verlacht’ zur Deckung gelangt. Mir als Nicht- Organisten erscheint das alles ein wenig merkwürdig und unpersönlich. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Arie, mit wendigeren, klagender klingenden Instrumenten gespielt, wie zum Beispiel den Unisono-Violinen in ‚Et incarnatus’ der h-moll-Messe, mehr zu Herzen gehen würde.
Offensichtlich war Bach knapp mit der Zeit, nachdem er beschlossen hatte, dieses Werk am 28. Juli 1726 mit der Kantate seines Meiningener Cousins Johann Ludwig (Ich will meinen Geist in euch geben) zu koppeln; diese wurde vor der Predigt aufgeführt, und Vergnügte Ruh während der Verteilung des Abendmahls. Mir erscheint die Orgel als Soloinstrument in der stolz einherschreitenden Da-Capo- Arie in D-dur (Nr. 5), die das Werk beschließt, sinnvoller eingesetzt, wenngleich auch dies eine Entscheidung gewesen sein mag, die in letzter Minute unter Zeitdruck zustande kam und Bach nötigte, das Orgelsolo selbst zu spielen. Ursprünglich mochte er für diesen Satz ein melodisches Blasinstrument vorgesehen haben – vielleicht eine Oboe d’amore –, und dann, als er Vergnügte Ruh in seinen letzten Jahren, um 1746/47, wieder aufführte, wählte er für diesem Satz sicher eine obligate Flöte, was die in der Uraufführung verwendete zweite Orgel entbehrlich machte. Das erklärt, warum sein ältester Sohn, Wilhelm Friedemann, 1750 in Halle unbedingt die erste Arie wieder aufführen wollte, nicht jedoch den restlichen Teil der Kantate.
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF –>>> Programm Bachfest Leipzig 2015 <<<
Das Bach-Archiv Leipzig möchte mit diesem Konzert zum 100. Geburtstag von William Scheideseinem langjährigen Kurator und Freund seine Dankbarkeit erweisen. Herzlichen Glückwunsch, Bill!
– Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Wolff, Direktor i. R. des Bach-Archivs Leipzig
Aufgenommen am 23. Februar 2014 im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig
Programm
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Sonate G-Dur, BWV 1038 (Anh. II)
für Traversflöte, Violine und Basso continuo
Largo — Vivace — Adagio — Presto
Georg Philipp Telemann (1681–1767)
Fantasie Es-Dur, TWV 40: 20
für Violine
Dolce — Allegro — Largo — Presto
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
Sonate G-Dur, Wq 134
für Traversflöte und Basso continuo
Adagio — Allegro — Vivace
Georg Philipp Telemann
Sonate F-Dur, TWV 43: F 4
für 2 Violinen, Viola und Basso continuo
Largo — Vivace — Siciliana — Presto
Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur, BWV 1050
für Traversflöte, Violine, Cembalo, Streicher und Basso continuo
Allegro — Affettuoso — Allegro
Leipziger Barockorchester:
Matthias Kiesling (Traversflöte) • Cornelia Strobelt (Violine) • Almuth Reinhold (Viola) • Ulrike Becker (Violoncello) • Felix Görg (Violone) • Francesco Corti (Cembalo; Gewinner des Int. Bach-Wettbewerbs Leipzig 2006)
Leitung: Konstanze Beyer (Violine)
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Appenzeller Bachtage 2014 der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen vom 13.8. bis 17.8.2014
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 20.07.2014 begehen wir den 5. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 5. Sonntag nach Trinitatis befaßt sich wieder mit der Gemeinde, diesmal ihrer Antwort auf Gottes Ruf. Nachfolge scheint so einfach, so schwierig, so abwegig, weil wir nicht so recht wissen, was Nachfolge ist. Die Lesungen dieses Sonntags wollen uns den Weg leiten.
Am 5. Sonntag nach Trinitatis denken wir darüber nach, warum wir Jesus nachfolgen, und stellen fest, dass es dafür keine vernünftigen Gründe gibt. Der Glaube ist es, der uns an Jesus hält, auch dann, wenn andere, die Beweise sehen wollen, uns auslachen oder verspotten. Das wollen wir gerne ertragen, denn auch unser Herr wurde ausgelacht und verspottet.
Wochenspruch:
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Eph 2, 8)
Wochenlied:
„Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren“ (EG 245
Der Johannistag (auch Johanni, Johannestag) ist der Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers
am 24. Juni.
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BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona BACHCELONA 2014
Info über das Bachfest “BACHCELONA” 2014 in Barcelona:
BACHCELONA 2014 findet vom 20. bis 27. Juli 2014 in Barcelona statt.
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Ton Koopman beim 2. Bachfest in Barcelona
Ein Presse-Artikel von Google-Übersetzer nach Deutsch von einer Pressekonferenz vom 17.6.2014 Barcelona (Reuters) -.
Musiker und niederländische Regisseur Tom Koopman spielen die “Kunst der Fuge” von Johann Sebastian Bach am 20. Juli im Palau de la Música, bei der Eröffnung der zweiten Ausgabe des Festivals Barcelona .Bachcelona im Jahr 2013 geboren, mit dem Wunsch, die Figur des deutschen Komponisten und Musiker, offen zu legen, und drei Tage lang mehr als 5.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr in zahlreichen Aktivitäten und Figur Bach Konzerte verknüpft.Nach dem Erfolg der vorherigen Ausgabe, das diesjährige Festival, erklärte einer seiner beiden Co-Direktoren, Pau Jorquera “, kehrt mit einem weiteren Programmierung einer Woche, die vom 20. bis 27. Juli in symbolischen Räumen stattfinden wird Stadt, die Kathedrale oder die Basilika von Santa Maria del Mar “.Es wird mehr Festtage, mehr Aktivitäten, mehr Konzerte, von zehn auf mehr als zwanzig und mehr Künstler mit internationaler Anlass.
Die Bachcelona Festival wurde als Erweiterung eines bestehenden Projekts in Barcelona, der Bach Zum Mitsingen (BZM) Angebot seit 2011 Bach-Kantaten partizipative Format geboren.Die Organisatoren haben gesagt, dass die Bachcelona “erstreckt sich über die traditionellen Konzertformat Festival und dafür sind alternative Möglichkeiten, um über Bach durch Vorträge, Tanzaufführungen oder Kunstausstellungen, wie die Anzahl der zu sprechen gesucht Drucke von Chillida “Hommage an Bach”, der in der Sant Lluc Art Circle angezeigt werden.Tom Koopman, der große Interpret der Cembalo, wird im Palau de la Música und seine Frau Tini Mathot führen Cembali mit der Zeit für den Anlass aus seinem Haus in Holland gemacht.
Nach dem Erfolg der Eröffnung der ersten Ausgabe, die valencianische Organist Juan de la Rubia wiederholt in diesem Jahr in der Kathedrale von Barcelona am 23. Juli seine Show “Bach Improvisator”, in dem der Musiker improvisiert von Anfragen Öffentlichkeit.Drei Tage später Garnati Ensemble, von Brüdern Paul und Alberto Martos und Geiger Yuval Gotlibovich komponiert, interpretiert in der Kirche von Pi seine Version der “Goldberg-Variationen”.
Die intimsten Bach kann am gleichen Tag in der Kapelle der Hoffnung des deutschen Andreas Martin, der die Arbeit des deutschen Komponisten für Laute präsentieren zu hören.Die Kirchen von Pi und begrüßen Santos Justo y Pastor 24. und 25. Juli, die Ausstellung “Bach & Love”, in dem Sébastien Perrin und Katy Elkin eine beispiellose Vorschlag, der auf dem Thema der Liebe in die Arbeit der Bach spiegelt offen .
Die kubanische violagambista Lixsania Fernández Bachcelona Anruf bei 21. und 22. Juli am Lyceum und im Kloster Sant Pau del Camp, um das Integral der Bach-Suiten für dieses Instrument zu interpretieren, begleitet von Juan de la Rubia.Clara Pouvreau, Sieger der Interpretation Festival Leipzig, zusammen mit Flötistin Joan Vives-Konzert Konferenz bot dargestellt, wie Pau Casals wiederentdeckt, die Cello-Suiten Bachs.
Das Festival wird am 26. mit den üblichen partizipativen Konzert in der Basilika von Santa Maria del Mar zu schließen, die diese Zeit wird die BWV 9 zu spielen.Nach dem Festival vom 30. Juli bis 3. August wurde von einer Route Bach großen deutschen Städten, in denen Bach lebte und arbeitete organisiert worden “, konzipiert mehr als Pilger als Urlaubsvergnügen”.
Das Festival hat in diesem Jahr ihr Budget verdoppelt, in Höhe von 29.000 € durch Ticketverkauf, einen Zuschuss aus dem Stadtrat von $ 3.000, und die sehr BZN-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Mit Andreas Martin (Laute) rechts im Foto mit der Laute..!!
Andreas Martin (Theorbe) spielt Werke von J.S. Bach und Frohberger in der “Capilla de la Esperanza”am 26. Juli 2014 um 19 Uhr.
Der gebürtige Frankfurter Andreas Martin, aufgewachsen in einer Familie von Musikern und Malern, begann seinen musikalischen Werdegang mit der Laute bei Prof. Dr. Mario Sicca an der Musikhochschule Stuttgart und bei Ruggero Chiesa am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Mailand….
Fernando Sor (getauft 14. Februar 1778 in Barcelona; † 10. Juli 1839 in Paris; getauft als Joseph Fernando Macari Sors), im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen Ferdinand Sor bekannt, war ein spanischer Gitarrist und Komponist, der Werke für die Gitarre, aber auch Opern und Ballette schuf.
Video:
Fernando Sor (1778-1839) –
Andante op45 n°5; (Andreas Martin – Guitar)
A wonderful miniature written by Fernando Sor played on my romantic guitar (a replica after René Lacôte, built by Gary Southwell) during a concert at Schloßkapelle Solitude, Stuttgart, Germany
Johann Schelle * 6. September 1648 in Geising (Erzgebirge); † 10. März 1701 in Leipzig war ein deutscher Komponist des Barock.
Der Sohn des Kantors und Rektors Jonas Schelle wurde bereits im Alter von sieben Jahren Diskantist der Sächsischen Hofkapelle zu Dresden unter Heinrich Schütz. Auf dessen Empfehlung wurde Schelle 1657 als Chorsänger in die Herzogliche Kapelle in Wolfenbüttel aufgenommen, für die Heinrich Schütz als Kapellmeister tätig war.
Von 1665 bis 1667 war Schelle Sänger beim Thomanerchor an der Thomasschule zu Leipzig. Seine Immatrikulierung an der Universität Leipzig erfolgte am 31. Januar 1667. Auf Empfehlung von Sebastian Knüpfer wurde er 1670 Kantor an der Stadtschule in Eilenburg. Er führte als einer der Ersten deutschsprachige oratorische Evangelienkantaten im Gottesdienst auf. Vom 31. Januar 1677 bis zu seinem Tode war Schelle Thomaskantor in Leipzig, als Nachfolger von Sebastian Knüpfer und Vorgänger von Johann Kuhnau. Gleichzeitig war er „Director chori musici“ für die Stadt Leipzig. Er führte in Leipzig die Verbindung von vertontem Evangelientext mit geistlichen Liedern und die Choralkantate ein und komponierte vor allem vokal-instrumentale Kirchenmusik.
Kantaten-Beschreibung: BWV 93 “Wer nur den lieben Gott lässt walten“
Bach war zweiundzwanzig Jahre alt, als er sein zweites offizielles Amt antrat – in Mühlhausen. Er blieb dort nur ein Jahr, von Juni 1707 bis 1708. Alten Gerüchten zufolge hätten ihn die ständigen Streitereien zwischen dem Pietisten Johann Adolf Frohne, der das Pfarramt an der Blasiuskirche versah, wo er selbst angestellt war, und Georg Christian Eilmar, dem orthodox orientierten Pfarrer an St. Marien, der anderen Hauptkirche, aus der Stadt vertrieben. Eher plausibel für seine verfrühte Abreise ist die Erklärung, dass sich ihm die Gelegenheit bot, am Weimarer Hof die neue Orgel einzuweihen, ein Angebot, das er kaum ablehnen konnte, stand doch in Aussicht, in einem anspruchsvollerem Umfeld mit einer Gruppe von Musikern zu arbeiten, die besser ausgebildet waren als jener zusammengewürfelte Haufe aus Nebenberuflern, Dilettanten und Stadtpfeifern, die ihm in Mühlhausen zugeteilt waren.
Doch Mühlhausen war eine freie Reichsstadt wie Lübeck, wo er unlängst erlebt hatte, wie Buxtehude ungehindert schaltete und waltete. Solche Städte waren weitgehend autonom, ihre Stadträte dem Kaiser in Wien direkt verantwortlich, nicht irgendeinem kleinen Landesfürsten der Umgebung, und so muss Mühlhausen für Bach durchaus reizvoll gewesen sein. Und hier formulierte er sein musikalisches Ziel – mit dem ‚Endzweck, nemlich eine regulirte kirchen music zu Gottes Ehren, und Ihren [der Gemeinde] Willen nach’ einzurichten, ein ungeheuer ehrgeiziges Unternehmen, wie seine spätere Leipziger Produktion beweisen würde. Vor seinem Weggang nach Weimar erklärte er in seinem Entlassungsgesuch den Mühlhausener Stadtvätern, ‚dass eine Enderung mir unvermuthet zu handen kommen, darinne ich mich in einer hinlänglicheren subsistence und Erhaltung meines endzweckes wegen der wohlzufaßenden kirchenmusic ohne verdrießlichkeit anderer ersehe’. Gleichwohl blieb Bach der Stadt danach noch viele Jahre in Freundschaft verbunden, kehrte zurück, um weitere ‚Rats-Stücke’ aufzuführen, und behielt wohl auch den Umbau der Blasiusorgel im Auge.
In der ersten seiner beiden Leipziger Kantaten für diesen Sonntag, BWV 93, verlegt sich Bach auf das Rezept, das gesamte Werk auf einen Choral zu gründen, der für den fünften Sonntag nach Trinitatis bestimmt ist und zu seinen deutlichen Favoriten gehört (wie es offensichtlich auch bei Brahms der Fall war, als er sein Deutsches Requiem schrieb): ‚Wer nun den lieben Gott lässt walten’, mit Text und Melodie von Georg Neumark (1641). Obwohl dieses Werk zu seinem zweiten Kantatenjahrgang gehört und die am Anfang stehende Choralfantasie entsprechend anspruchsvoll ist, scheint sich Bach zurück zu den Wurzeln seiner Kindheit zu begeben, nicht nur weil er dieses Lied so liebte, sondern auch in der Manier, wie er es in zweien der Sätze (Nr. 2 und 5) aufgliedert – nach der Frage-und-Antwort- Methode, mit der er seinen Katechismus lernte. Also nimmt er eine Strophe aus Neumarks Choral und sagt sie zeilenweise auf: ‚Was helfen uns die schweren Sorgen?’, ‚Was hilft uns unser Ach und Weh?’, immer vom Solisten ein wenig verziert.
Dann fügt er als freies Rezitativ den Antworttext ein: ‚Sie drücken nur das Herz mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz’, und so weiter, wie bei einem mittelalterlichen Tropus. Das bedeutet, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, was er mit Neumarks Choral anstellen wird (der ihm selbst wie auch seiner Gemeinde äußerst vertraut war), wie er ihn auf immer wieder überraschende Weise variiert, ausschmückt, verkürzt oder wiederholt – alles aus Gründen der Rhetorik und zur Steigerung des Ausdrucks. In der einleitenden Fantasie übernehmen die vier vokalen Concertisten paarweise die Führung und singen eine verzierte Version aller sechs Zeilen des Chorals, bevor er ‚sauber und ordentlich’ mit Blockakkorden harmonisiert vom (vollständigen) Chor vorgetragen wird, wobei sich die tiefen Stimmen schließlich zu einem schmückenden Kontrapunkt auffächern. Im mittleren Satz (Nr. 4) dieses symmetrisch gebauten Werkes hebt sich der Choral in seiner reinen Form von der Umgebung ab, wie die goldenen Initialien in einem mittelalterlichen Missale.
Vorgetragen wird er von den Violinen und Bratschen, während sich Sopran und Alt darauf beschränken, eine lyrische Verkürzung der Melodie auszuschmücken. In den beiden Arien ist ihre Verkleidung sogar noch subtiler. Paraphrasiert kehrt sie in der von Streichern begleiteten Tenor-Arie (Nr. 3) wieder. Wenn wir uns fragen, warum die Schritte dieses eleganten Passepieds aller zwei Takte abgebremst werden, so stellt es der Tenor klar: ‚Man halte nur ein wenig stille’ – und höre auf das, was Gott zu sagen hat. In der abschließenden Arie (Nr. 6), ‚Ich will auf den Herren schaun’, werden wir noch einmal zum Narren gehalten. In ihrem unbekümmerten Wortwechsel scheinen uns Sopran und Oboe zu versichern, dass wir uns in der Kantate zum ersten Mal in einer ‚choralfreien’ Zone befinden. Da eilt bei den Worten ‚Er ist der rechte Wundermann’ die Choralmelodie herbei und liefert unverändert den Abgesang. Man fragt sich, ob eine solche Fülle geistreicher und witziger Einfälle von Bachs Hörern goutiert wurde oder auf sie verschwendet war.
Kantaten für den “4. und 5. Sonntag nach Trinitatis”
Tewkesbury Abbey am 16. Juli 2000
Divi Blasiuskirche, Mühlhausen am 23.. Juli 2000
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CD – e i n s – Inhalte:
Kantaten für den “4. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 24 – Ein ungefärbt Gemüte
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 185 – Barmherziges Herze der ewigen Liebe
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 177 – Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
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CD – z w e i – Inhalte:
Kantaten für den “5. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 71 – Gott ist mein König
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 93 – Wer nur den lieben Gott lässt walten
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 88 – Siehe, ich will Fischer aussenden
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
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Bachfest Leipzig 2015 – vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF –>>> Programm Bachfest Leipzig 2015 <<<
Das Bach-Archiv Leipzig möchte mit diesem Konzert zum 100. Geburtstag von William Scheide seinem langjährigen Kurator und Freund seine Dankbarkeit erweisen. Herzlichen Glückwunsch, Bill!
– Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Wolff, Direktor i. R. des Bach-Archivs Leipzig
Aufgenommen am 23. Februar 2014 im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig
Programm
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Sonate G-Dur, BWV 1038 (Anh. II)
für Traversflöte, Violine und Basso continuo
Largo — Vivace — Adagio — Presto
Georg Philipp Telemann (1681–1767)
Fantasie Es-Dur, TWV 40: 20
für Violine
Dolce — Allegro — Largo — Presto
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)
Sonate G-Dur, Wq 134
für Traversflöte und Basso continuo
Adagio — Allegro — Vivace
Georg Philipp Telemann
Sonate F-Dur, TWV 43: F 4
für 2 Violinen, Viola und Basso continuo
Largo — Vivace — Siciliana — Presto
Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur, BWV 1050
für Traversflöte, Violine, Cembalo, Streicher und Basso continuo
Allegro — Affettuoso — Allegro
Leipziger Barockorchester:
Matthias Kiesling (Traversflöte) • Cornelia Strobelt (Violine) • Almuth Reinhold (Viola) • Ulrike Becker (Violoncello) • Felix Görg (Violone) • Francesco Corti (Cembalo; Gewinner des Int. Bach-Wettbewerbs Leipzig 2006)
Leitung: Konstanze Beyer (Violine)
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Appenzeller Bachtage 2014 der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen vom 13.8. bis 17.8.2014
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 13.07.2014 begehen wir den 4. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 4. Sonntag nach Trinitatis wendet sich der Gemeinde zu. Sie wird als Gemeinde der Sünder gesehen, die der Gnade Gottes bedarf. Ohne die Erkenntnis der eigenen Sünde ist es unmöglich, die Gnade Gottes anzunehmen, weil man sie nicht für nötig hält. Selbstgerechtigkeit entsteht, die dann in Überheblichkeit und Menschenverachtung mündet. Wichtig ist der Aspekt der Gemeinschaft; wir sind Sünder eben nicht (nur) als Individuen, sondern als Gemeinschaft, indem wir z.B. durch Schweigen teilhaben an dem Unrecht, das an anderen durch Menschen unserer Gemeinschaft geschieht.Das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt uns am 3. Sonntag nach Trinitatis, dass Gott gerade dem nachgeht, der in seiner Sünde gefangen ist. Wir freuen uns darüber, dass auf diese Weise auch Menschen zu seiner Gemeinde hinzukommen, die uns erst fremd und unbehaglich waren. Durch die Liebe Gottes, die in gleicher Weise uns wie ihnen gilt, werden wir fähig, diesen Menschen liebend zu begegnen.
Am 4. Sonntag nach Trinitatis werden wir daran erinnert, dass wir eine Gemeinde von Sündern sind, die der Vergebung bedarf. So haben wir auch nicht das Recht, unseren Nächsten zu richten. Wir wissen aber um die große Gnade, dass Gott gerade denen nachgeht, die in Schuld gefangen sind.
Wochenspruch:
Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.(Gal 6,2)
BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona BACHCELONA 2014
Info über das Bachfest “BACHCELONA” 2014 in Barcelona:
“BACHCELONA” Festival Bach de Barcelona 2014
BACHCELONA 2014 findet vom 20. bis 27. Juli 2014 in Barcelona statt.
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Ton Koopman beim 2. Bachfest in Barcelona
Ton Koopman beim 2. Bachfest in Barcelona
Ein Presse-Artikel von Google-Übersetzer nach Deutsch von einer Pressekonferenz vom 17.6.2014 Barcelona (Reuters) -.
Musiker und niederländische Regisseur Tom Koopman spielen die “Kunst der Fuge” von Johann Sebastian Bach am 20. Juli im Palau de la Música, bei der Eröffnung der zweiten Ausgabe des Festivals Barcelona .Bachcelona im Jahr 2013 geboren, mit dem Wunsch, die Figur des deutschen Komponisten und Musiker, offen zu legen, und drei Tage lang mehr als 5.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr in zahlreichen Aktivitäten und Figur Bach Konzerte verknüpft.Nach dem Erfolg der vorherigen Ausgabe, das diesjährige Festival, erklärte einer seiner beiden Co-Direktoren, Pau Jorquera “, kehrt mit einem weiteren Programmierung einer Woche, die vom 20. bis 27. Juli in symbolischen Räumen stattfinden wird Stadt, die Kathedrale oder die Basilika von Santa Maria del Mar “.Es wird mehr Festtage, mehr Aktivitäten, mehr Konzerte, von zehn auf mehr als zwanzig und mehr Künstler mit internationaler Anlass.
Die Bachcelona Festival wurde als Erweiterung eines bestehenden Projekts in Barcelona, der Bach Zum Mitsingen (BZM) Angebot seit 2011 Bach-Kantaten partizipative Format geboren.Die Organisatoren haben gesagt, dass die Bachcelona “erstreckt sich über die traditionellen Konzertformat Festival und dafür sind alternative Möglichkeiten, um über Bach durch Vorträge, Tanzaufführungen oder Kunstausstellungen, wie die Anzahl der zu sprechen gesucht Drucke von Chillida “Hommage an Bach”, der in der Sant Lluc Art Circle angezeigt werden.Tom Koopman, der große Interpret der Cembalo, wird im Palau de la Música und seine Frau Tini Mathot führen Cembali mit der Zeit für den Anlass aus seinem Haus in Holland gemacht.
Nach dem Erfolg der Eröffnung der ersten Ausgabe, die valencianische Organist Juan de la Rubia wiederholt in diesem Jahr in der Kathedrale von Barcelona am 23. Juli seine Show “Bach Improvisator”, in dem der Musiker improvisiert von Anfragen Öffentlichkeit.Drei Tage später Garnati Ensemble, von Brüdern Paul und Alberto Martos und Geiger Yuval Gotlibovich komponiert, interpretiert in der Kirche von Pi seine Version der “Goldberg-Variationen”.
Die intimsten Bach kann am gleichen Tag in der Kapelle der Hoffnung des deutschen Andreas Martin, der die Arbeit des deutschen Komponisten für Laute präsentieren zu hören.Die Kirchen von Pi und begrüßen Santos Justo y Pastor 24. und 25. Juli, die Ausstellung “Bach & Love”, in dem Sébastien Perrin und Katy Elkin eine beispiellose Vorschlag, der auf dem Thema der Liebe in die Arbeit der Bach spiegelt offen .
Die kubanische violagambista Lixsania Fernández Bachcelona Anruf bei 21. und 22. Juli am Lyceum und im Kloster Sant Pau del Camp, um das Integral der Bach-Suiten für dieses Instrument zu interpretieren, begleitet von Juan de la Rubia.Clara Pouvreau, Sieger der Interpretation Festival Leipzig, zusammen mit Flötistin Joan Vives-Konzert Konferenz bot dargestellt, wie Pau Casals wiederentdeckt, die Cello-Suiten Bachs.
Das Festival wird am 26. mit den üblichen partizipativen Konzert in der Basilika von Santa Maria del Mar zu schließen, die diese Zeit wird die BWV 9 zu spielen.Nach dem Festival vom 30. Juli bis 3. August wurde von einer Route Bach großen deutschen Städten, in denen Bach lebte und arbeitete organisiert worden “, konzipiert mehr als Pilger als Urlaubsvergnügen”.
Das Festival hat in diesem Jahr ihr Budget verdoppelt, in Höhe von 29.000 € durch Ticketverkauf, einen Zuschuss aus dem Stadtrat von $ 3.000, und die sehr BZN-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Pressekonferenz BACHcelona 2014 Mit Andreas Martin (Laute) rechts im Foto
Mit Andreas Martin (Laute) rechts im Foto mit der Laute..!!
Andreas Martin (Theorbe) spielt Werke von J.S. Bach und Frohberger in der “Capilla de la Esperanza” am 26. Juli 2014 um 19 Uhr.
Der gebürtige Frankfurter Andreas Martin, aufgewachsen in einer Familie von Musikern und Malern, begann seinen musikalischen Werdegang mit der Laute bei Prof. Dr. Mario Sicca an der Musikhochschule Stuttgart und bei Ruggero Chiesa am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Mailand….
Fernando Sor (getauft 14. Februar 1778 in Barcelona; † 10. Juli 1839 in Paris; getauft als Joseph Fernando Macari Sors), im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen Ferdinand Sor bekannt, war ein spanischer Gitarrist und Komponist, der Werke für die Gitarre, aber auch Opern und Ballette schuf.
Video:
Fernando Sor (1778-1839) –
Andante op45 n°5; (Andreas Martin – Guitar)
A wonderful miniature written by Fernando Sor played on my romantic guitar (a replica after René Lacôte, built by Gary Southwell) during a concert at Schloßkapelle Solitude, Stuttgart, Germany
Iwona Sobotka sings Jauchzet Gott in allen Landen by J.S.Bach
The Academy of Ancient Music – Paul Goodwin, condactor.
Iwona Sobotka achieved instant international acclaim as Grand Prix winner of the Queen Elisabeth International Music Competition of Belgium in 2004. Other awards include first prizes at the East & West Artists International Auditions in New York, the Warsaw Polish Art Song Competition and the Paderewski Competition in Bydgoszcz.
Ms. Sobotka has performed all over Europe, in the Americas, and Japan, visiting such prestigious venues as the Berlin Philharmonic, Vienna Konzerthaus, Carnegie Hall, Salle Pleyel, Royal Albert Hall, Wigmore Hall and Suntory Hall.
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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Werke
Johann Schelle* 6. September 1648 in Geising (Erzgebirge); † 10. März 1701 in Leipzig war ein deutscher Komponist des Barock.
Der Sohn des Kantors und Rektors Jonas Schelle wurde bereits im Alter von sieben Jahren Diskantist der Sächsischen Hofkapelle zu Dresden unter Heinrich Schütz. Auf dessen Empfehlung wurde Schelle 1657 als Chorsänger in die Herzogliche Kapelle in Wolfenbüttel aufgenommen, für die Heinrich Schütz als Kapellmeister tätig war.
Von 1665 bis 1667 war Schelle Sänger beim Thomanerchor an der Thomasschule zu Leipzig. Seine Immatrikulierung an der Universität Leipzig erfolgte am 31. Januar 1667. Auf Empfehlung von Sebastian Knüpfer wurde er 1670 Kantor an der Stadtschule in Eilenburg. Er führte als einer der Ersten deutschsprachige oratorische Evangelienkantaten im Gottesdienst auf. Vom 31. Januar 1677 bis zu seinem Tode war Schelle Thomaskantor in Leipzig, als Nachfolger von Sebastian Knüpfer und Vorgänger von Johann Kuhnau. Gleichzeitig war er „Director chori musici“ für die Stadt Leipzig. Er führte in Leipzig die Verbindung von vertontem Evangelientext mit geistlichen Liedern und die Choralkantate ein und komponierte vor allem vokal-instrumentaleKirchenmusik.
Kantaten-Beschreibung: BWV 185 “Barmherziges Herze der ewigen Liebe“
BWV 185 “Barmherziges Herze der ewigen Liebe”ist viel älteren Datums. Bach komponierte das Werk 1715 in Weimar auf einen Text von Salomo Franck, führte es 1723 noch einmal in Leipzig auf und zuletzt 1746/47. Unserer eigenen Aufführung legte wir die letzten Überarbeitungen zugrunde. Whittakers Analyse verfängt sich in dem ‚Dornenrosen’ des Franck’schen Textes, die ‚in so reichem Maße dem jungen Komponisten auf den Weg’ gestreut werden, während Albert Schweitzer der Meinung ist, die Schönheit dieser Kantate werde‚ durch den trockenen moralisierenden Text etwas beeinträchtigt’. Ich bin mir nicht so sicher. Bach findet geeignete Mittel, Francks harmlose Paraphrase der Weisung des Evangeliums ‘Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist’ auf überzeugende Weise wiederzugeben.
Das einleitende Duett, für Sopran und Tenor mit Cellobegleitung und als Siciliano angelegt, wird von einem warmen Glanz umhüllt, und Triller auf betonter Zählzeit deuten auf die ‚Flamme der Liebe’ hin, die uns ‚zerschmelzen’ möge. Unterdessen wird Agricolas Choralmelodie ‚Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ’ von einem Clarino intoniert, das über den beiden liebeheischenden Verszeilen schwebt. Das sanfteste Accompagnato für Alt und Streicher (Nr. 2), das sich vorstellen lässt, rühmt die Tugenden der Barmherzigkeit und Vergebung – und scheitert fast an den Worten: ‚Macht euch ein Kapital, das dort einmal Gott wiederzahlt mit reichen Interessen’. Der Gedanke, der diesem Bild zugrunde liegt, wird in den üppigen instrumentalen Texturen der mittleren Arie für Alt, Oboe und Streicher näher erläutert: ‚Sei bemüht in dieser Zeit, Seele, reichlich auszustreuen’ (Nr. 3), dem einzigen Satz der Kantate in einer Durtonart, darin Bach die Gesten des Sämanns in der Melodieführung nachzeichnet und gleichzeitig auf die in Aussicht stehende reiche Ernte verweist. Nathalie Stutzmanns volle, doch klare Altstimme schien für diese Arie wie geschaffen, erst recht im gleißenden Nachmittagslicht der Tewkesbury Abbey.
Die abschließende Arie ist für Bass und eine Continuobegleitung im Oktavabstand bestimmt, an der sich alle Streicher beteiligen. Zu Beginn, wo sie aus dem Arsenal der zeitgenössischen Scarlatti-Oper schöpft, lässt sie das Allerschlimmste befürchten. Doch sobald ein Text das Wort ‚Kunst’ enthielt, spornte er Bach offenbar zu schöpferischen Höhenflügen an, und hier werden wir nicht enttäuscht, weder durch die genialen Lösungen, die er zur Verarbeitung des nicht gerade verheißungsvollen Materials findet (darunter ein Kanon mit einer Zählzeit Abstand zwischen Stimme und Continuo), noch durch die behutsame parodistische Manier, in der er das rhetorische Imponiergehabe eines großspurigen Predigers porträtiert. Herzog Wilhelm Ernst neigte dazu, seiner Entourage mitsamt Diensboten Predigten zu halten oder ihre Kenntnisse des Katechismus stichprobenweise zu überprüfen. War er hier die Zielscheibe? Sicher nicht, auch wenn sich das Verhältnis zwischen ihm und seinem Konzertmeister bald verschlechtern würde.
Kantaten für den “4. und 5. Sonntag nach Trinitatis”
Tewkesbury Abbey am 16. Juli 2000
Divi Blasiuskirche, Mühlhausen am 23.. Juli 2000
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CD – e i n s – Inhalte:
Kantaten für den “4. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 24 – Ein ungefärbt Gemüte
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 185 – Barmherziges Herze der ewigen Liebe
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 177 – Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
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CD – z w e i – Inhalte:
Kantaten für den “5. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 71 – Gott ist mein König
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 93 – Wer nur den lieben Gott lässt walten
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
BWV 88 – Siehe, ich will Fischer aussenden
Gardiner Pilgrimage CD 141 Vol. 3
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Bachfest Leipzig 2015 – vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst Du, liebe Stadt!“
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF –>>> Programm Bachfest Leipzig 2015 <<<
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 06.07.2014 begehen wir den 3. Sonntag nach „Trinitatis“
Der 3. Sonntag nach Trinitatis stellt in gewisser Weise die Fortsetzung des 2. Sonntags nach Trinitatis dar, denn nun geht es um die offenen Arme, die den empfangen, der schon lange eingeladen ist. Die Gleichnisse vom „Verlorenen“ oder die Geschichte vom Zachäus unterstreichen dies sehr deutlich. Gott will die Sünder selig machen, darum geht es, und er hindert keinen einzelnen, zu ihm zu kommen.
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt uns am 3. Sonntag nach Trinitatis, dass Gott gerade dem nachgeht, der in seiner Sünde gefangen ist. Wir freuen uns darüber, dass auf diese Weise auch Menschen zu seiner Gemeinde hinzukommen, die uns erst fremd und unbehaglich waren. Durch die Liebe Gottes, die in gleicher Weise uns wie ihnen gilt, werden wir fähig, diesen Menschen liebend zu begegnen. oder Gott geht dem Sünder nach – das sagt uns das Gleichnis vom Verlorenen Schaf. Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn deutet auf die vergebende Liebe Gottes hin. In allem erleben wir: Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe(Ez 33, 11). Dazu hat er seinen Sohn in die Welt gesandt, damit wir seine Gnade erfahren und durch seine Barmherzigkeit zum Leben gelangen.
Wochenspruch:
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lk 19, 10)
Ein Presse-Artikel von Google-Übersetzer nach Deutsch von einer Pressekonferenz vom 17.6.2014 Barcelona (Reuters) -.
Musiker und niederländische Regisseur Tom Koopman spielen die “Kunst der Fuge” von Johann Sebastian Bach am 20. Juli im Palau de la Música, bei der Eröffnung der zweiten Ausgabe des Festivals Barcelona .Bachcelona im Jahr 2013 geboren, mit dem Wunsch, die Figur des deutschen Komponisten und Musiker, offen zu legen, und drei Tage lang mehr als 5.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr in zahlreichen Aktivitäten und Figur Bach Konzerte verknüpft.Nach dem Erfolg der vorherigen Ausgabe, das diesjährige Festival, erklärte einer seiner beiden Co-Direktoren, Pau Jorquera “, kehrt mit einem weiteren Programmierung einer Woche, die vom 20. bis 27. Juli in symbolischen Räumen stattfinden wird Stadt, die Kathedrale oder die Basilika von Santa Maria del Mar “.Es wird mehr Festtage, mehr Aktivitäten, mehr Konzerte, von zehn auf mehr als zwanzig und mehr Künstler mit internationaler Anlass.
Die Bachcelona Festival wurde als Erweiterung eines bestehenden Projekts in Barcelona, der Bach Zum Mitsingen (BZM) Angebot seit 2011 Bach-Kantaten partizipative Format geboren.Die Organisatoren haben gesagt, dass die Bachcelona “erstreckt sich über die traditionellen Konzertformat Festival und dafür sind alternative Möglichkeiten, um über Bach durch Vorträge, Tanzaufführungen oder Kunstausstellungen, wie die Anzahl der zu sprechen gesucht Drucke von Chillida “Hommage an Bach”, der in der Sant Lluc Art Circle angezeigt werden.Tom Koopman, der große Interpret der Cembalo, wird im Palau de la Música und seine Frau Tini Mathot führen Cembali mit der Zeit für den Anlass aus seinem Haus in Holland gemacht.
Nach dem Erfolg der Eröffnung der ersten Ausgabe, die valencianische Organist Juan de la Rubia wiederholt in diesem Jahr in der Kathedrale von Barcelona am 23. Juli seine Show “Bach Improvisator”, in dem der Musiker improvisiert von Anfragen Öffentlichkeit.Drei Tage später Garnati Ensemble, von Brüdern Paul und Alberto Martos und Geiger Yuval Gotlibovich komponiert, interpretiert in der Kirche von Pi seine Version der “Goldberg-Variationen”.
Die intimsten Bach kann am gleichen Tag in der Kapelle der Hoffnung des deutschen Andreas Martin, der die Arbeit des deutschen Komponisten für Laute präsentieren zu hören.Die Kirchen von Pi und begrüßen Santos Justo y Pastor 24. und 25. Juli, die Ausstellung “Bach & Love”, in dem Sébastien Perrin und Katy Elkin eine beispiellose Vorschlag, der auf dem Thema der Liebe in die Arbeit der Bach spiegelt offen .
Die kubanische violagambista Lixsania Fernández Bachcelona Anruf bei 21. und 22. Juli am Lyceum und im Kloster Sant Pau del Camp, um das Integral der Bach-Suiten für dieses Instrument zu interpretieren, begleitet von Juan de la Rubia.Clara Pouvreau, Sieger der Interpretation Festival Leipzig, zusammen mit Flötistin Joan Vives-Konzert Konferenz bot dargestellt, wie Pau Casals wiederentdeckt, die Cello-Suiten Bachs.
Das Festival wird am 26. mit den üblichen partizipativen Konzert in der Basilika von Santa Maria del Mar zu schließen, die diese Zeit wird die BWV 9 zu spielen.Nach dem Festival vom 30. Juli bis 3. August wurde von einer Route Bach großen deutschen Städten, in denen Bach lebte und arbeitete organisiert worden “, konzipiert mehr als Pilger als Urlaubsvergnügen”.
Das Festival hat in diesem Jahr ihr Budget verdoppelt, in Höhe von 29.000 € durch Ticketverkauf, einen Zuschuss aus dem Stadtrat von $ 3.000, und die sehr BZN-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Pressekonferenz BACHcelona 2014 mit Andreas Martin (Laute)
Pressekonferenz BACHcelona 2014 Mit Andreas Martin (Laute) rechts im Foto mit der Laute..!!
Andreas Martin (Theorbe) spielt Werke von J.S. Bach und Frohberger in der “Capilla de la Esperanza” am 26. Juli 2014 um 19 Uhr.
Der gebürtige Frankfurter Andreas Martin, aufgewachsen in einer Familie von Musikern und Malern, begann seinen musikalischen Werdegang mit der Laute bei Prof. Dr. Mario Sicca an der Musikhochschule Stuttgart und bei Ruggero Chiesa am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Mailand….
Johann Jacob Froberger wurde am 28. Mai 1616 als Sohn des späteren württembergischen Hofkapellmeister Basilius Froberger (ca. 1575 – 1637) in Stuttgart geboren. Seine erste Ausbildung erhielt er vermutlich vom Vater, wahrscheinlich aber auch vom Stuttgarter HoforganistenUlrich Steigleder (1593 – 1635). 1645/35 kam er vermutlich mittels eines Stipendiums nach Wien und wurde 1637 mit nur 20 Jahren Hof- und Kammerorganist von Ferdinand III., der ihn auf eigene Kosten zum Studium bei Frescobaldi und Carissimi nach Rom schickte. Er muss also ein außergewöhnliches Talent gewesen sein.
Johann Jakob Froberger.
Allemande from suite in G minor by Andreas Martin, Lute,
live at the 4th Sant Martí Vell Early Music Cycle, July 6th 2007.
Aufnahme vom 14. April 2013 im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig.
Klaus Mertens, Bass-Bariton
Thomas Fritzsch, Viola da gamba, Violoncello & Basse de Violon
Stefan Maass, Barocklaute
Michael Schönheit, Orgel, Cembalo
Georg Philipp Telemann:
Fast allgemeines Evangelisch-Musicalisches Lieder-Buch- Praeludium /
GOTT des Himmels und der Erden
– Mit Ernst o Menschen-Kinder
– Freuet euch ihr Christen alle
– Nun laßt uns gehn und treten-
Allemande par M[onsieu] r E.T. Baron
aus: Der getreue Music-Meister-
Herr nun läß’st du deinen Diener im Friede fahren
– O Lamm Gottes unschuldig
– O Haupt voll Blut und Wunden
– Jesus meine Zuversicht- Trio IIdo [G-Dur], TWV 42: G6
– Ein feste Burg
– Wenn dich Unglück hat betreten
– Aus tiefer Noth schrey ich zu dir
– Befiehl du deine Wege
– Jesu, meine Freude meines Hertzens Weyde- Trio IIdo [G-Dur], TWV 42: G6
aus: Essercizii musici- Wer weiß wie nahe mir mein Ende?
– Auf meinen lieben GOTT
– Nun lob mein Seel den HErren
– Ach wie nichtig ach wie flüchtig- Courante par M[onsieu]r E.T. Baron
aus: Der getreue Music-Meister-
Wach’t auf ruf’t uns die Stimme / Auf auf! und laßt uns wachsam seyn
– O Wonn‘ o Freud‘ o Herrlichkeit
– Wie der Hirsch im großen Dürsten
– Nun dancket alle Gott
Kantaten-BeschreibungenKantaten für den 3. Sonntag nach Trinitatis
Fraumünster, Zürich 8. und 9. Juli 2000
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Kantaten-Beschreibung: BWV 135 “Ach Herr, ich armer Sünder“
Bachs einzige andere Kantate für diesen Sonntag,
BWV 135 “Ach Herr, mich armen Sünder”, wurde im Juni 1724 komponiert und vermutlich einstudiert, bevor er nach Gera reiste, um dort die Orgel zu prüfen, und das bedeutet, dass er das Werk eigentlich nie beaufsichtigte oder selbst aufführte. Diese kurze, kernige Bußkantate ist die vierte in seinem zweiten Leipziger Zyklus, Teil einer eindrucksvollen Folge, von BWV 7, mit einer einleitenden Fantasia, die einem Concerto für Violine ähnelt, und dem Cantus firmus im Tenor, über BWV 20, mit einer französischen Ouvertüre am Anfang und dem Cantus firmus im Sopran, bis hin zu BWV 2 der vergangenen Woche, die im alten Motettenstil anfängt und den Cantus firmus in der Altstimme hat. Diese Werke fügen sich zu einem faszinierenden und kontrastvollen Portfolio einleitender Chorfantasien.Im ersten Tableau verflechtet Bach zwei Oboen über einem schlichten Unisonovortrag der Melodie des Passionschorals in den hohen Streichern (bis jetzt noch keine Basslinie!), bevor auch diese sich im Flechtwerk der Oboe verfangen. Dann setzen die Bässe ein, Cello, Bass, Fagott und Bassposaune spielen das Thema in diminuierter Form. All das fügt sich zu einem langsamen, ritualhaften Porträt eines büßenden, Gnade suchenden Sünders zusammen und ist sehr bewegend, vor allem dort, wo Bach den Schmerz durch eine Folge selbstbezichtigender erster Umkehrungen übersteigert: ‚Mein Sünd, mein Sünd, mein Sünd…’.
Diese Stimmung bleibt im Tenor-Rezitativ (Nr. 2) erhalten, wo der ‚Arzt der Seelen’ angefleht wird, den kranken und schwachen Sünder zu heilen. Trost liefert die Tenor-Arie mit zwei Oboen, indem sie schildert, wie im Tod ‚alles stille… stille… stille’ ist. Ein Alt-Rezitativ beginnt adagio, wie eine Arie, ‚Ich bin von Seufzen müde’, und fährt fort: ,mein Geist hat weder Kraft noch Macht, weil ich die ganze Nacht … in großem Schweiß und Tränen liege. Ich gräme mich fast tot und bin vor Trauern alt’ – Worte, die mich im Hinblick auf unser gegenwärtiges Finanzproblem besonders schmerzlich berührten. Und ich konnte mich mit der wunderbar trotzigen Bass-Arie identifizieren, wo sich die ersten Violinen gerieren wie virtuose Sturmschwalben: ‚Weicht, all ihr Übeltäter!’. Das ist herrrlich zornige Musik, und man kann sich vorstellen, wie Bach gegen schändliche Bösewichte wütete (von denen ihm in seinem Berufsleben genug begegneten). Er schließt mit einem erhebenden ‚Ehr sei ins Himmels Throne’ zu demselben Passionschoral von Cyriakus Schneegaß (1597), mit dem er begann.
Kantaten für den “2. und 3. Sonntag nach Trinitatis”
Basilique Saint-Denis, Paris am 2. & 3. Juli 2000
Fraumünster, Zürich 8. und 9. Juli 2000
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CD- eins – Inhalte für den 2. Sonntag nach Trinitatis
BWV 2 – Ach Gott, vom Himmel sieh darein Gardiner Pilgrimage CD 165 Vol. 2
BWV 10 – Meine Seel erhebt den Herren Gardiner Pilgrimage CD 165 Vol. 2
BWV 76 – Die Himmel erzählen die Ehre Gottes Gardiner Pilgrimage CD 165 Vol. 2
swv 386 –Die Himmel erzählen die Ehre Gottes(von Heinrich Schütz)
Gardiner Pilgrimage CD 165 Vol 2
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CD – zwei – Inhalte:Kantaten für den “3. Sonntag nach Trinitatis”
BWV 21 – Ich hatte viel Bekümmernis Gardiner Pilgrimage CD 165 Vol. 2
BWV 135 – Ach Herr, ich armer Sünder Gardiner Pilgrimage CD 165 Vol. 2
BWV 1044 – Konzert für Flöte, Violine und CembaloGardiner Pilgrimage CD 165 Vol. 2
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Bachfest Leipzig 2015 – vom 12.06. bis 21.06.2015
“So herrlich stehst Du, liebe Stadt!
”Das Bachfest 2015 steht unter dem Motto “So herrlich stehst Du, liebe Stadt!”. Zum Jubiläum der Ersterwähnung Leipzigs vor 1.000 Jahren werden musikalische Werke aufgeführt, die in der sächsischen Metropole entstanden oder mit ihrem Musikleben unmittelbar verbunden sind.
Vom 12. bis 21. Juni 2015 sind namhafte Künstler und Ensembles eingeladen, darunter Philippe Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Masaaki Suzuki und als “Ensemble in residence” das Ensemble 1704 unter Leitung von Vaclav Luks.
Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2015 beginnt am 15. Oktober 2014.
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Programm zum Download als PDF –>>> Programm Bachfest Leipzig 2015 <<<
Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.